Beiträge von AmSee13

    Gegen Ich-Botschaften ist gar nichts einzuwenden. Aber da ich als Egoistin wirklich viel um mich kreise, versuche ich mich bewusst auf Andere zu lenken und mehr hin zu ‚Was willst du‘ und nicht ‚Was will ich’. So ist das gemeint.

    Aah, ok, ja, das kann ich nachvollziehen.
    Ich hab da tatsächlich nur an den sogenannten gesunden Egoismus gedacht, den ich überhaupt erst lernen musste.
    Ich hab mich früher viel zu sehr nach dem, was andere wollten, gerichtet. Jetzt bemühe ich mich da um einen angemessenen Mittelweg.

    Liebe Bighara,

    Liebe AmSee, also, wenn ich eins in diesem Forum gelernt habe, dann dass ich NUR für mich sprechen kann. 🤣

    ich muss interessehalber nachfragen:

    Hast das hier wirklich gelernt oder hast du den Eindruck, dass es dir aufgezwungen wurde?

    Da steht viel ‚Ich, Ich, Ich‘. Fühle mich da manchmal schon sehr egozentrisch, weil ich das im Alltag als geübte Egoistin versuche ein wenig abzustellen.

    🤔 Was spricht denn im Alltag gegen Ich-Botschaften?

    Je länger ich mich mit dem Thema beschäftige und mit zunehmender Dauer der Abstinenz ist es so, als würde sich immer mehr die Essenz der Sucht für mich herauskristallisieren. Manchmal denke ich mir dann: Hach, eigentlich ist es so einfach und naheliegend, weißt du?!

    Ich hab durchaus eine Ahnung. 😉

    Lass dich aber von mir warnen, von dir allgemein auf andere zu schließen.

    Mich beschäftigt das Thema Sucht ja nun auch schon eine Weile und dabei durchaus Themen, die für mich damit einhergehen.

    Und wie dir gewiss nicht entgangen ist, beschäftige ich mich auch mit neurologischen und psychologischen Erkenntnissen. 😉

    Was sich für mich im Laufe der Auseinandersetzung mit diesem Thema und im Austausch mit anderen Selbstbetroffenen immer mehr herauskristallisiert, ist, dass ich das Thema Sucht für mich zwar klären kann, die Klärung aber nicht unbedingt für andere gilt. Mitunter gibt es Ähnlichkeiten, doch es gibt eben auch Unterschiede.

    Ich teile hier ja so manches, was für mich hilfreich ist, aber nicht immer kann mein Gegenüber etwas anfangen. 🤷‍♀️

    Hi Bighara,

    Paul Was mich darin bestärken würde, dass es sich bei Sucht - stark runtergebrochen - um eine Störung der Emotionsregulation handelt…um sowas wie eine Impulskontrollstörung. Eben, weil man nicht gelernt hat, anderweitige Wege zur Regulation zu finden, die keine/r Betäubung bedürfen/verlangen. 😁

    ich stell dir in deinem eigenen Thread mal ne Frage dazu.

    Warum dir das so wichtig, Sucht allgemein zu erklären? Denn so wirkt dein Post bei Paul auf mich.

    Grüße

    AmSee

    Mit dir ist alles in Ordnung, auch wenn du den Drang hast Alkohol zu trinken, obwohl es dir ohne Alkohol so viel besser geht. Ich finde, dass diese Suchtgedanken sogar wichtig sind, weil sie für dich auch als eine Art Hinweisgeber dienen können…vielleicht bist du in der Überforderung unterwegs, wenn die Suchtgedanken kommen? Ist dir in dem Moment alles zu viel? Ist ok, dann fahr einen Gang runter und kümmere dich um dich selbst.

    Das kann ich nur unterstreichen.


    Und wer sagt denn, dass diese Emotionen wie Wut, Traurigkeit, Frust nicht sein dürfen?
    Hab ich früher auch geglaubt, dass insbesondere Wut nicht sein darf. Das hat mir meine Familie so beigebracht…. Naja, die wussten‘s wohl selbst nicht besser…

    Was passiert aber mit unterdrückter Wut, mit unterdrückter Traurigkeit, mit unterdrücktem Frust? Weg gehen die ja nicht von selbst.
    Bei mir ging das mitunter nach hinten los, sei es durch Schmerzen, Verspannungen usw. nach Innen in bestimmte Körperregionen oder Organe, sogar in Autoaggression (der Drang, sich selbst zu verletzen), sei es in manchen Situationen völlig unkontrolliert nach außen.
    Kein Wunder, dass ich solche Emotionen erst recht nicht spüren wollte….

    In den vergangenen Jahren durfte ich endlich lernen, dass auch diese Emotionen ihre Gründe und durchaus ihre Berechtigung haben. Sie dienen unter Umständen meinem Schutz, Schutz zum Beispiel vor Überforderung. Wenn ich wütend bin, habe ich im Vorfeld etwas erlebt oder erfahren, eine Ungerechtigkeit vielleicht, was mir so gar nicht passt. Die Wut ist insofern nur ein Hinweisgeber.
    Auch wenn ich traurig bin, gibt es einen berechtigten Grund, der das auslöst, ebenso Frust.

    Als hilfreich habe ich an mir selbst kennengelernt, dem Gefühl erstmal nachzuspüren. Wo spüre ich es, welche Gedanken denke ich. Dann atme ich nicht selten erstmal durch. Das hilft mir dabei, etwas Abstand zu gewinnen und das Ganze ein bisschen von Außen zu betrachten, um dann zu einer angemessenen Lösung zu finden.

    Das konnte ich gewiss nicht von jetzt auf gleich, aber Schritt für Schritt wurde es leichter und ich selbst gewann damit allmählich an Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein und einer gewissen Gelassenheit.

    Den „Durst“ ganz bewusst mit Wasser oder etwas anderem Vergleichbaren zu stillen, hat sich auch bei mir bewährt. Ist der Bauch mit Wasser o.ä. gefüllt, ist der „Durst“ wundersamer Weise weg.

    LG AmSee

    Ich erfreue mich auch über viele schöne Dinge die ich sehe, aber im Gegensatz zu früher, muss ich sie heute nicht mehr besitzen.

    Das kommt mir bekannt vor, weil’s mir ganz ähnlich geht.
    Besitzen möchte ich eigentlich nur noch, was ich wirklich brauchen kann. Und das ist, wenn ich ehrlich bin, ziemlich wenig.

    Ich hab die Haushalte meiner Großeltern (mütterlicher-, väterlicher-, schwiegerelterlicherseits) und den meiner Mutter auflösen müssen… Das war alles andere als leicht für mich, deshalb würde ich, wenn meine Zeit irgendwann gekommen sein wird und ich rechtzeitig vorher Bescheid weiß (wer weiß das schon….), meine Wohnung gerne besenrein übergeben. 😉

    Bis dahin sortiere ich erstmal weiterhin fleißig aus und bringe das, was andere vielleicht noch brauchen könnten, über Kleinanzeigen, Secondhandhandel oder Verschenkkartons unter die Leute.

    Ich hatte Jahre lang Einzelhandel. Oft kamen alte Menschen zu mir rein und das erste was sie sagten war: "wir gucken nur, wir brauchen nix. Wissen Sie in unserem Alter haben wir uns schon von allem getrennt."

    Für mich als Unternehmer ist das natürlich Kassengift. Irgendwann hab ich die Kundengruppen in Sehleute und Kaufleute eingeteilt.

    Das kann ich ziemlich gut nachvollziehen.

    LG AmSee

    Hallo Mops,

    Gerade weil so viele Dinge mit Erinnerungen verbunden sind kann das auch blockieren und eventuell neue Sichtweisen oder neues Verhalten beeinflussen. Oder mann rollt ne riesen Mistkugel voller Erinnerungen vor sich her. Die schönen Erinnerungen hat mann doch eh abgespeichert.

    das sehe ich ganz ähnlich wie du.
    Ich hab in den vergangenen Jahren gelernt oder vielmehr nach und nach immer mehr begriffen, was für eine Bedeutung das für mich hat, im „Hier und Jetzt“ zu leben.
    Als ich vor über acht Jahren wegen schwerer Depression in der Klinik war, war das „Seien Sie im Hier und Jetzt“ für mich oft nur eine leere Formel.
    Inzwischen, da ich u.a. auch durch meine Abstinenz und meine Selbstfürsorge zunehmend zu mir gefunden habe, fällt mir mitunter auf, dass mich so mancher Gegenstand, der mit Erinnerungen behaftet ist, von meinem Hier und Jetzt ablenkt. Und ich spüre, das mir das nicht unbedingt gut tut. Deshalb habe ich ja auch schon vor einer Weile mit dem Aussortieren begonnen, so schwer mir das auch trotzdem gefallen ist.
    Doch da ist noch immer zu viel da, weil ich keine „Radikalkur“ machen kann bzw. machen will. Ich hab viel zu lange in meinem Leben gegen mich und meine eigenen Bedürfnisse arbeiten müssen, in mir wehrt sich alles dagegen, das nochmals zu tun.

    Erschwerend kommt dabei auch hinzu, dass mein Mann sich ebenfalls nicht von Sachen trennen kann, genauso wie seine noch lebenden Eltern… So haben wir mitunter auch die Diskussionen, weil er Dinge nicht hergeben kann oder will.

    Doch wir sind insgesamt auf dem Weg, denn im Prinzip geht’s uns beiden ähnlich, was den sogenannten Ballast betrifft.

    Letztens war ich bei uns auf der Mülldeponie weil ich 2 Fenster und Metall-Schrott weg bringen musste. Was ich da gesehen hab ist eigentlich echt traurig. Es wandert wirklich alles auf den Müll, auch völlig intaktes Zeugs. Eine Frau hab ich beobachtet wie sie ein ganzes Service in den Kontainer schmiss. Drauf angesprochen hat sie mir gesagt "das ist von Oma, das will keiner mehr". Und es stimmt. Wenn es nicht Grade Meissen oder ähnliches ist, will das keiner mehr.

    Sowas beobachte ich auch immer wieder, wobei ich inzwischen möglichst ganz bewusst nicht mehr richtig in die Container des Wertstoffhofs schaue, weil mich die Wegwerf-Mentalität unserer Gesellschaft abstößt und auch traurig macht.

    In meiner Wohnung gibt es nur sehr weniges neu Gekauftes. Nicht, weil ich mir nichts Neues leisten könnte, sondern weil mir Nachhaltigkeit eine Herzensangelegenheit ist.

    Hi, mops und Stilles Wasser ,

    ich hab auch in eine Leseprobe des Buchs hineingesehen, weil mich das Thema ja auch immer mal wieder beschäftigt.
    Da war auch für mich durchaus Inspiration drin und motiviert gehe ich zur Zeit täglich daran, meine Küche mit überschaubarem Aufwand immer wieder ordentlich zu halten. Und das gefällt mir tatsächlich so.

    Was mich aber noch mehr anspricht, ist die Idee, die Methode von Marie Kondo. Ich hab ja nun auch Schwierigkeiten darin, mich von Sachen zu trennen, u.a. weil’s die Sachen meiner verstorbenen Eltern und Großeltern sind, die früher erlebten Notzeiten noch in mir drin sind und weil ich immer wieder selbst die Erfahrung gemacht habe, dass ich dies oder jenes zu einem späteren Zeitpunkt tatsächlich noch gut brauchen kann. Doch zugleich empfinde ich viel zu vieles, was mich umgibt, als Ballast, den ich nur zu gerne von jetzt auf gleich loswerden würde.


    Die Idee von Frau Kondo, sich nur mit dem zu umgeben, was einen glücklich macht, hat irgendwie was für sich, und ebenso, dass dann jedes Ding seinen Platz hat und wertschätzend damit umgegangen wird.


    Jedenfalls spricht mich sowohl bei Brants Buchtipp als auch bei dem Konzept von Frau Kondo etwas an, was ich als hilfreich empfinde.

    LG AmSee

    Aber was echt nervt, wenn ein neuer (es ist ja offenes Meeting) die Gruppe betritt, wird schlagartig der Neue eingeführt und jeder erzählt ihm seine positiven Erfahrungen mit AA. Das sind immer die gleichen Geschichten.

    Nun ja, ist das nicht verständlich?
    Ich könnte mir gut vorstellen, dass dahinter der Gedanke steht, dem Neuling, der ja nicht ohne Grund dort aufschlägt, Mut zu machen.
    Und wer keine positiven Erfahrungen mit den AA gemacht hat, bleibt den Sitzungen naturgemäß fern.
    Und dass sich die Geschichten gleichen: Nun, wer erzählt denn in den Sitzungen von sich? In der Regel die, die etwas sagen wollen, unter Umständen sind das immer dieselben.

    Letztes Mal war es so heftig das ich dachte gleich fallen im Gemeindehaus die Kreuze von den Wänden ( ev. Gemeindehaus ist unser Gruppenraum). Das war schon fast Exorzismus. Also ich empfand das als Verstörend.

    🤣Sorry, aber ich seh das mit nem gewissen Humor.

    Soweit ich das mitbekommen habe, ist die Struktur, in der so eine Sitzung bei den AA abläuft, zwar vorgegeben, aber geprägt wird die jeweilige Gruppe durch die Menschen, die daran teilnehmen.

    Und die Struktur ist bei den AA eben eine monologische. Jeder soll dort nur für sich und über sich selbst sprechen, über seine eigenen Gefühle. Kritik soll dort eben nicht geübt und es sollen auch keine Ratschläge erteilt werden.

    Das Monologische liegt vielleicht nicht jedem, mir liegt es zum Beispiel nicht, ich hab aber mal von jemandem gehört, dass man gerade dadurch aber auch das Zuhören lernen kann.

    Das sich die Gesellschaft, das Wissen, Psychologie, Medizin etc geändert haben, scheint da nicht so sehr anzukommen.

    Ich wäre äußerst vorsichtig, das nur aufgrund von Hören-Sagen zu beurteilen.

    Fakt ist, dass diese Organisation eben schon vielen Menschen geholfen hat. Für den, dem das Programm der AA oder deren Gruppen nicht liegt, gibt’s ansonsten ja auch noch andere Angebote.

    ich würde mal sagen, dass die “Krankheit” ja unter anderem gerade die Willensstärke, den eigenen Willen und unsere Entscheidungsfähigkeit angreift oder zumindest schwächt. Genau das macht es ja erst so perfide. Ich würde auch nicht sagen, dass du, ich oder auch andere hier nur einen schwachen Willen haben.

    Kann ich Rent nur zustimmen. Man mag in der Gesellschaft im Allgemeinen zwar noch immer glauben, dass Alkoholismus etwas mit „Willensschwäche“ zu tun hätte, aber das ist schlichtweg falsch. Mit Willensschwäche hat das gar nichts zu tun, dass man seinen Alkoholkonsum nicht kontrollieren kann, wenn man denn erstmal abhängig geworden ist.

    Aber nochmal auf das kämpfen zurück zu kommen. Mein Umfeld guckt mich im Moment auch ganz traurig an. Dann werde ich gefragt "UND?" Ich sag "UND WAS?" Dann heißt es "DU HAST JETZT SICHER HART MIT DIR ZU KÄMPFEN".

    Ich erleb das manchmal so, dass man mir gegenüber seine Bewunderung zum Ausdruck bringt, weil ich auf Feiern ungefähr genau so ausgelassen und lustig bin wie andere, die um mich herum Alkohol konsumieren. Lieb gemeint, aber dahinter steckt offenbar die Vorstellung, dass man Alkohol brauche, um ausgelassen, enthemmt und lustig feiern zu können, und dass das ohne Alkohol schwierig sei.

    Nö, ich brauche das nicht und ich hab auch nicht das Gefühl auf irgendwas „Gutes“ verzichten zu müssen. Im Gegenteil fühle ich mich befreit. Befreit von einer Art von Gehirnwäsche und befreit aus einem üblen Teufelskreislauf. Und deshalb ist es für mich auch kein „Kampf“ keinen Alkohol mehr trinken zu „dürfen“. Ich „dürfte“ ja, wenn ich wollte, aber ich will ja gar nicht. 😜

    Und deshalb nenne ich das auch nicht „Verzicht“, denn „Verzicht“ würde bedeuten, dass ich mir etwas vorenthalte, was ich eigentlich gerne hätte. Alkohol will ich aber ganz gewiss nicht mehr. 😎


    Das Umlernen, das Sich-neue-Verhaltens- und-Denkweisen-anzueignen könnte man vielleicht als „Kampf“ bezeichnen, aber eigentlich passt dieses Wort nicht wirklich dazu.🤔 „Abenteuer“ passt viel besser dazu und trifft es auch viel eher. 😉

    LG AmSee

    Mir hat es sehr geholfen, den "Suchtdruck" zu personifizierne und zu dämonisieren. Dieses Verlangen habe ich den "Schrei des Alkohols / der Kippen genannt". Das Vieh hat Hunger bzw. Durst und will gefüttert werden. Ich hab mir dann immer gedacht oder auch laut gesagt: "Hunger? Mein Freund? Vergiss es. Du bekommst nichts, aber rein gar nichts.".

    Dazu noch eine Erfahrung von mir: Es kann auch helfen, in so einem Fall viel Wasser zu trinken.

    Als du, mops , gestern den ganzen Tag im Garten gearbeitet hast, hast du da auch ausreichend Wasser oder Ähnliches getrunken?

    Als ich mal heftigsten Suchtdruck hatte - eine ganze Kette von Triggern hatte dazu geführt -, hab ich mich in meiner Not an den Rat gehalten, so viel Wasser wie nur möglich zu trinken. Das hat mir tatsächlich sehr geholfen. Als der Bauch mit Wasser gefüllt war, war der Druck gänzlich weg und ich nur noch erleichtert.

    In den folgenden Tagen hab ich mich, weil mich das Erlebnis ziemlich erschüttert hat, daran gemacht, die Ursache für meinen Suchtdruck herauszufinden. Ich hab die einzelnen Trigger für mich aufgearbeitet und meine innere Einstellung bzw. Haltung bewusst überarbeitet und aktiv verändert.

    Hallo Mops,

    Was ihr schreibt ist viel Info. Sicherlich nüchtern betrachtet auch plausibel, aber da Brauch ich noch viel Abstand zu dem Alk.

    lass dir alle Zeit, die du für dich brauchst. Nur DAS zählt!

    Übrigens find ich’s gut und sogar wichtig, wenn oder dass du signalisierst, wenn dir etwas zu viel wird. Das ist wiederum ein sehr wichtiger Schritt auf deinem Weg.

    Aber nochmal auf die Konfrontation. Ich kenne auch einen trockenen Alkoholiker der Zuhause eine große Flasche (teuren) Wodka stehen hat und das jedem erzählt um sich nochmals ausdruck zu verleihen wie willensstark er jetzt ist. Aber das ist für mich nicht nachvollziehbar. Aber naja jeder wie er meint. ;)

    Ja, jeder, wie er meint. 😉
    Ich würd’s nicht machen, nicht, weil mich sowas inzwischen noch gefährden könnte, sondern weil niemandem - und gewiss auch nicht mir selbst - beweisen müsste, „willensstark“ zu sein. Alkohol interessiert mich einfach nicht mehr. Wenn andere meinen, sie müssten Alkohol konsumieren, oder meinen, Alkohol gehöre selbstverständlich zum Leben dazu, sollen sie das meinen, ich weiß es für mich inzwischen besser. 😉

    Hallo Mops, hallo Paul,

    genau darauf kommt es an, dir die Zeit zu lassen, die DU brauchst. Das meine ich mit „dein eigenes Tempo finden“ und da spielt keine Rolle, wie schnell oder wie langsam andere sind.

    Was Paul über seine Erfahrungen mit dem Alkoholregal im Supermarkt schildert und darüber, was seine SHG ihm damals prophezeit hat, ist auch mir nicht unbekannt. Vielleicht hast du bislang auch schon von solchen „Prophezeiungen“ gehört und dir dadurch Angst oder dich unsicher machen lassen….

    Angst ist bekanntermaßen ein schlechter Ratgeber. Angst musst du nicht haben, sondern nur wieder lernen, dir selbst und deinem Gefühl zu vertrauen. Wenn du bemerkst, dass du dich unwohl fühlst (bei zu viel Alkohol in deiner Nähe), wirst du auch auch fühlen, ob du dich dem länger aussetzen willst und dich damit weiter konfrontieren willst oder das Gefühl hast, aus der Situation rauszugehen. Trau dann deinem Empfinden, aus der Situation rauszugehen und geh auch bewusst raus. Auch das ist Selbstfürsorge bzw. gesunder Egoismus.

    Nach und nach wirst du so an Selbstvertrauen gewinnen, an Bewusstsein, was du brauchst und was du eben nicht brauchst, und damit auch an der Gewissheit, dich auch unangenehmen Situationen aussetzen zu können, ohne Gefahr zu laufen, Suchtdruck zu erleiden.

    Dass dich etwas, wie zum Beispiel das Alkoholregal im Supermarkt triggert, lässt sich erfolgreich abtrainieren. In der Suchtforschung nennt man das „Extinktionslernen“, das heißt, neues Verhalten zu erlernen, damit das alte in den Hintergrund rückt und so abgeschwächt wird. So ein Training ist aber erst dann sinnvoll, wenn du dich stabil genug dafür fühlst.

    Viele Grüße

    AmSee

    Der Rausch oder besser die Sedierung/Betäubung ist doch keine Belohnung ... nur weil ich vor "der Gefahr" flüchte, ist sie doch nicht weg. Das musste ich (wieder) begreifen.

    Dazu noch etwas… Ich gebe dir natürlich vollkommen Recht, dass die Sedierung/ Betäubung keine „Belohnung“ in dem Sinne ist, wie wir das im Allgemeinen verstehen. Was ich da vorhin geschrieben habe, ist eine ganz kurze Zusammenfassung neurobiologischer Erkenntnisse zum Thema Suchterkrankungen.

    Nach meiner eigenen Erfahrung - andere werden das bestätigen können - flüchtet man in den Rausch, den du meinst, bzw. in die Sedierung/ Betäubung, weil man glaubt oder vielmehr in solchen Augenblicken das überwältigende Gefühl hat, die „Gefahr“ nicht aushalten zu können. Und wer Alkohol als wirksame „Medikation“ kennengelernt und auch schon mehrfach angewandt hat, dem drängen sich dann die Gedanken an diese (kurzfristige) Lösung unmittelbar und zunehmend unwiderstehlich auf.

    Unter Umständen weiß man sogar, dass Probleme, diese Biester, schwimmen können, dass die „Gefahr“ nicht weggeht, aber in der Not, in der man sich wähnt, greift man mit dem Alkohol sozusagen zum letzten Strohhalm, weil der wenigstens kurzzeitig Linderung verspricht. Da ist dann alles andere egal.

    Und diese „Linderung“ ist neurobiologisch eine „Belohnung“, auch wenn sich das in dem Moment überhaupt nicht so anfühlen mag und letztlich ein Weg ist, der total nach hinten losgeht, alles nur noch schlimmer macht.

    Die neurobiologische Forschung hat auch das Thema Suchterkrankungen erforscht und in diesem Zusammenhang die Bedeutung des sogenannten Belohnungssystems entdeckt.

    Wen das näher interessiert: In unserer Linksammlung haben wir zum Thema „Die Neurobiologie der Sucht“ einen sehr empfehlenswerten Artikel verlinkt. Unter dem Artikel auf jener Seite wird auf weitere hochinteressante Artikel verlinkt.

    Grüße

    AmSee

    Der Rausch oder besser die Sedierung/Betäubung ist doch keine Belohnung ... nur weil ich vor "der Gefahr" flüchte, ist sie doch nicht weg.

    Für unser Gehirn ist es das in gewisser Weise schon, jedenfalls ist das sogenannte Belohnungszentrum bzw. sind dessen Rezeptoren der Teil, auf den Alkohol und Drogen wirken.

    Im Grunde findet da im Gehirn ein Zusammenspiel zwischen verschiedenen Botenstoffen und entsprechenden Rezeptoren statt und entsprechende Anpassungsprozesse. Spannendes Thema und für mich ziemlich aufschlussreich, als ich mich näher damit beschäftigt habe.

    Aber das zerstörte Selbstvertrauen trifft mich schon sehr.

    Das glaube ich dir sofort.

    Versuch aber mal, das, was du jetzt darüber weißt, als Chance, als Lernerfahrung zu verbuchen, die dir nützlich sein kann, wenn mal diese Art von Sehnsucht nach dem Trinken aufkommt.

    Zu sich, also ich zu mir, ehrlich sein, war mein entscheidener Punkt, ich wusste es eigentlich schon immer, doch wählte ich, leider viel zu oft den bequemeren, scheinbar einfacheren Weg.

    Ich will nicht sagen, dass ich dumm war, jedoch intelligent war mein Verhalten auch nicht gerade.

    Wer könnte es dir, mir, Mops und anderen, die den bequemeren, scheinbar einfacheren Weg gegangen sind, denn verdenken, dass wir‘s getan haben?

    Ist das denn nicht völlig natürlich? Wer ist denn so gestrickt, dass er den unbequemen, mühevollen Weg wählt, wenn er‘s auch leichter haben kann? Zumal wenn alle möglichen Leute um einen herum auch den leichteren Weg gehen?

    Warum sich denn anstrengen, lernen, arbeiten, wenn Wohlgefühl, gute Stimmung, usw. so viel einfacher, schneller und bzu haben ist?

    Alkohol und Drogen im Allgemeinen bieten eine Abkürzung für etwas, was auf natürliche Weise nur durch Anstrengung zu haben ist. Der Preis, der für die Abkürzung mit Alkohol oder Drogen bezahlt werden muss, ist ja nicht von vornherein offensichtlich.

    Und das ist offensichtlich nun einmal so, dass unser Belohnungssystem, wenn’s diese Abkürzung mal kennengelernt hat, immer mal wieder gerne darauf zurückgreift. Das Negative, die Schattenseiten merkt es sich nicht, dafür ist es nicht gemacht….

    Hallo Mops,

    Wie sollte ich mir Vertrauen, da ich mich ja nur belogen habe.

    was Stilles Wasser meint, ist nach vorne gerichtet, nicht nach hinten.
    Das sich selbst und andere belügen, wer von uns kennt das nicht? Das ist Teil dieses Teufelskreislauf, in den man sich im Laufe seiner Sucht verstrickt.

    Was du im Laufe deines neuen Weges neu gewinnen kannst, ist unter anderem das Vertrauen in dich und deine Fähigkeiten.