Liebe CeBe,
ich denke, dass du hier gewiss auf Verständnis stößt, wenn du nicht auf jeden, der Beug auf dich nimmst, antwortest. Du bist hier für dich und DAS ist wichtig. Teile einfach mit uns, was du teilen möchtest. Überfordere dich dabei nicht. Das können einfach Fragen oder Gedanken sein, die dir durch den Kopf gehen. Vielleicht hilft dir das Aufschreiben auch einfach nur beim Sortieren deiner Gedanken.
Das ist schon so, wenn du tatsächlich ein Problem mit deinem Alkoholkonsum hast und darunter leidest, wäre es unklug, so weiter zu machen, wie bisher. Prima, wenn dir das Lesen hier im Forum schon eine Hilfe ist.
Es geht tatsächlich nicht darum, dass oder ob es anderen mit ihrem Alkoholismus schlechter ergangen ist. Ein guter Freund von mir meinte mal, Vergleiche seien der Anfang allen Übels. Ich finde, dass er damit nicht Unrecht hat. Du hast definitiv Leidensdruck, sonst hättest du hier nicht nach Hilfe gesucht.
Die Frage, warum ich trinke, kann ich auch nicht richtig beantworten. Ich finde es ein bisschen zu einfach, das alles auf meine Kindheit, das falsche Vorbild, die wahrscheinlich nicht beweisbare Suchtpersönlichkeit, die Verfügbarkeit von Alkohol usw. zurück zu führen. Diese Dinge, die es ja in meinem Leben schon lange gibt, kann ich sowieso nicht ändern.
In diesen Antworten steckt vielleicht drin, warum du überhaupt erst ans Trinken gekommen bist, aber im Moment dürfte dir das tatsächlich nicht weiterhelfen. Hilfreich könnte eher sein, dich zu fragen, warum du jetzt täglich zum Wein greifst, obwohl du dir schon längst Sorgen um deinen Konsum machst.
Trinkst du einfach noch aus Gewohnheit?
Oder trinkst du z.B., um die Trauer über den Verlust deines Mannes zu bewältigen?
Oder trinkst du, um dich zumindest für einen Augenblick etwas besser zu fühlen?
Oder belohnst du dich mit Alkohol für Tätigkeiten, die du erledigt hast?
Oder fallen dir noch andere Gründe ein?
Ja, Gründe fürs Trinken fallen einem, der mit dem Trinken gar nicht aufhören will, immer ein. Das liegt daran, dass man sich vom Trinken etwas Positives verspricht.
Wer aufhören will, ist gut beraten zu entlarven, was an diesem angeblich Positiven tatsächlich dran ist. Nicht gerade selten fällt dann auf, wie wenig Positives da tatsächlich noch dran ist.
Wenn du weißt, wovon du weg willst, bekommst du schon mal eine Ahnung, wo du eigentlich hin willst.
Liebe Grüße
AmSee