• Zitat

    Der nächste Rückfall könnte mich mein Leben kosten.


    Sehe ich auch so, hätte ich die letzten, fast 10 Jahre weiter gesoffen, wäre ich bereits in der Kiste.
    So erfreue ich mich bester Gesundheit :D
    LG Gerd

  • Und das Gerd sind doch ERFOLGSGESCHICHTEN von trockenen Alkoholikern
    die Mut machen und mich auf dem Weg halten:
    Fast 10 Jahre trocken, du erfreust dich bester Gesundheit und ich darf
    mich hier in diesem wunderbaren Forum mit dir austauschen 44.

    Passt 44.

    Liebe Grüsse

    Stefanut

    DU MUSST DEIN ÄNDERN LEBEN.

  • Hallo Stefanut,

    klingt gut, was Du über Deine Strategie im Fall von SD schreibst!

    Besonders gut finde ich, dass Du schreibst "weiss ich allerdings auch, das so ein Saufdruck auch wieder w e g geht und das ist absolut sicher!!!"
    Genau so ist es nämlich. Wichtig ist dabei, dass man seinen Fokus in der Zeit auf etwas Anderes lenkt. Dann geht er noch schneller vorüber.

    Alles in Allem scheinst Du Dich ja sehr gut auszukennen und betreibst auch Risikominimierung. Also nicht bloß abwarten, bis es einschlägt.

    Lieben Gruß
    Dietmar

  • Hallo Dietmar,

    ich warte bezüglich meiner Alkoholkrankheit nichts mehr ab.
    Denn das kann ich mir nicht mehr leisten.
    Ich habe keine Zeit mehr passiv abzuwarten.

    Ich bin Alkoholiker, und zwar zu 100%; da gibt es keinerlei Zweifel
    dran und da ist auch nichts mehr mit Schönreden.

    Die Psychologin von der Fachstelle, bei der ich gestern war, ist erwartungsgemäss
    nicht vor lauter Jubeln mich wieder zu sehen an die Decke gesprungen ;D

    Sie war ziemlich streng und hat mir erst mal Fakten um die Ohren gehauen...

    Fakt ist das meine letzte ambulante Therapie erst 1,5 Jahre her ist und ich in dieser Zeit
    wieder rückfällig geworden bin...von daher kann sie mir nicht unbedingt Hoffnung machen,
    das die Rentenkasse wieder eine ambulante Therapie bewilligt. Jetzt...

    Ich hab den nächsten Termin Montag in zwei Wochen und soll dann wieder den ausgefüllten
    Bogen vom Hausarzt und aktuelle Leberwerte mitbringen.
    Eventuell hab ich dann doch Chancen wenn die Rentenkasse sieht, das meine Werte unten sind.
    So sagte sie jedenfalls.

    Wie auch immer, ich bleib in jedem Fall trocken, auch wenn die Rentenkasse meint, es ablehnen
    zu müssen.

    Ich habe vor dem Alkohol kapituliert und das ist auch F A K T.

    In Zukunft bleib ich zwar auch Alkoholiker aber kontinuierlich trocken ;)

    Ich denke positiv :D

    Liebe Grüsse

    Stefanut

    DU MUSST DEIN ÄNDERN LEBEN.

  • Hallo zusammen,

    hatte heute einen anstrengenden Tag schwitz.

    Ich hatte aber auch ein schönes Erlebnis, ein gutes Gespräch mit einer
    Freundin aus der SHG, die ich auch schon 15 Jahre kenne(und sie mich)

    Genau um diese Freundin habe ich bis noch vor einigen Wochen immer einen
    Bogen gemacht, wenn ich sie mal zufällig wiedergesehen habe :-[

    Das schlechte Gewissen...ich wusste damals ja das ich noch aktiv trinke und
    sie trocken ist und in Gruppen geht.
    Heute konnte ich locker und ohne schlechtes Gewissen auf sie zugehen und wir
    haben uns gleich wieder toll unterhalten.

    Überhaupt stelle ich fest, das es mir sehr gut gefällt, nicht mehr dauernd schauspielern
    und tricksen zu müssen.
    Als ich noch gesoffen habe, musste ich mir doch ständig irgendetwas einfallen lassen >:(

    Diese fehlgeleitete Energie nutze ich heute lieber für mein trockenes Leben 44.

    Ich fühle mich nicht nur körperlich wohl; auch seelisch spüre ich, das es mir besser geht:-)

    Heute abend geht es wieder ins Meeting, darauf freue ich mich!

    Ich denke, gerade am Anfang ist eine Kombination von einem seriösem Forum wie diesem und
    einer realen SHG sehr, sehr wichtig.

    Bewegung ist immer besser als Stillstand und ich muss aktiv in Bewegung bleiben, dann bleibe
    ich auch trocken!!!

    Liebe Grüsse

    Stefanut

    DU MUSST DEIN ÄNDERN LEBEN.

    Einmal editiert, zuletzt von Stefanut (14. Januar 2017 um 16:39)

  • Hallo Stefanut

    Der Bogen um die eigene innere Wahrheit (die Freundin ist ja nur der Spiegel da draussen)
    ist, glaub ich, allen trockenen Alk`s mehr als bekannt. Es gehört(e) wie die Schauspielerei
    und Trickserei zum Repertoire.
    Im Erkennen socherart Lebensweise wächst eine wachsame Haltung ob überhaupt noch am
    selbst inszenierten Eiertanz teilnehmen oder auch aus Gefälligkeit jemanden Honig ums Maul
    schmieren. Ab dem Punkt ist die Wahlmöglichkeit gegeben. So hab ich es erlebt und die
    daraus resultierende Kompromisslosigkeit ist das beste Faustpfand gegen alle Widrigkeiten.

    Brant

    Einmal editiert, zuletzt von Stilles Wasser (13. Januar 2017 um 12:15)

  • Moin Frank

    Zitat

    Als ich noch gesoffen habe, musste ich mir doch ständig irgendetwas einfallen lassen >:(
    Diese fehlgeleitete Energie nutze ich heute lieber für mein trockenes Leben 44.

    Der ganze Zeit- und Nervenaufwand der Ver- und Entsorgung von Alk und leeren Flaschen, natürlich überwiegend heimlich, war schon gewaltig.

    LG Gerd

  • Hello@all,

    ich habe heute keinen guten Tag und trotzdem ist er gut, weil ich nicht trinke.

    Bin etwas erkältet und deswegen heute zuhause geblieben.

    Mit Schlafen war es letzte Nacht auch nicht so der Hit, ich bin erst relativ spät
    gegen 04:30 eingeschlafen.

    Um 8 Uhr hat mein Kleiner dann hier natürlich Vollalarm gemacht und auch meine
    Frau war nicht besonders rücksichtsvoll...
    ...ich weiss, liebe Frauen hier im Forum, wir Männer leider immer besonders wenn
    wir krank sind :P

    Ich war heute leicht reizbar und nervös und war dann auch relativ ungehalten.
    Muss dann immer aufpassen, das ich nicht ungerecht werde...

    Mein Kleener ist nun mal sehr, sehr aktiv und ich komme deswegen schon öfters mal
    an meine Grenzen.

    Ich wünsche mir manchmal einfach FRIEDEN und GELASSENHEIT.

    Nur davon bin ich aktuell Lichtjahre entfernt ???

    Meine Frau und Junior sind gerade draussen und machen einen Schneespaziergang.

    Ich merke und spüre, wie mir die Ruhe gerade gut tut.

    Ich bin kann mich runterfahren und endlich mal durchatmen...

    Hier zu schreiben, ist tagsüber auch nicht immer einfach, da mein Kleiner dann immer
    sofort das Laptop will, wenn er es sieht.

    Deswegen habe ich jetzt wieder die Gunst der Stunde genutzt und ich muss sagen,
    es geht mir bissi besser.
    Schreiben und sich mitteilen hilft wirklich, ist ein guter Tip gerade für Neue hier ;)

    Schönes Wochenende wünscht euch

    Stefanut

    DU MUSST DEIN ÄNDERN LEBEN.

  • Oha, heute komme ich wirklich an meine Grenzen.

    Meine Frau und ich haben heute mal wieder wegen ihrer Erziehungsmethoden gestritten.

    Bei ihr darf unser Kleiner praktisch alles, es gibt fast keine Grenzen.

    Wenn ich welche aufzeigen will, lässt sie den Kleinen dann trotzdem machen was ich ihm
    untersagen wollte.

    Heute abend war sie so sauer, das ich mich mal wieder eingemischt habe, das sie mir sagte,
    ich solle mir die Rosen die ich ihr gestern gekauft habe, in den A.sch stecken.

    Ich bräuchte für sie gar nix machen und dafür dann den Kleinen alles machen lassen...!

    Manchmal denke ich sie ist verrückt oder bekloppt oder total von der Rolle :o :o :o

    Nach ihrer netten Ansage hab ich mir die Rosen natürlich nicht eingeführt sondern mich angezogen
    und dieses ehrenwerte Haus zügig verlassen.

    Nicht zum Saufen, denn das würde ja eh nix ändern.
    Nur mich würde es verändern und deswegen bin ich an die frische Luft und habe einen Schneespaziergang
    gemacht. Bewusst tief ein und wieder ausgeatmet.

    Obwohl mir viele Gedanken durch den Kopf geschossen sind, habe ich keinerlei Saufdruck gehabt:-)

    Wenn ich aus dem ganzen Negativen des heutigen Tages das POSITIVE ziehe ist es dies:

    Ich kann auch mit unangenehmen Situationen umgehen, ohne diese mit Alkohol ''lösen'' zu wollen.

    Da merke ich wieder, das ich wirklich kapituliert habe. Das ist ein gutes Gefühl!

    Mit diesem guten Gefühl versuche ich jetzt zu schlafen zu gehen ;)

    Liebe Grüsse und schönen Sonntag

    Stefanut

    DU MUSST DEIN ÄNDERN LEBEN.

  • Zitat

    Oha, heute komme ich wirklich an meine Grenzen.

    Hm, da kommt man schon mal ab und zu hin, an "seine" Grenzen, wenn Grenzverletzungen drohen, oder? ;)

    Interessant dabei: Obwohl das, je nach Betrachtungsweise, überhaupt nichts mit "Saufen" zu tun hat, macht man sich dann Gedanken darüber 8)

    Lieben Gruß
    Dietmar

  • Warum sollte das nix mit saufen zu tun haben? Klar, nicht direkt - eher indirekt: Was habe ich früher bei derartigen Streitigkeiten (egal worüber) gemacht? Mir einen eingeholfen: um "runterzukommen" ...

    Es rettet uns kein höh’res Wesen,

    kein Gott, kein Kaiser noch Tribun

    Uns aus dem Elend zu erlösen

    können wir nur selber tun!

  • Nun, ich meinte das mehr so:
    Saufen weil Dienstag, Mittwoch, Regentag ist. Oder weil man mit Meinungsverschiedenheiten nicht umgehen kann. Oder, oder, oder ...
    Alles "Gründe", die letztlich rein gar nichts mit Saufen zu tun haben, oder?
    Aber benutzt werden, um ....

    LG
    Dietmar

  • Hier ist es mal wieder unerträglich.

    Das Wochenende ist natürlich seit gestern abend gelaufen.

    Ich habe immer wieder versucht, wegen dem Kleinen diese Ehe
    zu retten und des lieben Friedenswillen klein beigegeben.

    Desöfteren habe ich mich bis vor einigen Wochen genau aus diesen
    Situationen dann besoffen, betäubt und weggemacht.

    Ich bin heute genau 4 Wochen trocken und das werde ich auch bleiben.

    Vermutlich muss ich auch was meine Ehe betrifft, endgültig kapitulieren.

    Lieber mit wenig Geld aber dann in Ruhe leben.

    Frank

    DU MUSST DEIN ÄNDERN LEBEN.


  • Ich bin heute genau 4 Wochen trocken und das werde ich auch bleiben.

    Vermutlich muss ich auch was meine Ehe betrifft, endgültig kapitulieren.

    4 Wochen sind doch eine gute Hausnummer! 44.

    Ansonsten ist es genau das, was gemeint ist wenn man sagt, dass man den Suchtausstieg (bei uns ist es der Alkohol) nur FÜR SICH SELBST machen sollte - alles andere kann als zusätzliche Motivation "mitgenommen" werden: Auch wenn man nicht (mehr) trinkt, kann eine Ehe in die Brüche gehen (hab ich gerade durch), kann ein Betrieb Pleite gehen, kann man entlassen werden, kann man krank werden, kann man ...
    Aber: Nüchtern betrachtet kann man solche Situationen besser meistern!

    Ich wünsche Dir nur das Beste und drück die Daumen!

    Gruß
    Greenfox

    Es rettet uns kein höh’res Wesen,

    kein Gott, kein Kaiser noch Tribun

    Uns aus dem Elend zu erlösen

    können wir nur selber tun!

  • Hallo Stefanut,

    deine Ehesituation liest sich nicht gut. Unglücklich zu Zweit bzw. Dritt ist auch nicht empfehlenswert. Überdenke deine Situation. Ich wäre lieber glücklich, wenn auch erst einmal ohne Beziehung. Für deine 4 Wochen: :clap:

    Mach weiter so.

    LG Betty

    Auf dem Weg zu mir lerne ich mich immer besser kennen. <br />Ich habe Freundschaft mit mir geschlossen und freue mich, dass ich mir begegnet bin.<br /><br />Ich bin lieber ein Original als eine herzlose Kopie.

  • Vielen lieben Dank für eure Rückmeldungen.
    Das bedeutet mir sehr viel, ich habe das Gefühl nicht ganz allein zu sein.

    Ich fühle grad eine grosse Traurigkeit in mir.

    Hab grade mit meinem besten Freund gesprochen und er sagte auch die Situation ist so unhaltbar.

    Ich werde mich wohl auf Zukunft gesehen trennen müssen.

    Wieder ein armes Kind was bis auf zweimal im Monat ohne Vater zurück bleibt.

    Ich verstehe meine Frau einfach nicht und auch nicht ihr schizophrenes Verhalten.

    Nun bin ich aber auch kein Arzt oder Psychiater und auch kein Psychologe.

    Ich kann sie nicht ändern, allerdings die Situation schon.

    Und die sagt mir, nüchtern und klar betrachtet, ich muss mir eine kleine Bude suchen.

    Erstmal was bezahlbares, bis dann auch die Unterhaltssituation geklärt ist.

    Mein Kleiner wird mir dann zwar sehr fehlen, aber so isses halt nixweiss0


    Auf jeden Fall tut es mir gut mich hier auszutauschen. Danke euch dafür!


    Frank

    DU MUSST DEIN ÄNDERN LEBEN.

  • Schwierig mit meiner Frau :(

    Jetzt vor dem Schlafen gehen tut sie mal wieder so als wenn nichts
    passiert wäre und macht einen auf heile Welt.

    Dieses Verhalten kenn ich leider auch schon zu Genüge.

    Auf Dauer werde ich mit ihren Stimmungsschwankungen und Launen weder leben können
    noch wollen.

    Sie hat mich übers Wochenende so beleidigt und jetzt tut sie so als wenn nichts gewesen wäre :o

    Das ist doch verrückt...!!!

    Mich zermürbt dieses Verhalten und erinnert mich auch stark an meine Mutter.

    Die hat meinem Vater auch immer am Wochenende das Leben zur Hölle gemacht und am
    Wochenanfang hat sie dann so getan als wenn doch alles in Ordnung wäre.

    Genau sowas wollte ich nicht auch noch erleben und jetzt häng ich mittendrin!!!

    Manchmal denk ich meine Frau will mich zum Wahnsinn bringen, aber loslassen will sie mich nicht.

    Als Melkkuh tauge ich vermutlich dann doch noch...da hab ich aber auf Dauer kein Bock mehr drauf.

    Als ich heute sagte, das ich Lust hätte dem Jugendamt mal mitzuteilen, was der Kleine und ich so mit
    ihren Launen und Stimmungsschwankungen durchmachen, meinte sie nur ganz cool:

    Was willst du...wer soll dir glauben. Du bist Alkoholiker!!!

    Bähm, das sass :-[ :-[ :-[ Schachmatt!!!

    Nur mit dem kleinen Unterschied: ich bin seit 4 Wochen trockener Alkoholiker.

    Diese Woche lass ich mir beim Arzt Blut abnehmen und krieg dann unter anderem für die
    Fachstelle Sucht, meine Leberwerte.

    Das werde ich schön regelmässig machen lassen und dann kann sie mich damit nicht mehr
    mundtot machen.

    Nüchtern sehe ich alles klarer und kann dann auch angemessen reagieren ;)

    Liebe Grüsse

    Stefanut

    DU MUSST DEIN ÄNDERN LEBEN.

  • Hallo Stefanut,

    Du lieferst hier (unfreiwillig) wieder mal ein gutes Beispiel dafür, dass das Leben nicht automatisch ganz toll und problemfrei wird, nur weil man aufgehört hat mit dem Trinken. Ich finde es sehr schade, dass Ihr beide solche Probleme habt. Gerade wo Du jetzt in Dein neues Leben startest, viel bewusster wirst und auch viel leistungsfähiger. Gemeinsam könntet Ihr jetzt viel erreichen - Deine Frau hätte jetzt einen vollwertigen Partner der sein eigenes Leben im Griff hat und sich deshalb viel mehr einbringen kann... Und trotzdem.....

    Zitat

    Ich habe immer wieder versucht, wegen dem Kleinen diese Ehe
    zu retten und des lieben Friedenswillen klein beigegeben.

    Desöfteren habe ich mich bis vor einigen Wochen genau aus diesen
    Situationen dann besoffen, betäubt und weggemacht.

    Ich habe Dir ja schon geschrieben, dass ich mich, nachdem ich aufgehört habe mit dem Trinken, von meiner Frau / Familie (2 Kinder) getrennt habe. Nicht umgekehrt, wie man vielleicht annehmen könnte. Die Geschichte mit meiner Frau ist mit der die Du von Dir beschreibst überhaupt nicht zu vergleichen. Wir hatten keine Probleme, besser: keine offenen Probleme, und ich hatte mich während meiner langen (größtenteils heimlichen) Trinkerzeit komplett an sie angepasst. Ein eigener Mensch war ich nicht mehr - einerseits dominierte mich der Alkohol komplett und ich war mit trinken und Stoff beschaffen beschäftigt - anderseits war da mein schlechtes Gewissen und ich wollte deshalb einfach alles recht machen. Besonders gut sein, ein besonderer Mann sein, ein besonderer Vater sein usw. Was ich selbst eigentlich wollte trat komplett in den Hintergrund bzw. war gar nicht vorhanden. Ich denke ich wusste auch gar nicht was ich eigentlich wollte. Über viele Jahre ging das so. Meine Frau entwickelte sich weiter, stetig und in eine bestimmte Richtung - ich trank und entwickelte nichts, außer meiner Sucht und mit zunehmender Dauer eine völlig irreale Anschauung meiner eigenen Welt.

    Als ich nun aufhörte mit dem Trinken wurde mir fast schlagartig klar, dass ich mit meiner Frau nicht mehr zusammen leben kann / will und dass meine Trockenheit in Gefahr ist, wenn ich es trotzdem versuche. Ob das nun tatsächlich gestimmt hat oder nicht, ich weiß es nicht. Ich war mir sicher das es so ist. Somit musste ich eine Entscheidung treffen. Es war die schwerste und folgenreichste Entscheidung meines Lebens - Einerseits habe ich meine Frau nicht gehasst oder ähnliches, nein ich war der Meinung dass sie ein guter und toller Mensch ist (was auch heute noch meine Meinung ist) andererseits spürte ich aber, dass es nicht der Mensch ist mit dem ich den Rest meines Lebens verbringen kann. Wir hatten uns außeinander gelebt - ich mich mehr von ihr weg als sie sich von mir.

    Und dann waren da ja noch meine Kinder - welch Hölle für mich diesen Schritt zu gehen. Aber die Alternative, zu bleiben und zu versuchen es hinzubekommen, schien mir keine zu sein. Denn ich fühlte die Gefahr wieder trinken zu wollen (wie ich es einfach über so viele Jahre gewohnt war), früher oder später. Und das wäre für meine Kinder absolut keine Alternative gewesen....

    Das war mein ein kleiner Blick in mein Seeleben von damals. Im Nachhinein kann ich für mich sagen, dass ich es richtig gemacht habe. Nach mehreren Jahren ist alles wieder im Lot - Beziehung zur Ex-Frau, Beziehung zu meinen Kindern und mein eigenes Leben ist schöner als es jemals vorher war.

    Was ich Dir damit auf keinen Fall sagen möchte ist, dass Du Dich von Deiner Frau / Familie trennen sollst. Denn das ist eine so weitreichende Entscheidung, die kann man nur selbst treffen und sollte wirklich reichlich durchdacht sein. Manchmal lohnt es sich auch für eine Beziehung zu kämpfen, sich helfen zu lassen. Diese Chance habe ich meiner Ex-Frau nie gegeben. Das ist vielleicht auch das einzige, was ich mir heute vor werfe auch wenn ich mir recht sicher bin, dass wir keine Chance gehabt hätten.

    Vielleicht wäre eine Paartherapie oder Paargespräch ein Weg für Euch. Das musst Du /müsst Ihr selbst entscheiden ob so etwas überhaupt in Frage kommt.

    Jedenfalls ist eines klar und das siehst Du ja genauso: Der Alkohol kann Dir hier nicht helfen - Im Gegenteil, Du würdest noch weiter rein rutschen als Du es vorher schon warst. Darum bleibe auf jeden Fall standhaft und überlege Dir, wie Du Dein weiteres Leben leben willst. Ich denke Du bist da ja auch gerade mitten in diesem Prozess. Alles Gute weiterhin und

    LG
    gerchla

  • Lieber Stefan,

    ich möchte nicht an Deiner momentanen Ehesituation zweifeln oder Dich gar zur Aufrechterhaltung Deiner Ehe motivieren.

    Zitat

    Nur mit dem kleinen Unterschied: ich bin seit 4 Wochen trockener Alkoholiker.

    Verstehe es bitte nicht als Provokation, sondern als sehr nüchterne Sichtweise: Aus Erfahrung weiß ich, dass die allerwenigsten Alkoholiker nach 4 Wochen das sind, was man im Suchtbereich "trocken" nennt.

    Ich zweifele auch hierbei nicht an Deiner Nüchternheit und Deinem festen Vorsatz für immer vom Alkohol wegzubleiben.
    Aber auch aus eigener Erfahrung weiß ich, dass halt 4 Wochen in Bezug auf die Psyche, Wahrnehmung, das Fühlen und Denken überhaupt keine lange Zeit ist.
    Leider ist es so, dass nicht wenige Alkoholiker auf dem Weg in eine stabile Abstinenz gleich zu Beginn "das Kind mit dem Bade auskippen". Soll heißen: Sehr viele Situationen werden nun, recht schnell und unvermittelt, völlig anders wahrgenommen, wie in der nassen Zeit. So wie in der nassen Zeit Vieles sehr störte, stört nun Anderes im nüchternen Dasein.

    Völlig anders wäre es natürlich, wenn Du Deine Frau schon in der nassen Phase kennengelernt hast, und nun plötzlich feststellst, dass Du die völlig falsche Partnerwahl getroffen hast.

    Ich möchte lediglich zu Achtsamkeit raten.
    In der Regel ist es ja eher so, dass man in einer ansonsten gut funktionierenden Ehe (mit Kind) erst einmal einen gemeinsamen Lösungsweg sucht.

    Zu dem bösen, sehr verletzenden Auspruch Deiner Frau: Als ich schon recht lange trocken war und mir nicht mehr alles gefallen ließ, sagte meine Ex-Frau eines Tages zu mir richtig böse und gehässig: Am Besten wäre es, Du würdest wieder saufen. Dann würdest Du Dich nicht mehr überall einmischen. (Es ging auch um die Erziehung unseres Sohnes.)

    Lieben Gruß
    Dietmar

  • Hallo Dietmar und Gerchia,

    ich freu mich immer, wenn ich von euch lese 44.

    Dieser Austausch hier ist inzwischen enorm wichtig für mich.

    Ich versuche mit der schwierigen Situation achtsam umzugehen.
    Ich will aber auch mit m i r achtsam sein.

    Momentan herrscht hier grad wieder Burgfrieden, d.h. wir versuchen beide
    wegen dem Kleinen uns zu arrangieren...ich nenne es jetzt mal so.

    Der Kleine geniesst es sehr, wenn wir nicht streiten und als Mama und Papa
    für ihn da sind.

    Ich bin mir momentan auch gar nicht sicher, ob ich wirklich gehen
    und meinen Sohn verlassen könnte. Er ist noch so klein und er hängt sehr an mir.

    Es ist eine sehr schwierige Situation. Paartherapie wäre evtl. noch eine Option.

    Ich werde mich diese Woche wohl wirklich mal darum kümmern!

    Ich bin froh, das ich nicht mehr trinke. Ansonsten hätte der Alkohol eh schon
    alles geregelt.
    Jetzt kann ich mir das G E N A U nüchtern anschauen.

    Es grüsst euch

    Stefanut

    DU MUSST DEIN ÄNDERN LEBEN.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!