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Autor Thema: Vorstellung  (Gelesen 2180 mal)

Gerchla

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Re: Vorstellung
« Antwort #15 am: 03. Februar 2021, 15:57:44 »

Hallo Randy,

herzlich Willkommen hier im Forum. Schön, dass Du Dich entschieden hast aktiv dabei zu sein.

Ich bin Anfang 50 und war mit 40 so ziemlich genau an dem Punkt an dem Du jetzt auch stehst. Wenngleich man unsere Suchtkarrieren, nachdem was ich aus Deiner Vorstellung heraus lese, nicht direkt vergleichen kann. Ich trank fast meine ganze Trinkerzeit komplett heimlich und ich trank am Ende, so die letzten 2 - 3 jahre täglich, selbst wenn ich krank war. Pausen, wie Du sie beschreibst, waren mir nicht mehr möglich und ich sah auch gar keinen Sinn mehr darin. Vorher habe ich das ähnlich versucht, wie Du das von Dir schreibst. Trinkpausen, kontrolliertes Trinken, erst ab einer bestimmten Uhrzeit anfangen, usw., lauter so Sachen. Ich meine fast, dass das die meisten Alkoholiker, sofern sie sich ihrer Sucht bewusst werden und gegensteuern wollen, irgendwie probieren.

In der Regel läuft es dann so ab, dass man es eine Zeit lang hinbekommt, dann die Sucht aber so ihre Tricks auspackt (können unterschiedlichster Art sein) und schupp, geht es weiter und man dreht die nächste Schleife. Und je tiefer man rein rutscht, desto schwerer wird es dann selbst mal die kleineren Trinkpausen durchzuhalten. So war jedenfalls meine Erfahrung.

Wenn Du also mal süchtig bist, dann bleibt m. E. nur eine Alternative. Und das ist der komplette Verzicht auf Alkohol. Tja, hört sich vielleicht logisch an, ist aber in der Praxis das große Problem. Wie Du ja gerade selbst am eigenen Leib erfährst. Und ich durfte das ebenfalls am eigenen Leib erfahren.

Ich kann Dir jetzt hier nicht sagen, wie Du es schaffst diese Sucht zu überwinden. Ich würde es gerne, sehr gerne aber ich kann es nicht. Ich weiß ja noch nicht mal selbst so ganz genau, warum ich plötzlich am Tag X (völlig ungeplant) beschlossen habe: Jetzt ist es vorbei - und das war es dann auch, bis zum heutigen Tag und hoffentlich für den Rest meines Lebens.

Ich kann Dir aus meiner Erfahrung nur sagen, dass es zuerst mal darauf ankommt, nichts mehr zu trinken. Damit will sagen, dass erst mal elementar wichtig ist, längere Zeit von dem Zeug weg zu bleiben, also nicht zu konsumieren. Das "darf" dann durchaus ein kämpfen sein, ein kämpfen dafür, keinen Alkohol mehr zu trinken. Je länger Du nicht trinkst, desto mehr beginnst Du Dich zu verändern. Man beginnt ganz langsam, Dinge anders wahr zu nehmen, ganz langsam verändert sich die eigene Denkweise und man gewinnt ganz langsam wieder die Kontrolle über sich selbst. Vorher hatte die Sucht die komplette Kontrolle und man (vor allem die Gedanken) waren komplett suchtgesteuert.

Leider geht das nicht von heute auf morgen. Es dauert eine Weile und es ist leider nicht so, dass man nach ein paar Wochen ohne Alkohol bereits komplett "umgestellt" wäre. Mit zunehmender Dauer des eigenen Lebens ohne erneute Alkoholzufuhr wird man aber langsam in die Lage versetzt, Dinge mal tiefer zu durchdenken. Nun hast Du hier ja schon gelesen, dass nicht jeder die Gründe für seine Sucht finden muss um dauerhaft von dem Zeug weg zu kommen. Ich möchte aber auch sagen, dass das was ich hier schreibe meine Erfahrungen sind. Kann gut sein, dass andere das anders erlebt haben.

Ich kann und will hier aber nur von mir schreiben. Und mir hat es sehr geholfen, mich mit den Gründen meiner Sucht zu beschäftigen. Ich wollte wissen, wieso mir das passieren konnte und warum ich da so tief hinein gerutscht bin. Vielleicht auch deshalb, weil ich zunächst mal keine offensichtlichen Gründe erkennen konnte. Da war eigentlich nichts, was so eine Suchtkarriere klassischerweise "gerechtfertigt" hätte. Mir ging es nicht schlecht, ich hatte keine Schicksalsschläge zu verkraften, ich hatte einen super Job und eine tolle Familie.... Warum also? Mag sein, dass das der Grund war, warum ich da genauer hinschauen wollte.

Über diesen Prozess, und das war ein Prozess über Wochen, sogar Monate, kam ich immer mehr an den Punkt, dass ich mir die Frage stellte, was ich eigentlich mit meinem Leben so anfangen möchte. Klar hätte ich sagen können, ich will halt ohne Alkohol leben weils mir mit so beschissen ging und ich das nie mehr so erleben möchte. Aber das reichte mir nicht, auch wenn das natürlich ein zugkräftiges Argument war, welches mir sicher in den Anfangswochen als Motivation diente. Ich wollte wirklich nie mehr so die Kontrolle über mein Leben verlieren.

Aber erst als ich begann, nach meinem Sinn zu suchen, als ich begann mir Fragen zu stellen wie "Wo willst Du eigentlich hin mit Deinem Restleben?", "Wer möchte ich eigentlich sein?", "Was will ich mal von meinem Leben sagen, wenn ich vor der Kiste stehe?", "Was sehe ich selbst denn jetzt eigentlich als Sinn meines Lebens", da veränderte sich nochmal massiv etwas bei mir. Denn da wurde mir nach und nach bewusst, dass bei der Beantwortung dieser Fragen der Alkohol außen vor war. Er konnte mir hier nirgendwo helfen, war zu nichts mehr nütze. Als ich mir klar darüber wurde, wo ich hin wollte, was ich noch erreichen wollte (und das mir der Alkohol dabei zu keiner Zeit helfen kann), begann ein Prozess des "immer zufriedener werdens", auch des immer klarer werdens.

Zusammengefasst könnte man vielleicht sagen, ich begann mit mir selbst ins Reine zu kommen.

Heute bin ich mit mir im Reinen, das kann ich so sagen. Und nicht das Du jetzt denkst, ich hätte das alles alleine im stillen Kämmerlein so hinbekommen. Nein, es war ein langer Prozess, und ich hatte viel Hilfe von außen. Wie Du war ich beim Psychologen, ich hatte einen engen Freund, mit dem ich sehr viel gesprochen habe und dann noch einen Mönch, der mich über Monate begleitet hat und wohl am meisten Anteil an meinem Suchtausstieg hatte. Und natürlich hatte ich viele Zweifel ob das alles richtig ist, es gab viele Weichen, die ich glücklicherweise richtig gestellt habe und ich musste viele Entscheidungen treffen. Bei mir ging es gut aus.

So dabei will ich es mal belassen. Wichtig ist erst mal nicht mehr zu trinken, damit sich Deine Denkweise "umstellen" kann. Und dann, ja dann muss jeder seinen eigenen Weg finden.

Alles Gute für Dich und einen guten Austausch hier im Forum wünsche ich Dir.

LG
gerchla
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Randy-1983

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Re: Vorstellung
« Antwort #16 am: 03. Februar 2021, 16:28:25 »

Hallo auch an Susanne,Rekonvaleszent und Gerchla.

Erst einmal vielen Dank für jeden einzelnen Beitrag. Das freut mich wirklich sehr.

@Am See und Susanne: ich nehme jeden Rat dankend an und muss sowieso dann für mich herausfinden was mit etwas bringt, und was eher nicht. Daher kann ich damit schon etwas anfangen, AmSee.

@Rekon.: danke für die Literaturhinweise! Da befasse ich mich heute Abend mal wenn Ruhe eingekehrt ist im Haus. ( Frau und 2Kinder ). Und ja, ich hatte im letzten Jahr zwei einstündige Gespräche mit einem "Profi" von der Suchtberatung. Das war ein angenehmer Austausch via. Telefon, aufgrund von Corona.
Sonst wäre ich hingegangen. Ich habe mich aber mit der Frau geeinigt das eine längst fällige Phsychotherapie wohl das beste in meinem Fall wäre. Ich habe hier einiges bis zurück in meine Kindheit aufzuarbeiten.

@Gerchla: vielen Dank für deinen umfangreichen Beitrag! Auch ich habe vor langer Zeit damit angefangen den größten Teil meines Konsums vor meiner Frau zu verheimlichen als sie meinen Übermässigen Konsum angesprochen und als bedenklich gesehen hat. Hierfür schäme ich mich natürlich sehr und auch täglich!

Versteht mich nicht falsch, ich will nicht mehr trinken! Es gibt mir schon lange nichts mehr. Aber spätestens nach drei Tagen abstinenz kommen die üblichen Standardgedanken zurück... So schlimm war/ist es nicht, der und der trinkt wesentlich mehr... Etc. etc. ihr kennt das ja.

Ich lasse heute die Flasche zu! Und morgen ist ein anderer Tag.

Viele Grüsse
Randy
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Rekonvaleszent

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Re: Vorstellung
« Antwort #17 am: 03. Februar 2021, 17:05:31 »

Versteht mich nicht falsch, ich will nicht mehr trinken! Es gibt mir schon lange nichts mehr. Aber spätestens nach drei Tagen abstinenz kommen die üblichen Standardgedanken zurück... So schlimm war/ist es nicht, der und der trinkt wesentlich mehr... Etc. etc. ihr kennt das ja.

Das kenne ich zur Genüge. Ein paar Tage war ich topmotiviert und es klappte gut, aber dann umschmeichelte mich mein Suchtgedächtnis und schon war ich hin und langte wieder zu.

Und so hampelte ich noch ein paar Jahre herum, bis es mir nicht mehr gelang, 'ne Saufpause einzulegen. Erst danach kam ich flankiert von meiner Familie, die mir die bildliche Pistole auf die Brust setzte, entweder Therapie oder Trennung/Scheidung, zur Besinnung und ging zur Suchtberatung. Den Termin hatte meine Familie ohne mein Wissen ausgemacht.

Was ich damit ausdrücken möchte, nimm dir an meiner jahrelangen Hängepartie kein schlechtes Beispiel und versuche, so bald wie möglich, gegenzusteuern.

Die verlinkten Literaturhinweise sind gut. Ich rate zu Beginn zum Borowiak "Alk", der ist herrlich locker geschrieben.

Gruß
Rekonvaleszent

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AmSee13

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Re: Vorstellung
« Antwort #18 am: 03. Februar 2021, 17:20:33 »

Mir hat der Borowiak auch sehr gut gefallen, hab auch sein Buch „Sucht“ gelesen.
Hilfreich waren für mich dann auch noch:
Daniel Schreiber, „Nüchtern“ und
Catherine Gray, „Vom unerwarteten Vergnügen, nüchtern zu sein
Frei und glücklich - ein Leben ohne Alkohol“
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Gerchla

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Re: Vorstellung
« Antwort #19 am: 03. Februar 2021, 17:22:33 »

Hallo Randy,

ich nochmal.

Ok, dann bist Du in gleiche Falle getappt wie ich. Bei war es nämlich ähnlich. Meine Frau sprach mich auch an, mehrmals, auf meinen Konsum. Welcher zu diesem Zeitpunkt noch auf einem sehr niedrigen Niveau war. Aber eben schon regelmäßig. Das machte ihr Sorgen, nachvollziehbar, aus heutiger Sicht. Und ich war damals, bei 1 bis max. 2 "Feierabendbieren" bereits süchtig. Das weiß ich heute, das war mir damals nicht so recht bewusst.

Erst gelang es mir spielend, wirklich nichts mehr zu trinken.Aber irgendwann machte ich mir dann wieder ein Bier auf. Was sie nicht kommentierte. Und ich zum Anlass nahm in immer kürzeren Intervallen "mein" Bier zu trinken. Bis sie mich wieder ansprach. Das ging ein paar mal so und irgendwann, trank ich dann "mein" Bier z. B. mit Kollegen in der Arbeit bevor ich nach Hause fuhr. Nur dieses eine Bier, nicht mehr. Bei uns gab's ne Runde, wo ein paar Leute regelmäßig ein Feierabendbier miteinander tranken und dabei quatschten. Nach der Arbeit und auch nicht in epischer Länge.

Aber schon hier begann das Lügen, was mich als zentrales Element durch meine Sucht begleitete. Denn ich musste meiner Frau ja erklären, warum ich ne halbe oder dreiviertel Stunde später nach Hause komme.... Und so ging es dahin.

Und weißt Du wie ich mit meinem Suchtausstieg begann? Mit einem Outing! Ich sagte meiner Frau, völlig ungeplant, dass ich Alkoholiker bin. Ich kam damals aus der Arbeit nach Hause und meine Frau konfrontierte mich mit einer meiner Lügen. Ich wäre damals sicher in der Lage gewesen, mich durch noch geschickteres Lügen aus dieser Situation heraus zu winden. Wie ich es vorher oft getan hatte. Ganz plötzlich wusste ich aber: Nein, dieses mal nicht. Jetzt ist Schluss! Und ich sagte ihr, dass ich Alkoholiker bin. Sie glaubte mir kein Wort und meinte, das wäre doch wieder eine meiner Geschichten. So ging ich mit ihr raus zum Auto und zeigte ihr den Ort, wo normalerweise das Reserverad untergebracht ist. Er war voll mit (Plastik-)Bierflaschen, ich zeigte ihr unser Holzlager im Garten, welches ausgehöhlt war und mit Weinflaschen gefüllt (Wein deshalb, weil die im Winter nicht so schnell auffrierern und es war Winter als ich mich outete), ich zeigte ihr den Jetbag im Keller, der voll war mit Plastikbiersixpacks.

Und weißt Du was. Es war zentral wichtig, dass ich genau das getan habe. Denn vorher hatte ich mir immer ein Hintertürchen offen gehalten. Niemand wusste das ich trank (erklären, wie ich das verheimlichen konnte sogar vor meiner Familie kann mir manchmal selbst nicht), also merkte auch niemand, wenn ich nach einer Trinkpause wieder damit weiter machte. Jetzt aber war alles anders. Jetzt war es raus! Es war schrecklich, weil ich die Zukunftspläne meiner Frau damit pulverisierte (ich trennte mich kurz darauf auch von ihr), aber es war in gewisser Weise befreiend, weil ich wusste, dass ich jetzt nicht mehr zurück kann.

Wie sieht es diesbezüglich bei Dir aus? Deinen Zeilen entnehme ich, dass Du eine (geringe) Menge "offiziell" trinkst und den "Rest" dann heimlich. Fatal, fatal für alles. Vor allem für Deine Psyche und Dein Selbstwertgefühl. Du schreibst ja selbst, dass Du Dich schämst. Das war bei mir nicht anders bzw. am Ende war mir das auch wurscht. Am Ende dachte ich so einen Schwachsinn wie "ich tue ja niemanden was, ich schade ja nur mir selbst". Irre, wie sich das Hirn und die Wahrnehmung mit zunehmender Suchtdauer verändern. Irre, wie man in eine eigenen Parallelwelt, eine parallele Wahrnehmung abgleitet.

Wenn Du es wirklich ernst meinst, ich meine so WIRKLICH ernst, dann lege unbedingt die Karten auf den Tisch. Alles andere bleibt nur rumgeeire. Diese Sucht ist zu mächtig, als das man sichihrer heimlich entledigen könnte. Wirklich, ich spreche aus eigener Erfahrung und reichlichen Versuchen das zu tun.

Sprich mit Deiner Frau, sag ihr genau was Sache ist. Hole dabei alle Leichen aus dem Keller ( was glaubst Du was ich alles gebeichtet habe, die schlimmsten Schandtaten) wenn Du dort welche hast. Hole sie deshalb heraus, weil wenn Du sie unten lässt, dann belasten sie Dich weiter und gerade am Anfang ist das hochgefährlich und kann Dich zurück in die Sucht treiben. Aber vielleicht hast Du ja gar nichts zu beichten, "außer" das Du trinkst. Bei mir war das anders. da hatte sich ne Menge angesammelt. Heimlich aufgelöste Sparverträge die wir als Altervorsorge geplant hatten und die ich verprasst hatte, waren da noch die harmlosen Sachen.

Aber das alles kam auf den Tisch. Nein, das war nicht lustig, es war einer der schlimmsten Momente in meinem Leben. Noch schlimmer war es, als ich (wir) unseren Kindern "reinen Wein"  ::)  einschenkten.

Es folgten dann, aber erst nach paar Tagen und Wochen, weitere Outings. Bei meinen Geschwistern und auch bei meinen Eltern. Da "durfte"ich dann auch gleich noch beichten, dass ich nicht nur Alki bin sondern mich auch von meiner Frau getrennt habe. Ich glaube ich muss nicht betonen, wie schwer das alles für mich war. Aber absolut notwendig, das weiß ich  heute. Und heute weiß ich auch, dass es für meine Frau, meine Familie, noch viel schlimmer war als für mich. Ich war Täter, nicht Opfer.
Dann kam noch ein guter Freund dran, jener der mir dann später auch viel geholfen hat. Das war's dann erst mal. Hinz und Kunz muss man es m. E. nicht auf die Nase binden aber alle die einem wichtig sind und sich im näheren Umfeld befinden sollten Bescheid wissen. Es dient im Grunde nur dem Selbstschutz und nimmt der Sucht ein Hintertürchen.

Ehrlichkeit ist also ganz wichtig. Anderen gegenüber aber natürlich auch sich selbst gegenüber. Ich musste das dann auch erst lernen. Denn ich log ja weit über 10 Jahre täglich. Und ich meine damit jetzt nicht die kleinen Notlügen. Und natürlich war lügen auch nach meinem Ausstieg erst mal das erste was mir in den Sinn kam, wenn ich auf eine unangenehme Situation traf (und davon gabs am Anfang reichlich). Ganz bewusst habe ich dann diese Reaktion (also das lügen wollen) übersteuert und mich zur Ehrlichkeit gezwungen. Klingt verrückt, hat aber funktioniert und heute gehört es zu meinen Grundwerten immer ehrlich zu sein und nicht zu lügen. Wegen dieser Erfahrungen aus meiner Suchtzeit.

Wenn Du also wirklich weg willst von dem Zeug, dann lag alles auf den Tisch. Aber ich wiederhole mich.

Das wollte ich Dir jetzt unbedingt noch schreiben. Vielleicht hilft es Dir irgendwann mal.

LG
gerchla
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Orangina

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Re: Vorstellung
« Antwort #20 am: 03. Februar 2021, 17:28:18 »

Hallo Randy
Ich finde es gut, dass du dich hier angemeldet hast und dich hier schon kreuz und quer gelesen hast.
Das ist ein wichtiger Schritt ,den du damit unternommen hast.
Dann kennst du sicher auch meine Vorstellung in diesem Forum...deswegen mag ich nur kurz zusammen fassen: wie du bei mir lesen konntest ,ging es mir ähnlich wie dir...unzählige Male hatte ich versucht, aufzuhören und es maximal 3 Tage "ohne" geschafft...
Der Überdruss wurde immer größer.
Ich sehe mich in deinen Zeilen wider.
Du wirst sicher bei vielen festgestellt haben , dass es ganz ähnliche Verläufe und Geschichten gibt ,die sich stark ähneln.
Ich kann dir auch nur raten : setze dich mit allen Mitteln für dich ein ,nüchtern zu bleiben...
LG Orangina
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Susanne68

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Re: Vorstellung
« Antwort #21 am: 03. Februar 2021, 19:37:10 »

Soll ich Dir übrigens mal sagen, wie ich mir das manchmal zurechtgelegt habe (das Nüchternbleiben)?

Ich dachte, ich hab mich dermassen darum gerissen, mich in so eine bescheidene Lage zu bringen. Der ganze Aufwand und das Geld, um überhaupt weitersaufen zu können, und ich hab so viel ausgehalten, als ich gesoffen habe. Warum soll mich denn da so ein bisschen Druck aus den Latschen kippen? Ich hab keine Minute mehr dran verschwendet, ich bin krank, das Leben ist scheisse, ich kann nichts dafür. Nö, ich hab gesoffen, also kann ich auch aufhören.

Viel später habe ich auch noch meine ganzen Baustellen bearbeitet. Aber erst mal nur weg vom Stoff. Weit weg.
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Randy-1983

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Re: Vorstellung
« Antwort #22 am: 04. Februar 2021, 08:54:21 »

Guten Morgen in die Runde.

Und auch ein hallo an Orangina. Erst einmal, die Flasche/n sind gestern zu geblieben.
Das war schhon sehr viel Inhalt und viele Richtungen in welche ich arbeiten kann und werde. Das kann ich jetzt nicht in einem schnellen Post bearbeiten.

Zusammenfassend ist das wichtigste wohl erst einmal "Strecke machen"! Und Abstand zum Suchtmittel zu bekommen. Da waren sich denke ich trotz mancher gegensätzlichen Betrachtungen alle einig. Das ist ja auch logisch und ich erkenne ja selbst wie gut es mir mit jedem einzelnen Tag ohne geht! - leider wohl zu gut! Der Mensch vergisst/verdrängt halt auch schnell.

Die Sache mit der "Ehrlichkeit" ist bestimmt ein weiterer guter Ansatz. Aber wenn ich hier mal mit Ehrlich sein anfange, kann ich mir im Moment nicht vorstellen hier alle Karten auf den Tisch zu legen.
Ich bin mir nicht sicher ob ich damit nicht mehr kaputt mache bzw. mir zu meinem grundsätzlichen Problem noch weitere Baustellen aufmache. Meine Frau trinkt keinen Alkohol und wenn ich keinen Kaufe ist auch nichts im Haus. Ich bin fest davon überzeugt das wenn ich die Probleme aus meinem früheren Leben endlich mal aufarbeite schon viel erreicht ist. Ich war als Kind schon häufig depressiv verstimmt. Durch einen schweren Krankheitsverlauf in meinem familiären Umfeld konnte ich einfach nicht so unbeschwert aufwachsen wie andere eben. Ich will auch nicht rumheulen, es gibt bestimmt viele andere schlimme Fälle ( Prügel, Missbrauch, etc. ) die mehr Grund gehabt hätten in eine Alkoholkarriere zu rutschen und es dennoch nicht sind. Dennoch hätte ich auf psych. Ebene schon viel früher Hilfe gebraucht! Und ihm jungen Alter habe ich dann die "heilende Wirkung" des Alks kennengelernt. Der Satz mit nach vorne Leben zeigt das gut! Das kann ich irgendwie nicht immer. Ich kann es auch nicht erklären, ich lebe oft eher traurig in der Vergangenheit. Das habe ich in mehreren anderen Erfahrungsberichten auch wiederentdeckt. ( vor dem PC sitzen, trinken alte Musik hören, Videos etc. )

Eigentlich könnte ich vollends zufrieden sein! Familie,Job alles so wie ich es mir gewünscht habe zum Zufrieden sein. Und trotzdem bin ich es nicht immer.

Ich muss unbedingt wieder an die Arbeit. Die Flasche/n bleiben heute zu!

Viele Grüsse
Randy
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Gerchla

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Re: Vorstellung
« Antwort #23 am: 04. Februar 2021, 15:24:43 »

Hallo Randy,

ich möchte Dir noch ein paar Gedanken da lassen.

Zitat
Zusammenfassend ist das wichtigste wohl erst einmal "Strecke machen"! Und Abstand zum Suchtmittel zu bekommen.
Ja, das ist gut zusammen gefasst. Wichtig ist es aber auch zu wissen, dass "nur" nicht mehr trinken auf Dauer nicht ausreicht. Das wohl auch der Grund, weshalb die "klassischen" Suchtausstiegsmodelle für ein guter Start sind. Damit meine ich den Weg über einen Arzt und/oder Suchtberatung in eine Therapie, stationär oder ambulant. Dort passiert dann natürlich mehr als nur nicht mehr trinken.

Trotzdem sind ist der Anteil jener, die es dann tatsächlich schaffen eher ernüchternd. Aber für viele ist es einfach ein guter Weg, ein guter Start in ein Leben ohne Alkohol. Es geht natürlich auch anders, ich hatte z. B. auch keine klassische Therapie und ich kenne auch viele, die keine hatten. Manche wurden komplett mit Hilfe einer Selbsthilfegruppe trocken. Jeder darf hier seinen eigenen Weg finden und nicht wenige probieren mehrere Wege aus, bevor sie es dann schaffen von dem Zeug weg zu kommen.

Was ich aber noch sagen möchte: Auch wenn ich keine klassische Therapie hatte, habe ich mehr gemacht als nur nicht mehr zu trinken. Das habe ich Dir ja in meinen vorherigen Posts schon geschrieben. Im Grunde habe ich mir meine Therapien selbst zusammen geschustert. Und hatte das Glück, das es funktioniert hat. Ich war damals aber auch absolut bereit, z. B. eine stationäre Therapie zu machen. Es gab bei mir nichts, was ich ausgeschlossen hätte. Im Grunde hat sich das alles, wohl auch bedingt durch meine am Ende dann doch ganz spontane Entscheidung mit dem Trinken aufzuhören, so ergeben wie es dann eben gekommen ist.

Ich bin bereits am Tag 1 ohne Alkohol in eine SHG gegangen. Dort war ich erst mal sehr gut aufgehoben, hatte gute Ansprechpartner, kam gut voran und lernte viel. Parallel folgte dann, nach längerer Wartezeit, auch eine Betreuung durch einen Psychologen, welche aber nicht meinen "Erwartungen" entsprach so dass ich mir andere Hilfe suchen wollte und auch gesucht habe. Da gab dann eines das andere und ich kam immer weiter voran, so dass irgendwann der Gedanke an eine "normale" Therapie immer kleiner wurde bzw. verschwand. Es hat auch so gut funktioniert.

Wie stehtst Du denn zu diesem Thema? Käme eine Therapie für Dich in Frage?

 
Zitat
Der Mensch vergisst/verdrängt halt auch schnell.
Genau darum kümmert sich die Sucht. Das nutzt sie schamlos aus und sie befeuert es noch. Darum eben auch die alte Weisheit, dass nur nichts trinken nicht ausreicht.

Zitat
Aber wenn ich hier mal mit Ehrlich sein anfange, kann ich mir im Moment nicht vorstellen hier alle Karten auf den Tisch zu legen.
Ich bin mir nicht sicher ob ich damit nicht mehr kaputt mache bzw. mir zu meinem grundsätzlichen Problem noch weitere Baustellen aufmache.
Ich kann und will nicht so anmaßend sein, dieser Aussage von Dir zu widersprechen.  Was ich aber sagen möchte, ist, dass mir genau diese Gedanken auch (jahrelang) gemacht habe. Was ich sagen will: ich konnte mir nicht vorstellen, meiner Frau bestimmte Dinge jemals zu erzählen. Es gab mehrere Dinge, die ich ganz gewiss mit ins Grab nehmen wollte. Auch weil ich dachte, dass ich damit bei anderen (z.B. bei meiner Frau und meinen Kindern) fürchterliches Leid anrichten würde. Und dass das niemals passieren dürfte.

Fatal war allerdings, dass mit andauernder Sucht immer noch mehr solche Tabudinge dazu kamen. Oder die vorhandenen immer noch größer und schlimmer wurden. Weil es halt einfach nicht geschafft habe heimlich mit dem Trinken aufzuhören, weil es einfach nicht funktioniert hat, weil die Sucht einfach nicht umsonst so eine verdammt gefährliche und heimtückische Krankheit ist und nicht umsonst nur so verdammt wenige überhaupt dauerhaft von dem Zeug weg kommen.

Ich habe gelernt: Wäre ich zu einem viel früheren Zeitpunkt ehrlich gewesen, hätte mich geoutet und alles gebeichtet, es wäre sicher auch schlimm gewesen. Aber nichts gegen das was dann am Ende bei mir passiert ist. Und ich habe auch gelernt: Für mich gibt es keine Alternative zur Ehrlichkeit.

Zitat
Ich bin fest davon überzeugt das wenn ich die Probleme aus meinem früheren Leben endlich mal aufarbeite schon viel erreicht ist.
Ich kann mir gut vorstellen, dass das auch ein ganz wichtiger Punkt für Dich ist. Aber denkst Du, wenn Du das aufgearbeitet hast, wird alles gut werden? Glaubst Du, dass Du dann nicht mehr trinken musst und dass Du dann ein "ganz normales Leben" ohne Alkohol führen kannst. Ohne dass Du Deine Frau darüber tiefer informiert hast, ohne dass Du Dich Deines näheren Umfelds gegenüber geoutet hast? Ohne das halt einfach alle wichtigen Menschen wissen: Der Randy ist Alkoholiker und trinkt jetzt keinen Alkohol mehr!

Ich habe übrigens AUSSCHLIEßLICH positive Rückmeldungen nach meinen Outings bekommen. Jetzt natürlich nicht an dem Tag, wo ich es gesagt habe. Da waren ausnahmslos alle völlig schockiert und teilweise sprach- und auch hilflos. Aber als  sie merkte, da tut sich jetzt was bei mir, da passiert was, der meint es ernst, da erfuhr ich nur Zuspruch und Unterstützung. Und diese hätte ich ganz sicher auch von meiner Frau erfahren, wenn ich mich nicht getrennt hätte. Zumindest hat sie mir das so gesagt und ich habe keinen Grund daran zu zweifeln.

Und genau diesen Zuspruch und diese Unterstützung, die kann einen ganz schön tragen. Die kann echt helfen, wenn es mal darauf ankommt. Wenn man mal nicht so gute Tage hat. Ich weiß auch nicht wie ich es sagen soll. Vielleicht so: Jedes Geheimnis das man mit sich herum trägt, jede Heimlichkeit, die man vor Menschen hat, die einen eigentlich wichtig sind, stellen eine (psychische) Belastung dar. Ich war so froh, als wirklich alles ausgesprochen und erzählt war. Ich hab das auch nicht alles am ersten Tag hinbekommen. Und ich habe einige Dinge, wirklich schlimme Dinge, auch ein paar Tage vor mich hergeschoben. Aber ich wusste immer, dass ich sie erzählen muss. Dass ich die Chance nutzen muss, wirklich komplett neu anzufangen. Kompletter Reboot sozusagen, erst dann war ich frei um den schwierigen Kampf gegen den Alkohol und auch den Aufbau eines Lebens in komplett anderer Form bestehen zu können.

Zitat
Dennoch hätte ich auf psych. Ebene schon viel früher Hilfe gebraucht!
Bestimmt wäre früher besser gewesen. Aber Du kannst es auch jetzt noch angehen. Vielleicht kann das ja dann wirklich der Einstieg für Dich sein in ein Leben ohne Alkohol. Es scheint dann ja auch doch so zu sein, dass Du den Alkohol genutzt hast um Deine Vergangenheit zu verdrängen. Und da hilft er ja auch ganz gut, aber eben nur temporär und mit den entsprechenden "Nebenwirkungen", die Du jetzt auszubaden hast.

Wenn Du es jetzt schaffst, erst mal "Strecke" zu machen, wie Du so schön schreibst. Und gleichzeitig dann beginnst (mit Hilfe) Deine Vergangenheit aufzuarbeiten (was nur Sinn macht und Erfolg haben kann, wenn Du nicht trinkst), dann tust Du ja genau das, was so wichtig ist: Du machst dann mehr als nur nicht mehr zu trinken! Du versuchst dann, an die Gründe heran zu kommen. Du schaust dann genauer hin.

Alles Gute weiterhin für Dich. Lass das erste Glas stehen!

LG
gerchla
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Daun 2020

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Re: Vorstellung
« Antwort #24 am: 04. Februar 2021, 20:30:03 »

Hallo
Randy
Erst mal Willkommem hier im Forum
Das ist der Erste Richtige  Schritt in die Richtige Richtung um vom Alkohol wegzukommen.
Einem nach dem Anderen.
Es ist schon viel Geschrieben worden,aber was Gelcha Schreibt finde ich wichtig und auch Wertvoll.
Das du dein Umfeld in Kentniss setzt,das du keinen Alkohol mehr Trinkst,hört sich zwar im Ersten Moment so an,geht doch gar nicht,
du brauchst ja erst mal nur deinen engeren Kreis davon zu berichten,Schmeiß einfach deine Schamgefühle über den Haufen,aber du wirst sehen wenn du das erst mal geschafft hast,wird vieles Leichter als du dir Ausgemahlt hast.
Es passen die Menschen mit dehnen du im Engeren Kreis verkerst auf dich auf und achten mehr auf dich wie du vielleicht für Möglich gehalten hast.
Leses hier und gehe deinen Weg nimm alles Mit was dir Hilft Trocken zu werden alles ist dazu Legitim finde ich zumindest.
LG
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Rekonvaleszent

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Re: Vorstellung
« Antwort #25 am: 04. Februar 2021, 22:20:14 »

Das du dein Umfeld in Kentniss setzt,das du keinen Alkohol mehr Trinkst,hört sich zwar im Ersten Moment so an,geht doch gar nicht,
du brauchst ja erst mal nur deinen engeren Kreis davon zu berichten,Schmeiß einfach deine Schamgefühle über den Haufen,aber du wirst sehen wenn du das erst mal geschafft hast,wird vieles Leichter als du dir Ausgemahlt hast.

Die Frage, wen man alles informiert, wird sehr unterschiedlich gehandhabt. Ich habe in Abstimmung mit meinem Therpeuten nur den allerengsten Kreis in Kenntnis gesetzt und der ist sehr überschaubar.

Es passen die Menschen mit dehnen du im Engeren Kreis verkerst auf dich auf und achten mehr auf dich wie du vielleicht für Möglich gehalten hast.

Ich habe es nie als Aufgabe Dritter gesehen, auf mich aufzupassen, damit ich nicht rückfällig werde. Das muss ich schon selbst hinbekommen. Die Verantwortung für meine Abstinenz trage ich ganz allein, so wie ich sie auch für meine frühere Saufperiode übernehme. Diese Aufgabe kann ich nicht auf Dritte deligieren, um sie in die Verantwortung zu nehmen oder gar zu zwingen, eine Last zu tragen, die sie gar nicht schleppen wollen oder mangels detaillierter Kenntnis der Krankheit auch gar nicht können.

Wohl gemerkt: Das ist mein Weg, den ich jetzt jahrelang unfallfrei bescheite. Ich finde ihn gut und gangbar. Das heißt jedoch nicht, dass er für jedermann geeignet und beherrschbar ist.

Gruß
Rekonvaleszent

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Elly

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Re: Vorstellung
« Antwort #26 am: 05. Februar 2021, 01:01:12 »

Hallo Randy,

willkommen bei uns im Forum!

Du hast bereits viele Anregungen bekommen. Doch den Weg in ein neues, trockenes Leben musst Du selbst gehen!

Ich kann Dir jetzt hier nicht sagen, wie Du es schaffst diese Sucht zu überwinden.
Ich würde es gerne, sehr gerne aber ich kann es nicht. Ich weiß ja noch nicht mal selbst so ganz genau,
warum ich plötzlich am Tag X (völlig ungeplant) beschlossen habe: Jetzt ist es vorbei - und das war es dann auch,
bis zum heutigen Tag und hoffentlich für den Rest meines Lebens.

Genau so war es bei mir vor etwas über 8 Jahren. Mir ging es körperlich und seelisch
so schlecht, dass mein Körper sicher nicht mehr lange mitgemacht hätte.

Versteht mich nicht falsch, ich will nicht mehr trinken! Es gibt mir schon lange nichts mehr.
Aber spätestens nach drei Tagen abstinenz kommen die üblichen Standardgedanken zurück...
So schlimm war/ist es nicht, der und der trinkt wesentlich mehr... Etc. etc. ihr kennt das ja.

Ich lasse heute die Flasche zu! Und morgen ist ein anderer Tag.

Genauso solltest Du es handhaben, wenn Du das wirklich, ernsthaft willst.

Jeden Tag das erste Glas stehen lassen!

Und für die Momente, an denen Du meinst schwach zu werden, halte Dir vor Augen
wie es weitergehen könnte... Nur noch bergab!

Lenke Dich ab, schreibe hier Deine Gedanken auf und trinke viel Alkoholfreies, das
nimmt den Druck!

LG Elly
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Das Leben ist nicht immer einfach, aber eindeutig einfacher ohne Alkohol zu bewältigen!

Randy-1983

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Re: Vorstellung
« Antwort #27 am: 05. Februar 2021, 09:13:24 »

Guten Morgen zusammen.

Erst einmal ein Hallo an Daun und Elly die neu in meinem Faden hinzu gekommen sind.

Vielen Dank an euch und vor allem Gerchla, du bist wirklich sehr bemüht!

Das erste Glas blieb auch gestern stehen.

@Gerchla: Du hast mich gefragt ob ich zu einer Therapie bereit wäre. Wenn du damit eine gezielte Langzeit/Ambulante Alkoholtherapie meinst dann möchte ich das nicht grundsätzlich ablehnen. Ich denke nur, und das auch nach den mit der Suchtberatung durchgeführten Gespräche, es wäre für mich zielbringender erst einmal meine Psych. Probleme in Angriff zu nehmen. Natürlich ist mir klar das dies nur funktionieren kann wenn ich keinen Alkohol nebenbei konsumiere. Ich habe mich in letzter Zeit auch vermehrt mit dem Thema Depression beschäftigt und diese war bei mir def. schon in frühen Kindheitstagen ausgeprägt. Ich habe mir vorgenommen dies mal auch "körperlich" abklären zu lassen. Das nur nichts trinken bei mir nicht ausreicht ist mir auch bewusst geworden. Daher wird der erste Weg den ich nun angehe ein erneutes Bemühen um einen Therapieplatz bei einen Psychologen sein. Ich hoffe dieser kann mich dann parallel irgendwo vorstellig machen wo die körperliche Komponente einmal ausgeleuchtet wird. Es auch nicht so das ich nur getrunken habe weil es mir mental nicht gut ging. Es waren eher diese "langweiligen, gleichgültigen, stumpfen Gefühlslagen. Das ist evt. ein bisschen seelisches "Ritzen". Schmerz zufügen mit Saufen um es dann wieder auszukurieren. Man trinkt und fühlt sich gut, dann kommt die Scham und anschliessend die Freude wenn es sich wieder bessert...
Ich hoffe das ist irgendwie nachvollziehbar.

Ich wünsch euch einen schönen Tag!
Heute lass ich die Flasche zu!

Viele Grüsse
Randy
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