Hast Recht, Gerchla - die Ehe, Kinder, Job etc. können natürlich eine große Motivation sein. Man sollte sich aber im Hinterkopf klarmachen, dass das alles trotzdem wegbrechen kann (Firmen gehen z.Bsp. auch Pleite, auch wenn ich nicht saufe).
Therapie
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Hallo Zusammen,
ich behaupte mal, dass die Mehrheit derjenigen, die einen Ausstieg aus ihrer Sucht schaffen, an einen Ausstieg überhaupt erst durch massiven Druck von außen gedacht haben.
Haussegen schief, Ehe in Gefahr, Job kurz vor der Kündigung, Füherschein weg, usw., es braucht meist vieles, um überhaupt darüber nachdenken zu können, dass da ein unmittelbarer Zusammenhang mit der Sucht vorhanden ist. Ja sogar, dass überhaupt eine Suchtproblematik vorhanden ist.Dagegen ist auch m. E. überhaupt nichts einzuwenden.
Die Erkenntnis, wegen sich selbst, seiner inneren wie auch äußeren Zufriedenheit nicht mehr trinken zu wollen, kommt nahezu von alleine. Oder eben nicht.
Tatsächlich ist es auch so, dass einige der hier angesprochenen Motivationsgründe später, bestenfalls sogar noch in der Trockenheit, wegbrechen.
Die Scheidungsrate, auch oder gerade bei trockenen Alkoholikern ist relativ hoch.
Jobwechsel sind recht häufig.
2 oder drei Füherscheinentzüge sind bei Alkoholikern fast schon usus.Da wird dann schnell aus dem einstigen Motivationsgrund ein Wiedereinstiegsgrund zum Saufen.
Dazu kommt, dass das Leben ja nicht einfacher wird, nur weil einer jetzt nicht mehr Alkohol konsumiert.
Das waren jetzt nur mal so meine Gedanken zu dem Diskussionsverlauf.
Gruß
Dietmar -
Hallo Dietmar
das sind sehr gute Gedanken und Denkanstöße und so wie du es beschreibst trifft vieles zu ,
oft alles Faktoren zusammen heute einige Therapien gehabt, morgen in der Früh nach Hause bis Sonntag Abend ,dann wieder zurückauch bei uns ist das Leben nach der Therapie ein großes Thema
Grüße
Wolfgang
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Hallo Wolfgang,
das Leben nach der Therapie: Gibt viele Möglichkeiten diese Leben ohne Alkohol und andere Drogen zu leben.
Ist ja jetzt nicht so, dass Du vorher nicht gelebt hast. Vielleicht sogar auch viele Jahre recht gut.Nur waren da halt Vorkommnisse, Probleme, bei denen Du gemeint hast, es würde mit Alkohol besser, lockerer, vielleicht auch entspannter funktionieren.
Stimmt ja auch - bei den Menschen, die keine Suchtveranlagung haben.Also geht es jetzt doch vorrangig darum: Wie kannst Du Probleme, die vorher zum Alkoholkonsum führten, ohne Alk bewältigen.
Ich, für mich natürlich, habe festgestellt, je weniger Wertigkeit ich dem Alkohol, dem eventuell auftretenden Suchtverlangen (Saufdruck), aber auch der Tatsache, dass ich jetzt abstinent bin, gebe, um so einfacher ist es für mich.
Aber das ist sehr individuell. So, wie manche sagen "ohne meine Selbsthilfegruppe würde ich längst wieder saufen", so gibt es auch Leute, die sagen "wenn ich mich ständig mit dem Thema Alkoholismus beschäftige, bekomme ich Saufdruck".
Alles, was Du tust oder läßt, um Alkohol nicht mehr als Problemlöser einzusetzen, ist gut und richtig für Dich.
Ich bin sicher, Du findest das Richtige für Dich!Ich denke, dass ist einfach eine Sache der inneren Zufriedenheit und Gelassenheit.
Lieben Gruß
Dietmar -
Hallo Dietmar
ich habe vor meinem Alko Problem 57 Jahre sehr gut gelebt
wie ich schon erwähnt habe bin ich in Pension ( Rente ) gegangen und das wollte ich feiern und habe klein weise einmal ein Woche lang gefeiert und bin hängen geblieben und es wurde immer mehr ca 1,5 bis 2 Liter
zum Schluss die letzten 6 Wochen vor der Therapie bin ich wieder auf max 700 ml Wein gekommen
und eine Woche vor Therapie antritt habe ich gar nix mehr getrunken klarer weise mit Ärztlicher Kontrolle Psychiater und Tabletten
also Probleme hatte ich direkt nicht aber wahrscheinlich im unterbewusst sein.
es hat sich doch einiges in meine Leben ereignet,das nicht richtig bzw. gut aufgearbeitet worden ist
jetzt bin ich ja 13 Wochen hier in Therapie wo alles schön langsam in Einzel Therapien aufgearbeitet wirdich wünsche Euch ein schönes Wochenende und melde mich sicher wieder
Grüße
WolfgangDanke für die liebe Antworten
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Hallo Wolfgang,
also Probleme hatte ich direkt nicht aber wahrscheinlich im unterbewusst sein.
es hat sich doch einiges in meine Leben ereignet,das nicht richtig bzw. gut aufgearbeitet worden ist
jetzt bin ich ja 13 Wochen hier in Therapie wo alles schön langsam in Einzel Therapien aufgearbeitet wird
Sicher verstehst Du es jetzt, nachdem Du in der Therapie so einiges erfahren hast, dass ich bei diesem Satz "also Probleme hatte ich nicht direkt, wahrscheinlich im Unterbewusstsein" ein wenig Schmunzeln muss.Mag ja wirklich sein, dass es welche gibt, die rein aus Langeweile zu saufen anfangen. Aber dann ist wohl die Langweile ihr Problem.
Tatsächlich aber ist Alkoholismus so etwas wie ein Defizit-Krankheit nach meiner Definition.
Soll heißen: Irgendwo im Leben und Wirken des Betroffenen gibt es Defizite, die dazu führen, dass er mittels Alkohol versucht sie zu übertünchen.Es ist gut und richtig, dass Du Deine Probleme jetzt in der Therapie aufarbeitest!
Wünsche Dir weiterhin gutes Gelingen.
Dietmar
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Hallo zusammen
das Neueste vom Tag
Wochenende war angesagt also am Samstag morgen ab nach Hause da ging es noch aber die Situation war schon ein wenig angespannt,weil ich es unter der Woche schon bemerkt habe,weil die holde Gattin auf meine Anrufe nur äußerst zögerlich angenommen hat und auch meine Whats App ziemlich lange ignoriert hatte
naja bin schon mit einem unguten Gefühl nach Hause gefahren, ich bin ,da ich verschlafen hatte und nicht gleich um 6:00 morgens sondern erst um 7:30 weggekommen dadurch natürlich etwas verspätet nach Hause gekommen bin, am Nachmittag war ich ziemlich müde habe mich ins Bett gelegt und geschlafen,das war natürlich auch nicht rechtHeute Morgen bin ich um 7:30 aufgestanden Gnädige Frau war schon seit 5:30 wach,natürlich wieder meckerei,das ich nur faul bin nichts mache usw usw
,ich habe sie noch gefragt ob wir unserem Enkelkind das Geb Geschenk bringen,wollte sie auch nicht und alles was ich vorgeschlagen habe wollte sie auch nicht machen,darauf habe ich gesagt ,da kann ich ja gleich wieder nach Ybbs fahren und sie hat das befürwortet,weil sie durch meine Krankheit alles alleine machen muss und zu nichts kommt wir wollten diese Woche für 3 Tage nach Bad Radkersburg wo wir voriges Jahr auf Kur waren und anschl Sa u So wären wir über eine Nacht nach Tirol Innsbruck gefahren um und den Weihnachtsmarkt anzusehen,geht natürlich nicht,bin ja da in Ybbs auf Therapieweiters auf Therapie sind nur Trottel die nichts verstehen sie meint die Ärzte und die dipl PflegerInnen
sie hat auch gesagt sie wird die Ärztin anrufen,ich habe ihr gesagt das ist dein Recht wenn du Auskunft haben willst ,ich kann das aber jederzeit unterbinden und bestimmen wer Auskunft bekommt und wer nicht
ich habe nur gesagt das das nicht stimmen kann, aber bitte ist ihre Meinung, sie hat mir auch vorgeworfen das es mir hier so gut geht und ich lieber in Ybbs als daheim bin was ja auch stimmt,weil hier habe ich keinen Stress
ich bin dann noch in den garten gefahren das ist ca 48 km von zu Hause weg habe meine Oleander wettergeschützt untergestellt und bin dann nach Ybbs gefahren ,ich bin wieder ins Cafe arbeiten gegangen,das ich ja auch unter der Woche mache
morgen werde ich in der Morgen runde eine Visite beantragen und bei der Psychologien einen Termin für ein Gespräch geben lassenich habe trotz all dem Stress nicht an Alkohol gedacht und auch nichts genommen
so das wars ist eh genug oder ??????
44. 44. 44.

liebe Grüße
Wolfgang
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Hallo Wolfgang,
ich will offen und ehrlich zu Dir sein: Ich dachte mir schon bei einigen Deiner Beiträge, dass es sich so problematisch bei Dir und Deiner Frau verhält.
U. a. war ein weiterer Baustein meiner Gedankenrichtung, als Du geschrieben hast „ein zweites Mal wird meine Frau das nicht mehr mitmachen das hat sie mir verklickert also muss ich hart an mir arbeiten“.Ich weiß ja nicht, was sonst noch so bei, bzw. zwischen Euch ist, aber es scheint so zu sein, dass Deine Frau Deine Krankheit als selbstverschuldet ansieht und damit nicht umgehen kann.
Leider ist das bei vielen Paaren so, bei denen schon vor dem Ausbruch der Krankheit manches nicht ganz so lief, wie es vielleicht sein sollte. (Stichwort: Sich gegenseitig öffnen und miteinander über ALLES reden können.)
Es ist mir auch klar, warum Deine Frau meint, die Ärzte und Therapeuten wären „Trottel“. Ein Merkmal der Therapie ist ja nicht nur, dass Du lernst zu Deiner Verantwortung zu stehen, sondern auch, dass Du darauf achtest, was Dir gut tut und was Du brauchst, um in Dir zufrieden sein zu können.
Alkoholiker neigen nicht selten dazu, im nassen Zustand nahezu alles hinzunehmen, Hauptsache, man lässt sie in Ruhe ihren Trinkgewohnheiten nachgehen. Auch häufig dazu kommt, dass das permanent vorhandene schlechte Gewissen Alkoholiker dazu bringt, viele Dinge zu tun, um die Partner zufrieden und wohlgesonnen zu stimmen.Wenn Du dann jetzt trocken nach Hause kommst, und plötzlich aktiv wirst, nach Deinen Bedürfnissen schaust, nicht mehr alles schluckst, was Dir an den Kopf geworfen wird, dann hängt schnell mal der Haussegen schief.
Viele Therapiekliniken, sicher auch die in Ybbs, bieten sogenannte Paargespräche an.
Vielleicht wäre das eine gute Möglichkeit, um moderiert von der Psychologin zusammen die weitere Vorgehensweise von Euch beiden zu klären.
Schon mal gut, dass Du trotz dieses Problems nicht an Alkohol als Problemlöser gedacht hast!Lieben Gruß
Dietmar -
morgen werde ich in der Morgen runde eine Visite beantragen und bei der Psychologien einen Termin für ein Gespräch geben lassenich habe trotz all dem Stress nicht an Alkohol gedacht und auch nichts genommen
44. Da darfst Du ruhig stolz auf Dich sein!
Und Dietmar kann ich nur zustimmen:
Wenn Du dann jetzt trocken nach Hause kommst, und plötzlich aktiv wirst, nach Deinen Bedürfnissen schaust, nicht mehr alles schluckst, was Dir an den Kopf geworfen wird, dann hängt schnell mal der Haussegen schief.
Diese Reaktion habe ich selbst beobachtet (allerdings in abgeschwächter Form) und oft auch von Gruppenfreunden (und Gruppenfreundinnen) geschildert bekommen.
Alkoholiker neigen nicht selten dazu, im nassen Zustand nahezu alles hinzunehmen, Hauptsache, man lässt sie in Ruhe ihren Trinkgewohnheiten nachgehen. Auch häufig dazu kommt, dass das permanent vorhandene schlechte Gewissen Alkoholiker dazu bringt, viele Dinge zu tun, um die Partner zufrieden und wohlgesonnen zu stimmen.
Sehe ich genauso.
Gruß
Greenfox -
Hallo Dietmar ,hallo Greenfox
zu dir Dietmar BINGO du hast den Nagel voll auf den Kopf getroffen ,ich habe früher nicht getrunken und mir auch quasi alles gefallen lassen ,getrunken haben wir beide sie hat halt früher aufgehört ich habe ein paar Gläser weiter getrunken
als ich gestern nach Ybbs gekommen bin habe ich sofort mit dem Pflegepersonal geredet und heute in der Früh bin ich gleich zur Psychologin gegangen,was mir sehr geholfen hat,weiters hat mir die Psychologien auch ein Paargespräch angeboten ,gerade wie ich sie deswegen fragen wollte,meine Frau hat auch heute angerufen worüber ich eigentlich sehr erstaunt bin und hat sich einen Termin ausgemacht das Gespräch kann aber nur stattfinden wenn ich es auch will
weil sollte es mir nicht recht sein oder es mir dabei schlecht geht, kann ich es verweigern
ich werde mich aber stellen und mir schon diverse Sachen aufschreiben damit ich nichts vergesseich bin auf alles gefasst sogar auf Trennung,weil es so nicht weiter gehen kann ich bin nicht der Fußabtreter für jeden und alle
ich möchte ganz einfach meine ruhe haben nicht wegen jeden Cent Rechenschaft ablegen,wenn ich etwas größeres einkaufen möchte frage ich sowieso aber wenn es 5 bis max 10 € kostet und das nicht jeden Tag das geht zu weit finde ichzu dir Greenfox
Dankeschön für deine Worte ich bin eh stolz auf mich
ich hatte auch nicht das Bedürfnis etwas zu trinken
am Freitag haben wir das Paargespräch mit der Psychologin ich bin gespannt was da herauskommt ,ich hoffe das sie sich nicht selbst ins Knie schießtheute war wieder ein toller tag ich habe wie immer im Cafe gearbeitet mit meinen Behinderten Gästen die meisten sind durch Akl so behindert
da gibt es schon harte Sachen zu sehen überhaupt wenn du auf die Stationen gehst wo die Bettlägrigen sind die durch alk so hergerichtet sind da kommen einen die tränen ,aber es ist für mich ein großes Schreckbild das ich mir immer vor augen halten werdeso das war´s wieder einmal
aklfreie Grüße
Wolfgang aus Ybbs
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Hallo Wolfgang,
ich lese Deinen Weg in und durch die Therapie von Anfang an mit. Ich glaube Du machst das alles ganz richtig!
ZitatAlkoholiker neigen nicht selten dazu, im nassen Zustand nahezu alles hinzunehmen, Hauptsache, man lässt sie in Ruhe ihren Trinkgewohnheiten nachgehen. Auch häufig dazu kommt, dass das permanent vorhandene schlechte Gewissen Alkoholiker dazu bringt, viele Dinge zu tun, um die Partner zufrieden und wohlgesonnen zu stimmen.
Ich möchte das was Dietmar Dir geschrieben hat einfach nur unterstreichen. Genau so war es auch bei mir. Anfangs war es mehr das "Ruhe haben wollen" um (in meinem Fall heimlich) trinken zu können. Mit andauernder Trinkerei war es dann mein super schlechtes Gewissen das dafür gesorgt hat, dass ich wirklich so gut wie alles gemacht habe - egal ob ich selbst das eigentlich wollte oder nicht.
Heute möchte ich sagen, dass ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg, also ob man dauerhaft trocken leben kann oder nicht, das eigene Selbstbewusstsein ist. Natürlich nicht zu verwechseln mit Überheblichkeit oder gar Arroganz. Aber zu sagen was einen stört, was man nicht möchte oder auch was man möchte halte ich für enorm wichtig. Sonst erreicht man keine wirkliche Zufriedenheit. Und wenn man nicht zufrieden ist, dann hat es das Suchtgedächtnis leichter einem Vorschläge zu unterbreiten wie man schnell wieder zufrieden werden kann....
Das bedeutet nicht, dass man allen Problemen aus dem Weg gehen muss oder dass Probleme sofort dazu führen, dass man unzufrieden wird. Probleme oder einfach auch mal schwere Zeiten gibt es immer, und das hat ja auch nichts damit zu tun ob ich Alkoholiker bin oder nicht. Ich meine eine Art "Grundzufriedenheit" mit sich selbst, mit dem eigenen Leben.
Zitatich bin auf alles gefasst sogar auf Trennung,weil es so nicht weiter gehen kann ich bin nicht der Fußabtreter für jeden und alle
ich möchte ganz einfach meine ruhe haben nicht wegen jeden Cent Rechenschaft ablegen,wenn ich etwas größeres einkaufen möchte frage ich sowieso aber wenn es 5 bis max 10 € kostet und das nicht jeden Tag das geht zu weit finde ichIch wünsche Dir auf keinen Fall, dass es zur Trennung zwischen Dir und Deiner Frau kommt. Aber ich muss sagen, ich finde es gut, dass Du Dir diese Option offen lässt. Das bedeutet für mich nämlich, dass Du bereit bist alles dafür zu tun um Dein Leben in den Griff zu bekommen. Was in Deinem (in unserem) Fall erst einmal bedeutet dauerhaft trocken zu werden. Ich war auch bereit alles dafür zu tun um endlich weg zu kommen von dem Zeug. Letztlich kam es dann auch zur Trennung von meiner Frau, wenngleich die Gründe dafür im Detail bestimmt etwas anders liegen als bei Dir. Aber wie gesagt, ich wünsche Euch, dass Ihr es gemeinsam hin bekommt. Vielleicht hilft ja das Paargespräch....
Weiterhin alles Gute wünsche ich Dir und ich werde Deinen Weg hier gerne weiter mitlesen.
LG
gerchla -
Lieber Wolfgang,
es war sehr gut, dass Du anschließend gleich mit dem Pflegepersonal und auch mit Deiner Psychologin geredet hast.
(Was im Übrigen eine gute Lernsituation ist, bzw. war: Auch nach Deiner Therapie solltest Du Menschen haben, mit denen Du möglichst zeitnah über Deine Probleme reden kannst. Besonders emphatisch (Einfühlungsvermögen) kommen da natürlich Menschen, die auch Suchterfahrung haben, in Frage. Da sind wir dann wieder bei der Selbsthilfegruppe.)Dass Deine Frau dort angerufen und um ein Gespräch gebeten hat, überrascht mich nicht.
In der Situation, in der Ihr beiden jetzt seid, tun sich all die Probleme auf, die bislang, sicher auch schon vor Beginn Deiner Trinkerei, nicht miteinander beredet wurden.
Deine Frau fühlt sich jetzt im Hintertreffen. Du hast vor Ort Fachleute, die sich Deiner Probleme annehmen, Deine Frau hat die nicht.
Weil sie es entweder nicht gesagt bekommen hat, oder aber bisher nicht darauf gehört hat, dass auch die Angehörigen von Suchterkrankten etwas für sich tun müssen.Sonst klappt es nach der Therapie des Suchterkrankten meistens gar nicht mehr, mit dem Zusammenleben und der Gemeinsamkeit.
Da müssen dann auch Suchterkrankte Verständnis aufbringen.Bei uns liegt es auf der Hand, dass unsere Krankheit zu dem ganzen Malheur geführt hat. Eben durch unsere Sauferei.
Aber bei den Angehörigen, sprich bei Deiner Frau, ist es schwierig für sie, zu erkennen, dass eben auch vieles von ihr genau zu diesem Malheur geführt hat.Meist wollen dann Angehörige deswegen ein Gespräch beim Therapeuten des Betroffenen, weil sie „das Bild zurechtrücken wollen“, das der Betroffenen (Du) ihrer Meinung nach von der Ehe gezeichnet hat.
Auch deswegen wollen sie dann ein Gespräch, weil sie sich „außen vor“ gelassen fühlen.Ein guter Psychologe und Therapeut wird deswegen niemals beide Seiten therapieren!
Er bietet bestenfalls Deiner Frau die diversen Möglichkeiten an, die es für sie gibt. Und das muss sie erst einmal selbst wollen.
Es gehört auch zum Berufsethos, dass Du zuvor gefragt wirst, ob Du so ein Gespräch überhaupt möchtest. Weil es ist Deine Psychologin, die Du aufgesucht hast, und die Dir zu helfen hat, und nicht Deiner Frau.Aus vielen Deiner Beiträgen ist für mich hervorgegangen, dass in der Ehe „Wolfgang“ so einiges nicht (mehr) stimmt. Deswegen hast Du ja auch u. a. dem Alkohol zugesprochen.
Man kann jetzt nicht so tun, als wären alle diese Probleme unter Euch allein durch den Alkohol entstanden. Die waren und sind auch ohne da.
Ihr beide macht jetzt eine Ehekrise durch, die zwar schon viel länger vorhanden war, aber erst jetzt durch Deine Therapie offen ausbricht.
Da muss man schon trennen: Das eine ist Deine Suchterkrankung mit Therapie usw. – und das andere ist die Ehekrise, für die Ihr jetzt, so wie für Dein Problem auch, nach einer Lösung suchen müsst.
Möglicherweise auch mittels einer Paartherapie.Das ist jetzt leider so, und es ist kein Einzelfall. Häufig führt die Genesung des Einen (von Dir), zur Offenlegung von anderen Problemen (Eure Ehe).
Und um es gleich vorweg zu sagen: Ebenso häufig führt auch die Genesung des Suchterkranken zur Trennung, weil die Partnerin nicht bereit ist, etwas an sich zu ändern.
Da stimme ich Gerchla vollständig zu: Angesichts des existenziellen, sei es finanziellen, sozialen oder gesundheitlichen Ruins, der droht, wenn Du wieder zu Saufen anfängst, musst Du für Dich absolute Prioritäten setzen.
Wenn Du auch nur eine Ahnung hast, dass Dich der Zustand Eurer Ehe wieder zum Trinken verleiten könnte, dann ist es besser sich zu neuen Ufern aufzumachen.Toll, wie Du Dich in dem Café einbringst. Und manchem hat es schon viel geholfen, wenn er als abschreckendes, mahnendes Beispiel die verheerenden Folgen von Alkoholismus an anderen gesehen und miterlebt hat.
Lieben Gruß
Dietmar -
Hallo Wolfang
Zuerst möchte ich nochmals betonen, dass ich es toll finde, wie du deinen Weg gehst, also diese Therapie machst und so motiviert bist.
Ich verstehe auch, dass du nicht der Fussabtreter deine Frau sein willst. Z.B. das
nicht wegen jeden Cent Rechenschaft ablegen,wenn ich etwas größeres einkaufen möchte frage ich sowieso aber wenn es 5 bis max 10 € kostet und das nicht jeden Tag das geht zu weit finde ich
wirft bei mir schon viele Fragezeichen auf, und ich denke da ist schon einiges nicht so wie es sein sollte in der Beziehung.
Auf der anderen Seite möchte ich aber zu bedenken geben, dass die Situation für deine Frau auch nicht ganz einfach ist. Du kannst dich jetzt ganz auf dich konzentrieren, wirst umsorgt und versorgt, bei ihr läuft aber alles wie gewohnt weiter ohne extra Aufmerksamkeit. Für jemanden, der zurück bleibt kann das so wirken: "Ich schaue für mich und mein Leben, welches auch kein Zuckerschlecken ist, gehe haushälterisch mit meinen Kräften und meiner (seelischen) Gesundheit um, während der andere sich an die Wand gefahren hat (in deinem Fall mit Alkohol) und jetzt zur Belohnung noch extra Urlaub kriegt. Der ganze Sch.. bleibt an mir hängen während dieser Zeit." Das ist jetzt natürlich überspitzt formuliert. Ich kenne es einfach aus meinem Umfeld, da kriegte eine Freundin regelrechte Aggressionen und war eifersüchtig auf ihren Mann, der wegen eines Burnouts in einer Klinik war.
Ich kenne ja weder dich noch deine Frau, kenne ihr Temperament nicht. Vermutlich würde ich auch ziemlich "ausrufen", einfach dass mal klar ist, dass mich diese Situation auch frustet…. Aber dann wärs wieder gut, wenn ich etwas Verständnis erhalte :-). Schön wär ja auch, wenn sie mit einer Freundin an diesen Markt gehen würde, anstatt alles von dir abhängig zu machen und du noch lange hörst "wegen dir konnte ich dies und das nicht tun".
Lg Mira
Nachtrag @ Dietmar
Bei uns liegt es auf der Hand, dass unsere Krankheit zu dem ganzen Malheur geführt hat. Eben durch unsere Sauferei.
Aber bei den Angehörigen, sprich bei Deiner Frau, ist es schwierig für sie, zu erkennen, dass eben auch vieles von ihr genau zu diesem Malheur geführt hat.Das sehe ich anders. Man kann doch nicht den Partner dafür verantwortlich machen?
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Nachtrag @ DietmarDas sehe ich anders. Man kann doch nicht den Partner dafür verantwortlich machen?
Nicht immer und nicht für alles ...
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Hallo Dietmar,hallo Mira hallo Greenfox,hallo Gerchla
vorweg recht recht herzlichen Danke für eure Antworten
ich denke es war das einzige richtige gleich nach Ybbs zufahren und mit dm Pflegepersonal zu reden ich habe auch gleich nächsten Morgen die Psychologin aufgesucht und wegen einem Paargespräch gefragt bzw die Psychologin ist mir einen Wimpern schlag zuvorgekommenmeine Frau hat dann auch bei der Psychologin angerufen und sich einen Termin für Freitag 14:15 ausgemacht
die Psychologin hat mich gefragt ob ich das möchte natürlich habe ich sofort zugesagt
fakt ist das meine frau komplett von der rolle ist sie wollte heute kommen geht aber nicht weil die Psychologin heute nicht anwesend istda ich ja im Cafe arbeite und es dort mit Schwerstbehinderten zu tun habe 80% vom Alkohol schwerst gezeichnet Behindert Rollstuhl ,10% von Geburt an behindert und die restlichen 10% durch Unfall -Krankheit wird mir jeden Tag auf neuste vor Augen geführt was der Alk aus einen Menschen machen kann
ich habe nicht wegen meiner Ehe Frau oder Familie getrunken ,ich habe einfach meine Pension antritt = Rentenantritt gefeiert jeden Tag ein wenig mehr und bin darauf hängen geblieben OHNE Schnaps OHNE Bier nur wein ca 1,5 bis 2 Liter Tageweise manchmal auch weniger und ca 6 bis 8 liter Mineral dazu
also ich kann nicht sagen das meine frau schuld ist das ich trinke ,das gehört mir ganz alleine weil vorher habe ich so wie alle NORMALEN Leute gelebt
ich versteh natürlich meine Frau sie ist jetzt 3 Monate alleine am SA u So komme ich eh nach Hause früher war es ja auch so wie ich sehr viel gearbeitet habe in früheren Jahren sie hat nur Mehrarbeit 3 x mit den Hunden zu gehen und was ich halt so im Haushalt gemacht habe wie Bettenmachen ab und zu Staubsaugen oder kochen wie gesagt ich habe nicht übermäßig viel getan
denke wird doch wohl viel gewesen sein
ich bin hier auch alleine weil ich nicht so ein Gruppenfan bin mich interessieren keine Gruppenbildungen kein zickenkrieg der hier herrscht ich habe ein Einzelzimmer gehe da herein und schreibe euch von mirwie gesagt ich werde mir meine Frau anhören ich hoffe sie bringt all ihre Sorgen auf Tablett
ich habe ihr gesagt ich werde auf keinen Fall die Therapie abbrechen was ich ja jederzeit könnte habe aber kein Verlangen danach im Gegenteil jetzt beginnt mein Gehirn wieder zu arbeiten und ich denke darüber bzw über so vieles viel klarer nachTrennung möchte ich auch keine wir kennen uns seit 40 Jahren sind 38 Jahre Verheiratet haben 5 kinder 6 Enkelkinder und ich liebe meine Frau noch immer aber unter den zur zeitigen Umständen ist es mir nicht möglich weiter zusammen zuleben das würde beiden nichts bringen
im Cafe hat gestern eine 72 jährige Frau im Rollstuhl durch saufen gesagt sie würde noch einmal gerne zum Heurigen gehen
Ich habe zu ihr gesagt Rosi des is nix mir zwei dürfen ja nix tschechern ( trinken ) aber ich habe ihr heute einen Heurigen Nachmittag gemacht ich habe Käse eine Streichwurst einen Speck Gebäck Brot Gurkerln Käse Hart gekochte Eier butter a Schneidbrett und Fanta und Mineralwasser mitgenommen ich habe sie dann von der Station geholt bin mit ihr ins Cafe zu einem tisch und habe ihr alles super hergerichtet und sie gefüttert dazwischen bin ich mit ihr 3x ins Freie Rauchen mit ihr gefahren zum Schluß gab es einen großen Cappuccino von mir spendiert und Linddor Kugeln ohne Alkohol achja und eine runde Pokerwürfel haben wir auch noch gemacht von 13:00 bis 16:30 haben wir zusammen verbracht
ihr könnt euch gar nicht vorstellen wie das Gesicht von Rosi geleuchtet was heißt geleuchtet gestrahlt hat es war wunderbar
sie hat geweint und gesagt das war seit sehr sehr langen der schönste Tag in ihrem Lebenund das schönste ist mir geht es sau gut dabei ich bin hundemüde aber glücklich auch wenn es zur zeit privat ein wenig herienregnet
aber meine Frau versteht so etwas nicht warum ich das mache
ich möchte nach meiner Therapie nach meiner Entlassung beim blauen Kreuz Weiterarbeiten Schulungen machen und Geschädigten bzw Süchtigen gerne helfen bzw zur Seite stehenso das war jetzt aber a langer Brief a launge Antwort
liebe alkfreie Grüße aus Ybbs
Wolfgang
ihr hättet das
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Alles anzeigen
im Cafe hat gestern eine 72 jährige Frau im Rollstuhl durch saufen gesagt sie würde noch einmal gerne zum Heurigen gehen
Ich habe zu ihr gesagt Rosi des is nix mir zwei dürfen ja nix tschechern ( trinken ) aber ich habe ihr heute einen Heurigen Nachmittag gemacht ...
ihr könnt euch gar nicht vorstellen wie das Gesicht von Rosi geleuchtet was heißt geleuchtet gestrahlt hat es war wunderbar
sie hat geweint und gesagt das war seit sehr sehr langen der schönste Tag in ihrem Lebenund das schönste ist mir geht es sau gut dabei ich bin hundemüde aber glücklich auch wenn es zur zeit privat ein wenig herienregnet
...
ich möchte nach meiner Therapie nach meiner Entlassung beim blauen Kreuz Weiterarbeiten Schulungen machen und Geschädigten bzw Süchtigen gerne helfen bzw zur Seite stehenDa geht mir ja beim bloßen Lesen das Herz auf! :sun:
Das kann ich sehr gut nachvollziehen. Und dass Du nach der Therapie beim Blaukreuz weiter in der Richtung arbeiten möchtest - na klar, warum nicht. So kannst Du anderen helfen (und wenn es nur ist, ihnen ein Aha-Erlebnis zu verschaffen) - und hilfst Dir damit selbst. Solange es DIR damit gut geht.
fakt ist das meine frau komplett von der rolle ist ...
...
also ich kann nicht sagen das meine frau schuld ist das ich trinke ...
...
aber meine Frau versteht so etwas nicht warum ich das macheWenn Deine Frau nicht selber ein Alkoholproblem hat, dann KANN sie gar nicht verstehen, was mit Dir los war, warum Du Dich verhalten hast, wie Du es hast - und kann daher auch nicht verstehen, was gerade in Dir vor- und abgeht.
Nicht umsonst heisst es ja, dass auch die Angehörigen von Betroffenen oft Hilfe brauchen.
Wenn ich daran denke, wie oft ich meine Frau (mittlerweile Ex-Frau, hat aber nix mit dem Saufen damals zu tun) belogen und verletzt (nicht im wörtlichen Sinne!) habe, wie ich ihr Vertrauen immer wieder mit Füßen getreten habe. Und dann habe ich eine Therapie gemacht, bin wieder nach Hause gekommen und habe sinnbildlich gesagt "So, da bin ich wieder und jetzt wird alles wieder gut/ganz anders!" Natürlich hat sie mir nicht mehr vertraut, hat misstrauisch beäugt, was ich mache.
Vertrauen zerstören geht leicht und schnell. Aber es wieder aufbauen ...Vielleicht hat Deine Frau auch nur Angst, dass ihr schöner Traum auch nur wieder platzt ...
Ich denke schon, dass das gemeinsaame Gespräch bei der Psychologin Euch helfen kann. Wohlgemerkt: KANN.
Gruß
Greenfox -
Hallo Mira,
ZitatDas sehe ich anders. Man kann doch nicht den Partner dafür verantwortlich machen?
Naja, für das Trinken an sich nicht. Aber es könne schon Zu- und Umstände vorhanden sein, an denen der Partner einen nicht unerheblichen Anteil hat.
Ist ja nicht alleine damit getan, dass man „bloß“ den Alkohol weglässt, sondern man muss dann auch die eventuell nicht mehr tragbaren Umstände beseitigen, oder?
Und da kann es meiner Meinung nach schon sein, dass auch der Partner eine Mitverantwortung hat.Lieben Gruß
Dietmar -
Hallo Wolfgang,
so ganz weiß ich Deinen neuerlichen Beitrag nicht wirklich zu werten.
Ein wenig kommt es mir so vor, als ruderst Du momentan mächtig zurück.Auch Deine Aussage, Du hättest "nur" getrunken, um Deine Rente zu feiern, ist mir ehrlich gesagt nicht geheuerlich.
Aber gut, wir werden sehen, wie sich das alles entwickelt.
Ich möchte da nichts in den Raum stellen, was bei Dir nicht zutrifft. Wenn überhaupt, dann möchte ich Dich nur zu Nachdenklichkeit und Achtsamkeit anregen.
Lieben Gruß
Dietmar -
Hallo Dietmar
Ich kann dich beruhigen ,ich rudere nicht zurück in keiner Art und Weise ,es geht mir gut
heute ist meine Frau zu mir gekommen und wir haben ein 8 Augengespräch Psychologin ,1 Pfleger, meine Frau und ich, es war sehr lange und anregend und ein wenig anstrengend ,aber nicht schlecht
morgen geht es über das Wochenende nach Hause
meine Frau macht sich auch einen Termin bei der Psychiaterin aus, die diese Station leitet ,was ich sehr begrüße und für gut befindesie ist zwar noch sehr skeptisch aber schau ma mal was die Zukunft mit sich bringt
über eines sind wir uns klar geworden das ich einmal pro Monat fahre ich nach Ybbs
weiters werde ich intensive Nachbetreuung machen und mich beim blauen Kreuz oder bei uns im Altersheim ehrenamtlich einbringenaber wie gesagt bis dahin rinnt noch sehr viel Wasser die Donau hinunter
liebe Grüße
Wolfgang -
Hallo Wolfgang,
wie sieht's aus bei Dir? Geht alles voran und macht Fortschritte?
Lass mal was von Dir hören.
Jetzt kommt Weihnachten. Bist Du dann noch in Ybbs? Vermutlich ja zumindest über die Feiertage zu Hause?Lieben Gruß
Dietmar -
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