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Autor Thema: Downgrade.  (Gelesen 45886 mal)

Blaumann

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Downgrade.
« am: 11. März 2017, 20:52:52 »

Hallo liebe Mitstreiter.

Habe mich gerade angemeldet und werde mich zuerst einmal vorstellen. Ich bin 56 Jahre alt. Und schon seit einigen Jahren geht mir mein Alkohol Konsum mächtig auf die Nerven. Ich habe stellenweise mit dem Maßhalten einige Probleme. Ich muß und will sozusagen "downgraden". Also reduzieren. Von absoluter Abstinenz ist bei mir nicht die Rede. Ich habe keine Probleme mit der Gesundheit. Sprich die betreffenden Blutwerte sind zwar angestiegen die letzten Monate, aber noch im "grünen Bereich" laut Aussage meines Hausarztes und dem Vergleich der letzten 5 Jahre. Lasse mich jedes Jahr testen mit großem Blutbild. Um das in den Griff zu bekommen muß ich mich dem Problem Alkohol Konsum stellen. Es ist ein Problem. Das weiß ich. Übrigens trinke ich nur Wein. Aber z.Zt oft 5 Flaschen a 0,75 Ltr. auf die Woche verteilt. An mindestens 2 Tagen trinke ich nur ganz normales Wasser. Im Sommer nur Radler oder mal einige Schwarzbier beim grillen. Bier selten und nur wenn es extrem heiß ist im Sommer. An den Tagen an denen ich Wein trinke fahre ich sobald ich etwas merke meinen "Pegel" mit Wasser wieder herunter. Hochprozentiges gibt es bei mir nicht.

Trotzdem möchte ich reduzieren und mir hier einige Inspirationen dazu holen. Alkohol zählt nun mal zu den Genussmitteln. Übermässiges trinken hat mit Genuss nichts mehr zu tun. Ich trinke nur nach Feierabend. Beruflich ist bei mir 0% angesagt. Habe da auch keine Schwierigkeiten damit. Eher das Gegenteil. Habe auch ein sehr gutes Alkohol Messgerät zu Hause. Ja ich teste mich auch selbst. Das nimmt schon fast pathologische Züge an. Weiß ich. Wenn nur nicht dieses Verlangen nach dem guten Geschmack von gutem Weißwein wäre.  Zu allem Übel wohne ich nicht weit von guten Weinkellern. Habe aber höchstens 2 gute Flaschen im Kühlschrank. Anmerken sollte ich noch, das wenn mein Lieblingswein nicht da ist, ich auch kein Verlangen nach Alkohol verspüre. So wie beim Rauchen.  Ich rauche auch. Eine spezielle Sorte Naturtabak. Bekomme ich nicht überall. Ist sie nicht vorhanden, dann rauche ich eben nicht. Zigaretten habe ich auf 10 Stück pro Tag reduziert. Seit einigen Jahren schon.


Liebe "Reduzierer". Gibt es ein Erfolgsrezept ?

Gruß
Blaumann                                     

« Letzte Änderung: 18. März 2017, 10:43:09 von Blaumann »
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Greenfox

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Re: Downgrade.
« Antwort #1 am: 12. März 2017, 01:33:46 »

Hallo, Blaumann, und HERZLICH WILLKOMMEN hier im Forum!

Als Betroffener, der seit fast 9 Jahren trocken ist, weil ich mit der von Dir angestrebten Reduktion absolut keinen Erfolg erzielen konnte, kann ich leider nicht mit einem "Erfolgsrezept" aufwarten.

Zumal Du ja eigentlich gar kein Problem hast - jedenfalls Deiner Schilderung nach: nur Wein, nur in Maßen (0,75 l/Tag, dazwischen 2 Wassertage), bist zwar Mitglied im Whiskey Club, trinkst ihn aber nicht, trinkst überhaupt nur nach Feierabend, und wenn, dann nur edle Tropfen ... etc. Auch das Rauchen hast Du voll im Griff und reduziert, nur Naturtabak.

Klingt alles sehr kontrolliert/unter Kontrolle.

In meinen Augen hat das Ganze nur einen Haken: Du hast Dich hier angemeldet.
Scheint also alles nur Fassade und/oder Selbstbetrug zu sein und es ist doch nicht alles soo unter Kontrolle ...
Aber ich habe keine Glaskugel ...

Wie gesagt: Leider kann ich nicht mit einem Erfolgsrezept in dem von Dir gewünschten Sinne aufwarten.

Gruß
Greenfox


PS: Ähnliche Geschichten wie die Deine habe ich schon mehrfach gehört: sowohl auf Entgiftungsstationen als auch bei der Langzeittherapie.
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Bassmann

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Re: Downgrade.
« Antwort #2 am: 12. März 2017, 07:03:01 »

Guten Morgen Blaumann,
Wenn nur nicht dieses Verlangen nach dem guten Geschmack von gutem Weißwein wäre.

was du m.E. in aller Ehrlichkeit für dich klären musst, ist die Frage, ob dein Verlangen nach Weißwein nun tatsächlich dem Geschmack oder vielleicht doch eher seiner Wirkung geschuldet ist. 

Falls du zu dem Schluss kommst, dass es am Geschmack liegt, dann solltest du dir vergegenwärtigen, dass dein derzeitiger Konsum das Dreifache der allgemein für gesundheitlich unbedenklich gehaltenen Menge beträgt.
Du schädigst deinen Körper also, indem du deinem Verlangen nachgibst.

Ist der gute Geschmack das wert? (Und kannst du deine Hand dafür ins Feuer legen, dass du allein des guten Geschmacks wegen eine solche Schädigung in Kauf nimmst?)

Ich selbst bin nach meinem viele Jahre andauernden Alkoholmissbrauch zwar auch nicht zu einem Abstinenzler geworden. Aber ich denke, dass eine Reduzierung der Konsummenge nur dann möglich ist, wenn man sich selbst gegenüber absolut ehrlich ist und es schafft, die Muster der Abhängigkeit und die eigenen -oft sehr falschen Vorstellungen- über „Genussmittel“ zu erkennen, um diese dann zu verändern/zu durchbrechen.

Alles Gute
Bassmann
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Blaumann

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Re: Downgrade.
« Antwort #3 am: 12. März 2017, 07:59:57 »

Hallo Greenfox,

Danke für die Willkommens Grüße.

Ja 5 Flaschen Wein verteilt auf die Woche. Zur Zeit jedenfalls. Ich denke aber die letzte Zeit öfter darüber nach was meinen Konsum betrifft. Vorausgegangen waren für mich zwei einschneidende Erlebnisse vor ein paar Tagen. Meine Frau war 4 Wochen bei Verwandten zu Besuch bzw. etwas Urlaub machen. Diese wohnen etwas weit weg, weshalb sie nicht so oft hinkommt. In dieser Zeit habe ich den Wein selbst besorgt. Sonst bringt meine Frau auf Nachfrage den Wein immer aus dem Markt mit. Sie bringt auch das Leergut zurück. Und genau da liegt der Punkt. Ich habe die leeren Flaschen halt 4 Wochen gesammelt. Fein säuberlich in der Speisekammer. 20 leere Flaschen. In 4 Wochen. Als sie zurück kam meinte Sie nur ob ich eine Party veranstaltet hätte. Im Spaß natürlich. Das hat mir erstmal vor Augen geführt was das für eine Menge ist. Ist der Monat etwas länger dann sind das 22 Flaschen. Das wären bei 0,75 Liter pro Flasche etwa knapp 200 Liter Wein im Jahr.

Gut im Sommer trinke ich viel weniger Wein. Dafür öfter mal ein dunkles Bier. Dann sagt mein Hausarzt noch das meine Blutwerte leicht erhöht sind. Das wundert mich jetzt nicht mehr. Wenn man immer nur ein angebrochenes Fläschlein Wein im Kühlschrank sieht, macht man sich keine großen Gedanken. Stell dir vor der Hausarzt würde sagen: Könnten sie ihren Jährlichen Verbrauch von 200 Liter auf 150 Liter herunter fahren. Ich würde sagen ja besser auf 100 Liter. Das muß reichen. Ich habe halt den Blickwinkel geändert und erkannt das es da ein Problem gibt bei mir. Egal was diese ganzen Wissenschaftler für unproblematisch halten.

Übrigens gehe ich seit Jahren auf keine Weinfeste mehr.  Was ich dort Stellenweise sah, hatte mit Genuss auch nichts mehr zu tun. Mich eingeschlossen. In "guter" Gesellschaft. Alles "honorige" Bürger. Mehr als angeheitert. Das sind meine eigentlichen Gründe warum ich hier bin. Auch um mich auszutauschen mit Menschen die gemerkt haben das da ein Problem be/entsteht. Die Erkenntnis soll ja bekanntlich der erste Schritt zur Besserung sein. Vielleicht bin ich ja auch in das Alter gekommen wo man vieles vergangenes hinterfragt. Manches hinterlässt dann ein mulmiges Gefühl. Ich gehe die ganze Problematik mal an und reduziere konsequent den Genuss. Heute mal mit Wasser.

Gruß
Blaumann
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Blaumann

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Re: Downgrade.
« Antwort #4 am: 12. März 2017, 08:57:23 »

Guten Morgen Bassmann,

ja du hast Recht. Genau dort liegt mein momentanes Problem. Es ist nicht "nur" der Geschmack. Es betrifft auch die Wirkung. Etwas "angeheitert" sein zu wollen beim "genießen". Etwas "entspannen" dabei. Und da kommt das Verlangen mit ins Spiel. Und die Angst das Verlangen könnte weiter steigen irgendwann. Es ist ja schon zu hoch. 5 Flaschen in der Woche sind eindeutig zu viel. Das komischste kommt aber noch dazu. Ich habe immer wieder Zeiten gehabt, wo ich mich nach einiger Abstinenz ( kein Verlangen ) fast regelrecht zwingen musste einen Wein zu trinken. Es wäre auch ohne gegangen. Die ersten Tropfen haben noch nicht mal geschmeckt.

Ich denke mir wird es auch nicht zu schwer fallen jetzt zu reduzieren. Doch möchte ich dann nicht irgendwann wieder zurückfallen in das alte Strickmuster. Mein Ziel wäre die Hälfte des jetzigen Konsums. Das verteilt auf die Woche mit 2 abstinenten Fastentagen dazwischen. Zur Zeit fasse ich auch Wein mit "wenig" Alkohol ins Auge. Es gibt ja schon erstklassige Produkte die nur 5,5% Alkohol haben. Löst zwar nicht das Problem mit dem Verlangen, reduziert aber die Wirkung und kommt der Gesundheit etwas entgegen. Fast schon ein Alkohol Placebo.

Triftige Gründe zum trinken der Wirkung des Alkohol wegen hätte ich eigentlich keine. Weder psychisch, Familiär noch berufl. wie Dauerstress oder dergleichen. Meine Frau trinkt überhaupt keinen Alkohol. Die Tochter höchstens mal einen Drink auf einer Party. In meinem Elternhaus ( 5 Geschwister ) hatte bis auf meinen Vater niemand was mit Alkohol am Hut. Mein Vater hat es aber im Alter von Ende 50 einfach sein lassen. Von jetzt auf nachher. Noch nicht mal Schokolade mit Traube/Rum drin. Er wurde immerhin fast 90 Jahre alt.

Wie hast du es eigentlich geschafft zu reduzieren. Wie bist du vorgegangen. Wie hast du dich mit dem Problem auseinander gesetzt. Du schreibst ja du bist zu keinem Abstinenzler geworden. Also denke ich mal du bist jetzt wieder "normaler" Konsument. Mit Maß und Ziel sozusagen. Das Problem "Verlangen" habe ich jetzt mal für mich zur Kenntnis genommen und akzeptiert. Wie könnte ich die Muster der Abhängigkeit wie du trefflich
geschrieben hast verändern/durchbrechen.

Gruß
Blaumann
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Angemon

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Re: Downgrade.
« Antwort #5 am: 12. März 2017, 09:32:19 »

Zitat
die Angst das Verlangen könnte weiter steigen
-Ich finde mit Genuss hat das weniger zu tun wenn man Angst davor hat.

Zitat
Es wäre auch ohne gegangen. Die ersten Tropfen haben noch nicht mal geschmeckt.
-Das kann die "Sehnsucht" nach dem "angeheitert" sein, bedeutet das man angeheitert sein will egal ob es schmeckt oder nicht.

Du kannst mir natürlich dagegen sprechen wenn ich nicht richtig liege, ich kenne es eben nur von mir  :-\

Zitat
Wie hast du es eigentlich geschafft zu reduzieren. Wie bist du vorgegangen.
-Naja ich kann nach ca. einer Woche ohne Alkohol noch nicht sagen das große Ziel ist erreicht, natürlich soll es noch weiter gehen und das lesen der Storys hier im Forum bestärkt mich in meinem   Tun, die Finger momentan vom Alkohol fernzuhalten.



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Bassmann

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Re: Downgrade.
« Antwort #6 am: 12. März 2017, 10:32:37 »

Hallo Blaumann,

meine Abhängigkeit vom Alkohol (aber auch vom Nikotin) bestand in der Vorstellung, dass mir diese Suchtmittel trotz ihrer Nachteile Lebensqualität verschaffen.
Zum Beweis des „Nutzens“ meiner Suchtmittel reichte mir in meinem damaligen Irrglauben ein einfaches Experiment: Ich musste nur meine Nikotin-/Alkoholdröhnung aussetzen oder reduzieren, und schon ging es mir schlecht.

Irgendwann erkannte ich, dass es mir nicht durch den Konsum meiner Suchtmittel gut ging, sondern dass  ich sie konsumieren musste, damit es mir nicht schlecht ging. Auf der anderen Seite würde es mir ohne Suchtmittel jedoch nicht schlecht gehen, wenn ich mich nicht vorher süchtig geraucht und getrunken und mich auf diese Weise „angreifbar“ gemacht hätte. (Sucht wehrt sich mit Entzugserscheinungen, wenn sie nicht befriedigt wird.)
Und so beißt sich die Katze in den Schwanz.

Bleibt nur eine Lösung: Raus aus der Abhängigkeit.
Das war für mich in erster Linie ein Schritt, der im Kopf passierte. Seit diesem Tag erwarte ich nichts mehr von Suchtmitteln, sondern hole mir das, was ich brauche, anderweitig und ohne Gefahr des Süchtigwerdens.

In Bezug auf das Nikotin bin ich zum Abstinenzler geworden. Was den Alkohol betrifft, wollte ich nicht bei jedem Hustensaft, Tortenstück usw. erst eine chemische Analyse durchführen, bevor ich konsumiere. Deshalb probierte ich, ob ich ohne Rückfall mit geringen Mengen leben kann.
Das klappt.
Ich war und bin mir aber nicht sicher, ob sich nicht irgendwo ein Quäntchen Sucht versteckt. Deshalb habe ich mich anfangs ganz penibel an die empfohlenen Grenzwerte gehalten.
Heute trinke ich automatisch sehr wenig. Denn mittlerweile finde ich es unangenehm, wenn ich die Wirkung von Alkohol spüre.

Gruß
Bassmann
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Dietmar

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Re: Downgrade.
« Antwort #7 am: 12. März 2017, 14:39:19 »

Hallo Blaumann,

willkommen in diesem Forum.
Als „Mitstreiter“ sehe ich mich selbst jetzt allerdings eher nicht, weil ich längst keinen „Streit“ mehr mit meinem Alkoholkonsum habe. ;)
Du schreibst, als hättest Du „eigentlich“ gar kein Problem mit Deinem Konsum. Auch, weil die Betonung auf dem „geschmacklich so guten“ Weiswein liegt.
Lesen tut es sich für mich dann wieder anders.

Weil, hättest Du kein Problem, dann wär’s ja bei Deinem vermeintlich geringfügigen Konsum überhaupt kein Problem schlicht darauf zu verzichten, oder schlimmstenfalls mal einige Wochen den Wein wegzulassen.
Die Blutwerte, ich nehme an, damit meinst Du die Leberwerte (?), sagen relativ wenig bis gar nichts über die tatsächlich durch den Alkohol entstandene Schädigungen, wie z. B. Herz, aus.
Es gibt auch zirrhotische Leberschäden, die zu so gut wie keine erhöhte Wert führen (bei Abstinenz).

Vielleicht hast Du Dich schon ins Forum eingelesen, dann wirst Du wissen, dass dieses „ich trinke „nur“ dies und das" eine beliebte Konsumform ist, um sich selbst zu täuschen. Weil es nämlich im Prinzip egal ist, in welcher harten oder milden Forum Alkohol konsumiert wird. Es geht ja ausschließlich um den tatsächlichen Reingehalt an Alkohol, und der ist z. B. bei Wein für 100 ml (was ist das schon? ;) ) höher (8,8 gr.), als bei einem Glas Tequilla (6,1 gr.).

Reduktion ist immer gut, und zumindest ein guter Anfang.
Allerdings, das hat Dir u. a. schon Greenfox geschrieben, für viele, auch für die sogenannten Missbraucher, die also nach fachlicher Definition noch nicht alle Kriterien für die Suchtkrankheit erfüllen, schlicht nicht mehr realisierbar.
Der reduzierte, permanente Konsum des Suchtmittels führt zu Verlangen (Suchtdruck) nach mehr.
So vergehen oft viele wertvolle Jahre, bis Betroffene erkennen können: Entweder überhaupt nichts mehr – oder weiter der Bahn abwärts in die Sucht. (Was man dann Suchtspirale nennt.)

Du fragst nach einem „Erfolgsrezept“ für Alkoholreduktion? Ja – im Prinzip – gibt es das. Nämlich das sogenannte Kontrollierte Trinken, das man in Kursen (natürlich bezahlte ;) ) erlernen kann.
Da führt man dann so eine Art Konsumtagebuch, das je nach Selbstbetrug mal ehrlicher und mal weniger ehrlicher ist.
Viel Aufwand um über etwas Kontrolle ausüben zu wollen, über das der Betroffene ganz offensichtlich rein rational betrachtet keine Kontrolle hat.

Hier in diesem Forum triffst Du ja vor allem auf Betroffene, die sehr viel eigene, aber auch beobachtend von außen, Erfahrung mit der Sucht, ihrer Entstehung, ihrem Werdegang und leider oft auch mit dem unweigerlichen Untergang von anderen Betroffen gemacht haben.
Verständlicherweise kann niemand außer Dir selbst beurteilen, „wo“ Du in Deiner Alkoholgeschichte tatsächlich stehst.
Und verständlicherweise aufgrund der vielen Erfahrungen mit KT (Kontrolliertem Trinken), wird niemand raten wollen, dass Du es über diese Schiene versuchst.
Einschlägige Erfahrungen damit sagen lediglich aus, dass es bei einem sehr geringen Prozentsatz bei Betroffenen, die aufgrund ihres permanenten Alkoholmissbrauchs erst einmal damit probiert haben, wirklich funktioniert.
(Ich habe direkten Kontakt zu Betroffenen in einer KT-Selbsthilfegruppe, in der ungefähr die Hälfte relativ regelmäßig zur Entgiftung muss, um dann wieder von vorne anzufangen. Die andere Hälfte trinkt angeblich „kontrolliert“, aber mit Erfahrung sieht man dann schon den Dauerkonsum deutlich an.)

Ich wünsche Dir einen guten Austausch hier im Forum, und ich wünsche Dir, dass Du bei all den Voraussetzungen, die Du mitbringst (Selbsterkenntnis, stabile gute soziale Verhältnisse, guter Job, Führerschein, usw.) die richtigen Schlüsse für Dich ziehst.
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Blaumann

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Re: Downgrade.
« Antwort #8 am: 12. März 2017, 17:32:31 »

Erst mal Danke für die Antworten.

@Angemon

nein möchte nicht widersprechen.

@Bassmann

du schreibst: "Deshalb probierte ich, ob ich ohne Rückfall mit geringen Mengen leben kann."

Genau dort versuche ich die nächste Zeit mal anzusetzen.

@Dietmar

Ich bin gerade dabei herauszufinden wo ich wirklich stehe. Was Realität ist und was reines Wunschdenken.
Diesen Montag und Heute war Wasser angesagt. Wein war diese Woche auf 3,5 Flaschen a 0,75 Ltr. reduziert. Wichtig wird werden das Limit zu halten. Vor dem Weinregal inne halten und überlegen ob es jetzt wirklich nur um den Genuss geht. Wein steht übrigens noch im Kühlschrank. Zum trinken ist mir kein triftiger Grund eingefallen. Weder Genuss noch einen guten Tropfen zum Mittagessen. Abscheu aber auch nicht. Disziplin gehalten wäre das bessere Wort. Habe lieber meine Harley geputzt und mit der Katze den Freigang trainiert. Trotzdem beschäftigt mich das Thema. Gerade weil dieser überbordende Konsum sowas von unnötig ist. Riskant noch dazu.

Ich berichte mal so unter der Woche wie es läuft mit der Selbstdisziplin. Dabei werde ich kein Glas unterschlagen. Am Mittwoch habe ich einen Termin bei meinem Hausarzt. Mit ihm habe ich schon darüber gesprochen. Er wird mich in Abständen untersuchen. Er kennt mich schon 20 Jahre. Wir sprechen offen über das Thema Alkoholabusus. Also mein Hausarzt spricht noch nicht von Sucht. Er spricht von der Akzeptanzgrenze. Da wird die Messlatte wohl bei jedem anders liegen. Er meint jedoch es wäre jetzt der richtige Zeitpunkt um die Geschichte anzupacken bevor es mehr werden könnte. Leber Ultraschall und abtasten ist schon mal zufriedenstellend verlaufen. GGT um 20 über der Norm. Krankheiten und Medikamente scheiden aus. Wiege 78 Kg bei 1,83 cm Größe. An Medikamenten nehme ich höchstens alle Karfreitag mal eine Aspirin.

Ich muß dazu sagen das ich von selbst auf meinen Hausarzt zugegangen bin. Mag sein das ich da etwas "Übervorsichtig" reagiere. Ich lasse mich aber alle 2 Jahre komplett auf den Kopf stellen. Da fällt sowas auf. Wir werden auch vom Betriebsarzt gecheckt im Rahmen unserer Tätigkeit. Leider etwas oberflächlich. Ich besitze auch alle Führerscheine. Draussen vor dem Haus kann ich mir Null erlauben. Vielleicht deshalb die Vorsicht.
Auf jeden Fall bin ich schon mal froh hier im Forum angemeldet zu sein. Das hilft schon sehr. Man kann aus den Beiträgen sehr viel mitnehmen. Vor allem sich auch selbst ehrlich einzuschätzen ( Mittlerweile ) und aus den Erfahrungen anderer lernen. Sich vor Augen halten was Sache ist bevor es zu spät ist. Sich eingestehen das es so nicht laufen kann. Das man selbst etwas unternehmen muß bevor das andere übernehmen müssen. Vielleicht hilft das auch Anderen in ähnlicher Situation. Ich bin nicht der Typ der sagt da wäre noch "etwas Luft nach oben" . Nicht mehr. Ich kenne auch Leute die meinen sie hätten bei 3 Kasten Bier in der Woche noch alles im Griff. Als Gegenargument hört man dann oft das sie noch jemanden kennen der mehr konsumiert und diesem das angeblich auch nicht schaden würde. Dann schon lieber wirklich Abstinent.

Gruß
Blaumann






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Greenfox

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Re: Downgrade.
« Antwort #9 am: 12. März 2017, 18:26:33 »

Wein war diese Woche auf 3,5 Flaschen a 0,75 Ltr. reduziert. Wichtig wird werden das Limit zu halten.

Ja, soetwas habe ich auch mal gemacht ... Aber dann kam mal ein harter Tag, wo ich mir dann sagte: "Okay - dafür dann nächste Woche entsprechend weniger." Was ich dann meist "vergessen" habe umzusetzen. Statt dessen gab es dann immer wieder mal solche harten Tage, die sich dann zu harten Wochen summierten ...

Das Ende vom Lied hieß dann wieder "Entgiftung"  :(
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Blaumann

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Re: Downgrade.
« Antwort #10 am: 13. März 2017, 08:28:53 »

@Greenfox

kann ich sehr gut nachvollziehen.

Im Moment fällt es mir nicht schwer nichts zu trinken. Mir würde es auch nicht schwer fallen Heute eine Flasche zu entkorken. Einen Grund würde ich schon finden.  8)

Mit dem "Nichtstrinken" ist die ganze Sache ja nicht ausgestanden. Der erneute "Griff ins Regal" kann das Problem werden. Bei mir wird er Heute nicht stattfinden. Ausserdem wäre noch ein Gläschen im Kühlschrank.
Es "dürstet" mich aber ( noch ) nicht danach. Und da beginnt langsam die ernsthafte Auseinandersetzung damit.

Es wäre jetzt "Missbrauch von Alkohol" wie Bassmann das schon treffend formuliert hat. Da ich nachher einkaufen gehe werde ich aber trotzdem am Weinregal stehen bleiben. Ich muß mich einmal der "Herausforderung" stellen und mich fragen: Was nun ?

Ja es stimmt. Es ist Alkoholmissbrauch. Nichts anderes. Soweit habe ich das kapiert. Durch nichts zu rechtfertigen. Ausser der Schwäche eines dummen Menschen. Solange ich diese Frage nicht mit meinem Gewissen eindeutig geklärt habe bleibt jede Weinflasche vorläufig zu. Ich denke nur ein Tropfen würde jetzt meine Überlegungen zur Problemlösung über den Haufen werfen. Dadurch könnte ich in mein altes Rechtfertigungsmuster zurück fallen. Das versuche ich jetzt erst einmal zu vermeiden. Zum Glück beginnt die Motorrad Saison. Da ist immer 0% angesagt. Das gibt mir etwas Zeit mir Klarheit zu verschaffen.

Ausserdem beschäftigt mich im Moment das Thema Chinesische Heilpilze und der Granatapfelsaft zur Entgiftung der Leber sehr stark. Werde mal von meinen Eindrücken am Weinregal berichten.

Gruß
Blaumann
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Greenfox

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Re: Downgrade.
« Antwort #11 am: 13. März 2017, 09:12:29 »

Ausser der Schwäche eines dummen Menschen.

Das hat nix mit "dumm" zu tun!

Ich find es gut, dass Du Dir Gedanken um Deinen Konsum machst - und nicht nur "Hopp, hopp - rin in'n Kopp".
Vielleicht hilft Dir ja schon diese Beschäftigung mit dem Thema, zukünftig bewusster mit dem Alkohol umzugehen und so "Mißbrauch" wieder in "Genuß" zu verwandeln.

Gruß
Greenfox
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Gerchla

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Re: Downgrade.
« Antwort #12 am: 13. März 2017, 13:41:37 »

Hallo Blaumann,

auch von mir noch ein herzliches Willkommen hier im Forum.

Ich bin Mitte 40, Alkoholiker und ein paar Jahre trocken.

Ich habe jetzt erst mal Deine Beiträge und die der anderen Forumsmitglieder, die Dir geantwortet haben, in Ruhe gelesen. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass ich überhaupt nicht beurteilen kann, wo Du "alkoholtechnisch" jetzt eigentlich stehst. Also Missbräuchler oder bereits hoffnungslos abhängig? Ich will das auch gar nicht beurteilen, weil es grundsätzlich schwierig ist, vielleicht auch unmöglich, aus der Ferne zu einer (richtigen) Einschätzung zu kommen. Was noch hinzu kommt ist, dass diese Alkoholkrankheit extrem individuell ist. Es scheint zwar immer, dass es bei allen gleich abläuft - stimmt auch auf den ersten Blick. Letztlich hat diese Krankheit aber viele Facetten und so individuell wie sie oft entsteht so individuell sind auch oft die Wege heraus ( wobei leider die meisten nicht heraus finden).

Aus diesen Gründe versuche ich immer einfach nur von mir zu erzählen, von meinen eigenen Erfahrungen zu berichten. Sofern ich zu einem Thema etwas beizutragen habe. In Deinem Fall würde ich gerne folgendes sagen:

Ich habe viele Jahre auf einem sehr niedrigem Niveau getrunken. Es war niedriger als das von Dir geschilderte. Ich trank über viele Jahre ein bis zwei Bier pro Tag. Immer wieder mal mit ein oder zwei Tagen Pause pro Woche. Selbstverständlich kam es an manchen Wochenenden "ganz normal" zu einer höhere Menge. Z. B. dann, wenn eine Feier an stand. Dann warens halt mal vier Bier oder fünf. Diese Wochenende waren aber extrem unregelmäßig und konnte auch mal komplett ohne Alk verlaufen, wenn ich z. B. der Fahrer war. Ich "bewegte" mich damals also jahrelang auf einem Niveau, dass man fast noch als unbedenklich gemäß der offiziellen Empfehlungen sehen könnte. Ich trank auf diesem Niveau völlig unbewusst, ich hatte keine Ahnung von irgendwelchen Grenzwerten usw.

Aber schon damals hat mich die Regelmäßigkeit meines Konsums beschäftigt und schon damals habe ich immer BEWUSST die Pausentage eingelegt. Heute weiß ich, dass ich bereits süchtig war. Denn während dieser Pausen dachte ich an Alkohol. Mir fiel es noch sehr leicht diese Pausen zu machen. Insgeheim wäre mir mein Feierabendbier aber wesentlich lieber gewesen als die Apfelschorle.... Aber ich hatte es unter Kontrolle!

Ich weiß heute, dass ich damals den Grundstein für meine spätere, "richtige" Alkoholikerkarriere gelegt habe. Ich hatte, genau wie Du das von Dir beschreibst, absolut keine Gründe zu trinken. Und ich habe ja auch ohne Grund getrunken - ich trank weil mein Feierabendbier halt dazu gehört. Ob es mir jemals so richtig geschmeckt hat kann ich gar nicht mehr genau sagen. Es war ein Ritual, später einer lieb gewonnene Gewohnheit - ich war nach dem Bier, auch nach zweien, nicht betrunken. Ich war entspannt und alles war gut so wie es war.

Irgendwann muss es dann aber doch mal passiert sein. Ein paar Problemchen, vielleicht auch öfter mal was zum Feiern, ich kanns nicht mehr sagen, ich kann "den" einen Anlass nicht mehr ausmachen. Aber ich trank etwas mehr - erst mal nur ab und zu auch mal das dritte Bier - dann regelmäßig das dritte Bier. Die Pausen wurden seltener - dafür aber oft länger. Ich musste mir beweisen, dass ich kein Problem habe.... Heute weiß ich, dass man bereits ein gehöriges Problem hat, wenn man sich beweisen muss, dass man keines hat.

Kommen wir zum kontrollierten Trinken - das ist das, was Du ja jetzt planst. Reduziert und somit auch kontrolliert zu trinken weil Du nicht ganz auf Alkohol verzichten möchtest. Warum eigentlich nicht? Diese Frage habe ich mir damal nie ernsthaft gestellt geschweige denn ernsthaft hinterfragt. Aber ich wollte natürlich auch kontrolliert trinken. Ich glaube jeder Alkoholiker wollte irgendwann mal kontrolliert trinken. ALLES - nur nicht komplett auf Alkoholverzichten. Also ich versuchte es - ich erinnere mich an Kampf - an wollen aber nicht dürfen,an (Du hast das Wort auch bereits verwendet) DISZIPLIN! Es braucht doch nur Disziplin - ich hatte Disziplin, ich konnte kontrolliert trinken - paar Tage, paar Wochen sogar - reduziert, ab und an mit einem kleinen Ausrutscher aber ok. Und es war schrecklich! Immer nur Disziplin, immer nur Kampf, immer nur an Alkohol und nicht dürfen denken. Es kam immer irgendwann die Zeit, wo es dann soweit war und ich für mich selbst einen Grund fand, warum ich heute mal mehr trinken "darf" - und wenn dieser Zeitpunkt dann mal da war, dann waren die Dämme auch schon gebrochen. Ich musste dann noch die Erfahrung machen, dass ich nach jeder kontrollierten Trinkphase aber auch nach meinen richtigen kompletten Trinkpausen (auch da hatte ich viele, Teilweise sogar mehrere Monate lang) immer mit höherem Niveau zurück kam als ich aufgehört hatte. Es schien, als wollte ich aufholen was ich verpasst hatte. Mit beruhigtem Gewissen weil ich mir ja bewiesen hatte, dass ich kann wenn ich will.

So kam es, dass ich irgendwann bei zehn Bier und einer Flasche Wein als "ganz normale" Ration angelangt bin, ohne Ausfallerscheinungen am nächsten Tag (die hatte ich eh so gut wie nie) und dass auch da dann immer noch nicht Schluss war. Ich musste dann auch schon morgens trinken und es wurden auch mal 12 oder 14 Bier.... Nun ist die Trinkmenge nicht entscheidend, das weiß ich heute. Denn ich war schon mit ein bis zwei Bier abhängig. Dennoch hatte die Menge am Schluss natürlich enorme "Nebenwirkungen".

Ich wollte dann nicht mehr und ich habe alle Gedanken an kontrolliertes Trinken usw. begraben. Ich habe komplett aufgehört und mich mit der Alkoholsucht im allgemeinen und mit meiner Sucht im Besonderen auseinander gesetzt. Ich habe versucht mir die Frage zu beantworten, warum ich getrunken habe (denn ich hatte objektiv betrachtet echt keinen Grund). Und ich habe mir die Frage gestellt, was mir dies Sucht eigentlich gebracht hat - und was es mir für Vorteile bringen würde, wenn ich weiter oder wieder trinken würde. Ich habe mich auch gefragt, was es mir bringen würde, wenn ich wirklich nur kleine Mengen trinken könnte. Was wäre der Vorteil, warum sollte ich das tun? Was bringt es mir "ein Glas Bier oder Wein" zu trinken? Ich habe diese Fragen für mich beantwortet und mir wurde die absolute Bedeutungslosigkeit des Alkohols für mich persönlich bewusst. Das alles hat übrigens Jahre gedauert und dauert noch an.

Das wollte ich Dir schreiben. Vielleicht kannst Du für Dich was heraus ziehen und für Dein weiteres Leben mit oder ohne Alkohol!

Alles Gute wünsche ich Dir und einen guten Austausch!

LG
gerchla

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Blaumann

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Re: Downgrade.
« Antwort #13 am: 13. März 2017, 13:51:07 »

Habe ja noch ein paar Tage frei.

Heute Morgen war ich einkaufen. Dabei habe ich mal bewusst im Weinregal vorbeigeschaut. Ich wollte wissen nach welchem Kriterium ich kaufe oder nicht kaufe. Genau zwischen den Regalen kam das alte Verhaltensmuster zurück. Das ewig praktizierte Ritual. Der obligatorische Griff zur "Hausmarke". Die Obsession. Es hat sich bei mir nicht wie eine Sucht angefühlt. Eher wie eine alte Gewohnheit. So als wenn ich an der Fleischtheke etwas aussuche.

Für einen Moment war ich wie Ferngesteuert. Einerseits wusste ich das es jetzt nichts bringt da mir überhaupt nicht nach "Genuss" war. Andererseits war da die reine Gewohnheit. Es war schon ein sehr Interessanter Moment für mich. Zumal ja zu Hause noch unangetastet etwas Wein im Kühlschrank steht. Ich hätte nicht geglaubt das die Gewohnheit so banal aber heftig zuschlagen kann. Ich habe mir dann einige Etiketten anderer Marken durchgelesen und bin ohne Wein weiter einkaufen gegangen. Es war nur eine Sache des Moments. Wie der Schuss aus einer Pistole. Ein Quäntchen ein leiser Hauch. "Flashback" ! In genau dem Moment würde ich mal gerne die Gehirnströme messen.

Ich muss zugeben es war mein erster Gang in den Supermarkt nachdem ich angefangen habe mich der Sache zu stellen. Ich denke es kann genauso zur Routine werden einfach am Regal vorbeizulaufen. Ich möchte den Konsum ja eigentlich reduzieren. Doch im Moment überkommt mich so etwas wie eine "Trinkblockade". Allein der Gedanke das es so nichts bringt hält schon den Korken in der Flasche. Der Zeiger schlägt vorläufig erst ein mal in Richtung Abstinenz aus. Ich verspüre im Moment auch kein Verlangen. Eher das Gefühl das es nicht Okay ist wenn ich jetzt was trinken würde. Also erst mal Pause. Drang etwas zu trinken verspüre ich jedenfalls keinen.

Ich schlafe gut und fühle mich ausgeglichen. Gedanken an den Alkohol bzw. das Bedürfnis ein Glas Wein trinken zu müssen habe ich nicht. Nur den Gedanken an die Sache als Problem. Aber ich denke das ist normal sobald man einmal anfängt ein größeres Problem lösen zu wollen. Da muss man sich halt intensiver rein arbeiten. Universallösungen oder Patente gibt es halt keine. Alle Geschichten sind auch zu Grundverschieden. Eines ist mir aber schon bewusst geworden. Wir Menschen beurteilen andere ohne uns selbst zu kennen.

Ein alter Spruch über die Männer sagt: "Wir schauen mit 18 Jahren in den Spiegel und sehen uns dann so unser ganzes Leben lang". Ich denke erst ein Arztbesuch wird uns eines besseren belehren. Ich für mich versuche mal die Woche mit Wasser und Obstsäften rum zu kriegen. Weinregale schaue ich mir jedenfalls keine mehr an diese Woche. Höchstens leere.

Gruß
Blaumann
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gerd48

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Re: Downgrade.
« Antwort #14 am: 13. März 2017, 14:12:54 »

Kontrolliertes Trinken als Lebensaufgabe nixweiss0
Denn dieser Druck der Kontrolle wird dich dein Leben lang begleiten.
Ich kann mir schönere Lebensaufgaben vorstellen, für die diese aufgewandte Energie eingesetzt werden kann.

LG Gerd
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