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Autor Thema: Ich lerne es nicht...  (Gelesen 5777 mal)

Rekonvaleszent

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Re: Ich lerne es nicht...
« Antwort #15 am: 11. Februar 2020, 20:16:02 »



@Rekonvaleszent: Da geht für mich dann der Bogen zu Deinen Zeilen und der Erkenntnis, die in mir noch reifen muss, dass ich dem Alkohol nicht gewachsen bin. Es hat ja so lange funktioniert, wie kann denn da auf einmal Schluss sein? Und wenn es nur einmal ist? 1-2 Bier? Und dann gleich wieder Stopp? Diese und ähnliche Gedankenspiralen bekomme ich noch nicht aus dem Kopf. Wahrscheinlich bleiben die da auch drin und ich muss lernen, damit umzugehen. Das ich keinen Marathon laufen kann, muss ich auch akzeptieren, aber das fällt irgendwie leichter.  nixweiss0 Gibt es einen Weg, die Gedanken aus dem Kopf zu bekommen?


Hallo!

Das Gedankenkarussel kenne ich. Es hat bei mir mehr als 1/2 Jahr gedauert, bis mir klar war, dass ich nicht mehr "normal" 1-2 Biere trinken kann. Geholfen haben mir insoweit die Rückfälligen in meiner ambulanten SHG. Ich habe sie noch heute vor Augen, wie sie ausführten, doch den Gedanken nachgegeben zu haben und anfangs recht moderat trinken konnten, jedoch die Schlagzahl kontinuierlich nach ober ging, bis sie wieder bei alten Zahlen und noch höher angelangt waren.

Setz dich insoweit nicht unter Druck. Ich nenne es einen Prozess der Reifung, die in deinem Hirn einsetzen und sich entwickeln muss. Und dafür braucht es Zeit, viel Zeit. Einen Beschleuniger kenne ich leider nicht.

Auch ich denke noch ab- und an an den Genuß von 2 Weißbieren, verwerfe ihn jedoch schnell wieder. Das sind halt Grüße vom Suchtgedächtnis, das immer noch prima funktioniert. Die Abstände dieser Gedanken werden immer größer.

Mir hat ferner der Hinweis eines cleanen Polytoxikomanen geholfen, der sagte: "Wenn ich jetzt nachgebe, geht die ganze Sche... wieder von vorne los." Bei ihm war es allerdings nicht mehr der Alkohol, der verführerisch wirkte, sondern ein Joint.

Gruß
Rekonvaleszent



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Susanne68

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Re: Ich lerne es nicht...
« Antwort #16 am: 12. Februar 2020, 19:28:22 »

@Rekonvaleszent: Da geht für mich dann der Bogen zu Deinen Zeilen und der Erkenntnis, die in mir noch reifen muss, dass ich dem Alkohol nicht gewachsen bin. Es hat ja so lange funktioniert, wie kann denn da auf einmal Schluss sein? Und wenn es nur einmal ist? 1-2 Bier? Und dann gleich wieder Stopp? Diese und ähnliche Gedankenspiralen bekomme ich noch nicht aus dem Kopf. Wahrscheinlich bleiben die da auch drin und ich muss lernen, damit umzugehen. Das ich keinen Marathon laufen kann, muss ich auch akzeptieren, aber das fällt irgendwie leichter.  nixweiss0 Gibt es einen Weg, die Gedanken aus dem Kopf zu bekommen?

Experimente dieser Art habe ich gemacht, so lange ich noch nicht aufhören wollte, sondern noch dachte, das ich das über Trinkpausen wieder in den Griff bekomme und meinen Konsum bei entsprechender Selbstbeherrschung auf ein akzeptables Level zurück bringen könnte.

Ich konnte relativ lange (ca. ein Jahr lang) nur alle paar Wochen trinken und es dabei bei den besagten 2 Bier belassen. Hatte natürlich seine Gründe in einem vorherigen Absturz, warum ich das überhaupt probiert habe. Und weil ich immer Pausen machen konnte, hier ich mich nicht für besonders abhängig.

Tatsache ist aber auch, dass ich es (in dieser Zeit des stark reduzierten Trinkens) mit der Zeit immer frustrierender fand, mich derartig zu beherrschen. Zwei Bier sind halt nichts halbes und nichts ganzes, brachte mir also eigentlich überhaupt nichts ausser dem scheinbaren Beweis, dass ich es im Griff hätte, hatte mit Spaß aber auch nicht viel tun und natürlich auch nichts mit dem Gefühl, wegen dem ich immer trinken wollte. Und ich hätte immer öfter gerne noch mehr getrunken, habe mich dann aber trotzdem beherrrscht, auch wenn es mir schwer gefallen ist. Das war, wie mit Hunger von einem leckeren Essen aufzstehen, aufzuhören, obwohl man noch Hunger und Appetit hat und obwohl noch genug da wäre. Oder beim Sex zu früh...fehlt halt einfach was.

Es war so eine richtige Nullnummer, das fiel mir dann auch auf, als ich ganz aufgehört habe. Von zwei Bier habe ich ganz einfach nichts, da kann ich es gleich ganz bleiben lassen.
Und diese ganzen gekappten Ansätze führten nur dazu, das ich mich auf eine Gelegenheit freute, es mit gutem Gewissen mal wieder richtig krachen zu lassen, und diese Gelegenheit kam auch und war der Auftakt zu einer ziemlich heftigen (und letzten) Phase. Da habe ich dann fast nur noch Schnaps getrunken, alles andere war mir zu wenig.

Also im Prinzip habe ich diese Gedanken weggesoffen, brauchte es wohl, damit das bei mir ankam.
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Susanne68

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Re: Ich lerne es nicht...
« Antwort #17 am: 13. Februar 2020, 08:42:35 »

Ich schieb noch nen Gedanken nach.

Also bei mir war es so, dass mich ein oder zwei Bier in meinem ganzen Leben kaum interessiert haben, ich habe immer wegen der Wirkung getrunken und dafür brauchte es schon deutlich mehr. Wegen dem Geschmack und der Geselligkeit brauche ich weder Bier, Wein, noch Spirituosen, das ist alles für mich leicht ersetzbar.

Natürlich habe ich mich oft gebremst, weil es nicht passte, mehr zu trinken, und zum Teil war es auch einfach Schlafmittel, da reichten dann lange ein paar Bier, trotzdem in der gemässigten Phase mindestens 4, am Ende reichte das auch dafür längst nicht mehr, und im Grund war das Ziel bei mir immer der Rausch.
Und an dieser Stelle würde ich mich an Deiner Stelle mal wirklich hinterfragen, was Du mit den ein, zwei Bier eigentlich erreichen willst.
Fühlst Du Dich nach ein, zwei Bier irgendwie besser? Ich war da höchstens ein bisschen matschig im Kopf, wenn ich überhaupt was davon gemerkt habe. Reichte aber nicht mal wirklich zum Entspannen, zum locker drauf sein erst recht nicht.

Und wie lange ist es her, dass Du locker beschwipst und fröhlich bezecht ins Bett gegangen bist, dass Du danach ohne Reue aufgewacht bist? Bei mir war das bei genauer Betrachtung schon lange, vielleicht sogar fast nach den ersten wenigen Malen, die Ausnahme gewesen, ich habe allerdings viele Jahre darauf verwendet, diesen Zustand wieder zu erreichen. Für die paar Male, wo es wirklich klappte, habe ich aber eine Menge Fehlversuche und ein Menge Ärger in Kauf genommen, eine hohen Preis bezahlt. Eigentlich ein schlechtes Geschäft.

Möglicherweise machst Du Dir genau so wie ich nur vor, dass Du das gerne hättest, und so wie Du schreibst, ist das ja auch bei Dir mit schöner Regelmässigkeit der Anfang vom Absturz. Und ich ziele dabei jetzt nicht auf den Kontrollverlust ab, sondern ich glaube, das ist von Anfang an bei den ein, zwei Bier die tieferliegende Absicht oder zumindest billigend einkalkuliert, dann auch mal wieder so richtig zu trinken, weil Du im Grund ja weisst wie es endet, und zwar genau deswegen, weil Du ja dieses Rauschgefühl willst.
Du willst nicht ein, zwei Bier trinken, sondern Du willst "eigentlich" breit und zu sein, besoffen halt, denke ich. So habe ich das bei mir im Nachhinein jedenfalls eruiert, als ich mir das dann schonungslos im Rückblick betrachtet habe.

Anders als mit Einsicht und tatsächlicher schonungsloser Betrachtung meiner eigenen gemachten Erfahrungen weiss ich leider auch nichts, um die Gedanken aus dem Kopf zu bekommen. Und ich habe mich sehr lange mit Händen und Füßen gegen die Erkenntnis gesträubt, dass es in dem Stil, wie ich trinken wollte, wirklich nicht mehr schöner war als ganz ohne, und das bei genauer Betrachtung schon lange bevor ich damit aufgehört habe. Ich wollte das aber einfach nicht sehen, was möglicherweise Folge und Ausdruck meiner Sucht war. Denn von aussen war das schon längst aufgefallen, dass ich mir damit schon lange keinen Gefallen mehr damit getan habe, nur ich habs halt nicht gesehen.

Genau das war es, was sich bei dem, was ich "Klick" nenne, dann änderte, da lag das schlagartig offen vor mir und liess sich auch nicht mehr verdrängen. Und plötzlich wollte ich es auch gar nicht mehr verdrängen, das war da von Heute auf Morgen grundsätzlich anders.

Viel Glück.
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Rina

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Re: Ich lerne es nicht...
« Antwort #18 am: 13. Februar 2020, 21:19:52 »

Hallo,

Ich kann mich dem Geschriebenen von Susanne nur anschließen... ich glaube ich habe auch ewig lange an diesem Ziel 1-2 Gläser festgehalten mit der reinen Absicht bei Gelegenheit richtig auszuholen! Es war so ein Alibi...denn wenn ich dann abstürzte war das ja irgendwie im Rahmen.. à la „kann ja jedem gemässigtem Konsumenten mal passieren „...Es „passierte bei mir nur nicht einfach mal so und dann Schwamm drüber, nein ich plante die Abstürze regelrecht,sehnte Gelenheiten nur so herbei. DAS steckte wirklich hinter dem Wunsch ab und zu mal zwei Gläschen zu heben...Ich wusste in meinem tiefen Inneren immer,dass 2 Gläschen schlimmer sind als null Gläschen,denn wenn der Anstoss mal gegeben wurde,den Saufdruck aufzuhalten war höllisch schwierig...unmöglich zu 99% der Fälle.

Ich wollte dir mit meiner Ansicht dazu nur einen Denkanstoss geben...sei ehrlich zu dir selber und du findest Antworten. Und du musst eben nicht akzeptieren keinen Marathon rennen zu können, bei langem Training kannst du es schaffen. Durch langes Trink-Training bei 1-2 Bier ab und zu ist das sehr fraglich ob es irgendwann mal hinhaut...und wenn doch,wie fühlst du dich damit? Zufrieden? Super gut,Ziel erreicht? Oder frustriert dich jedesmal wenn s anfing lustig zu werden aufhören zu müssen?

Alles gute dir und bleib auf jeden Fall dran!!

Rina
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Trotzpeter

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Re: Ich lerne es nicht...
« Antwort #19 am: 16. Februar 2020, 19:44:50 »

Hallo Ihr Lieben,

bevor ich es morgen wieder verschwitze, setze ich mich heute gleich an den Rechner. Ich bin immer noch abstinent und hatte eine gute Woche, in der ich wieder einiges an Zeit zum Nachdenken hatte.

Ich werde es akzeptieren müssen, dass manche Dinge Zeit brauchen, um zu reifen und zu funktionieren. Dafür werde ich Geduld brauchen, aber ich denke auch, dass sich das lohnen wird.

Ich wache nach einem Umtrunk am nächsten Morgen immer mit einem schlechten Gewissen auf. Mir sind schon Leute begegnet, die mir sagten, dass sie kein schlechtes Gewissen haben bei oder nach einem Rückfall, denn die Sucht ist nun mal eine Krankheit und dem Krebspatienten kann man ja auch keinen Vorwurf machen, wenn die Krankheit wieder zurückkommt. So entspannt kann ich das nicht sehen. Ich muss einfach lernen, die Phasen zu überstehen, wenn der Suchtdruck wieder scheinbar ins Unendliche zu gehen scheint. Allerdings ist es bei mir auch so, dass die Rückfälle nicht spontan aus heiterem Himmel passieren, sondern tagelang im Vorfeld "geplant" werden.

Ist bei mir einmal der Gedankenblitz gekommen, dass sich wieder mal eine Gelegenheit bietet, geht der nicht mehr weg und wird immer größer. Und ja, es ist einfach der Wunsch, wieder mal einen im Tee zu haben. Was mich zu der Überlegung bringt, was in meinem Leben denn fehlt, damit dieser Wunsch keine Rolle mehr spielt. Ich glaube an der Stelle muss ich auch nochmal ansetzen. Mir ist vergangene Woche mal wieder aufgefallen, dass ich mich manchmal mit Situationen einfach abfinde, wenn ich feststelle, dass ich sie nicht gut finde. Ich nehme dann die für mich unschöne Situation hin und bemitleide mich selbst. Durch dieses Selbstmitleid wächst dann in mir der Druck und der braucht irgendwann ein geeignetes Ventil. Alkohol und Nikotin waren dafür immer gut. Ich könnte statt "MiMiMi" ja aber auch mal versuchen, die Situation zu ändern, so dass es für mich besser wird. Dann hätte ich Beschäftigung, kann meine Energie sinnvoll einsetzen und habe am Ende vielleicht sogar noch Zufriedenheit, weil ich was verändert habe. Zur Belohnung sollte ich dann natürlich auch nicht zum Alkohol greifen.

So ist das auch mit dem Beispiel des Marathons, was ich geschrieben hatte. Ich setze mich hin und sage, kann ich nicht und Ende. Aber Rina hat recht, mit ausreichend Training könnte ich es schaffen. Dazu müsste ich es aber wollen oder zumindest gewillt sein, nach einem Weg zu suchen, um das Ziel zu erreichen. An der Stelle hapert es noch bei mir.

So wie es bisher bei mir gelaufen ist, ist es nicht schön. Nur ein wenig zu trinken, macht auch mir tatsächlich keinen Spaß, weswegen es auch nie bei 1-2 Bier bleibt. Lohnen tut es sich am Ende nie. Das schlechte Gewissen, Kater, flauer Magen am nächsten Tag...es ist eigentlich nur bescheuert. Gewinn ist da keiner zu holen, es ist immer nur mit Verlust verbunden.

Deutlich besser sind da Tage wie heute. Vormittags gechillt und am Nachmittag Gartenarbeit bei dem tollen Frühlingswetter gemacht. Ich hab was geschafft und werde nachher schön müde in Bett fallen. Morgen startet eine neue Woche und ich bin schon gespannt, was die bringen wird.

Ich wünsche Euch einen guten Start in die Woche und alles Liebe. Vielen Dank wieder für Eure Zeilen und die Denkanstöße, die Ihr mit mitgegeben habt.

LG
Matthias

 
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Rekonvaleszent

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Re: Ich lerne es nicht...
« Antwort #20 am: 16. Februar 2020, 20:10:13 »



Ich wache nach einem Umtrunk am nächsten Morgen immer mit einem schlechten Gewissen auf. Mir sind schon Leute begegnet, die mir sagten, dass sie kein schlechtes Gewissen haben bei oder nach einem Rückfall, denn die Sucht ist nun mal eine Krankheit und dem Krebspatienten kann man ja auch keinen Vorwurf machen, wenn die Krankheit wieder zurückkommt. So entspannt kann ich das nicht sehen. Ich muss einfach lernen, die Phasen zu überstehen, wenn der Suchtdruck wieder scheinbar ins Unendliche zu gehen scheint. Allerdings ist es bei mir auch so, dass die Rückfälle nicht spontan aus heiterem Himmel passieren, sondern tagelang im Vorfeld "geplant" werden.


Hallo!

Ja, man kann sich so ziemlich alles schön reden. So auch den oder die Rückfälle. Ist halt die böse Krankheit dran schuld. So einfach liegen die Dinge jedoch nicht.

Was hat der/die Rückfällige denn getan, um den Rückfall zu begünstigen? Hat man brav Distanz zum Alk eingehalten?

Spukte evt. im Hirnstübchen doch noch der Gedanke herum, irgendwann geht noch mal was mit dem Stoff?

Ja, ein Rückfall baut sich, nach dem was ich gehört habe, ich bin noch unfallfrei unterwegs, doch etwas langsamer auf und trifft einen nicht wie der berühmte Blitz.

Da gilt es im Vorfeld auf sich zu achten, ob und ggf. was evt. nicht stimmt, um gegenzusteuern.

Und die nötige Geduld müssen wir aufbringen. Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut.

Du liest dich für mich schon mal positiv.

Gruß
Rekonvaleszent
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Rina

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Re: Ich lerne es nicht...
« Antwort #21 am: 16. Februar 2020, 22:03:12 »

Hallo Matthias,

Super dass du so elanvoll wieder dabei bist!! Für mich liest du dich auch positif,ich erkenne mich in deinen Gedankengängen wieder...

Meine Rückfälle haben sich auch angebahnt...es überkam mich nie wie aus heiterem Himmel. Man sagt ja es gehört zum Krankheitsverlauf dazu,nicht bei allen aber bei mir schon. Mir ging es danach ganz übel immer,Scham und Schuldgefühle dominierten...Ich habe aber für mich auch gelernt dass Scham und Schuld mich nicht weiter bringen,es hilft nicht nach einem Rückfall tagelang rumzuheulen und das alles ganz schlimm finden...Es muss ja weiter gehen. Also besser die Situation analysieren und Schlussfolgerungen ziehen, dann eben noch mal von neuem. Auf die allzu leichte Schulter darf man s sicher nicht nehmen,aber in meinem Umfeld kenne ich solche auch nicht. Ich denke die bleiben nicht lange beim Abstinenzwunsch..

Mit der Geduld habe ich es auch nicht so...möchte immer alles sofort,und es soll sofort reibungslos klappen dazu...Ich arbeite  daran!

Ich wünsche dir eine weitere alkfreie Woche!

Rina
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Susanne68

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Re: Ich lerne es nicht...
« Antwort #22 am: 18. Februar 2020, 12:02:49 »

Dafür werde ich Geduld brauchen, aber ich denke auch, dass sich das lohnen wird.

Bei mir hat es sich jedenfalls gelohnt, und ich glaube bei den meisten Anderen auch.

Mir sind schon Leute begegnet, die mir sagten, dass sie kein schlechtes Gewissen haben bei oder nach einem Rückfall, denn die Sucht ist nun mal eine Krankheit und dem Krebspatienten kann man ja auch keinen Vorwurf machen, wenn die Krankheit wieder zurückkommt.

Steht ja jedem frei, wie er das für sich sieht. Auch wenn jemand sagt, dass er sich lieber zu Tode trinkt, als dass er aufhört, ist das erst mal seine Sache. Kann ja jeder mit seinem Leben machen, was er will. Ich meine, als ich noch trinken wollte, konnte mich ja auch keiner vom Gegetneil überzeugen. Ist halt so, wie es für den Einzelnen "von innen heraus" aussieht.
 
Für Dich sieht es offensichtlich anders aus.
So entspannt kann ich das nicht sehen. Ich muss einfach lernen, die Phasen zu überstehen, wenn der Suchtdruck wieder scheinbar ins Unendliche zu gehen scheint. Allerdings ist es bei mir auch so, dass die Rückfälle nicht spontan aus heiterem Himmel passieren, sondern tagelang im Vorfeld "geplant" werden.

Ist bei mir einmal der Gedankenblitz gekommen, dass sich wieder mal eine Gelegenheit bietet, geht der nicht mehr weg und wird immer größer.

Also ist doch die Frage, wie kommst Du da hin, wo Du hin willst. Nämlich dahin, dass Dich dieser Gedanke nicht mehr beherrscht.

Ich hab mal in Deinen älteren Beiträgen gelesen. Also der Wunsch, da rauszukommen, besteht bei Dir ja abscheinend schon länger, und ich habe auch den Eindruck, das Du durchaus bereit warst, etwas dafür zu tun. Ich hatte beim Lesen auch den Eindruck, dass Du durchaus aus freien Stücken in Deine Therapie gegangen bist. Warum Du danach wieder rückfällig geworden bist, kann und will ich nicht beurteilen, ich kann auch nicht beurteilen, warum Du in der Therapie nicht das Werkzeug bekommen hast, mit diesen Gedanken umzugehen, oder ob Du das nur nicht anwendest, wenn Dich der Gedanke ans Trinken drückt.
Jedenfalls habe ich schon von einigen gehört, das dann so ziemlich alles egal ist, wenn der Saufdruck entsprechend hoch ist. Viele Leute wenden dann auch ihre hochgelobten Notfallpläne nicht an, wenn erst mal der Durst gestillt werden muss. Und bei mir war das zwar alles so, bevor ich überhaupt wirklich damit aufhören wollte, aber eben davor war mir manchmal auch alles egal. Das Problem ist, das man so halt nicht raus kommt, was nur so lange egal ist, so lange einem das wurscht ist.

Bei mir wars dann halt so, als ich dann die Schnauze wirklich voll davon hatte, habe ich aufgrund meiner langjährigen und gut ausgebauten Karriere mit allen möglichen und größten Schwierigkeiten gerechnet. Ich hatte ja auch von Anderen schon mal gehört, wie das war, und warum hätte das bei mir so viel anders sein sollen? Bei mir war der Rausch fester Bestandteil meiner erwachsenen Persönlichkeit, stellte mich ja auch vor einige Herausforderungen, das zu ändern.
Mir war aber auch klar, dass ich eben nicht davon wegkomme, wenn ich das nicht eine längere Zeit einfach aushalte, und wenn ich bei Druck immer wieder trinke, dann kann sich halt nichts ändern. Dann bleibt es eben bei der Situation, die mich so ankotzte.
Und ganz am Anfang des Aufhörens dachte ich, ein Jahr kann ich auf jeden Fall durchhalten, dann kann ich die Situation noch mal neu bewerten, wenn ich das für nötig halte. Ich meine, wieder anfangen kann ich ja jederzeit, wenn mich die Trockenheit nicht überzeugt, Alkohol gibts ja überall. Ich hab mich dann aber immer dafür entschieden, es zu lassen. Aber dass ich begriffen habe, das es immer meine Entscheidung ist, die ich auch jederzeit wiederrufen könnte, nahm auch ein bisschen den Druck, das ich irgendetwas "muss". Und dieses erste Zeitlimit, ein Jahr, war für mich eben überschaubar. Dauerte dann bei weitem nicht so lange, bis ich davon überzeugt war..

Mir ist vergangene Woche mal wieder aufgefallen, dass ich mich manchmal mit Situationen einfach abfinde, wenn ich feststelle, dass ich sie nicht gut finde. Ich nehme dann die für mich unschöne Situation hin und bemitleide mich selbst. Durch dieses Selbstmitleid wächst dann in mir der Druck und der braucht irgendwann ein geeignetes Ventil. Alkohol und Nikotin waren dafür immer gut. Ich könnte statt "MiMiMi" ja aber auch mal versuchen, die Situation zu ändern, so dass es für mich besser wird. Dann hätte ich Beschäftigung, kann meine Energie sinnvoll einsetzen und habe am Ende vielleicht sogar noch Zufriedenheit, weil ich was verändert habe. Zur Belohnung sollte ich dann natürlich auch nicht zum Alkohol greifen.

Das meinte ich, ich musste mir nicht nur überlegen, von was ich weg will, sondern auch, wo ich hin will. Allerdings musste ich dazu dann schon ziemlich nüchtern sein und das war auch gar nicht so einfach und eindeutig, wie mit dem Trinken aufzuhören. Denn um da was zu ändern, brauchte ich viel Geduld, auch Glück, Frusttoleranz und eine dickes Fell, und ich musste mich damit abfinden, dass nicht alles geht, was ich gerne gehabt hätte. Ausser bei ein paar relativ banalen Änderungen war ich da schnell beim "Dicke Bretter bohren".

So ist das auch mit dem Beispiel des Marathons, was ich geschrieben hatte. Ich setze mich hin und sage, kann ich nicht und Ende. Aber Rina hat recht, mit ausreichend Training könnte ich es schaffen. Dazu müsste ich es aber wollen oder zumindest gewillt sein, nach einem Weg zu suchen, um das Ziel zu erreichen. An der Stelle hapert es noch bei mir.

Nichts Trinken ist für mich erst mal eine Form von "Nichts tun"...also nicht noch mehr zu tun, sondern etwas weg lassen, was man bisher getan hat. Passend ist für mich eher bei "Trockenheit als Lebenseinstellung"...oder so ähnlich, aber das ist eher etwas, was man lebt, weniger ein Ziel, das man irgendwann erreicht. Im Unterschied zum Marathon bleibt da der Weg das Ziel, so sehe ich das jedenfalls.

Ich wache nach einem Umtrunk am nächsten Morgen immer mit einem schlechten Gewissen auf.

Das schlechte Gewissen, Kater, flauer Magen am nächsten Tag...es ist eigentlich nur bescheuert. Gewinn ist da keiner zu holen, es ist immer nur mit Verlust verbunden.

Die letzten beiden Zitate zeigen jedenfalls, das Du schon in der Lage bist, etwas auszuhalten, wenn Du gerade weisst, was Du willst. Wenn Du trinken willst, greifst Du dafür auch ins Klo, ohne groß mit der Wimper zu zucken. Das ist der Punkt, wo ich manchmal schreibe, dass es mit Stärke nichts zu tun hat, denn die Stärke ist vorhanden, sonst würde man die Selbstvergiftung und das drumherum gar nicht so lange aushalten. In dem Moment, wo man trinkt, ist man ja auch bereit, den Preis der sozialen Ächtung usw zu bezahlen.

Also im Prinzip geht es weniger um Kraft, sondern mehr um eine eindeutige Entscheidung und darum, sich davon auch von seinem inneren Schweinhund nicht mehr abbringen zu lassen. Wenn man zwei sich grundsätzlich widerstrebende Zeile hat (mal trinken, mal nicht trinken), dann nützt die ganze Kraft nichts, weil Du das ja immer selbst bist. Da hilft es vielleicht eher, auf die zu Grunde liegende Motivation zu gucken, was will ich mit dem, was ich mache, eigentlich erreichen? Bei mir war das im Grunde ja so was wie Wohlbefinden und, im Falle des Versagens und des daraus resulirtenden Selbsthasses, auch Selbstzerstörung. Kann ich beides einfacher und humaner haben als durch Saufen. Extem gesagt, selbst sich ne Kugel zu geben ist weniger mit Leiden verbunden, als am Saufen zu verrecken. Und Wohlfühlen, Lebensfreude, auch Spaß ohne Reue kriege ich erst recht leichter ohne Alkohol. Das muss mir dann halt irgendwann klar werden.
Ich hab an dieser Stelle mit mir selbst Verhandlungen geführt, dass doch auch mein Suchtanteil eigentlich nur wollte, dass es mir gut geht (war ja schliesslich das Argument, wegen dem ich vorgeblich trinken wolte), und dass das für mich auf Dauer nur möglich war, wenn es eben keinen Alkohol (und auch keine Drogen) mehr gibt. Weil das eben rum ums Eck war.
Im Grund ist es die Einsicht, das es ganz ohne viel einfacher ist, die das Ganze dann für mich relativ leicht machte. Und statt mich dazu zu zwingen, habe ich mich eher wie einen guten Freund behandelt, dem ich ja auch nichts geben würde, von dem es ihm hinterher schlechter geht.

Und bei allem Gelaber denke ich, es ist von Vorteil, wenn das Nüchternbleiben irgendwann so zur Selbstverständlichkeit wird, das man nicht dauernd drüber nachdenken muss. Wenn das bei mir nicht schon lange so wäre und ich mich jedesmal wieder "beherrschen" müsste, weiss ich nicht, wie lange ich das machen würde. Da glaube ich allerdings, dass da der zeitliche Abstand zum letzten Trinken durchaus die halbe Miete ist, und das ist wohl bei Dir momentan auch das Nächstliegende. Erst mal Strecke machen.

In diesem Sinne, wünsche Dir kluge Entscheidungen.
Susanne
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proky

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Re: Ich lerne es nicht...
« Antwort #23 am: 22. Februar 2020, 10:39:19 »

Lieber Matthias,

meinen Glückwunsch für eine weitere Woche trocken sein! Sei stolz auf diese Leistung und motiviert weiterhin abstinent zu bleiben.

Du machst Dir viele Gedanken und auch Sorgen um Deine derzeitige Situation.
Das ist gut, denn das zeigt dir, dass Du Dein bisheriges Leben kritisch hinterfragst und bereit bist Änderungen vorzunehmen und zu akzeptieren!

Ich bin leider bzw aus meiner Sicht, zum Glück, zu wenig Rückfallerfahren um Dir Tipps zu geben...

...aber,

meine Vorschreiber helfen Dir ja schon

Und du bleibst ja hier weiterhin im Forum, dass ist schon mehr als die Hälfte der Miete!
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Trotzpeter

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Re: Ich lerne es nicht...
« Antwort #24 am: 24. Februar 2020, 19:57:09 »

Hallo Ihr Lieben,

es ist wieder Montag und ich schaue wieder hier vorbei. Sechs Tage die Woche mache ich das nicht und sehe zu, dass ich mit mir selbst zurecht komme. Heute eine Woche mehr abstinent.

Ich danke Euch wieder ganz herzlich für Eure Zeilen und muss manches erst einmal verarbeiten und die nächsten Tage sacken lassen. Die vergangene Woche war für mich recht hart und von viel Suchtdruck geprägt. Ich habe versucht, vieles durch Ablenkung, Sport und spazieren gehen "wegzuatmen", aber es hat oftmals nicht funktioniert. Mein aktueller Nikotinentzug hilft mir dabei sicherlich für die Gesundheit, aber nicht für mein Wohlbefinden. Und auch wenig zuträglich ist es, dass ich vieles versuche, mit mir selbst auszumachen. Auch das hätte ich eigentlich in der Therapie lernen sollen. Meine Therapeutin damals sowie meine aktuelle Therapeutin hatte / hat es da aber auch sicherlich nicht leicht mit mir. Bevor ich an dem Punkt bin, wo ich Hilfe annehme, muss es schon ziemlich dicke kommen. Und dann platzt alles auf einmal aus mir heraus.

Ich habe den Weg in die Therapie damals freiwillig angetreten, es hat mich keiner gezwungen. Eine Ärztin sagte mir damals, dass ich bei meinem Lebenswandel nur noch wenige Jahre zu leben hätte, wenn ich nichts ändere. Das war für mich dicke genug. Meinen Lebenswandel habe ich auch geändert. Trotz meiner Rückfälle hat sich meine Gesundheit deutlich gebessert. Und da ist dann der Punkt, wo mir der Schmerz fehlt zu handeln bzw. nicht zu handeln und trocken zu bleiben. Der Schalter in meinem Kopf steht noch falsch und die Überzeugung, dass ich den Alkohol nicht brauche, ist noch nicht ausgeprägt. Mit dem Rauchen habe ich auch nicht aufgehört, weil ich nicht anders konnte. Das war eine Entscheidung der Vernunft oder irgend etwas in der Richtung. Ich habe immer gern geraucht. Und so ähnlich ist es mit dem Trinken auch. Ich kenne und schätze die Vorzüge eines klaren Kopfes, aber ich kenne auch das Gefühl, high zu sein und alles hinter sich zu lassen. Und diese Sehnsucht ist immer noch sehr stark.

Was mich wieder zu dem Thema bringt, was ich schon einmal erwähnt hatte...irgendetwas fehlt noch in meinem Leben. Und danach muss ich suchen...

Bis demnächst
LG
Matthias
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Rekonvaleszent

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Re: Ich lerne es nicht...
« Antwort #25 am: 24. Februar 2020, 20:13:23 »

Hallo!

Du hast eine weitere Woche geschafft, da ist doch schon mal was.

So wie Du dich liest, wäre evt. die klassische 1-Tages-Strategie was für dich. Du nimmst dir jeden Morgen vor: "Heute trinke ich nichts."

Du machst es dir auch nicht leicht. Mein Therapeut riet allen Rauchern, erst das Alkoholproblem in Angriff zu nehmen und später, nach einer gewissen Festigung, z.B. nach 1 Jahr, das Nikotin. Seine Begründung, der Neueinsteiger in die Abstinenz laufe sonst Gefahr, sich zu übernehmen. Genau das könnte auf dich zutreffen.

Bei mir war es umgekehrt. Ich habe ein paar Jahre vorher die Finger vom Nikotin gelassen und mir ist der Absprung leicht gefallen, ich habe einfach aufgehört. Damals dachte ich, eines Tages machst Du es beim Alkohol genau so. Pustekuchen. Der Alkohol war die viel schwierigere Herausforderung für mich.

Gruß
Rekonvaleszent
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Susanne68

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Re: Ich lerne es nicht...
« Antwort #26 am: 24. Februar 2020, 20:30:54 »

Ich gehöre auch zu denen, die sich mit dem Rauchstopp etwas über ein jahr Zeit genommen haben, trotzdem war meine Laune dann ziemlich im Keller.

Der Schalter in meinem Kopf steht noch falsch und die Überzeugung, dass ich den Alkohol nicht brauche, ist noch nicht ausgeprägt. Mit dem Rauchen habe ich auch nicht aufgehört, weil ich nicht anders konnte.

Momentan reicht es offensichtlich, um wieder eine Woche ohne Rückfall zu sein. Und nüchtern kommst Du vermutlich eher zu der Einsicht, was Dir fehlt, als bei einer Schnapsidee. Wie es Dir geht, wenn Du trinkst, hast Du ja deutlich geschrieben, und das wirst Du ja kaum brauchen.
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Re: Ich lerne es nicht...
« Antwort #27 am: 24. Februar 2020, 22:10:24 »

die Überzeugung, dass ich den Alkohol nicht brauche, ist noch nicht ausgeprägt.

Bis Du so weit bist, das wird dauern.

Ich habe mal von 3 Phasen gelesen, die das Hirn durchläuft:

1.) Am Anfang: "Ich darf nicht trinken".

2.) Nach einigen Monaten: "Ich will nicht trinken."

3.) Nach einer Festigung: "Ich brauche nicht trinken."

Du befindest dich in Phase 1. Ich in Phase 3 und die habe ich erst nach längerer Zeit ereicht (deutlich mehr als 1 Jahr).

Setz dich bloß nicht unter Druck. Rom ist auch nicht an einem Tag erbaut worden. Abstinenz ist ein langwieriges Unterfangen. Du kannst nicht erwarten, nach ein paar Tagen schon so weit zu sein, wie andere nach mehreren (!) Jahren. Abstinenz ist ein zartes Pflänzchen, das in Ruhe reifen muss.

Gruß
Rekonvaleszent

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gerd48

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Re: Ich lerne es nicht...
« Antwort #28 am: 25. Februar 2020, 05:25:41 »

Zitat
es ist wieder Montag und ich schaue wieder hier vorbei. Sechs Tage die Woche mache ich das nicht und sehe zu, dass ich mit mir selbst zurecht komme.

Vielleicht ist der Kampf mit sich selbst verkehrt. Ich schaue jetzt seit knapp 13 Jahren fast jeden Morgen mal kurz in entsprechende Foren und habe eine kleine Motivation für meine Abstinenz. Das sind max. 10 Minuten, aber kein Vergleich zu der Zeit, die ich früher durch den Alk vergeudet habe.

Grüße Gerd
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proky

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Re: Ich lerne es nicht...
« Antwort #29 am: 25. Februar 2020, 13:27:31 »

Meinen Glückwunsch für eine weitere Woche ohne Suchtmittel  44.

Als überzeugter Nichtraucher möchte ich Dich beglückwünschen zu Deinem Entschluss auch das Rauchen aufgegeben zu haben 44.

Dein Körper wird es Dir danken...

...und wenn Du es zulässt, sogar Dein Geist... ;)


Was mich motiviert  keinen Alkohol zu trinken:

- ich blicke zurück auf die Zeit wo ich getrunken habe...
- ich rufe mir ins Bewusstsein, dass Alkohol ein (Zell-) Gift ist, für Körper und Geist...
- ich schaue mir auf der Straße Penner an (unauffällig versteht sich)...
- oder lese hier im Forum was Angehörige für ein trauriges Schicksal mit alkoholabhängigen Angehörigen haben...

und last but not least, schaue ich mir Menschen an die, aus welchen Gründen auch immer, keinen oder nur sehr wenig Alkohol trinken...

und das alles zusammen genommen, dann frage ich mich:

Will ich wirklich trinken? Möchte ich wirklich riskieren wieder dahin zu kommen wo ich mal war? Schlimmer noch, zu riskieren weiter und tiefer abzustürzen? Will ich wirklich riskieren körperlich, seelisch und sozial mich zu ruinieren? Ist es mir dieses Risiko wert nur um Alkohol zu trinken?

Nein! Das Risiko ist es mir nicht wert! Darum trinke ich nicht und tue mir körperlich und seelisch (und sozial) etwas Gutes!

So mach ich das...
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