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„Hallo, du alter Vertrauter. Es war so kalt ohne dich. Oh wie schön, dass du zurück bist. Ich zahle den Preis, den du verlangst, keine Frage!“.
Das ist mir auch peinlich. Das zeigt ja irgendwie, wie krank ich bin. Und ist wohl dieses triefnasse Denken, das in mir schlummert und jederzeit wieder wach werden kann!
Also erst einmal, peinlich muss Dir da gar nichts sein. Und die Scham die Du empfindest, lässt Du auch einfach einmal beiseite. Ich denke mittlerweile, es muss damit aufhören das man sich schämt, wenn man ein Alkoholproblem entwickelt hat. Ein Alkoholproblem zu haben ist keine bewusste Entscheidung sondern ein schleichender Prozess, den jeden treffen kann. Und auch sehr viele getroffen hat. Nur, wird einem Seitens der Alkoholindustrie gerne eingeredet, ein Alkoholproblem ist das Problem des Konsumenten und nicht das Problem der Droge.
Das ist erst einmal das eine.
Das andere, was ich bei Dir herauslese sind ganz viele Baustellen die Dich emotional belasten. Und für meine Begriffe sind vorhandene, emotionale Baustellen, wie beispielsweise deine Trennung natürlich Hürden und Herausforderungen, die eine Sucht natürlich begünstigen oder es einem deutlich schwerer machen, einer Sucht zu entsagen. Im Prinzip "gibst" Du ja zwei Dinge, plus weiterer anderer Baustellen, gleichzeitig auf.
Und der Alkohol hat so wunderbar diese perfide Eigenschaft, die Seele zu trösten, was er auch augenscheinlich macht, denn im Suff lässt es sich viel besser weinen und leiden und den Schmerz rauslassen.....und dann kommt der Katzenjammer doppelt und dreifach danach zurück und gewonnen hat man gar nichts. Im Gegenteil, man hat sogar mehr verloren.
Am See sagte oben:
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Also, welcher positiv formulierte Glaubenssatz würde dir jetzt helfen, wie möchtest du dich sehen?
Und das finde ich einen sehr guten Ansatz für die Denkweise, die ich völlig unterschreiben kann. Schau, ich persönlich habe für mich selber damals zu Beginn der Abstinenz festgelegt, auch weil ich mich kannte, dass das "einfach nur nichts trinken" für mich nicht funktioniert. Also habe ich mir überlegt, was könnte mein Weg sein. Mittlerweile habe ich mir gesagt, stell Dich eine Woche, jede Woche, morgens direkt nach dem Aufstehen vor den Spiegel, guck Dich an und stell Dir die Frage: Magst Du das was Du da siehst? Und wenn Nein: Dann weißt Du eigentlich die Antwort, was Du tun musst, um es zu ändern.
Ein anderer Weg, um sich darüber klarzuwerden, ist das "Journaling". Ein neuer Begriff für das Tagebuchschreiben, was man idealerweise direkt morgens macht. Und was dabei herauskommt, nimmt man in den Fokus und setzt es um und hat sich vorallem die Gedanken vom Leib geschrieben.
Was ich damit meine ist, das man sich ein Ziel setzt. Und zwar kein kleines Ziel, sondern ein großes Ziel, was man sich in erreichbaren Etappen erarbeitet. Und jede Etappe gibt Selbstbewusstsein, Selbstsicherheit, Stärke, Erfolg. Das geht Schritt für Schritt, am Anfang mühsam, danach immer einfacher. Und natürlich gibt es dabei auch Rückschläge aber dafür hat man einen Plan B und einen Plan C, auf den man ausweichen kann.
Und am Anfang steht ein Glaubensatz, wie Am See sagte oder ein Mindset, wie man es auch immer benennt. Und das fasst man in den Fokus. Und zum dem Mindset braucht es ein Ventil, um die negativen Gedanken auch rauszulassen. Die einen gehen laufen, die anderen malen Mandalas oder bastlen Origami. Und Du? Könnest Dir vielleicht den Frust runterschreiben und einen Roman beginnen, basierend auf Deiner Geschichte.
Weißt Du, ich habe mir damals, am ersten Tag meiner Abstinenz gesagt, ich habe das Ziel mich optisch und körperlich zu verändern. Also habe ich mich am ersten Tag hier auf den Sportplatz begeben und bin vor der Arbeit die ersten Runden gelaufen.
Natürlich bekam ich direkt Hohn und Spott von einigen Nasen die hier rumliefen.....
Exakt 310 Tage später, das war letzte Woche Montag, habe ich meinen ersten Arbeitstag nach längerem Urlaub gehabt. Ich hab im Urlaub viel Geld für komplett neue Klamotten ausgegeben und mir eine vollständige Typveränderung "gegönnt". Und ich kann dir sagen, die Leute, die sich damals ins Fäustchen gelacht haben, tja....die lachen immer noch. Aber der Unterschied ist, ich habe mich verändert, die nicht. Und sie lästern deswegen, weil sie neidisch sind. Und ich bekomme ja in Summe extrem positiv gespiegelt, inwiefern ich mich verändert habe. Und Fun Fakt, Karma is a bitch, bekommen die Nase demnächste eine richtige Packung für einen Bock, den sie geschossen haben.
Was ich sagen will, ich bin hier nicht der eitle Honk geworden, der hier den Pfau raushängen lässt. Nein, ich bin der Honk, der depressiv im Keller gesessen hat und am überlegen war ob er sein Leben wegwerfen soll. Und der sich entschieden hat, richtig Bock aufs Leben zu haben. Und, ich bin noch nicht fertig 
Es wird Menschen in deiner Vergangenheit geben, die dich anschauen und sagen werden: Oh der hat sich aber verändert.......Ja! Das ist der verdammte Punkt. Tue es für niemanden, außer für Dich.
Motivationsrede: /Ende