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Autor Thema: TV - Tipp  (Gelesen 73618 mal)

fran53

  • Gast
Re: TV - Tipp
« Antwort #15 am: 23. April 2016, 14:27:00 »

Danke für die Tipps (Mediathek) - klingt sehr interessant. Werde ich mir demnächst mal anschauen ...

Na ja, nicht viel neues...

stichwortartige Anmerkungen:

So, so Alkohol ist nun wieder einmal (lt. diesem Bericht) Todesursache Nummer ein, ich dachte das wäre der Tabak,
Anscheinend ist die Nummer eins gerade immer die, gegen die gerade Stimmung gemacht wird.

Die sch**ss Eu treibt wieder einmal ein doppeltes Spiel, ja nach der Lobby, die anscheinend die grössere Macht hat oder mehr Geld einfliessen lässt. Die EU soll sich eigentlich gar nicht einmischen da.... ist meiner Meinung nach immer noch Sache der einzelnen Staaten.

Auf der anderen Seite bin ich gegen Bevormundung, den Leuten vorzuschreiben, wann und wie oft und wie viel Alkohol konsumiert wird. Die meisten haben nach wie vor kein Problem mit dem Alkkonsum. Man kann nicht immer Eigenverantwortung abgeben aber dazu werden wir ja anscheinend von der EU nach und nach (um)erzogen. Das passiert aber so schleichend, dass sich Widerstand dagegen nicht aufbaut.

Bis auf die schwangeren Frauen, und Leute, die aggressiv, gewalttätig werden, andere Leute belästigen oder anpöbeln, Familien belasten oder Unfälle bauen, bei denen unschuldige auch miteinbezogen werden. Gerade bei Schwangeren, die damit riskieren, dass behinderte Kinder zur Welt kommen, ... das darf nicht sein. Bei allen anderen Fällen ist es mir eigentlich ziemlich egal, wenn jmd. so blöd ist, jahrzehntelang zu viel zu trinken, ohne das einmal in Frage zu stellen,... selber schuld. Das war schon immer so und warum sollte sich das ändern? Gegen Leute predigen, die viel zu viel Alk konsummieren, hilft ja bekanntlich eh nicht.

Bei den meisten muss vorher einmal ein Unglück passieren, bis sie sich die Frage stellen, obs es schon so gut ist, die meiste Zeit benebelt zu sein.
Damit meine ich diese Sorte von Leuten, die, wie ich es oft beobachtete, bsp. mich teils richtig nervig und aggressiv fragen, warum ich nichts mehr tirnke, und dann gleichzeitig den Alkohol herunterspielen. Die, die ihr Trinkverhalten überhaupt nicht in Frage stellen, und noch verteidigen und Leute, die keinen Alkohol trinken, noch schief anreden oder verurteilen, mit denen habe ich dann später wahrlich null Mitleide und denke dann, das haben sie eh nicht anders verdient. In der SHG war auch mal die Frage, ob eine Entgiftung und Entwöhnung immer von der Krankenkasse bezahlt werden muss? Nicht nur ich, sondern auch andere fanden, maximal zwei mal, ab dann sollen die Leute dann selber blechen.

Ich glaube kaum oder gar nicht, dass auch eine noch do aggressive Kampagne gegen Alkohol grossartig war ändern sollte.
« Letzte Änderung: 23. April 2016, 18:53:57 von franz68 »
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Liv

  • Gast
Re: TV - Tipp
« Antwort #16 am: 24. April 2016, 17:11:19 »

Ich hab die Sendung jetzt nicht gesehen, weiß also nicht, was da gesagt wurde.

Zitat
In der SHG war auch mal die Frage, ob eine Entgiftung und Entwöhnung immer von der Krankenkasse bezahlt werden muss? Nicht nur ich, sondern auch andere fanden, maximal zwei mal, ab dann sollen die Leute dann selber blechen.
Dann würden es sicher noch weniger Leute machen...

Und ich meine schon beobachtet zu haben, dass zB die massive Aufklärung über das Rauchen in den letzten Jahren/Jahrzehnten zu einem deutlichen Rückgang von Rauchern bzw. der Akzeptanz von Rauchern geführt hat. Ich seh nicht mehr viele Raucher in der Öffentlichkeit, in Filmen oder generell überall, und ehrlich gesagt find ich das ziemlich gut. Da haben die Kampagnen also funktioniert. Mir ist es lieber, wenn Leute zu ihrem Glück sanft hingeschubst werden und das über öffentliche Aufklärung oder auch Gesetze geschieht, als wenn alles weiter so läuft und die Leute noch mehr Ausreden haben, um nichts ändern zu müssen. Immerhin gehts ja hier nicht nur um persönliche Entscheidungen, sondern um Kosten, die wir alle mittragen über das öffentliche Gesundheitssystem.
Und ja, da wäre ich auch für striktere Aufklärung, was nicht nur Alkohol, sondern auch zb gesunde Ernährung oder Volkskrankheiten und und und angeht. Was dann jeder selber macht, bleibt ihm sowieso überlassen, aber sich von den Fakten belästigen lassen sollte man dann schon aushalten. Dass viele das machen und dann trotzdem doof daherquatschen - das wird immer so sein. Solche Leute gibs immer, überall. Kann man sich nur ein dickeres Fell gegen zulegen und dann freundlich erwidern, was man selbst darüber so gelernt hat.
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fran53

  • Gast
Re: TV - Tipp
« Antwort #17 am: 24. April 2016, 18:46:17 »

Hallo Liv,

das sind die Argumente, die ich schon öfters gehört habe.

Vielleicht war ich nicht deutlich genug, was ich meinte. Ich hattte auch einen Rückfall, zwar nicht besonders lange, aber gut, jetzt könnte wer andere auch sagen, ach schau dich selbst an, du brauchst gar nicht reden.

Nur: erstens: ich hatte immer ein schlechtes Gewissen mir gegenüber, als ich Alk trank und
zweitens war/ist klar, ein ganzes Leben lang möchte ich das nicht haben.

Ich kenne einige Leute, die sind sogar fast solz darauf, dass sie jeden Tag eine etwas deutlichere Bettschwere haben, und die mich dann noch schräg anreden, warum ich nichts trinke, wann ich endlich wieder was trinke und die selbst von sich sagen, sie wollen gar nicht aufhören zu trinken. Denn wenns für die keinen Alkohol mehr gäbe, wollen sie gar nicht mehr weiterleben (wirklich, so haben sie es gesagt!!!, schon mit Lachen und vermeintlichen Humor, aber ich denke, die meinen das durchaus ernst). Und solche Leute habe ich gemeint, bei denen sich mein Mitleid dann sehr in Grenzen hält, wen es ihnen dann schlecht geht. Oder ist dann vielleicht doch der Alkohol wieder schuld, dass sie wirklich in diese Richtung denken? Nein, glaube ich nicht, auch als ich viel Alkhohl trank, war mir bewusst, ja, vielleicht eine Weile, aber sicher nicht dauerhaft gewohnheitsmässig.

Ich habe dann immer wieder alkoholfreie Tage und Wochen eingestreut, um mir zu beweisen, ich schaffe es doch noch. Nachdem mir dieses Auf und Ab zu blöd wurde (und das stoppen auch immer sehr anstrengend war und Überwindung gekostet hat), war bei mir eben dann die Frage, ob ich mich nicht dauerhaft leichter tat im Leben, den Alkohol einfach wegzulassen.

Zu den Kampagnen: na ja, das Alkoholproblem gibts ja schon Jahrhunderte, warum soll sich gerade jetzt in den letzten Jahren sich hier grossartig was ändern. Die, die so und so nichts ändern wollen, werden auch durch die Kampagnen nicht erreicht werden. Eher die, die ohnehin schon ein schlechtes Gewissen mit sich selbst gegenüber Alkohol haben, denke ich.
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Greenfox

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Re: TV - Tipp
« Antwort #18 am: 24. April 2016, 19:16:50 »

In der SHG war auch mal die Frage, ob eine Entgiftung und Entwöhnung immer von der Krankenkasse bezahlt werden muss? Nicht nur ich, sondern auch andere fanden, maximal zwei mal, ab dann sollen die Leute dann selber blechen.

Hmm - wie findet man raus, ob die Leute wirklich weg vom Stoff kommen wollen, aber immer wieder rückfällig werden. Oder ob sie sich immer wieder nur fit machen lassen wollen für die nächste Saufrunde und (mehr oder weniger) stolz darauf sind, die 10., 20., 30. oder xte Entgiftung zu machen?

Ich habe es auch erst nach der 5. Entgiftung (bis heute) geschafft. Und bei jedem Rückfall habe ich mich soooo beschissen gefühlt, dass ich Suizidgedanken hatte, weil ich ja sowieso versage ...
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fran53

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Re: TV - Tipp
« Antwort #19 am: 24. April 2016, 19:54:25 »

In der SHG war auch mal die Frage, ob eine Entgiftung und Entwöhnung immer von der Krankenkasse bezahlt werden muss? Nicht nur ich, sondern auch andere fanden, maximal zwei mal, ab dann sollen die Leute dann selber blechen.

Hmm - wie findet man raus, ob die Leute wirklich weg vom Stoff kommen wollen, aber immer wieder rückfällig werden. Oder ob sie sich immer wieder nur fit machen lassen wollen für die nächste Saufrunde und (mehr oder weniger) stolz darauf sind, die 10., 20., 30. oder xte Entgiftung zu machen?

Ich habe es auch erst nach der 5. Entgiftung (bis heute) geschafft. Und bei jedem Rückfall habe ich mich soooo beschissen gefühlt, dass ich Suizidgedanken hatte, weil ich ja sowieso versage ...

Ja, schwierige Frage. Wer hat eine Absicht, sein/ihr Verhalten zu ändern und wer nicht? Ok, man muss da schon vorsichtig sein, wenn ichs mir recht überlege, ...

Es wird auch der Standpunkt des Betrachters sein, ich war nie auf Entgiftung, deswegen bin ich vielleicht zu sehr vorurteilsbelastet, wie ich die Ernsthaftigkeit der Versuche von Leuten sehe, die schon x-Mal in Entgiftung waren. Es geht mir nicht um die Kosten (es gibt viele Sachen, die den Staat viel viel mehr kosten und viel weniger Sinn machen oder dafür Verständnis haben), aber wenn schon jmd. vier fünf mal zb dort war, dann herausspaziert und nichts nachweislich in Bezug gegen die Sucht tut (Arzt, SHG, Psycho, ...) dann denke ich, dass da kein richtiger Änderungswunsch ersichtlich ist.
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Bassmann

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Re: TV - Tipp
« Antwort #20 am: 24. April 2016, 20:47:02 »

Ich kenne einige Leute, die sind sogar fast solz darauf, dass sie jeden Tag eine etwas deutlichere Bettschwere haben, und die mich dann noch schräg anreden, warum ich nichts trinke, wann ich endlich wieder was trinke und die selbst von sich sagen, sie wollen gar nicht aufhören zu trinken.

Solche markigen Sätze kenne ich auch. Und zwar insbesondere aus meiner Raucherzeit. Ich kenne sie von anderen, aber auch von mir selbst.

Nachdem ich gemerkt hatte, dass ich abhängig war und mit dem Rauchen nicht aufhören konnte, obwohl ich mir kaum etwas sehnlicher wünschte, drehte ich den Spieß um und behauptete, eine so schöne Sache überhaupt nicht beenden zu wollen.

Soweit das nach außen Getragene.

Innerlich fühlte ich mich als Schlappschanz und freute mich klammheimlich darüber, wenn Andere, die den Absprung von der Qualmerei zunächst geschafft zu haben schienen, rückfällig wurden. Auf der anderen Seite verging ich vor Neid, wenn Andere den Absprung augenscheinlich schafften.

Das ist der Unterschied zwischen Schein und Sein. (Und bei den Trinkern wird der nicht anders sein.)

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keppler

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Re: TV - Tipp
« Antwort #21 am: 24. April 2016, 20:58:29 »

In der BRD darf in letzter Konsequenz niemandem eine Entgiftung verwehrt werden. Letztendlich wäre das unterlassene Hilfeleistung, und die ist strafbar. Solange Menschen krankenversichert sind, stellt sich auch die Kostenfrage nicht - die Krankenkassen müssen und werden für diese medizinische Notfallmaßnahme aufkommen. Bei Menschen ohne Krankenversicherung kann es allerdings zu erheblichen Schwierigkeiten kommen. Ich selber war zum Zeitpunkt meiner "Selbsteinweisung" in "meine"  Entgiftungsklink nicht krankenversichert - mein desolater Gesundheitszustand ließ aber gar nicht die Frage aufkommen, ob mich das KH behandelt oder nicht ... Die Entgiftung und der qualifizierte Entzug sind mir am Ende mit rund € 2.500 in Rechnung gestellt worden. Glücklicherweise ist es mir während der drei Wochen Krankenhausaufenthalt gelungen, einen Status nach SHG II zu erzielen, so dass am Ende die Sozialbehörde für die Kosten aufgekommen ist.
Also - ein kostenneutraler Anspruch auf Entgiftung besteht - anders sieht es bei einem qualifizierten Entzug aus. Krankenhäuser können entscheiden, ob sie "DrehtürpatientInnen" diesen gewähren oder halt nicht. Wenn hinter einer Ablehnung eines QEs therapeutische Gründe stehen, kann ich das durchaus verstehen - auch Suchttherapeuten auf Entgiftungsstationen stoßen bei überzeugten DrehtürpatientInnen natürlich irgendwann an die Grenzen ihrer professionellen Distanz. Im Großstädten führt das natürlich dazu, dass Betroffene für ihre Trockenlegungsintervalle einen intensiven Krankenhaustourismus veranstalten ...
Stationäre oder ambulante Entwöhnungsbehandlungen, die ja eher in seltenen Fällen von den KKs bezahlt werden, bedürfen eh einer Kostenübernahmezustimmung der LVAs / BVAs. Hier wird dann anhand der sogenannten "Sozialberichte" (in der Regel von Suchthilfeeinrichtungen zusammen mit den Patientinnen erstellt) entschieden, wie die Prognosen für eine "dauerhafte Abstinenz aussehen. Die alte Faustregel "alle zwei Jahre eine Entwöhnungsbehandlung" gilt übrigens schon lange nicht mehr - Zweittherapien werden deutlich weniger bewilligt, Abbrüche oder Therapiebeendigungen durch Klinken aufgrund von "Fehlverhaltens" der Patientinnen können zu Regressleistungen der Kostenträger an die Betroffenen führen.

Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass Suchterkrankungen Krankheiten wie jede andere auch sind. Dass es Menschen gibt, die irgendwann nicht mehr therapierbar sind, ist unbestritten. Hier zwischen Menschen unterscheiden zu wollen, die suchtbedingt und aufgrund der Schwere ihrer Abhängigkeit nicht therapierbar sind und denjenigen, die einfach "therapieunwillig" sind, halte ich für unmöglich.
Wenn eine Gesellschaft auf der einen Seite Milliarden mit dem Verkauf und der Herstellung von per Definition legalen Drogen verdient, muß sie auf der anderen Seite auch für die ggf. entstehenden Kosten aufkommen. Darüber hinaus stellt Alkohol ja auch ein wichtiges gesellschaftliches Befriedigungsmittel dar (das an dieser Stelle auszuführen, würde hier zu weit führen ...) - folglich sollte die Gemeinschaft auch hier im Zweifel für die entstehenden Kosten aufkommen müssen. Eine Unterscheidung in gute und schlechte Suchtkranke halte ich für fatal - der nächste konsequente Schritt wäre dann, Menschen aufgrund ihrer Essgewohnheiten für mögliche Gesundheitskosten aufkommen zu lassen ...

Beste Grüße
keppler


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fran53

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Re: TV - Tipp
« Antwort #22 am: 25. April 2016, 20:37:26 »

ja, keppler, gegen deine Argumentation ist nichts einzuwenden. Ich finds ja eigentlich richtig, etwas (oder etwas mehr) von den Gewinnen der Alkoholndustrie (neben den Steuern) für Rehabilitationsmassnahmen abzuschöpfen.

Bei 2,5 kEuro Rechnung wird man dann aber auch etwas dumm aus der Wäsche schauen, wenn man diese Rechnung dann nüchtern präsentiert bekommt.  schwitz.
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Greenfox

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Re: TV - Tipp
« Antwort #23 am: 26. April 2016, 05:26:27 »

Bei 2,5 kEuro Rechnung wird man dann aber auch etwas dumm aus der Wäsche schauen, wenn man diese Rechnung dann nüchtern präsentiert bekommt.

Und um den Schreck zu verdauen, wird mancher dann erstmal einen ordentlichen Hieb nehmen ...

Ich habe damals gewusst, dass mir die Krankenkasse keine 2.Therapie bezahlen wird - trotzdem war ich bereit, mich auch weiter zu verschulden, um dieses Geld aufzubringen. Das wären da aber locker 25 k€ gewesen. Aber als dann auch noch die Beihilfe sich weigerte, ihren (ursprünglich zugesagten) Anteil zu bezahlen, da habe ich dann doch resigniert und nicht weiter daran gedacht, eine weitere Langzeittherapie zu machen. Nur mal so: bei mir bezahlt die KV 30% und die Beihilfe 70%. Jetzt könnt Ihr Euch ausrechnen, was die gesamte Therapie ungefähr gekostet hätte.

Also habe ich die qualifizierte Entgiftung genutzt (hatte das große Glück, diese in einer sehr guten Einrichtung mit sehr engagiertem Personal machen zui können!) - und bin auch anschließend am Ball geblieben.
Und in 4 Wochen "feiere" ich meinen 8. Jahrestag ...

Also: Nicht jeder Drehtürpatient ist von vornherein "verloren". Man kann nicht jedem in den Kopf schauen. Ich fände es schwierig, wenn ich irgendwo eine Grenze ziehen sollte - schließlich habe ich ja auch 5 Entgiftungen gebraucht ...
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fran53

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Re: TV - Tipp
« Antwort #24 am: 26. April 2016, 18:08:45 »

Bei 2,5 kEuro Rechnung wird man dann aber auch etwas dumm aus der Wäsche schauen, wenn man diese Rechnung dann nüchtern präsentiert bekommt.
Und um den Schreck zu verdauen, wird mancher dann erstmal einen ordentlichen Hieb nehmen ...

Das könnte aber leicht wirklich so sein! Eigentlich wärs wirklich am besten und am gerechtesten, Brauereien, Winzer und andere Alkoholhersteller werden zweckgebunden gemeinsam zur Kasse gebeten, um die Entgiftungen und Entziehungn zu bezahlen. Analog auch bei Rauchern, die Alkoholindustrie und Tabakkonzerne verdienen eh Milliarden mit einem süchtigmachenden (um es zu relativieren: es kann, muss aber nicht bis zum Kontrollverlust süchtig machen) Produkt. Trotzdem: schon alleine dass sie nicht gesundheitsfördernd sind, müsste man eigentlich die Alk- oder Tabaksteuer zweckgebunden daüfr hergegeben werden, finde ich.
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Greenfox

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Re: TV - Tipp
« Antwort #25 am: 17. Juni 2017, 14:36:43 »

Mal wieder ein TV-Tipp (für die, die es interessiert):

In der kommenden Woche hat 3Sat als Thema "Abhängigkeit". Am 22.06.2017 heisst es im Abendprogramm z.Bsp.:

- 20:15 Uhr: "Die Anti-Sucht-Pille"

Alkoholsucht wird meist mit psychotherapeutischen Maßnahmen bekämpft. Den Patienten fällt es dennoch sehr schwer, den Alkoholkonsum zu kontrollieren. Könnte ein Medikament dabei helfen?

Selbst nach einer stationären Therapie werden etwa 50 Prozent der Patienten innerhalb von ein bis zwei Jahren rückfällig. Eine Anti-Sucht-Pille, die das Verlangen nach dem Rauschmittel Alkohol eindämmt, wäre eine Revolution und ein Segen für Betroffene und ihre Familien.

Es gibt gewaltige Fortschritte in der Erforschung von Sucht und Suchtbehandlung, doch die meisten Menschen wissen nichts davon - auch viele Ärzte nicht. Sie verschreiben teure und zeitintensive Verhaltenstherapien, die statistisch gesehen nur bei der Hälfte der Suchtpatienten zu dauerhaftem Erfolg führen. Seit einiger Zeit machen neue Medikamente, die in das Belohnungssystem des Gehirns - den Dopamin-Haushalt - eingreifen, Alkoholikern Hoffnung. Das Prinzip: Diese Medikamente sollen dem Verlangen nach Alkohol entgegenwirken, weil sich die erhoffte Entspannung oder das Hochgefühl nach dem Alkoholgenuss nicht mehr einstellen.

Doch an der Zulassung von neuen Medikamenten zur Suchtbehandlung scheint niemand wirklich Interesse zu haben. Vielleicht geht es dabei auch um Geld: Ein Patient bringt einer Therapieeinrichtung 120 Euro am Tag. Medikamente sind da deutlich günstiger.

Filmautorin Maureen Palmer dokumentiert die Lebens- und Leidensgeschichte von Mike Pond, einem Psychotherapeuten und Alkoholiker, der seit fünf Jahren trocken ist. Pond kennt Alkoholabhängigkeit mindestens genauso gut wie viele seiner Patienten. Zwei Jahrzehnte lang hat er als Psychotherapeut Menschen geholfen, mit ihrem Suchtverhalten umzugehen - bis die Sucht ihn beinahe selbst besiegte. Er plädiert dafür, das Suchtverhalten von Alkoholikern endlich als das zu betrachten, was es laut Hirnforschung ist: ein medizinisches Problem.

Der Film zeigt den neuesten Stand der Forschung zum Thema Drogenabhängigkeit und welche Behandlungsformen es gibt, die hilfreicher sind als das spirituelle Zwölf-Schritte-Programm der Anonymen Alkoholiker oder gut gemeinte Ratschläge wie "einfach keinen Alkohol mehr zu trinken
".

- 21:00 Uhr  "scobel - Volksdroge Alkohol"

In Deutschland sind derzeit knapp zwei Millionen Menschen alkoholabhängig, ein Drittel mehr als im Jahr 2006. Bis heute gibt die Volkskrankheit Alkoholismus Forschern Rätsel auf.

Sind neue Medikamente ein Weg - oder kontrolliertes Trinken? Welche Ansätze verfolgt die Psychotherapie? Und was muss die Politik tun? Gäste der Sendung sind Gundula Barsch, Soziologin, Falk Kiefer, Psychiater und Joachim Körkel, Psychologe und Suchtforscher.

Bis heute gibt die Volkskrankheit Alkoholismus der neurologischen Forschung Rätsel auf. Klar ist: Einer Sucht liegt immer ein ganzes Bündel von Ursachen zugrunde, das von Medizin, Politik und Gesellschaft oft zu einseitig und deshalb erfolglos bekämpft wird: zu neurologischen Aspekten kommen Einflüsse wie Genetik, die Wirkungsweise der jeweiligen Substanz, Umweltfaktoren wie die starke kulturelle Verankerung des Alkoholkonsums im Alltag, Biografie und Persönlichkeit und nicht zuletzt die widersprüchliche Drogenpolitik und die Interessen einer globalisierten Alkohol-Industrie.

Neben neuen Entwicklungen in der Pharmakologie, zum Beispiel der Anti-Alkoholismus-Pille "Baclofen", die kritisch zu betrachten ist, steht im Zentrum eines effektiven und zukunftsweisenden Umgangs mit Suchtkrankheiten womöglich die Erkenntnis darüber, wofür Sucht oft der zentrale Platzhalter im Leben des Kranken ist: für tragfähige soziale Beziehungen.

Sind neue Medikamente eine wirksames Gegenmittel, oder führt kontrolliertes Trinken aus der Abhängigkeit? Welche Ansätze verfolgt die Psychotherapie? Und was kann und muss die Politik tun? Darüber diskutiert Gert Scobel mit seinen Gästen.

Gundula Barsch: Die Soziologin, Sozialarbeitswissenschaftlerin und Drogenforscherin an der Hochschule Merseburg hat sich zum Thema Trinksitten in der DDR habilitiert. Ein wichtiger Ansatz im Umgang mit Abhängigkeit ist ihr Konzept der "Drogenmündigkeit".

Falk Kiefer: Psychiater, Psychotherapeut und Ärztlicher Direktor der Klinik für Abhängiges Verhalten und Suchtmedizin am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim und Professor für Suchtforschung an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Joachim Körkel: Psychologe und Suchtforscher, lehrt an der Evangelischen Hochschule in Nürnberg. Er hat das Therapiekonzept des "Kontrollierten Trinkens" in Deutschland etabliert.


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Blaumann

  • Gast
Re: TV - Tipp
« Antwort #26 am: 17. Juni 2017, 16:14:17 »

Alkohol und Tabak Konsum inclusive der daraus entstehenden Sucht sind ein sehr großer Wirtschaftlicher Faktor. Sowohl die Herstellung, Vertrieb, Transport, Ausschank und die anschließende Suchtprävention bzw. Therapie sind wirtschaftliche Faktoren. Der Konsum stagniert auf hohem Niveau. Es wird bei beidem verdient. Eine klassische Win - Win Geschichte. Die Zahlen durch angebliche Wirtschaftliche Negativ Folgen durch Alkohol Konsum sind zu vernachlässigen. Gerade in der heutigen Zeit. Selbst wenn jemand die Rente nicht mehr erreicht. Um so besser. Schon wieder etwas gespart. Es geht nicht darum die Leute vom Konsum abzuhalten. Im Gegenteil.
Mich wundert es immer wieder wie viele Leute alles an "Mist" glauben wollen und begierig aufsaugen was ihnen so vorgesetzt wir. Man muß doch einfach mal eine recht einfache Rechnung aufstellen. Wo liegt das Problem. Sich eifach über das Geplapper das einem vorgesetzt wir auszulassen ist nicht das gelbe vom Ei.

<<< Alkoholkonsum >>>

Milliarden an Steuereinnahmen sowohl beim Hersteller als auch beim Vertrieb. Beim Ausschank und beim Transport. Alles zudem Steuerpflichtige Arbeitsplätze. Der welcher daraus seine Sozialausgaben bezahlt finanziert auch wiederum die Therapie der Geschädigten. Win/Win.

Einen Führerschein der schon einmal gemacht und bezahlt wurde wird durch zusätzliche Kosten beim Verlust regeneriert. Wird das Auto dabei zu Schrott gefahren, um so besser. Die MPU und das Gericht verdient dabei auch nicht schlecht. Therapie kostet auch nochmal. Ich könnte jetzt unzähliges aufrechnen was am Wirtschaftszweig Alkohol mit dran hängt. Es geht ja bei Leibe nicht darum weniger zu konsumieren. Die Werbeindustrie verdient Milliarden an der Nummer. Und generiert Steuern dadurch. Kapiert hier eigentlich noch jemand die Tragweite ? Weiß jemand hier die Definition "Volksdroge". Ich glaube einige kapieren überhaupt nicht um was es geht. Klar können es einige nicht lassen. Weil sie nicht wissen um was es wirklich geht.

Manche "blauäugige" Sichtweisen kotzen mich mittlerweile an. Das ewige baden im See der eigenen Befindlichkeiten. Immer alles annehmen was einem so vorgesetzt wird. Niemals hinterfragen um was es eigentlich wirklich geht. Nur nicht alles ganz genau wissen wollen. Es geht ganz einfach um euch oder mich. An diesem Umstand zu partizipieren und um daraus ein Geschäftsmodell zu entwickeln. Und uns dabei einzuwickeln. Einfache Bauernregel. Ach ja ne Sendung. "Scheiß drauf was die bringen". Gründet doch mal eine Steuerschädigende Abstinenzvereinigung und legt die Zahlen dar, um wieviel ihr dem Staat Alkohol Steuer vorenthalten habt durch das trinken von Wasser aus dem Wasserhahn. So als gegen Volkssport.

Klar ist das jetzt abgehoben. Genauso wie TV-Sendungen zum Thema Alkohol. Alles natürlich nur meine Sichtweise. Ganz klar.


Gruß
Michael




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Blaumann

  • Gast
Re: TV - Tipp
« Antwort #27 am: 17. Juni 2017, 16:20:24 »

Im übrigen verfolge ich nicht die Mission irgendjemanden vom saufen abhalten zu wollen. Ich will nur das er oder sie weiß warum man es tut. Für den "Apparat" natürlich.
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Titus

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Re: TV - Tipp
« Antwort #28 am: 17. Juni 2017, 17:25:40 »

Das ist ein Phänomen der heutigen Gesellschaft. Die Masse ist damit zufrieden, was ihr vorgesetzt wird und glaubt alles. Hinterfragen und genauer wissen wollen findet nicht statt. Warum? Das Bildungsniveau ist soweit unten, dass die meisten Bürger dazu nicht in der Lage sind. Analysieren, Reflektieren - das lernt heute kaum jemand. Die Hirne von Babys, Klein- und Kindergartenkindern werden mit digitalen Medien von Anfang an kaputtgemacht. Und in der Schule geht's dann mit Namentanzen weiter. Auf dem Niveau bleibt es. Der Mensch kann und braucht nichts zu hinterfragen. Es wird alles serviert. Man kommt irgendwie durch. Und wenn nicht, dann gibt's ja noch die Möglichkeit, sich volllaufen zu lassen.
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Greenfox

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Re: TV - Tipp
« Antwort #29 am: 17. Juni 2017, 17:27:55 »

Wow - so viel Gedöhns um der Welt mitzuteilen, dass Du nicht zu dem Kreis gehörst, den ich ansprach:

für die, )die es interessiert

Oder hältst Du uns mal wieder für zu doof, sich eine eigene Meinung zu bilden - BEVOR zu sehen war, was zu sehen sein wird??
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