Beiträge von Loner

    Aber ich bin im ersten Jahr nicht auf Events wie z.B. Oktoberfest, Weihnachtsmarkt, Weinfeste usw. gegangen. Meine Abstinenz stand wirklich an erster Stelle und ich habe alles getan um sie abzusichern. Ich bin auch abends in keinen Club, Kneipe oder Bar. Ich bin eher nachmittags mal mit Freunden und Familie in ein Café oder Eisdiele. Habe mich zum Kaffee verabredet. Ich hatte auch enge Leute eingeweiht und da kam viel Rückhalt.

    Das ist gut, ja. Ich bin die erste Zeit auch nicht irgendwo hin, wo es nicht nur zu einfach, sondern eher schon komisch ist wenn man kein Bier trinkt. Also für mich gefühlt zumindest. Vor einem Monat bin ich dann aber wieder mal mit ins Stadion zum Fußball. Das hat aber wirklich super funktioniert. Da hatte ich auch Rückhalt. Keiner hat etwas gesagt. Deshalb dachte ich, dass ich weiter wäre. Aber da hab ich mich wohl bissl zu früh gefreut. Das ist aber auch Okay. Inzwischen bin ich soweit, dass es ruhig länger dauern darf ohne, dass ich frustriert bin. Dafür weiß ich inzwischen halt auch einfach zu viel über die Toxizität von Alkohol.

    Diese hibbelige Unruhe und Nervösität ist so gut wie verschwunden. Die gestresste Grundstimmung ist auch weg. Dafür hat sich eine innere Ruhe und Ausgeglichenheit entwickelt. Ich fühle mich selbst. Ich gehe auch Dinge viel bedachter und überlegter an. Nehme mir Zeit und bin auf die Sache, die ich gerade mache fokussiert. Ich bringe meinem eigenen Leben und mir selbst Wertschätzung entgegen. Ich tue mir Gutes und achte auf mein Wohlbefinden und dass ich genug ausruhe und Pausen mache und mich entspanne. Eben Selbstfürsorge.

    Dieser ganze Stress, die Lügen, Heimlichtuerei als Begleitung vom Trinken haben sich komplett in Luft aufgelöst.

    Besonders diese ständige innere Unruhe, die ist auch bei mir ein sehr großer Faktor. Dieses sich ständig wegen keine Ahnung was getrieben fühlen, nicht mehr richtig entspannen können (ohne Alkohol), permanent ein höheres Stresslevel zu haben. Es ist echt heftig, was Alkohol mit der Hirnchmie macht. Alkohol ist ein starkes Depressivum.

    Umso schöner, dass man die Beeinträchtigungen mit Wissen und Willen wieder umkehren kann. Sofern man sich nicht schon zu stark selbst geschädigt hat. Umso schöner, dass Du das für Dich so entschieden hast und jetzt davon profitieren kannst!

    Morgen habe ich eine schöne Zahl, nämlich 474 Tage.

    Hey Emily, das ist ja toll. Herzlichen Glückwunsch :thumbup:. 474 Tage. Voll gut. Schon mehr als ein Jahr, fast 16 Monate.

    Bemerkst Du noch positive Veränderungen nach einer so langen Zeit? Denkst Du noch an Alkohol? Oder bist Du soweit, dass er Dich nicht mehr beschäftigt?

    Mein Zähler ist heute bei 208 Tagen. Das halbe Jahr ist rum und die 200 Tage auch. Das ist auch echt toll. Aber momentan denke ich schon hin und wieder an leckeres Oktoberfestbier. Gerade jetzt im Spätsommer, wenn es überall so herrlich anfängt nach Herbst zu riechen.

    Wo ich gerade beim Riechen bin. Das bemerke ich momentan am stärksten. Ich stehe manchmal in der Wohnung, weil ich mehr und anders rieche und denke so: Ach, so riecht das hier also. Gefällt mir. Oder beim Spaziere, die ersten Herbstgerüche. Oder beim Motorradfahren die Wälder.

    Also es ist jetzt nicht so intensiv wie es sich anhört. Es ist eher so, dass ich überhaupt wieder etwas rieche. Das war ja schon so mit der chronisch zugeschwollenen Nase, dass ich eher seltener etwas gerochen habe. Und wenn, dann nur leicht.

    Es ist so als ob ich wieder besser sehen oder wieder besser hören könnte. Halt nur bezogen auf das Riechen.

    Aber intern in mir geht gerade eine Diskussion ab. So schlimm wird es doch nicht sein, wenn Du im Herbst wieder ein paar leckere Oktoberfestbierchen hast. Da steuer ich gerade ganz intensiv mit Fakten bezüglich der Toxizität von Alkoholkonsum selber und den ganzen Beeinträchtigungen die damit zusammenhängen.

    Mein Hauptaugenmerk ist da gerade Acetaldehyd. Da ich beruflich ein Abo für mehrere KIs habe, kann ich die mit allen medizinischen Fragen rund um das Thema Alkohol löchern und die listet mir alle negativen Aspekte ausführlich auf. Ganz nach dem Motto: Ich kann nur schlauer sein, nicht stärker.

    Jetzt geht es erst mal auf eine Motorradtour mit einem guten Freund, der selber keinen Tropfen trinkt. Danach muss ich mal allein eine etwas längere Runde wandern gehen und das ganze mit mir besprechen um die Abstinenz auch über das erste halbe Jahr zu stabilisieren.

    Und bleibe dennoch in gesundem Maße auch immer wieder mal kritisch Dir selbst gegenüber.....

    Vielen lieben Dank (!). Und Glückwunsch zu 11 schöneren Jahren :thumbup:.

    Ich bin wirklich sehr, sehr glücklich diesen Weg zu gehen. Selbstreflektion finde ich dabei wichtig. Auch wenn der Blick in den Spiegel manchmal nicht so einfach ist. Aber selbst die doofen Tage sind deutlich weniger doof, seit dem ich sie aushalte.

    Warum ist das so?

    Das ist eine gute Frage.

    Aus überreifen Trauben wurde Wein, aus gegorenem Getreidesaft wurde Bier.
    Beides wurde recht viel konsumiert, weil es die einzige keimfreie Flüssigkeit war.
    Da war aber auch nicht so viel Alkohol drin.

    Mit der Zeit kam man auf die Idee, dass man mit erhitzen den Alkoholgehalt erhöhen kann.
    Mit der Industrialisierung sind alkholische Getränke sehr günstig geworden und überall verfügbar.

    Er gehört zu vielen Dingen dazu und ist wirklich überall.
    Es wird oft abwertend kommentiert, wenn man keinen Alkohol trinkt / trinken möchte.

    Ja, ich denke wir sind tatsächlich so einfach gestrickt.
    Ähnlich wie mit Zucker.

    Deshalb finde ich den Satz so gut: Du kannst nicht stärker sein als Alkohol. Aber Du kannst schlauer sei


    Und wundere mich immer wieder, was ich doch für ein Volltrottel war ... jahrzehntelang.

    Das gruselt mich auch manchmal. Umso schöner ist es einen anderen Weg zu gehen, vom Verlangen befreit zu sein ist ein besseres Leben zu leben 8).

    Ich hab eine App am Laufen, die die Tage zählt. Eigentlich totaler Quatsch. aber ich mag halt Zahlen und zählen😀

    Und lass dir von miesepetrigen Forumsmitgliedern nicht den Tag versauen.

    Zahlen, jaaaaa. Graf Zahl lässt ein Gewitter aufziehen und ordentlich krachen. Hundertfüüüünfziiiiig ^^
    Okay, ja. Sesamstraße. Bin schon etwas älter (52).

    Eine für mich passende App hatte ich leider nicht gefunden. Kann ich aber sehr gut nachvollziehen. In Excel kann ich halt in der selben Liste verschiendene weitere Parameter mit tracken, wie z.B. das Gewicht. Und dann ein Diagram individuell erstellen. Ist auch egal. Das soll jeder für sich so machen, wie er es mag. Und wenn es in die Rinde eines Baumes geritzt wird :)

    Vielen Dank und Dir auch alles Gute!

    Ich vergesse das manchmal, weil es schon so alltäglich geworden ist. Aber genau das ist es, es ist so wertvoll, dass man es nie vergessen sollte.

    Ja, das denke ich auch. Irgendwie konservieren wie es einem ging, wo man her kommt, was die individuellen Gründe waren sich bewusst dazu entscheiden keinen Alkohol mehr zu konsumieren. Ich hatte zwischendurch bei schlechter Laune oft gedacht: Das ist Nichts im Vergleich dazu wie es Dir ging als Du zusätzlich zu schlechter Laune Bier getrunken hast. Du entfernst Dich dann wieder von den eigentlichen Ursachen und alles dreht sich dann wieder nur um den Alkohol und Du bist gar nicht in der Lage aktiv etwas gegen die Gründe der schlechten Laune zu tun. Statt dessen winselt man nur wieder rum, dass es doch nicht hätte sein müssen und das übliche Programm Schuldgefühle und Selbstentwertung.

    Hallo Zusammen.

    Um ehrlich zu sein gucke ich schon nicht mehr jeden Tag auf meine Liste der Tage seit dem letzten Bierchen. Es wird zunehmend unwichtiger wie lange es her ist. Aber ja, letzten Freitag sind es 150 Tage. Das ist großartig. Nicht, weil ich jetzt sagen kann "hey, guck mal ... XXX Tage. Bäääääm.". Klar, das ist ohne Frage total super. Aber viel wichtiger ist: Ich fühle mich tatsächlich verändert. Ich fühle mich in so vielen Bereichen positiv verändert, dass es ein Buch kosten würde das alles zu beschreiben. Die Welt ist anders jetzt, viel positiver, heller und schöner irgendwie. Und vor allem: Es ist jetzt ruhiger in mir. Sehr viel ruhiger. Und das ist soooooooooooooo(tausendmillionen weitere o) schön. Hat sich mehr als gelohnt. Bleibt so. Punkt.

    Ich mein ja, natürlich wird es das eine oder andere Mal in der Zukunft eine Situation geben wo ich gefährdet bin schwach zu werden. Aber von den bisherigen hab ich alle ohne Probleme ausgesessen. Deshalb bin ich optimistisch. Dennoch habe ich vor mir eine Art Contra-Liste zum mitnehmen zu basteln. So im Checkkarten-Format. Gründe, die auch gegen geringe Mengen Alkohol sprechen:

    Gehirn

    Bereits geringe Mengen Alkohol lassen das Gehirn schneller altern und schrumpfen! Alkohol schwächt Deinen präfrontalen Kortex, den Teil des Gehirns, der dafür sorgt, dass Du ruhig und rational bleibst und die Kontrolle behältst. Selbst geringe Mengen Alkohol beeinträchtigt Deine Fähigkeit gute Entscheidungen zu treffen!

    Herz

    Kurzfristig kann Alkohol zu Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern führen, besonders nach übermäßigem Konsum, was als Holiday-Heart-Syndrom bezeichnet wird. Langfristig kann regelmäßiger Alkoholkonsum zu Bluthochdruck, Herzmuskelschwäche und einer Vergrößerung des Herzens führen.

    Hormone

    Alkohol erhöht Deinen Cortisolspiegel. Dadurch nimmst Du zu, kriegst Bluthochdruck, bist müde, hast schlechte Haut und ein schlechtes Immunsystem!

    Die Liste wird sukzessive erweitert.

    Viele Grüße, Loner

    Ich selbst stehe zum Beispiel eher auf Old-School und fahre eine BMW R 1100R, mein „Traumbike“. 🤣

    Ich fahr eine BMW F 900 R. Ich liebe diesen Zweizlinder. Für BMW relativ leicht und drückt so schön aus dem Drehzahlkeller 8).
    Mit einer R 1100 R fährste aber noch mal entspannter durch die Kurven. Die hat mit dem Boxer einen schön niedrigen Schwerpunkt :thumbup:

    Wir haben mehrere Motorräder 😂

    Eine Indian, eine Harley und 2 BMW. Eine wollen wir nun aber verkaufen. Die GS.

    Eine GS muss man auch nicht zwingend behalten ;).

    Da ich selbst Motorradfahrer bin: Wie war das heute unterwegs? Hast du‘s intensiver genießen können, das Fahren?

    Ich selbst genieße diese besondere, ganz andere Freiheit beim Motorradfahren. Was einem das bedeuten kann, kann niemand, der nicht selbst Biker ist, nachvollziehen. 😄

    Interessant, dass Du fragst (!). Es war so als ob ich die Schönheit der Landschaft vorher nicht so richtig wahr genommen habe. Also ob ich mich in einer Art Käseglocke oder so befunden habe. Außerdem hat es definitiv intensiver nach Frühling gerochen als die Jahre zuvor um diese Zeit. Ich kann das gar nicht richtig beschreiben. Zudem lief alles irgendwie runter, harmonischer. Ich war innerlich nicht so angespannt, unruhig, gehetzt wie sonst auf Touren üblich. Ja, ich habe es anders, schöner und intensiver genießen können. Ehrlich gesagt habe ich mich auf einer Tour noch nie so frei gefühlt wie heute.

    Ne, oder? Das versteht keiner, der selber nicht fährt :D

    Heute bin ich meine erste längere Motorradtour gefahren seit ich mich entschlossen habe keinen Alkohol mehr zu trinken. Ehrlich gesagt hatte ich Angst davor, weil ich sonst immer nach jeder Tour ein paar Bierchen getrunken hatte. Beim Zähneputzen ist mir aufgefallen, dass ich nicht einmal dran gedachte hatte. Das hat etwas von zurückgewonnener Freiheit. Das macht mich gerade sehr glücklich!

    Vielen lieben Dank für das Willkommen und die Antworten. Ich werde mich in der kommenden Zeit durch das Forum lesen. Auch um mich weiterhin aktiv mit dem Thema auseinander zu setzen. Ich denke das ist hilfreich und besser als in dieser Phase ggf. die alte Gewohnheit gewähren zu lassen.

    Der Schlüssel zur zufriedenen Nüchternheit ist ja u.a., dass man nicht dauernd auf etwas verzichten muss, sondern das Trinken durch andere, sinnstiftende/gesunde/kreative/befriedigende ect. Tätigkeiten ersetzt. Aus Neugier: was unternimmst du in diese Richtung?

    Da musste ich tatsächlich erst mal drüber nachdenken. So geplant unternehme ich nichts gezielt als Ersatz. Aber instinktiv mache ich schon einiges. Am liebsten verbringe ich Zeit im Wald. Oder ich gehe einfach eine Runde Spazieren. Dabei beobachte und genieße ich, dass ich mich nicht mehr so getrieben fühle und wieder etwas intensiver Rieche. Und ich rede in Gedanken viel mit mir und reflektiere die positiven Aspekte der Nüchternheit. Das sind echt viele. Unter Anderem die gewonnene Lebenszeit, weil ich nicht mehr verkatert bin oder vom Ausnüchtern schlechte Laune und weniger Energie und Lust etwas zu unternehmen. Aber auch so Sachen wie eine Anfälligkeit für Krämpfe, die inzwischen komplett weg ist. Ich lerne das gerade sehr zu schätzen. Aber ich denke nicht nur über das Thema Alkohol und Abstinenz nach. Und ich glaube das ist auch wichtig. Im Endeffekt geht es mir darum mein Leben mit anderen Inhalten zu füllen.

    Ich kann das nachvollziehen, dass du etwas mehr Angst davor hast als bisher, aber andererseits ist dieses Mal etwas anders bei dir. Du bist aktiver geworden, hast dir aufschlussreiches Wissen angeeignet, hast mehr Erfahrung und es sitzt, so wirkt dein Schreiben, mehr Entschlossenheit dahinter.

    Meines Erachtens sind das wichtige Voraussetzungen, um erfolgreich den neuen, abstinenten Weg zu gehen.

    Dankeschön. Das macht mir Mut auf einem guten Weg zu sein (!).

    Moin Zusammen.

    Kurz zusammengefasst habe ich nach einem bescheidenen 2024 (Ein Familienmitglied hat seinen Wohnsitz in den Himmel verlegt) und einer ersten Gicht-Attacke zu Silvester beschlossen mich nicht mehr selbst auf den Arm zu nehmen. Zudem hab ich mich auch ernährungstechnisch ganz schön gehen lassen und war bei 100 kg angekommen (32er BMI). Außerdem wollte ich zumindest mal schauen, ob es vielleicht doch einen Zusammenhang zwischen diesem blöden Herzgestolpere und meinem Konsum gibt. Oder ob dieser das Gestolpere zumindest fördert.

    Meine neue Regel lautete: Streng nach der neuen Richtline der DGE. Maximal zwei kleine Bier pro Woche. Auf einem Konzert im Januar war ich leicht drüber. Anfang Februar dann auf einem Geburstag deutlich mehr. Danach habe ich erkannt, dass es nicht funktioniert und bin dazu über gegangen nichts mehr zu konsumieren. Zum Glück (!) hat das Verlangen nach nur 2 Wochen schon aufgehört. Inzwischen ist es 12 Wochen und 85 Tage her.

    Was ich jetzt aber merke ist: Die Gefahr doch wieder Bier zu trinken steigt gefühlt wieder an. Weil jetzt habe ich gut 6 kg runter, schlafe wieder besser, die Hose kneift nicht mehr und so insgesamt fühle ich mich um Welten besser. In der Vergangenheit hab ich genau dann wieder angefangen. Weil es geht mir ja gut. Dann geht es ja wieder.

    Aber ich habe mir dieses Mal mehr Wissen zum Thema Alkohol durchgelesen und angeschaut, also den Nerd in mir mir mehr Fakten gefüttert. Außerdem möchte ich nicht wieder zurück zu dem schlechten Befinden. Es ist so schön gerade. Ich rieche den Frühling gefühlt intensiver. Der Heuschnupfen ist gut aushaltbar bis kaum spürbar. Im Wald beim Wandern sieht es aus wie in im Paradies. Und: Dieses blöde Herzgestolpere ist nach etwa 5 Wochen (sehr) stark zurück gegangen (!). In der Vergangenheit war ich schon einmal paar mal soweit. Aber sobald es mir wieder gut ging, bin ich wieder schwach geworden. Das letzte mal > 70 Tage ohne Konsum war Ende 2023. Danach kam Weihnachten. Davor war das letzte Mal 2017, auch weil ich abnehmen wollte.

    Allerdings merke ich jetzt erst die Tragweite des Ganzen. Irgendwie gruselig. Vielleicht hab ich auch deshalb mehr Angst davor als bisher. Ich betrete jetzt also Neuland. Es fühlt sich noch jung und verwundbar an. Genau das möchte ich aber beschützen. Weil es mir sehr viel bedeutet. Bei mir zu bleiben. Mich nicht wieder zu vergiften. Meine Lebenszeit nicht wieder zu verschwenden. Dazu ist sie mir zu kostbar. Ich akzeptiere auch, dass ich immer wieder in Versuchung geraten kann, dass ich Ängste und Spannungs-Situationen aushalte ohne mich zu betäuben. Und vielleicht der Schlüssel des Ganzen: Ich akzeptiere nicht perfekt zu sein. Ich akzeptiere das auch nicht erreichen zu können. Und ich akzeptiere, dass es es Quatsch ist es jemals als Ziel gehabt zu haben. Statt dessen besinne ich mich auf das, was ich erreichen kann ohne mir dabei zu schaden. Mal alle 5 gerade sein lassen.

    In diesem Sinne: Ein motivierten Gruß in die Runde :)

    Hier lang zu gehen, den Wald zu riechen, die Vögel zwitschern zu hören ... und vor allen Dingen es zu genießen und sich wie im Paradies zu fühlen ... ist es Wert nichts zu tinken. Mehr als Wert. Viel besser als verkatert auf dem Sofa zu hängen und an die nächste Trinkgelegenheit zu denken, um sich wieder gut zu fühlen.

    Wie ist es dir ergangen?

    Danke für die Nachfrage. Mr. Hyde hatte gestern keine Chance gegen das innere Kind. Das hat ihn mit dem Wunsch sich nicht vergiften zu wollen chancenlos raus geworfen. Statt dessen gab es Tee, Kekse und die Robbie Williams Doku. Also auch etwas zum Thema. Was mir aber am meisten geholfen hat ist darüber zu schreiben und die (tollen) Antworten von Euch gelesen zu haben (!).

    Die Liste sollte daher schon viel früher, d.h. in deinem normalen Alltag zur Anwendung kommen.

    Super, dass Du das ansprichst. Ich selber bin auch gerade dabei ganzheitlicher zu denken. So, dass Mr Hyde erst gar nicht an der Tür klopft. Weil warum kommt der denn überhaupt? In meinem Fall meistens, weil ich nicht bei mir bin / bleibe / zurück gehe. Alkohol ist ja nur eine von sehr vielen möglichen "süchten". Arbeit, Stress, Erfolg, Sport, etc. ... da geht es dann an Eingemachte.

    Gestern gab es beruflich tatsächlich drei Situationen, in denen ich normalerweise innerlich in meinen "gewohnten" Stress komme. Da ich aber inzwischen innerlich ruhiger und selbstsicherer bin, konnte ich alle drei Situationen nahezu sofort für mich innerlich wieder entschärfen. Womöglich blieb deshalb Mr. Hyde wech. Wie auch immer: Es ist großartig. Viel schöner.

    Jap. Es geht nicht nur darum sich nicht mit Alkohol zu vergiften. Sondern um auch andere "Gifte" wie z.B. (unnötigen, vermeidbaren) Stress. In meinem Fall, auch wenn es wirklich sehr schwer fällt: Nicht den Supermann spielen (oder was auch immer da in mir an Ideal rumgeistert). Zudem das tatsöchlich Niemand erwartet. Im Gegenteil.

    Vielen lieben Dank, dass Du nachgefragt hast (!)

    Vielen Dank für Eure Antworten!

    In der Mittagspause hab ich nur mal kurz quer gelesen und hab ich riesig gefreut hier auf Menschen zu stoßen, denen es ähnlich geht. Das ist toll!

    Oder du gehst in eine Buchhandlung und besorgst dir ein passendes Buch über die Thematik.

    Das ist eine gute Idee. Pack ich mal mit auf meine Liste gegen den Freitags Mr. Hyde.

    Was MICH damals erreichte, war die Perspektive, dass eine zufriedene Abstinenz möglich ist. Da wollte ich auch hin und hab ab sofort keinen Tropfen mehr angerührt, sondern mich damit beschäftigt, wie ich zufrieden abstinent werden könnte.

    Das ist großartig!

    Körperlich und psychisch habe ich eine Genesung erfahren, die ich so niemals erwartet hättet, das hat mich natürlich auf meinem Weg bestärkt.

    Das habe ich so deutlich das letzte Mal erlebt als im Sommer 2003 aufgehört hatte zu trinken um abzunehmen. Es ist tatsächlich ein (sehr) großer Unterschied zu trinken oder nüchtern zu bleiben. Mal vom besseren Schlaf, der inneren Ruhe und besseren Stressresistenz abgesehen. Mir ging es so ... und jetzt auch wieder: Ich rieche mehr (z.B. das Herbstlaub), ich sehe besser, ich kann besser atmen.

    Da du das Thema „Belohnung“ ansprichst. Auch das ist ein Thema, das mich sehr beschäftigt hat. Wenn du magst, können wir uns über dieses Thema austauschen und darüber, wie du dem ohne Alkohol begegnen könntest. Zentraler Ansatzpunkt ist, einen ausgewogenen inneren Ausgleich zu finden, um genau diesen Drang, der dich zum Alkohol treibt, schon frühzeitig den Wind aus den Segeln zu nehmen.

    Ja, gerne. Aktuell schreib ich mir eine Liste mit Dingen, die ich mag und machen kann. Nur für den Fall wenn Mr. Hyde anklopfen sollte. Dann kann ich sagen näääääääääh, ich mache lieber X oder Y und morgen früh vielleicht wandern fahren ... mag mich gerade nicht vergiften.

    Auch bin ich ein relativ introvertierter Mensch, der den Alkohol benutzt hat, um sich selber "aufzuschließen", sozusagen wie du auch schreibst, ein König unter den Extrovertierten zu sein. Und ehrlich gesagt hatte das wirklich eine Zeit lang gut funktioniert. Aber leider sind durch dieses "Aufschließen mit der Brechstange", viele Sachen in mir und außerhalb kaputt gegangen.

    Manchmal denke ich, dass es womöglich vielen Männern so geht. Weil introvertierte Männer ... weiß nich, ist heutzutage denkbar und nicht mehr so schräg wie es vielleicht früher mal gesehen wurde, abfällig bewertet wurde ... vielleicht spielt das aber auch nur in meinem Kopf. Kann ich leider sehr gut nachvollziehen was Du schreibst in Bezug auf Sachen, die in Dir und außerhalb dadurch kaputt gegangen sind. Bei mir auch so.

    Ich merke immer mehr für mich, dass ein großer Schlüssel in der Selbstannahme liegt und ich deshalb mit den Versuchen aufgehört habe, mich mit einer externen Chemie zu verbiegen. Und auch Eigenschaften von mir zulasse, die eben nicht unbedingt zum "König des Extrovertierten" gehören.

    Klar am Anfang fühlt es sich alles etwas grau und fad an, weil ja gerade das Medikament/ die Betäubung fehlt, mit der alles zugedeckt worden ist und das (falsche) Vertrauen auf dieses Medikament über die Jahre immer gepflegt und immer größer wurde.

    Ja. Sich erlauben zu sein wie man ist ... nicht was man denkt sein zu müssen. Fängt auch dabei an sich nicht negativ zu bewerten. So allgemein mal weniger zu bewerten sondern zu betrachten und wertfrei anzunehmen. Um einen Weg zu sich und auch zu anderen finden zu können. Wenn das Sinn macht.

    Mir hat es manchmal auch ganz gut geholfen, Situationen oder auch Gefühle erstmal zuzulassen, wie sie sind. Was vielleicht in dem Moment nicht besonders angenehm war, weil ich gewohnt/ konditioniert war, früher jede dieser Situationen mit Alkohol zu regulieren. eher unschöne Teil meines Lebens in der Vergangenheit, was ja zum Zeitpunkt auch so ist)

    Oh ja. Dieses große Wort: Aushalten ... immer wieder bewusst lernen. Und akzeptieren, dass das Leben nicht immer schön sein kann. Aber nüchtern hast Du mehr Gelegenheiten die schönen Momente des Lebens auch wirklich leben und genießen zu können.

    "Ich BIN jetzt nüchtern, (als wäre es nie anders gewesen und es den Alkohol nie gebraucht hätte oder es als läge dieser eher unschöne Teil meines Lebens in der Vergangenheit, was ja zum Zeitpunkt auch so ist)

    Find ich gut. Ist auch sowas wie mit sich selber in Kontakt zu bleiben. Mit dem inneren Kind zusammen entscheiden, was man unternehmen oder lassen möchte. Sich vielleicht auch mal daran zu erinnern, wie es früher nüchtern war und das dann einfach wieder so machen als man noch nicht im Alter war wo man trinkt.

    Vor etwa 2 Jahren hatte ich mal allein im Wald eine Begegnung. Es war ein relativ stark nebliger Vormittag und ich war das erste mal dort. Ich hatte bissl schiss um ehrlich zu sein. Nach etwa 2/3 der Strecke begegnete mir ein Hund ohne Begleitung. Wir standen beide voreinander und schauten uns an. Dann sind wir beide ängstlich mit Abstand aneinander vorbei gegangen und der Hund ist weiter bezogen. Ich hab mich dann noch mal umgedreht und gesehen wie der Hund weiter gegangen ist und sich die Bäume angeschaut hat. Er wirkte so zufrieden mit sich. Das hat mir auf eine ganz intensive Art imponiert und mich womöglich auch inspiriert. Vielleicht hat dat zudem echt hübsche Tier mich auch an einen Teil in mir erinnert, der auch so tickt. So wie Ferdinant der Stier. Einfach drauf scheißen wenn sich alle kaputthetzen und lieber die Blumen schnuppern, in der Natur sein, sich wohl fühlen ... und das im übertragenen Sinne auch mit nach Hause nehmen.

    Vielen, lieben Dank!

    Vielen Dank für Euer Feedback!

    Wenn ich ehrlich bin weiß ich schon seit 30 Jahren, dass mein Alkoholverhalten nicht in Ordnung ist. Ich war immer der, der ein Bierchen trinken gehen wollte und hatte das erste Bier als erster leer getrunken. Als wenn ich sonst nichts trinken würde. Und ich arbeite damit gedanklich seit ungefähr 20 Jahren. Seit etwa 2 Jahren konkreter.

    Ist halt nur nicht so einfach an das Thema mal dran zu gehen. Es könnte durchaus sein, dass mein Alkoholkonsum für zwei depressive Episoden (mit 18 und 34) zumindest mit Verantwortlich war /ohne Alkohol womöglich eine ambulante Therapie ausgereicht hätte. In beiden Fällen hatte ich vor den Episoden relativ viel getrunken.

    In der Zwischenzeit ging es oft ums "belohnen" oder darum mir irgendwelche Dinge zu kaufen und mit ein paar Bierchen oder einer Flasche Wein den neuen Besitzt zu feiern. Dinge, die ich nach relativ kurver Zeit nicht mehr so toll fand. Nüchtern betrachtet z.T. komplett unnötige Geldverschwendung.

    AmSee13 Absolut. Und das ist immer so. Nach 2-4 nüchternen Wochen geht es bergauf / ich bin wie ausgewechselt. Und genau darüber (das reicht mir nicht) mache ich mir schon länger Gedanken und sehe ich als Ansatz. Weil sonst kommt wieder der Andere Teil in mir, der das verharmlost und es sich schön redet und dann zum Supermarkt fährt mit dem Ziel 2 Bier zu kaufen und mit 4 zurück kommt.

    Ich sage wie es ist: Eine Kiste Bier oder mehr ale eine Flasche Wein darf ich mir nicht kaufen, weil ich sonst noch mehr trinke. Hab ich aber trotzdem manchmal getan. Und dann wurden es bis zu 4 Liter Bier oder 2 Flaschen Wein und der nächste Tag / die nächsten Tage sind körperlich & psychisch für die Tonne.

    Kontrolle, Orientierung und Reißleine. Das nehme ich mal mit.

    rent Ja, oder? Das ist echt Stress dieser Tanz mit dem Feuer. So ein Blödsinn, wenn man mal nüchtern drüber nachdenkt. Vor allem, wie einen das runterzieht. Ach, haste doch wieder mehr getrunken als du wolltest. Und jetzt machste wieder mimimi. Selber Schuld du Idiot. Ja, das ist offen gesagt ... krass dumm. Deshalb, wie Du sagst: Nach Vorne schauen und die positiven Aspekte einer Nüchternheit hervorheben. Nicht die fachlich medizinischen, sondern die greifbaren konkret fühl- und erlebbbaren.

    Was ich vor 2 Jahren für mich gelernt habe: Ich bin ein introvertierter Mensch. Ich habe als Jugendlicher angefangen mir ein ein Verhalten anzueignen in einer extrovertierten Welt zu bestehen / ein König unter den Extravertierten zu sein. Dabei habe ich mich von mir selbst abgespalten. Erst als ich anfing allein wandern zu gehen ist mir das aufgefallen. Was für ein Quatsch. Und Alkohol hat mir dabei natürlich geholfen. Und ja, ich bin ein ängstlicher Mensch. Das muss ich mir eingestehen. Aber mit Alkohol bin ich noch um ein Vierlfaches ängstlicher. Meinen Bewegungsspielraum habe ich immer nur in nüchternen Phasen erweitern können. Wenn ich grtunken habe, hat sich der wieder verkleinert.

    Nach Vorne gucke und das Positive an einer Nüchternheit die Gedanken bestimmen lassen. Im Zweifel einfach die Schuhe anziehen und eine Runde Spazieren. Notfalls eine große Runde. Vielleicht erst mal so ... hab gerade bissl schiss vor Freitag. Weil es mir diese Woche woeder so gut geht und der andere Teil in mir womöglich schon drauf lauert.