Suche Hilfe

  • Ah, jezt verstehe ich es besser. Danke Greenfox.
    Ich dachte zuerst es geht um das Erkennen und Überwinden/Auflösen der eigenen Sucht. Denn das ist das was ich für mich immer wieder in Bassmanns Gedanken wiederfinde und spiegele. Und eben dies ist meiner Meinung nach, auch so wie ich es numal seit einer Weile real erlebe, möglich.

    Aber klar, jetzt vertseh ich, es geht darum dass die Sucht nicht einfach so ganz von selbst verschwinden würde, allein nur durch eine Erkenntnis auf reiner Verstandesebene. Huschhusch und keiner hats mitbekommen... ;) Wo ich da nun so drüber nachdenke, kann ich mich dran erinnern daß ich in manchen Momenten auch diesen Gedanken hatte.


    Ist aber noch was anderes als sich in der Öffentlichkeit zu outen. :-[

    Naja liebe Mimose, du musst dir ja jetzt auch nicht gleich ein Schild mit Aufschrift umhängen mit dem du dann rumläufst. Zu sich selbst und auch zu seinen Problemen zu stehen, und sie als einen Teil von sich anzunehmen ist aber schon sehr wichtig. Und solche Leute wie in der Suchtberatung, unterliegen der Schweigepflicht. Auch gute Freunde erzählen nix weiter, in einer SHG ist alles absolut vertraulich, etc. pp. ... so kann man es schon auch selbst steuern wie weit man damit offensiv oder etwas 'bedeckter' umgeht.

    GuteKraft immer und schöne Grüße!

    Land-in-Sicht

  • Ha, jetzt hat der gute LiS schneller reagiert als ich. ;D

    Das wollte ich nämlich auch sagen, dass die SHGs und die Suchtberatung eben NICHT die Öffentlichkeit sind. Es ist wie bei einer Operation: Für uns ist es ein Bammel-Termin, aber für die Profis ist es Routine. ;)

    Wegen dem buddhistischen Ansatz, was Du angedeutet hast. Ich habe selbst für mich erfahren (und ich habe es wirklich erfahren und nicht nur gelesen), dass ich nicht meine Gedanken bin, genauso wenig ich meine Gefühle und meine Sucht bin. Ich habe Gedanken, ich habe Gefühle, ich habe eine Sucht. Aber ich identifiziere mich nicht (mehr) damit.

    Die für mich gravierendste Erkenntnis war aber, dass meine Gefühle die Folge meiner Gedanken sind. Also ich fühle mich nicht "aus dem Nichts heraus" schlecht, niedergeschlagen, mutlos, klein, wütend oder traurig. Immer gehen dem GEDANKEN voraus.

    Es ist manchmal ganz interessant, sich zu fragen, was habe ich denn eigentlich GEDACHT, dass ich mich so schlecht fühle? Oft gehen dem ganz unbewusste automatisierte Gedankengänge voraus, die wir einfach "intus" haben, seit vielen Jahren, z.B.: "das schaffe ich nie", "ich werde das nicht lernen können", "der/die will mich nur ärgern", "habe ich etwas Falsches gesagt?", "sag mal, bin ich denn immer nur der Depp?", "wo soll das denn nur hinführen", "und was ist, wenn was Schlimmes passiert" usw. usf. (über 90% der Dinge, die wir befürchten oder um die wir uns sorgen, treten sowieso nie ein)....

    Das war jetzt ganz kurz meine Sicht der Dinge. :) Muss mal eben Schnitzel panieren.... ;)

    Ganz liebe Grüße und bis bald.
    Pinguin

    „Erfolg ist nicht auf Erfolg aufgebaut. Er ist auf Fehlern aufgebaut. Er ist auf Frustration aufgebaut. Manchmal ist er auf Katastrophen aufgebaut.“

  • Wollte eigentlich schon vor über 'ner Stunde antworten, aber wenn man auf Arbeit ist, kommt einem manchmal was dazwischen ;D

    Wie LiS und Pingu schon andeuteten, meinte ich mit dem "outen" zunächst "nur" den Hausarzt, die Suchtberatung. Dann kämen Freunde und Familie - wobei Du fast davon ausgehen kannst, dass die das schon "wussten".

    Und wenn man DIESES Outing hinter sich hat, dann erst geht es weiter mit Therapeuten, SHG...

    Dann erst - irgendwann, wenn man selbst dazu bereit ist - eventuell die Arbeitskollegen und alle anderen, die "Öffentlichkeit" --> das heisst aber nicht

    du musst dir ja jetzt auch nicht gleich ein Schild mit Aufschrift umhängen mit dem du dann rumläufst.

    sondern in meinen Augen nur, dass man bei passender (!) Gelegenheit auch öffentlich dazu steht, dass man ein Alkoholproblem hat.

    Übrigens, LiS:

    es geht darum dass die Sucht nicht einfach so ganz von selbst verschwinden würde, allein nur durch eine Erkenntnis auf reiner Verstandesebene. Huschhusch und keiner hats mitbekommen...

    Genau so kommt Bassmann aber mitunter bei mir an (ob er es so meint, steht auf einem ganz anderen Blatt) - und deswegen geht es mir manchmal wie dem HB-Männchen ;)

    Gruß
    Greenfox

    Es rettet uns kein höh’res Wesen,

    kein Gott, kein Kaiser noch Tribun

    Uns aus dem Elend zu erlösen

    können wir nur selber tun!

  • Hallo,
    ja, das mit dem "outen" habe ich jetzt verstanden.
    Meine Familie und Freunde sind ja auch schon länger eingeweiht ;D


    Wegen dem buddhistischen Ansatz, was Du angedeutet hast. Ich habe selbst für mich erfahren (und ich habe es wirklich erfahren und nicht nur gelesen), dass ich nicht meine Gedanken bin, genauso wenig ich meine Gefühle und meine Sucht bin. Ich habe Gedanken, ich habe Gefühle, ich habe eine Sucht. Aber ich identifiziere mich nicht (mehr) damit.

    Ja, Pinguin, so verstehe ich auch die buddhistische Lehre. Und da beginnt auch mein Dilemma.
    Die Entscheidung mit dem Trinken aufzuhören entsprang ja letztlich auch einem Gedanken und Gefühlen. Von daher also hilfreich sie ernst zu nehmen.
    Wie erkenne ich also welchen Gedanken ich nachgehen soll und welche ich "nur" wahrnehme? (Achtsamkeit).
    Entscheidungen (z.B. was kann ich in meinem Leben ändern) beginnen doch immer mit Gedanken.
    Vielleicht gehört das eher in ein Forum über Buddhismus, aber es bietet sich gerade an.
    Im Privaten habe ich sonst niemanden mit dem ich darüber sprechen könnte ;(

    Eine sich fragende Mimose

  • Liebe Mimose,

    ich habe ja nicht gesagt, dass man die Gedanken nicht ernst nehmen soll. ;) Vielmehr geht es meines Erachtens darum, die konstruktiven von den destruktiven Gedanken zu unterscheiden. Ich wollte ja eigentlich darauf hinaus, zu lernen, den Suchtdruck zu vermeiden, indem man die negativen oder selbstschädigenden Gedanken gar nicht erst zulässt, bzw. ihnen nicht zu viel Beachtung schenkt. Dass man wieder Herr/Frau des eigenen Hauses/Ladens wird und sich nicht kontrollieren lässt von Emotionen oder eben Teufelskreis-Gedanken, die zu nichts führen außer zu impulsiven Fehlentscheidungen oder Kurzschlüssen.

    Der Gedanke oder der Wille, der Entschluss mit dem Trinken aufzuhören, ist doch an für sich etwas Gesundes, Gutes, weil wir hier etwas Selbstzerstörerisches loslassen und uns von einer starken Anhaftung befreien. Es geht ja um die Freiheit des Geistes, so verstehe ich jedenfalls den Buddhismus. Klar bin ich nur ein Laie, aber die Vorstellung, nicht mehr das tun zu müssen, was ich eigentlich nicht will, gibt mir Kraft und Mut und macht Sinn. Ich glaube, der Schlüssel liegt im Loslassen. Wenn ich meine, ich will bestimmten Gedanken keine Beachtung mehr schenken, dann meine ich eigentlich damit, dass ich die "Tricks" bzw. meine eigenen "Hintertürchen" zu durchschauen versuche, sobald ich anfange mit dem Gedanken zu spielen, wieder etwas zu trinken.

    Meiner Meinung nach erfüllt das Trinken eine Funktion. Zumindest am Anfang, wenn wir das Zeugs missbrauchen. Dies meine ich absolut wertfrei. Wir würden nicht maßlos trinken, wenn es keine Funktion hätte. Ich habe Dir schon einmal geschrieben, dass ich auch dachte, es müsste einfach nur "klick" machen und das reicht dann. Ehrlich gesagt habe ich jahrelang auf diese Erleuchtung gewartet bzw. gehofft. Inzwischen denke ich, es ist auch mit ANSTRENGUNG verbunden, sich von einer Sucht zu lösen. Früher war ich nicht bereit, diese Anstrengung auf mich zu nehmen. Ich dachte, sobald ich mich dafür anstrengen muss, habe ich nicht die richtige Haltung dazu. Denn wenn ich die richtige Einstellung dazu hätte, dann müsste es mir doch ganz leicht fallen. Aber ich glaube, das ist ein Irrtum. Vielleicht trifft es ja auf manche Menschen zu (z.B. hier im Forum auf den Bassmann), aber bei mir persönlich nicht. Andererseits möchte ich aber auch nicht behaupten, dass es das Schwierigste auf der Welt ist, sich von einer Sucht zu lösen. Wenn ich das glauben würde, dann würde ich gar nicht erst versuchen, aufzuhören. Aber ich glaube halt, den Instant-Weg gibt es für mich leider nicht.

    Inzwischen schaffe ich mir Bilder, die mir persönlich weiterhelfen. So vergleiche ich das mit der Sucht auch mal gerne mit dem Bergsteigen und lese Bücher von Reinhold Messner. Weil ich mir etwas aus seiner Philosophie des Bergsteigens im Alleingang herausziehen kann, was sich bei mir prima auf das Thema Abhängigkeit bzw. UNABHÄNGIGKEIT übertragen lässt. Es geht hier um Dinge wie z.B. das Verlassen der Komfortzone und um Grenzerfahrungen durch Selbstüberwindung. Aber auch um Umsicht, Vorausschau und das Finden der Balance zwischen Selbstvertrauen und Selbstüberschätzung usw.... Für Messner ist das Bergsteigen auch eine spirituelle Erfahrung, obwohl er das direkt nicht so nennt. Somit kann der Suchtausstieg auch eine spirituelle Erfahrung sein.

    Sollen wir einen Extra-Thread über das Thema aufmachen? Wenn Du magst..... Oder bist Du bei Facebook, dann könnten wir eine geschlossene Gruppe gründen und uns dort austauschen?

    Ich bin übrigens sehr offen für Einsprüche und "aber" von Deiner Seite aus. Du siehst sicher Dinge, die ich nicht sehe oder ziehst andere Schlüsse. Ich bin immer ganz froh und dankbar, wenn ich die Dinge aus verschiedenen Perspektiven betrachten kann. Wenn Du magst, kannst Du jederzeit gerne Kritik oder so schreiben, aber natürlich nur, wenn es Dir auch gut tut. :)

    Ganz liebe Grüße
    Jacqueline

    „Erfolg ist nicht auf Erfolg aufgebaut. Er ist auf Fehlern aufgebaut. Er ist auf Frustration aufgebaut. Manchmal ist er auf Katastrophen aufgebaut.“


  • Denn wenn ich die richtige Einstellung dazu hätte, dann müsste es mir doch ganz leicht fallen. Aber ich glaube, das ist ein Irrtum. Vielleicht trifft es ja auf manche Menschen zu (z.B. hier im Forum auf den Bassmann)


    Mit der richtigen Einstellung -bei mir ist das die Überzeugung bzw. das WISSEN, dass Sucht schlecht ist und langfristig immer zu Einbußen in der Lebensqualität führt- wird der Ausstieg nicht leicht, aber die mit dem Ausstieg verbundenen Entzugserscheinungen bekommen eine geringere Wichtigkeit. Sie gehören eben zum Ausstieg aus einer Sucht dazu und werden irgendwann seltener bzw. weniger belastend. Diese Einstellung hat mir den Ausstieg extrem erleichtert, denn sie hatte zur Folge, dass ich nicht bei jeder Schwierigkeit meine Ausstiegsentscheidung in Frage stellte.
    Und dadurch wird der Ausstieg dann wahrscheinlich tatsächlich leichter als für jemanden, der stets hadert und seine Entscheidung immer wieder zur Disposition stellt.

    Bassmann

  • Bassmann, manchmal bringst Du die Sachen in wenigen Sätzen auf den Punkt, wo ich allzuweit aushole. :) Das ist doch bewundernswert, so wie ennasu - sie beherrscht diese Kunst auch. (Wo ist sie eigentlich?)

    PS: Ich wundere mich ein bisschen... Mir war das nicht so klar, dass Du die Entzugserscheinungen als solche akzeptiert hast, irgendwie schien ich Dich missverstanden zu haben, früher.....

    „Erfolg ist nicht auf Erfolg aufgebaut. Er ist auf Fehlern aufgebaut. Er ist auf Frustration aufgebaut. Manchmal ist er auf Katastrophen aufgebaut.“

  • Hallo Piguin ;)

    Zitat

    dass ich auch dachte, es müsste einfach nur "klick" machen und das reicht dann. Ehrlich gesagt habe ich jahrelang auf diese Erleuchtung gewartet bzw. gehofft. Inzwischen denke ich, es ist auch mit ANSTRENGUNG verbunden, sich von einer Sucht zu lösen. Früher war ich nicht bereit, diese Anstrengung auf mich zu nehmen. Ich dachte, sobald ich mich dafür anstrengen muss, habe ich nicht die richtige Haltung dazu. Denn wenn ich die richtige Einstellung dazu hätte, dann müsste es mir doch ganz leicht fallen.

    Der Text hätte von mir sein können :)

    Eigentlich hatte ich mir vorgenommen heute nicht mehr zu schreiben. Schreiben bedeutet denken und gedacht habe ich heute schon so viel. Ich habe gemerkt dass zu viel denken großen Suchtdruck auslöst :(
    Doch dann, aus heiterem Himmel die "Erleuchtung":
    Im Buddhismus geht es doch darum den Geist zu "leeren", sprich Gedanken-los zu sein. Nur sein, nicht denken.
    Und was ist der Wunsch wenn ich trinke???? Wie ich heute erkennen konnte oftmals der gleiche!
    Aufhören zu denken, grübeln, sich Sorgen machen, usw.
    Ich könnte jubeln (nein, ich hubel!!!) vor Glück über diese Erkenntnis für mich :clap:
    Also:
    Statt an den Kühlschrank zum Bier gehe ich jetzt in mein Yoga-Zimmer auf mein Sitzkissen.

    Zitat

    Sollen wir einen Extra-Thread über das Thema aufmachen? Wenn Du magst..... Oder bist Du bei Facebook, dann könnten wir eine geschlossene Gruppe gründen und uns dort austauschen?


    Wir können gerne einen Extra-Thread aufmachen, fang an. Bei Facebook bin ich auch, aber dann muss ich mich ja "outen" ;D
    Nein, Spaß, ich kann nur noch keine pn schicken.Bin noch zu neu.
    Bassmann:
    Ich beneide dich um deine Standfestigkeit, dass du deine Entscheidung nie in Frage stellst. Gratuliere!

    Euch allen einen schönen Abend,
    ich bin dann mal weg :sun:

    Sabine


  • Und dadurch wird der Ausstieg dann wahrscheinlich tatsächlich leichter als für jemanden, der stets hadert und seine Entscheidung immer wieder zur Disposition stellt.


    Ja, das ist so wie in der Art: Fange mit der Sucht keine Diskussion oder gar eine Verhandlung an. So auf die Art: mach ma halt einen kleinen Kompromiss einmal. Denn das geht meist nicht sooo gut aus. ;)

    Nachtrag:
    Besser find ich ohnehin die offensivere Einstellung (die ich leider selbst auch mit der Zeit etwas vergessen habe:
    "ich will keinen Alkohol trinken" oder ich brauche ihn nicht mehr)

    Einmal editiert, zuletzt von franz68 (15. Januar 2016 um 19:57)

  • Hallo Admins/Mods, kann mal bitte jemand die liebe Mimose freischalten? :)

    „Erfolg ist nicht auf Erfolg aufgebaut. Er ist auf Fehlern aufgebaut. Er ist auf Frustration aufgebaut. Manchmal ist er auf Katastrophen aufgebaut.“


  • Bassmann:
    Ich beneide dich um deine Standfestigkeit, dass du deine Entscheidung nie in Frage stellst. Gratuliere!


    Och Mensch… Warum werde ich nur immer falsch verstanden?
    Ich bin weder besonders standhaft, noch besteht Grund zur Gratulation. Denn ich muss nichts in Frage stellen. Es ist schlicht und einfach so, dass es für mich keine Alternative zu einem Leben gibt, in dem ich mich frei fühle und nicht süchtig einem Stoff nachjage.

    Ich habe es schon oft beschrieben: Mein „Wake-up-Call“ war der Rauchstopp. Als ich nach drei Monaten rückfällig wurde und als Folge erneut süchtig rauchen musste, erfuhr ich mit allen Fasern meines Herzens und meines Verstandes, was für ein enormer qualitativer Unterschied zwischen den gelegentlichen Suchtattacken während des Rauchstopps und der ständigen Sucht nach mehr Nikotin nach dem Rückfall bestand. Ich hätte mir in den Hintern beißen können, dass ich meine Rauchfreiheit so leichtfertig aufgegeben hatte und ich schwor mir, dass ich nie wieder rauchen würde, wenn es mir gelingen würde, irgendwann einmal 24 Stunden am Tag nicht zu rauchen.
    Es dauerte drei Jahre, dann war es bzw. war ich so weit.

    Als ich dann mit dem exzessiven Trinken aufhörte, stand für mich außer Zweifel, dass dies gleichbedeutend mit einem enormen Zuwachs an Lebensqualität sein würde. Ich musste nur durch die Entzugserscheinungen durch.
    Eins ist doch klar: Entzugserscheinungen sind Reaktionen des Körpers auf den Entzug des Suchtmittels. Was haben die mit meiner Entscheidung zu tun? Sie können mir das Leben eine Zeit lang schwer machen. Aber welche Alternative zur „Standhaftigkeit“ habe ich denn?
    Wie Franz in einem anderen Thread schrieb, bedeutet das Einknicken vor den Entzugserscheinungen nichts anderes, als dass man die harte Ausstiegszeit verlängert.

    Gruß
    Bassmann

  • Freischalten okay, aber wäre schön, wenn Ihr Euch hier weiter austauschen mögt, ich finde das nämlich super spannend, zumal mein Sohn sich sehr viel mit Buddhismus, Achtsamkeit usw. beschäftigt .

  • Liebe Mimose,

    "Selbstvergessenheit", das ist mir eingefallen, dieses Wort, als ich von Deiner Erkenntnis gelesen habe. Vielleicht ist es diese Selbstvergessenheit oder eben diese Ego-Vergessenheit, was unser Sehnen ist. Und wo kann man das besser "üben" als in der Meditation, in der Versenkung?

    Wie war denn Deine Erfahrung gestern mit dem Meditieren? Ich habe auch eine gewisse Meditationserfahrung, muss aber sagen, dass es mir nicht leicht fällt, die Gedanken, wie Wolken vorüberziehen zu lassen, sie nicht festzuhalten.... Es gab aber Momente, wo es geklappt hat, wo ich meinen Geist "entleeren" konnte, aber eben nur wenige.... denn jetzt habe ich schon eine Weile nicht mehr bewusst meditiert. Ich komme da richtig aus der Übung, wenn ich das nicht mehr mache....

    Wie sind Deine Erfahrungen mit der Meditation? Hat es Dir gestern geholfen? Konntest Du Deine Gedanken zum Schweigen bringen?

    Liebe Grüße
    Pinguin

    „Erfolg ist nicht auf Erfolg aufgebaut. Er ist auf Fehlern aufgebaut. Er ist auf Frustration aufgebaut. Manchmal ist er auf Katastrophen aufgebaut.“

  • Guten Morgen :D

    Mokka:
    es freut mich sehr dass dich dieses Thema auch interessiert 44.

    Hallo Pinguin,
    meine Erkenntnis gestern hat mich regelrecht umgehauen, der Suchtdruck war weg.
    Diese Selbst-Erfahrung dass zu viel denken (vor allem Sinn-loses Denken) bei mir ein Suchtauslöser ist war so heilsam.
    Der Begriff „Selbstvergessen“ sagt mir nicht so viel aber ich denke er bedeutet schon das gleiche wie Gedanken-Los, frei von Gedanken sein.
    Ja, und genau das ist mein Ziel. Ich denke, nein ich spüre!, das war auch mit der Hauptgrund für das Trinken.

    Zitat

    Wie war denn Deine Erfahrung gestern mit dem Meditieren?

    Ich habe eine geführte Meditation gehört zum Thema: Einfach sein! Ca. 10 Minuten.
    Danach noch eine Metta-Meditation (liebende Güte).
    Danach ging es mir sehr gut, erleichtert, entspannt. Das was ich sonst vermeintlich durch mein Bier erreichen wollte.
    Auch heute morgen fühle ich mich noch wie „berauscht“.
    Ich bin voller Vorfreude darauf wie sich meine Spiritualität nun nüchtern weiter entwickelt.

    Geführte Meditationen helfen sehr gut wenn man selbst nicht gut abschalten kann, wenn die Gedanken überhand nehmen.
    Ich glaube es geht beim Meditieren schon darum die Gedanken „auszuschalten“, doch immer nur soweit wie es geht. Natürlich kommen Gedanken, das Geheimnis besteht ja darin sich nicht damit zu identifizieren (es sind halt nur Gedanken die nicht meiner wahren Natur entsprechen).
    Konzentration auf den Atem. Manchmal sind es ja nur ein paar wenige Sekunden in denen es funktioniert, aber diese wenigen Sekunden beruhigen schon den Geist.
    Und täglich praktizieren, muss ja keine Stunde sein, 10 Minuten reichen oft schon aus.

    Zitat

    Ich komme da richtig aus der Übung, wenn ich das nicht mehr mache....

    Genau :) Üben, üben, üben.
    Habe ich leider auch vernachlässigt, werde ich jetzt ändern.

    Hallo Bassmann,
    ich bin mir gar nicht sicher ob ich dich falsch verstanden habe ;)

    Zitat

    einem anderen Thread schrieb, bedeutet das Einknicken vor den Entzugserscheinungen nichts anderes, als dass man die harte Ausstiegszeit verlängert.


    Dieser Satz gefällt mir sehr!

    Liebe Grüße
    Mimose


  • ..ich habe ja nicht gesagt, dass man die Gedanken nicht ernst nehmen soll. .. Vielmehr geht es meines Erachtens darum, die konstruktiven von den destruktiven Gedanken zu unterscheiden.

    Das sehe ich ganz genau so. Die Erkenntnis daß ich Selbst direkten Einfluss auf das Wesen meiner Gedanken habe, ist für mich in meinem Leben nun sogar bedeutsamer geworden als je zuvor. In einer recht simplen therapeutisch geführten Übung bestätigte sich dies für mich nochmals und wurde dadurch auch noch greifbarer und konkreter, wofür ich sehr dankbar bin. Man kann sich destruktive Gedankenmuster bewusst machen, sie dadurch auflösen und durch konstruktive ersetzen.

    Und neulich erst begegnete mir wieder dieser Satz:

    "Was du heute denkst, wirst du morgen sein."
    -Gautama Buddha-


    schöne Grüße
    und viele GuteKraft in ein gutes Wochenende :)

    Land-in-Sicht

  • Hallo Zusammen,

    Hallo Land-in-Sicht:

    Zitat

    "Was du heute denkst, wirst du morgen sein."
    -Gautama Buddha-


    Da ist er wieder, der gute Buddha ;)

    Aus einem Buch über Achtsamkeits-Yoga stammt folgender Text der auch sehr passend ist:
    1. Keine unheilsamen Gedanken aufkommen lassen, der noch nicht entstanden ist.
    2. Keinen unheilsamen Gedanken weiterverfolgen, der bereits entstanden ist.
    3. Einen heilsamen Gedanken aufkommen lassen, der noch nicht entstanden ist.
    4. Einen heilsamen Gedanken weiterverfolgen, der bereits entstanden ist.

    Tag 6 ohne Bier und ich bin auf dem richtigen Weg 44.

    Ich danke euch allen so sehr für eure Untertützung :)

    Ich bin jetzt übrigens Vollmitglied wikende091

    Eure Mimose

  • Hallo Mimose,

    finde ich toll 44.

    Ich mache zurzeit mit meinem Sohn Achtsamkeitsyoga, das ist dem Meditieren in vielem sehr ähnlich.

  • Hallo Mokka,

    finde ich super!
    Kennst du das Buch von Frank Boccio "Achtsamkeits-Yoga"? Daraus ist der Text.
    Hatha-Yoga praktiziere ich schon seit ca. 15 Jahren, mal mehr mal weniger. Leider oft zu wenig ::)
    Das werde ich jetzt ändern.
    Toll dass dein Sohn mitmacht, meine Kinder wollen von meinem "Om" nichts wissen nixweiss0

    An alle:
    Ich hatte gerade eine echte Herausforderung, die ich super gemeistert habe ;D
    Mein Mann und ich waren, wie fast jeden Samstag, nach einem langen, arbeitsreichen Tag essen.
    Normalerweise gehörte dann auch immer mein Bier dazu, endlich Wochenende!
    Was soll ich sagen? Ohne Probleme konnte ich zum Essen ein alkoholfreies Weizenbier trinken ohne Suchtdruck. (Ja, wir können über alkoholfreie Produkte jetzt diskutieren, müssen wir aber nicht. ;D)
    Auch beim Einkaufen im Supermarkt konnte ich mühelos an meiner "Lieblingssorte" vorbei gehen ohne irgendein Verlangen. Im Gegenteil: Ich verspürte eher Abneigung.
    Ich muss dazu sagen dass ich schon im Vorfeld gespürt habe dass ich es schaffen kann. Sonst hätte ich diese Situationen nämlich vermieden.
    Ich freue mich sehr über diesen "Erfolg".
    Ich stelle fest dass ich wirklich unnötig Angst vor dem Aufhören hatte.
    Wenn mir noch vor 10 Tagen jemand gesagt hätte, lass es doch mal einen Tag sein (stop: das hat man mir öfters gesagt ::)), bekam ich regelrechte Panikanfälle: Unmöglich!!
    Und jetzt?
    Meine Freundin sagte mir heute wie stolz sie auf mich ist! Das tut so gut.
    Aber wichtiger ist für mich die Erkenntnis wieviel Kraft ich habe. Ich hatte keine Ahnung :)

    Ich wünsche allen einen schönen Abend

    Mimose

  • Liebe Mimose,

    ich freue mich sehr, sehr mit Dir über diesen Erfolg! 44.

    Bei Dir stimmt gerade die mentale Einstellung und es ist einfach gigantisch, wie locker Du das "fluppst". ;D

    Über alkoholfreies Bier lässt sich natürlich streiten und das ist so was von subjektiv, ob es denn "erlaubt" sei oder nicht. Manche meiden es wie die Pest, weil sie wissen, wie es wirkt, nämlich "triggernd". Andere können es mit Genuss trinken ohne jegliches Verlangen nach echtem Stoff zu verspüren. Es ist so unterschiedlich und man spürt doch selber, ob es gefährlich ist oder nicht.

    Bei mir ist es so, dass ich Alkohol in Essen gut konsumieren oder gar genießen kann. Mich triggert kein Cognac-Rahmsößle und kein Schweinebraten mit Biersoße. Nur selber kochen kann ich es halt nicht, weil dann müsste ich mir den Stoff besorgen, was ich nicht will, weil zu gefährlich. Bei alkfreiem Bier ist es ein bisschen schwieriger. Also ich hatte Phasen, da hat es mir nichts ausgemacht und dann gab es wieder Phasen, wo ich während bzw. nach dem Genuss eines alkoholfreien Weizens ziemlich frustriert war, weil etwas "gefehlt" hat.

    Aber wenn Du damit umgehen kannst und das alkoholfreie Bier genießt ohne ein Verlangen nach dem echten Bier zu spüren, dann ist doch alles palletti! ;) 44.

    Deine Freundin ist eine gute Freundin. :) Weil ihr etwas an Deinem Wohlergehen liegt. Ich habe auch solche Freunde. Und sie sind Gold wert. Die muss man "behalten". :)

    Have a nice day!
    Pingu

    „Erfolg ist nicht auf Erfolg aufgebaut. Er ist auf Fehlern aufgebaut. Er ist auf Frustration aufgebaut. Manchmal ist er auf Katastrophen aufgebaut.“

  • Hallo Pinguin,

    Zitat

    ich freue mich sehr, sehr mit Dir über diesen Erfolg!

    Ich danke dir sehr! Ja, ich freue mich auch darüber.

    Zitat

    Bei Dir stimmt gerade die mentale Einstellung und es ist einfach gigantisch, wie locker Du das "fluppst". ;D


    Ja, und ich hoffe das bleibt auch so!

    Ich könnte einen ganzen Roman schreiben über das was momentan in mir und mit mir passiert.
    Tatsächlich bin ich auch nur am schreiben, überall fliegen Zettel und Hefte herum damit ich ja keine neue Erfahrung verpasse.
    Vielleicht schreibe ich in einem neuen Thread darüber, zum Thema "suche Hilfe" passt es ja nicht mehr so ganz.

    Ich war und bin sehr damit beschäftigt mit meiner "Persönlichkeitsveränderung" klar zu kommen. Wobei der Begriff ja eigentlich völlig falsch ist. Man sollte es eher "gesunde Persönlichkeit wiederherstellen" nennen.

    Ich danke euch allen so sehr für eure Unterstützung!

    So, muss noch einkaufen, allen noch einen schönen Abend

    Mimose

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