Ich bin Co. - ratlos und mittendrin - Hilfe

  • @Ira Jean
    Wann einer „trocken“ oder „naß“ ist als Alkoholiker weiß ich nicht. Das sind Worte.
    Wenn ich die Augen schließe und ich mich hineinhöre, dann weiß ich, dass ich ein Alkoholiker bin. Das reicht mir. Und deswegen trinke ich nicht.

    Laurids

  • Guten Morgen Ira Jean,

    Zitat

    Ich merke, wie auch ich anfange, Freunde und Familie zu belügen weil ich weis, dass ich nur auf Unverständnis treffen würde. Aber auch meinen Freund belüge ich, um ihn nicht zusätzlich mit bestimmten Dingen zu belasten.

    Und siehst Du, beides was Du hier beschreibst ist Co-Abhängigkeit in Reinform. Du belügst Deine Familie, vielleicht auch Freunde, weil Du Angst vor deren Reaktionen hast (damit belügst Du Dich auch ein Stück weit selbst, weil Du weißt, dass sie Recht haben mit dem was sie Dir sagen würden) und Du belügst ihn um ihm möglichst "gerecht" zu werden und nur nichts zu provozieren, was seine Laune trüben könnte (dieses Spiel allerdings wirst Du IMMER verlieren, denn für seine Launen sucht er sich nach belieben seine eigenen Gründe). Da fehlt jetzt nur noch, dass Du für ihn lügst, z. B. in der Form, dass Du bei seinem Arbeitgeber anrufst und ihn mit einer Magen-Darm-Grippe krank meldest während er strunzbesoffen im Nebenzimmer sitzt. Und irgendwann kommt dann vielleicht noch hinzu, dass Du sogar Alk für ihn besorgst.

    Ich wiederhole mich, aber bitte lass' Dir unbedingt helfen. Wenn Du wieder leben willst musst Du da weg.

    LG
    gerchla

  • Hallo liebe Community,

    wollte mich hier einfach mal wieder mit einem Update zu Wort melden, da mich eure Wort sehr zum Nachdenken gebracht haben.

    Mittlerweile ist er nach 2 Monaten Nüchternheit seit Freitag wieder rückfällig. Angeblich wäre ihm alles zu viel gewesen und er wollte nur mal den Kopf frei bekommen. und außerdem hätte er sowieso vor, ab Samstag Nachmittag nicht mehr zu trinken - ja ist klar :o Natürlich hat das nicht funktioniert und er ist wieder komplett in seinem Kreislauf drin. Ich kommentiere sein Trinken schon nicht mehr und doch höre ich mir ständig an, ich würde ihm zu viel Druck machen. Wenn ich ihn einfach trinken lassen würde, hätte er gar kein Interesse dran. Ich muss wohl kaum erwähnen, dass das glatt gelogen ist.

    Ich merke, wie die Ausfälle nach jeder Trinkpause schlimmer werden. Er hat sich und seinen Körper nicht mehr unter Kontrolle. Er brüllt mich an und tritt nach mir um kurz danach zu sagen es tue ihm alles so leid und er sei ein Teufel. Ich kann egal ob positiv oder negativ nichts von dem Gesagten mehr ernst nehmen. Schlimm ist aber, dass er nicht einfach säuft und mich in Ruhe lässt sondern wie ein Quälgeist ständig an mir dran hängt und mich verbal oder körperlich bedrängt. Gestern kam ich nach Hause und neben ihm saßen zwei Obdachlose, die er in meine Wohnung eingeladen hatte. und ja, gerchla, schon wieder haben deine Worte voll ins Schwarze getroffen; ich habe ihm am Samstag tatsächlich Alkohol gekauft. er meinte, er will sich von seinem Kater vom Vorabend mit zwei Kurzen runter trinken und es ab Nachmittag lassen. seitdem wurden 3 weitere Flaschen Wodka geköpft. Mitt

    Heute morgen wurde er dann von der Polizei aufgegriffen und wir konnten grad so vermeiden, dass er mit aufs Revier muss - ich hab so die Schnauze voll. habe ihm jetzt die Schlüssel zur Wohnung abgenommen (läuft nämlich zum Glück nur auf mich) und mich distanzieren. Sobald er wieder in der Entgiftung sitzt werde ich mich trennen - ich möchte das zwar eigentlich schon jetzt hinter mich bringen, mir ist aber wichtig, dass er bei vollem Bewusstsein ist, wenn ich ihm die Situation schildere.

    Ich bin sehr traurig, dass ich so gescheitert bin. Aber letzten Endes hat er ja die Entscheidung getroffen und ich werde niemals dagegen ankommen solange er denkt das ist ja alles gar nicht so tragisch ;( ich sehe da bei ihm leider gar keine Hoffnung, dabei hat er grad mal die 30 erreicht....diese Woche werde ich das erste Mal eine SHG für Cos besuchen...

  • Liebe Ira Jean,

    Zitat

    Ich bin sehr traurig, dass ich so gescheitert bin


    Warum schreibst Du denn so einen Schmarrn? Wenn überhaupt, dann darfst Du traurig sein weil ER so gescheitert ist. Aber doch nicht Du? Hallo, warum schreibe ich mir denn hier die Finger wund? Du bist doch nicht gescheitert. Er säuft doch, nicht Du oder ist mir da was entgangen!

    Ich freue mich sehr, dass Du jetzt offenbar wirklich was unternehmen willst. Ich wünsche Dir sehr, dass Du das jetzt auch durchziehst und nicht wieder schwach wirst oder Dich von ihm einlullen lässt. Sehr gut, dass Du eine SHG besuchst. Ich hoffe Du triffst dort Menschen die auf Deiner Wellenlänge liegen. Dann kann das eine wunderbare Anlaufstation für Dich werden wo Du viele wertvolle Tipps und Unterstützung bekommen kannst. Ich wünsche Dir, dass Du Dich dort wohl fühlst.

    Warte nicht zu lange mit der Trennung! Und ziehe es unbedingt durch. Alles was Du schreibst erhärtet das, was ohnehin schon ziemlich klar war. Es gibt keinen anderen und keinen besseren Weg für Dich als die Trennung und das Du Dein Leben selbst in die Hand nimmst. Und in diesem Zusammenhang solltest Du NIEMALS an Dir zweifeln.

    Alles alles Gute wünsche ich Dir.

    LG
    gerchla

  • Hallo Ira Jean,

    Zitat

    Angeblich wäre ihm alles zu viel gewesen und er wollte nur mal den Kopf frei bekommen. und außerdem hätte er sowieso vor, ab Samstag Nachmittag nicht mehr zu trinken - ja ist klar Natürlich hat das nicht funktioniert und er ist wieder komplett in seinem Kreislauf drin. Ich kommentiere sein Trinken schon nicht mehr und doch höre ich mir ständig an, ich würde ihm zu viel Druck machen. Wenn ich ihn einfach trinken lassen würde, hätte er gar kein Interesse dran. Ich muss wohl kaum erwähnen, dass das glatt gelogen ist.


    Das kenne ich nur zu gut. Bei einem befreundeten Ehepaar, bei dem er Alkoholiker ist und permanent (trotz mehreren Therapien) rückfällig (eigentlich hier der falsche Begriff, weil er ja nie wirklich ‚trocken‘ ist/war) ist.
    Sie ist inzwischen bei ihm aus, und in eine eigenen Wohnung eingezogen.
    Ist sie bei ihm, dann trinkt er, weil er sich unter Druck gesetzt fühlt.
    Ist sie weg, dann trinkt er, weil sie weg und nicht bei ihm ist.

    Zitat

    Ich merke, wie die Ausfälle nach jeder Trinkpause schlimmer werden. Er hat sich und seinen Körper nicht mehr unter Kontrolle. Er brüllt mich an und tritt nach mir um kurz danach zu sagen es tue ihm alles so leid und er sei ein Teufel.


    Genau darauf bin ich heute in einem anderen Thread eingegangen


    Wenn er weiter nass im Wesen bleibt, wird diese Veränderung seiner Persönlichkeit noch drastischere Züge annehmen.

    Zitat

    Sobald er wieder in der Entgiftung sitzt werde ich mich trennen - ich möchte das zwar eigentlich schon jetzt hinter mich bringen, mir ist aber wichtig, dass er bei vollem Bewusstsein ist, wenn ich ihm die Situation schildere.


    Verzeih, wenn ich bei diesem „Grund“ ein wenig in mich hineinlächle. Es ist so einer von den vielen, wie sie auch der Alki benutzt, um nicht mit dem trinken aufzuhören.
    Herrgott nochmal, was muss denn noch alles passieren, passen und stimmen, bis Angehörige konsequent handeln? Ohne Wenn und Aber. Du trinkst weiter - ich gehe (oder Du fliegst hier raus). Punkt!
    Auch nach einer wiederholten Entgiftung wird er „nicht bei vollem Bewusstsein sein. So etwas dauert lange Zeit.

    Zitat

    Ich bin sehr traurig, dass ich so gescheitert bin.


    Da schließe ich mich Gerchla an: Wieso denkst Du denn, dass Du gescheitert bist? Du hast eine Entwicklung mit Deinem suchtkranken Partner durchgemacht, die realistisch betrachtet völlig normal ist. Das ist kein Scheitern, sondern Dein jetziger Stand ist eine weitere Stufe in Deiner Entwicklung. Und zwar eine sehr positive!

    Zitat

    diese Woche werde ich das erste Mal eine SHG für Cos besuchen...


    Das ist eine sehr, sehr gute Idee!

  • hallo an euch alle,
    ja - da hab ich mich wohl etwas falsch und auch wehleidig ausgedrückt mit dem "scheitern". ich meinte viel mehr, dass wiederholt eine Beziehung gescheitert ist, ich mir schwer tue mit dem Loslassen und irgendwie das Gefühl habe einen Scherbenhaufen hinter mir zu lassen.

    Gestern Abend habe ich ihn in die Entgiftung gebracht und ihm gesagt, dass ich für uns keine Zukunft mehr sehe. Natürlich traf das auf Widerspruch und er hat mir wieder die allerschönsten Beteuerungen gemacht und gesagt ich sei die beste Frau die es gebe und dass er es nur mit mir schaffen könnte. an dieser Stelle danke nochmal an das Forum; ohne euren Rat würde ich vermutlich immer noch denken und hoffen, dass ICH etwas an seiner Situation ändern kann. Dass dem nicht so ist, habe ich mittlerweile eingesehen.

    Nun muss ich nur noch irgendwie mit meinem Mitgefühl, dass ich für ihn habe wenn ich ihn leiden sehe, lernen umzugehen. Es ist tragisch einen Menschen zu sehen der mehr oder weniger nichts mehr hat und diesen dann damit "alleine zu lassen". Ich versuche mir Tag für Tag klar zu machen, dass es an ihm selbst liegt das wieder in andere Bahnen zu lenken.
    Leider macht mir auch seine Familie starken Druck und meint, wenn ich gehe ist ihm sowieso alles egal und dann würde er nie aufhören und ich könne ihn doch nicht einfach verlassen sondern wir müssten alle gemeinsam auf ihn einreden.

    Momentan tut es sehr weh, gleichzeitig fühle ich mich aber auch sehr befreit, da ich nicht mehr das Gefühl habe ständig gegen etwas zu kämpfen. Keine Kontrolle mehr, keine Angst was passieren könnte, keine neuen Schreckgeschichten...

  • Hallo Ira Jean,

    erst mal möchte ich Dir meinen Respekt dafür ausdrücken, dass Du es jetzt tatsächlich auch durchgezogen hast. Du kannst sicher sein, dass das der einzig richtige Weg war.

    Zitat

    Natürlich traf das auf Widerspruch und er hat mir wieder die allerschönsten Beteuerungen gemacht und gesagt ich sei die beste Frau die es gebe und dass er es nur mit mir schaffen könnte.


    Eine typische Reaktion - finde den Fehler! Der liegt in der Aussage, das er es "nur mit Dir" schaffen könnte. Damit setzt er Dich unter Druck, gibt Dir ein mieses Gefühl, ein Gefühl des schuldig seins für seine Sauferei und auch Schuld daran zu haben, dass er weiter saufen wird. Und dieser Mensch tut dann auch noch so, als würde er Dich lieben. Naja, ich denke Du hast dieses Kapitel ja jetzt erst mal abgehakt.

    Zitat

    dass ICH etwas an seiner Situation ändern kann. Dass dem nicht so ist, habe ich mittlerweile eingesehen.


    Seine Manipulationen zielen ja genau darauf hin ab. Dir das Gefühl zu geben, Du bist die einzige, die ihm da raus helfen könnte. Und genau das ist falsch. Tausendfach bewiesen durch uns "Praktiker" hier im Forum, die wir fast alle mal in dieser Situation gesteckt haben - entweder selbst als Alkoholiker oder auch als Angehöriger. Beide Gruppen findest Du ja hier und von beiden Gruppen hast Du sicher viel gelesen. Du kannst darauf vertrauen, dass wir hier keinen Quatsch erzählen. Warum auch, hätte ja keiner was von.

    Zitat

    Nun muss ich nur noch irgendwie mit meinem Mitgefühl, dass ich für ihn habe wenn ich ihn leiden sehe, lernen umzugehen.


    Das musst Du natürlich, ich hoffe jedoch für Dich, dass Du jetzt richtig von ihm getrennt bist. Idealerweise auch räumlich, sonst kann des etwas schwierig werden. Du solltest auch über einen kompletten Kontaktabbruch nachdenken. Es wird nicht einfacher, wenn er Dich z. B. permanent mit WhatsApps befeuert.

    Und was Dein Mitgefühl oder Mitleid betrifft: Sehe es doch mal so - Wenn er möchte, kann er jederzeit etwas an seiner bemitleidenswerten Situation ändern. Im Gegensatz zu z. B. einem krebskranken Menschen, hat er sein weiteres gesundheitliches Schicksal selbst in der Hand. Er ist (z. B. wieder im Vergleich zu einem Krebskranken) in der komfortablen Situation seine Krankheit selbst, mit eigener Kraft und mit vielen Hilfsangeboten zum Stillstand bringen zu können. Und anschließend ein ganz normales Leben führen zu können. Luxuriöse Situation eigentlich, wenn man mal wieder einen z. B. an Krebs erkrankten Menschen auf der anderen Seite sieht. Es muss auch nicht unbedingt gleich Krebs sein, dass man hier als anderes Beispiel hernehmen kann, es gibt viele schlimme Krankheiten, wo der Betroffene gar nichts mehr selbst in der Hand hat und im schlimmsten Fall nur noch hoffen kann oder gar auf den Tod warten muss.

    Insofern darf sich Dein Mitgefühl hier schon in Grenzen halten. Er kann jederzeit Aussteigen - wenn ihm ernst ist, dann z. B. gleich jetzt, unmittelbar nach seiner Entgiftung.

    Zitat

    Keine Kontrolle mehr, keine Angst was passieren könnte, keine neuen Schreckgeschichten...


    Das ist der Punkt! Und jetzt brauchst Du natürlich auch etwas Zeit. Aber Du schreibst gerade Geschichte, Deine eigene Geschichte - Du holst Dir jetzt Dein Leben zurück!

    Viel Erfolg dabei und alles alles Gute!

    LG
    gerchla

  • Auch ich ziehe meinen Hut 44.

    Eigentlich kann ich mich Gerchla anschließen, möchte aber noch kurz etwas zu der Familie sagen.

    Leider macht mir auch seine Familie starken Druck und meint, wenn ich gehe ist ihm sowieso alles egal und dann würde er nie aufhören und ich könne ihn doch nicht einfach verlassen sondern wir müssten alle gemeinsam auf ihn einreden.

    Abgesehen davon, dass "gemeinsames auf ihn einreden" nur Widerstand hervorruft/verstärkt, haben sie noch nicht begriffen, was Sucht heisst und was Co-Abhängigkeit.

    Du bist schon einen wesentlichen Schritt weiter. Du hast Dich informiert, Dir externen Rat geholt und von Profis (uns Alkoholikern) erfahren, dass keine Hilfe die beste Hilfe ist.
    Was nicht heissen soll, dass Du (oder die Familie) ihn unbedingt für immer komplett abschreiben muss/t. Wenn er sich ernsthaft bemüht, kannst Du bzw. die Familie ihn gern unterstützen - auf dem Weg AUS der Sucht, nicht IN der/die Sucht.

    Lass Dich also weder von ihm noch seiner Familie breitquatschen - kümmere Dich um Dich und DEIN Leben. :blumen:

    Gruß
    Greenfox

    Es rettet uns kein höh’res Wesen,

    kein Gott, kein Kaiser noch Tribun

    Uns aus dem Elend zu erlösen

    können wir nur selber tun!

  • Und täglich grüßt das Murmeltier...

    er kam am Montag aus der Entgiftung. ich habe ihn in meiner Wohnung ( wir leben nicht zusammen er hat aber die Schlüssel zur Wohnung ) gefunden. Mit Schmuckgeschenk, Torte etc.... Und den üblichen Beteuerungen. Er wird sich jetzt definitiv ändern. Es war ihm nicht klar dass die Situation so ernst ist aber die Trennung hätte ihm die Augen geöffnet. Er weis jetzt dass er was tun muss und er wird mir beweisen, dass er es schafft. An sich ja sehr schön - hätte ich das nicht davor schon 100 mal gehört.

    wir haben an dem Abend noch sehr lange gesprochen. ich habe versucht ihm zu erklären dass er jetzt an sich denken muss und nicht daran mir etwas zu beweisen. habe weiterhin gesagt dass eine Beziehung für mich nicht vorstellbar ist, ich aber, wenn ich merke es ist ihm Ernst, "auf der anderen Seite der Brücke stehe" und ihm die Hand reiche und ihn unterstütze, vorerst aber keinen Kontakt mehr möchte da ich selbst am Ende meiner Kräfte bin und er auch, so lange er nass ist, nicht mit mir rechnen kann.

    Es wurde erstaunlicherweise noch ein sehr netter Abend an dem wir uns endlich vollständig ausgesprochen haben. Ich war überzeugt, dass er mich und meine Haltung akzeptiert - alles Weitere sollte sich mit der Zeit zeigen.

    Aber ich hätte es besser wissen müssen. Habe gestern die letzte Wäsche die er noch bei mir hat zu seinen Eltern gefahren und ihn dort auch angetroffen - angetrunken. Es war so enttäuschend, nach nicht mal zwei Tagen seit der Entgiftung. Er hat es die ganze Zeit abgestritten, erst gegen Ende hat er zugegeben 1 1/1 "Kurze" getrunken zu haben. Ich vermute es war weit mehr, er konnte nicht mal mehr stabil stehen. DAs Ganze ist dann auch komplett eskaliert, er wollte mich nicht zur Türe raus lassen, hat mich festgehalten, seine Eltern sind eingeschritten usw... er hat mich beleidigt und gemeint, dass ich ihn so bloßs stellen würde sei das Letzte. Er würde mich brauchen es sei ihm alles zu viel und stattdessen würde ich ihm nur zum Vorwurf machen dass er getrunken habe. Und ich solle ihn unbedingt mit zu mir nehmen; nur so komme er zur Ruhe und ab heute würde er eh nix mehr trinken. Die einzige Medizin die er bräuchte bin ich. Er hat geweint und vor mir gekniet und mich angefleht. Ich bin letzten Endes trotzdem alleine nach Hause, auch wenn ich sehr besorgt war. Mich gefragt habe: was, wenn er deswegen noch mehr trinkt? vllt hätte er es bei mir wirklich gelassen? Ich weis; ich mache mir damit nur selbst das Leben schwer. Aber ich stecke einfach emotional noch sehr tief in der Sache drin. Kaum saß ich im Auto wurde ich mit Anrufen bombardiert... Ich sei das Letzte, jede Menge Beleidigungen, was mir einfällt, ich hätte ihn vor seinen Eltern bloß gestellt, er habe die Schnauze voll von mir und das wars, er könnte sowieso viel bessere Frauen haben usw. Noch nie hat er mich vorher derart beschimpft. Ich war fix und fertig. Habe dann irgendwann aufgelegt und mein Handy ausgemacht. Fühle mich irgendwie schlecht. Natürlich wollte ich nicht, dass es so eskaliert...

    Dennoch, seine Reaktion, der direkte Rückfall, sein Verhalten; all das zeigt mir, dass es die richtige Entscheidung war mich zu distanzieren. Die Schlüssel habe ich ihm auch abgenommen, damit er nicht wieder überraschend in die Wohnung kommt. Die Erfahrung gestern hat mir gezeigt, dass ich Situationen in denen ich zufällig auf ihn treffen könnte vorerst auch vermeiden muss - es nimmt mich noch zu sehr mit und ich stecke in meiner Co. selbst noch zu tief drin...

    Das Schwere an dieser Trennung ist, dass man nicht nur wie in einer "normalen" Beziehung mit den "normalen" Problemen zu kämpfen hat, sondern dass der Alkohol als zusätzlicher sehr starker, 3 Part eingreift und man sich doppelt mit allem auseinander setzen muss. Ich versuche dennoch, optimistisch zu bleiben. Auch wenn es immer wieder Stolpersteine wie gestern gibt. Sie lehren mich umso mehr, dass ich hier nur ein Statist in seinem Spiel und Mittel zum Zweck bin :-\

  • Hallo Ira Jean,

    soweit hast Du alles richtig gemacht! 44.
    Nur eines hast Du offenbar dabei völlig außer Acht gelassen: Dass Du für Dich Hilfe brauchst!

    Nicht nur emotional, aber vor allem emotional ist das, was Dir jetzt passiert ist und Du schon lange Zeit mit Deinem Freund miterlebst, der absolute Ausnahmezustand für jede! Angehörige!
    Wie denkst Du denn, dass Du ohne Hilfe, z. B. von der Suchtberatung (spezialisiert auf Co-Abhängigkeit) oder Angehörigen Selbsthilfegruppe damit dauerhaft fertig wirst?
    Aus Erfahrung bin ich sicher: Es wird Dich unbehandelt immer und immer wieder einholen.
    Deshalb meine Empfehlung: Tu was für Dich!!

  • Hallo Ira Jean,

    ich bin froh, dass Du standhaft geblieben bist. Hättest Du nachgegeben und ihn wieder mit zu Dir gelassen, wäre die Situation für Dich jetzt noch viel schlimmer. Du darfst Dir hier jetzt also ruhig mal auf die Schulter klopfen: das hast Du sehr gut gemacht! Mir ist bewusst, dass Du emotional sehr leidest. Dennoch, alles richtig gemacht!

    Was ist passiert? Genau das, was wir Dir hier schon die ganze Zeit schreiben. Das was Du gerade erleben musst ist genau das, was wir Alkoholiker von unserer eigenen nassen Zeit berichten und es ist genau das, was andere Partner von Alkoholikern auch berichten.

    Ich kann mir vorstellen, wie schwer es für Dich gewesen sein muss, Deinen vor Dir knienden und weinenden Partner abzuweisen. Aber als ich das las, hatte ich sofort mehrere "Szenen" aus meinem Trinkerleben im Kopf. Die kann man zwar nicht 1:1 übernehmen, aber es gab bei mir mehrere Situationen wo mich meine Frau mal wieder bei bösen Lügen ertappt hatte und ich höchst emotionale Szenen abgeliefert habe. Bis sie mich dann irgendwann doch in den Arm nahm und auch noch tröstete, weil ich so eine schauspielerische Glanzleistung hingelegt hatte und die Tatsachen derart verderht hatte, dass ich plötzlich nicht mehr Täter sondern bemitleidenswertes Opfer war.

    Und es ist nicht immer so, dass man das bewusst steuert. Bei mir war das so, dass ich derart in meiner Parallelwelt gefangen war, dass ich das was ich da aufführte in diesem Moment auch tatsächlich geglaubt habe. Das kannst Du Dir als gesunder Mensch wahrscheinlich nicht vorstellen. Tränen waren echt, Gefühle waren echt obwohl ich wusste, dass ich hier eine ganz miese Nummer abziehe. Das ist sehr schwer zu erklären aber es ist die Erklärung dafür, warum so viele Menschen immer wieder auf Alkoholiker und ihre Lügengeschichten herein fallen. Weil sie einfach derart überzeugend sein können, es ist eigentlich unglaublich. Und bei diesen emotionalen Momenten neigt der Alkoholiker ja immer besonders gerne dazu, von LIEBE zu sprechen. Von der größten Liebe seines Lebens, dem einzigen Menschen den er jemals wirklich geliebt hat usw. usf. Aber glaube mir, LIEBE ist was ganz was anderes. Denn wenn man einen Menschen wirklich liebt, dann verletzt man ihn nicht und man manipuliert ihn nicht und man belügt ihn nicht und und und. Deshalb bin ich der Meinung, dass ein nasser Alkoholer gar nicht in der Lage ist zu lieben auch wenn er es glaubt.

    Umsomehr kannst Du froh und stolz sein, dass Du hart geblieben bist.

    Ansonsten möchte ich mich unbedingt Dietmar anschließen! Mach' das alles nicht mit Dir alleine aus! Such' Dir noch Hilfe, außer diesem Forum hier. Damit wirst Du es leichter verkraften und leicher auch verarbeiten können.

    Bleib auf Deinem Weg, es die einzige Chance für Dich Dein Leben wieder zurück zu bekommen. Aber die Chancen stehen meiner Meinung nach sehr gut, weil Du sehr genau weißt welches Spielchen bei ihm abläuft. Alles alles Gute wünsche ich Dir.

    LG
    gerchla

  • Gut, dass Du konsequent geblieben bist. Und ihm die Schlüssel abgenommen hast - und es zum Schluß auch noch erwähnt hast. Ich dacht schon ... Aber gut 44.

    Und ich muss Dietmar recht geben: Tu etwas für Dich! Vermeide den vorerst Kontakt, geh eventuell mal zur Suchtberatung - aber tu auf alle Fälle DIR was Gutes! Was Dir so gefällt: ein schönes Konzert, Theater, Wellness für die Seele ...

    Gruß
    Greenfox

    Es rettet uns kein höh’res Wesen,

    kein Gott, kein Kaiser noch Tribun

    Uns aus dem Elend zu erlösen

    können wir nur selber tun!

  • Und hier mal ein kleines Update von mir wikende091

    einige zeit lang konnte ich meinen Weg sehr konsequent gehen. Ich bin zur SHG gegangen und habe mich um mich und meine Angelegenheiten gekümmert. Auch wenn immer ein wenig das schlechte Gewissen an mir genagt hat; es ging mir besser. und siehe da; auch bei ihm hat es Wirkung gezeigt und er hat sich in therapeutische Behandlung gegeben. Unterstützend dazu hat er Antabus genommen (ich persönlich halte davon gar nichts, kann mir darüber aber natürlich kein Urteil erlauben). ich hatte wieder Hoffnung geschöpft und das Gefühl, dass er auf einem guten Weg ist. Ein wenig Zweifel ist natürlich immer da, ich habe mittlerweile ja schon so einiges gesehen... leider hat sich dies nun vermutlich auch bestätigt; trotz Antabus hat er am Wochenende 6 Dosen Wodka-Mischgetränke getrunken. Dass er dies trotz so eines Hammermedikaments getan hat, sogar mit dem Risiko hin zu sterben (was ja im schlimmsten FAll passieren kann) hat mich wirklich umgehauen. Vllt darf man das nicht so sehen, ich selbst kann ja das Denken eines Alkoholabhängigen nicht nachempfinden ABER: wenn man solche Risiken eingeht nur um Alkohol zu konsumieren ist doch verloren; oder nicht?! nixweiss0
    Zum Glück ist am Mittwoch wieder SHG; vllt hat dort jemand Ähnliches erlebt. da er aber jeden Tag alleine ist, mache ich mir natürlich Sorgen dass er unter diesen Umständen stirbt. Sieht er natürlich anders, er meint mittlerweile er hat das Trinken im Griff - und dadurch dass ihm jeder einredet er sei Alkoholiker würde er überhaupt nur so viel trinken.
    bin grad baff und geschockt, auch wenn ich es mittlerweile mit etwas mehr Distanz sehe...

  • ich kann nicht mehr... bin völlig fertig mit den nerven...

    scheinbar kann man auch als Co. ganz schnell wieder rückfällig werden... er trinkt seit samstag wieder. am montag stand er mit platzwunde am kopf, blutigen händen und fehlendem zahn vor meiner haustür. ich war total geschockt und habe ihn reingelassen.und dann ging es los... am anfang war es noch erträglich. mit der zeit wurde es dann wieder immer schlimmer. ich wurde auf unterstem niveau beleidigt und beschimpft er hat randaliert und mir keine freie minute gelassen. gestern wurde dnan alles zu viel. ich habe dreimal die polizei gerufen. die ersten beiden male haben sie ihn nur rausgeschmissen, das letzte mal wurde er mit genommen. ich habe mich so elend gefühlt. dass es so weit kommt wollte ich nicht, ich wusste mir aber nicht zu helfen, ich bin mit den nerven einfach unten. ich fühle mich irgendwie schuldig.sein vater hat mir auch vorwürfe gemacht; ich hätte ja nicht gleich so drastisch reagieren sollen. meine gedanken drehen sich nur noch... ich kkonnte die nacht kaum schlafen.
    bis jetzt hatte ich es so gehalten dass ich den kontakt mit ihm gehalten habe aber eben nach meinen sachen geschaut habe. nach den letzten tage glaube ich aber, dass in dem fall nur absoluter kontaktabbruch noch etwas hilft. sobald ich ein wenig offener werde nimmt er 100% meiner aufmerksamkeit in anspruch, ich fühle mich regelrecht ausgesaugt.
    ich wollte niemals dass es alles so weit kommt...und, so verrückt dies auch klingt, ich möchte trotz allem nicht dass er schlecht von mir denkt. Ich habe ihn jetzt quasi über die polizeit "entsorgt" und breche dann den kontakt ab; das ist irgendwie nicht optimal - oder doch der einzige weg?
    denn trotz allem, dieser mensch stand und steht mir nahe, wir haben viel erlebt gutes sowie auch schlechtes, haben jeden, aber wirklich jeen tag miteinander verbracht. in der zeit wurde es zwar laufend schlechter, aber trotzdem ist er in meinem herzen. in der zeit hat er allerdings auch viel in meinem kopf durcheinander gebracht. ich habe das gefühl, meine wahrnehmung ist komplett verdreht und ihc weis gar nicht mehr was normal ist was nicht. irgendwie stelle ich alles, aber auch alles in frage. es macht mich alles so verrückt, ich spüre tatsächlich schon körperliche auswirkungen. druck auf der brust, atemnot, schwindel. habe schon beim psychologischen dienst angerufen um mir alles von der seele zu sprechen. ich weis, ich darf hier nicht für alles die verantwortung auf mich nehmen, und doch habe ich an den letzten tagen stark zu knabbern. er hat mir auch an den kopf geknallt dass ich das schlechteste überhaupt bin und er sowas nicht verdient hat. ich sei eine schlampe die ihn sowieso nur betrügt und die ihn nie geliebt hat. ich weis, ihr schüttelt nun wahrscheinlich alle nur den kopf, aber ich will nicht mit so einer erinnerung gehen und ebenso wenig, dass das sein letztes bild von mir ist. aber klar, bleiben ist definiiv keine alternative es findet ja keinerlei umdenken statt. ich habe auch das gefühl, es wird mit jedem mal schlimmer...es ist leider nur so verdammt schwer zu akzeptieren, dass es wohl unmöglich ist eine trennung im guten zu haben . und zu wissen, es wird ihm gut gehen. denn das wird es nicht... ob mit mir oder ohne mich. trotzdem will ich, dass er weis wie viel er mir bedeutet hat ;( komme mir langsam wirklcih selbst vor wie eine irre. habe gestern noch mit der krankenkasse telefoniert und um eine therapie gebeten. bis dahin weis ich einfach nicht was ich machen soll nixweiss0


  • ich kann nicht mehr... bin völlig fertig mit den nerven...
    .... trotzdem will ich, dass er weis wie viel er mir bedeutet hat ...

    Liebe Ira Jean,
    das Einzige, was für ihn eine Bedeutung hat, ist der Alkohol! Bitte sei dir dessen bewusst..DU bist unwichtig!
    LG

    ~ bevör ik mi nu opregen deed, is dat mi lever egaal ~

  • Liebe Ira Jean,

    wenn ich Dich so lese, dann wird mir sehr bewusst, dass ich als Alkoholiker wahrscheinlich die gleichen Schwierigkeiten habe einen Co-Abhängigen zu verstehen, wie die Co-Abhängigen Schwierigkeiten haben das Verhalten der nassen Alkoholiker zu verstehen.

    Du lässt Dich beleidigen, erniedrigen, wie ein Stück Dreck behandeln und hast aber trotzdem Angst, er könnte schlecht von Dir denken. Es ist klar, dass Du hier psychisch gesehen ein Riesenproblem hast, Du bist krank, wenn ich das mal so offen sagen darf. Ich will Dich damit nicht angreifen und ich sage das als jemand, der ebenfalls psychisch erkrankt war/ist. Meine Alkoholsucht war bzw. ist nichts anderes als eine psychische Erkrankung, so sehe ich das für mich zumindest. Und ich konnte diese Krankheit nur in den Griff bekommen, weil ich das erkannt habe und weil ich mir helfen habe lassen. Oder besser gesagt: mir aktiv Hilfe gesucht habe.

    Wenn ich Dir etwas raten darf, dann bitte mach das auch. Lass Dir helfen und nimm diese Hilfe bitte auch an. Ich möchte keinesfalls über Dich und Dein Verhalten urteilen, ich glaube, Du kannst Dich im Moment einfach nicht anders verhalten. Du musst so denken wie Du gerade denkst und das, obwohl Dein Kopf Dir das durchaus auch ganz anders sagt. Aber Du kommst einfach nicht aus Deinem Co-Kreislauf heraus. Und da denke ich jetzt einfach mal an meine Trinkerzeit zurück, denn da war es ja im Grunde genau das Gleiche, nur auf der anderen Seite dieser Geschichte. Mir hätte man auch sagen können was ich tun soll, mich hätte oder hat auch keiner verstanden und mein Kopf hat in lichten Momenten auch zu mir gesagt, was ich eigentlich tun müsste. Ich konnte aber nicht. So wie Du jetzt.

    Als ich Deinen Post vom 13. gelesen habe war mir sofort klar, wie das alles weitergehen wird. Einfach deshalb, weil ich selbst Alkoholiker bin und das Verhalten Deines Partner wie ein offenes Buch vor mir liegt. Ich hätte Dir das alles vorher sagen können und die Wahrscheinlichkeit, dass es nicht so gekommen wäre, die wäre sehr gering gewesen. Aber auch wenn ich Dir das so vorher gesagt hätte, es hätte nichts an Deinem Verhalten geändert. Du hättest Dich genauso verhalten wie Du es hast obwohl Dir ein Alkoholiker, der ja wissen muss wie diese Krankheit funktioniert, andere Ratschläge gegeben hätte.

    Und das ist ja das, was wir Dir hier alle andauernd schreiben. Du kannst es aber nicht umsetzen. Weil Du eben auch abhängig bist, genau wie wir Alkoholiker. Und es wird für Dich nicht weniger einfach werden, Deine Sucht zu besiegen. Deshalb finde ich es schon mal sehr gut, dass Du über eine Therepie nachdenkst.

    Wie ist da denn der Stand? Du hast mit der Krankenkasse telefoniert, ok. Ist es nicht so, dass Du darüber mit einem Arzt sprechen musst? Ist nicht er derjenige, der da eine Diagnose erstellt und mit dem Du dann das weitere Vorgehen besprechen solltest? Mit einem Arzt (gerne auch ein Psychologe /in) hättest Du auch einen permanent vorhandenen Ansprechpartner, wenn Du ihn brauchst. Wie funktioniert das "mit der Krankenkasse sprechen"? Ruft man da an uns sagt: "Hey ich brauch mal ne Therapie, lasst mal was rüber wachsen"? Ich will' s nur verstehen, weil ich war damals beim Arzt.

    Was Du jetzt akut tun kannst, mal unabhängig von Deiner völlig durcheinander gewirbelten Gefühlstwelt ist, eine absolute Kontaktsperre einzuhalten. Egal was ist, Du hälst Dich von ihm fern. Wenn er auftaucht, öffnest Du nicht. Du bist nicht mehr für ihn da und notfalls kümmert sich die Polizei darum. Auch kein Kontakt zu irgendwelchen Verwandten, Eltern, Geschwistern oder sonstwas, die Dir mit ihrem schlauen Geschwätz ein schlechtes Gewissen aufdrücken wollen anstatt sich selbst um den verlorenen Sohn zu kümmern.

    Vielleicht bemerkst Du auch, dass ich quasi nix zu Deinem saufenden Ex-Partner schreibe. Und zwar deshalb, weil der völlig uninteressant ist. Der kann machen was er will. Du bist hier weil Du Hilfe suchst. Es geht um Dich, nur um Dich. Es geht nicht um den Säufer - der muss sich selbst helfen.

    Ich könnte mich da jetzt aufregen und ganz viel dazu schreiben, jedoch weiß ich, dass Dir das nix bringen wird. Denn meine Worte kommen bei Dir nicht so an, wie ich mir das wünschen würde. Es ist genauso wie es bei mir war, als ich noch trank.

    Also bitte lass Dir helfen, suche Dir Hilfe. Rede nicht nur darüber, tue es!!! Sonst wirst Du da nicht heraus kommen. Und dann warten noch sehr schlimme Zeiten auf Dich.

    Ich wünsche Dir nur das allerbeste! Alles alles Gute

    LG
    gerchla


  • ich kann nicht mehr... bin völlig fertig mit den nerven...
    .... trotzdem will ich, dass er weis wie viel er mir bedeutet hat ...

    Liebe Ira Jean,
    das Einzige, was für ihn eine Bedeutung hat, ist der Alkohol! Bitte sei dir dessen bewusst. Für IHN bist du unwichtig. Aber bitte sei dir selbst wichtig. DU kannst nichts, aber auch gar nichts für ihn tun....Tu was für dich, sonst geht ihr zusammen unter, willst du das?
    LG
    sorry, doppelt

    ~ bevör ik mi nu opregen deed, is dat mi lever egaal ~

  • Hallo, liebe Ira Jean,

    ich bin auch co-abhängig, kreise beständig und artig wie ein Kind um das Wohl
    meiner Mutter. In meinem Fall: Völlig ungebeten. Sie will zurückgezogen leben,
    nichts an sich heran lassen. - ICH habe das Problem mit iHRER Entscheidung.


    ...es ist leider nur so verdammt schwer zu akzeptieren, dass es wohl unmöglich ist eine
    trennung im guten zu haben . und zu wissen, es wird ihm gut gehen. denn das wird es nicht...
    ob mit mir oder ohne mich.

    Vielleicht klingt das jetzt doof: Du musst auch gar nicht akzeptieren oder Dir ein
    Einverständnis mit der Situation abringen, die OHNE DEIN ZUTUN so FÜR IHN ist,
    wie ER sie durch seine Sucht erschaffen und chronisch werden lassen hat.

    Das einzige, was "wir" Co's akzeptieren müssen, ist: Wir haben keine Macht.
    Weder über eigene Rückfälle, noch über die Tatsache, dass wir Hilfe brauchen.
    Und erst recht nicht über andere und ihre eigenen Rückfälle, nach eigenem Muster.

    Der Schmerz, den - unterstellt von Dir - er erleidet, geht auf seine Sucht zurück.
    Nicht darauf, dass Du sie erkennst und entsprechend FÜR DICH wählst, ob Du das
    (mitmachen) willst.

    Es bleibt eine Entscheidung auf seiner Seite, für sich und sein Leben. Will er mehr?
    Fehlt ihm was (Du als Person mit eigenen Interessen, eine aufrichtige Beziehung)?
    Gib' diese Frage und Entscheidung doch an ihn ab ... und entlaste Dich von unechter
    Verantwortung.

    Ich weiß, wovon ich schreibe.
    Genau diese Über-Verantwortlichkeit, die eigentlich meint: Reingreifen und um nichts
    in der Welt Abstand von einem eigenen Wunsch oder einer Kontakt-Phantasie nehmen
    wollen ... die lässt mich immer wieder antreten, ungefragt und ganz freiwillig verbissen.

    Mir geht es dann immer schlechter, denn ich "vergesse" unterdessen meine Machtlosig-
    keit über andere, wie auch über die Verbissenheit, die in mir immer noch neu ausgelöst
    wird. - Dankbar bin ich, wenn MEIN Leiden, dieser fiese Innendruck und die Schuldge-
    fühle, nur kurz andauern, bis ich durch eine SHG oder ein/n Freund/in geweckt werde.

    Rückfälle passieren, wir dürfen immer neu für UNSER Wohl entscheiden. :)
    (Müssen aber nichts. Es laufen lassen, bis die Abgrenzungskräfte wieder zur Stelle sind,
    ist auch ok.)

    Liebe Grüße, ich wünsche Dir ganz viel Mut und Kraft, stark für d e i n Wohl zu bleiben.

    :blumen2:

    Wolfsfrau

  • Gerchla,

    danke für die ehrlichen Worte. Ich nehme dir dies keineswegs übel. Du hast auch völlig den Nagel auf den Kopf getroffen mit dem was du da sagst. Ich bin krank und war es vermutlich auch schon bevor ich ihn getroffen habe, zumindest was meine Aufopferung etc. angeht. Mein Kopf und mein Verstand sagen mir auch ständig tu es nicht; und dann springt der Schalter von einem auf dem andern Moment um und das wars dann. Ich weis nicht, wie warum weshalb aber sobald ich "harte Konsequenzen" wie zb das mit der Polizei ziehe, klopft das schlechte Gewissen an die Tür. Ich hatte es sogar einige Wochen geschafft mich fernzuhalten, nach mir zu schauen usw. Aber da ging es ihm auch gut bzw. er war zumindest nüchtern, mein „Sorgen machen“ war daher auch nicht so stark.
    Ich war bereits bei meiner Hausärtzin, und habe ihr die Situation geschildert. Diese hat mich leider abgewiesen mit den Worten sie sei Allgemeinmedizinerin das ist ein Fall für die Suchtberatung ich soll mich bitte dahin wenden. Das ist zwar auch eine Anlaufstelle, ich würde aber gerne eine regelmäßige, professionelle Therapie machen wusste aber dann keine andere Anlaufstelle außer der Krankenkasse, neben meiner Hausärtzin. Ergebnis des Telefonats war, dass sie meinten sie können mir da zwar Anlaufstellen / Psychologen nennen, ich muss mich da aber selbst um einen Termin bemühen. Es gibt wohl die Möglichkeit das auch direkt über die psychologische Praxis ohne die Zwischenstation des Hausarztes zu machen.

    Für ihn suche ich in dem Sinn auch keine Hilfe – eure Worte, dass nur er selbst etwas gegen seine Sucht tun kann kamen bei mir auf jeden Fall an. Was noch nicht so ganz klappt in der Umsetzung, ist mich emotional fernzuhalten. Sprich; ich WEIS dass ich ihm nicht dabei helfen kann aufzuhören, aber ich möchte trotz allem dass es ihm gut geht, will ihn trösten etc.

    Um zu vermeiden dass ich ihm begegne, bin ich vorerst für ein paar Tage bei einer Freundin untergekommen. So fällt es mir leichter etwas Abstand zu bekommen und ich bin nciht gleich wieder der Gefahr ausgesetzt ihm zu begegnen. Ich habe glücklicherweise immer noch einen guten Freundeskreis sowie Familie dich mich unterstützt und bestärkt.

    Aber gerade die Geschichte von z.B Libelle macht mir Mut.

    Britt,

    auch wenn das ein sehr schlichter Satz war, denke ich nun doch schon seit des Lesens darüber nach...Das Einzige was für ihn zählt ist der Alkohol. Jetzt im trunkenen Zustand eh. Aber ich erkenne, dass er auch nüchtern stark nach dem Alkohol gehandelt hat. Viele Situationen kann ich so besser verstehen und akzeptieren.

    Wolfsfrau,
    ein interessanter Punkt, dass man selbst von seiner Fantasie igendwie nicht los kommen kann bzw. will und die Verbissenheit daran festzuhalten. Das ist auch nochmal ein Unterschied zu dem "helfen wollen" - und ich erkenne mich in dem was du schreibst ganz klar wieder. wenn ich deinen kompletten Text lese fällt mir ganz nebenbei auch wieder auf, wie viel verantwortung und pflicht ich auf meiner Seite sehe und sogar übergriffig Forderungen an ihn stelle. Du hast leider recht; es ist seine Entscheidung. Diese Einsicht muss nun noch irgendwie vom Verstand ins Herz...

    Danke euch allen, dass ich mich trotz meines "Rückfalls" ausheulen darf und eine ehrlich Meinung ohne Vorwürfe etc. bekomme


  • Danke euch allen, dass ich mich trotz meines "Rückfalls" ausheulen darf und eine
    ehrlich Meinung ohne Vorwürfe etc. bekomme

    ... ich danke DIR für Dein ehrliches Teilen! Es bringt mich zur Selbstannahme,
    auch in meiner Co-Abhängigkeit. Ich schreibe Dir nichts, ohne mich auch
    selbst wieder daran zu erinnern. :)

    Hab' ein erholsames Wochenende, das wünsche ich Dir. :)

    liebe Grüße,
    Wolfsfrau

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