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Autor Thema: Vorstellung  (Gelesen 2846 mal)

bajati

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Vorstellung
« am: 27. Februar 2021, 17:44:27 »

Ich möchte mich kurz vorstellen.♀️.56 Jahre und es ist mein Mann der meint ,täglich 3-4 Liter Bier (seit 20 Jahren) wären kein Problem. Es hilft mir hier mit zu lesen.
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Elly

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Re: Vorstellung
« Antwort #1 am: 27. Februar 2021, 21:02:29 »

Willkommen bei uns im Forum, bajati!

Wie kommst Du damit klar, dass er regelmässig trinkt? Kannst Du damit umgehen
und was tust Du für Dich?

Ich wünsche Dir einen guten Austausch!

LG Elly

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Das Leben ist nicht immer einfach, aber eindeutig einfacher ohne Alkohol zu bewältigen!

bajati

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Re: Vorstellung
« Antwort #2 am: 28. Februar 2021, 07:24:02 »



Wie kommst Du damit klar, dass er regelmässig trinkt?
Naja ich hab mich hier angemeldet ...
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proky

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Re: Vorstellung
« Antwort #3 am: 28. Februar 2021, 12:29:06 »

Hallo bajati,

willkommen bei uns im Forum.

Ich darf mich kurz vorstellen: Proky 43 Jahre alt, trockener Alkoholiker seit 16 Jahren. Davon 13 Jahre in der "analogen" Selbsthilfe aktiv und seit knapp 3 Jahren in der "digitalen" hier im Forum.

Mit Sicherheit hast Du eine Menge Fragen mitgebracht, nur heraus damit, dafür sind wir da...

Ich nehme an Du stehst an einem Punkt in Deinem Leben wo Du nicht mehr weißt was richtig und was falsch ist? Hab ich Recht?

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bajati

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Re: Vorstellung
« Antwort #4 am: 28. Februar 2021, 13:14:36 »

Hallo Proky hallo Elly,
Danke das ich hier sein darf.
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Susanne68

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Re: Vorstellung
« Antwort #5 am: 28. Februar 2021, 16:41:13 »

Ich frage mich warum man sich bei klarem Verstand jeden Tag aufs neue für 4 Liter Bier entscheidet.

Da kannst Du Dich auch fragen, warum man sich bei klarem Verstand jeden Tag aufs Neue entscheidet, jemandem dabei zuzugucken, wie er sich für 4 Liter Bier entscheidet, statt einfach zu gehen.

Ich nehme an, so wie Du Gründe nennen kannst, warum Du immer noch bei ihm bleibst, würde er Gründe nennen, warum er trinken will.
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Elly

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Re: Vorstellung
« Antwort #6 am: 28. Februar 2021, 17:07:28 »


Ich frage mich warum man sich bei klarem Verstand jeden Tag aufs neue für 4 Liter Bier entscheidet.

Gehen oder bleiben ?mein ganzes Leben ist auf bleiben ausgelegt ...es gibt ein Haus Ich habe klassisch die Kinder versorgt,arbeite halbtags...
LG Rike

Hallo Rike,

bei der Menge von Alkohol (von der Du weisst, wahrscheinlich mehr...) ist da kein klarer Verstand mehr.

Das ist schon Abhängigkeit und nicht mehr wirklich für einen anderen, der nicht trinkt, zu erklären.

Ich habe jahrelang getrunken und die Menge hat sich immer mehr gesteigert. Seit über 8 Jahren bin ich
nun trocken. Mein Mann hat sich öfter von mir gewünscht, dass ich aufhöre. Er wusste, dass ich krank bin
und war doch hilflos. Er sagte immer, nicht zu unrecht, dass nur ich es stoppen kann.

Und irgendwann kam dann bei mir der Tag. Der Tag, von dem ich immer gehofft habe, dass er kommt!

Nach zwei Versuchen konnte ich dem Elend der Sucht endlich ein Ende bereiten und fand den Absprung. Mir ging es
wirklich schlecht. Körperlich und seelisch. Aber niemand anderes hätte mich von der Abhängigkeit abbringen
können, nur ich allein!

Dein Mann scheint noch nicht so weit zu sein...

Du entscheidest, wie Du damit umgehst. Wie Du damit leben kannst und in wie weit Du Dich abgrenzen
kannst.

Vielleicht kannst Du Dir reale Hilfe holen. Bestimmt hast Du schon gesucht und auch etwas
in Deiner Nähe gefunden?!

LG Elly
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Das Leben ist nicht immer einfach, aber eindeutig einfacher ohne Alkohol zu bewältigen!

Susanne68

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Re: Vorstellung
« Antwort #7 am: 28. Februar 2021, 17:50:10 »

Das ist schon Abhängigkeit und nicht mehr wirklich für einen anderen, der nicht trinkt, zu erklären.

Nur mal kurz ein Einwurf. Es gibt Vieltrinker, die sind wohl nicht abhängig, sondern die machen das bewusst. Ich habe immer gesagt, ich trinke gern und viel. Ich sah sehr gute Gründe zum Trinken, es ist nicht verboten, und es gibt für mich auch keine moralische Verpflichtung, es zu lassen. Solange ich nicht irgendeinen verbotenen Scheiss treibe, betrunken fahre etc, geht das ausser mir selbst ja niemanden was an.

4 Liter Bier am Tag...im Vergleich zu mir ein Hobbytrinker, der wenig verträgt. Trotzdem empfand ich mich erst ganz am Schluss als abhängig, und aufgehört habe ich nicht aus irgendwelchen moralischen Gründen, sondern weil es mir irgendwann mal halt schlecht genug ging. So dass ich dann irgendwann die Schnauze voll hatte. Natürlich kann man mich als merkwürdigen Menschen mit einer Reihe Dachschäden sehen, aber ich habe die Sauferei nicht als Problem empfunden. Sonst hätte ich nicht so lange gesoffen.

Und ich weiss bis heute nicht wirklich, ob ich abhängig war, denn ich konnte es ja dann einfach lassen. Diese ganzen Schwierigkeiten beim Aufhören, von denen viele schreiben, hatte ich ja nicht. Natürlich war ein Leben ohne Alkohol für mich ungewohnt und meine ganzen unangenehmen Gefühle stürzten dann ungefiltert über mich, aber ich denke, das ist ein anderes Thema.
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bajati

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Re: Vorstellung
« Antwort #8 am: 28. Februar 2021, 18:01:16 »

Hallo Elly,
Du hast Recht mein Mann ist noch nicht so weit meinen Rückzug bringt er nicht mit seinem Alkoholkonsum in Verbindung .Seit Anfang 2020 mache ich mein eigenes Ding wir leben quasi getrennt unter einem Dach wie lange Ich das noch kann? Keine Ahnung...Reale SHG werden aktuell nicht angeboten. Aber es gibt Gruppen auf Facebook
Nur mal kurz ein Einwurf. Es gibt Vieltrinker, die sind wohl nicht abhängig, sondern die machen das bewusst. Ich habe immer gesagt, ich trinke gern und viel. Ich sah sehr gute Gründe zum Trinken, es ist nicht verboten, und es gibt für mich auch keine moralische Verpflichtung, es zu lassen. Solange ich nicht irgendeinen verbotenen Scheiss treibe, betrunken fahre etc, geht das ausser mir selbst ja niemanden was an.
SEINE WORTE !
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proky

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Re: Vorstellung
« Antwort #9 am: 28. Februar 2021, 18:27:03 »


Ich frage mich warum man sich bei klarem Verstand jeden Tag aufs neue für 4 Liter Bier entscheidet.


Beantwortet ist diese Frage ganz einfach:

a) Weil Dein Mann Alkoholkrank ist. Und solange er sich - und zwar nur er alleine - nicht eingesteht das er alkoholkrank ist, solange wird er Tag für Tag 4 Liter Bier reinschütten - Tendenz, mit allen negativen Begleiterscheinungen wie z.B. Ausraster/Provokationen steigend.

Was den "klaren Verstand" angeht:

Ist jemand bei klaren Verstand der krank ist, der weiß das er krank ist und trotzdem nichts dagegen unternehmen will?
Für mich klingt das nicht nach einem Menschen mit einem klaren Verstand...

und b) solange dein Mann a) nicht einsieht, solange wird er immer irgend einen "Grund" finden um zu trinken...



Gehen oder bleiben ?mein ganzes Leben ist auf bleiben ausgelegt ...es gibt ein Haus Ich habe klassisch die Kinder versorgt,arbeite halbtags...


Nur weil Dein Leben bislang auf bleiben ausgelegt ist, heißt das noch lange nicht, dass es für immer so sein soll. Meinungen und Ansichten, Schwerpunkte und Auslegungen können sich (ver-) ändern...
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Camina1969

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Re: Vorstellung
« Antwort #10 am: 28. Februar 2021, 18:27:17 »

Hallo Bajati,

natürlich kann von außen niemand sagen, ob jemand abhängig ist oder nicht. Es gibt halt Anzeichen, die darauf hindeuten, aber die Abhängigkeit findet im Kopf statt, und da kann in der Regel kein anderer reingucken.

Als ich noch getrunken habe, habe ich mir lange eingeredet, dass ich nicht abhängig war. Das tun viele Alkoholiker, habe ich mittlerweile gelernt.

Letztlich ist es für dich eigentlich unerheblich, ob dein Mann abhängig trinkt oder nicht abhängig Missbrauch betreibt.

Elly hat es ja auch schon geschrieben - worauf es ankommt, ist, wie es dir (damit) geht.

Ich wollte übrigens auch früher (als ich noch trank!), dass mein Mann sich ändert, damit ich weniger unglücklich wäre. Aber ich konnte / kann nur mich ändern, bzw. meine eigene Lebenssituation beeinflussen, und so trennte ich mich endlich von meinem Mann und hörte auf zu trinken. Dahin zu kommen hat mich einige Jahre gekostet.

Ich wünsch dir hier (und anderswo) einen hilfreichen Austausch.
Hast du Freund*innen, mit denen du darüber reden kannst?

Viele Grüße
Camina, w, 51, trockene Alkoholikerin
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Susanne68

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Re: Vorstellung
« Antwort #11 am: 28. Februar 2021, 18:37:54 »


Beantwortet ist diese Frage ganz einfach:

a) Weil Dein Mann Alkoholkrank ist. Und solange er sich - und zwar nur er alleine - nicht eingesteht das er alkoholkrank ist, solange wird er Tag für Tag 4 Liter Bier reinschütten - Tendenz, mit allen negativen Begleiterscheinungen wie z.B. Ausraster/Provokationen steigend.


woher willst Du das eigentlich wissen, proky?

Nach meiner Ansicht müsste er, um das festzustellen und zu behaupten, erst mal aufhören wollen . Und dann, obwohl er aufhören will, nicht aufhören können.

Vorher ist das alles Kaffeesatzleserei. Wenn einer nicht aufhören will, weisst Du das nie.

Und ansonsten ist es für mich völlig nachvollziehbar, wenn jemand grantig wird, weil der Partner was verlangt, was man selbst nicht will.
In einer Beziehung muss man halt ausmachen, was man gemeinsam will. Und wenn man sich nicht einigen kann, ja dann muss eben einer oder eine Konsequenzen draus ziehen.
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bajati

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Re: Vorstellung
« Antwort #12 am: 28. Februar 2021, 19:04:26 »

Vorher ist das alles Kaffeesatzleserei. Wenn einer nicht aufhören will, weisst Du das nie.
wenn die negativen Begleiterscheinungen Alkoholbedingt sind dann ist es nicht mehr sein Problem und ich bin nicht mehr bereit zur Tagesordnung über zu gehen bis zum nächsten Ausraster.Das erste Bierchen bereits auf dem Supermarkt Parkplatz vor dem Nachhauseweg Mit Restalkohol übermüdet am Steuer eines 40Tonners . Alkoholbedingte Fressattacken... Garage, Keller ,Auto überall Leergut. Es würde mich arg wundern wenn er aufhören könnte
Gruß Rike
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Susanne68

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Re: Vorstellung
« Antwort #13 am: 28. Februar 2021, 19:10:49 »

Das mag ja alles sein.

Aber Du machst das mit. Und zwar freiwillig, oder bist Du angekettet? Oder bist Du diejenige, die ihn braucht und auch nicht loslassen kann?

Und reden kannst Du da viel, das schwappt sich mit einem der Biere runter. Da musst Du schon tatsächlich was machen. Und zwar etwas, was DICH weiter bringt. Er hat genau ein Leben, mit dem er machen kann, was er will, und Du hast auch nur Dein eigenes Leben, das Du auf deine Weise auch gestaltest, indem Du dir das antust. Ist doch alles bloß weggeschmissene Zeit, was Du da machst.
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bajati

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Re: Vorstellung
« Antwort #14 am: 28. Februar 2021, 20:22:45 »

Aber Du machst das mit. Und zwar freiwillig, oder bist Du angekettet? Oder bist Du diejenige, die ihn braucht und auch nicht loslassen kann?

Und reden kannst Du da viel, das schwappt sich mit einem der Biere runter. Da musst Du schon tatsächlich was machen. Und zwar etwas, was DICH weiter bringt. Er hat genau ein Leben, mit dem er machen kann, was er will, und Du hast auch nur Dein eigenes Leben, das Du auf deine Weise auch gestaltest, indem Du dir das antust. Ist doch alles bloß weggeschmissene Zeit, was Du da machst.
Wenn ich das alles so klar hätte dann wäre ich nicht hier!
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