• Das mag alles richtig sein, aber nicht jeder Mensch hat Bock soviel Sport zu machen, täglich Yoga, der Fit-Dad zu sein, an Wettkämpfen teilzunehmen, die Ernährung umzustellen und 5mal die Woche zu pumpen. Es gibt auch andere Lebensentwürfe. So wie ich Loner verstanden habe ist er nach 300 Tagen manchmal wieder gedanklich beim Alk. Da bietet die Sport-Bude eine Alternative dazu mit komischen Gedanken und langen Abenden umzugehen.

    Beste Grüße Helga

  • Ich habe nämlich ein Vorhaben: Nächstes Jahr, kurz vor Midsommar, ist die Vätternrundan. Das ist das größte Radsport-Event der Welt für Amateure in Schweden, und ich konnte einen Startplatz ergattern. 315 Kilometer um den Vätternsee. Ich starte um 20:30 Uhr. Sonnenuntergang ist um 23:30 Uhr, Sonnenaufgang um 03:30 Uhr. Ich starte bewusst um diese Zeit. Ich WILL in den Sonnenuntergang fahren, dann durch die Nacht, in den Sonnenaufgang hinein.

    Uuuhhhh. Das ist mal was richtig Gutes. Da wünsche Ich Dir jetzt schon mal viel Spaß! Das wird unter Garantie großartig. Kann ich als ehemaliger Marathoni zumindest teilweise gut nachvollziehen. Und ja, insgeheim ist mein Plan wieder aktiver zu werden. Muss jetzt kein Marathon mehr sein. Aber wer weiß. Vielleicht 2027 mal wieder ein halber.

  • Ich finde Ausdauer und Kraft schließt sich nicht aus. Ich liebe auch Wandern und plane gerade verschiedene Routen durch die Sierra Nevada. Als Vorbereitung mache ich hartes Beintraining. In meiner Gegend gibt´s einfach keine Berge - hier gibt´s nur Gegend.

    Noch so tolles Projekt. Sierra Nevada. Hammer. Auch Dir wünsche ich ganz viel Spaß. Also diese Art von Spaß, die nur Ausdauersporterfahrene verstehen ^^

    Die Frau ist nicht für Sport. Hab es schon mehrfach versucht. Kannste komplett knicken. Leider.

  • Ich habe das mal in einem Satz runtergebrochen: "Prävention als automatischer Nebeneffekt von Erfüllung." Also geh raus, und werde aktiv :)

    Bin ich bei Dir. Draußen trifft man auch immer wieder Wen zum quatschen. Abgesehen davon ist jeder Atemzug frische Luft viel mehr Wert als den ganzen Abend vorm Rechner zu hocken.

  • Das mag alles richtig sein, aber nicht jeder Mensch hat Bock soviel Sport zu machen, täglich Yoga, der Fit-Dad zu sein, an Wettkämpfen teilzunehmen, die Ernährung umzustellen und 5mal die Woche zu pumpen. Es gibt auch andere Lebensentwürfe. So wie ich Loner verstanden habe ist er nach 300 Tagen manchmal wieder gedanklich beim Alk. Da bietet die Sport-Bude eine Alternative dazu mit komischen Gedanken und langen Abenden umzugehen.

    Absolut. Zumal es echt nicht viel braucht. Allein zwei Mal 30 Minuten Spazieren / Tag bringt schon viel mehr als man denken mag. Ich persönlich denke, dass man es wollen muss. So komplett erzwingen führt bloß dazu, dass es unangenehm bleibt und man es wieder beendet.

    Aber diese viele Zeit, die wir ohne Alkohol haben, können wir alles mögliche ausprobieren. Sei es Sport andere Dinge. Reisen, engagieren, malen, lesen ... was auch immer.

    Mein Lebensmotto: Alles was Dir und anderen sowohl kurzfristig aber vor allem auch langfristig nicht schadet ist in Ordnung. Was immer es auch ist. Wenn es Dich glücklich macht, dann interessier Dich nicht dafür was andere sagen und genieß es.

  • Das mag alles richtig sein, aber nicht jeder Mensch hat Bock soviel Sport zu machen, täglich Yoga, der Fit-Dad zu sein, an Wettkämpfen teilzunehmen, die Ernährung umzustellen und 5mal die Woche zu pumpen. Es gibt auch andere Lebensentwürfe. So wie ich Loner verstanden habe ist er nach 300 Tagen manchmal wieder gedanklich beim Alk. Da bietet die Sport-Bude eine Alternative dazu mit komischen Gedanken und langen Abenden umzugehen.

    Natürlich gibt es andere Lebensentwürfe. In keiner Weise muss mein Vorgehen für alle 1:1 gleich aussehen. Und um das ganz klar zu bestätigen: Niemand muss zum „Fit-Dad“ mutieren, wenn das nicht sein Ding ist. Aber es ist schön, davon mal ab.

    Aber wir sollten vorsichtig mit diesen Klischees sein. Das Bild vom ‚5x die Woche pumpen‘ wird nämlich gerne als Totschlagargument genutzt, um gar nicht erst anfangen zu müssen. Dabei ist das sportphysiologisch totaler Quatsch und oft sogar destruktiv. Kein vernünftiger Mensch verlangt das.

    Wenn wir uns die offiziellen Empfehlungen der WHO anschauen, reden wir von ganz anderen, machbaren Zahlen: 150 bis 300 Minuten moderate Aktivität pro Woche (z. B. zügiges Gehen oder Radfahren) ODER 75 bis 150 Minuten intensive Aktivität.
    Das sind im Schnitt 20 bis 40 Minuten am Tag. Das ist kein Hexenwerk und erfordert kein Leben im Fitnessstudio – aber es macht den entscheidenden Unterschied für Körper und Psyche.
    Aber – und das ist der entscheidende Punkt, warum mir Bewegung so wichtig ist – das Prinzip der körperlichen Aktivität ist nicht zufällig gewählt. Es ist in der Medizin und Psychologie unbestritten, dass Bewegung eines der probatesten und wirksamsten therapeutischen Mittel überhaupt ist, gerade wenn es um psychische Stabilität und Suchtprävention geht.

    Warum? Weil es nicht nur ablenkt, sondern biochemisch wirkt. Es baut Stress ab, reguliert den Hormonhaushalt und fördert die Heilung des Gehirns.

    Das Spannende ist: Mein Zugang war anfangs rein intuitiv. Es wurde einfach umgesetzt, was sich richtig anfühlte. Die nachträgliche Beschäftigung mit der Theorie zeigte dann überraschenderweise, wie deckungsgleich dieses Verhalten mit modernen Therapieansätzen (wie Salutogenese oder Verhaltensaktivierung) ist. Dass die Wissenschaft das bestätigt, untermauert meinen Satz „Nur aufhören reicht nicht“ massiv. Man muss aktiv etwas Neues, Gesundes entgegensetzen.

    Es liegt mir fern, jemanden zu überreden, aber hinter diesem System stehe ich fest, weil es mir nicht nur Nüchternheit, sondern echte Lebensqualität geschenkt hat.

    Genau diesen Impuls weiterzugeben, ist mir wichtig – gerade WEIL wir in diesem ‚besonderen‘ Alter sind (Stichwort Midlife-Crisis), wo sich viele mental schon selbst aufs Abstellgleis schieben. Stattdessen sehe ich massives Entwicklungspotenzial – sowohl für den Körper als auch für den Geist. Wenn beides zusammenpasst, entsteht eine wunderschöne Zukunftsausrichtung.

    Lange genug saß ich im Dunkeln. Deshalb tue ich alles, um da möglichst weit weg zu bleiben, und genieße, wie glücklich dieses „neue“ Leben wirklich macht.

    Mein Wunsch wäre, dass mehr Menschen, gerade mit unserer Vergangenheit, wieder mehr strahlen und aktiv sind, anstatt in einer Art Wehmut zu verharren. Gerade weil die Sucht so tückisch ist, darf man ihr keine Angriffsfläche bieten. Durch Aktivität muss eine breite, positive Schutzmauer gebaut werden. Damit man stabil steht, auch wenn schlechte Zeiten kommen, und kein Rückfall droht.

    Aber ich weiß selber, wie schwer es ist, den Zug überhaupt ins Rollen zu bringen. Wie anstrengend es ist, aus alten Mustern auszubrechen und ganzheitliche Veränderungen umzusetzen. Das sieht am Anfang aus wie ein gigantisch hoher Berg an Arbeit, der (augenscheinlich) noch on top zur Herausforderung „Nüchternheit“ hinzukommt.

    Aber: „How to eat an elephant? Bite by bite.“ Und glaubt mir: Die Mühe lohnt sich.

    Ich werde, für die, die es interessiert, in meinem eigenen Faden meinen Ansatz mal detailliert aufdröseln. Das heißt ja in keiner Weise, dass man dem folgen muss – es ist nur ein Impuls und ein Angebot. Ob man sich darin wiederfindet oder es für valide hält, kann dann jeder für sich selbst entscheiden.
    Dann gehen wir mit dem Thema auch wieder aus Loner Faden raus, damit er bei sich bleiben kann.

  • Mein Wunsch wäre, dass mehr Menschen, gerade mit unserer Vergangenheit, wieder mehr strahlen und aktiv sind, anstatt in einer Art Wehmut zu verharren. Gerade weil die Sucht so tückisch ist, darf man ihr keine Angriffsfläche bieten. Durch Aktivität muss eine breite, positive Schutzmauer gebaut werden. Damit man stabil steht, auch wenn schlechte Zeiten kommen, und kein Rückfall droht.

    Ich kenne das noch von Anfang der 2000er, als ich erst zum DLRG, dort über einen Schwimmkumpel zum Laufen und später zum Marathon gekommen bin. Das war gesundheitlich (sowohl physisch als auch psychisch) die beste Zeit meines Lebens. Der Unterschied zwischen Passivität und Aktivität ist in Lebensqualität ausgedrückt so groß, dass es sich wie eine komplett andere Welt anfühlt. Und dazu muss man keinen Marathon laufen.

    Und noch was: Ohne den Sport damals wäre ich beruflich nicht da, wo ich heute stehe. Der hat mich noch mal signifikant nach Vorne gebracht. Du hast so viel mehr Energie. Das kann man nur nachvollziehen, wenn man das einmal selber erlebt hat. Das ist wirklich krass.

    Leider hatte ich es damals ab einem gewissen Stadium angefangen zu verbissen zu sehen. Dann kamen noch ein paar berufliche und private Schwierigkeiten dazu. Da hab ich die Lust verloren. Jetzt bin ich mit 90 kg bei 176 cm zu schwer. Das würde meinen Knien nicht gut tun.

    Aber: Das Probetraining heute war echt super. Erst Cardio, dann Beine, dann Oberkörper und zum Schluss Bauch. Hat voll Spaß gemacht mal wieder die Muskeln zu spüren. Fühlt sich gut an. Also jetzt noch. Morgen nicht mehr ^^. Aber so soll es ja auch sein. Ganz ohne Anpassungsschmerz ist auch irgendwie doof. Ne, will ich wieder machen. Hat auch was von Auszeit nehmen, Me-Time, Selbstführsorge und den Stress weg drücken.

  • Klingt toll, Loner, wenn's den Körper auch freut.

    Gib' ihm etwas Zeit, dem Körper, er wird mit der Zeit geschmeidiger, egal ob mit 50 oder 60.

    Die alten Oma-Sprüche "wer rastet, der rostet" o.ä. sind alle wahr!

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