Als ich vor mehr als 10 Jahren die Sauferei beendet habe, ging ich in den ersten Wochen davon aus, mal mehrere Monate, vielleicht 1 Jahr zu pausieren, um dann "geheilt" zu sein und wie ein Normaler mal ab- und an ein Glas zu trinken.
Dann begann ich mich in die Tiefen des Alkoholismus einzulesen, mich mit anderen Süchtigen auszutauschen, startete meine ambulante Therapie und war dann erst in der Lage, meinen Irrglauben, ich könne den Alk steuern, in die Schranken zu verweisen, genauer aus meinem Hirn zu vertreiben.
ich werde es niemals können, das nennt sich Kontrollverlust und ist das Wesensmerkmal des Alkoholismus. Ich weiß genau, nähme ich mir morgen vor, ein Weißbier zu trinken, würden es garantiert mindestens 3, eher 4. Warum? Weil ich meinen Konsum nach der ersten Einheit nicht stoppen kann und dann mein Suchtgedächtnis, das nach all der Zeit immer noch prima funktioniert, zu rumoren anfängt, bis ich nachgebe.
Mit dem "einen" Weißbier habe ich meine früheren Saufpausen beendet, selbst da wurden es immer mindestens 3, weil ich ja vorher so brav war.
Es ist für mich einfach geworden, gar nichts zu trinken, aber nach einem Weißbier aufzuhören, das geht nicht (mehr). Den point of no return habe ich schon vor ca. 30 Jahren überschritten.
Alkoholismus ist eine Einbahnstraße (so Tränhardt in der "Trocken-Doc"). Es gibt kein zurück in ein früheres Stadium. Ob es Dir gelingen wird, weiß ich nicht, und ich wage es zu bezweifeln, falls Du wirklich Alkoholikerin bist und nicht nur einen zu hohen und riskanten, jedoch nicht süchtigen Konsum hattest.
Dies soll kein Vorwurf sein, nur eine Einschätzung meinerseits.