Susanne laugh2 44.
Beiträge von AmSee13
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Liebe Orangina,
ich kann nachvollziehen, dass du mit gewissen Begriffen Schwierigkeiten hast. Mir ging das zum Beispiel mit dem Begriff „Nasses Denken“ und mit dem Begriff „übergriffig“ so.Die Begriffe „trocken“ und „Arbeit“ haben mir eigentlich nie Schwierigkeiten bereitet, der Begriff „Alkoholiker“ schon, weil ich dabei an das Elend dachte, das die Krankheit meines Vaters angerichtet hat.
Doch als mir klar wurde, dass es so nicht mehr für mich weitergehen kann und darf, verlor der Begriff „Alkoholiker“ für mich seinen Schrecken und mich interessierte eigentlich nur, wie ich da herauskomme.Mit Nathalie Stüben habe ich mich, obwohl du mir ihre Podcasts schon vor einer Weile empfohlen hattest, bis heute nicht näher beschäftigt, weil ich schon beim ersten Zuhören keinen Zugang dazu fand. nixweiss0
Mit zunehmender Beschäftigung mit der Thematik bin ich übrigens auch hinter die Bedeutung der von mir genannten Begriffe gestiegen und meine Schwierigkeiten damit haben sich inzwischen gelegt.
Und der Begriff "Trockenarbeit " passt nicht wirklich gut.
Das ist jetzt vielleicht Haarspsalterei (was es nicht sein soll und ich hoffe, du fasst das nicht so auf ), aber für mich sind gewisse Bezeichnungen und Begrifflichkeiten sehr wichtig,sie zu vermeiden.Nein, ich fasse das gewiss nicht als Haarspalterei auf, ich finde den Austausch über solche Begrifflichkeiten durchaus erhellend.
Für mich ist es zum Bsp auch sehr wichtig zu unterscheiden von: ich verzichte auf Alkohol/ ich trinke keinen Alkohol.
Das hat für mich eine ganz andere Gewichtung und beeinflusst auch meine Haltung zum Alkohol.Eine solche Unterscheidung in der Formulierung ist mir übrigens auch wichtig, denn ich vermeide, wie ich oben schon geschrieben habe, den Gedanken, auf etwas Gutes/ Positives verzichten zu müssen. Ich fühle keinen Verzicht, wenn ich keinen Alkohol trinke, sondern ich trinke einfach keinen Alkohol.
Heutzutage denke ich bei Alkohol eigentlich nur noch daran, dass es ein Nervengift ist, denn die positive Wirkung der Abstinenz auf meinen durch die MS geschädigten Körper hat mich ziemlich beeindruckt.
Ich verzichte ja auch nicht auf Heroin, nur weil ich kein Heroin nehme. Angeblich soll das ja richtig schön high machen. :devilsmile:Liebe Grüße
AmSee -
Ja krass! AmSee's Lied hat mich etwas erschreckt
In meinem Kopf ist sie ganz sanftmütig 
Lach. Demnach ist dir meine zweifellos vorhandene dunkle Seite bislang verborgen geblieben. :devilsmile:
Hab noch ein deutschsprachiges Lied herausgesucht, das vielleicht einen Teil von dir (und mir) zum Ausdruck bringt….
Rosenstolz, Ich bin ich
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HolladieWaldfee, ichso, da stellst du mich aber vor eine enorme Herausforderung, einen Song zu nennen, der dich treffend beschreibt!
Bei so etwas tue ich mich immer enorm schwer und so erlaube ich mir, es mir etwas leichter zu machen und dir einen Song zu posten, den ich ich für mich als hilfreich in schwereren Tagen empfinde und mich dabei unterstützt, mich (wieder) frei zu machen.
Disturbed, „Are you ready“
Externer Inhalt youtu.beInhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklärst du dich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.Gratulation zu 15 Jahren Trockenheit!
Liebe Grüße
AmSee -
@ AmSeeWas meinst du mit Trockenarbeit?
Ich hab nicht das Gefühl, dass ich arbeiten muss ,und abstinent zu bleiben.
Das war höchstens 1 Monat lang für mich etwas anstrengend, weil meine "Gewohnheit " weggebrochen ist und ich umdenken lernen musste.
Einem Notfallplan hatte ich auch ,..Aber heute denke ich gar nicht mehr an Alkohol.„Trockenarbeit“ oder vielmehr „Trockenheitsarbeit“ ist, wie ich das kennengelernt habe, ein Sammelbegriff für alle Maßnahmen sowie für den Aufbau und die Pflege neuer Denk- und Verhaltensmuster, mit denen ich mir meine Trockenheit bewahre und dabei ein zufriedenes Leben führe.
Diese „Trockenheitsarbeit“ fühlt sich auch für mich längst nicht mehr so an, dass ich dafür „arbeiten“ müsse, um abstinent zu bleiben, aber Fakt ist, dass das sogenannte Suchtgedächtnis nicht gelöscht werden kann. Wer einmal suchtkrank geworden ist, bleibt es sein Leben lang. Zwar habe ich mir in den vergangenen Monaten neue Denk- und Verhaltensmuster angewöhnt, habe bestimmte Maßnahmen ergriffen, aber mir ist bewusst, dass grundsätzlich eigentlich immer etwas eintreten kann, was alte Denk- und Verhaltensmuster auf den Plan ruft.
Das kann ein einzelnes Ereignis sein, das mich triggert, und mich doch wieder zu dem als höchst wirksam bekannten Hilfs-Mittel Alkohol greifen lässt. Das kann Leichtsinn sein, weil mir etwas in mir vorgaukelt, dass mir nach Monaten oder Jahren der Abstinenz doch „ein Gläschen zu diesem einen ganz besonderen Anlass“ doch gewiss nicht schaden wird. Das kann ein trinkendes Umfeld sein oder das Beispiel unserer Gesellschaft im Allgemeinen, in der Alkoholkonsum selbstverständlich und etabliert ist, das dazu verführt, auch wieder daran teilhaben zu wollen.
Der Erfahrungsaustausch hier in diesem Forum zum Beispiel ist Teil meiner sogenannten „Trockenheitsarbeit“.
Viele Grüße
AmSee -
Ich glaube, ich habe noch niemanden kennen gelernt, der noch trinken wollte, noch viel positives dran gefunden hat, und der dann dauerhaft stabil und zufrieden trocken geworden wäre.
Susanne , doch, du hast so jemanden kennengelernt und zwar vor 16 Monaten.
Hallo Susi,
ich sehe das allerdings auch so wie Susanne, dass jemand, der „eigentlich“ noch gerne trinken würde, kaum zufrieden abstinent sein wird. Entscheidend dafür, zufrieden abstinent zu sein, ist tatsächlich, von der Entscheidung gänzlich überzeugt zu sein.
In praktisch allen, die "eigentlich" noch gerne trinken würden, nagt das dann, und das Unterbewusste, aus dem dieses Bedürfnis, zu trinken, kommt, schafft dann plausible Gründe, die einem vormachen "ach eins geht doch". Oder man lässt irgendwie Probleme so lange anwachsen, achtet nicht auf sich, löst es nicht, bis der einzig möglich erscheinende Ausweg mal wieder ein gescheites Trinkgelage ist. Es gibt noch mehr solche Mechanismen.
Und dann hängt man wieder drin, es ist nicht nur Gewohnheit, das Belohnungszentrum im Hirn weiss auch, dass es der Weg des geringsten Widerstands ist. Du musst nichts tun, Du musst Dir nur was besorgen und es trinken. Keine langen Entspannungsübungen und den ganzen Kram.Das sehe ich auch so.
Als ich hier vor 16 Monaten aufschlug, war ich besorgt wegen meines Konsums und suchte Rat, eigentlich aber wollte ich nicht mit dem Trinken aufhören.
Bei mir war es dann aber so, dass ich meine eigenen Erfahrungen in den Erfahrungsberichten anderer wiedererkannte, ich war noch nicht unbedingt so weit gekommen wie sie, aber ich kannte mich gut genug, um klar zu erkennen, wohin es mich führen würde, wenn ich weitermachte. Und da wollte ich auf gar keinen Fall hin.Susanne hatte mir damals geschrieben, dass sie zufrieden abstinent sei. Das hörte sich gut und erstrebenswert für mich an und ich wollte da auch hin. Und so habe ich sehr viel zum Thema „Alkoholismus“ gelesen. Und ich habe stets daran gearbeitet, nicht den Gedanken aufkommen zu lassen, ich würde etwas Gutes/ Positives vermissen. Denn wenn du glaubst, dass du auf etwas, was du als gut und angenehm empfindest, verzichten musst, wird dein Belohnungszentrum im Gehirn dich bei allen möglichen passenden und unpassenden Gelegenheiten daran erinnern und du wirst Suchtdruck verspüren.
Ich bin hier anders gestartet als manch anderer, aber „eigentlich“ gerne doch nochmals ein Glas Wein oder Sekt oder… möchte ich garantiert nicht mehr trinken. Ich kann einem Glas Wein, Sekt, Bier etc. inzwischen tatsächlich nichts Positives mehr abgewinnen und es fühlt sich für mich definitiv nicht so an, als würde mir etwas fehlen. Und damit das auch so bleibt, betreibe ich das, was man „Trockenarbeit“nennt.
Wenn auch du dich ein wenig einlesen magst, so findest du neben den Erfahrungsberichten hier im Forum auch geeignete Literatur in unserer Literaturliste. Hier ein Link:
https://alkoholforum.de//index.php?topic=1715.0
Empfehlen kann ich dir darunter u.a:
Simon Borowiak
Daniel Schreiber
Catherine GrayViele Grüße
AmSee -
@ AmSee:
Es geht eher um das nicht akzeptiert werden,nur weil ich aus ihrer Sicht anders ,also eigenartig (komisch, befremdlich) bin.Mir ist bewusst, dass es im Grunde um dieses Bedürfnis geht.
Versuch dich trotzdem mal ganz auf die Frage einzulassen.Mein Gedanke ist folgender: Wenn du, die Erwachsene, weiß, was du willst und was du nicht willst und du dich schließlich gänzlich genau so annehmen kannst, wie du nämlich bist, dann bist genau du diejenige, die Kontakt zu dem verletzten, abgelehnten Inneren Ich aufnehmen kann und ihm die Anerkennung zukommen lassen kann, die ihm gefehlt hat.
Wenn sich der Kreis damit sozusagen schließt, wirst du nicht mehr so davon abhängig sein, Anerkennung von deiner Mutter zu bekommen.
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Dieses "Du bist halt eigenartig" hat mir schon einen Stich versetzt. Klar, alte Verletzung!
Und ich will darüber lächeln (und sagen ): Ja, genau, das bin ich. Ohne Wertung, ohne dass es mich trifft.Ich frag mal ganz direkt, weil da vielleicht ein Ansatz liegt:
Möchtest du denn so „un-eigenartig“ wie deine Mutter sein?
Oder möchtest du viel lieber ganz anders sein als sie?
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Das machts ja so schwierig. Es kann einerseits nur dahingesagt sein, es kann ein gezieltes Druckmittel sein, es kann aber auch sein, dass Dein Gegenüber tatsächlich so verzweifelt ist, dass es den Worten auch Taten folgen lassen würde.Und oft ist es auch noch eine Mischung aus allem. Ich kenn das Spielchen auch aus der Innenperspektive. Manchmal wusste ich selbst nicht mehr, ob ich leben oder sterben wollte. Und das ging mir auch so, wenns niemanden gab, mit dem ich das Spielchen spielen wollte.
Richtig, es macht‘s und ist schwierig.
Ich betrachte das jetzt aber mal aus unserer „erwachsenen“, abgeklärten Perspektive, die wir - davon darf ich hoffentlich ausgehen - inzwischen erreicht haben.
Ich halte es erstens für etwas leichter, wenn ich grundsätzlich schon einschätzen kann, wie „ernst“ solche Drohungen gemeint sind.
Und wenn’s denn doch ernst gemeint ist oder meinetwegen eine Mischform, lasse ich mich heute nicht mehr von solchen Drohungen erpressen, weil ich endlich begriffen habe, dass jeder (Erwachsene) für sich selbst verantwortlich ist und sowieso seine eigenen Entscheidungen trifft.
Übrigens kenne ich das „Spielchen“ ebenfalls aus der Innenperspektive und hab‘s immer mal wieder mit mir selbst gespielt…
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Ich merke aber, dass ich nicht mal mehr diese Stunden haben möchte und auch nicht mehr die Minuten. Ich merke genau daran , dass eben noch nicht alles "gut" ist bei mir.Ja, klar verstehe ich, was du meinst.
In dem, was du da geantwortet hast, nehme ich eine Antwort aus deinem Inneren wahr: Du willst nicht einmal mehr die Minuten. Was ich übrigens gut nachvollziehen kann.Deswegen ja meine Frage, ob du die Abstände nicht einfach etwas vergrößern kannst.
Deine Mutter wird’s möglicherweise nicht verstehen und es wird sie möglicherweise auch nicht verändern, aber dem Bedürfnis aus deinem Inneren wirst du mehr gerecht.
Abgesehen davon besteht in dem Fall vielleicht eher die Chance, dass sie über ihr Weltbild zumindest ein bisschen nachdenkt oder sich vielleicht etwas mehr zurückhält, wenn davon ausgegangen werden kann, dass sie grundsätzlich Kontakt zu dir haben möchte. -
Also warum hätte ich jemals glauben sollen, dass das nur so dahingesagt wäre?Deswegen ja meine Frage.
In meiner Familie waren sowas nämlich nur Drohungen, die sozusagen nur so dahingesagt wurden. Als Kind hab ich das für bitterernst gehalten.
Ich weiß aber grundsätzlich, dass solche Drohungen auch ernst gemeint und wahr gemacht werden können…. -
Und trotzdem werden einen gewisse Leute immer wieder nerven oder sie sind eine anstrengende Gesellschaft.Definitiv!
Gestern war’s zur Abwechslung mal wieder angenehm. Wäre schön, wenn’s immer so liefe….Musste bei dem, was du eben über deine Mutter geschrieben hast, an meine Schwiegereltern denken. Zwar wurde meiner Erinnerung nach noch nie einfach der Hörer aufgelegt, aber ich nehme da so gewisse Ähnlichkeiten wahr.
Gut, dass du nicht mehr hinterher telefonierst, um einen Scheinfrieden herzustellen. Für mich sind das „Spielchen“, die ich von meiner eigenen Familie kenne und gehasst habe.
Ist nicht so einfach, sich gegen so etwas abzugrenzen, besonders wenn man noch verletzbar ist…..
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Hallo liebe AmSee
nein, ich denke nicht, dass sich etwas verändern würde, wenn ich die Abstände vergrößern würde.
Damit wäre für mich die Schwiergkeit nach einem alle drei Wochen Telefonat nicht vom Tisch.Hallo liebe Orangina,
ich hab dabei auch nicht daran gedacht, dass die Schwierigkeit vom Tisch wäre. Denn ich bezweifle, dass sich die grundsätzlich ablehnende Haltung deiner Mutter gegenüber einer anderen Linie als der ihren ändern würde.
Ich denke nur, dass mir zum Beispiel eine lediglich ein Mal im Monat geschlagene Wunde, nur ein Mal im Monat wehtun würde. Für mich wären das vier Wochen Regenerationszeit und vier Wochen Zeit, noch stärker und selbstbewusster zu werden.Ich schweife mal kurz ab: Mein Mann wird sich demnächst aus einem beruflichen Gremium, in dem er sich derzeit noch befindet, verabschieden, weil er bei sich unter anderem bemerkt hat, dass er von den einzelnen Sitzungen jeweils noch zwei Tage im negativen Sinne etwas hat.
Liebe Grüße
AmSee -
Ja, noch zu der Frage mit dem Ernst nehmen.Vor meinen beiden Eltern hatte auch eine ganze Menge Erwachsene Angst, weil die beide ihre Drohungen durchaus auch ausgeführt haben. Ich hab das mit den Prügeln ja auch ganz real erlebt. Mein Vater aber auch als Vorgesetzter zu seinen Kollegen. Aber auch Rechtsstreitigkeiten mit Handwerkern am Haus, da kannte meine Mutter keine Gnade. Und sie ist so ein Mensch, sie findet jeden Fehler.
Das musste man ernst nehmen. Der Scheidungskrieg, den sie geführt haben, ganz real, vom Feinsten. Also das war jetzt nicht nur, um kleine Kinder zu erschrecken.Da hattest du offenbar ein Gegenüber, das dich auch real ziemlich in Not gebracht hat….
Wie oben schon geschrieben, kann ich nachvollziehen, warum du den Kontakt zu deinen Eltern zeitweise abgebrochen hast.
Die Frage ist, ob sich Oranginas Problem für sie auch so drastisch darstellt oder ob es auf einer anderen Ebene besteht.
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Welches Kind würde das nicht auf sich beziehen?
Meine Eltern waren zwar so ganz anders als deine, aber die Erfahrung, gewisse Sprüche von Eltern, Großeltern oder sonst welchen Menschen nicht anders als auf mich persönlich beziehen zu können, ist mir vertraut.
Zwar habe ich eine jüngere Schwester, aber zum Reden, geschweige denn kritisch Reflektieren hatte ich auch niemanden bis ich etwa 17 Jahre alt war….Hat man mit zunehmendem Alter und Erfahrung nicht dennoch irgendwann irgendwie heraus, wie ernst gewisse Drohungen oder Warnungen zu nehmen sind?
Kinder aus dysfunktionalen Familien werden früh „erwachsen“, heißt es….Nun sind die Sprüche, die du genannt hast, aber so die ganz großen Kaliber und wie du sagst, werden diese eingesetzt, um etwas Bestimmtes zu erreichen.
Mitunter werden Sprüche aber auch nur aus Unverständnis für eine von den Werten und Normen der Eltern abweichenden Lebensführung rausgehauen. Meine Schwiegereltern zum Beispiel können das ganz gut.
Das kann verletzend sein und man kann darunter leiden, aber für mich stellt sich dabei die Frage, wie ich damit umgehen kann, ohne mich verletzt zu fühlen. Kontaktabbruch ist für mich da nicht unbedingt das optimale. -
Geht jetzt zwar nicht an mich, aber kommt aufs Gegenüber auch an.
Ging auch an dich bzw. an alle, die Interesse haben, mitzudenken und mitzuschreiben….
Bestimmt hängt es auch vom Gegenüber ab….
Bei den Kalibern, die deine Mutter gebracht hat, Susanne: Wusstest du, ob es nur so die üblichen, aus Verletzt-Sein und in verletzender Absicht ausgesprochenen Sprüche sind, die aber nicht umgesetzt werden, oder ob es in vollem Ernst und Ausmaß abgegebene Warnungen waren?Solche „Spielchen“ wie im erstgenannten Fall sind mir vertraut. Bei denen ist halt der Punkt, wie ernst man die nimmt und an sich heranlässt.
Ich denke, es kommt auch darauf an, was ich grundsätzlich für mich selbst will und wozu ich mich in der Lage sehe. Kontaktabbruch ist ja aus verschiedenen Gründen nicht unbedingt immer die richtige oder optimale Lösung.
Grüße
AmSee -
Hallo, Ihr Lieben,
ich lese mal wieder mit Interesse bei euch mit. Spannend, wie sich der Dialog mal wieder entwickelt bzw. wie viele Bereiche damit auch noch angeschnitten werden….Auch bei mir kommen beim Lesen persönliche Erfahrungen hoch. Ich frage mich allerdings, wie weit meine eigenen Erfahrungen hilfreich sind, das, was euch jeweils bewegt, nachvollziehen zu können. Das liegt daran, dass mich der Spruch, den Greenfox öfter mal nennt, „Geht raus aus den Köpfen der Leute.“ , in letzter Zeit mal wieder mehr beschäftigt….
Ich kann nachvollziehen, Orangina, dass und warum du den Kontakt zu deiner Mutter nicht abbrechen willst.
Ich kann auch nachvollziehen, warum Susanne den Kontakt zu ihrer Mutter zeitweise unterbrochen hat. Oder warum ichso den Kontakt abgebrochen hat.
Für mich stellt sich beim Lesen die Frage, ob es nicht noch eine Möglichkeit dazwischen gibt.Als ich bei dir, Orangina, las, dass du einmal in der Woche telefonischen Kontakt zu deiner Mutter hast, dachte ich persönlich bei mir, dass MIR das bei einem solchen Verhältnis, wie du das schilderst, zu viel wäre.
Susanne schrieb davon,Das könnte so bei mir auf Dauer gar nicht funktionieren, es würde mir die Luft abdrücken und dann werde ich explosiv oder völlig ungeniessbar. Damit regelt sich das dann auch, und ich sehe das so pragmatisch, dass mein Unbewusstes schon weiss was gut für mich ist.
Das erinnerte mich daran, wie es mir mit Kontakten solcher Art geht. Inzwischen nehme ich das bei mir so wahr, dass sich etwas in mir dagegen wehrt, mir zu häufig etwas anzutun, was mir selbst nicht so gut tut, obwohl ich da eigentlich Prinzipien verfolge, von denen ich grundsätzlich überzeugt bin.
Ich will lernen, mich nicht verletzt zu fühlen, wenn sie mir wegen anderen Haltungen Vorwürfe macht.
Es ist für mich noch schwer, dies wahrzunehmen (dass sie mich /meine Haltung verurteilt oder ich mit meiner Haltung ihre Weltsicht erschüttere und sie beleidigt ist). Ich will das nicht mehr (dieser Wunsch nach "nimm mich doch bitte so an, wie ich bin")
Das sehe ich als meine Aufgabe an, (für mich ), dies zu lernen.Ich frage mich, ob diese wöchentliche „Konfrontationstherapie“, wie ich sie mal nennen möchte, geeignet ist, das zu erlernen und zu verfestigen, was du lernen möchtest. Wie wäre es zum Beispiel, wenn du die Abstände etwas vergrößern würdest?
Ich hab noch mehr Gedanken, aber ich bringe diese gerade nicht heraus….
Liebe Grüße
AmSee -
Hallo Susi,
willkommen in dieser Online-Selbsthilfegruppe, schön, dass du zu uns gefunden hast. :welcome:Vielen Dank für deine ausführliche Vorstellung, denn so kann ich mir ein Bild davon machen, was dich derzeit beschäftigt. Einiges von dem, was ich bei dir gelesen habe, erinnert mich daran, mit welchen Gedanken und Fragen ich vor 16 Monaten hier aufgeschlagen bin.
Kurz zu mir: Ich bin Ende 40, w, seit 16 Monaten trocken und erwachsene Tochter eines Alkoholikers.
Als ich hier vor 16 Monaten aufschlug, ging‘s mir ähnlich wie dir: Ich war unsicher, ob ich tatsächlich schon ein Alkoholproblem habe und deshalb mit dem Trinken aufhören sollte, oder ob ich - relativ beruhigt - weiter trinken darf.
Ich hatte das lange von mir weggeschoben, dass mit meinem Alkoholkonsum etwas nicht mehr stimme und ich womöglich schon eine Abhängigkeit entwickelt hatte. Ich hab mir selbst durch Trinkpausen immer wieder bestätigt, dass ich nicht Alkoholikerin bin, denn von meinem Vater wusste ich ja, dass ein Alkoholiker nicht mehr mit dem Trinken aufhören kann, wenn er ein Mal angefangen hat. Und ich wusste, dass man dann so bestimmte Verhaltensweisen an den Tag legt.
Da ich alles das nicht hatte, hielt ich mich für „safe“. Ich hab auch ganz bewusst nicht heimlich getrunken, weil ich glaubte, dass ich in dem Fall tatsächlich Alkoholikerin würde. Zur Sicherheit hab ich immer mal wieder einen dieser Online-Tests gemacht, ob ich auch wirklich keine Alkoholikerin bin. Da kam auch immer nur „riskanter Konsum“ heraus.
Doch irgendwie wurde mir das mit meinem Alkoholkonsum dann schließlich doch unheimlich, ich spürte irgendwie, dass da etwas nicht mehr in Ordnung war. Und so suchte ich dann in dieser anonymen Selbsthilfegruppe hier Rat.
Durch die Auseinandersetzung mit Thema erkannte ich schließlich für mich, dass es für mich keine wirkliche Alternative mehr zur völligen Abstinenz gibt. Das sogenannte „Kontrollierte Trinken“ hatte ich mehrfach versucht, aber das war immer ein Kampf für mich gewesen. Hatte ich mir vorgenommen, nur ein Glas zu trinken, bereute ich dieses Vorhaben schon während dieses ersten Glases und gönnte mir nur zu gerne noch ein zweites und ein drittes.
Ich erkannte auch, wie sehr meine Gedanken eigentlich um den Alkoholkonsum kreisten.
Und ich erkannte schließlich und bekenne das heute auch, dass ich bereits Alkoholikerin geworden war, zwar noch nicht körperlich abhängig, aber seit wer weiß wie lange bereits psychisch abhängig. Und ich erkannte, wo‘s mit mir hinkommen würde, wenn ich weiterhin Alkohol konsumieren würde.Ob DU tatsächlich schon ein ernsthaftes Alkoholproblem hast, kann ich dir nicht beantworten, aber es gibt tatsächlich ein paar Hinweise, dass es bei dir nicht mehr ganz harmlos ist. Orangina hat dir davon schon geschrieben.
Angst, nie mehr Alkohol trinken zu dürfen hatte ich übrigens vor 16 Monaten auch. Ich glaub, das ist normal, weil Alkoholkonsum in unserer Gesellschaft so etabliert ist und weil Alkohol eben diese gewisse Wirkung im Gehirn erzielt.
Diese Angst hat sich bei mir schon eine ganze Weile gelegt, ich darf schon seit einigen Monaten sogar feststellen, dass ich zufrieden abstinent bin. Mich reizt inzwischen gar nichts mehr daran, Alkohol trinken zu wollen.
Für mich war es eine der besten Entscheidungen meines Lebens, mich diesem Thema ernsthaft zu stellen.In Gesellschaften lehne ich übrigens Alkohol, sofern er mir angeboten wird, einfach ab, ohne mich näher zu erklären.
Viele Grüße
AmSee -
Hallo Lin,
zunächst erstmal ein Tipp zu Nachrichten:
Formuliere deine Nachrichten am besten in einem anderen Bereich und kopiere diese dann hier hinein.
Oder schreibe deine Nachrichten hier und speichere sie, bevor du sie abschickst, an anderer Stelle.Manchmal liegt es an Sonderzeichen, die du eingefügt hast, dass ein Beitrag verschwindet. Manchmal liegt es auch daran, dass die Zeit für eine Sitzung (voreingegeben sind 60 Minuten) überschritten ist.
Bekannt ist mir auch, dass ein Unterschied dazwischen besteht, ob ich mich hier mit dem Handy oder über einen Computer einlogge.Wenn du den Beitrag, den du eigentlich abschicken wolltest, an anderer Stelle im Handy gespeichert hast, kannst du einen weiteren Versuch starten, ihn abzuschicken. Bei mir hat das meist geklappt.
Nun zu deinem Bruder:
Mit diesem speziellen Problem war ich bislang noch nicht vertraut, aber es sollte auf jeden Fall mit dem Krankenhaus darüber ein Austausch stattfinden, wie die mit diesem speziellen Problem umzugehen gedenken.
Ich könnte mir vorstellen, dass dein Bruder in dem Fall im Krankenhaus unter Aufsicht ein spezielles Medikament bekommt, damit er nicht in einen nicht gerade ungefährlichen sogenannten „Kalten Entzug“ fällt.
Das Krankenhaus muss unbedingt informiert werden, wie es um deinen Bruder steht.Ich hoffe, dass dir das etwas weiterhilft.
Liebe Grüße
AmSee -