• Guten Morgen,

    wollte mich kurz vorm Schlafengehen nochmal melden.

    Hatte heute nen ganz guten Tag, in der Arbeit ist auch alles
    ordentlich gelaufen, hat gepasst 44.

    Meine Frau war heute mit dem Kleinen bei ihrer Freundin, die hat auch
    zwei kleine Kinder.
    Die beiden haben Geburtstag gefeiert und sich auch ein paar kleine Gläschen
    Sekt gegönnt.
    Jetzt trinkt meine Frau ja normalerweise eigentlich gar nix... und das ist auch
    gut für mich.

    Um 22 Uhr kam sie dann an und war auch gut druff, war alles okay.
    Nur ihre Alkoholfahne, die konnte ich gar nicht ab :o :o :o :o

    Ich mochte den Alkoholgeruch nicht und hab sie gleich Zähneputzen geschickt >:(

    Suchtdruck hab ich dadurch aber glücklicherweise gar nicht bekommen, es war mir
    einfach unangenehm und das will ich sagen können!!!

    Jetzt kann ich mir aber auch umgekehrt denken,was ich immer für ne Fahne hatte
    wenn ich spätnächtens von ner ausgedehnten Kneipentour zurückkam :-[ :-[ :-[

    Da hat meine Frau bestimmt auch genug mitgemacht...!!!

    Sodele, jetzt geh ich rechtschaffen müde ins Bette.

    Lg

    Stefanut

    DU MUSST DEIN ÄNDERN LEBEN.

  • Ich mochte den Alkoholgeruch nicht und hab sie gleich Zähneputzen geschickt >:(
    ...
    Jetzt kann ich mir aber auch umgekehrt denken,was ich immer für ne Fahne hatte
    wenn ich spätnächtens von ner ausgedehnten Kneipentour zurückkam :-[ :-[ :-[

    Das hat mir auch immer sehr geholfen, mal das Ganze aus dem Blickwinkel meiner damaligen Frau zu sehen - dadurch haben sich mir einige Verhaltensmuster erklärt ...
    Ich hoffe nur, dass dieses "Zähneputzen schicken" kam nicht zu harsch ...

    Es ist zwar verständlich, dass Du das momentan nicht abkannst, aber Du schreibst ja selber, dass sie nur sehr selten mal etwas trinkt. Und SIE hat ja nun mal objektiv wohl kein Alkoholproblem.
    Etwas anderes wäre es, wenn sie jeden (zweiten) Abend ihren Sekt/Wein ... trinken würde.

    Ich schreibe das nur, weil dieser Halbsatz mit dem Zähneputzen schicken mit dem entsprechenden Smilie bei mir ziemlich heftig ankam ...

    Da hat meine Frau bestimmt auch genug mitgemacht...!!!

    Eben!

    Gruß
    Greenfox

    Es rettet uns kein höh’res Wesen,

    kein Gott, kein Kaiser noch Tribun

    Uns aus dem Elend zu erlösen

    können wir nur selber tun!

  • Hi Greenfox,

    nein, ich war nicht harsch mit ihr.

    Ich hab ihr erklärt, das ich mit dem Alkoholgeruch ein Problem habe und das
    evtl. Suchtdruck bei mir auslösen kann.

    Aber nochmal ganz ehrlich: ich kann Alkohol echt nicht riechen...ekelhaft :-X

    Hoffe, das bleibt für immer so 44.

    DU MUSST DEIN ÄNDERN LEBEN.

  • Hallo,

    wollt mich mal wieder kurz melden.

    Die letzten Tage hatte ich viel Stress in der Firma und musste
    abends länger arbeiten.

    Als ich dann heimkam bin ich ziemlich schnell ins Bett gefallen.

    Mir geht es momentan ganz gut; mit meinen Schlafproblemen wird's
    langsam auch etwas besser.

    Freue mich jetzt auf drei freie Tage, da werd ich versuchen mich etwas
    zu entspannen :)

    Gruss

    Stefanut

    DU MUSST DEIN ÄNDERN LEBEN.

  • Hallo,

    es geht mir heute nicht so gut.

    Ich bin schon seit einigen Jahren in einem anderen Forum angemeldet gewesen und
    hatte dort nicht den Mut von meinem letzten Rückfall zu berichten.

    Aus Scham und weil ich es einfach nicht konnte.

    Jetzt schreibe ich hier in diesem Forum seit 18. Dezember ehrlich und offen und ihr hier
    wisst auch ganz genau seit wann ich nicht mehr trinke(weil dies zu 100% der Wahrheit entspricht)

    Durch meine Schreibsweise und auch einige Parallelen bezuglich meiner Person, bin ich jetzt in dem
    anderen Forum ''aufgeflogen'' :-[ :-[ :-[ :-[

    Dieses Gefühl ist sche.ss unangenehm und ich schäme mich auch deswegen.

    Ich habe mich jetzt entschieden nur noch in diesem Forum zu schreiben.

    Seit 18 Dezember bin ich jetzt genau 5 Wochen trocken. Darauf werde ich weiter aufbauen.

    Morgen hab ich einen Termin bei der Psychologin der Fachstelle, die ich ja bereits schon kenne.

    Ich werde morgen vom Arzt meine Leberwerte holen und übermorgen die ausgefüllten Bögen
    nachreichen. Für sie sind zunächst mal die Leberwerte wichtig und die bringe ich morgen.

    Zuhause ist es seit einigen Tagen wieder friedlich, worüber ich sehr froh bin.

    Bin froh mich bezüglich meines Fehlers in dem anderen Forum jetzt hier geoutet zu haben.

    Frank

    DU MUSST DEIN ÄNDERN LEBEN.

  • Aus Scham und weil ich es einfach nicht konnte.

    Kann ich nachvollziehen.
    Aber ... warum schreibst Du es nicht einfach jetzt. Dass Du einen Rückfall hattest und dies aus eben diesen Gründen bisher nicht hast.
    Denn ich entnehme Deinen Worten, dass Du trotzdem nach wie vor dort zumindest gelesen hast ...

    Es ist Nichts so fein gesponnen, dass es nicht kommt an die Sonnen ...

    Ob Du dann in dem anderen Forum weiterschreibst oder Dich abmeldest oder ... bleibt doch immernoch DIR überlassen.

    Gruß
    Greenfox

    Es rettet uns kein höh’res Wesen,

    kein Gott, kein Kaiser noch Tribun

    Uns aus dem Elend zu erlösen

    können wir nur selber tun!

  • Hallo Stefan,

    zunächst einmal zolle ich Dir Respekt dafür, dass Du HIER Deinen Rückfall eingestanden hast!
    Nur mit Ehrlichkeit und Offenheit ist eine zielführende Auseinandersetzung mit der Sucht möglich.

    Scham ist einerseits ein guter, natürlicher Schutz, kann aber auch andererseits auf dem Weg in die Abstinenz im Wege stehen.
    Das ist ja eine virtuelle Plattform, in der alle nur nach dem geschriebenen Wort die Beiträge einschätzen können.
    Ich kann mir das gut vorstellen, dass erfahrene Foristen am Schreibstil Rückschlüsse auf die Befindlichkeit ziehen können. Aber zumindest ich sage Dir aus meiner Sicht: Alkoholismus ist (leider) eine Rückfallkrankheit, und die allerwenigsten haben es auf ersten Anlauf fertig gebracht trocken zu bleiben. Es würde im Grunde genommen auch dem Sinn von Selbsthilfe widersprechen, wenn man Betroffene wegen eines Rückfalls ausschließen würde.
    Das ist wie geschrieben meine Sicht!

    Da ich selbst nicht in anderen Foren zum Thema unterwegs bin, weiß ich relativ wenig darüber, wie die Foristen im anderen Forum reagieren würden, wenn Du alle Karten offen legst.
    Vielleicht wäre das ja auch dann für andere, vielleicht noch nicht so stabile Betroffene ein Lernbeispiel?

    Fünf Wochen sind also jetzt vorüber, seit Deinem letzten Kontakt zum Suchtmittel. Am Anfang eine lange Zeit!
    Ich kann Dir nur wünschen, dass sich Dein Verhältnis zu Deiner Frau immer weiter bessert und Du insgesamt immer mehr Stabilität erlangst.

    Lieben Gruß
    Dietmar

  • ich würd gern hier bleiben, wenn das für euch okay ist :-[

    Hier schmeisst Dich keiner raus. Es ist DEINE Entscheidung, ob und in welchem Forum Du unterwegs bist und was Du dort dann schreibst. Also mach Dir keinen Kopp.

    Alkoholismus ist (leider) eine Rückfallkrankheit, und die allerwenigsten haben es auf ersten Anlauf fertig gebracht trocken zu bleiben.

    In meinen Krankenhausvorstellungen drücke ich es immer in etwa so aus: "Wir wissen, dass der Alkoholismus eine Rückfallkrankheit ist. Und deshalb ist es für UNS (sprich: unsere SHG) der Grund, alles dafür zu tun, dass es nicht zu einem solchen kommt bzw. dieser nur kurz/ein Vorfall ist. Und nicht - wie es andere tun - es als Vorwand für einen wöchentlichen/täglichen Rückfall nehmen."

    Ich habe es auch erst nach mehreren Anläufen geschafft ...

    Gruß
    Greenfox

    Es rettet uns kein höh’res Wesen,

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    Uns aus dem Elend zu erlösen

    können wir nur selber tun!

  • Hallo Stefan,

    ich kann mich den anderen Mitgliedern nur anschließen. Und - auch von mir kommt ein

    Zitat

    Also mach Dir keinen Kopp.

    wie von Greenfox. Ich wünsche dir, dass du weiterhin an deinem Alkoholproblem arbeiten kannst und keinen Rückfall mehr einstecken musst. Meinetwegen bist du hier gern gesehen. Alles Gute weiterhin.

    LG Betty

    Auf dem Weg zu mir lerne ich mich immer besser kennen. <br />Ich habe Freundschaft mit mir geschlossen und freue mich, dass ich mir begegnet bin.<br /><br />Ich bin lieber ein Original als eine herzlose Kopie.

  • Hallo zusammen,

    dankeschön für eure Rückmeldungen.

    Bin froh, das ich die Karten offen ins Forum gelegt habe.

    Es ist schön, das ich hier bleiben und somit auch weiterhin lesen
    und schreiben kann.

    Mir ist ein Austausch sehr wichtig und ich fühle mich wohl bei euch 44.

    Wünsch allen einen guten Start in die neue Woche ;)

    Liebe Grüsse

    Frank

    DU MUSST DEIN ÄNDERN LEBEN.

  • Hallo Stefanut,

    Du bist jetzt einfach hier bei uns in diesem Forum. Hast offen und ehrlich gesagt was Sache ist und hast mittlerweile auch schon ein gutes Fundament, auf das Du jetzt aufbauen kannst! Also, dran bleiben...

    Mal wieder aus meiner eigenen Geschichte:

    Ehrlichkeit war so gar nicht mein Ding, während meiner Trinkerzeit. Ich habe ja größtenteils heimlich getrunken, allein dafür brauchts ne Menge kleinere und mit zunehmender Dauer auch größerer Lügen. Das nahm bei mir mit der Zeit Dimensionen an, die ich mir heute gar nicht mehr vorstellen kann. Lügen bauten sich auf vorherigen Lügen auf usw usf. Dann habe ich ja auch anderweitig noch ordentlich Mist gebaut was auch wieder durch Lügen kaschiert werden musste. Ehrlich sein kam überhaupt nicht in Frage - wäre ja alles aufgeflogen. Am Ende hatte ich ein riesiges Kartenhaus - ich verlor den Überblick was nun stimmte und was gelogen war und zu allem Überfluss glaubte ich einen großteil meiner Lügen mit der Zeit selbst. Oder zumindest war mein Hirn so manipuliert, dass ich es so empfunden habe....

    Jetzt will ich Dir hier aber keinesfalls eine moralische Ansprache halten, also nach dem Motto: Du sollst nicht lügen. Ich will Dir eigentlich nur sagen, dass ich dieses Verhalten auch nach meiner Trockenheit noch intus hatte. Obwohl ich nichts mehr trank funktionierte mein Hirn aber noch nass. Nicht komplett und nicht in allen Bereichen. Aber dieses Lügen - dann im trockenen Zustand hauptsächlich kleinere Notlügen um unangenehme Situationen zu umschiffen, das war einfach vorhanden. Oft instinktiv und kaum war sie ausgesprochen, die Lüge, kam erst mein Hirn zum Einsatz
    und sagte: "Jetzt hast wieder nicht die Wahrheit gesagt" oder "Jetzt hast wieder nicht gesagt, was Du eigentlich denkst oder willst"....

    Mittlerweile ist das vorbei - vielleicht ist das auch das, was man immer wieder mal als gesunden Egoismus bezeichnet. Sagen was man will, keine Lügen. Auch zu Fehlern stehen, in dem Bewusstsein, dass man eben auch mal einen Fehler machen kann. Es war ein Prozess das wieder zu lernen. Ich habe dazu viele Monate gebraucht und musste dieses Problem wirklich ganz bewusst angehen. Ich habe es, nachdem ich trocken war, auch ganz deutlich gesehen. Da hast Du ein Problem, da musst Du dran arbeiten! Ich wollte einfach nicht mehr Lügen und dadurch dann wieder in unangenehme Situationen rutschen. Und ich habe festgestellt, dass die meisten Menschen die Wahrheit besser vertragen als ich dachte. Und am allerwichtigsten war, dass ich dadurch auch ehrlich gegenüber mir selbst wurde - ich glaube das ist enorm wichtig für alle Bereiche.

    Nutze das was Dir hier jetzt passiert ist um Dich zu reflektieren und nutze es für Dein künftiges handeln. Ich denke, Du bist auf einem richtig guten Weg.

    LG
    gerchla

  • @ Stefanut

    Da ist was eingestürzt das erst viel später einstürzen sollte. Die Masken unserer Verdorbenheit. Du hast das Wort "aufgeflogen " gebraucht. Es wäre Dir auch in diesem Forum passiert. Menschen haben dir geglaubt, dich unterstützt und dir entsprechende Beiträge geschickt. Jetzt sind sie enttäuscht. Mach dir da keinen Kopf. Trockene Alkoholiker sind meist sehr geschickt darin ihre Gefühlswelten wieder zurecht zu rücken. Was für dich bleibt ist der Bogen wie du es in deinen ersten Posts in Bezug auf eine Frau beschrieben hast. Da gibt es wohl nur eine Möglichkeit. Es muss nicht heute und auch nicht morgen sein. Deine Trockenheit ist jung. Du brauchst hierzu all deine Kraft. Doch eins würde ich an deiner Stelle tun. Und dafür braucht es evtl nicht mal eine Minute.

    http://juergens-seite.loleh.de/WegeinesAlkoho…hte_schritt.htm

  • Gerchia & Brant,

    dankeschön für eure Rückmeldungen.

    Tut gut von euch zu lesen, da ist immer richtig Tiefgang drin.

    Stilles Wasser

    der Link den du mir in deinem Post geschickt hast...HAMMER 44.
    Das muss ich erst mal verdauen, d a s macht richtig was mit mir,
    super geschrieben!!!

    Ich denke, eine absolute Ehrlichkeit, vor allem sich selbst gegenüber,
    ist für eine stabile Trockenheit sehr wichtig.
    Denn sonst kommt wieder das Schönreden und rumlamentieren >:(

    War heute bei der Psychologin der Fachstelle Sucht, meine Blutwerte
    sind erstaunlicherweise richtig gut.
    Leberwerte sogar besser als Normwerte. Klar, sicherlich auch, weil
    ich seit über 5 Wochen keinen Tropfen Alkohol mehr angerührt habe.

    Die Psychologin meinte aber auch, das ist ein Zeichen, das ich eine super
    funktionierende Leber habe. Da bin ich sehr froh drüber, dachte ehrlich gesagt, meine Leber
    hätte was abbekommen, so wie ich bis vor ein paar Wochen zugelangt hab :-[

    Die ambulante Therapie ist jetzt in Bearbeitung, ich muss jetzt abwarten und dann
    geht's los:-)
    In der Zeit tue ich weiter was für mich, hier und in der realen SHG.

    Meld mich später wieder ;)Junior ist grad aufgewacht und will jetzt von mir
    bespasst werden ;D

    Liebe Grüsse

    Frank

    DU MUSST DEIN ÄNDERN LEBEN.

    Einmal editiert, zuletzt von Stefanut (23. Januar 2017 um 22:14)

  • Hello again,

    das Gespräch mit der Psychologin hat mir gut getan und auch
    was mit mir gemacht...

    Sie sagte unter anderem, das ich mir wenn ich trocken bleiben will
    und auch mal zufrieden trocken werden will, FREIZEIT gönnen soll
    und muss. Im Sinne von FREI haben und auch mal abschalten können.

    Seit dem 18. Dezember erlebe ich ja hautnah ohne Alkohol wie es ist
    von einem Stress in den nächsten Stress zu kommen.

    Nämlich wenn ich von der Arbeit nach Hause komme. Da ist nix mit
    abschalten, mein kleiner Alarmpilot kommt sofort angerannt und will dann
    bis 21:00/21:30 entertaint werden. Und er ist sehr, sehr sehr aktiv ???

    Ich liebe meinen Kleinen über alles, aber gerate natürlich auch an meine
    Grenzen, da bin ich ganz ehrlich!!!

    Am Wochenende schau ich immer in erster Linie, das ich meiner Frau
    Freiräume und Freizeit verschaffe und denke selten an mich.

    Sie hat recht, ich muss auch an MICH denken.

    Nur wenn es mir auch gut geht und ich auch ausgeglichen bin, kann ich
    das auch an meine Family weitergeben.

    Interessant war auch die Frage was sind ihre Ziele, was wollen Sie mit der
    ambulanten Therapie erreichen.
    Das ich trocken bleiben will, wird ja vorausgesetzt.

    Ich will an mein Inneres ran, ich hab da noch einige ''Dämonen'' in mir.
    Ich will bearbeiten, w a r u m ich immer und immer wieder angefangen habe
    wider besseres Wissen zu trinken.
    Was ich nicht aushalten konnte,warum ich mich total abschiessen und betäuben
    wollte.

    Ein wichtiges Ziel ist für mich auch irgendwann mal eine zufriedene Trockenheit zu
    erreichen und nicht einfach staubtrocken zu sein.

    Eines ist sicher: wenn ich diese ambulante Therapie wieder bekomme und ich hoffe das
    sehr, wird es anständig zur Sache gehen.

    Bei der letzten ambulanten Therapie habe ich mich ja immer noch für einen ''besseren''
    Alkoholiker gehalten, einen Quartalstrinker, der nur ab und an, dann aber richtig zulangt.

    Ich dachte damals: ja klar ich bin Alkoholiker!
    Nur soooo schlimm wie bei den anderen ist es bei mir ja noch nicht...ich kann ja immer
    wieder aufhören....

    Verrückt, bekloppt, grössenwahnsinnig aber wahr!!!!!

    Als dann die Ärztin von der Fachstelle Sucht dann sogar noch sagte, das ich tolle Leberwerte
    habe, dann war ich ja komplett euphorisch.

    Und so war immer noch die Türe offen, ich könnte ja vielleicht mal wieder was trinken.
    Natürlich nicht gleich, nicht sofort, erst nach einer gewissen Zeit, ich wollte mir ja
    beweisen wie ach so toll ich doch war schwitz.

    Ein nasser IDIOT war ich, vom Denken noch durch und durch Alkohol gesteuert.

    Das mit dem Quartalstrinker das hat sich ja auch erledigt, die letzten Wochen vor dem
    18. Dezember habe ich t ä g l i c h gesoffen.
    Ich wollte ja mal eine Pause einlegen, aber ich konnte es schlicht und einfach nicht mehr.

    Mein Körper und mein Kopf hat förmlich nach Alkohol geschrieen.

    Ich konnte es kaum abwarten bis meine Frau mit dem Kleinen endlich ins Bett gegangen ist,
    damit ich endlich saufen konnte, wie ich wollte.

    Den Alkohol im Schrank versteckt habe ich auch, sogar in Geschenkpapier eingewickelt...

    Ich bin also beim täglichen, süchtigen Trinken angekommen, da war NIX mehr mit Schönreden,
    fertig Schluss vorbei!!!

    Ich wusste, jetzt geht es wirklich nur noch abwärts und zwar rasant.

    Ich hoffe, das ich nochmal eine Chance auf eine ambulante Therapie bekomme.
    Ich bin definitiv bereit dazu.

    Danke das ich hier sein darf. Das Schreiben hier reflektiert und das ist verdammt gut!!!

    Grüsse

    Frank

    DU MUSST DEIN ÄNDERN LEBEN.

  • Guten Morgen Frank,

    Zitat

    Ich will bearbeiten, w a r u m ich immer und immer wieder angefangen habe
    wider besseres Wissen zu trinken.
    Was ich nicht aushalten konnte,warum ich mich total abschiessen und betäuben
    wollte.

    Sicher, die Frage, wozu man gesoffen hat, hilft dann weiter, wenn dieses „wozu habe ich den Alkohol gebraucht?“ wegfällt.
    Nur: Ich selbst glaube nicht (mehr) daran, dass irgendjemand allein mit der Beantwortung dieser Frage dauerhaft abstinent bleiben kann.

    Da ist meiner Meinung nach schon etwas dran an dem „Da hat etwas zu bröckeln begonnen, das erst viel später einstürzen sollte.“
    Weil, wie Du schreibst, waren es bei Dir ja schon einige Anläufe. Ich nehme sehr stark an, weil ich es so schon oft erlebt habe, dass Du mit derselben Euphorie wie jetzt an die Starts gegangen bist, oder?

    Ganz klar für mich: Wenn Du unter so einem Stress zuhause bist, wie Du schreibst, dann muss da dringend etwas geändert werden.
    Aber auch hier aus Erfahrung: Die Freizeit sollte dann schon sehr sinnvoll genutzt werden. Ansonsten könnte sie ganz schnell zu dem berühmten „jetzt gönne ich es mir mal wieder“ führen.

    Zitat

    Am Wochenende schau ich immer in erster Linie, das ich meiner Frau
    Freiräume und Freizeit verschaffe und denke selten an mich.

    Sie hat recht, ich muss auch an MICH denken.

    Das liest sich jetzt sehr konträr zu Deinen Beiträgen, in denen Du geschildert hast, wie Du in nassem Zustand „an Dich“ (m. E. „und nur an Dich“) gedacht hast und dafür getrickst, getäuscht und verheimlicht hast.
    Für mich jedenfalls liest es sich wie eine Rechtfertigung, warum Du trinken „musstest“.
    (Ist ja klar, bei der Frau, bei dem Kind, bei dem Stress usw.)

    Zitat

    Nur wenn es mir auch gut geht und ich auch ausgeglichen bin, kann ich
    das auch an meine Family weitergeben.

    … oder, wenn Du nicht trinkst und abstinent bleiben kannst, dann …

    Zitat

    Interessant war auch die Frage was sind ihre Ziele, was wollen Sie mit der
    ambulanten Therapie erreichen.

    Habe ich das falsch gelesen? Du hast doch schon mal zumindest eine ambulante Therapie gemacht?
    Was ist an der Frage nach Deinen Zielen, also was Du mit Hilfe der Therapie erreichen möchtest so anders gegenüber dem Mal davor?

    Zitat

    Das ich trocken bleiben will, wird ja vorausgesetzt.

    Ein Satz, der mich ins Grübeln bringt: …wird ja vorausgesetzt.
    Heißt, dass Du selbst gar nicht voll und ganz hinter der Entscheidung, dass Du trocken bleiben willst, stehst?

    Zitat

    Ich will an mein Inneres ran, ich hab da noch einige ''Dämonen'' in mir.

    Ich schätze mal, dass nahezu alle Süchtigen „Dämonen“ in sich tragen. Vor allem den Dämon „ICH;)

    Zitat

    Ich will bearbeiten, w a r u m ich immer und immer wieder angefangen habe
    wider besseres Wissen zu trinken.

    Dabei ist diese Frage doch eigentlich recht einfach zu beantworten: Weil Du süchtiger Alkoholiker bist, und weil Dir das Saufen wichtiger war, wie Alles andere.

    Zitat

    Ein wichtiges Ziel ist für mich auch irgendwann mal eine zufriedene Trockenheit zu
    erreichen und nicht einfach staubtrocken zu sein.

    Ich weiß jetzt nicht, was Du unter „staubtrocken“ verstehst?
    Für mich ist das eher so ein Begriff für ehemals Süchtige, die heute eben völlig vom Stoff, respektive der Sucht losgelöst sind. Und meines Wissens nach sehr zufrieden damit leben.

    Zitat

    Eines ist sicher: wenn ich diese ambulante Therapie wieder bekomme und ich hoffe das
    sehr, wird es anständig zur Sache gehen.

    Was wird denn diesmal so viel anders sein, dass es anständig an die Sache gehen kann?

    Zitat

    Bei der letzten ambulanten Therapie habe ich mich ja immer noch für einen ''besseren''
    Alkoholiker gehalten, einen Quartalstrinker, der nur ab und an, dann aber richtig zulangt.

    Die Jelinek These „einmal Alpha, Beta …Trinker, immer ….“ Ist längst widerlegt. Es gibt viele Alkis, die switchen ständig zwischen „Spiegel, Gelegenheit, Quartal, Belastungs und Kommasaufen“ hin und her.
    Für mich ist diese Einteilung heute ziemlich egal. Es genügt mir zu wissen, wenn ich wieder saufen anfangen würde, dann würde dies höchstwahrscheinlich zu einer Endlosschleife führen.

    Zitat

    Ich dachte damals: ja klar ich bin Alkoholiker!
    Nur soooo schlimm wie bei den anderen ist es bei mir ja noch nicht...ich kann ja immer
    wieder aufhören....

    Das sehen so sehr viele Alkoholiker, die „eigentlich“ vom Stoff loskommen wollen. Und manche denken ein Leben lang, dass sie die „besseren Alkoholiker“ wären.

    Zitat

    Als dann die Ärztin von der Fachstelle Sucht dann sogar noch sagte, das ich tolle Leberwerte
    habe, dann war ich ja komplett euphorisch.
    Und so war immer noch die Türe offen, ich könnte ja vielleicht mal wieder was trinken.

    Noch kein einziger mir bekannter Alkoholiker hat wegen seiner schlechten Leberwerte aufgehört zu saufen. Aber viele haben schon wegen ihrer vermeintlich guten Leberwerte** ihre Trinkpause beendet.

    Zusammengefasste erinnert mich Dein jetziger Zustand im Verhältnis wohl zu der Zeit, als es Dir wegen des Saufens richtig schlecht ging, an „Himmelhochjauchzend – zu Tode betrübt“.
    Mal geht es rauf, mal geht es runter.

    Da stellt sich für mich schon die Frage: Was ist denn jetzt plötzlich so viel anders gegenüber den Ausstiegsversuchen zuvor?

    Ich wünsche Dir weiter Gutes Gelingen und Beharrlichkeit „dran“ zu bleiben.

    Lieben Gruß
    Dietmar

    **Das "Problem" Alkohol im Zusammenhang mit den Leberwerten

  • Hört sich ja gut an.
    Aber nur mal 'ne Frage: Wäre nicht eine stationäre Therapie - weit weg vom Schuß - besser für Dich? Da hättest Du echt RUHE, um Dich um DICH und nicht noch um alles Andere zu kümmern.

    Und bevor jetzt der Aufschrei kommt: "Nein, das geht nicht, da ist doch der Kleine und meine Frau, die packt das doch nicht alleine etc. ..."

    Genau diese "Argumente" hatte ich früher auch (meine [damals] Lütte war damals 2 Jahre). Und daher habe ich mich auch für eine ambulante entschieden. Da ich dann aber damit nicht wirklich klarkam und zwischendurch doch immer mal wieder getrunken habe, bin ich dann doch auf eine stationäre Therapie umgeschwenkt. Und die war am AdW - ich wohne in Berlin, die Therapie war in Siegburg.

    Und - Oh, Wunder: Die Welt drehte sich weiter und meine Frau und die Lütte haben überlebt. Auch wenn ich es vorher nicht geglaubt habe, ist meine Frau auch ohne mich klargekommen ...

    Und ich hatte wirklich Gelegenheit, mich während der Therapiezeit tatsächlich um MICH zu kümmern - hatte also nicht noch die ganzen täglichen Probleme um die Ohren.

    Überleg es Dir mal wirklich - in Ruhe!

    Gruß
    Greenfox

    Es rettet uns kein höh’res Wesen,

    kein Gott, kein Kaiser noch Tribun

    Uns aus dem Elend zu erlösen

    können wir nur selber tun!

  • Hallo Greenfox,

    Zitat

    Wäre nicht eine stationäre Therapie - weit weg vom Schuß - besser für Dich?

    So wie ich das verstanden habe kommt Frank momentan nur schwer in die ambulante Therapie wegen der notwendigen Stellungsnahme seiner Therapeutin.
    Hier bei mir ist es so, dass man, bevor überhaupt ein Sozialbericht und der Antrag auf stationäre Therapie gestellt wird, erstmal einen Weile in die ambulante Beratung muss.
    Bei einigen Betroffenen wurde dann im Verlauf der AT empfohlen einen LZT zu machen.
    Die Hürden sind heute relativ hoch gesetzt, da kann keiner kommen und sagen: Ich will ..., sondern muss erst deutlich signalisieren, dass er höchstes Interesse an seiner Trockenheit hat.

    Lieben Gruß
    Dietmar

  • Hallo,

    ich bin diesmal nicht euphorisch, sondern optimistisch das ich es schaffe.

    Die Freizeit sinnvoll nutzen, das sehe ich auch absolut als wichtig an.

    Die letzten Tage war es mir zu kalt mit den Minusgraden, da dann noch mit dem Bus in
    Fitnesscenter zu fahren nach der Arbeit incl. Wartezeiten in der Kälte, da hatte ich kein
    Bock drauf.

    Ansonsten hat mir das Training gut getan, ich konnte da auch mal meine Agressionen oder
    Frust loswerden 44.

    Eventuell geh ich diese Woche wieder, den inneren Schweinehund zu besiegen, ist ja auch eine
    Herausforderung.

    Als ich getrunken habe, habe ich wirklich egoistisch gedacht, das ist doch die Sucht. Egoistisch!

    Mit klarem Kopf und nüchtern, bin ich ein sehr hilfsbereiter Mensch, vor allem wenn es um meine
    Familie geht.
    Manchmal bin ich zu hilfsbereit und meine Frau nutzt das auch ein bissel für sich ;)

    Auch gut möglich, das ich in letzter Zeit aus schlechtem Gewissen(wegen meiner früheren Alkoholeskapaden)
    viel gemacht habe, um meine Frau zu entlasten.

    Rechtfertigen warum ich früher getrunken habe, wollte ich mich jetzt hier nicht.

    Ich weiss, ich hab den Alkohol missbraucht, ich brauchte keine Gründe. Ich wollte und musste saufen.

    Das mit den Zielen, hat die Psychologin mich ja gefragt.

    Sie hat auch gesagt, das ich trocken bleiben will, setzt sie voraus. Das waren ihre Worte, nicht meine.

    Ich stehe zu 100% dazu, das ich trocken bleiben will. Da gibt es keinen Zweifel mehr daran für mich!

    Anders als bei der letzten Therapie ist ganz klar, das ich vor dem Alkohol wirklich endgültig kapituliert habe.

    Ich habe keine Hintertür mehr auf, denn ich weiss nun, das ich nicht mehr aufhören kann, keine Pausen mehr
    machen kann.
    Ich bin machtlos gegen den Alkohol und kann mein Leben mit ihm nicht meistern.

    Und...ob ihr es glaubt oder nicht: ich kann und will nicht mehr rumexperementieren.
    Ich bin doch immer und immer wieder auf die Schnauze gefallen.
    Ich will nicht immer wieder von vorn anfangen müssen...

    Das trockene Leben gefällt mir, ich gewinne soviel wenn ich mir den Alkohol ausm Hals lass!!!

    Mit staubtrocken meinte ich, ich will nicht einfach nur trocken sein und das Glas einfach stehen lassen.

    Ich will aktiv was tun um trocken zu bleiben. Denn das trocken sein, ist keine Selbstverständlichkeit.
    Ich muss was dafür tun, wachsam bleiben, auch wenn es mir vermeintlich gut geht.
    Hier schreiben und lesen, meine Erfahrungen teilen und aus anderen lernen.
    In eine SHG gehen und dort auch real mich austauschen und über meine Probleme reden.
    ZUHÖREN und die Ohren spitzen, wenn die anderen dort über ihre Probleme reden.
    Vielleicht hab ich ähnliche?
    Ich bin noch aus keiner SHG dümmer rausgekommen wie ich reingelaufen bin.

    Ich will aktiv zufrieden trocken werden, das ist mein Ziel.

    Es wird bei der ambulanten Therapie anständig zur Sache gehen, weil ich auch ein paar
    Dinge ansprechen will, die ich das letzte Mal nicht rauslassen konnte oder wollte.
    Es steckt noch viel Wut und Frust in mir, wegen meiner verkümmerten Kindheit.
    Ich hatte keine schöne Kindheit, ganz im Gegenteil.

    Umso wichtiger ist mir, meinem Kleinen eine schöne Kindheit zu bieten, das tut auch mir gut :)

    Dietmar, vielen Dank für deine letzen Beiträge. Du hakst nach und das gefällt mir.

    Nur im Dialog mit euch, kann ich wirklich was für mich tun.

    Ich werde diesmal beharrlich dran bleiben.

    Vermutlich hast du recht, das meine Psychologin und die Rentenkasse jetzt erst mal einige
    Wochen sehen wollen, das ich motiviert trocken bin.
    Die wollen sehen, das ich es diesmal wirklich erst meine und nicht wieder nur rumzocke und mich
    selbst toll finde, weil die anderen ja viel schlimmer sind... :o

    D a s ist okay für mich, so eine ambulante Therapie zu bekommen ist ja ebenfalls nicht selbstverständlich.

    Ich möchte und will an mir arbeiten, mit der notwendigen Ernsthaftigkeit.

    Das letzte Mal habe ich es ganz offentsichtlich zu sehr auf die leichte Schulter genommen :-[ :-[ :-[
    Und der tiefe Fall folgte...

    Es ist gut hier zu schreiben, dadurch beschäftige ich mich mit meiner Abhängigkeit: aktiv und positiv.

    Gute Nacht und liebe Grüsse schreibt

    Frank

    DU MUSST DEIN ÄNDERN LEBEN.

    Einmal editiert, zuletzt von Stefanut (26. Januar 2017 um 00:48)

  • @ Stefanut

    Habe beim Lesen das Gefühl das ein IC vorbeirauscht. An das Innere herankommen, die Dinge betrachten,
    die ich nicht aushalten konnte das war und ist mir eher möglich in einem Anhalten denn einem Losstürmen.

    Brant

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