Hallo Sunny,
wenn du ihn nicht mehr lieben würdest, wäre es ja auch verhältnismäßig einfach, aber so einfach ist das selten oder nie.
Nach dem, was du über deinen Partner so erzählt hast, wirkt das auf mich nicht so, dass du es mit einem tatsächlich erwachsenen Menschen zu tun hast, mit dem man eine Partnerschaft auf Augenhöhe führt. Das klingt eher so, als wenn du es mit einem launischen Kind zu tun hast, für das du die Verantwortung einer Mutter übernommen hast.
Ich find’s grundsätzlich ja nachvollziehbar, wenn man als Erwachsener aus verschiedensten Entwicklungsbedingungen so seine Schwierigkeiten und Probleme hat, aber die Lösung liegt nicht darin, die Verantwortung für sich dann auf andere abzuwälzen.
Die Lösung liegt darin, selbst Verantwortung für sein Leben zu übernehmen.
Und er trifft ja trotzdem seine eigenen Entscheidungen, ob du damit nun einverstanden bist oder nicht, ob die gut für ihn sind oder nicht. Insofern kann man von ihm auch erwarten, dass er die Konsequenzen für sein Handeln trägt.
Dass die Kinder erleichtert sind, dass du da bist und dich um ihn kümmerst, ist verständlich und nachvollziehbar, und möglicherweise macht dich diese Anerkennung auch etwas stolz auf dich, aber eine Beziehung zwischen zwei tatsächlich im wahrsten Sinne Erwachsenen ist das nicht. Und DAS spürst du offenbar auch.
Ich denke nicht, dass die 16 jährige Tochter zu jung ist, um sie einzubeziehen. Ich war deutlich jünger, als ich in unsere Familienproblematik hineingezogen wurde und von mir aus gezwungen war, Verantwortung zu übernehmen.
Für entscheidend halte ich, dass die beteiligten Erwachsenen einen Vorsprung haben und in der Lage sind, klare, vernünftige und nachvollziehbare Entscheidungen zu treffen und diese auch entsprechend kommunizieren können. Das war bei mir damals nicht der Fall, im Gegenteil wirkten alle Beteiligten Erwachsenen reichlich hilflos auf mich. Vertrauen, dass ich mich tatsächlich auf sie verlassen kann, hätte ich unbedingt gebraucht.
Freundliche Grüße
AmSee