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Autor Thema: Glossar/Abkürzungen  (Gelesen 27712 mal)

Dietmar

  • Gast
Re: Glossar/Abkürzungen
« Antwort #15 am: 17. Juli 2017, 10:14:21 »

Unter „nassem Denken“ verstehe ich den Zustand, in dem die Gedanken wieder (oder noch) ständig um den Alkohol kreisen.
Typisch ist zum Beispiel die Beschaffungs-Organisation: Habe ich genug Vorrat im Haus, wo bekomme ich den nächsten Drink, usw.

Zum Tiefpunkt möchte ich anmerken, dass dieser Begriff im Zusammenhang mit Alkoholismus meist mit dem Adjektiv „persönlicher tiefster Tiefpunkt“ verwendet wird.
Also dem „persönlichen Tiefpunkt“, bei dem der Betroffene für seine Verhältnisse nicht mehr tiefer in seinen (auch entweder oder) sozialen, gesellschaftlichen und gesundheitlichen Belangen sinken kann. (Wohnung, Arbeitsplatz, Führerschein, Familie, usw. verloren)

Bzgl. Trockenrausch, ein Begriff, den vor allem die Anonymen Alkoholiker geprägt haben, gibt es viele verschiedenen Auslegungen.
Ich persönlich favorisiere die Feststellung, dass ein Betroffener, der sich im sogenannten Trockenrausch befindet, in seinem Wesen und seiner gesamten Persönlichkeit zurück in das nasse Verhalten fällt.
Besonders auffällig dabei ist m. E. die Großspurigkeit und völlige Selbstüberschätzung, aber auch ein regelrechter Größenwahn und Rechthaberei.
Bemerkenswert am Trockenrausch – ebenso wie bei „nassem Denken“ – ist, dass diese „Rückfälle“ auch durchaus nach langer Zeit einer erfolgreichen Trockenheit auftreten können.

Neue Vorschläge:

Rückfall

Einen Rückfall bezeichnet man die Wiederaufnahme des Konsums von Alkohol nach Zeiten der Abstinenz und Nüchternheit. Bei einem Rückfall verändert sich auch das komplette Denken und Handeln des Betroffenen. Er verhält sich erneut so wie eben ein nasser Alkoholiker.

Man unterscheidet in verschiedene Arten von Rückfällen:
  • Sofortiger Rückfall
  • Stufenweiser Rückfall
  • Schleichender Rückfall
(Ich kann dazu gerne eine ausführliche Darstellung von Rückfällen ins Forum schreiben, wenn erwünscht (Greenfox!)

Vorfall

Neuere Auslegungen in Fachkreisen differenzieren zwischen Rückfall und Vorfall. Während bei einem Rückfall (siehe oben) das komplette Wesen und all seine Handlungen der Sucht untergeordnet sind und von ihr bestimmt werden, definiert man einen Vorfall mit einem kurzfristigen und sofort wieder beendeten Konsum von Alkohol. Ein Vorfall führt dann in der Regel auch nicht zu einer erneuten nassen Wesensveränderung und nassem Denken.

Flashback

Ein Flashback ist davon gekennzeichnet, dass der trockene Betroffene völlig unvorbereitet das Empfinden und Erleben hat, als wäre er wieder auf Droge, bzw. betrunken.
Die Ursachen dafür in Bezug auf Alkoholismus sind bis heute nicht vollständig erforscht.
(Ein Flashback hat, wie fälschlicherweise oft angenommen wird, nichts mit einer Rückerinnerung an die nassen Zeiten zu tun.)

Komorbidität (Begleiterkrankung)

Alkoholismus verursacht oder begünstigt eine Menge an Begleiterkrankungen. Wer würde zum Beispiel denken, dass Morbus Dupuytren eine Begleiterkrankung von Alkoholismus sein kann?

Bei meiner Suche im Netz bin ich auf Wikipediaseite gestoßen, die die Alkoholkrankheit hervorragend beleuchtet. Vielleicht, falls noch nicht vorhanden, kann man das in die Linksammlung einbauen? (Falls noch nicht geschehen.)


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