SOS Suchtdruck bitte um Unterstützung

  • Hallo zusammen,

    nun gehen wir auf Ziellinie Richtung Silvester. Einigen hier haben die Weihnachtsfeiertage schon zugesetzt. Silvester ist auch so ein kritischer Klassiker für trockene Alkoholiker.

    Also bei wem es die Tage und auch an Silvester brennt, kann sich gerne hier B E V O R das Glas zur Hand genommen wird, melden. Ich z.B. und vielleicht auch noch andere hier werde öfter ins Forum schauen, gerade am Silvesterabend. Bei Bedarf unterstütze ich gerne.

  • Jetzt, also noch vor Silvester ist es auch sinnvoll, sich nochmals ausgiebig die „Artikel“ durchzulesen. Das ist eine Ansammlung von hilfreichen Tipps, gerade auch bei Suchtdruck. Auf die Selbstfürsorge, die ein wichtiger Aspekt ist, wird eingegangen. Am Besten wirklich mehrmals durch lesen.

    Es gibt auch die Möglichkeit sich bei der Telefon-Seelsorge zu melden. Die sollen ziemlich gut sein. Selbsthilfe bedeutet auch sich auf sowas wie Silvester gut vorzubereiten.

  • Die beste Vorbereitung für einen Neuling im ersten Jahr ist es, brav daheim und jedweder Silversterfeier fern zu bleiben. Daheim was Leckeres kochen, den einen oder anderen Tee angießen, und/oder ein nicht alkoholisches Getränk, sich entspannen und sich Dingen widmen, die tatsächlich Freude bereiten. Gegen Mitternacht nicht auf die Straße rennen, um dort womöglich Nachbarn ein "Frohes Neues" zu wünschen. Denn dann ist es bis zum Glas Sekt nicht weit. Einfach konsequent aus der Gefahrenzone nehmen.


    Auch wichtig: Sich im Vorfeld auf möglichen Suchtdruck einstellen und eine Strategie entwickeln. Dann ist der Neuling nicht gänzlich unvorbereitet und entscheidet sich womöglich spontan für das Falsche.


    Sollte das Suchtgedächtnis sich dennoch melden, nicht zur Tanke rennen, sondern aktiv Hilfe anfordern und über das Problem reden, BEVOR das Unglück seinen Lauf nimmt.


    ich wünsche gutes Gelingen

  • Die beste Vorbereitung für einen Neuling im ersten Jahr ist es, brav daheim und jedweder Silversterfeier fern zu bleiben.

    Ich selbst gehe an Silvester nun schon im zweiten Jahr allen Risiken ebenso aus dem Weg.

    Also gute Planung und Vorbereitung ist die halbe Miete.

    Und im Notfall gerne hier den SOS Thread nutzen, natürlich bevor gesoffen wird.

  • Einigen hier haben die Weihnachtsfeiertage schon zugesetzt. Silvester ist auch so ein kritischer ...

    Warum ist das so?

    Weil wir uns das immer wieder einreden? Oder weil, das fast alle machen? Würden sich alle 'ne Ladung Lachgas reinpfeifen, LSD, magische Pilze oder sich 'ne ordentliche Drönung mit Antidepressiva verpassen ... würden wir (ich, du) es auch tun?

    Weil's so schön ist? Oder weil wir erwarten, dass es dann schön würde ... komatös diesen Erwartungen zu entfliehen?

    Alle, welche schon Mal übermäßig Alkohol tranken, wissen, nichts davon trifft ein. Im Gegenteil, Kopfschmerz, Unwohlsein, ggf. auch ein schlechtes Gewissen sind garantiert, von eventuellen Organschädigungen mal ganz abgesehen.

  • Weil wir uns das immer wieder einreden? Oder weil, das fast alle machen? Würden sich alle 'ne Ladung Lachgas reinpfeifen, LSD, magische Pilze oder sich 'ne ordentliche Drönung mit Antidepressiva verpassen ... würden wir (ich, du) es auch tun?

    Tja das machen wohl nicht viele.

    Aber Alk trinken eben viele, an Silvester erst recht. Deshalb habe ich den Thread hier eröffnet, damit sich gerade die frisch abstinenten User hier melden können bevor evtl. Suchtdrück überhand nimmt und wieder getrunken wird.

    Ich hoffe, dass von den alten Hasen an Silvester auch ab und zu ein Blick in diesen Tread geworfen wird. Ich schaue jedenfalls ab und zu rein.

  • Da Du wohl u.a. mich meinst, kann ich auch mal gucken.

    Ja 😀 du hast eine beruhigende Art zu schreiben und weißt genau wie Risiken vermieden werden können. Wenn jemand an Silvester Suchtdruck hat, ist es bestimmt super dich als Unterstützung zu haben. Es geht ja auch dann wieder um Hilfe zur Selbsthilfe. Ich finde es gut wenn jemand, wie du, der schon jahrelang nüchtern ist, immer noch drauf achtet was dir bezüglich Alkohol gut tut.

    Ich schaue mir bei dir jedenfalls viel ab. 👍

  • Also die erste Zeit ist es aus meiner Sicht besser, erst einmal allen "schwierigen" Situationen aus dem Weg zu gehen. Damit gehen wir erst einmal grundsätzlich kein Risiko ein.

    Persönlich gehe ich allen "Sauftreffen" (also solchen, bei denen es primär ums Trinken / Saufen geht) aus dem Weg und ich sage auch bei Einladungen gleich, dass ich kein Interesse daran habe, den anderen beim Betrinken zuzusehen. Das erzeugt manchmal eher Reaktionen wie Belächeln oder auch provokative Aussagen wie "Alkohol muss man im Griff haben". Das trifft mit gar nicht und ich gehe dann einfach, wenn mich die anderen nerven.

    Bei allen anderen Anlässen, bei denen vielleicht Alkohol konsumiert wird, und bei denen ich trotzdem Leute treffe, die mir wichtig sind, schließe ich mich nicht vorab aus, aber trinke konsequent nichts und sage das auch entweder vorab schon oder auch dann vor Ort.

    Meine Strategie (und die ist auch aus suchttherapeutischer Sicht durchaus praktikabel) ist es, mir nicht alle Anlässe zu nehmen, bei denen vielleicht auch Alkohol konsumiert wird. Vielmehr weiß mittlerweile jeder, der mich kennt (und den anderen sage ich es einfach wenn ich vor Ort bin), dass ich konsequent keinen Alkohol trinke.

    Warum diese Entscheidung ?

    Weil ich es jetzt und auch künftig nie ausschließen kann, dass ich in eine Alkohol - Situation komme. Deshalb habe ich für mich, in Abstimmung mit meinen beiden langjährigen Suchttherapeuten, die Entscheidung getroffen, für jede Situation "vorbereitet" zu sein. Das klingt vielleicht so, als überschätze ich mich, aber das ist nicht der Fall denn so bin ich die vergangenen 16 Jahre trocken geblieben.

    Heute Abend habe ich nicht die Ruhe, das weiter auszuführen bzw. zu diskutieren (wir haben Silvester und bekommen dann Besuch) aber ich stehe sehr gerne für das Thema weiter zur Verfügung denn es betrifft uns alle als Alkoholiker.

    ZurueckimLeben

  • Also die erste Zeit ist es aus meiner Sicht besser, erst einmal allen "schwierigen" Situationen aus dem Weg zu gehen.

    Definitiv ist das eine gute Strategie ... am Anfang. Als ich bemerkte, ich schwächele noch, das heißt der Versuchung zu widerstehten, vermied ich alles - Weinachten, Silvester, Geburtstag & Co. findet auch ohne mich statt und Mal ehrlich, soooo erquicklich waren all die Zusammenkünfte nun auch wieder nicht, vorallen wenn zu viel getrunken wurde.

    Wenn man natürlich nur "trinkendes Volk" kennt, kann's schon ein bisschen einsam werden, ich entschied mich für lieber "einsam" und froh, wenn auch nicht zufrieden, als trunkend/trinkend und noch mehr unzufrieden.

  • Ich werde ab Morgen mehr in die Konfrontation gehen, fühle mich stark genug dafür.

    Neue Phase, freue mich drauf

    Oh jetzt schon? Ich habe im ersten Jahr strikt alle Risiken gemieden und bin sämtlichen Konfrontationen aus dem Weg gegangen. Du hast doch derzeit noch ab und zu Suchtdruck. Ich glaube nicht dass es eine gute Idee ist in Konfrontation zu gehen. Mir wäre das viel zu früh.

    Vielleicht können ja die Langjährigen mehr dazu sagen.

  • Ich meine damit nicht Parties oder dergleichen Emily , sondern nach und nach überhaupt mich wieder unter Leute zu bewegen.

    Es wird immer Menschen geben, mit denen ich nicht klarkomme und ich muss es üben, trotz deren Anwesenheit, bei mir zu bleiben. Diese nicht zu bewerten, sondern sie egal für mich werden zu lassen. Oder tatsächlich mich mit denen zu beschäftigen, statt Ihnen auszuweichen.

    So ist meine Idee.

  • Aufgehört zu trinken habe ich am 14.11.24.

    Mehrere Rückfälle, ja. Aber es ist nun an der Zeit meine anderen Baustellen anzugehen.

    Nur nicht mehr trinken reicht mir nicht mehr in Bezug auf Menschen. Da muss noch etwas passieren.

  • Igelst Du dich immer noch Zuhause ein um Risiken zu entgehen Emily ?

    Ich bin nicht eingeigelt. Ich bin berufstätig, habe Familie, Freunde und gehe auch ab und zu weg z.B. in ein Restaurant oder Café, aktuell bin ich in Urlaub. Von einigeln habe ich auch nicht gesprochen. Du hast geschrieben, dass du in die Konfrontation gehen möchtest.

    Ich gehe davon aus, du meinst die Konfrontation mit Alkohol. Ich habe mich im ersten Jahr strikt an Risikominimierung gehalten. Saufende Personen habe ich keine in meinem Leben. Ich bin nie extra in die Konfrontation mit Alkohol gegangen, warum auch?

  • Ich habe angefangen zu saufen um gesehen zu werden. Die Optik mit 18 dann noch in schwarz verwandelt und schon klappte das.

    Irgendwann das ganze zurückgerudert, schon war ich wieder uninteressant.

    Dann eben alleine gesoffen.

    Ohne Saufen habe ich mich verändert. Nach wie vor will ich gesehen werden. Man sieht mich auch.

    Im Moment verspüre ich Ablehnung, die ich auch sicher ausstrahle. Daran will ich arbeiten,

  • Warum fängst Du an dich zu rechtfertigen?

    Ich stehe noch am Anfang. Ich will aber zum Leben dazugehören.

    Dazu gehört für mich den Umgang mit Menschen zu erlernen, statt vor Ihnen fortzulaufen.

    Daran werde ich 2026 arbeiten.

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