Beiträge von AmSee13

    Hi VJ,
    ich hab mich schon gefragt, wie du zurecht kommst.

    Verstehe ich das richtig, dass du das allein durchziehst?

    Nach dem, was du von dir preisgegeben hast, kann ich nachvollziehen, dass du gewisse Schwierigkeiten mit Ärzten hast und wenig Vertrauen in deren Kompetenz, aber glaube mir einfach, dass der Weg, den du zu gehen scheinst, tückisch ist und übel ausgehen kann. Das Harmloseste, was dir passieren kann, ist, dass du weiterhin nicht rauskommst und bei Null bleibst. Die Wahrscheinlichkeit, dass du dabei drauf gehst, ist gar nicht mal so gering, Komplikationen und lebensgefährliche Entzugssymptome können grundsätzlich immer eintreten, auch wenn bislang immer alles gut gegangen ist.

    Weil mir das so bewusst ist, ich hab‘s als Kind und Jugendliche bei meinem Vater mehrfach selbst erlebt, rate ich so dringend, ärztliche Begleitung in Anspruch zu nehmen. So eine Begleitung kann unter Umständen ambulant erfolgen.
    Bei meinem Vater, übrigens ebenfalls Alkohol und Tabletten abhängig, hat es nicht funktioniert, der wäre ohne Krankenhausaufenthalt ein paar Mal hopsgegangen. Gestorben ist er dann mit Anfang 40 infolge eines selbstverschuldeten Autounfalls unter Alkohol und Tabletteneinfluss.

    Pass auf dich auf VJ, wäre schade um dich!

    Viele Grüße
    AmSee

    Hallo Lisa,

    ich frage mich, was du von uns hören möchtest und wie du dir dieses „Aufbauen“ vorstellst.

    Kurz zu mir: Ich bin Ende 40, w, seit über 15 Monaten trocken und Erwachsene Tochter eines Alkoholikers.

    Längere Zeit auf Alkohol verzichten konnte ich auch, aber ich bemerkte an mir, wie ich zunehmend die Kontrolle über meinen Konsum verlor. Das machte mir Sorge und so begann ich hier einen Austausch und begann mich ernsthaft mit dem Thema „Alkoholismus“ auseinanderzusetzen. Schnell wurde mir klar, dass „Kontrolliertes Trinken“ keine Option mehr für mich ist, sondern dass es für mich keine Alternative mehr zur völligen Abstinenz gibt.

    Mir geht’s damit übrigens ziemlich gut.

    Du schreibst, dass Probleme bei dir dazu führen, dass du wieder zur Flasche greifst. Wohin dieser Weg führt, bemerkst du allmählich. Was willst du für Konsequenzen daraus ziehen?

    Viele Grüße
    AmSee

    Ich guck ja mehr oder minder deinetwegen….

    Ich fand den gar nicht sooo übel, aber auch n bisschen sehr heftig, zu viele mir leider allzu bekannte Themen/ Problematiken drin, Suchtmist, Trauma, und und und…

    Der Neuling hat mir gefallen, hält sich an Regeln, intelligent, idealistisch… Ob der wieder kommt? nixweiss0

    Ein Kommissar, der dem Alkohol und Pillen so verfallen ist und derart verantwortungslos Auto fährt… Nee, find ich nicht in Ordnung, gefällt mir gar nicht…

    Die Oma…. hab mich echt gefragt, ob du noch auf deren Seite bist, wie du’s vorher geschrieben hattest… Als Mutter und Oma eine absolute Katastrophe…

    Der Sohn…. Hilfe, wie haben die den Schauspieler so hingekriegt?

    Grüße
    AmSee


    Was ich über Dich schrieb (NPC und so) stimmt gar nicht. Ich entschuldige mich dafür.

    Entschuldigung angenommen.


    Ich werde mit meinem Namen hier fortfahren aber eine längere Pause einlegen und mich erst nach einer 14-tägigen Abstinenz (sofern ich es schaffe) zurückmelden.

    Ich find‘s gut, dass du erst Abstinenz anstreben willst, bevor du dich wieder melden willst. Ein Hinweis aber: Wenn du Schwierigkeiten dabei hast, also Suchtdruck o.ä., kannst du dich hier melden.

    Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie hilfreich und tragfähig die Unterstützung anderer trockener Alkoholiker an bestimmten Stellen sein kann…


    Ähnliches gilt für ein Forum: Warum sollte man sich nicht zunächst mit wohlwollender Sympathie begegnen und die Unterschiede akzeptieren?

    Tust du das denn, wenn du mich so wie im folgenden Zitat diffamierst?


    AmSee13

    Dein Kommentar ist angriffig und unsachlich. Solche Leute wie Dich nennt man NPC.

    Mensch, VJ, tritt doch mal zurück und schau dir aus etwas mehr Distanz an, was hier abgeht.

    Keiner will dir was Böses, aber so, wie in den Wald hineingerufen wird, schallt‘s mitunter zurück.

    laugh2
    Schon interessant, wie unterschiedlich die Empfindungen sind.
    Nun bin ich zwar kein Tatort-Profi wie andere hier, aber mit den Boerne- und Thiel-Charakteren sowie den Nebencharakteren dieser Serie bin ich halbwegs vertraut. Ich fand diese Folge gar nicht mal soooo übel und recht unterhaltsam. Meiner Tatort erfahreneren besseren Hälfte ging’s ähnlich. ^^
    Gewiss war’s etwas Alkohol und THC lastig, aber das hat mich nicht weiter gestört. Ich denk mir da meinen Teil und gut iss. ;)

    Von mir also 4 von 5 Blaulichtern. 8)

    Viele Grüße
    AmSee

    Hallo Kristin,
    herzlich Willkommen in dieser Online-Selbsthilfegruppe. :welcome:
    Schön, dass du zu uns gefunden hast und dich getraut hast, dich zu melden. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass allein dieser Schritt, erstens zu erkennen, dass mit dem eigenen Alkoholkonsum etwas wirklich nicht mehr stimmt, und sich einzugestehen, ein Sucht-Problem zu haben, und zweitens sich dazu eine Gruppe zu suchen und sich dann auch noch öffentlich dort zu melden, gar nicht so leicht ist.

    Kurz zu mir: Ich bin Ende 40, w, inzwischen seit bald 15 Monaten trocken und ich bin in einer Alkoholikerfamilie aufgewachsen.

    Aus eigener Erfahrung weiß ich gut, wie leicht man in so eine Abhängigkeit hineinrutscht. Alkohol kommt ja anfangs auch so harmlos daher und entfaltet seine entspannende, enthemmende Wirkung binnen Sekunden nach dem Trinken. Alkohol als Mittel, den Beruf zu ertragen und weiterhin zu funktionieren, ist mir selbst gut bekannt.

    Wohin sich sowas dann entwickelt, hast du nun am eigenen Leibe erfahren. Der Konsum wird mehr, man verliert zunehmend die Kontrolle über die Trinkmenge, was man am nächsten Tag deutlich spürt, man baut sein Leben mehr oder minder um den Alkohol auf, das Vorhaben, mit dem Konsum mal kürzer zu treten und und vielleicht mal den nächsten Abend keinen Alkohol zu konsumieren, wird gegen Abend in der Regel wieder über den Haufen geworfen.

    Du hast erkannt, dass du in einen Kreislauf geraten bist, der dir definitiv NICHT gut tut, das ist schon mal ein wichtiger Anfang.

    Dass du eine gewisse Angst verspürst, zukünftig auf den Alkohol ganz verzichten zu müssen, ist normal, ich hatte diese Angst auch und anderen in deiner Situation ging und geht es ganz ähnlich. Dass der Kopf dir sagt "Ach, irgendwie kriegst du es schon hin weniger zu trinken und den Alkohol trotzdem in deinem Leben zu behalten.", kenne ich auch von mir, aber auch dir ist grundsätzlich bereits klar geworden, dass das nicht funktioniert und nicht funktionieren wird. Auch damit hast du für dich schon etwas Grundsätzliches klar.

    Ich hatte am Anfang auch Angst davor, von nun an gänzlich auf Alkohol verzichten zu müssen, hab sogar noch verhandelt, ob ich nicht ab und zu ganz selten mal eine Ausnahme machen dürfte. Man hat mir dringend davon abgeraten und seit geraumer Zeit hab ich auch begriffen, warum.

    Ich kann dir versichern, ich hab schon seit einer ganzen Weile nicht mehr das Gefühl, auf etwas Wichtiges in meinem Leben verzichten zu müssen, sondern fühle mich im Gegenteil befreit. Ich fühle mich frei vom Zwang, Alkohol konsumieren zu MÜSSEN, und frei, mein Leben so gestalten zu können, wie ICH es will und wie es mir tatsächlich jeweils gut tut. Ich bin außerordentlich zufrieden abstinent. Das bedeutet nicht, dass immer alles toll ist, aber mein Leben gefällt mir grundsätzlich besser.

    - Und da liegt sozusagen auch der Ansatz, der wirklich hilft und trägt: Mach dich frei von dem Gedanken auf etwas Wichtiges verzichten zu müssen und ändere das in den Gedanken und das Vertrauen, dass du frei wirst von einem Zwang und frei wirst zu einem Leben nach deiner Wahl.


    Wie könnte es nun für dich weitergehen?

    Die anderen haben dir schon den Gang zu einer Suchtberatung empfohlen. Das rate ich ebenfalls. Die dürften dort Informationen für dich haben und dich zu deinen nächsten Schritten beraten können, u.a. anderem bietet sich wegen der Gefahr, die ein sogenannter „Kalten Entzug“ mit sich bringen kann, ein Arztbesuch an. Indem du dich vor deinem Arzt outest, verbaust du dir auch ein sogenanntes Hintertürchen, außerdem wirst du körperlich einmal durchgecheckt, denn der Alkoholmissbrauch kann auch körperliche Folgen und/ oder Mangelerscheinungen nach sich ziehen.


    Empfehlen kann ich dir, dich etwas mehr in das Thema einzulesen. Wir haben hier im Forum eine Literaturliste, in der du fündig werden kannst.
    Falls du sie noch nicht entdeckt hast, hier ein Link dorthin:

    https://alkoholforum.de//index.php?topic=1715.0

    Mich haben das Buch von Simon Borowiak, „Alk“, das Buch von Daniel Schreiber, „Nüchtern“ und das Buch von Catherine Gray, „Vom unerwarteten Vergnügen, nüchtern zu sein“ ziemlich angesprochen.

    Wenn du mit dem Trinken aufhörst, reicht es nicht, nur das Glas stehen zu lassen. Wenn du dauerhaft Erfolg haben willst, wirst du dein Leben mehr oder minder stark umkrempeln müssen, das bedeutet zum Beispiel, deinen Feierabend ganz anders zu gestalten als bisher. Wenn du weiter so machst, wie bisher, wird dich dein Suchtgedächtnis immer wieder plagen, teils nicht gerade wenig, man nennt das triggern. Um das zu vermeiden, musst du etwas grundsätzlich anders machen. Hättest du diesbezüglich schon ein paar Ideen?

    Wenn du Fragen an uns hast, immer nur heraus damit.

    Viele Grüße
    AmSee

    Moinsen,
    ich denke, dass wir uns den angucken werden. Thiel und Boerne gucken wir uns öfter mal an.
    Gefühlig zwischen den beiden ist es doch immer wieder mal… Oder was soll man sich darunter vorstellen? nixweiss0

    Wir lesen uns?!

    Liebe Grüße
    AmSee

    P.S.: Nordic Walking warst du… Chapeau…. Steckt ein Neujahrsvorsatz dahinter?
    „Gehen Sie in den Schmerz rein.“ passt nicht immer…hab ich zwischendurch in meiner regelmäßigen KG gelernt. Devise also jetzt: Nicht zu viel, ABER auch nicht zu wenig. bored013

    Hallo zusammen,
    hab gestern in der ARD-Mediathek den Film „Freunde“ gesehen. Der hat nichts mit dem Alkohol-Thema zu tun, könnte sogar eventuell aufgrund des Alkoholkonsums im Film den einen oder anderen anderen triggern, aber abgesehen davon hat mir der Film ausnehmend gut gefallen. Zwei hervorragende Schauspieler, beeindruckendes Drehbuch, ansprechende Kulisse.
    Justus von Dohnányi hat mich in diesem Film wieder sehr beeindruckt.
    Das Thema ist nicht leicht, es fängt schwer an, doch nach und nach tritt eine Entspannung ein.

    Fernsehfilm Deutschland 2020 +++ Am Tag der Beerdigung seiner Frau will Patrick sich das Leben nehmen. Doch plötzlich taucht Malte bei ihm auf, sein bester Freund aus Jugendzeiten, den er seit über 30 Jahren nicht mehr gesehen hat. +++ Mit Ulrich Matthes, Justus von Dohnányi | Regie: Rick Ostermann


    https://www.ardmediathek.de/video/filmmitt…IyYWRlM2Q2MTI5/


    Liebe AmSee, lass dich nicht weiter triggern. Ich kenne dich hier schon eine Weile und schätze dich sehr ♡

    Ohne tiefsten Punkt ist halt alles nix :(

    Deshalb: Eine Runde Popcorn für uns ;) Und jetzt mag ich in diesem Thread echt nix mehr posten.

    Liebe ichso,
    mich triggert hier wirklich gar nichts. Ich sehe das wahrscheinlich ganz ähnlich wie du.

    Danke dir übrigens für das Kompliment, gebe ich gerne zurück.

    Ich bin hier auch raus, erwarte da derzeit keinen Wandel mehr. Angebote hat’s zweifellos genug gegeben.
    So, wie ich die Aktiven hier kennengelernt habe und einschätze, geht’s denen ähnlich wie uns beiden.

    Doch, wer weiß, vielleicht werden wir ja noch überrascht? Können es VJ letztlich nur wünschen, dass der Groschen fällt.

    Popcorn nehme ich gerne. 44.


    NPC ist ein Begriff aus der Computer-Spiel-Branche. NPC heißt Non-Player-Character. Dabei handelt es sich um Figuren, die fest programmiert sind und hinter denen sich kein Spieler befindet.

    Gleichnishaft überträgt man diesen Begriff auf Menschen, die ebenfalls fest programmiert erscheinen, also Menschen, die nur das wiedergeben, was in sie massenmedial einprogrammiert wurde. Verkürzt ausgedrückt: Menschen ohne eigene Meinung.

    Was mich noch interessieren würde, ist, wie du diesem Urteil über mich kommst. Ich erwarte darauf allerdings keine Antwort, da sie mir aufgrund dessen, was du bislang hast verlauten lassen, bereits zu kennen glaube. Ich habe inzwischen meine Zweifel, ob du überhaupt selbstkritisch genug bist, deine Fehler zu bemerken und sie dir (und anderen) einzugestehen.
    Offen, wie ich nun einmal grundsätzlich bin, ließe ich mich in deinem Fall gerne eines besseren belehren.

    Dein Beitrag lässt erkennen, dass du nicht die geringste Ahnung von mir hast und wie ICH zu meinem Wissen gekommen bin.

    Mich juckt es übrigens nicht, was DU über mich denkst. Ich hab dir freundlicherweise ein Angebot für einen sachlichen Austausch gemacht, der für DICH hätte hilfreich sein können. Du hast es ausgeschlagen und mir unfreundlicherweise sinnbildlich noch vor die Füße gespuckt. Fragt sich, WEN das hier disqualifiziert.


    Es gibt Menschen, die 10 Valium 10 täglich einnehmen oder Unmengen von Heroin oder Kokain.

    Soll ich die Alkoholmenge herunterspielen? 2 Fl. Bier am Abend fände ich OK., das machen viele. Die Alkoholmenge, die ich täglich zu mir nehme (10 Fl. Bier) ist nicht mehr normal, das ist Alkoholismus. Oder würden Sie das anders sehen?

    Hallo VJ,
    Vergleiche mit anderen bringen dich nicht weiter. Selbst 2 Fl. Bier am Abend können nicht mehr ok sein.
    Wenn du dich etwas mehr mit dem Thema „Alkoholismus“ beschäftigst, kann dir auch klar werden, warum.

    Nicht unbedingt die Menge macht es aus, ob jemand Alkoholiker ist oder nicht.
    Abhängigkeit beginnt schon da, wo jemand sein Leben um den Alkohol herum baut, es gewissermaßen danach ausrichtet, wann und zu welchen Gelegenheiten Alkohol konsumiert werden darf. Alkoholismus fängt im Kopf an und führt ungestoppt irgendwann zu körperlicher Abhängigkeit, wenn einem nichts anderes mehr übrig bleibt, als saufen zu MÜSSEN.

    Es mag Menschen geben, die jahrzehntelang nur ihre 2 Fl. Bier am Abend konsumieren, die Regel ist das nicht. Und bei DIR hat es ja offenbar auch nicht funktioniert.

    Alkohol ist nun einmal ein Nervengift, das tief in die Biochemie des Gehirns eingreift und nicht nur dort, sondern auch an diversen anderen Stellen im Körper mächtig Schäden anrichtet.
    Und ja, auch zwei Fl. Bier am Abend bleiben nicht folgenlos, auch wenn das gerne außer Acht gelassen oder verdrängt wird. Alkohol ist leider in unserer Gesellschaft allgegenwärtig und sein Konsum gesellschaftlich anerkannt und etabliert. Seine Schattenseiten werden in der Regel erst dann bemerkt, wenn das Kind sprichwörtlich in den Brunnen gefallen ist.

    Auch ich komme zu dem Ergebnis, dass du immer wieder von dir ablenkst und stattdessen lieber andere provozierst.

    Was wir alle dir hier zu sagen versucht haben, scheint dich bislang nicht erreicht zu haben.

    Es wirkt ganz so, dass du dich (noch?) nicht wirklich mit DIR und deinen eigenen Problemen beschäftigen willst (kannst?)


    Ich kann dir nur wünschen, dass der sogenannte Groschen irgendwann noch bei dir fällt.
    Ungestoppt verläuft die Alkoholkrankheit leider tödlich.
    Und was ich dir geschrieben habe, ist leider kein Wissen, was in mich massenmedial einprogrammiert wurde. Andere, die schon deutlich länger dabei sind als ich, werden dir bestätigen können, was ich dir geschrieben habe, und sie werden die traurigen Tatsachen bestätigen können, u.a. auch deshalb weil sie leider genügend Menschen kennengelernt haben, die am Alkoholismus zugrunde gegangen sind.

    Grüße
    AmSee

    Ergänzung:

    insbesondere weil ich die Fähigkeit besitze immer völlig sachlich zu bleiben.

    Du magst von dir glauben, dass du IMMER sachlich bleibst, aber dein letzter Beitrag an mich deutet darauf hin, dass das nicht immer der Fall ist.

    Zwar magst du auf Psychologen schlecht zu sprechen sein, aber das sogenannte „Vier-Ohren-Modell“ des Kommunikationspsychologen Friedemann Schulz-VonThun hat einiges für sich und ist für die Analyse von Kommunikationssituationen recht hilfreich.

    Schulz-VonThun hat herausgefunden, dass eine Nachricht auf verschiedene Weise verstanden werden kann, ebenso wie sie auf verschiedene Weise gesendet werden kann. Er hat dabei vier verschiedene Ebenen festgestellt: Sach-Ebene, Beziehungs-Ebene, Selbstoffenbarungs-Ebene, Appell-Ebene.

    Deine Antwort an mich macht deutlich, dass meine Fragen an dich, die einer sachlichen Klärung dienen sollten, sozusagen auf der „Beziehungs-Ebene“ bei dir angekommen sind. Ich vermute, dass du sie deshalb als „angriffig und unsachlich“ aufgefasst hast.

    Warum meine sachlichen Klärungsfragen so bei dir angekommen sind, wäre interessant mal zu hinterfragen.

    Lass uns doch nun aber erstmal zur Sachlichkeit zurückkehren.

    Wie ich selbst und andere dir deutlich zu machen versucht haben, ist die Diskussion über Sinn und Unsinn von Entziehungseinrichtungen nicht zielführend bei der Frage, was DIR hilft, „trocken“ zu bleiben.

    Wie wäre es, wenn der Austausch nun darüber stattfinden könnte?

    Was meinst du, könnte DIR nun auf deinem neuen Weg helfen?
    Hast du diesbezüglich vielleicht Fragen an uns?

    In der Richtung kannst du Hilfestellung bekommen, indem wir unsere Erfahrungen damit, was für UNS hilfreich war, mit dir teilen.
    Ob du diese Hilfestellung dann annimmst oder nicht, bleibt völlig dir überlassen, weil es in deiner eigenen Verantwortung liegt.

    Grüße
    AmSee

    Hallo VJ,
    es ist mir nicht entgangen, dass du derzeit krawallig aufgelegt bist und recht leicht etwas „in den falschen Hals“ bekommst.

    Bist du vertraut mit dem „Vier-Ohren-Modell“ nach Friedemann Schulz-VonThun?

    Lies meinen Beitrag mal auf dem Sach-Ohr, vielleicht kommst du dann zu einem anderen Urteil über mich.

    Ich kann aufgrund dessen, was du über dich erzählt hast, nachvollziehen, warum du auf Entzugskliniken, Mediziner und Therapeuten nicht gut zu sprechen bist.
    Diesbezüglich hat dir Gerchla eine ziemlich gute Antwort gegeben, deshalb hab ich dir dazu nichts Weiteres geschrieben.

    Übrigens hast du meine Frage nicht direkt beantwortet. Aufgrund deines letzten Beitrages schließe ich, dass es in Richtung der ersten beiden von mir benannten Punkte geht.

    Diskussionen über Sinn oder Unsinn von Entzugseinrichtungen halte ich für wenig zielführend, zumal die Erfahrungen damit meiner Kenntnis nach ziemlich unterschiedlich sind.

    Von außen kann man keinen Alkoholiker „trocken“ reden. Entweder will er es von sich aus und setzt alles daran, es zu werden, oder er will es nicht. In Entzugskliniken befinden sich meiner Kenntnis nach nicht nur solche Alkoholiker, die es von sich aus wollen. Warum solche, die dort sogar Saufpartys veranstaltet haben sollen, in deiner Entzugsklinik nicht geflogen sind, weiß ich nicht. Wie sollte ICH das beurteilen können? Andere Entzugskliniken verfahren da, wie ich gehört habe, ganz anders.

    Mich interessiert hier in dieser Online-SHG eher, was MIR und anderen dabei hilft, trocken zu BLEIBEN.
    Ich habe diesbezüglich inzwischen meine Antworten gefunden.

    Viele Grüße
    AmSee

    Hallo VJ,
    erstmal: Schön, dass du wieder etwas von dir hören lässt.

    Ich freue mich für dich, dass du den Entzug nun hinter dir hast und dein Selbstversuch glimpflich abgegangen ist.

    Wie ich heraus höre, hattest du dich über die Risiken informiert und sie bewusst, weil du (aufgrund eigener schlechter Erfahrungen?) wenig Vertrauen zu Medizinern hast, in Kauf genommen.

    Ich würde aufgrund der Erfahrungen mit meinem Vater und der Kenntnisse, die ich inzwischen über dieses Thema habe, immer wieder zu einem medizinisch begleiteten Entzug raten. Ganz besonders, wenn ich in einem anonymen Online-Forum antworte, da ICH die Verantwortung nicht übernehmen mag, wenn’s bei dem- oder derjenigen oder einem stillen Mitleser oder einer stillem Mitleserin schief geht.
    (Übrigens muss der medizinisch begleitete Versuch nicht unbedingt medikamentös und nicht unbedingt ausgerechnet mit Distra erfolgen. Das Zeug ist mir selbst durch meinen Vater aus den 80-Jahren bekannt, weiß gar nicht, ob das überhaupt noch Up-to-Date ist, so, wie das gewirkt hat.)


    Ich frage mich, was du mit deinem Beitrag eigentlich aussagen möchtest.

    Möchtest du einfach mal deinen Frust über Mediziner, Psychiater, Trockene Alkoholiker in Selbsthilfegruppen, Therapeuten in Therapieeinrichtungen, mit denen du schlechte Erfahrungen gemacht hast, raushauen?

    Oder soll das der Auftakt für eine allgemeine Auseinandersetzung mit den Themen „Autonomie von (alkoholkranken) Patienten“, „Auftreten trockener Alkoholiker gegenüber Neulingen“, „Auftreten von Therapeuten gegenüber Patienten in Therapieeinrichtungen“ sein?

    Oder soll es uns näher erklären, warum du deinen eigenen Weg finden musst?


    Du schreibst, dass du deinen eigenen Weg finden musst: Hast du dir schon Gedanken darüber gemacht, worauf du dabei achten möchtest? Vielleicht bietet sich darüber am ehesten ein Austausch an. - Gerchla hatte dich ja auf die größere Herausforderung der psychischen Abhängigkeit hingewiesen.

    Viele Grüße
    AmSee