Problemlöser der Pharma - abhängig von legalen Pharmadrogen

  • Ist es akzeptierter von Pharmaprodukten abhängig zu sein? Wenn ich wegen Depressionen saufe, bin ich Alkoholiker. Wenn ich dagegen Amphetamine auf Rezept einnehme, ist es eine Therapie. Diese Arte Doku zeigt vielfältige pharmazeutische Lösungen für jedes Lebensproblem:

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    Beste Grüße Helga

  • Ist es akzeptierter von Pharmaprodukten abhängig zu sein?

    Ja. Denn das heißt ja dann nicht abhängig, sondern, es hilft dir besser zurechtzukommen. Nimmt man diese Produkte nicht mehr, hat man ja auch keine Entzugserscheinungen, sondern Absetzprobleme.🤣

    Alles eine Frage des Vokabulars.🙃 Früher waren Kinder/Erwachsene hibbelig, unausgeglichen, litten an Bewegungsdrang oder Unterbeschäftigung, heute haben sie ADHS.🤔

    In einer Zeit wo man kaum noch jemanden Aufmerksamkeit schenkt, wo kaum noch einer Zeit hat, wo kaum noch zugehört wird, selten miteinander gerededet wird, doch viel zu oft gegeneinander ... da ist es doch praktisch, dass es für alles eine Pille gibt und noch praktischer, wenn sie abhängig macht oder man zumindest glaubt, dass es "ohne" nicht geht.

    Das regeneriert nicht nur riesige Gewinne, 's macht's auch schön einfach, für alle.

    Du hast 'ne Störung? -> ... nein, du musst die Ursache nicht finden, nichts verändern. Es genügt die Wirkung zu beeinflussen ... zu wollen ... wer dem nicht mit einer gewissen Ironie + Gelassenheit begegnet, wende sich bitte an seinen Arzt oder Apotheker!

  • Ist es akzeptierter von Pharmaprodukten abhängig zu sein?


    Man kann zwar mal darüber nachdenken, inwiefern das, was die Pharmaindustrie so auf den Markt wirft und bewirbt, bedenklich ist und absichtlich neue, völlig unnötige Probleme und sogar Abhängigkeiten generiert werden, aber inwiefern hilft uns hier bei unserer Thematik die Frage weiter, ob es „akzeptierter [ist] von Pharmaprodukten abhängig zu sein“? 🤔

    Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern,
    aber du kannst jetzt neu anfangen und das Ende ändern.

  • Ich finde das Bewusstsein für ein Suchtverhalten immens wichtig. Wenn ein Kind Ritalin einnimmt heißt es oft, oh das arme Kind ist krank und muss behandelt werden, damit es gesund wird. Daraus ergibt meist eine jahrelange Abhängigkeit, die in den seltensten Fällen hinterfragt wird. Mir kann niemand erzählen, dass es normal ist, wenn in einer Schulklasse 60% der Jungs Ritalin nehmen (so im Bekanntenkreis).

    Oftmals werden Befindlichkeitsstörungen mit harten Medikamenten behandelt. Dazu würde ich spontan auch Semaglutid zählen.

    Auf der anderen Seite werden Störungen mit echtem Krankeitswert als Befindlichkeitsstörung behandelt. Ich selbst habe mich vor Kurzem nach vielen quälenden Jahren für eine lebenslange Therapie entschieden. Diesen Weg kann ich nicht jetzt nicht mehr einfach abbrechen. Ich werde also die nächsten Jahre von min. zwei Substanzen dauerhaft abhängig sein. Für mich war das sehr schwer das anzunehmen, da ich ja schon auf ein anderes Medikament angewiesen bin. Ich hadere sehr mit der Verpflichtung/ Abhängigkeit das dauerhaft einnehmen zu müssen.

    Natürlich ist dieses Forum für Alkohol. Aber wir reden hier auch oft von Suchtverlagerung. Und da passt mE Medikamentensucht auch hervorragend hinein. Denn hier wird seltenst die Frage gestellt inwieweit eine Sucht vorliegt. Man hat ja die medizinische Indikation.

    Beste Grüße Helga

  • Es spricht meines Erachtens nichts dagegen, wenn wir uns hier auch mal über das Thema „Medikamentensucht“ austauschen.

    Für herzlich wenig hilfreich halte ich da Verallgemeinerungen oder Grundsatzdiskussionen.


    Für hilfreich halte ich, wenn wir uns ganz konkret über dieses oder jenes austauschen, mit dem wir selbst unmittelbar zu tun haben.

    Wenn ein Kind Ritalin einnimmt heißt es oft, oh das arme Kind ist krank und muss behandelt werden, damit es gesund wird.

    Die Vorstellung mag zwar in unserer Gesellschaft allgemein verbreitet sein, aber das liegt eher daran, dass viele Menschen keine Ahnung haben von diesem Thema.

    Ich sehe das genau so wie du, dass es nicht normal ist, wenn in einer Schulklasse 60% der Jungs Ritalin nehmen, das bedeutet aber nicht, dass dieses Medikament grundsätzlich fragwürdig ist. Ich weiß aus persönlicher Erfahrung, wie hilfreich und entlastend ein solches Medikament für einen Menschen sein kann, der wirklich mit ADS oder ADHS zu tun hat.

    Ich selbst habe mich vor Kurzem nach vielen quälenden Jahren für eine lebenslange Therapie entschieden. Diesen Weg kann ich nicht jetzt nicht mehr einfach abbrechen. Ich werde also die nächsten Jahre von min. zwei Substanzen dauerhaft abhängig sein. Für mich war das sehr schwer das anzunehmen, da ich ja schon auf ein anderes Medikament angewiesen bin. Ich hadere sehr mit der Verpflichtung/ Abhängigkeit das dauerhaft einnehmen zu müssen.

    Das ist das, was ich meine, wenn ich schreibe, dass ich es für hilfreich halte, wenn wir uns ganz konkret über dieses oder jenes austauschen, mit dem wir selbst unmittelbar zu tun haben.

    Die Sache ist doch die: Helfen dir diese zwei Substanzen, die du nun nehmen musst, um weniger gehandicapt durchs Leben zu kommen? Passt die Chancen- Nutzen- Rechnung oder passt sie nicht?

    Ich vergleiche das mal mit einer Brille. Ohne sie wäre ich im Alltag gehandicapt, weil ich ohne Brille kaum mehr was lesen oder erkennen kann. Wenn man’s genau nimmt, bin ich den Rest meines Lebens abhängig davon, eine Brille zu tragen, aber niemand, der eine Brille trägt, würde da von Abhängigkeit sprechen und das problematisieren.

    Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern,
    aber du kannst jetzt neu anfangen und das Ende ändern.

  • Die Vorstellung mag zwar in unserer Gesellschaft allgemein verbreitet sein, aber das liegt eher daran, dass viele Menschen keine Ahnung haben von diesem Thema.

    Und so lang das so ist, wird es auch so bleiben, auch wenn man Sehhilfen, Gehhilfen und andere Prothesen mit Psychpharmaka gleichsetzt.

    Grundsatzdiskussionen sind wichtig, jedoch gezielte, alles mit allem vermengen ist eher weniger hilfreich.

  • Und so lang das so ist, wird es auch so bleiben, auch wenn man Sehhilfen, Gehhilfen und andere Prothesen mit Psychpharmaka gleichsetzt.

    Es steht jedem frei, sich mal ernsthaft damit auseinanderzusetzen.

    Grundsatzdiskussionen sind wichtig, jedoch gezielte, alles mit allem vermengen ist eher weniger hilfreich.

    Ich spiele auf solche Grundsatzdiskussionen an, die hier nahezu in jedem Thread aufgemacht worden sind ….. Dazu haben sich hier schon diverse Nutzer geäußert….

    Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern,
    aber du kannst jetzt neu anfangen und das Ende ändern.

  • Also, Psychopharmaka haben dank Lobbyarbeit und auch ihrer Wirkung einen guten Ruf, denn sie heilen. Ich bin auch sehr dankbar dafür, dass es solche Mittel gibt, weil Menschen mit einer klinischen Depression z.B. wirklich geholfen werden kann. Auch den Alkoholentzug können Psychopharmaka unterstützend begleiten und somit den Entzug leichter machen. Warum nicht die Möglichkeiten nutzen, die es gibt? Ich mache mir das Leben auch gern leicht, wenn möglich. Aber es besteht einen Unterschied zwischen sich das Leben leicht machen oder eine Abkürzung nehmen zu wollen. Auch mit Happy Pills bleibt ist die Depression da, sie killen nur die Symptome und befreien die Person nicht davon Persönlichkeitsarbeit zu leisten. Und ich denke, dass die Abkürzungskarte heutzutage zu schnell und bereitwillig gezogen wird.
    Meine Zimmergenossin im Entzug war wegen Medikamenten dort. Die hat Tavor geschmissen wie Smarties. Ehrlich gesagt war ich froh ‚nur‘ Alkoholikerin zu sein, denn es ging ihr sehr sehr schlecht. Und ich hab den dortigen Arzt ein wenig ausgefragt…es dauert ca. ein halbes Jahr bis sich das Medikament ausgeschlichen hat. Stellt euch einfach mal einen Entzug von nem halben Jahr vor. Horror. Einfach nur Horror. Von daher…das Thema Medikamentenabhängigkeit wird auf jeden Fall noch sehr stiefmütterlich behandelt, denn die Dunkelziffer wird hier sehr sehr hoch sein. Aber ich denke schon, dass da ein Gedanke vorwiegt: Wie soll ich abhängig von etwas sein, was da ist mir zu helfen? Zumindest kann ich mir das nur so erklärbar machen.

  • Also, ich kann für mich nicht sagen, dass die Psychopharmaka, die ich in den letzten Jahren genommen habe, das Leben leichter gemacht hätten, so fühlte sich das nicht an.

    Sie haben lediglich dafür gesorgt, dass meine Stimmung nicht mehr dauerhaft hoffnungslos, niedergeschlagen, traurig, dunkel und schwarz war, dass ich nicht mehr ohne Antrieb und ohne jegliche Interessen war, konzentrationslos und vergesslich (Depressionsdemenz), dass der Drang, meinem Leben ein Ende setzen zu wollen, aufhörte. Stattdessen wurde ich einfach nur einigermaßen stabil. Das ist ein wesentlicher Unterschied.

    Und das meine ich mit „weniger gehandicapt“. Fühlst du dich dauerhaft niedergeschlagen, traurig, empfindest alles als hoffnungslos, hast du so gut wie keinerlei Antrieb und keine Interessen mehr, so ist das ein sehr, sehr großes Handicap.

    Als bei mir fünf Jahre vor meinem endgültigen Zusammenbruch erstmals Depressionen diagnostiziert wurden, habe ich Medikamente verweigert. Ich war fest gewillt, ohne auszukommen und hab alles versucht, um da rauszukommen. Ich hab‘s nicht geschafft…. Ohne die Psychopharmaka hätte ich vor zehn Jahren meinem Leben ein Ende gesetzt.

    Für mich geht es insofern nicht darum, mir das Leben leichter zu machen oder eine Abkürzung zu nehmen, sondern darum, so stabil zu sein, dass ich mein Leben in die Hand nehmen kann und in die Hand nehmen will.


    Ich kenne auch Leute, die Tavor missbräuchlich nehmen, ich kenne aber auch Leute, die eine sehr, sehr tiefe depressive Phase damit überlebt haben und später, sobald sie wieder stabil waren, nie wieder Gebrauch davon genommen haben. Deswegen, meine ich, sollte man auch da differenzieren.

    Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern,
    aber du kannst jetzt neu anfangen und das Ende ändern.

  • Also, Psychopharmaka haben dank Lobbyarbeit und auch ihrer Wirkung einen guten Ruf, denn sie heilen.

    Das halte ich für einen Irrtum. Psychopharmaka wirken, aber sie heilen nicht. Ob man die Wirkung gut oder schlecht findet, lass ich mal dahingestellt. Die Menschen die ich kenne, die sowas nehmen sagen sie hätten eine flache Gefühlsamplitude. Die Tiefs sind zwar weg, aber sich freuen gibts auch nicht mehr. Ich kann keine Eigenerfahrung beitragen.

    Ich sehe das gerade aktuell in meinem Bekanntenkreis und auch an mir selbst. Frauen um die 50, die plötzlich eine Krise bekommen, Panikattacken, Ängste, Depressionen nehmen plötzlich Citalopram, wobei es in den meisten Fällen wahrscheinlich der wechseljahrsbedingte Abfall der Sex.-Hormone ist. Nach langem Abwägen und leider auch viel Selbststudium bin ich jetzt auf bioidentischen Hormonen, die ich selbst bezahlen darf (und dazu auch alle zugehörigen Untersuchungen, Laborwerte und Arztgespräche), weil die Krankenversicherung das nicht übernehmen möchte. Mein behandelnder Arzt ist 800km weit weg, ich hab ihn noch nie persönlich gesehen, gehe hier ins Labor und mache meine Test selbständig, weil es kaum Ärzte gibt, die davon Ahnung haben.

    Ich war bei mir vor Ort in einer privaten Hormonsprechstunde in einer Frauenklinik. Für die 20 Minuten Beratung habe ich 100,-EUR bezahlt - es war NICHT-Beratung, denn am Ende meinte die Ärztin nur: da müssen sie jetzt durch, das kann noch 7 Jahre dauern. Ich bin fassungslos - das war also die superduper Beratung? Gleichzeitig hätte ich hier sofort 4 Ärzte an der Hand, die mir auch Wunsch irgendwelche Schmerzmittel und Psychomittel verschreiben würden, natürlich als kostenlose Versicherungsleistung. Das würde möglicherweise einen Teil der Symptome ausschalten, mit Nebenwirkungen und Langzeitnebenwirkungen, die neue Krankheiten hervorbringen, aber das Problem nicht heilen.

    Und ich sehe auch einen Unterschied zwischen der Brille oder einer Gehhilfe und Psychopharmaka. Meine aktuelle Therapie ist eine Brille - die ich zwar lebenslang brauche, aber keine Überlagerungsmedikation.

    Das ganze System hat sich komplett entfernt vom Gedanken zu heilen. Ich finde unser Gesundheitssystem ist grotesk pervertiert.

    Beste Grüße Helga

  • AmSee13

    Ich möchte niemals jemandem absprechen, dass Psychoparmaka in bestimmten Lebenssituation Leben retten können. Aber wie oft ich oder Freunde schon vom Hausarzt sowas angeboten bekommen habe, geht gar nicht. Und das sehe ich sehr kritisch.

    Beste Grüße Helga

  • Psychopharmaka wirken, aber sie heilen nicht.

    Womit wir bei der Frage wären, was unter „Heilung“ zu verstehen ist. Darunter scheint ja jeder etwas anderes zu verstehen.
    Ich wage aufgrund eigener Erfahrungen und dem, was ich bei mir Nahestehenden, die ebenfalls an echter Depression erkrankt sind, beobachten konnte, zu behaupten, dass Psychopharmaka vorhandenes Leid lindern können.
    Soweit mir bekannt ist, ist eine Depression, die erstmalig auftritt, durchaus heilbar, anders verhält sich das mit chronischen Depressionen; die lassen sich bislang offenbar nur lindern.

    Die Tiefs sind zwar weg, aber sich freuen gibts auch nicht mehr.

    Kann ich so nicht bestätigen. Das gilt weder bei mir noch bei den von mir erwähnten Nahestehenden. Wir empfinden durchaus richtige, echte Freude und es geht uns zeitweise ausnehmend gut.
    Was wir nicht mehr haben, sind diese grauenvollen Tiefs und, wenn wir Tiefs haben, sind die seltener und dann halbwegs erträglich.

    Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern,
    aber du kannst jetzt neu anfangen und das Ende ändern.

  • Soweit mir bekannt ist, ist eine Depression, die erstmalig auftritt, durchaus heilbar, anders verhält sich das mit chronischen Depressionen; die lassen sich bislang offenbar nur lindern.

    Wie soll ein Psychopharmakum eine Depression heilen, die durch Hormonmangel entstanden ist? Diese kann man nur heilen indem man Hormone ersetzt.

    Heilen geht nur durch das Beheben der Ursache. Und da kaum untersucht wird und nur Symptome behandelt werden, sehe ich da keine echte Heilung.

    Beste Grüße Helga

  • Wie soll ein Psychopharmakum eine Depression heilen, die durch Hormonmangel entstanden ist? Diese kann man nur heilen indem man Hormone ersetzt.

    Wir reden da, denke ich, von unterschiedlichen Problemen.
    Das, woran ich beim Schreiben gedacht habe, sind Depressionen, die nicht im Zusammenhang mit Hormonmangel stehen, sondern andere Ursachen haben, PTBS zum Beispiel.

    Das, was du im Sinn hast, sind eher Depressionen, die bspw. im Zusammenhang mit den Wechseljahren stehen. An die habe ich dabei überhaupt nicht gedacht…..

    Heilen geht nur durch das Beheben der Ursache. Und da kaum untersucht wird und nur Symptome behandelt werden, sehe ich da keine echte Heilung.

    An der Behebung der Ursache habe ich zum Beispiel mit meinem Psychiater/ Neurologen durchaus über die Jahre gearbeitet. Meine Mutter mit ihren Ärzten ebenso, soweit das möglich war und sie es zugelassen hat. Und mit den mir Nahestehenden, von den ich gesprochen habe, hat es sich auch so verhalten.
    Ich kann das, was du schreibst, so nicht bestätigen.

    Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern,
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  • Ergänzung: Das hatte ich vorhin vergessen….

    Soweit mir bekannt ist, ist eine Depression, die erstmalig auftritt, durchaus heilbar, anders verhält sich das mit chronischen Depressionen; die lassen sich bislang offenbar nur lindern.

    Es ging schon damals, als bei mir erstmalig Depression diagnostiziert wurde, nicht darum, dass diese allein mit einem Antidepressivum heilbar wäre, sondern schon damals war klar, dass für Heilung eine entsprechende therapeutische Begleitung notwendig ist.

    Diese Info sollte mir damals Mut machen, weil ich aufgrund des Beispiels meiner Mutter ziemlich geschockt war, ebenfalls an Depressionen erkrankt zu sein und vor Augen hatte, ihr Schicksal teilen zu müssen und den Rest meines Lebens ähnlich leiden zu müssen wie sie.


    Ich habe Mitpatienten kennengelernt, die von sich aus nichts für ihre Genesung unternommen haben, sondern erwartet haben, dass das AD sie heilt. So funktioniert das nicht.


    Zu dem von Paul verlinkten Bericht: Das Ergebnis wundert mich nicht in Anbetracht der Tatsache, wie leichtfertig Psychopharmaka von so manchem Arzt verordnet werden, ohne dass tatsächlich eine Depression vorliegt. Das wird von Helga ja nicht zu Unrecht kritisiert.

    Wenn jemand keine echte Depression hat, wie soll ein AD denn da Linderung bringen? - Ist doch logisch, dass da nix bei rauskommt. Und es auch logisch, dass angesichts der Zahlen all derer, die AD nehmen, aber keine klinische Depression haben, dann auch Antidepressiva-Studien scheitern.

    Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern,
    aber du kannst jetzt neu anfangen und das Ende ändern.

  • Wenn jemand keine echte Depression hat, wie soll ein AD denn da Linderung bringen?

    Auch Hormonmangeldepressionen sind echte Depressionen. Da hilft kein AD. Ich habe gerade eine Studie gesehen, da ging es darum, dass Traumata zu DHEA Mangel führen können dauerhaft. Wegen der Cortisolbelastung. Auch da würde ja kein AD heilen, sondern eine Substitution mit DHEA.

    Beste Grüße Helga

  • Hab schon befürchtet, dass mir das mit dem „echte“ Depression um die Ohren fliegen könnte. 😉

    Ich hab‘s einfach nicht besser ausdrücken können, was ich mit solchen Depressionen meine, die tatsächlich mit AD gelindert werden können, im Gegensatz zu solchen, die aufgrund anderer Ursachen nicht mit AD gelindert werden können.
    Hab‘s deswegen zwischendurch auch mit „klinisch“ versucht, aber selbst das ist missverständlich.

    Kurz und gut, ich hab Hormonmangeldepressionen sicher nicht kleinreden wollen, falls das so rübergekommen sein sollte.

    Eine Freundin von mir hatte nach der Geburt ihres Kindes eine postpartale Depression. Schlimm war das. Die dürfte, wie ich vermute, hormonell bedingt gewesen sein. Ich weiß nicht, wie diese behandelt wurde, darüber haben wir nie gesprochen, aber ich weiß, wie sehr meine Freundin darunter gelitten hat.

    Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern,
    aber du kannst jetzt neu anfangen und das Ende ändern.

  • Ich sehe das wieder einmal pragmatisch. Der Ansatz sollte wenn immer möglich eine kausale und nicht symptomatische Therapie sein. Ist halt nicht immer möglich oder einfach umzusetzen. Pauschal die Pharmaindustrie zu verteufeln und Alternativmedizin zu glorifizieren finde ich völligen Schwachsinn, unterm Strich wollen beide Geld verdienen, was auch legitim ist. Man muss sich dessen einfach bewusst sein, auch dass die Pharmaindustrie ein riesen Business ist. In der Schweiz wird hingegen Homöopathie sogar von der Grundversicherung bezahlt, so von wegen Lobby sind die Globuli-Guys auch gut aufgestellt... Aber ich schweife ab Richtung Grundsatzdisskussion.

  • In Deutschland wird Homöopathie leider auch von den Kassen übernommen. Das finde ich schlichtweg unerträglich, weil es eine Pflicht zur Versicherung gibt. Ich will nicht für Hokuspokus bezahlen. Wirkstofffreie Zuckerperlen können die Patienten gerne auf dem Jahrmarkt kaufen, aber nicht von einer Versicherung bezahlen lassen.

    Aber noch viel schlimmer ist, dass wirkstoffhaltige Therapien nicht bezahlt werden. Mit Wirkstoff! Mich kostet der Scheiß jetzt jedes Quartal gute 600,-EUR. Das sind im Jahr fast 2,5k - während Mittelaltermedizin verschrieben werden kann.

    In der Doku gehts übrigens um was ganz anderes ^^

    Beste Grüße Helga

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