Beiträge von Loner

    Ich habe nämlich ein Vorhaben: Nächstes Jahr, kurz vor Midsommar, ist die Vätternrundan. Das ist das größte Radsport-Event der Welt für Amateure in Schweden, und ich konnte einen Startplatz ergattern. 315 Kilometer um den Vätternsee. Ich starte um 20:30 Uhr. Sonnenuntergang ist um 23:30 Uhr, Sonnenaufgang um 03:30 Uhr. Ich starte bewusst um diese Zeit. Ich WILL in den Sonnenuntergang fahren, dann durch die Nacht, in den Sonnenaufgang hinein.

    Uuuhhhh. Das ist mal was richtig Gutes. Da wünsche Ich Dir jetzt schon mal viel Spaß! Das wird unter Garantie großartig. Kann ich als ehemaliger Marathoni zumindest teilweise gut nachvollziehen. Und ja, insgeheim ist mein Plan wieder aktiver zu werden. Muss jetzt kein Marathon mehr sein. Aber wer weiß. Vielleicht 2027 mal wieder ein halber.

    Ich mag mehr so Ausdauer-Zeugs ...

    Geht mir auch so. Ich gehe eigentlich lieber Wandern. Oder eine schöne, lange Runde mit dem Rad. Aber ich weiß, dass ich von Krafttrainig (besonders im Oberkörper) profitiere. Man muss ja nicht pumpen. Weniger schwere Gewichte und dafür mehr Wiederholungen vielleicht. Und natürlich eine korrekte Ausführung. Das bequatsche ich Mittwoch mal mit dem Trainer.

    Mir würde es ja schon reichen, wenn ich endlich mal meinen Bauch wieder los werde. Zumindest größtenteils. Mit 18 war ich mal 3 Monate im Studio. Das Körpergefühl nach ein paar Wochen war echt der Hammer. Für mich als Dauersitzer ist es mehr als sinnvoll was zu tun. Spazieren und Wandern ist ja schon gut. Aber mal wieder so richtig auspowern. Das hat schon echt Spaß gemacht. Vor allem, weil es auch endlich mal wieder den Oberkörper in Form bringt. DIe Damenwelt ... ich bin glücklich verheitatet. Das ist kein Thema. Aber das Selbstbewusstsein und alles andere auch. Muss ich echt mal gucken wie überlaufen das Studio hier in der Nähe ist. Aktuelle Aktion ist 35 € / Monat für 15 Monate (zzgl. einmalig 40 € Aufnahmekrams). Ein Probetraining kostet 10 € wenn ich nicht unterschreibe.

    Auch der Geruch, wenn ich mich denn mal so nahe an Bier, Wein & Co. heranwagte, löste in mir eher Befremdlichkeit, auch Wider (widerliche Gefühle) aus.

    Das hatte ich letztens im Büro als zwei Kollegen ein Feierabendbierchen tranken. Der Geruch war abstoßend.

    Quatsch, ich bin 50, als Frau hat man kaum Testo und selbst ich hab einen definierten Trizeps entwickelt. 52 ist das beste Alter für einen Mann um einen knackigen Körper zu entwickeln. Und nicht nur das, eine gute Körperhaltung und ein besseres Selbstwertgefühlt gibt´s gratis dazu :)

    Vielleicht gefällt´s Dir ja so gut, dass Du im Sommer weitermachst :S

    Und 35 € im Monat sind jetzt auch nich soooooo viel. Vielleicht sollte ich mir das Studio doch mal anschauen.

    Das war eine hochriskante Nummer. So was kann mächtig in die Hose gehen. Wieg Dich jetzt bitte nicht in falscher Sicherheit. Die harten Prüfungen (Provokationen) Weihnachten/Silvester kommen noch. Werde da nicht leichtsinnig und geh besser auf deutlich mehr Distanz.

    Das werde ich. Zu Weihnachten trinkt hier eh keiner Alkohol. Zu einer Silvesterparty gehen wir nicht.

    Du magst zur Zeit etwas mehr mit Triggern zu tun haben, aber entscheidend finde ich, wie du damit umgehst. Und du aktivierst alles, was dir zur Verfügung steht, und du nutzt die Möglichkeit dieses Forums.

    Und dabei erfährst du, was tatsächlich hilfreich für dich ist.

    Kommt es nicht genau darauf an?

    Für mich ist es so, dass ich den inneren Teufel bloß stelle indem ich es thematisiere / mit anderen drüber schreibe. Allein damit nehme ich ihm schon viel Wind aus den Segeln. Vielen Dank für Deine Erfahrungen diesbezüglich und den link zum Thread!

    Ich kann Loner da schon verstehen…man will das Leben nicht völlig in der Vermeidung und in der ‚Angst‘ vorm Alkohol leben. Ich hab mich im ersten Jahr meiner Abstinenz auch andauernd Risikosituationen ausgesetzt…weil ich mein Leben zurückwollte. Im Nachhinein wurde mir dann klar, wie brenzlig das eigentlich gewesen ist, aber es ist ja alles gut gegangen. Hätte ich nen Rückfall gebaut, wäre es andererseits auch nicht verwunderlich gewesen. Solche Situationen wie Loner sie nun gemeistert hat, schaffen auch Selbstvertrauen, dass es klappt. Dass man widerstehen kann. Dass man durchhalten kann. Dass man die Kraft hat und sich der Kampf lohnt. Das war nicht Anderes als eine Belastungserprobung und Loner hat sie mit Bravour bestanden. Herzlichen Glückwunsch. 👏🏻

    Dankeschön (!).

    Ich muss dazu sagen, dass das heute eine große (!) Ausnahme war. Ich suche solche Situationen nicht (!). Ich wollte den Jungs nur nicht verneinen einen schönen Abend mit den Buddies im Garten zu haben. Das war jetzt nach dem einen Mal im Fußball-Stadion auch erst die zweite Situation wo ich mit anderen zusammen war während die getrunken haben.

    Ich denke das muss jeder für sich selber individuell sehen was geht und was nicht. Wie gesagt bin ich der ersten Einladung ins Stadion im Frühjahr bewusst nicht gefolgt. Erst als ich mich stabil gefühlt habe, bin ich mit gegangen. Ich kann inzwischen aber auch alkoholfreies Bier trinken ohne mehr zu wollen. Das mache ich seit knapp einem halben Jahr wieder ab und zu mal. Das würde ich aber niemals pauschal jedem empfehlen. Jemand anderen kann das sehr wohl triggern.

    Hier hast du noch geschrieben, dass es brenzlig gerade bei dir ist, dann kochst du noch selbst höchstpersönlich Glühwein. Willst du testen wann das Fass überläuft? Du hast dir eine Hintertür geöffnet für nen Rückfall.

    Zu deinen 300 Tagen herzlichen Glückwunsch 🎉. Ist wirklich klasse, aber setz deine Abstinenz mit solchen Glühwein Aktionen nicht aufs Spiel. Es bleibt nicht bei einem Schluck oder einem Glas.

    Brenzlig war es letzte Woche nach Feierabend, wo ich über den Weihnachtsmarkt zum Bahnhof geschlendert bin, das ist richtig. Aber dadurch, dass ich mich aktiv damit auseiander setze, ist die akute Gefahr inzwischen vorrüber. Hätte ich das nicht getan und keinem davon erzählt, wäre die Gefahr definitiv geblieben. Mir persönlich hilft es mit Euch hier zu schreiben. Ich weiß auch nicht. Das rückt den Kopf wieder gerade. Deshalb ist das hier auch so wertvoll für mich.

    Den Glühwein habe ich lediglich kurz in den Kocher gefüllt und ihn angeschaltet. Das wars. Ich hab weder dran gerochen noch genippt. Das war nur schnell aufbauen für den Nachwuchs. Ich wollte nicht testen wie weit ich gehen kann. Ich wäre direkt hoch gegangen, wenn es akut gefährlich geworden wäre. So bin ich jetzt aber erleichtert, dass mich das nicht getriggert hat.

    Ich kann es eh nicht verhindern Zugriff auf Alkohol zu haben. Im Büro steht immer eine Kiste Bier. In der Küche steht seit keine Ahnung wie vielen Monaten eine Flasche Weißwein, die wir mal geschenkt bekommen haben. In der Garage steht auch hin und wieder eine Kiste Bier von den Jungs, wenn die ihre Buddies einladen. Da bin ich die letzten Monate aber auch nicht dran gegangen. Das will ich denen auch nicht verbieten.

    Echt? 😨 Das würde ich nie machen. Das hat nichts damit zu tun wie stark du bist. Das ist alles andere als Risikovermeidung. Du kannst sogar damit rechnen, dass sich dein Suchtgedächtnis auch noch nach Tagen deshalb bei dir meldet.

    Da hast dich selbst einer richtigen Gefahr ausgesetzt. Wissen deine Kinder, dass du trockener Alkoholiker bist, der noch ziemlich am Anfang steht? Die hätten ihre Feier auch woanders machen können. Bei mir zuhause ist seit ich nüchtern bin, kein einziger Tropfen Alkohol mehr reingekommen. Egal welches Fest und welche Gäste kommen, es gibt nur alkoholfreie Getränke.

    Bei euch muss doch die ganze Wohnung jetzt nach Glühwein stinken. Ich würde mich sowas wirklich nicht aussetzen.

    Nein. Um Gottes Willen. Nicht in unserer Wohnung. Wir wohnen zur Miete in einem Zweifamilienhaus im 1. OG. Die Jungs sind draußen im Garten. Das ist räumlich und vor allem geruchlich getrennt. Ich hab lediglich mit aufgebaut und gegrillt und bin danach hoch gegangen.

    Aber ich kann mich entscheiden, wie ich damit umgehen will. Entweder kann ich mich voll da reinstürzen und mich im Selbstmitleid suhlen und allem voll die Bedeutung geben oder es so nehmen wie es ist und mir vor Augen führen, warum alles so ist wie es ist. Mein Weg ist selbst gewählt, meine Ist-Situation ebenso. Mein Leben ist gut so wie es ist. Ich verstehe, dass der Drang Alk zu konsumieren gerade groß ist bei dir. Die erste Weihnachtszeit nüchtern ist schwierig, weil man‘s noch nie gemacht hat. Mich hat damals heftig die Einsamkeit überfallen, aber ich hab‘s ausgehalten. Nüchtern. Du wirst dieses Weihnachten auch nüchtern überstehen. Es sind weniger als 20 Tage, dann ist der Spuk auch schon wieder vorbei. Zeitlich absolut absehbar. Nimm vielleicht bewusst einen Umweg und fahr nicht mehr am Weihnachtsmarkt vorbei, um dir das Leben zu erleichtern. Vielleicht hilft dir das ja: Ich bin über drei Jahre clean und war heute problemlos auf dem Weihnachtsmarkt, hab drei Reibekuchen gegessen und diese in Apfelmus ertränkt, irgendeine alkoholfreie Zuckerplörre getrunken und eine schöne Zeit mit ner Freundin gehabt. Genau an diesen Punkt kommst du auch, wenn du stark bleibst, deinen Weg verfolgst und durchhältst. Manchmal geht’s halt nur ums Durchhalten. 🤷‍♀️

    Zum Glück ist es kein wirklicher Drang. Aber ich habe mich bei dem Gedanken erwischt, dass ein paar Glühwein so schlimm wohl nicht sein werden. Da hab ich alles aktiviert was ich mir bereit gelegt habe. Inkl. darüber schreiben. Das scheint zu helfen.

    Heute abend haben unsere Kinder ein paar Gäste. Eine Art privater kleiner Weihnachtsmarkt. Mit massig Glühwein und Bier. Ersteres habe ich sogar in den Kocher gefüllt und auf Betriebstemperatur gebracht. Getrunken habe ich aber nichts.

    Ja, ich weiß. Warum setze ich mich dem aus? Vielleicht wollte ich es auch einfach testen wie stark ich bereits bin. Keine Ahnung. Spätestens als ich die Gruppe nach deren 3. Glühwein gesehen habe, war ich froh, glücklich (!) und stolz der Versuchung widerstanden zu haben. Hat gerade tatsächlich etwas von Freiheit und Unabhängigkeit.

    Du hast vollkommen recht. Manchmal geht es nur darum etwas auszuhalten. Respekt, dass Du das Deinen ersten Winter geschafft hast. Einsamkeit ist garstig. Und vielen lieben Dank für den Zuspruch. Das hilft ungemein!

    Die Sucht meldet sich gerade bei dir. Lies dir die Artikel nochmal durch. Trink genug Wasser und sieh zu dass du genug gegessen hast. Eben die HALT Regel im Auge behalten. Mach Sport und lass dich vom Suchtgedächtnis nicht ins Boxhorn jagen.

    Hab ich mir auch gleich gedacht. Der Gedanke, dass es schon nicht so schlimm sei ... das allein ist doch schon der Suchti. Gut, dass ich gleich reagiert habe anstatt dem einfach so nachzugeben. Die HALT Regel kenne ich noch nicht da lese ich mal nach. Risikovermeidung finde ich ansonsten auch für mich wichtig. Da bin ich bei Dir.

    Dagegen hilft bei mir, aktiv zu bleiben, rausgehen, auch wenns kalt und grau ist draussen. Das erfordert ein bisschen mehr Überwindung und Disziplin als an einem lauen Sommeraend, aber ich bin zuversichtlich, dass ich an diesen Tagen trotzdem entspannen und ein bisschen geniessen kann. Sollte trotzdem sich das Suchtgedächtnis melden, keine Panik, das gehört ein Stück weit zum Weg dazu. und geht auch wieder vorbei.

    Gratulation zu den 300 Tagen, Looner. Weiter so, ein Tag nach dem anderen und schon bald hast Du das erste Jahr geschafft.

    Daaaaaaankeschön! Trotz des Wetters aktiv bleiben tut mir auch sehr gut. Find ich auch, dass man das Schietwetter auch genießen kann. Regenklamotten an und die klare Luft atmen.

    War das denn immer wirklich so toll, mit 'nem Rotwein Abends am Rechner oder einem, eher minderwertigen, Glühwein auf'm Weihnachtsmarkt? Oder war es nur der Glaube, der Wunsch, dass es so sei? Warst du nach einem Schluck Alkohol zufriedener oder nach drei ... vier Schlucken nur betäubter/benebelter/gleichgültiger und ging es dir deshalb besser?

    Was ändert sich beim "Genuss" von Alkohol? Ändert sich überhaupt etwas ... gänzlich? Ausser, dass man Anfangs etwas euphorischer ist und dann zunehmender müde wird?

    Nein, war es nicht. Die ersten Male nach einer nüchternen Phase, ja. Aber dann relativ schnell nicht mehr. Ich war sehr oft verkatert spazieren und habe mich darüber maßlos geärgert. Alkohol macht bloß alles schlimmer. Die relativ kurze Entspannung kommt mit starken Nebenwirkungen, die ich nicht mehr möchte.

    Für mich war es tatsächlich auch die Betäubung, die ich unbewusst wollte. Weil ich mich mit mir und meiner Realität nicht auseinander setzen wollte. Das wird auch sicherlich noch länger dauern. Allerdings hat sich da jetzt schon so viel getan. Das möchte ich nicht wieder verlieren. Auch wenn es sehr anstrengend ist.

    Ja, geht mir auch so. Nüchternheit ist erst mal (deutlich) anstregender. Ich kenne mich sonst ja nur latent betäubt im Winter. Aber so kann man etwas dagegen unternehmen. Die Du mit Struktur. Weil genau das ist es. Sich selber eine Struktur geben. Ein schlauer Mensch sagt einmal in diesem Kontext zu mir: Wer nicht für sich sorgt, sorgt um sich. Sagt ich einfach, ist aber mit das Schwierigste. Muss man erst wieder lernen. Find ich super wie Du das machst. Ich gehe jeden Tag mindestens 2 x in der Natur Spazieren für 30 Minuten. Und auch im Winter ab und zu wandern.

    Kurz reflektiert : Aha, die Saufstimme redet mit mir. Und mit dem Wissen meine Gedanken gleich in eine andere Richtung gelenkt.

    Wie Paul es schreibt: Es sind noch die alten Gedanken aus der nassen Zeit, wo ich dachte mit som Gläschen wird es schöner. Aber NEIN, wird es nicht! Bereits der erste Schluck ist widerlich und mit jedem weiterem wird es auch nicht schöner oder besser. Denn dann würde sich bei mir das "schlechte Gewissen" noch dazu gesellen und das würde mich so richtig runterziehen.

    Also: Die Saufgedanken ziehen lassen und schauen was mir nüchtern nun gerade gut tuen kann.

    Ja. Das werde ich genauso tun. Vielen lieben Dank!

    Ich habe vielleicht das Glück, dass ich Weihnachtsmärkte nicht so gerne mag. Zuviele Menschen. Schlechte Erfahrungen.

    Meine Strategie für die langen dunklen Tage im Winter ist das Fitnesscenter. Im Sommer bin ich zum Sport immer draußen, aber im Dunklen geht halt nix. Und so schiebe ich da jeden 2. bis 3. Tag soviel Gewicht wie möglich, koche mir im Anschluss eine richtig geile Pumpermahlzeit und freue mich dann im Frühjahr, dass alles gut und knackig aussieht, wenn andere noch mit dem Weihnachtsspeck kämpfen. :evil:

    Durch mein Alter brauche ich mehr Regenerationszeit und kann ich leider nicht mehr regelmäßig jeden zweiten Tag hohes Gewicht bewegen und daher muss da noch mehr Abendaktivität her. Ich lerne gerne Sprachen und so schaue ich dann entweder Serien in der gewünschten Sprache oder übe mit Duolingo. Dinge vom Dachboden gehen im Winter über Kleinanzeigen weg und die Gitarre wird auch wieder öfter ausgepackt. Ich war früher sehr ungeduldig. Ich musste etwas sofort beherrschen oder haben oder was auch immer. Heute bin ich geduldiger und auch gnädiger mit mir.

    Ich war gestern Abend auch "feiern" und die einzige, die nix konsumiert hat. Belohnt wurde ich damit, dass ich um 7:00 Uhr ausgeschlafen aufstehen konnte, keine Kopfschmerzen habe und Dir nun hier schreiben kann. Ich merke immer mehr wieviel Mehrwert das Nichttrinken hat. Alleine oder Einsam ist man auch mit Alkohol. Das kann der Alkohol nicht lösen.

    Bei mir klopft das auch gelegentlich an, aber nicht mehr wie früher "jetzt jetzt jetzt - sofort!" sondern mehr "Wie wär´s mit nem Bier?" - und ich denke dann einfach "Och nö". Der Preis für das kurze vermeintliche Glück ist einfach zu hoch.

    Ich gehöre auch zu denen, die Menschenansammlungen nicht so mögen. Das fällt mir allerdings erst jetzt so richtig auf, seit dem ich nichts mehr trinke. An ein Fitness-Studio habe ich auch schon gedacht. Würde eh Sinn machen, weil ich beruflich viel sitze. Aber dann zahle ich halt im Sommer Monatsbeiträge obwohl ich nicht hin gehe. Muss ich noch mal drüber nachdenken. Großartig Pumpen ist in meinem Alter (52) eh nicht mehr. Aber Mitochondrien züchten macht ja auch in einem kleineren Rahmen Sinn. Zumal die Rumpfmuskulatur nach so vielen Jahren Vernachlässigung sicherlich davon profitieren würde.

    Wie Du sagst: Dieser Zeitgewinn ist so krass. Früher war ja jedes Wochenende (und auch unter der Woche phasenweise) zu 50% verkatert. Das ist so viel verschwendete Lebenszeit. Gruselig, wenn ich drüber nachdenken. Richtig gruselig.

    Vielen lieben Dank für Eure Antworten! Ihr habt keine Ahnung wie viel Gutes Ihr damit tut!

    Wie blöd muss ich eigentlich sein, dass ich das immer wieder tue (tat)?
    Ich wusste, die Erinnerungen verblassen mit der Zeit und Ungeduld ist eher ein schlechter Ratgeber.

    Je, genau. Das ist es. Warum zum Teufel? Aber Alkohol ist halt auch einfach überall und wird komplett an der Realität vorbei verharmlost. Meist bekommt man schon als Kind Zuhause mit wie die eigenen Eltern Alkohol trinken. Deshalb finde ich persönlich den Austausch hier so wertvoll. Wo sonst kann man sich mal objektiv über Alkohol sprechen / schreiben ... ohne einen Kommentar von wegen man übetreibt und so schlimm ist Alkohol nicht.

    Nabend Zusammen.

    Die Jahreszeit vor der ich die größte Angst habe ist da. Besonders diese kurzen Tag hatte ich in der Vergangenheit mit Glüh- oder Rotwein gemütlich vorm Rechner verbracht. Das ist für mich erade bissl brenzlig. Erschwerend hinzu kommt, dass ich auf dem Weg zur Arbeit am Weihnachtsmarkt vorbei komme.

    300 Tage habe ich letzte Woche geknackt. Das ist jetzt nicht mehr viel bis zum ersten Jahr. Daran orientiere ich mich momentan. Fällt mir momentan aber nicht leicht muss ich gestehen. Am liebsten würde ich grade irgendwo in wo es entweder keine Weinachtszeit gibt oder kein Alkohol zu kriegen ist.

    Kennt Ihr das auch, dass der Winter bzw. die Weihnachtszeit schwierig ist?

    VG, Loner

    Loner schon lange nichts mehr von dir gehört

    Ich halte mich momentan bissl zurück. Am liebsten würde ich deutlich mehr schreiben. Aber das ist sooooooo viel gerade. Ich versuche es mal kurz zu fassen:

    Durch eine Recherche habe ich erfahren, dass das Mirtazapin ähnlich wie die Bierchen den REMSchlaf beeinträchtigt. Das hatte ich gegen meine Schlafstörungen genommen. Allerdings hatte ich damit das Gefühl, dass der Schlaf nicht wirklich tief ist. Deshalb hatte ich recherchiert. Also habe ich das Mirtazapin abgesetzt. Waren ja nur 7,5 mg zur Nacht. Also kein Problem. Pustekuchen. Mein Schlaf ist seit dem erst mal wieder komplett durcheinander. Zzgl. anderer Absetzsymptome wie z.B. phasenweise relativ starke innere Unruhe.

    Da Mirtazapin auch Histamin unterdrückt, hab ich auch meinen Kaffeekonsum eingestellt. Kaffee fördert die Histaminausschüttung und reduziert gleichzeitig den Histaminabbau. Und ich bin was Histamin betrifft bissl sensibel scheinbar. Und das zieht mir gerade die Socken aus. Kopfschmerzen, Verstopfung, noch weniger Schlaf, richtig ätzend. Aber da gehen ich jetzt durch. Weil so komisch es auch klingen mag: Trotz allem fühle ich mich damit wieder mehr ich. Als ob eine weitere Käseglocke weg genommen wird. So anstrengend es aktuell auch ist.

    Und: Die 9 Monate sind geknackt. Ich hab ehrlich gesagt bissl Schiss vor der Weihnachtszeit, weil ich sonst immer Glühwein und Wein gekauft und getrunken habe. Aber: Der Gedanke daran fühlt sich zum Glück nicht gut an. Also ist die Gefahr auch nicht groß. Womit ich sagen will, dass ich auch da zuversichtlich bin. Bis auf Kekse und Schokolade lasse ich alle Gifte weg und ernähre mich auch wieder bewusster.

    By the way: Wusstet Ihr, dass es relativ neu Dexibuprofen rezeptfrei zu kaufen gibt? Damit braucht es nur die halbe Dosis für die selbe Wirkung bei weniger Magenbelastung. Zudem tritt die Wirkung schneller ein. Richtig gut. Kostet aber leider bissl mehr als Ibuprofen.

    Zurück zum Thema: Ich zieh das jetzt erst mal so bis Anfang Januar durch ... ohne Mirtazapin und ohne Kaffee. Gefühlt tut es mir gut. Trotz der Schlafprobleme. Unterstützend nehme ich nach einer weiteren Recherche 200 mg Magnesiumglycinat und 100 mg L-Theanin. Damit träume ich tatsächlich wieder mehr. Und auch wenn meine Nächte momentan noch unruhig relativ kurz sind (etwa 5 Stunden), ich sehe trotzdem recht fit aus und die Tiefs halten sich in Grenzen.

    Das wird noch eine Weile dauern, denke ich. Aber mein Bauchgefühl sagt mir, dass ich das schon früher hätte machen sollen. Es kommt immer mehr mein wahres ich wieder durch. Der Sonnenschein.

    Ich weiß gerade nicht wohin vor Freude. Jetzt mal abgesehen von der steigenden Anzahl Tage ohne Alkohol (inzwischen über 250). Und die ausgehaltenen zwei schwierigen Momente. Es wird einfach alles weiter stetig besser.

    Heute war ich zum Kontrolltermin bei meiner Lungenärztin. Da gehe ich einmal im Quartal zum Check meines Asthmas hin. Seit dem ich aufgehört habe Alkohol zu trinken verbessert sich meine Lungenfunktion. Vor 3 Jahren war ich bei 73% und bin mit dem Wechsel des Medikamentes so auf 78 % maximal gekommen. Die letzen drei Termine hat sich meine Lungenfunktion auf heute 85% gebessert.

    Das ist der Hammer. Keine Ahnung ob ich mir einen Zusammenhang zwischen Alkohol und Lungenfunktion einbilde. Laut meiner Recherche gibt es den halt schon. Klar, dass ist nicht monokausal allein dem Alkohol zuzuschreiben. Aber egal wie groß der Einfluss ist, es ist der absolute Oberhammer.

    Tut mir leid Leute. Ich könnt gerade platzen vor Freude. Ich dachte ich komme nie wieder über 80%. Und jetzt steht sogar zur Aussicht die Medikation nächstes Jahr zu reduzieren, wenn es weiter so gut bleibt. Yes!

    Im Notfall einfach denken, heute trinke ich nicht. Das ist für mich der allerbeste und allerwichtigste Satz schlechthin. Gestern waren es bei mir ja 474 „Heute“

    Mir hilft gerade die medizinische Perspektive bezüglich der Beeinträchtigungen und Gefahren. Also zum einen, dass Alkohol deine Wahrnehmung und dein Handeln zum Negativen verändert. Dass Alkohol das Hirn schrumpft. Dass Alkohol nicht nur Leber und Hirn, sondern vor allem auch das Herz und die Lunge angreift. Dass Alkohol durch die Erhöhung des Cortisol-Spiegels dein Grunsstresslevel erhöht. Dass Alkohol deinen Stoffwechsel verändert. Dass Alkohol deine Schlafqualität sark reduziert durch die gestörte und verminderte REM Phase. Und dann ist da noch das Ding mit dem Riechen. Und so vieles mehr. Das ist mir einfach mehr Wert als wieder zurück zu gehen. Im Ernstfall rufe ich mir hervor was ich bezüglich Acetaldehyd gespeichert habe. Spätestens danach hat es sich eh erledigt.

    Dann ist da noch der Krebs an dem mein Schwiegervater letztes Jahr gestorben ist. Das war ein Gallengangtumor. Nach der Diagnose 2022 haben wir als erstes gefragt ob das von seinem Alkoholkonsum kommen kann. Die Ärszte sagten nein. Nach meiner Recherche stimmt das aber nicht so ganz. Ja, Alkohol (und Acetaldehyd) stehen bisher nicht direkt in Zusammenhang mit einem Gallengangtumor. Aber indirekt halt schon. Oder anders: Es ist sehr wohl möglich, dass er sich tot gesoffen hat.

    Smoothies sind aber tatsächlich sehr ungesunde (Frucht-) Zuckerbomben. Es ranken sich einige Mythen um gesunde Ernährung: Smoothies sind da ganz vorne dabei.

    Oh ja. Eine dieser vielen ist angeblich gesund macht aber zu einem Snickers keinen großen Unterschied in Sachen Zucker. Entweder packt die Ernährungsmedizin überall Zucker rein, oder Zuckeraustauschstoffe die auch nicht so toll sind. Selbst frisches Obst sollte man eher in Maßen konsumieren. Natürliche Fruktose kann der Körper zwar besser verarbeiten und der Zuckerspiegel steigt nicht so schnell an, aber auch zu viel süßes Obst macht dick. Frisches Gemüse ist besser. Und es gibt echt leckere Gemüsesäfte, finde ich.

    Wenn ich mir alle (!) Nachteile des Alkoholkonsums aufrufe, müsste ich doch mit dem Klammerbeutel gepudert worden sein, würde ich weiter trinken.

    Welche Vorteile gibt's dagegen??? ... ausser, so etwas wie Fröhlich- und Entspanntsein oder Kulturgut?

    Es gibt tatsächlich nicht einen einzigen guten Grund Alkohol zu konsumieren. Alle bekannten Gründe (Entspannen, Mutiger sein, Spaß haben, Sich betäuben) sind dysfunktional, denn es bist nicht Du sondern der Alkohol. Und der macht Dich abhängig und schadet Dir deutlich mehr als viele denken.

    Generell gilt: Früchte essen ist besser als den gepressten Saft zu trinken. Dann sind automatisch Ballaststoffe dabei und die Menge ist ebenfalls automatisch begrenzt. Man kann zwar locker den Saft aus 4 Äpfeln trinken, aber wer isst schon in kurzer Zeit 4 Äpfel?

    Ja, genau. Daran denkt man nicht. Weil Obst ist ja gesund. Aber ganz so einfach ist es halt nicht.

    Vielen lieben Dank an Euch beide! Emily   Paul Eure Feedbacks sind wirklich toll. Eure Geschichten mindestens genauso. Es tut gut und es ist für mich gerade sehr hilfreich!

    Inzwischen konnte ich den Anflug von Lust auf ein (oder mehr) Bier reflektieren. Es ging um eine Motorradrour in die Alpen. Die hatte ich wochenlang ausgearbeitet. Streckenverlauf, Zwischenstopps, Übernachtungsorte, Pässe und Wetterprognosen. Dabei hab ich mich mal wieder (sehr) zu viel gemacht. Zu perfektionistisch. Zu verbissen. Zu hart. Zu stressig.

    Um am Ende von Petrus einen Strich durch die Rechnung zu bekommen. Der schickt nämlich gerade Regen, Gewitter und Schnee in die Berge.


    Erst war ich enttäuscht. Aber es hat sich auch meine Spannung gelöst. Diese unterschwellige Unsicherheit ob meine Planung aufgeht, alles klappt und das Wetter mitspielt. Und zeitgleich dieser Gedanke an ein (oder meher) Bier.

    Lange Rede, kurzer Sinn: Ich sollte vielleicht mal drauf achten wenn ich für etwas zu verbissen brenne. Besonders dann wenn es eh eher um Glück (mit dem Wetter) als Planung geht.


    Und was macht Petrus? Er schickt viel Regen. Ich war ganz einfach nur sehr, sehr, sehr enttäuscht.

    Wäre es für dich denn eine Option gar nicht erst aufs Oktoberfest zu gehen und stattdessen einen Wellness- und/oder Sporttag zu machen, oder ne lange Wanderung und dann nen heißen Tee und gesunden Saft oder Smoothie.

    Ne, ich war noch nie in meinem Leben auf einem Oktoberfestzelt oder so. Das sind für mich eher schreckliche Orte als Introvertierter Mensch. Wenn, dann würde ich mir eine Kiste vom Getränkehändler holen und zu Hause konsmumieren. Aber das wäre jetzt halt auch zu einfach. Das möchte ich eigentlich nicht. Inzwischen bin ich schon so weit gekommen. Ich weiß aber auch was dahinter steckt und kann da ansetzen.