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Autor Thema: Vorstellung  (Gelesen 3172 mal)

Gerchla

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Re: Vorstellung
« Antwort #15 am: 07. Januar 2021, 12:41:50 »

Hallo Heimweh,

ich möchte Dir, nachdem ich Deine emotionalen Zeilen jetzt mehrmals gelesen habe, meine Gedanken dazu mitteilen. Ich tue das als Außenstehender und weiß, dass ich mich deshalb recht leicht rede. Aber wenn ich wirklich neutral auf das blicke was Du berichtest, dann muss ich einfach immer wieder den Kopf schütteln. Nicht deshalb, um damit zu signalisieren wie naiv Du bist (denn das wäre vermessen) sondern weil mich sein Verhalten einfach immer wieder an meine Trinkerzeit erinnert. Sein ganzes Verhalten erinnert mich an das Verhalten eines aktiv trinkenden Alkoholikers. Und sollte er tatsächlich nicht trinken, dann ist er zumindest im Kopf noch vollkommen nass. Oder aber es sind sein grundsätzlichen Charakterzüge, die man hier wahrnehmen kann, was die ganze Sache im Grunde ja noch schlimmer machen würde. Damit wäre ja sozusagen jede Hoffnung auf Veränderung erst mal erledigt.

Aber ich will mal versuchen auf einzelne Punkte einzugehen:

Zitat
Seine Aussage, ich weiß jetzt sagte er, dass ich nie wieder trinken möchte und die Therapie mache ich eben dann ...nach Corona.
Ich dachte er vera...... mich und hält mich für blöd.
Diese Gedanken von Dir empfinde ich als absolut berechtigt. Wenn ein Alkoholiker davon spricht nicht mehr trinken zu wollen, dann braucht man darauf nichts geben. Es zählen nur Taten, sonst nichts.

Zitat
Ich hatte aber in der Zwischenzeit der Trennung Kontakt zu einem anderen Kollegen, der aus berufl. Sicht mit ihm im engen Kontakt bleiben musste.
Er schrieb mir, dass mein Partner Plätze sucht und auch wegkommt.
Dann hieß es, nein die Therapie in einer Klinik sei falsch notiert.
Da er mich in der Trennungsphase immer versucht hatte aufzusuchen, ich nenne es stalken, habe ich irgendwann beschlossen nachzufragen, was er will.
Nun ja, hört sich für mich erst mal verwirrend an. Wie, die Therapie wurde falsch notiert? Und wieviel kann ein Arbeitskollege eigentlich wissen? Auch wenn er noch so eng mit ihm zusammen arbeitet. Meine engsten Arbeitskollgen wussten vor mir nur das was ich wollte das sie wissen. Ansonsten haben sie mir JEDE meiner Lügen abgenommen. Bis zum Schluss. Alkoholiker sind nun mal einfach die besten Lügner die Du auf dieser Welt finden kannst.

An dieser Stelle wäre es besser gewesen, wenn Du nicht nachgefragt hättest. Davon bin ich überzeugt. Und ihm einfach sein Leben selbst hättest leben lassen. Jetzt ist es natürlich quatsch im Nachhinein darüber zu diskutieren, jedoch kann es eine wichtige Erfahrung für Deine zukünftigen Entscheidungen sein.

Zitat
Ich war so wütend über alles. So veras.... fühlte ich mich. :-[ Heute noch..
Das ist auch der Grund gewesen, warum ich Kontakt aufgenommen hatte, das zu der Frage.....heute ist die Wut noch größer und ich habe starke Weinphasen, weil ich immer noch manipuliert werden von ihm. Hatte das in den letzten Wochen schon wieder nicht wirklich gemerkt. Ich dachte er braucht vielleicht mehr Zeit....
Doch nach drei Monaten spazieren gehen, so die Aussage meiner Beratungsstelle, hat er mich hingehalten...ich habe mich hinhalten lassen... nixweiss0
Ich mag es selber nicht unter Druck gesetzt zu werden und deshalb habe ich weiten Grenzen... :-[ Nicht gut ..ich weiß und lerne es.

So fühlt es sich an....Wut, Verzweiflung....traurig sein.
So ganz verstehe ich den Inhalt dieser Zeilen nicht. Aber ich lese die Emotionen heraus, die Du beim Schreiben hattest. Weißt Du, es ist gut, wenn solche Emotionen, wie z. B. Wut oder auch Trauer auch mal zugelassen werden, wenn man sie auch mal auslebt. Auf Dauer jedoch werden sie DICH kaputt machen. Ihn übrigens nicht, er scheint sich ja gut abgegrenzt zu haben.

Du darfst aus meiner Sicht also Deinen Emotionen, vor allem eben auch diesen negativen Emotionen, durchaus einen Raum geben. Sie zulassen und sie spüren. Aber solltes auch dazu kommen, sie zu verarbeiten um wieder nach vorne schauen zu können. Aktuell passiert das aber bei Dir nicht, weil Dir selbst immer wieder neu diese Emotionen in Dein Inneres holst. Und das machst Du dadurch, dass Du Dich nicht vom ihm abrenzt und ihn nicht loslässt. Du hälst an ihm fest und das obwohl alles was Du hier schreibst gegen eine Beziehung zu diesem Menschen spricht. Ich gehe gleich noch auf ein paar Dinge diesbezüglich ein. Du selbst lieferst Dir Gründe, warum Du noch mit ihm Kontakt "brauchst". Willst noch was klären, willst noch irgendwas verstehen, willst halt einfach nicht loslassen. Oder kannst es nicht, was die Sache nicht einfacher macht.

Das hier ist so ein Beispiel:

Zitat
Was ich wollte nach der Trennung?....eine Aussprache!!
Wieso willst Du NACH der Trennung eine Aussprache? Die ist doch wenn, dann vor der Trennung wichtig. Ihr solltest doch vorher reden und nicht erst wenn eine Trennung vollzogen ist. Trennung bedeutet getrennte Wege gehen und nicht darüber nachdenken oder reden wieso, weshalb, warum... Das sollte man doch idealerweise vorher tun.

Und dann passierte das:
Zitat
Er kam mir sehr "weich" entgegen und sagte mir, wenn du reden willst gerne....möchtest du das?
Ja, er kennt eben die Knöpfe, die er bei Dir drücken muss. Und wieder muss ich sagen: ganz typisch für einen Alkoholiker. Ich kannte auch alle Knöpfe und Schalter bei meiner Frau und wusste sie bestens zu bedienen. Manipulation pur. Hoffnung keimte in Dir auf, Du wurdest weich, er hatte sein Ziel mal wieder erreicht.

Und dann, das hier:
Zitat
Er lügt weiter ...er macht weiter sein Ding...er macht es ohne mich und er spricht nicht mit mir.
Logisch und wieder typisch für einen Alkoholiker. Und welche Konsequenzen ziehst DU jetzt für DICH daraus? Immernoch auf eine Aussprache drängen, immer noch reden wollen? Wieder darauf warten, dass er Herzchen in Deine Augen zaubert um Dich dann doch wieder abzuservieren? Dieses Spielchen können Alkoholiker unendlich lange treiben. Ja ich weiß, Du glaubst er trinkt nicht mehr. Selbst wenn das stimmt ändert es nichts an seinem Verhalten. Wo bleibst eigentlich DU bei der ganzen Sachen?

Zitat
Ich denke aber nicht, was ihr denkt....denn ich kann zu allen Zeiten anrufen und er ist immer nüchtern. Sehe ich an den Nachrichten und an seiner Stimme...
Nun, ich möchte nicht so vermessen sein Dir hier zu widersprechen. Sein Verhalten spricht aber eine andere Sprache. Kann es möglich sein das er auf etwas anderes umgestiegen ist? Da bin ich glücklicherweise kein Profi und habe hier keine Erfahrungen.

Zitat
Er sagt mir, dass er sich den Tag so doll voll packt, damit er kaum Zeit hat. Arbeiten bis er umfällt, bloß kein Homeoffice und anschließend im Haus renovieren. Dann geht er seinem Hobby nach ......er hat gefühlte 1000 Hobbies....
Am Abend immer das selbe Ritual seit neusten....immer einen Film schauen bis spät in die Nacht ....
Als ich das hier las, liebe Heimweh, musste ich sofort an mich selbst und an mein Doppelleben in den letzten Jahren meiner Sucht denken. Gott was hatte ich alles zu tun, was war ich unterwegs, wie viele Dienstreisen ich doch hatte. Aber nicht mal die Hälfte davon hat gestimmt. Ich hatte alles erfunden um MEINE RUHE zu haben. Um alleine sein zu können, um risikolos trinken zu können, um das tun zu können was ICH tun wollte.

Und selbst wenn das alles stimmt was Du da schreibst oder er Dir erzählt: So ein Verhalten ist genau das Falsche für einen frisch trockenen Alkoholiker. Sich in Arbeit und Hobbies zu stürzen anstatt sich mit sich selbst und seiner Sucht zu beschäftigen um diese ein für alle mal richtig aufzuarbeiten, kann bei so einen Verhalten nicht stattfinden. Und somit ist die Gefahr, dass er irgendwann dann mal wieder derart überfordert ist, dass er wieder zum Alkohol greift, extrem hoch. Und Gedanken über seine Zukunft, über sein Leben oder gar über EURER Leben zu machen lässt so ein Verhalten auch nicht zu.

Zitat
Ich habe früher wie heute erkannt, dass er wenn ich ihn durchschaue, böse wird und er mich damit einschüchtert. Oder mir schnell etwas ganz liebes sagt, damit ich bleibe.

= typisches nasses Verhalten eines Alkoholikers.

Man könnte also zusammen fassen: Selbst wenn er tatsächlich nicht mehr trinken sollte, hast Du trotzdem einen Menschen an der Seite, der sich so verhält als würde er trinken. Damit hast Du NICHTS, ABSOLUT NICHTS dadurch gewonnen, dass er jetzt nicht mehr trinkt.

Ich kann also nur nochmal auf das verweisen, was ich Dir bereits in meinen anderen Post geschrieben habe: Lass ihn los und kümmere Dich um Dein Leben. Je früher Du das tust, desto länger hast Du was davon. Dabei ist es ganz wichtig, dass Du mit ihm und der gemeinsamen Vergangenheit Frieden schließt um abschließen zu können (hierzu kannst Du Dir ggf. auch professionelle Hilfe holen). Lass Deinen Emotionen gerne nochmal freien Lauf aber versuche dann aber auch abzuschließen. Lass nicht zu, dass sie dich wieder und wieder ereilen und Dein Leben und Deine Zukunft belasten. Ganz wichtig ist hier, dass Du ihn nicht immer wieder "freiwillig" in Dein Leben zurück holst. Im Gegenteil: schließe ihn bewusst aus und lass ihm wissen, dass Du keinen Kontakt mehr zu ihm haben WIRST. Und wenn Du es dann noch schaffst ihm zu VERGEBEN (und vielleicht auch Dir selbst, das kann ich nicht beurteilen), dann bist Du wirklich frei.

Ihr habt keine gemeinsamen Kinder, nichts, dass es nötig machen würde, dass ihr Euch nochmal sehen/austauschen müsstet. Das war/ist bei mir ganz anders und meine Ex-Frau stand da nochmal vor einer ganz anderen Herausforderung. Du kannst es beenden und neu beginnen.

Das waren meine Gedanken. Alles Liebe und Gute für Dich.

LG
gerchla
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AmSee13

  • Gast
Re: Vorstellung
« Antwort #16 am: 07. Januar 2021, 18:20:24 »

Hallo Heimweh,
ich halte dich gewiss nicht für naiv. Ich weiß, dass und wie sehr man aus den unterschiedlichsten Gründen in einer Beziehung verstrickt sein kann.
Gerchlas Beitrag an dich hat tief in mir etwas berührt und ich kann all das, was er geschrieben hat, aufgrund meiner eigenen Erfahrungen nur stützen.
Ich habe ebenfalls kennengelernt, wie manipulativ ein Alkoholiker sein kann, was er sich so alles zusammenlügen, wie aggressiv und wie egoistisch er sein kann.
Er tut das nicht unbedingt, weil er böse ist, sondern weil er durch den Alkohol in seinem Wesen verändert ist. Diese Veränderung bemerkt er selbst übrigens nicht. Ich beschäftige mich aus mehreren Gründen zur Zeit intensiv mit dem Thema Alkoholismus und die Erkenntnis, wie sehr Alkoholmissbrauch einen Menschen in seinem Wesen verändern kann, ohne dass er selbst sich dessen in diesem Umfang überhaupt bewusst ist, erschreckt mich derzeit sehr.
Mir hilft dieses neue Wissen zu verstehen, aber auch selbst in Zukunft die Finger vom Alkohol zu lassen.

Übrigens verhielt sich mein Vater unter dem Einfluss eines gewissen Medikaments, das zumindest damals beim Entzug häufig verabreicht wurde und mit dem mein Vater ähnlich missbräuchlich umging wie mit Alkohol, ähnlich wie unter Alkohol, nur dass gewisse andere Anzeichen nicht erkennbar waren. Ich hatte zuletzt einen fürchterlichen Streit mit ihm, als ich ihm auf den Kopf zusagte, dass er was genommen hat, und er das leugnete. Er hatte noch nie geleugnet, etwas genommen zu haben, wenn ich ihn darauf ansprach. Dass er dicht war, steht außer Zweifel.
Es mag durchaus sein, dass dein Ex nicht mehr trinkt. Ich kann das überhaupt nicht beurteilen, ob er trinkt oder nicht. Ich schreibe dir das mit dem Medikament nur zu deiner Information.

Wie wichtig es ist, auf sich selbst zu achten, habe ich erst nach schwerer Krankheit mühevoll gelernt und deshalb war es mir wichtig, dich darauf anzusprechen, wo DU eigentlich bei dem Ganzen bleibst.

Viele Grüße
AmSee
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ichso

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Re: Vorstellung
« Antwort #17 am: 07. Januar 2021, 19:48:31 »

Hallo Heimweh,

ich will gern etwas klarstellen. Da ich sowohl Betroffene als auch Angehörige bin und wenn dann noch "Aufregung" hinzu kommt, sprudelt es manchmal etwas durcheinander aus meinem Kopf.

So auch, als ich schrieb "noch dümmer/ängstlicher als du". Das ist nicht meine trockene Meinung, und schon gar nicht die Meinung einer Frau, die vor langer Zeit so "geliebt" hat, dass sie dachte, sie müsse sterben (also im tatsächlichen physischen Sinn), wenn die Beziehung zu Ende geht. Meine Kinder und ich haben über Jahre gelitten wie die Hunde.

Aber ich kann mich auch blitzschnell in eine/n Säufer/in hineinversetzen, weil ich das ja auch mal war.

Soll heißen: Es kann einem wahrscheinlich beziehungsunfähigen (damit meine ich jetzt deinen Freund) Menschen nichts besseres passieren, als das der Gegenpart (Nomen est Omen?) ängstlich ist und wider besserem Wissen handelt.
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Rina

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Re: Vorstellung
« Antwort #18 am: 09. Januar 2021, 07:53:34 »

Guten Morgen Heimweh,

Wie geht es dir? Kannst Du mit den Antworten hier etwas anfangen?
Diejenigen die dir hier geschrieben haben kennen die Krankheit Alkoholismus leider nur zu gut, aus eigenem Leiden und/oder als Mitleidende wie du es bist.
Alkohol verändert den Menschen, er greift in die Psyche ein, verändert Chemische Strukturen, Prozesse...wenn man will findet man da wieder raus, es muss aber erarbeitet werden, bei den allermeisten mit externer Hilfe. Es ist eben nicht einfach damit getan nichts mehr zu trinken, es braucht mehr. Dieser Weg ist lange, jemand hat hier mal geschrieben er ist genauso lange wie der Alkohliker getrunken hat. Selbst wenn dein Partner trocken sein sollte (was ich nach wie vor bezweifle) merkst du ja selbst auch, dass sich sein Verhalten nicht geändert hat. Falls er sich zur Zeit trocken kämpft aber so gar nichts für sein neues abstinentes Leben tut, kann es nicht gut kommen.

Als ich noch trank, wusste ich zwar was ich meiner Familie antue, das Ausmass war mir aber längst nicht bewusst. Trotzdem dachte ich damals immer wieder, dass mein Mann jederzeit gehen könnte und ich hätte es durchaus verstanden! Aber die Sucht war zu dem Zeitpunkt noch zu stark, ich war noch nicht soweit. Heute sind wir eine glückliche Familie, immer noch auf dem Weg, jeder muss mit der Krankheit und der Vergangenheit klar kommen. Es ist möglich wenn man sich intensiv damit auseinandersetzt, es erfordert aktives Handeln. Du kannst hier im Forum bei all den Langzeit-Abstinenten lesen, dass sie an sich gearbeitet haben...und sie heute sehr glücklich leben. Bei deinem Mann sieht das alles irgendwie nicht danach aus. Du kannst davon ausgehen dass die Zukunft nicht rosig aussieht. Man muss sich das nicht antun, man kann natürlich nur hilft es weder deinem Partner und noch weniger dir. Hilfe durch Nicht-Hilfe, sagt dir das was? Man kann durch seine Präsenz auch eine Bremse sein weil man dem Kranken an seiner eigenen Heilung im Weg steht.

Und schlussendlich geht es aber um dich und dein Leben, du hast nur eines. Was willst Du? Ich sage es ganz schroff: Du kannst dich weiterhin an deinem Partner „abrackern“, es wird nur nichts bringen. Weder für dich noch für ihn.

Ich wünsche dir alles Gute, ich wünsche dir den Mut dich um dich und deine Lieben zu kümmern, du hast es verdient glücklich zu sein!

Rina
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Heimweh

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Re: Vorstellung
« Antwort #19 am: 09. Januar 2021, 13:01:52 »

Hallo zusammen :),
danke mir geht es gut wenn nicht gleich sogar viel besser. 44.

Was ich weiß ist, dass ich das so auf keinen Fall mehr möchte.
Das hatte ich schon mehrfach hier geschrieben , dass ich mich zurück gezogen habe.
Das fühlt sich auch  richtig an.  :)

Ich habe weder noch etwas von ihm gehört seit Silvester noch werde ich mich melden.

Seine Sachen stehen immer noch hier bei mir, nun bereits im Keller.
Er fragt nicht danach und sein Versprechen hat er nicht gehalten.
Er wollte meiner Tochter helfen bei ihrem Auto.
Nichts gehört und nichts gesehen von ihm ... nixweiss0
Abgetaucht wie früher zum Saufen....


Wenn ich jetzt nur mal so als Beispiel schreiben würde, hey was ist los, geht es dir gut? Du wolltest doch noch dies und das machen ...warum meldest du dich nicht....Die Antwort wäre....Warum sollte ich mich melden, ich kann das doch von dir genauso sagen  nixweiss0 ;D ;D ;D ;D

Das hatten wir in den letzten Wochen eins zu eins genau so...ich hatte nett geschrieben und er hatte bösartig zurück geantwortet....und noch blöde Sprüche darunter geschrieben, dass es solche Situationen früher auch gab und er normaler weise dann getrunken hätte ...darüber sollte ich erstmal nach denken....!!!

Ich habe in meinem Leben schon viel erlebt aber solch eine Antwort hat mir echt die Sprache verschlangen...
Schuldzuweisung ...du meldest dich nicht bei mir, dann hätte ich ja wieder fast getrunken ... ;D ;D ;D ;D ;D ;D ;D ;D ;D ;D ;D ;D ;D nixweiss0   Das war die größte Frechheit.

Deshalb fühlt sich mein Leben wirklich gut an zur Zeit.
Das lasse ich nie wieder zu solche Sprüche.
Für mich ein Zeichen , er hat nichts aber auch gar nichts gemerkt und gelernt!!
Frage mich was die Therapie überhaupt bringt?

Als wir Kontakt hatten, fühlte es sich genauso an wie in der Zeit, als er getrunken hatte.

Manches ist für mich noch schlimmer, die Verachtung mir und meinen Kindern gegenüber, die er wie oben das Beispiel ( Auto) geschrieben durchzieht.

Diese Lügen die weitergehen.
Ich fand die Antwort von Gerchla auch sehr wertvoll. 44.
Ich werde da auf jeden Fall noch mal drauf eingehen und auch auf die anderen ähnlichen Nachrichten.
Sie unterstützen mein Handeln, meine Gedanken....absolut. 44.

Es ist alles wieder so klar und durchschaubar wie er handelt und warum und wieso dank eurer Aussagen.  44.

Bei mir ist es so, dass ich erstmal erfragen musste bei euch, was da wohl los sein kann bei ihm...das habe ich hiermit getan und ihr habt mir sehr gute Ansätze gegeben.
Deshalb meine Anmeldung in diesem Forum.
Vieles konnte ich nicht alleine verstehen ...habe wieder nichts gemerkt und gedacht das wird schon....

Ich muss immer den Hintergrund wissen warum und wieso etwas so ist wie es ist und was das eigentlich bedeutet... nixweiss0

Im Grunde ist es mir zur Zeit völlig egal , ob er noch trinkt, ein bisschen trinkt oder vielleicht gar nicht trinkt. Sein Verhalten ist gleich wie früher!
 
Soll heißen, ich bin " gelähmt " von dem was wieder abläuft und ich habe mir schon Jahre vorher selber geschworen, dass ich so eine Art von Beziehung / Freundschaft nicht mehr möchte.

Wenn ich mir vorstelle, dass er auch noch Silvester bei uns war ....ich hätte ihn gleich vor die Tür setzen sollen.

Ja geliebt hatte ich ihn mal sehr und ich habe immer nur darauf gehofft, dass es anders wird bei Wegfall des Alkohols.
Seine rechthaberische Art hat sich sogar verstärkt.


Das hatten wir alle schon unabhängig voneinander bemerkt.
Er sagte mir mal, dass er es hasst durch Therapien so unglaublich egoistisch zu werden wie all die anderen. Da musste ich lachen, weil ich ihn noch viel egoistischer finde als früher.

Ich kann nur sagen, mir geht es besser.
Viel besser und sehe klarer. Absolut...
Aber ich werde mich ausführlicher dazu melden.
Danke für die aussagekräftigen Gedanken vor allem an Gerlach ...das ist so wertvoll für mich.

Ich hoffe, dass hier andere Angehörige nachlesen, die sich vielleicht ähnlich " gefangen" gefühlt haben oder noch fühlen.

Bei mir ist es im Augenblick so, dass ich aus dem Käfig der Verstrickungen ausgebrochen bin....dank eurer Hilfe. Ich hätte schon wieder geschaut, was bei mir nicht stimmt und was ich falsch mache, weil es nicht funktioniert.

Da hilft auch nur der Verstand, denn ich muss seine Handlungsweisen verstehen .

LG ..melde mich die Tage

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Heimweh

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Re: Vorstellung
« Antwort #20 am: 18. Januar 2021, 22:17:35 »

Hallo Gerlach und an alle anderen......,
ich habe mir die Tage eine Auszeit "verschrieben".
Hatte aber auch viel um die Ohren.

Natürlich kamen einige Fragen auf und auf deine Hinweise Gerchla habe ich mir innerliche Antworten gegeben.
Es ist so vieles klar geworden. Danke dafür :)
Zwischendurch hatte ich noch Hänger Situationen.

Ich habe noch ein paar Fragen.
Würdest du sagen Gerchla, dass eine ambulante Therapie zu einer Klink eher oberflächlich abläuft?
Wo liegt der Unterschied? Ich weiß wie es abläuft aber ich frage nach den Inhalten der Therapie.
Aufarbeitungen ...?
Reicht wirklich einmal die Woche Treffen um selber zu begreifen um was es eigentlich geht?
Anders ausgedrückt. Wenn zur Zeit keine Therapien ambulant stattfinden, wie kann man dann sagen, dass die Therapie nicht so wichtig ist, denn man muss es einfach auch selber wollen...trocken zu bleiben?
Was haltet ihr von solchen Aussagen?

Ich habe seit Silvester nichts mehr von ihm gehört. Nichts....ich habe ihn nur bei mir in einer Nachbarstraße vorbei fahren gesehen.
Ich habe immer noch seinen Schlüssel und noch so einiges hier von ihm.

Mir wären solche Dinge wichtig, sie wieder zu bekommen... nixweiss0

Mir will nicht in den Kopf gehen warum Therapien nicht bei Corona wie ihr schreibt und wie ich auch von meinen Expartner gehört habe weiterlaufen.

Können sich Launen nach dem trocken werden verschlimmern?
Warum erkennt man nicht nach dem trocken werden, was man eigentlich alles verpasst hat? Was schief gelaufen ist? Wen man vielleicht dadurch auch verloren hat und wie gefährlich das Trinken doch war?
Viele habe es wie ich lesen konnte verstanden warum nicht bei ihm?

LG Heimweh

P:S: Ich würde gerne das Denken und das Fühlen eines trockenen Alkoholikers verstehen lernen.  nixweiss0


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ichso

  • Gast
Re: Vorstellung
« Antwort #21 am: 18. Januar 2021, 23:18:34 »

Hallo Heimweh,

du willst das Denken und Fühlen eines trockenen Menschen verstehen? Wir sind alle verschieden. So kannst du auch fragen, wie eine Brasilianerin tickt, oder ein Mann mit nur einem Fuß. Bestimmt gibt es Ähnlichkeiten bei den Betroffenen. Aber ich glaube, das wird dich nicht weiterbringen.

Was ich mir aber von dir wünsche: Beschäftige dich mit dem Thema "Co-Abhängigkeit", also mit dir und deiner Gesundung bei der Geschichte. Vielleicht kannst du seine Sachen in den Keller packen, dass du sie nicht jeden Tag siehst? Ich lege dir nochmal dringend das Buch "Wenn Frauen zu sehr lieben" ans Herz. Dort sind unter anderem zwei Verlaufskurven bezeichnet. Die eine zeigt die Abhängigkeit des Süchtigen vom Alkohol - die andere Kurve zeigt die Abhängigkeit der Partnerin vom Süchtigen. Die Kurven sind nahezu identisch!

Oder lies hier im Angehörigen-Teil. Tu es für dich. Dann findest du auch wichtige Antworten. In meinem Fall waren sie lebensverändernd. Und ich bin soooooo dankbar dafür.

Netten Gruß,

ichso
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Heimweh

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Re: Vorstellung
« Antwort #22 am: 19. Januar 2021, 00:55:31 »

Ich hatte nach dem Unterschied gefragt, was eine ambulante Therapie ist und für wen sie sein kann und was oder für wen ein Klink Aufenthalt besser wäre?
Logisch, dass es für alle unterschiedlich sein kann.
Wir als Angehörige empfinden auch viele Dinge anders.

Ich würde gerne von euch wissen wie man sich fühlt wenn man zum ersten mal begreift was eigentlich schief gelaufen ist bzw. warum man getrunken hat?

Um den anderen Teil der Co Anhängigkeit liebe " Ich so " kümmere ich mich ( lies mal nach ) und habe dazu bei der Caritas schon seit letztem Jahr Termine, die mir super gut tun. Per Face time . Nennt man das so ?
Online Termine.
Ich war eine Zeit lang in einer Al-Anon Gruppe. :)

Um für mich zu verstehen und wie du sagst gesund aus der Sache zu kommen, möchte ich gerne auch Fragen stellen die zwischenzeitlich aufkommen.
Im Übrigen ist das auch ein wichtiges Thema wie man mir bei der Caritas sagte....... um zu verstehen was vielleicht dadurch auch bei mir abgegangen ist ...emotional.

Ich möchte und werde mich hier nicht, weder bei dir noch bei anderen erklären, warum ich diese Fragen auch für mich brauche.
In unserem Treffen in der Gruppe wurden solche und andere Fragen beidseitig besprochen um jede Seite zu verstehen und jeder auf seiner Weise gesunden konnte.

Wenn du gelesen hättest, dann wüsstest du, dass die Gruppen durch Corona geschlossen sind, sonst hätte ich mir dort schon meine Fragen beantworten lassen.
Wenn wir einmal im Monat mit der AA Gruppe zusammen kamen, waren unsere Umgangsformen immer höflich und respektvoll. Jede Frage war wichtig, niemals falsch und konnte so oft gestellt werden, bis sie verstanden wurde. Nur durch Wissen konnte jeder auf seine Art gesunden.

Ich möchte keinen durch meine Fragen irgendwie zu nahe treten und es muss ja auch keiner antworten. Ich würde mich trotzdem sehr freuen. Ansonsten wenn man hier nicht fragen darf, bin ich wohl falsch hier.

Ich gehe MEINEN Weg und da hilft mir kein Buch. 
Das Buch habe.
Besten Dank ....
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ichso

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Re: Vorstellung
« Antwort #23 am: 19. Januar 2021, 01:03:45 »

Ich hatte deine Beiträge hier gelesen. Und nach bestem Wissen und Gewissrn geantwortet.

ICH bin nicht dein Feind.
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ichso

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Re: Vorstellung
« Antwort #24 am: 19. Januar 2021, 01:04:33 »

muss heißen: Gewissen.
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Risu

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Re: Vorstellung
« Antwort #25 am: 19. Januar 2021, 07:08:25 »

Bist du sicher, dass die Therapie nicht mehr stattfindet oder ist das vielleicht eine Lüge?
Hier in der Ecke findet ambulante Therapie weiter statt, dass ist auch gesetzlich so vorgesehen.
Ebenso Selbsthilfegruppen.

Um eine ambulante Therapie zu machen ist die Voraussetzung, dass man trocken ist.

Wer das nicht schafft, kann das nicht machen und fliegt da schnell raus.
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Viele Grüße,
Risu

Heimweh

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Re: Vorstellung
« Antwort #26 am: 19. Januar 2021, 08:55:49 »

Guten Morgen Risu :),
du das kann ich dir gar nicht sagen.

Meine letzte Info von ihm liegt schon Wochen zurück und da sagte er bereits Anfang Dezember zu mir, dass wegen Corona das wöchentliche Gruppentreffen und das pers. Suchtberatungsgespräch nicht mehr stattfindet.
Bzw. wird er wohl durch die Therapeutin angerufen und am Telefon notdürftig weiter beraten. Aber ob das regelmäßig stattfindet weiß ich nicht. Ob das so stimmt....? Ich fand das auch sehr merkwürdig.... nixweiss0
Ich sage dir auch warum, weil er und ich unabhängig in zwei unterschiedlichen Orten / Städten beraten werden und zwar beide von der Caritas.

Bei uns werden die Gespräche bei der Caritas durch Sozialpädagogen angeboten.
Sie beraten Betroffene mit Suchtproblemen Drogen, Alkohol ect. und wenn die Beratungsstelle noch Kapazitäten hat dann auch noch die Angehörigen. Bei uns in der Stadt haben die Menschen mit Suchtproblemen erste Priorität.

Da ich keinen Platz zur Beratung bekam, werde ich z.B. in einem Nachbarort auch von der Caritas beraten.
Dort bekommt man pers. Termine die ca 1 - 1 1/2 Stunden dauern.
Durch Corona bekomme ich nun eine Einladung per Mail und wir können uns dann per Videokonferenz -Meeting treffen.  An diesen Besprechungen kann man sich über eine Webcam sehen und miteinander sprechen. Ich denke, dass ist euch bestimmt bekannt.

Das ist wunderbar, weil man dann den direkten visuellen Kontakt hat und für mich ist es so als wäre ich pers. vor Ort.

Ich hatte meinen Berater im Dezember gefragt, warum die Caritas solche Unterschiede macht, denn dies könnte man meinem Expartner und anderen mit Suchtproblemen auch so anbieten.
Er hat das auch nicht verstanden, den eigentlich arbeiten die Berater alle ähnlich sagte er mir... nixweiss0

Du könntest also Recht haben.... nixweiss0
Was ich weiß ist, dass mein Berater auch keine Gruppen mehr in dieser Zeit betreut, weil es zu gefährlich ist.
Aber auch er geht so wie bei mir mit den Betroffenen per Video Meeting vor.
Was aktuell bei meinem Partner abläuft weiß ich nicht, weil ich keinen Kontakt zu ihm habe.
Seine letzte Aussage war, dass er bald seine einjährige Therapie beendet hat.
Er hätte wohl schon einen Antrag gestellt, damit es weiterläuft.
Die gemeinsamen Beratungstermine mit Partner oder Familienangehörigen wollte er nicht.
Seine Begründung war, dass er den Weg alleine gehen möchte.
Außerdem möchte er das alles geheim halten, denn seine Therapeutin weiß gar nicht, dass er sich mit mir regelmäßig getroffen hatte.



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Risu

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Re: Vorstellung
« Antwort #27 am: 19. Januar 2021, 09:07:16 »

Liebe Heimweh,

du versuchst das alles zu verstehen, was da läuft. Aber letztendlich wirst du es nie verstehen könne, wenn er nicht ehrlich sein will. Und ob er selber überhaupt versteht, was er da veranstaltet ist auch fraglich.

Nach dem was du schreibst, würde ich diesem Mann erst mal garnix glauben. Das hört sich alles komisch an, was er dir erzählt und ergibt keinen Sinn. Warum erzählt er in der Therapie nichts von dir?

Wenn du das Gefühl hast, da stimmt irgendwas nicht bei dem was er erzählt, dann vertrau auf dein Gefühl. Wahrscheinlich hast du Recht.

Aber dabei bleibt es dann auch.

Ich weiß es ist schwer mit etwas abzuschließen, was man nicht versteht, aber... mach es einfach!

Da ist nix zu holen bei dem Mann, außer er will es und er kämpft dafür.

Wenn er das nicht macht, vergiss es.

Schau nach vorne. Es gibt so viel mehr im Leben zu entdecken.
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Viele Grüße,
Risu

Heimweh

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Re: Vorstellung
« Antwort #28 am: 19. Januar 2021, 10:44:18 »

Hallo Risu,
ja da ist nichts zu holen bzw. fühlte sich das schon im Dezember alles sehr verlogen an, deshalb hatte ich mich ja auch hier angemeldet. Ich war mit mir und von dem was er von sich gab völlig überfordert. Wenn ich etwas in Frage gestellt hatte, wurde er mir gegenüber lauter und aggressiver. Danach habe ich nie mehr gefragt...wurde stiller , nachdenklicher und trauriger.

Die oberflächlichen Treffen gingen weiter bis zu dem Tag, als er vor meinen Augen telefonierte und seine Familie anlog, weil er nicht sagen wollte, dass er gerade aktuell bei mir war.

Danach hatte ich mich entschieden, für mich zu bleiben.
Alles stank nach Lügen. Soll so ein Neuanfang aussehen?
Nein, das ist mir nun klar, so auch Gerchlars Aussage, dass ich das überprüfen sollte.
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Gerchla

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Re: Vorstellung
« Antwort #29 am: 19. Januar 2021, 13:03:31 »

Hallo Heimweh,

ich will mal versuchen, Dir meine Gedanken zu schildern. Erst mal möchte ich Dir sagen, dass ich die gleichen Gedanken habe, wie sie auch Risu Dir gegenüber schon geäußert hat. Ich stelle mir nämlich ernsthaft die Frage, ob er überhaupt eine Therapie macht. Wie ich mir auch schon die ganze Zeit (ich schrieb es ja schon früher) die Frage stelle, ob er überhaut mit dem Trinken aufgehört hat.

Du stellt ja im Grunde die Frage, welche Therapieform (ambulant vs. stationär) die "bessere" ist. Oder ob beide gleichwertig sind. Nun könnte ich Dir antworten, dass ich dazu nichts sagen kann, weil ich beide Formen selbst nicht in Anspruch genommen habe. Jedoch habe ich mittlerweile mit ganz vielen Menschen gesprochen, die entweder die eine oder die andere Form durchlaufen haben. Nicht wenige sogar beide Formen.

Und ich will Dir sagen, dass ich zu der Erkenntnis kam, dass es hier kein "besser" oder "schlechter" gibt sondern das die Art der Therapie zum Patienten passen sollte. Viel wichtiger ist aber noch, dass der Patient eine Therapie überhaupt machen möchte. Ob die Therapie nun ambulant oder stationär statt findet hat oft auch etwas mit den jeweiligen Lebensumständen und manchmal auch ganz praktischen Aspekten zu tun. Und einen Platz muss man auch noch bekommen.

Viel wichtiger ist, dass derjenige, der eine Therapie macht, diese auch machen möchte, einen Sinn darin sieht und mitarbeitet. Ob eine Therapie Erfolg hat oder nicht, hängt nicht unbedingt von der Form ab sondern davon, ob der Patient verstanden hat, dass er dort "nur" Hilfe zur Selbsthilfe bekommt. Nicht der Therapeut ist für das Leben des Patienten verantwortlich sondern der Patient selbst ist es. Der Therapeut kann "nur" dabei helfen und unterstützen, dass der Patient lernt, diese Verantwortung auch wieder allumfänglich wahr zu nehmen. Das muss der Patient aber auch wollen. Im Klartext: Wenn ein Trinker nur deshalb eine Therapie macht, dass er halt eine macht oder weil man das von ihm verlangt hat, dann wird sie aller Voraussicht nicht erfolgreich sein (ab und an ändert sich während der Therapie die Einstellung des Trinkers, jedoch oft eben auch nicht).

Ein Therapeut macht hier nichts anderes als seinen Job. Und sein Job ist es hier, den (idealerweise willigen) Patienent das Rüstzeug für ein Leben ohne Alkohol mit zugeben. Verantwortlich für die erfolgreiche Umsetzung ist dann aber jeder Betroffene selbst.

Es ist müßig über all das zu diskutieren. Denn all das hilft DIR keinen Millimeter weiter. Und so möchte ich das aufgreifen, was ichso Dir ebenfalls schon geschrieben hat: Schau bei DIR bitte mal ganz genau hin und beschäftige Dich mal mit dem Thema Co-Abhängigkeit.

Das ist eine ernstzunehmende Krankheit und ich stelle mir jetzt schon die Frage, inwieweit Du davon betroffen sein könntest. Denn was hier bei Dir gerade passiert ist ja nichts anderes, als dass Du mit Deinen Gedanken sehr stark bei ihm bist.

Und da stellt sich mir natürlich die Frage, warum das (schon wieder/noch immer) so ist. Was hilft es Dir, wenn wir Dir all Deine Fragen beantworten? Was würde es Dir bringen, wenn Dir hier jemand schreibt, dass er der Meinung ist, dass eine ambulante Therapie nicht so viel bringt wie eine stationäre, oder umgekehrt. Was würdest Du mit so einer Aussage dann anfangen? Hoffnung schöpfen? Wenn ja, Hoffnung auf was?

Weißt Du, dass erinnert mich jetzt auch an die Geschichte, dass Du NACH Eurer Trennung noch klären wolltest, wieso weshalb warum. Das ist ähnlich und auch hier stellte ich mir die Frage: was soll das denn dann bitte noch bringen, wozu soll das noch gut sein?

Und jetzt ist es für mich ein ähnliches Muster. Du willst oder kannst nicht los lassen.

Warum stellst Du ihn nicht einfach ein Ultimatum? Wenn die Sachen bis xx nicht abgeholt sind, dann wandern sie in den Müll. Punkt. Hat meine Ex-Frau übrigens genau so gemacht. Denn Schlüssel steckst Du in die Post, Einschreiber, und schickst ihm. Ende Gelände.

Das kannst Du nicht, oder? Du hoffst darauf, dass er kommt, dass er ihn persönlich abholt, dass er sein Zeug persönlich abholt und Du ihn dabei sehen und sprechen kannst. Vielleicht, ja vielleicht hat sich bei ihm ja was verändert, vielleicht gibt es ja doch noch Hoffnung..... Sind das Deine Gedanken? Bitte verstehe mich nicht falsch, ich will Dich keinesfalls mit diesen Zeilen angreifen. Es sind nur meine Gedanken und ich möchte Dich dazu animieren, selbst genau darüber nachzudenken. Und wenn es so ist, zu überlegen, was das eigentlich für Dich bedeutet. Hier möchte ich wieder die von ichso bereits erwähnte Co-Abhängigkeit in Dein Gedächtnis bringen.

Auch was die Frage nach den Launen eines trockenen Alkoholikers betrifft. Auch hier hat ichso eine für mich sehr zutreffende Antwort gegeben. Jeder ist anders, egal ob trockener Alkoholiker oder lebenslanger Abstinenzler der niemals auch nur einen Tropfen Alkohol getrunken hat. Ich selbst meine von mir sagen zu können, dass ich gar keine Launen hatte, eher einfach nur Phasen wo es mir besser oder schlechter ging. Wie übrigens bei jedem anderen Menschen auch. Ich kenne aber auch welche, die mir erzählt haben, dass sie teilweise unausstehlich waren und sich selbst nicht leiden konnte. Alle jedoch haben dann dagegen etwas unternommen. Z. B. mit durch Sport einen Ausgleich gesucht oder ein Hobby aufgenommen, etc.

Dein (Ex)Partner, was macht der eigentlich? Du weißt es nicht, er hält Dich komplett aus seinem Leben heraus. Er macht das, was Du eigentlich tun solltest aber nicht willst (oder eher nicht kannst): Er grenzt sich ab! Und sagt: Mein Leben, meine Verantwortung, ich tue was ich will! Und was sagst Du? Du sagst: Sein Leben, ich will sein Leben / Handeln / etc. verstehen, ich will Antworten, ich fühle mich verantwortlich....

Das lese ich aus Deinen Zeilen heraus. Ich empfinde das als nicht gut, als gar nicht gut. Nicht gut für DICH, nicht für ihn. Er macht ja sein Ding....

Und so hängt Dein Leben, Deine Gefühle und Dein Wohlbefinden immernoch von ihm ab. Deine Gedanken drehen sich immernoch um ihn und Du bist noch lange nicht frei, Dich wieder um DICH selbst und um DEINE Belange zu kümmern. Und am Ende, so glaube ich, hoffst Du immernoch, dass er vielleicht doch noch die Kurve bekommt und es einen Neuanfang für Euch geben könnte.

Nun, ich kann (und wollte Dir auch gar nicht) verbieten das zu denken oder zu hoffen. Von außen drauf geschaut sieht es aber einfach nur so aus, als ob Du hier ein riesengroßes Problem hättest, mit Dir und Deinem Selbstwert. Auch wenn Du vielleicht denkst, er hätte ein Problem und Du würdest ja eigentlich nur helfen wollen.

Das Problem hast (jetzt) Du, weil Du nicht mehr in der Lage bist zu erkennen, was für Dich und Dein Leben gut und wichtig ist. Und weil Du Dein Leben von seinem Verhalten abhängig machst.

Liebe Heimweh, ich will Dir das jetzt mal so schreiben. Nicht um Dich anzugreifen sondern ausschließlich um Dir Denkanstösse zu liefern. Wenn Du das alles ganz anders siehst, ich mich irren sollte, dann ist es so. Auch gut, es wäre sogar sehr gut).

Ansonsten wünsche ich Dir einfach nur, dass Du zu DIR und DEINEM Leben zurück findest und Dich in Deinen Fokus rückst. Und ihn ziehen lässt, dorthin wo er hin möchte.

LG
gerchla
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