Katro's Thread

  • Oh oh..... 8)

    aber deshalb wird er ja nicht schlechter - und wenn du nix dagegen hast katro, lass ich das einfach so stehen, weil mir löschen jetzt auch zu blöd wäre.


  • Abstinenz funktioniert nur dann, wenn mir die Droge gleichgültig ist - ich gehöre ja nicht mehr dazu, also kann mir das egal sein, was andere tun oder lassen...

    Ich möchte diese Aussage einmal aufgreifen, da sie in meinen Augen erklärt, warum vielen Alkoholikern die Abstinenz anscheinend so schwer fällt, dass sie sich ihr Leben lang gegen Rückfälle meinen impfen zu müssen.
    Meine höchstpersönliche Meinung: Sie sind sich ihrer Einstellung gegenüber der Droge nicht sicher. Und weil ihnen vermittelt/eingeredet wird, dass es sich bei der Alkoholsucht um eine unheilbare Krankheit handelt, haben sie, sofern sie diese Aussage glauben, auch keine Chance, wirkliche Sicherheit zu entwickeln.
    M.E. kommt es darauf an, dass sich jeder Aussteiger darum bemüht, erlebbare Gründe/Vorteile der Abstinenz zu definieren, die für ihn von so wesentlicher Bedeutung sind, dass alles, was der Alkohol zu bieten vermag, dagegen verblasst.

    Dass Abstinenz ein Unterfangen ist, dessen Gelingen maßgeblich von der Vorstellung abhängig ist, dass sich dadurch das persönliche Leben positiv verändert, habe ich bei meinem Rauchstopp erfahren. Natürlich gab es insbesondere in der Anfangszeit des Ausstiegs Situationen, in denen Gedanken ans Rauchen aufkamen. Aber das waren Gedanken ohne Handlungsaufforderung, da sich alles in mir danach sehnte, endlich frei zu sein. Wenn andere rauchten, passierte nach relativ kurzer Zeit nur noch Folgendes: Mich durchströmte ein Glücksgefühl, dass ich das nicht mehr tun musste. Ich war vom ersten Tag an frei, obwohl ich immer wieder einmal Suchtdruck empfand.

    Auch beim Alkohol ist das so. Ich freue mich täglich, dass ich nicht mehr saufen muss. Ich beneide niemanden, der nicht süchtig ist und sich deshalb gefahrlos einen Rausch antrinken darf. Mich stören keine Worte wie „hochwertige Rotweine“, und sie lösen auch keinen Suchtdruck aus. Ich kann inzwischen den Geschmack mancher Weine schätzen. Aber sollte es sie morgen nicht mehr geben oder sollte ich in Erfahrung bringen, dass sie überhaupt keinen Alkohol enthalten, würde das bei mir nicht mehr als ein Achselzucken auslösen.

    Wie Hupskatze einmal treffend schrieb, muss eine Umprogrammierung im Kopf erfolgen. Und die kann man nur selbst bewirken. Darüber hinaus wird man sie umso problemloser bewirken können, je größer der Vorteil ist, den man dadurch erfährt, dass man nicht mehr trinkt. Und da solche Vorteile durchaus subjektiv sind, hat man es in nicht unerheblichem Maße selbst in der Hand, ob man sie erfährt.

    Katro

  • Immer, wenn ich mit Rauchern in näheren Kontakt komme (was heute mal wieder der Fall war), spüre ich eine unbändige Freude in mir, dass ich diese Sucht -und später auch die Abhängigkeit vom Alkohol- beenden konnte. Ich werde nie den Augenblick vergessen, in dem mir zum ersten Mal bewusst wurde, dass ich mehrere Stunden überhaupt nicht ans Rauchen hatte denken, also meine Sucht nicht mehr hatte spüren müssen.

    Dieser Augenblick war prägend.

    Auch wenn ich nach dieser Erfahrung immer mal wieder Schmachtattacken überstehen musste, war mir klar, dass ich nie wieder zurück in mein Raucherleben wollte.
    Dass ich nie wieder zurück gehen würde, entschied sich allerdings erst in dem Augenblick, in dem ich erkannte, dass ich das Entstehen von Schmachtattacken zwar nicht verhindern, aber über meinen Umgang mit ihnen entscheiden konnte.

    Nachdem ich beschlossen hatte, sie schlicht und einfach hinzunehmen (und keinen Gedanken daran zu verschwenden, sie mit der berühmten einen Zigarette zu mildern), wurden sie schnell weniger belastend, schließlich seltener und hörten irgendwann auf.

    Diese Erfahrung übertrug ich auf meinen Ausstieg aus der Alkoholsucht, und ich bilde mir ein, dass ich aus diesem Grunde mit nur geringen Entzugserscheinungen zu kämpfen hatte.

    Katro


  • Immer, wenn ich mit Rauchern in näheren Kontakt komme (was heute mal wieder der Fall war), spüre ich eine unbändige Freude in mir, dass ich diese Sucht -und später auch die Abhängigkeit vom Alkohol- beenden konnte.

    So ging es mir auch, als ich mal 5 Jahr nicht mehr rauchte. Ich freu mich für dich, dass du so gefestigt und klar bist. In deinem Thread habe ich jetzt ein wenig zurückgelesen und bin auf Allen Carr gestossen. Das Nichtraucher-Buch habe ich auch mal gelesen. Er hat viele gute Ansätze, und ich denke wenn man diese mal gelesen hat, sind sie wie abgespeichert und man vergisst sie nicht so leicht. Die schmachtenden Gedanken akzeptieren und trotzdem bei seiner Linie bleiben - das ist glaub ich auch etwas, was mir aus diesen Büchern geblieben ist.

    Es ist bestimmt keine Einbildung, dass du deswegen kaum Entzugserscheinungen gehabt hast. Es hat eben "geklickt" - ich hoff ich find den Schalter auch bald wieder.

  • Hallo Katro,

    ja so geht es mir auch fast täglich:

    ..., spüre ich eine unbändige Freude in mir, dass ich diese Sucht ... beenden konnte.

    ... wenn ich die Raucher vorm Firmengelände stehen sehe. Bis vors Tor wurden sie jetzt schon "vertrieben" und dennoch gehen sie bei Wind und Wetter ihrer Sucht nach. Was bin ich da froh, dass hinter mir gelassen zu haben.

  • Ich habe eine Weile über die folgende Aussage zur Ablehnung von Suchtteufelchens Avancen und ihre Relevanz für mich nachgedacht:

    Zitat


    Du kannst stolz auf Dich sein. Echt!

    Ist Stolz wirklich die richtige Reaktion auf das „Nein“ zu den um den Alkohol kreisenden Gedanken?

    In Bezug auf meine Person kann ich feststellen, dass mein vorherrschendes Gefühl Freude war und ist, wenn diese Gedanken in meinem Kopf auftauch(t)en. Ich empfinde es nicht als Leistung, nicht mehr zu saufen, sondern ich betrachte das „Nicht-mehr-saufen“ als Gewinn. Das tat ich vom ersten Tag des Ausstiegs an. Und so durfte ich einen Gewinn nach dem anderen einheimsen, was mir den Umgang mit positiven Erinnerungen an die Anfänge des Trinkens ausgesprochen erleichterte.
    Natürlich ist mir auch das Negative, das ich zurückließ, durchaus bewusst, mein Fokus liegt jedoch auf dem Gewinn.

    So ging ich auch beim Rauchstopp vor. Und ich denke, dass ich es dieser Sichtweise verdanke, dass ich im Gegensatz zu vielen anderen Ex-Rauchern absolut sicher bin, nie wieder zu rauchen. Denn wenn ein solcher Gedanke auftaucht, sehe ich nicht den Gewinn, den mir die Zigarette verspricht, sondern den Verlust, den ich erleide, wenn ich den Gewinn des Nichtrauchens aufgebe.

    Auch beim Alkohol liegt mein Fokus auf dem Gewinn.
    Da nicht die Alkoholabstinenz, sondern die Freiheit von Saufzwängen mein Ziel war, ist der Gewinn, den ich aufgeben müsste, so gewaltig, dass ich auch hier sicher bin, nie wieder in altes Verhalten zu verfallen.
    Früher musste ich trinken. Heute darf ich es.
    Ein riesiger Unterschied.

    Katro

  • Beim Rauchstopp kam ich nach rund drei Jahren an jenen Punkt, an dem ich feststellte, dass ich alles gedacht, analysiert und sowohl für mich als auch andere geschrieben habe, was für mich mit dieser Sucht zu tun hat; jetzt beim Saufstopp scheint das mit etwas mehr als 2,5 Jahren Zeitabstand zum Ausstieg etwas schneller zu gehen.
    Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich mit dem Thema Alkoholabhängigkeit im Speziellen und Sucht im Allgemeinen endgültig durch bin. Dass ich von meinem Weg, Süchte mit dem Verstand zu besiegen, absolut überzeugt bin, dürfte denjenigen, die mich gelesen haben, nicht unbekannt sein.

    Es war mir wichtig, über diesen Weg zu berichten. Und das Aufschreiben bzw. Veröffentlichen meiner Gedanken und Erfahrungen hat nicht zuletzt mir selbst geholfen.
    Eins habe ich aus meinen Süchten definitiv und nachhaltig gelernt: Jegliche Form der Abhängigkeit ist schlecht. Denn stets erweist sich das, was anfangs positiv erscheint, nach und nach als negativ, weil Abhängigkeit immer den Verlust von Freiheit nach sich zieht.
    Und dem folgt dann unweigerlich irgendwann der Verlust von Selbstachtung.

    Zwei Mal Selbstachtungsverlust sind mehr als genug!

    Katro

    Einmal editiert, zuletzt von katro (7. Dezember 2014 um 15:17)

  • Katro, das hört sich für mich ja fast nach Abschied an..... :(

    „Erfolg ist nicht auf Erfolg aufgebaut. Er ist auf Fehlern aufgebaut. Er ist auf Frustration aufgebaut. Manchmal ist er auf Katastrophen aufgebaut.“

  • Yepp, katro, ich sehe das genau wie Pingu.

    Und ich würde es sehr schade finden, wenn Du Dich hier wirklich zurückziehen würdest ;(
    Auch wenn ich nicht immer einverstanden war oder nachvollziehen konnte, was Du gepostet hast - Eins hast Du aber immer erreicht: dass ich mich damit auseinandergesetzt und darüber nachgedacht habe! Und dafür sage ich schon mal DANKE!

    Gruß
    Greenfox

    Es rettet uns kein höh’res Wesen,

    kein Gott, kein Kaiser noch Tribun

    Uns aus dem Elend zu erlösen

    können wir nur selber tun!

  • Hallo Katro,

    das war auch mein erster Gedanke. Sollte es so sein, dann von mir alles Gute. Ich würde es allerdings begrüßen, wenn du uns erhalten bliebest.

    Schönen Sonntag noch.

    LG Betty

    Auf dem Weg zu mir lerne ich mich immer besser kennen. <br />Ich habe Freundschaft mit mir geschlossen und freue mich, dass ich mir begegnet bin.<br /><br />Ich bin lieber ein Original als eine herzlose Kopie.


  • Es war mir wichtig, über diesen Weg zu berichten. Und das Aufschreiben bzw. Veröffentlichen meiner Gedanken und Erfahrungen hat nicht zuletzt mir selbst geholfen.

    Für mich persönlich sind Deine Zeilen, katro, immer wertvoll und sehr, sehr wichtig!
    Auch wenn wir zwei nach außen hin gesehen vielleicht bei einem leicht unterschiedlichen Punkt ankommen, so finde ich mich in Deinen Gedanken eben dort hin sehr oft wieder und fühle mich durch Deine Worte oft auch in meinem eigenen Ansatz und meinem eigenen persönlichen Weg bestätigt. Der Punkt der Abstinenz ergibt sich halt bei mir so, und bei Dir eben so. Aber ich denke beides beruht auf einem sehr hohen Maß an Ehrlichkeit sich selbst gegenüber. Und das ist für mich das entscheidende.

    Insofern hoffe auch ich sehr dass Deine Schreibweise in der Vergangenheitsform (siehe Zitat) einfach nur ein wenig missverständlich rübergekommen ist und Du uns mit Deinen prägnanten Zeilen weiterhin hier erhalten bist.

    Beste Grüße an Dich!
    Land-in-Sicht


    Nachträgliche Anmerkung: Ich selbst verstehe die Vergangenheitsform in Deinem Posting nunmehr eher rückblickend auf die zweieihalbJahre(+) Deines Suchtausstieges gesehen.

    Einmal editiert, zuletzt von Land-in-Sicht (7. Dezember 2014 um 19:51)

  • Katro?

    Bitte geh noch nicht. Nicht jetzt. Ich lese sehr gerne von dir. Aber nicht nur deswegen. Auch für dich. :) Bleib noch ein bisschen.

  • Hallo Katro,
    du wirst hier sehr fehlen - vor allem deine ruhige und konsewrente Art, an deinem persönlichen und erfolgreichen Weg aus der Sucht festzuhalten - gegen alle Anfeindungen.
    Ich habe für dich einen wunderschönen Artikel aus der Zeitschrift "Suchtmedizin" zum Thema "Konsumkontrolle", den ich dir gerne schicken würde. Ich hab leider nur ein 15 MB großes Scan-PDF - du müsstest mir über PM deine Mail-Adresse geben wenn er dich interessiert.
    Ich denke, es lohnt sich für dich, weil Dr. Peter Degwitz (Uni Hamburg) deine Gedanken großartig bestätigt.

    LG

    Praxxk

  • Moin, moin aus dem Norden!

    @ praxx
    Nur weil eine Diskussion in der Sache hart, leidenschaftlich und manchmal vielleicht auch ein bißchen bissig geführt wird, heißt das ja nicht, dass hier User "angefeindet" werden.
    Gerade die Tatsache, dass in diesem Forum sanktionslos unterschiedliche Positionen zum Thema Suchtausstieg erörtert werden können, macht mE die Qualität und die Besonderheit dieser Plattform aus.
    Harte - aber von gegenseitigem Respekt geprägte Diskussionen sind doch etwas sehr Positives - eine
    Kultur, die ich mir in vielen anderen Bereichen immer wieder wünsche.
    Auseinandersetzungen, bei denen lediglich Statements und wiederkäuerisch scheinbar unverrückbare Dogmen zum Besten gegeben werden, langweilen mich eher.
    Wichtig erscheint mir in diesem Zusammenhang aber, dass es hier immer darum gehen sollte, seinen persönlichen Weg zu beschreiben und zur Debatte zu stellen - und ihn nicht als der Weisheit letzter Schluss darzustellen.
    @ katro
    Wenn Dein letzter Beitrag denn tatsächlich so zu verstehen sein sollte, dass Du nach Deinem Nikotin- und Alkoholausstieg jetzt auch den Forumsausstieg vollziehen wirst, wünsche ich Dir für die Zukunft alles erdenklich Gute -
    ich habe mich jedenfalls gerne an Dir gerieben ... !

    Beste Grüße
    keppler

  • Hallo Forum,

    also, ich habe zumindest in der allernächsten Zeit nicht vor, komplett aus dem Forum auszuscheiden. Dafür interessiert mich das Thema Sucht einfach viel zu sehr. Allerdings plane ich nicht, meine eigenen Fäden fortzusetzen, denn in Bezug auf meinen Weg aus der Sucht/Abhängigkeit ist alles gesagt.

    Ich werde hier jedoch weiterhin mitlesen und mich ggfs. auch zu Wort melden, wenn ich der Meinung bin, dem einen oder anderen Beitrag etwas Sinnvolles beisteuern zu können.

    Für heute viele Grüße
    Katro

  • Na, da haste uns ja einen unnötigen Schrecken eingejagt katro, aber so ganz dran geglaubt habe ich eh nicht, dass du richtig verschwindest, dafür klang es zu .. eh .. kryptisch ^^

    Freut mich auf jeden Fall!

    Ich werde es ähnlich halten in Zukunft. Groß zu mir was zu sagen habe ich im Grunde auch nicht mehr (außer, dass ich mich an Plätzchen versuche ..). Ich fühle mich bei mir angekommen.

    Aber das gehört wohl eher in meinen eigenen Thread ;) Egal, hier passt es auch schön.

    Ganz liebe Grüße,

    von der Hups (die gerade ziemlich müde ist und sich auf die paar freien Tage über Weihnachten freut)

  • Mein Ausstieg aus der Abhängigkeit vom Nikotin und dem Alkohol liegt jetzt knappe 8 ½ bzw. gute 3 ½ Jahre zurück. Es heißt ja immer, dass man sich nicht zu sicher fühlen soll, dass man lebenslang süchtig ist und dass die Sucht, wenn man nicht achtsam ist, jederzeit wieder zuschlagen kann.
    Ich krame meinen Katro-Thread hervor und schreibe das hier auf, weil ich an diese lebenslange Sucht nicht glauben kann, zumindest nicht an eine lebenslange psychische Abhängigkeit. Damit kann ich endgültig fertig werden. Und ich denke auch, dass mir das gelungen ist.

    Körperlich wird es sicherlich so sein, dass ich erneut abhängig werden kann, wenn ich meinen Dopaminhaushalt über die Droge aus dem Gleichgewicht bringe. Aber psychisch ist für mich die Sache gelaufen.
    Ich habe nach dem Ausstieg aus meinen Süchten erfahren, dass nichts von dem, was ich dem jeweiligen Suchtmittel während der Suchtphase an positiven Eigenschaften zuschrieb, der Realität entspricht. Die Zigarette z.B. kann mich nicht beruhigen, wenn ich angespannt bin, der Alkohol bringt mein Leben, wenn es aus den Fugen geraten ist, nicht wieder in Ordnung; er kann nur eins, nämlich betäuben.
    Und warum sollte ich mich betäuben, nachdem ich erfahren habe, dass auch -oder vielleicht sogar insbesondere- das bewusste Erleben der Tiefen des Lebens letztendlich zu etwas Gutem führt?

    In einem anderen Forum schrieb mir einmal jemand, dass ich die körperliche Seite der Sucht negiere. Das stimmt einerseits, andererseits aber auch nicht. Auf der einen Seite trifft es auf mich nicht zu, weil ich erfahren habe, dass die biochemischen Prozesse, die bei mir durch die Drogen Nikotin und Alkohol ausgelöst wurden und deren Fehlen beim Ausstieg schmerzhaft bewusst wurden, den Ausstieg nicht zu einem Kinderspiel werden ließen. Insbesondere beim Rauchstopp ließ mich der Dopaminmangel eine längere und sehr nervige Phase der Traurigkeit erleben. Auch das Hereinschlittern in die Abhängkeit dürfte den biochemischen Prozessen geschuldet sein. Auf der anderen Seite stimmt die Unterstellung des Negierens der körperlichen Seite der Sucht, weil ich zumindest in Bezug auf den Alkohol die Erfahrung mache, dass mich ein kleiner Schluck nicht in die Abhängigkeit zurückführt, wobei ich allerdings auch denke, dass das normal ist. Heißt es doch, dass z.B. die unbewusste Aufnahme von Alkohol nicht zwangsläufig in die Sucht zurückführen muss.
    Insofern kann die körperliche Seite nicht allein ausschlaggebend sein. Oder sie ist weniger ausschlaggebend als man gemeinhin annimmt.

    Bassmann

    Einmal editiert, zuletzt von Bassmann (2. April 2016 um 19:37)

  • Ein klares Fazit, ich glaube dir, dass für dich die Sachen gelaufen ist. Manche Dinge weiss man einfach. Ich hoffe, dass ich das auch mal für mich sagen kann. Beim Alkohol fühlt es sich schon jetzt ähnlich an, auch wenn noch nicht soviel Zeit vergangen ist.


    …., dass man lebenslang süchtig ist und dass die Sucht, wenn man nicht achtsam ist, jederzeit wieder zuschlagen kann.

    Ich glaube auch nicht, das man lebenslang süchtig ist. Aber ich denke mir, dass manche eben schneller in eine Sucht reinrutschen können als andere, vielleicht weil ihnen diese Suchtmittel einen grösseren Nutzen bringt als anderen Menschen. Und somit ist man doch ein Leben lang gefährdeter. Das Bewusstsein darüber hilft aber sicher, nicht wieder reinzuschlittern.

    Lg Mira

  • ... wenn immer von "glauben" und "man" die Rede ist, werde ich äußerst hellhörig!
    Solange ICH nicht WEISS, dass ICH nicht lebenslang süchtig bin, ist es GLAUBE ICH besser, mich auf mein Gefühl zu verlassen -
    und das sagt eindeutig -
    KEINE EXPERIMENTE ... !!!
    Einmal davon abgesehen, dass MEINE ganz persönliche Wahrnehmung in MEINEM suchtbetroffenen Umfeld empirisch belegt, dass mein Gefühl statistisch 100 prozentig untermauert wird, kann ich gut damit umgehen, dass ich mich in Zusammenhang mit meiner Erkrankung in dem Graubereich zwischen Wissenschaft und Glaubenskrieg befinde. Auch wenn ich in Bezug auf andere Phänomene grundsätzlich immer alles hinterfrage und ggf. auch selber die Probe aufs Exempel machen möchte - in diesem Fall reichen mir die miterlebten oder geschilderten Schicksale anderer Betroffener, an denen ich in den letzten acht Jahren "teilhaben durfte", nun wirklich aus.

    In diesem Sinne beste Grüße
    und eine entspannte Vorweihnachtszeit
    keppler

  • Es ist der GLAUBE, der Berge versetzt.
    Solange ich nicht daran glaube, dass ich meine Sucht besiegen kann, werde ich immer nur halbherzig gegen sie vorgehen. Ich kann dann zwar das Suchtmittel meiden, bleibe aber nach wie vor ein Süchtiger. Nur dass ich meine Sucht dann eben nicht mehr mit Alkohol befriedige, sondern mit Tabak, Sex usw.
    Oder indem ich mein Leben lang etwas vermisse.

    Ich GLAUBE schon lange nicht mehr daran, dass ich meine Süchte besiegen kann, sondern ERFAHRE Tag für Tag, dass mir das gelungen ist.
    Für mich gibt es überhaupt keinen Grund für EXPERIMENTE. Was sollte ich erforschen/ausprobieren? Dass Sucht vielleicht doch nicht so schlecht ist, wie ich sie spätestens ab dem Augenblick erfuhr, als ich mich von ihr trennen wollte?

    Sucht ist schlecht. Und es gibt m.E. nur einen Weg, der aus diesem Teufelskreis heraus führt. Der erste Schritt besteht in der Erkenntnis, dass es nicht reicht, nur eine von mehreren Süchten zu bekämpfen, sondern dass nur ein kompletter Ausstieg (Der muss nicht gleichzeitig erfolgen, sondern kann durchaus nacheinander vonstattengehen.) wirklichen Erfolg haben kann. Und dann werde ich sehr schnell lernen müssen, dass ich nicht sämtliche Suchtauslöser meiden kann, sondern lernen muss, mit ihnen umzugehen.

    Wer sich mir weniger begnügen möchte, der soll das eben tun.

    Bassmann

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