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Autor Thema: Selbsthilfegruppe "in Echt" :)  (Gelesen 523 mal)

ichso

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Selbsthilfegruppe "in Echt" :)
« am: 02. September 2021, 22:41:03 »

Moinsen ;)

Ich bin gerade so voll mit guten Gedanken, dass ich nicht warten will bis morgen früh.

Hatte mir ja ein kleines Auto (Karlchen) zugelegt, auch mit dem Hintergedanken, dass ich damit auch wieder leichter meine alte Suchtselbsthilfegruppe beim Blauen Kreuz besuchen kann.

Ein voller Erfolg! :) Es waren heute "nur" 9 Leute da, inklusive mir und meinen zwei LieblingssuchtkrankenhelferInnen. Eine Frau und ein Mann, die ich beide sehr schätze und auch schon Jahre kenne :) Das Thema heute war "Angst". Und ich hatte mir vorgenommen, erstmal zuzuhören (habe alle TeilnehmerInnen gekannt bis auf Zwei). Ja gut, eine halbe Stunde habe ich geschafft ;) Dann habe ich mitgeredet, weil "Angst essen Seele auf" beschreibt ja sozusagen mein ganzes Leben...

Laberrhabarber... Ich könnte noch viele gute Dinge von heute Abend schreiben - echte Menschen, die wissen, "wie das ist"... Die ich lange kenne (gehe immer mal wieder eine Weile hin. Wenn ich gute Menschen brauche.), und die mich kennen, wir haben gelacht und getrauert zusammen, alles wie immer und doch immer neu. Also alles wie immer ;)

Kennt ihr das auch?

Netten Gruß, ichso - die gerade wieder mal sehr dankbar ist. Für alles so :)
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Britt

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Re: Selbsthilfegruppe "in Echt" :)
« Antwort #1 am: 03. September 2021, 09:49:46 »

Moin ichso,
ja, der enorme Digitalisierungsschub seit dem ersten Lockdown lässt sich kaum mehr zurückdrehen. Ich habe schon ein wenig Sorge, ob diese digitale Weiterentwicklung für Vereine, Organisationen und vor allen für Selbsthilfe-Gruppen wirklich so von Vorteil ist.
Online kochen, tanzen, singen, lernen, chatten u.v.a.m. ist für mich nicht so der Brüller. Zudem finde ich es bedenklich, dass Menschen, die mit Computer (aus welchen Gründen auch immer) nichts am Hut haben unter Umständen ausgegrenzt werden.
Digitalisierung darf nicht zu Exklusion führen. Sensible Themen in einer Selbsthilfegruppe sollten m.Mng. nach auch nicht auf ausländischen Servern landen.
Ich finde durchaus, dass digitale Anwendungen reale Begegnungen in der Selbsthilfe ergänzen und unterstützen können , aber ich denke nicht, dass es online gelingen kann, eine einladende Atmosphäre zu schaffen,
achtsam miteinander ins Gespräch zu kommen und für Entspannung oder Energie zu sorgen. Der virtuelle Raum ist subjektiv beschränkt und gibt mir (mit Ausnahmen) kein Gefühl von Zusammengehörigkeit.

Heute freue ich mich auf unser „echtes Menschentreffen“ (Ehemaligentreffen organisiert von der Therapeutin) in der Suchtambulanz.
 
„Hoffnung lässt den Raum leuchten, Angst kann man riechen, Einsamkeit hat einen Geschmack und das kann man nur erleben, wenn man mit Menschen in einem Raum zusammen sitzt.“ (Guttempler)

LG Britt

PS: Allzeit gute Fahrt mit deinem Karlchen  (wobei ich bei dir eher einen genderneutralen Namen erwartet hätte  ;) )
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ichso

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Re: Selbsthilfegruppe "in Echt" :)
« Antwort #2 am: 03. September 2021, 10:54:09 »

Moin Britt :)

ich denke genau wie du. Bin ja sowieso kein Freund der virtuellen Anziehungskraft (m.E. nach eine hohe Gefahr der Suchtverlagerung, gerade auch "für uns hier") Die Caritas, die hälftig in unser Nachbarschaftszentrum involviert ist, hat dort ein Plakat hängen, auf dem steht: Wir haben eine neue Mauer. Abgebildet ist ein Smartphone :( Und es trifft ja nicht nur alte Menschen, auch arme aller Altersklassen. Deshalb freue ich mich immer, wenn ich am nahen Bolzplatz vorbeilaufe, und dort TrainerInnen vom Sportverein sehe, die mit lauten, fröhlichen Kindern Fußball spielen üben, lächel...

Der Spruch von den Guttemplern hat mich sehr berührt...

Was mir aufgefallen ist: Ich bekomme hier ja "fertige Texte" präsentiert. Und anscheinend lese ich relativ rasch ;) Das war nach der längeren Gruppen-Abstinenz schon interessant, jemandem beim langsam sprechen und Worte suchen zuzuhören... Aber das Gemeinschaftsgefühl lässt sich auch in meinem Kopf durch nichts ersetzen. Wobei dieses Forum hier auch ein sehr gutes Werkzeug ist :)

Wünsche dir ganz viel Freude heute bei deinem Treffen <3

Netten Gruß von ichso - deren Karlchen nach der Baureihe "Karl" von Opel heißt :) Ich bin da eher so die Pragmatikerin: Mein Kuscheltier z.B.ist ein Löwe und heißt dementsprechend folgerichtig in meinem Kopf "Leo", lach...
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Re: Selbsthilfegruppe "in Echt" :)
« Antwort #3 am: 09. September 2021, 16:51:41 »

Kennt ihr das auch?

Da gibt es Sachen, die haben sich in eurem Leben als super (hilfreich, tröstend, motivierend, gute-Laune-machend, schützend, whatever...) herausgestellt - und ihr wisst zu 99%, dass es euch "danach" besser geht. Oft erprobt und jedesmal geklappt: Sporteln, Klo putzen, gesundes UND gleichzeitig leckeres Essen kochen ;) Ablage gemacht, Brief an irgendein Amt endlich auf den Weg gebracht, eine Tochter, die gerade ihren besten Fehler zum 100. Mal wiederholt, in Liebe losgelassen.

Und doch... Der innere schweinische Schweinehund: Ach, mach's morgen... Einmal nicht ist doch nich so schlimm... Und ausgerechnet heute kommt im Fernsehen/Internet so was Tolles...

Tja, so geht es mir heute. Gestern großen Ausflug mit Karlchen zu einem traumhaften See gemacht, kilometerweit gelaufen, Sonne ins Herz gelassen und heute: müde und faul. Aber nachher ist ja Gruppe. Wo ich mal wieder eine gute lange Weile (regelmäßig!) hingehen will.

Und jetzt wo ich das so schreibe, freue ich mich doch drauf - so dolle, dass ich euch später schreibe, wie es war ;)

Netten Gruß, ichso
Danke, dass ihr mir beim Gedanken und Prioritäten sortieren helft :)
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Re: Selbsthilfegruppe "in Echt" :)
« Antwort #4 am: 09. September 2021, 22:26:58 »

Heute waren wir zu sechst. 2,5 SuchtkrankenhelferInnen und 3,5 BesucherInnen ;) Ein Mensch ist sehr engagiert, muss ihn mal fragen, ob er inzwischen eine Ausbildung durchlaufen hat.

Das Thema heute war: Sperrmüll (Gedanken) im Kopf. Wohin damit? Lassen die sich "einfach ausmisten"? Was will man/frau behalten? Wohin mit dem schwierig zu entsorgenden "Sondermüll" (Traumata, tiefe Verletzungen, Schuldgefühle)? Was kann positiv überschrieben werden? Wo anfangen? Im Dachboden (Gegenwart) oder im Keller (Kindheit, Vergangenheit)?

Fragen über Fragen ;) Wir kamen auf jeden Fall von Kuchebacke auf Arschbacke, haben ganz interessante Dinge "vom Anderen" erfahren und tatsächlich auch oft lächelnd genickt. War was Gutes für die Seele <3
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