Ich hab in meinem Beitrag an meine Zeit im Entzug gedacht. Man darf an den Wochenenden nach Hause und es wird vorher besprochen, wie man die Zeit dort so zu verbringen gedenkt. Natürlich bleibt es einem immer selber überlassen und man kann da auch rumlügen…ich selbst bin mit meinem Sohn auch auf nem Straßenfest rumgeturnt, hatte ein Mal angetrunkene Jugendliche bei mir daheim, weil die keine Ahnung hatten, wohin und schiss vor den Eltern und war auch auf nem Technokonzert, weil ich dafür halt Tickets hatte. Aber gut, da standen auch eher Drogen im Vordergrund als Alkohol. 😅 Aber sei‘s drum: Was ich sagen möchte ist, dass ich im Nachhinein gemerkt habe, was das für Risikosituationen waren, in die ich mich dort hineinbegeben habe. Ist es gut gegangen: Ja. Hab ich einen Moment damals an mir gezweifelt: Nein. Aber es hätte auch Niemanden gewundert, wenn ich rückfällig geworden wäre. Gerade am Anfang neigt man dazu, permanent die eigenen Grenzen zu überschreiten, weil man es in der Sucht sowieso tagtäglich getan hat. Zumindest ich hab mich - wie sollte es auch anders sein - bis auf das Äußerste gefordert. Und ähnlich ist das auch mit Alkohol zu Hause. Im Entzug wird man dringestendst dazu angehalten, zu Hause jeglichen Alkohol zu entsorgen. Weil das nunmal Prüfungen sind, die man sich anfangs einfach nicht antun sollte, wenn man es nicht muss.
Und was das Fordern angeht, möchte ich kurz ein Beispiel bringen von einer Frau, die mit mir zusammen in der Reha war. Eine der wenigen Frau wohlgemerkt. War jünger als ich, so Anfang 30, zwei Kinder, verheiratet. Sie war knapp 5 Monate in der Klinik und ihr Mann mit den zwei Kids dann daheim. Als es so langsam auf ihre Entlassung zuging, hat sie sich dazu durchgerungen, ihren Mann darum zu bitten, doch in der nächsten Zeit erstmal auf Alkohol zu verzichten. Schließlich war sie 5 Monate in ner Klinik. Hatte also durchaus nen Grund für diese Bitte könnte man meinen. Was hat der Mann gesagt? Nö. Dein Alkoholproblem, nicht mein Alkoholproblem. Sie hat wahrscheinlich zum ersten Mal etwas für sich eingefordert (meiner Meinung nach auch berechtigt) und da zeigt sich hart auch eine gewisse Beziehungsdynamik. Die Nüchternheit führt halt plötzlich auch dazu, dass man für sich einsteht, dass man nicht immer klein bei gibt und sich in das Suchtmittel flüchtet und dass man gegebenenfalls auch mal zu einem unbequemen Beziehungspartner wird, weil man nun aktiv was vom Partner möchte und nicht alles im Suchtmittel ertränkt. Es hat sie wirklich viel Mühe und Arbeit gekostet, ihren Mann darum zu bitten. Und dann sowas. Natürlich ist es sein gutes Recht, die Bitte abzulehnen. Aber ich hätte ihn trotzdem am Liebsten an die Wand geklatscht. Wie rücksichtslos und scheiss egal kann einem nur die eigene Ehefrau und Mutter der Kinder sein? Grmpf.
Das waren meine Gedanken im Hinblick auf ‚Grenzen ziehen‘ und ‚etwas für sich einfordern‘.
rent Du weißt, dass ich dich sehr schätze. Falls ich dir da auf den Schlips getreten sein sollte, war das keineswegs gewollt. Bighara friedferig mit imaginärer Friedenspfeife! Hough! ✌🏻
Aber so ein bisschen feiere ich das ja auch, dass du den Diplomaten-rent mal hinter dir gelassen hast und der Krawall-rent mal ein wenig rausgekommen ist. 😄🤪🥳 Yippie Yippie Yeah, Krawall und rent-Remmidemmi 😜🙌🏻