Whoups...

  • Hallo Sunny,

    ich höre bei dir so viel Willen und Motivation raus. Leider reicht der Wille meist nicht ganz, um aus der Sucht auszusteigen. Gib dir einen Ruck, sperre deine Scham in den Keller ein, oder sonst wo und hole dir Hilfe. Du wirst sehen, dann geht es schon viel leichter.


    Ich will, dass der Augenblick für einen Neuanfang heute ist. Aber es war schon so oft "heute". Wann kommt der Augenblick??

    Genau das ist er Kreislauf der Sucht. Du willst da raus. Dann kommt ein schwacher Moment und du bist wieder drin.
    Weist du wie du da rauskommst? Du musst "nur" diesen einen (oder anderen) schwachen Moment überstehen und der Sucht di kalte Schulter zeigen. Das ging bei mir gut, wenn ich mich schon vorher auf diese Momente vorbereitet habe. Plane irgendwas, was du in so einem Moment tun kannst. Z.b. Joggen gehen, schwimmen, ...


    Gesundheit, Freiheit, Glück. Ja, eigentlich will ich doch...


    "Gesundheit, Freiheit, Glück. Ja, eigentlich will ich doch...

    Das Wort EIGENTLICH, kannst du getrost ganz aus deinem Wortschatz streichen, das brauch kein Mensch. Aber du wirst dich wundern, wie schwer es fallen wird, es wegzulassen. Das Wort "MAN" am besten gleich mit.

    Zottelchen

  • Das Wort EIGENTLICH, kannst du getrost ganz aus deinem Wortschatz streichen, das brauch kein Mensch. Aber du wirst dich wundern, wie schwer es fallen wird, es wegzulassen. Das Wort "MAN" am besten gleich mit.

    Hallo Sunny,

    dir einen schönen 1. Advent. Und ich schließe mich Zottelchen an.

    So ist es!!!

    LG von Betty

    Auf dem Weg zu mir lerne ich mich immer besser kennen. <br />Ich habe Freundschaft mit mir geschlossen und freue mich, dass ich mir begegnet bin.<br /><br />Ich bin lieber ein Original als eine herzlose Kopie.

  • Und ich werde den Dezember starten mit einem FÜR. Für das Leben, für die Liebe, für die Wahrheit, für die Gesundheit, für die Freiheit, für mich!

    Schwache Momente werden überstanden werden. Hoffe so sehr, dass ihr an meiner Seite bleibt. Fragen, Ängste, Wut, obwohl das meiste hier schon durchdiskutiert wurde - in anderen Threads - und ich es nachlesen kann ist es doch etwas wertvolles, dass die Aufmerksamkeit und die Hilfe an mich persönlich gerichtet ist. Das ist sooo coool!! Wir kämpfen miteinander für das Leben, für Gesundheit, Freiheit.

    ...Angst oder Befürchtungen habe ich schon. Davor, dass dieses Suchtdingsda in meinem Kopf rumspukt und mich mürbe macht. Denn es kommt nicht nur einmal am Tag. Es kommt manchmal unglaublich oft. Und klammert sich an meinen Hals und ich schüttel und schüttel...
    Und dann verschwindet es wieder... und ich kann mich wieder im Spiegel anschauen. Aber erschüttert über diesen schrägen Kampf.

    Die kürzesten Wörter, nämlich "Ja" und "Nein" erfordern das meiste Nachdenken, meint Pythagoras. Doch ich denke, jetzt ist genug nachgedacht und ich sage Ja zu einem neuen Start. Und Nein zum Alkohol.

    Einen schönen Sonntag euch allen! Ihr seit spitze! :)

  • Hi Sunny,

    schön wieder von Dir zu lesen und danke für Deine lieben Grüße :)


    ...Angst oder Befürchtungen habe ich schon. Davor, dass dieses Suchtdingsda in meinem Kopf rumspukt und mich mürbe macht. Denn es kommt nicht nur einmal am Tag. Es kommt manchmal unglaublich oft.

    .. ja klar, anfangs bäumt sich dieses ´Suchtdingsda´ natürlich schon ganzschön auf ... wie ein von einem Pfeil getroffener Drache ... es plustert sich auf und tut unheimlich groß und wichtig ... mitunter werden da manche Gravingsituationen wie z.B. einkaufen im Supermarkt oder bevorstehendes Wochenende zur Herausforderung ..

    Aber ich selbst war wirklich erstaunt darüber wie schnell es doch geht bis man erkennt dass das alles nur fauler Zauber ist und dass die eigene Kraft, die eigene Wahrheit in einem selbst viel stärker ist als dieser Trug. Und dass diese Kraft nach und nach im Ausstieg auch eine Eigendynamik entwickelt.


    Wir kämpfen miteinander für das Leben, für Gesundheit, Freiheit.

    Du, ich hab zum Suchtausstieg mal einen Satz gehört der sinngemäß so geht:

    "MACHEN musst Du es allein, aber schaffen wirst Du es nicht allein..."

    Für mich selbst war und ist der Austausch und die Reflexion hier im Forum und auch an anderen Stellen (Fammilie, SHG, enge Freunde) zu einem der wichtigsten Teile meines Ausstieges geworden.

    Alles Gute und die beste Kraft an Dich!!

    Schönen Start in die Woche und bis bald,
    Land-in-Sicht

    Einmal editiert, zuletzt von Land-in-Sicht (1. Dezember 2014 um 06:42)


  • Aber ich selbst war wirklich erstaunt darüber wie schnell es doch geht bis man erkennt dass das alles nur fauler Zauber ist und dass die eigene Kraft, die eigene Wahrheit in einem selbst viel stärker ist als dieser Trug und diese Kraft nach und nach im Ausstieg auch eine Eigendynamik entwickelt.

    Ein wundervoller Satz Käptn, dem kann ich nur zustimmen :)

    Ach: Sunny, auch von mir - ein wenig verspätet - ein herzliches Willkommen hier!


  • Ein wundervoller Satz...


    Oh, danke ... vor allem aber auch bissle verschachtelt,
    drum hab ichs jetzt im Nachhinein nochmal durch ein Satzzeichen getrennt. ;)
    Guten Start allen in eine schöne Woche, LiS

  • …es ist schon interessant woher wir unsere Motivationen nehmen. Vor einiger Zeit hab ich das Buch von A. Carr gelesen. Und während des Lesens wurde ich immer wütender auf diesen Alkohol. Gleichzeitig hab ich mich auch dumm und naiv gefühlt, wie konnte ich diesem „Monstrum“ so viel Bedeutung beimessen?!? Danach hatte ich einer meiner legendären Tagebucheinträge: „Ab morgen werde ich niiiie wieder auch nur einen Tropfen von diesem Teufelszeug anrühren!“ Ich saß auf meinem breiten Fenstersims, es war Spätabends, warme Sommerluft – und trank mein allerletztes Bier. Ich war unbesiegbar, sicher wie noch nie…

    Drei Tage danach traf ich einen lieben Freund. Ich schätze ihn sehr. Er ist grundehrlich, vernünftig, ein Clown, aber auch ernsthaft, solide… und er erzählte von dem Tag davor, dass er mit seiner Frau einen guten Rotwein zu einem spitzenmäßigen Essen getrunken hätte.
    Carr hat ein Kapitel den Weintrinkern gewidmet. Wie man so dumm sein kann und überhöhte Preise für ein Flasche Wein ausgeben kann, die doch nur Gift ist. Und irgendein ekelhaftes Gemisch aus… was weiß ich was wäre.

    Der ganze Planet ist also voller einfältiger, dummer Menschen. Dieser Freund auch…?

    Carrs Methode hin oder her… vielleicht brauchen manche diese Motivation, die er aktiviert. Diese Verteuflung von Alkohol hat mich stutzig gemacht. Und unsicher.

    Aber Fakt ist doch: Manche können mit Alkohol gut umgehen. Sie brauchen ihn nicht. Sie genießen ihn selten. Und das wars. Für sie ist Alkohol kein großes Thema. Das ist cool.
    Ich kann das nicht. Ich habe verlernt mit Alkohol richtig umzugehen. Für mich ist es ein ständiges Thema. Für mich ist Alkohol Gift. Ein Teufelszeug.

    Aber eben nicht für alle.

    Jetzt ist die Motivation eine andere. Eben auch mit Vernunft.

    Tag 3.

  • Hi Sunny


    ...Tag 3...

    44.

    ...sogar eine 1000MeilenReise beginnt bereits mit dem ersten Schritt!
    Ich freu mich wirklich sehr für Dich und wünsche Dir weiterhin von Herzen das Beste!!


    Es ist schon sehr spät und von der Arbeit ziemlich müd,
    aber auf Deinen Post den ich grad lese auf jeden Fall mal wieder ein par schöne Grüße und GUTE Kraft an Dich :) ...aus Deinen Zeilen lese ich hier und da immer wieder viel Klugheit ...die solltest Du am besten wirklich FÜR Dein Leben nutzen!

    Machs gut und bis bald!

    Land-in-Sicht


  • Aber Fakt ist doch: Manche können mit Alkohol gut umgehen. Sie brauchen ihn nicht. Sie genießen ihn selten. Und das wars. Für sie ist Alkohol kein großes Thema. Das ist cool.
    Ich kann das nicht. Ich habe verlernt mit Alkohol richtig umzugehen. Für mich ist es ein ständiges Thema. Für mich ist Alkohol Gift. Ein Teufelszeug.
    ...
    Tag 3.

    Tag 3 44. Auf dass noch viele folgen mögen!

    Eine wichtige Erkenntnis ist m.E., dass ICH nicht mit Alkohol umgehen kann - und dementsprechend ICH etwas für mich im Umgang mit ihm ändern muss/will/werde. Oder auch nicht - die Entscheidung liegt nur bei mir. Was die anderen machen und wie sie mit Alkohol umgehen, kann mir doch egal sein.

    Als ich Deinen Post las


    Vor einiger Zeit hab ich das Buch von A. Carr gelesen. ... Danach hatte ich einer meiner legendären Tagebucheinträge: „Ab morgen werde ich niiiie wieder auch nur einen Tropfen von diesem Teufelszeug anrühren!“ Ich saß auf meinem breiten Fenstersims, es war Spätabends, warme Sommerluft – und trank mein allerletztes Bier. Ich war unbesiegbar, sicher wie noch nie…

    kam mir erst einmal das berühmte Sprichwort "Morgen, morgen, nur nicht heute - sagen alle faulen Leute." in den Sinn.
    Denn aus dem "ab morgen" sind ja wohl doch ein paar Tage mehr geworden ...
    Aber dann fiel mir ein, dass ich ja auch nicht sofort "trocken" wurde, nachdem ich den Entschluß gefasst hatte, dem Alkohol den Abschied zu geben. Ich musste mich ja auch erst einmal informieren, was und wie ich es am Besten anstelle. Und auf Anhieb hat es ja auch nicht (bei mir) funktioniert.

    Und darum noch mal: Tag 3 44.

    Alles Gute und einen schönen Tag Dir und allen anderen :)

    Greenfox

    Es rettet uns kein höh’res Wesen,

    kein Gott, kein Kaiser noch Tribun

    Uns aus dem Elend zu erlösen

    können wir nur selber tun!

    Einmal editiert, zuletzt von Greenfox (4. Dezember 2014 um 06:56)

  • Liebe sunny,

    ich gratuliere Dir herzlich zum Ausstieg und zu so viel Reflexion. :) Bei Dir habe ich ein ganz gutes Gefühl, dass Du Dir Deine Freiheit/Selbstbestimmung und Klarheit Stück für Stück zurückeroberst.

    Doch ich habe hier im Forum eine recht konträre Meinung bezüglich des Trinkens der "anderen". Dafür nehme ich gerne ein paar Steinigungen in Kauf. ;) Mich persönlich ermutigen solche Fakten, dass nämlich Alkohol Gift ist, ungemein. Und es kann mir nicht egal sein, dass sich die Gesellschaft plemm-plemm säuft. "Guter" Umgang mit Alkohol hin oder her:

    Die Wahrheit ist, dass Trinken Normalität ist und dass die meisten Menschen, die trinken, MINDESTENS Alkoholmissbrauch betreiben. Sicherlich gibt es auch einige "Genießer"... Ausnahmen gibt es immer. Und es geht mir auch nicht darum, den Alkohol verbieten oder aus der Gesellschaft verbannen zu wollen. Jede Gesellschaft scheint ihre Droge(n) zu brauchen und Verbote haben nie etwas verändert - meistens geschieht dann ja gerade das Gegenteil.

    Es geht mir vielmehr um mehr Sensibilität für dieses Thema. Da ich sowieso eine starke sozial- bzw. gesellschaftskritische Neigung habe, hilft MIR persönlich beim Ausstieg, die Probleme der (westlichen) Welt mit ihrer Lieblingsdroge zu vergegenwärtigen und nicht zu verdrängen oder gar herunterzuspielen. Somit aktiviere ich die Vernunft des Herzens. Ich glaube nicht, dass Menschen, die zu viel konsumieren, "dumm" sind. Und falls ja: dann war ich eben auch dumm. Was soll's? Es ist das Ergebnis von Erziehung und einer unterschwelligen Gehirnwäsche. Zumindest sehe ich das so.

    Wer heilt, hat Recht. Und ich finde, man sollte für sich selbst das herausziehen, was einem persönlich beim Ausstieg hilft. Recht gebe ich den anderen hier, dass es vielleicht von Vorteil sein könnte, sich erst einmal nicht mit den anderen und scheinbar "normal Trinkenden" zu vergleichen, denn dahinter steckt ja meistens die bewusste oder unbewusste Sehnsucht, "gesund" zu trinken, vielleicht auch ein bisschen Neid, warum die das können, was ich nicht kann. Dies wiederum führt mich/uns glaube ich zu sehr von uns selbst und unseren eigenen Zielen und Motiven weg. Ich versuche zu lernen, bei mir selbst zu bleiben.

    Das mag jetzt im Widerspruch stehen zu dem, was ich oben schrieb. Doch ich habe für mich diese Widersprüche verknüpft. Nicht nur für mich selbst, für meinen Körper und meinen Geist ist Alkohol schädlich - eigentlich ist Alkohol für jeden schädlich. Und da lasse ich auch nicht das Argument gelten, dass der Mensch schon seit hunderttausenden von Jahren trinkt. Nur weil etwas schon immer so war, heißt es nicht, dass es gut und/oder richtig ist.

    Grandios ausgeführt hat die gesellschaftliche Stellung des Alkohols übrigens der Autor Daniel Schreiber. In seinem Buch "Nüchtern - Über das Trinken und das Glück" nimmt er eine kritische, aber durchweg kluge Haltung in Bezug auf den Umgang mit Alkohol in unserer Gesellschaft ein. Ich war schwer begeistert.

    Nichtsdestotrotz:
    Ich freue mich, dass Du Deinen Weg geändert hast. Denn dafür ist es nie zu spät. :)

    Liebe Grüße
    Pinguin

    „Erfolg ist nicht auf Erfolg aufgebaut. Er ist auf Fehlern aufgebaut. Er ist auf Frustration aufgebaut. Manchmal ist er auf Katastrophen aufgebaut.“

  • Hi, Pingu,

    mit dem

    Was die anderen machen und wie sie mit Alkohol umgehen, kann mir doch egal sein.

    meinte ich nicht, dass es mir völlig egal ist, wie in unserer Gesellschaft mit dem Thema umgegangen wird. Ich meinte vielmehr konkret, dass es mir persönlich egal ist, ob jemand trinkt/trinken will oder nicht. Ich habe für mich entschieden, dass ich keinen Alkohol mehr trinken will. Punkt.
    Es hilft mir nicht, zu wissen, dass andere kontrolliert, also genussmäßig trinken können. Oder sich andere noch mehr zulöten, als ich es getan habe. Ich kümmere mich nur um mich.
    Und das tue ich auch dann, wenn ich z.Bsp. im Krankenhaus meine SHG vorstelle oder hier im Forum "rumtreibe" ( ;)). Für mich ist das eigentlich nur eine andere Form der Selbsthilfe/Therapie - für mich.
    Wenn ich dann andere Menschen dadurch eventuell dazu bringe/animiere/anstoße, auch etwas für sich zu tun, dann ist das ein angenehmer, positiver Nebeneffekt.

    Im Übrigen kann ich Deiner Aussage

    Grandios ausgeführt hat die gesellschaftliche Stellung des Alkohols übrigens der Autor Daniel Schreiber. In seinem Buch "Nüchtern - Über das Trinken und das Glück" nimmt er eine kritische, aber durchweg kluge Haltung in Bezug auf den Umgang mit Alkohol in unserer Gesellschaft ein. Ich war schwer begeistert.

    nur 100%ig zustimmen. Habe das Buch auch in meiner SHG empfohlen und schon mehrfach verliehen.

    Gruß
    Greenfox

    Es rettet uns kein höh’res Wesen,

    kein Gott, kein Kaiser noch Tribun

    Uns aus dem Elend zu erlösen

    können wir nur selber tun!

  • Lieber Greenfox,

    wir missverstehen uns nicht. Alles ist stimmig. Es gibt kein Entweder-Oder, da sind viele Sowohl-als-auch.... (glaube ich) :)

    LG
    Pinguin

    „Erfolg ist nicht auf Erfolg aufgebaut. Er ist auf Fehlern aufgebaut. Er ist auf Frustration aufgebaut. Manchmal ist er auf Katastrophen aufgebaut.“

  • Es gibt kein Entweder-Oder, da sind viele Sowohl-als-auch

    Yepp - seh ich auch so. Wollte nur den speziellen Fall verdeutlichen/klarstellen - wahrscheinlich mehr so für mich ;D

    Gruß
    Greenfox

    Es rettet uns kein höh’res Wesen,

    kein Gott, kein Kaiser noch Tribun

    Uns aus dem Elend zu erlösen

    können wir nur selber tun!

  • Hallo Sunny,


    Carr hat ein Kapitel den Weintrinkern gewidmet. Wie man so dumm sein kann und überhöhte Preise für ein Flasche Wein ausgeben kann, die doch nur Gift ist...
    Der ganze Planet ist also voller einfältiger, dummer Menschen. Dieser Freund auch…?

    das Faszinierende an Allen Carrs Ansatz ist, dass die Droge, sofern man die Sache aus tiefster Überzeugung genauso sieht wie er, jeglichen Reiz verliert.
    Ich erlebe das so beim Tabak.
    Und in Bezug auf diese Droge würde ich tatsächlich sagen, dass der ganze Planet voller dummer Menschen ist, wobei ich mit dumm eher einen Erfahrungsrückstand meine. Denn diese Menschen konnten oder durften aufgrund ihrer Sucht nicht lernen, dass ein Leben ohne diese Droge nicht nur gesünder, sondern um ein Vielfaches lebenswerter ist. (Wobei ich aus meiner Erfahrung davon ausgehe, dass Tabak nur dann „schmeckt“, wenn man süchtig geworden ist. Genussraucher gibt es deshalb aus meiner eigenen Erfahrung heraus nicht.)

    Beim Alkohol gelingt mir diese Sichtweise nicht in dieser Absolutheit. Würde sie mir gelingen, würde ich dem Alkohol heute genauso gleichgültig gegenüberstehen wir dem Tabak.
    Wer den Alkohol so wie Allen Carr sehen kann, ist meiner Meinung nach fein raus, weil er genau diese Gleichgültigkeit entwickelt. Wer es anders sieht -und dazu gehöre auch ich- muss eine andere Ausstiegsstrategie entwickeln.

    Wirklich dumm ist eigentlich keiner. Der Eine ist süchtig, weil ihm der Alkohol vor der Suchtentwicklung gut getan hat und er deshalb in die Sucht geschlittert ist, der Andere ist nicht süchtig und wird es vielleicht auch nie, weil ihm der Alkohol letztendlich nicht so gut tut, dass er eine Sucht entwickeln kann, und der Dritte ist nicht mehr süchtig, weil es ihm gelungen ist, aus dem Kreislauf der Sucht auszusteigen.

    Ich teile weder die Sichtweise, dass ein Mensch, der zum Alkoholiker wurde, dumm ist, noch dass er nicht mit Alkohol umgehen kann. Er ist nicht unzulänglich oder anders, sondern hatte schlicht und einfach das Pech, dass ihm der Alkohol in der Vergangenheit eine Hilfe sein konnte.

    Dir alles Gute!

    Katro

  • Vielen lieben Dank für eure Wünsche und Mutmach-Sprüche!

    Land-in-Sicht. Eine 1000 Meile-Reise beginnt mit dem ersten Schritt. Genau! Und es läuft sich gut, sehr gut, die Schuhe passen diesmal, sie sehen richtig schick aus, keine Blasen, der Rucksack ist leichter wie sonst und der Blick ist gerade, der Mund lächelt…

    Greenfox. Genau das meine ich. Es geht hier um mich. Ich entscheide für mich und mein Leben. Und die anderen sind mir trotzdem nicht egal. Es sind zu viele. Und sie stehen mir zu nahe.
    Und… es gab viele „Morgende“… na und? Wichtig ist, dass der entscheidende Morgen kommt. Der die Zukunft verändert. Also heute. Und heute. Und heute. Und gerade wenn es auf Anhieb nicht klappt - ist bestimmt bei den meisten so - dann ist es gerade wichtig wieder aufzustehen. Nur nicht aufgeben. Und dann ist das meistens der Morgen. Er wird kommen. Und jetzt ist er da.

    Pinguin? Danke für dein Worte. Ja, es mag mir auch nicht egal sein, dass die Gesellschaft sich plemm-plemm trinkt. Treiben wirklich die meisten Menschen, die trinken, Alkoholmissbrauch? Trinken um des Rausches willen und nicht um des Geschmacks willen? Die meisten meisten?

    Dass keiner von uns Alkohol anfangs mochte, sondern wir uns an den Geschmack erst gewöhnen mussten, ist schon eine krasse Geschichte…

    Wieso sind wir nur so… drauf?

    Daniel Schreiber werde ich mir mal genauer anschauen, danke für den Tipp!

    Katro. Verstehe gut. Da muss ich dann wohl auch meine eigene Ausstiegsstrategie entwickeln. Dumm nicht. Erfahrungsrückstände. Verdrängung? Gleichgültigkeit.

    Gute Nacht

  • (Wobei ich aus meiner Erfahrung davon ausgehe, dass Tabak nur dann „schmeckt“, wenn man süchtig geworden ist. Genussraucher gibt es deshalb aus meiner eigenen Erfahrung heraus nicht.)

    Katro


    ...möchte dazu doch mal etwas anmerken: ich habe verdammt gerne geraucht, Schwarzer Krauser - selbst gedreht, nicht viel, so am Tag vielleicht 10 Zigaretten. Letztendlich hat auch hier die Vernunft gesiegt denn obwohl ich noch keinerlei gesundheitliche Probleme durch das Rauchen hatte, habe ich von einem Tag auf den anderen aufgehört, weil ich ganz einfach meine Gesundheit nicht länger gefährden wollte. "Geschmeckt" haben mir die Glimmstengel immer, war ich da vielleicht auch schon süchtig, bzw. abhängig von den Zigaretten? Ich habe mich eigentlich immer als Genussraucher gesehen, zumal ich meistens nur in aller Ruhe in den Abendstunden geraucht habe, wenn das "Tagwerk" vollbracht war. Wie ist es dann mit dem Alkohol? Gerade Weinliebhaber behaupten ja immer, dass ein guter Wein ein Genuss ist und eigentlich sehe ich das auch so. Langsam bekomme ich aber Zweifel, ob Viele unter dem Deckmäntelchen des "Genießens" nicht ganz einfach eine beginnenden oder bereits bestehende Abhängigkeit verbergen wollen. Für mich selber mache ich mir eigentlich mittlerweile keine Sorgen mehr, ich habe für mich in Bezug Alkohol klare Verhältnisse geschaffen. Aber wenn ich mich so in meinem Bekanntenkreis umsehe wird mir manchmal himmelangst. Sicher bin ich nicht für andere Verantwortlich, aber es erschreckt mich inzwischen geradezu wenn ich sehe, mit welcher Leichtsinnigkeit, Gleichgültigkeit, Verantwortungslosigkeit immer wieder bei allen möglichen Gelegenheiten Alkohol "genossen" wird. Schon komisch, dass mir das früher niemals aufgefallen wäre...

    Sunny, ich wünsch Dir auch alles erdenklich Gute bei Deinem Vorhaben. Wie bereits geschrieben, ich selber bin nicht alkoholabhängig sonder der Ehemann einer alkoholkranken Frau. Aber auch ich habe in den letzten 3-4 Jahren gelernt, dass das Leben ohne Alkohol einfach schöner ist. Das fängt an, dass man früh viel leichter aufsteht, abends nach dem Essen noch durchaus Lust hat, irgendetwas zu arbeiten oder zu unternehmen und sich nicht nur mit 2 Bier intus aufs Sofa zu schmeißen und man hat die ständige Gewissheit, dass man gesünder lebt als der Rest der Welt. Halte durch, es lohnt sich !!!

    Lieber nüchtern und lustig, als besoffen und dooooof...

  • Hey Sunny, gehts Dir gut?
    Was ich mit dem Bild der Reise auch sagen will ist, dass man mit dem(den) ersten Schritt(en) vielleicht noch meint am Anfang zu stehen, dabei ist man ja aber eigentlich schon ´Mittendrin´ und man hat das alte bereits hinter sich gelassen.


    ...der Rucksack ist leichter wie sonst…

    ....pack mal als "Reiseproviant" eine schöne Portion Zuversicht mit in den Rucksack rein von der Du immer wieder auch in vielleicht schwierigen Momenten zehren kannst.

    Und glaube immer ganz fest an Dich,
    so wie auch wir immer an Dich glauben!

    Die besten Wünsche und Grüße an Dich,
    und immer eine frische, klare Brise Wind in den Segeln :)

    Land-in-Sicht

  • Hallo Sunny,


    ... weil das manchmal alles ist was man tun kann. Atmen. Atmen. Atmen.
    Durchhalten.

    Das ist keineswegs alles, was man tun kann bzw. was du tun kannst, aber es ist schon eine ganze Menge. Denn Durchhalten heißt zum einen, dir die Zeit zu geben, die erforderlich ist, um dich vom Alten zu verabschieden, zu lösen und für Neues bereit zu machen. Und zum anderen heißt Durchhalten, dem Neuen eine Chance zu geben, sich zu entwickeln und Einzug in dein Leben zu halten.

    Aber man kann bzw. du kannst noch mehr tun.
    Solange das Neue im Nebel liegt, kann es nicht strahlen und motivieren. Also lichte den Nebel und mache dir bewusst, was sich in deinem Leben positiv verändern kann, soll und sicherlich auch wird, wenn du die Abhängigkeit vom Alkohol, die nach deinem ersten Beitrag in diesem Forum in dem Verlangen nach Betäubung liegt, überwindest.

    Im Grunde genommen ist jeder Suchtausstieg ein Geschenk, das man sich selbst macht, also ein Grund zur Freude.

    Katro

  • Heylo…

    … ja Katro, habe das Wort „man“ benutzt. Meinte mich damit. Wollte meine Empfindungen nicht auf andere überstülpen. Als ich dieses Lied zum ersten Mal hörte hat es gepasst wie die Faust aufs Auge. Ich habe es so empfunden -dass ich nur atmen konnte. Gut, ich konnte auch noch hören, den Sound, ich konnte auch noch spüren, meinen Puls…

    ...das hatte nicht nur mit dem Alkohol zu tun, da kamen ja viele Dinge zusammen. Es war also eine Empfindung von mir, die mich völlig lähmte.

    Die Sonne strahlt durch den Nebel. Immer öfter. Wärmer. Vor allem morgens. Kitzelt. Jetzt schon. Cool. Auf diese Sonnenstrahlen will ich mich konzentrieren. Herz offen. Hoffnung.

    Vielen Dank für euch.

    Sunny

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