Beiträge von AmSee13

    Hallo Brant,

    Danke dir für das Teilen deiner Erfahrungen und deiner Gedanken dazu.

    Diese Geschichte mit dem Zwergkaninchen finde ich ganz schön heftig, insbesondere, wenn ich mir die seelischen Verletzungen des vielleicht fünfjährigen Mädchens vorstelle….


    Viele Grüße

    AmSee

    Hallo CeBe,
    Wie geht es dir denn inzwischen?

    Ich war ein paar Tage unterwegs, daher bin ich nicht zum Antworten gekommen.

    Wie unmöglich, dass sogar solche Erkrankungen scheinbar stigmatisiert sind. Da kann man ja wirklich nicht von Selbstverschuldung sprechen. Irgendwo ganz oben schriebst Du, glaub ich, auch mal von Depressionen. Diese hatte ich auch, das wurde mit Medikamenten gut behandelt. Aber auch da wird schief geguckt, wenn man darüber spricht. Das ist lange her, heute weiß man mehr darüber. Der Begriff wird aber jetzt auch oft ganz falsch gebraucht.

    Ja, ich kenne auch solche Menschen, wie du das von deiner Bekannten erzählst…. Als ich wegen meiner Depressionserkrankung schließlich in die Klinik ging, habe ich da zwar keinen Hehl drum gemacht, aber nicht jeder in meiner Verwandtschaft konnte damit gut umgehen und die wünschten auch nicht, dass das bekannt wurde. 🤷‍♀️

    Da war es schon leichter, als ich die MS-Diagnose bekam…

    Ich selbst gehe ansonsten offen damit um, dass ich diese Erkrankungen habe. Wie sagt man: „Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich’s gänzlich ungeniert.“ 😅

    Ich habe eben das eine oder andere Handicap, das diese Erkrankungen mit sich bringen, musste dabei auch MEIN mein Tempo finden, das nicht unbedingt das Tempo anderer ist. Da lebt es sich leichter, das offen zu kommunizieren, und wer dafür kein Verständnis aufbringen kann, der passt eben nicht mehr zu mir bzw. ich nicht zu ihm oder zu ihr. 🤷‍♀️

    Aber ich denke mal, Du hast sowieso alle Kenntnis, die man als Betroffene haben kann.

    Ja, habe ich. Ich hab mich, weil auch ich von dieser Möglichkeit gehört hatte, ebenfalls eine ganze Weile vegan ernährt. Dann aber führten mir zwei von einer unabhängige Ärzte aus, dass es keinerlei wissenschaftlichen Beweise gäbe, dass das tatsächlich hilft und eine MS, die erstmal im Gange ist, aufhalten kann. Sie rieten mir, mir nicht noch mehr Stress mit dieser Ernährungsform zu machen, daher bin ich zur konventionellen, ausgewogenen Ernährung zurückgekehrt. Ich sag mal so, für mich lebt sich leichter so.

    ....und wenn Du Dich im Wald mal zum Ausruhen hinsetzen musst, dann sind da zwar keine Bänke, dafür aber liegende Baumstämme. Man muss ja nehmen, was man kriegt.... Das soll aber kein Witz sein.

    Nee, das verstehe ich auch nicht als Witz. Das mache ich inzwischen auch, nur, als ich kaum ein Stück weit kam, hatte ich gar nicht mehr den Mut, in den Wald zu gehen. Zu jener Zeit versagten mir meine Beine ohne Vorwarnung den Dienst und ich hätte ja auch irgendwie wieder aus dem Wald rausmüssen.
    Das ist inzwischen aber Vergangenheit, ich kann wieder eine ordentliche Strecke gehen und inzwischen auch wieder meine Strecken im Wald absolvieren. Mein Körper und ich haben einen guten Umgang miteinander gefunden. 😊

    Bei der progressiven Muskelentspannung mache ich auch nicht das volle Programm, sondern in der Regel eine kürzere Version, je nachdem, wie mir der Sinn steht.

    Die Meditationen, der App, die ich nutze, sind nicht so lang. Manchmal passen sie gut, manchmal bin auch ich dafür zu zappelig, dann breche ich ab, weil’s einfach nicht passt.

    Autogenes Training habe ich auch vor Jahren kennengelernt. Davon wende ich ab und zu auch etwas an, sehr selten aber führe ich die in vollem Umfang durch.

    Das freut mich, dass du mit meinen Gedankenanstößen etwas anfangen konntest. Vielleicht entdeckst du nun, einmal auf den Trichter gekommen, ja noch mehr, was wirklich DEINS ist.

    Viele Grüße

    AmSee

    Hallo CeBe,
    gewiss legt man eine jahrzehntelange Gewohnheit nicht leicht einfach so ab, aber - und das ist eben die gute Nachricht - es ist tatsächlich möglich. 😊

    Was ich persönlich als sehr spannend und mein Leben in vielfältiger Weise bereichernd erlebt habe, ist, was sich plötzlich für neue Möglichkeiten für mich ergeben haben, nachdem ich sozusagen gezwungen war, das, was ich kannte und mir vertraut war, loslassen zu müssen. Ich bin dabei, so empfinde ich das heute, persönlich gewachsen.

    Bevor ich aus meinem Alkoholmissbrauch ausstieg, hatte mir meine MS-Erkrankung plötzlich sehr, sehr enge Grenzen gesetzt. Vieles, was ich kannte und auch gerne tat, war mir nicht mehr möglich. Was also tun? - Ich habe begonnen, mir andere Möglichkeiten zu erschließen und so nach und nach kam immer mal wieder etwas Neues hinzu.

    In den Wald bzw. in die Natur gehe ich auch sehr gerne. Zwischendurch war mir das nicht mehr so möglich, weil sich mein Bewegungsradius drastisch verringert hatte und ich keine zwei Kilometer mehr weit kam. Sehr frustriert war ich, weil in meiner Straße überall die Bänke, die ich früher immer bemerkt, aber nie gebraucht hatte, abmontiert waren. Nun hätte ich sie dringend gebraucht, aber sie waren weg. Da hab ich mir einen gebrauchten Rollator angeschafft, um mich daran festhalten zu können und mich ggf. zum Ausruhen hinsetzen zu können. - Inzwischen brauche ich ihn schon eine ganze Weile nicht mehr, weil ich meinen Bewegungsradius nach und nach wieder ordentlich erweitern konnte.

    Wenn ich nun in den Wald oder in die Natur gehe, nehme ich das noch viel bewusster und intensiver wahr, auch wie ich gehen kann und was ich in meinen gehandicapten Füßen und Beinen spüre. Ich empfinde das als Geschenk. Und was man da im Wald so alles wahrnehmen kann…. ☺️


    Ich selbst hab ansonsten schon vor einer Weile eine Meditationsapp für Handy bzw. Tablet für mich entdeckt. Abgesehen von kurzen und längeren geführten Meditationen zu verschiedensten Themen enthält diese auch einige Phantasiereisen, Geschichten zum Einschlafen, Naturklänge. - Sowas nutze ich besonders gerne in Zeiten, in denen ich selbst nicht so mobil bin.

    Zur Entspannung kann ich ansonsten auch Progressive Muskelentspannung empfehlen. Lässt sich grundsätzlich immer und überall anwenden.


    Für heute und die nächsten Tage empfehle ich dir, mehr Wasser als üblich zu trinken. Ich hab das selbst, als ich einmal überaus starken Suchtdruck empfand, so erlebt, dass der Druck weg war, als mein Bauch mit Wasser gefühlt war. Das dürfte gewiss auch etwas mit Sättigungsgefühl zu tun haben.


    Eine guten Tag wünsche ich dir heute und eine angenehme Woche.

    Viele Grüße

    AmSee

    Hallo CeBe,

    das kann ich gut nachvollziehen, welche Gedanken dir letzte Nacht plötzlich durch den Kopf gegangen sind. Es ist ja besonders am Anfang gerade die Anonymität, die es leichter macht, das Alkoholproblem überhaupt erst anzusprechen. Da spielt ja durchaus auch Scham eine Rolle.

    Finde ich prima, dass du mit deiner Tochter so offen und ehrlich darüber sprechen kannst. Auch darüber, welche Schwierigkeiten du letzte Nacht damit hattest, dass sie’s nun weiß. Ich habe das auch so gelernt, wie deine Tochter das macht, das betrifft bei uns sogar die persönliche Habe des anderen oder persönliche Nachrichten wie Briefe, Emails und SMS.

    Ich selbst habe meinem Mann erst nach einer kleinen Weile von diesem Forum erzählt. Anfangs hätte ich es auch nicht gemocht, dass er mitliest. Ich wollte nicht, dass er mir gegenüber da irgendwas kommentiert oder vielleicht sogar kritisiert, das wäre mir zu dem Zeitpunkt zu nah gewesen. Er hat, als er’s dann wusste, auch nicht mitgelesen, hat mir aber gerne zugehört, wenn ich ihm davon erzählt habe. Im Prinzip haben wir dadurch beide dazugelernt und er ist, obwohl er tatsächlich nie ein Problem mit Alkohol hatte, etwas mehr als ein Jahr nach mir von sich aus abstinent geworden.
    Mittlerweile dürfte er sogar mitlesen, aber er tut‘s nicht. Das hier ist und bleibt meine Sache.



    Jetzt ist dir also schon bewusster geworden, warum du JETZT trinkst bzw. getrunken hast. Das ist meines Erachtens schon mal ein sehr hilfreicher Ausgangspunkt, an dem du ansetzen kannst.


    Trinken zur Stressbewältigung:

    Hier wird’s zum einen für dich darum gehen, welche anderen „gesunden“ Möglichkeiten zur Stressbewältigung dir sonst noch zur Verfügung stehen und dich vielleicht sogar für ganz neue Möglichkeiten zu öffnen.

    Zum anderen wird es darum gehen, wie du schon im Vorfeld für dich sorgen kannst, um gar nicht erst so unter Stress zu geraten.

    - Muss ein unangenehmes Telefonat zum Beispiel zu diesem oder jenem Zeitpunkt unbedingt stattfinden oder kannst du das auf einen Zeitpunkt verschieben, wenn du dich gewappnet dafür fühlst? - Ich selbst telefoniere nur, wenn ich mich fit genug dafür fühle, ansonsten gehe ich nicht an den Telefonapparat, sondern lass den Antwortbeantworter rangehen und rufe ggf. später zurück, wenn ich mich wieder fit dafür fühle.
    - Muss das unangenehme Telefonat zu Ende geführt werden oder kannst du es auch einfach mit freundlichen Worten beenden, wenn du merkst, dass dir das gerade nicht mehr gut tut? - Ich selbst beende solche Telefonate übrigens inzwischen.

    Das erstmal nur als Beispiele als Gedankenanstoß.

    Trinken aus Gewohnheit:

    Gewohnheiten lassen sich abtrainieren. Das kostet zwar durchaus etwas Energie, weil wir Menschen nun einmal Gewohnheitstiere sind, aber möglich ist das. Leichter machst du es dir, wenn du dir kleine, machbare, attraktive Ziele setzt. Den Fokus darauf legst, welche neue Gewohnheit du dir stattdessen antrainieren möchtest.



    Für manche ist die Vorstellung eines „für immer“ zunächst einmal zu groß, weil sie sich erstmal von diesem Verlustgedanken lösen müssen. Deshalb nehmen sie sich dann kleinere Etappen vor. Ich hab das auch so gemacht und anfangs nur von Tag zu Tag gedacht und dabei meine ersten neuen Erfahrungen gemacht.
    Als ich dann die Erfahrung machte, wie gut mir körperlich und psychisch die Abstinenz tut, wurde mir mehr und mehr bewusst, dass meine Abstinenz kein Verlust, sondern im Gegenteil ein Gewinn war.


    Bis hier erstmal.

    Liebe Grüße

    AmSee

    Hallo Mojo,

    das Problem ist mir vor ein paar Tagen auch erstmals aufgefallen, habe mir bislang aber nichts dabei gedacht, sondern bin dann stets über das Forum gegangen, um mich einzuloggen.
    Ich denke, Alex07 wird sich darum kümmern, wenn er sich dafür Zeit nehmen kann.

    LG AmSee

    Möglichen Suchtverlagerung? Ich dreh nur den Spieß um aber schaffe ihn nicht ab. Ganz klar ich betreibe Suctverlagerung. Und jetzt? Ich mache immer gerne die Kosten-Nutzen-Rechnung. Auf ein relativ gutes Ergebnis komme ich nur mit Hilfe von Marihuana.

    Im Grunde geht’s dabei darum, ob man sich ein neues Problem aufhalst, das sich dann unter Umständen nicht gerade wenig nachteilig für einen auswirkt. Eine Kosten-Nutzen-Rechnung ist da nicht unbedingt verkehrt, wenn man sich tatsächlich sämtliche Vor- und Nachteile bewusst macht.

    Die Frage ist und bleibt, ob du deinen Konsum dauerhaft und stabil kontrollieren kannst, gerade weil dir dein Konsum schon mehrfach entglitten ist.

    Deshalb auch die Frage nach ganz genau definierten Mengen. An die solltest du dich dann ganz strikt und ohne Wenn und Aber halten, sonst droht wieder ein Kontrollverlust. Und genau den willst du ja schon aus eigenem Interesse vermeiden.

    Behalte bei deinen „Hilfsmitteln“ auch die Toleranzentwicklung im Hinterkopf. Bei regelmäßigem Konsum passen sich die Rezeptoren im Gehirn an, was dazu führt, dass man mehr konsumieren muss, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. Wie dauerhaft dieses „Hilfsmittel“ dann seine Wirkung entfaltet und was zu tun ist, wenn die Wirkung nachlässt, ist eine weitere Frage.

    Vielleicht können wir noch einen Quasselfaden anlegen, wo man sich dann die News rüberkopiert, die man besprechen möchte?

    Du kannst, wenn du das möchtest, selbst im geeigneten Unterforum einen entsprechenden neuen Thread eröffnen. Zum Quasseln würden sich unter der Rubrik „Treffpunkt“ die Unterforen „Allgemeines“ oder „Klatsch und Meckerecke“ eignen.

    Grüße

    AmSee (als Moderatorin)

    Paul , da dein Beitrag den Thread von Haserich zerschießt, habe ich ihn in einen eigenen Thread verschoben.

    Im Zusammenhang mit Mojo s konkreter Frage ist deine Antwort zu schwammig, denn in jenem Zusammenhang, wo es um Kontrollierten Konsum geht, um weitere negative Kontrollverluste und Vorkommnisse, wie sie Haserich unterlaufen sind, zu vermeiden, ist eine konkrete Definition der Konsummenge dringend angeraten.

    Zu bedenken ist in diesem Zusammenhang auch, was unternommen wird, wenn die Wirkung des „Hilfsmittels“ nachlässt. Wird dann einfach nachgelegt, was letztlich wieder in Richtung Kontrollverlust geht?

    Kontrollierter Konsum bedeutet, die genaue Menge vorher festzulegen und sich dann ohne Wenn und Aber strikt daran zu halten.

    Grüße

    AmSee (als Moderatorin)

    Liebe CeBe,

    ich denke, dass du hier gewiss auf Verständnis stößt, wenn du nicht auf jeden, der Beug auf dich nimmst, antwortest. Du bist hier für dich und DAS ist wichtig. Teile einfach mit uns, was du teilen möchtest. Überfordere dich dabei nicht. Das können einfach Fragen oder Gedanken sein, die dir durch den Kopf gehen. Vielleicht hilft dir das Aufschreiben auch einfach nur beim Sortieren deiner Gedanken.

    Das ist schon so, wenn du tatsächlich ein Problem mit deinem Alkoholkonsum hast und darunter leidest, wäre es unklug, so weiter zu machen, wie bisher. Prima, wenn dir das Lesen hier im Forum schon eine Hilfe ist.

    Es geht tatsächlich nicht darum, dass oder ob es anderen mit ihrem Alkoholismus schlechter ergangen ist. Ein guter Freund von mir meinte mal, Vergleiche seien der Anfang allen Übels. Ich finde, dass er damit nicht Unrecht hat. Du hast definitiv Leidensdruck, sonst hättest du hier nicht nach Hilfe gesucht.

    Die Frage, warum ich trinke, kann ich auch nicht richtig beantworten. Ich finde es ein bisschen zu einfach, das alles auf meine Kindheit, das falsche Vorbild, die wahrscheinlich nicht beweisbare Suchtpersönlichkeit, die Verfügbarkeit von Alkohol usw. zurück zu führen. Diese Dinge, die es ja in meinem Leben schon lange gibt, kann ich sowieso nicht ändern.

    In diesen Antworten steckt vielleicht drin, warum du überhaupt erst ans Trinken gekommen bist, aber im Moment dürfte dir das tatsächlich nicht weiterhelfen. Hilfreich könnte eher sein, dich zu fragen, warum du jetzt täglich zum Wein greifst, obwohl du dir schon längst Sorgen um deinen Konsum machst.
    Trinkst du einfach noch aus Gewohnheit?
    Oder trinkst du z.B., um die Trauer über den Verlust deines Mannes zu bewältigen?
    Oder trinkst du, um dich zumindest für einen Augenblick etwas besser zu fühlen?
    Oder belohnst du dich mit Alkohol für Tätigkeiten, die du erledigt hast?
    Oder fallen dir noch andere Gründe ein?

    Ja, Gründe fürs Trinken fallen einem, der mit dem Trinken gar nicht aufhören will, immer ein. Das liegt daran, dass man sich vom Trinken etwas Positives verspricht.

    Wer aufhören will, ist gut beraten zu entlarven, was an diesem angeblich Positiven tatsächlich dran ist. Nicht gerade selten fällt dann auf, wie wenig Positives da tatsächlich noch dran ist.
    Wenn du weißt, wovon du weg willst, bekommst du schon mal eine Ahnung, wo du eigentlich hin willst.

    Liebe Grüße

    AmSee

    Hallo Haserich,

    ich beobachte deinen Thread nun seit Tagen aus der Sicht der Moderation und habe einen ganz ähnlichen Eindruck gewonnen, wie Helga das formuliert hat:

    Ich finde es auffallend, wie sehr Du die für Dich richtigen Antworten anerkennend lobst und die falschen Antworten als intolerant abqualifizierst und den Usern Vorurteile unterstellst.


    Worauf du hier mehrfach angesprochen worden bist, ist die Problematik einer möglichen Suchtverlagerung. In dem Zusammenhang haben Nutzer dir eigene Erfahrungswerte dargelegt. Nun magst du bislang vielleicht über andere Erfahrungswerte verfügen, aber inwieweit du dich auf eine mögliche Suchtverlagerung vorbereitet hast und wie du deinen Konsum bewusst zu kontrollieren gedenkst, geht aus deinen Beiträgen nicht wirklich hervor.

    Zum Thema „Kontrollierter Konsum“ hatte ich dir in Beitrag #20 etwas geschrieben:

    Wenn du’s mit „Kontrolliertem Konsum“ versuchen willst, wirst du bestimme Regeln beachten müssen. Es gibt bestimmte Programme dafür, nur ist das hier bislang nicht näher diskutiert worden, weil es in Bezug auf das Thema „Kontrolliertes Trinken“ in diesem Forum so gut wie niemanden gibt, der damit positive Erfahrungen gemacht hätte, eher im Gegenteil.
    Insofern wird dieses Thema von diversen Nutzern nicht ganz unkritisch betrachtet.

    Das bezog sich zwar auf das sogenannte „Kontrollierte Trinken“, aber wie die Rückmeldung der Selbstbetroffenen zeigt, lässt sich das in dieser Community offenbar auch auf den „Kontrollierten Konsum von Cannabis“ übertragen.

    Es steht dir natürlich frei, andere Wege zu gehen, aber du solltest den Nutzern hier nicht vorwerfen, dass sie dich dabei nicht unterstützen können, sondern aufgrund gegenteiliger Erfahrungswerte sogar Skepsis äußern, insbesondere wenn du deine Liebe zum Cannabis derart in den Vordergrund stellst.


    Wobei du unter Umständen Hilfestellung finden könntest, wäre, ob es Möglichkeiten für dich gibt, den sogenannten „schnellen Helfer in der Not“ gar nicht in Anspruch nehmen zu müssen. Das wäre das Thema, wie du schon frühzeitig und auch langfristig für dich sorgen könntest, um gar nicht erst in „Not“ zu geraten.

    Freundliche Grüße

    AmSee (als Moderatorin)

    Liebe CeBe,

    texte ruhig so viel, wie du magst, das stört hier niemanden, auch mich nicht.

    Ja, ich, weiblich, bin jünger als du, aber gesundheitsbedingt - ich bin u.a. an MS und Depressionen erkrankt, was die eine oder andere größere Einschränkungen mit sich bringt, die andere in meinem Alter nicht haben - schaue ich inzwischen weniger darauf, wie viele Jahre theoretisch noch vor mir liegen könnten, sondern ich versuche nach Möglichkeit jeden Tag als geschenkte Zeit wahrzunehmen. Manche Tage sind besonders gut, andere Tage eher weniger, aber das gehört eben auch dazu. Zur Zeit geht bei mir wieder recht wenig, aber ich versuche mich davon nicht unterkriegen zu lassen, sondern das zu tun, was mir eben möglich ist.

    Aber, ich glaube doch, dass ich schlagartig aufhören könnte. Diese kursierenden Tests sagen mir eigentlich immer, dass ich nicht körperlich abhängig bin. Also ich spüre diesen Suchtdruck zu bestimmten Tageszeiten. Vorher war das gegen Mittag und am späten Nachmittag. Und ich trinke ohne Probleme zwei große Gläser hintereinander, anschließend kann ich aufhören. Nicht, weil ich es kontrolliere, sondern weil es bisher tatsächlich reichte. Die Wirkung ist so: Ich fühle mich gut, rede zu viel und könnte auf keinen Fall mehr sicher Autofahren.

    Dass du vermutlich noch nicht körperlich abhängig bist und bislang immer wieder Trinkpausen von ein paar Wochen einlegen konntest, heißt nicht, dass ein sogenannter Kalter Entzug ungefährlich für dich verlaufen könnte. Deshalb bitte ich dich, gut auf dich zu achten und ggf. nicht zu zögern, den Notarzt zu rufen.

    Ja, das mit den zwei großen Gläsern hintereinander und dann sozusagen gesättigt zu sein, kenne ich auch. Damit habe ich mich immer wieder beruhigt, ja gar kein Alkoholproblem zu haben, weil ich glaubte, dass mein Körper das auf diese Weise ganz von allein kontrolliert. Und eine Flasche Rotwein am Abend (später auch zwei, am Ende noch mehr) hielt ich für völlig im Rahmen, machen andere doch auch und leben vor, wie gut es ihnen damit geht. Ich glaubte, das sei „Savoir-vivre“. …. Bis mir selbst dann mein eigener Konsum unheimlich wurde …


    Diese Online-Tests habe ich häufiger gemacht, da kam stets nur „riskanter Konsum“ heraus. Irgendwie habe ich mich damit immer beruhigt, noch längst kein ernsthaftes Problem zu haben und weitermachen zu dürfen.

    Dass ich so offen schreiben kann, hängt vor allem mit der Anonymität zusammen. Und gerade das zeigt wieder mal, wie stigmatisiert Alkoholiker sind. Wie das ganze schnell auf die Moralschiene geschoben wird oder angeblich mit schwachem Willen zusammenhängt. Dass ich hier bei uns nicht ins Gerede kommen will, ist eigentlich jedem klar, der Kleinstädte kennt.


    Das ist in unserer Gesellschaft, in der Alkohol allgegenwärtig und selbstverständlich ist, wohl so, dass nur die wirklich auffallen, bei denen ihr Alkoholproblem unübersehbar geworden ist. So, wie Regeln unserer Gesellschaft im Umgang mit Alkohol nun einmal sind, kannst du bereits jahrelang Alkoholiker sein, ohne überhaupt nur auffällig zu werden.

    Ich kenne das, was du von deiner Kleinstadt beschreibst, von der Gegend, in der meine Schwiegerfamilie, mit der wir in engem Kontakt stehen, leben: Dörfer bzw. Kleinstädte, wo jeder jeden kennt und sich die Gespräche nur darum drehen.

    Was das Gerede betrifft: Du wirst nicht unbedingt auffallen, wenn du nicht mehr trinkst. Du musst noch nicht mal bekennen, ein Alkoholproblem zu haben, weil das eigentlich niemanden etwas angeht. So ein Bekenntnis kann ein Schutz sein, es kann aber auch hinderlich sein, nur du selbst kannst und wirst beurteilen können, was besser für dich ist. Ich selbst gehe nicht damit hausieren, ein Alkoholproblem zu haben, ich trinke einfach nicht, weil ich es nicht will. Ich hab schon eine ganze Weile keinerlei Bedürfnis oder Interesse mehr, Alkohol konsumieren zu wollen. Ich trinke einfach nicht, sondern bitte um ein Wasser oder ein anderes alkoholfreies Getränk, das ich gerne mag.

    Viele Grüße

    AmSee

    Liebe CeBe,

    das ist doch schon mal ein guter Anfang, dass du zu uns gefunden hast und dass du dann heute auf die Idee gekommen bist, dich hier einzuloggen. 👍

    Zunächst einmal mein Beileid zu deinem Verlust vor vier Monaten und meine Achtung dafür, dass du dir nun einen neuen Weg, mit deinem furchtbaren Verlust klarzukommen, zu bahnen versuchst.
    Das ist schon so viel wert, dass du erkannt hast, dass deine Trinkerei dir nicht hilft, sondern dich im Gegenteil an allem hindert.

    Ja, man macht das durchaus so, mehr von sich zu schreiben, wenn man etwas Vertrauen gefunden hat. Danke dir für dein Vertrauen.

    Ich bin über 20 Jahre jünger als du, aber so manches, was du von dir erzählst, kommt mir bekannt vor. Ich hatte ebenfalls schlimme Erfahrungen mit Alkoholismus in meiner Herkunftsfamilie gemacht und bin trotzdem später an den Alkohol gekommen. Wein gehörte für mich zum Leben dazu und ich hielt mich für einen Genießer. Die 5 Liter Schläuche sind mir nicht unbekannt, die haben uns allerdings in der Regel nur bei Campingurlauben begleitet. Und ich habe ebenfalls Liköre angesetzt. Ich hab sogar Obstwein hergestellt.

    Als ich vor bald vier Jahren hier in diesem Forum aufschlug, war ich besorgt geworden wegen der Mengen, die ich mittlerweile konsumierte. Ich musste nicht ständig trinken, konnte durchaus Trinkpausen einlegen, aber wann immer ich trank, trank ich sehr viel mehr, als ich mir eigentlich als Limit gesetzt hatte. Ich schaffte es irgendwie nicht mehr, rechtzeitig aufzuhören, wo‘s noch angenehm und schön ist, stattdessen kippte das bei mir immer wieder in Erschöpfung und stimmungsmäßige Tiefs.

    Als ich mich hier anmeldete, war ich nicht so weit aufhören zu wollen, ich war lediglich besorgt und suchte hier Antworten und Hilfe. Was mich bewogen hat, abstinent zu werden, war einerseits die Erkenntnis, dass es für mich leichter war, es ganz bleiben zu lassen, als es weiterhin mit kontrolliertem Konsum zu versuchen. Und andererseits konnte ich meinen Gesprächspartnern abnehmen, dass diese trotz ihrer Abstinenz ein zufriedenes, ja sogar glückliches Leben führten. Das war etwas, was ich mir zuvor nicht vorstellen konnte und, wenn ich ehrlich bin, auch nicht wollte. Diese Aussicht machte mir Mut und ich hatte plötzlich irgendwie keine Angst mehr.

    Ich habe in der Folgezeit sehr viel hier in diesem Forum gelesen und geschrieben. Und ich habe einige der Bücher gelesen, die hier in der Literaturecke empfohlen werden.

    Das Thema „Selbstfürsorge“ war mir schon ein Anliegen geworden, bevor ich abstinent wurde, aber auf meinem neuen Weg gewann das nochmals eine sehr viel größere Bedeutung.
    Was tatsächlich zu mir passt und wirklich Meins ist, fand ich im Laufe der Zeit so nach und nach heraus. Erstaunlich ist, was passiert, wenn man sich überhaupt erstmal auf die Suche gemacht hat bzw. aufmerksam geworden ist für die eigenen Bedürfnisse und Wünsche.

    Was das unmittelbare Absetzen betrifft, so muss ich dich leider warnen. Informiere dich bitte über mögliche Entzugserscheinungen. Informationen darüber findest du zum Beispiel hier.


    Viele Grüße

    AmSee

    Hallo und Willkommen bei uns, CeBe,

    Danke dir für deine Vorstellung. Es gibt sicher einen Platz für dich hier bei uns. Du bist mit deinem Problem und deinen Sorgen nicht allein.

    Ich schalte dich gleich für den öffentlichen Bereich frei und verschiebe deinen Thread in das entsprechende Unterforum.

    Ein gutes Ankommen hier wünsche ich dir und einen hilfreichen Austausch. Wenn du Fragen an uns hast, nur heraus damit.

    Freundliche Grüße

    AmSee (als Moderatorin)

    …und bin überrascht, das so etwas hier in diesem Forum toleriert wird.

    Rekonvaleszent , ich bitte zu bedenken, dass hier noch niemand des Forums verwiesen worden wäre, weil er außer Alkohol noch andere Substanzen „polytox“ konsumiert.
    Bislang hat hier noch jede/r Hilfesuchende Feedback, Anregungen und Hilfsangebote erhalten. Das ist auch in diesem Fall nicht anders.

    Ob Haserich diese Ressource hier tatsächlich zur Selbsthilfe nutzen kann, wird sich zeigen.

    Freundliche Grüße

    AmSee (als Moderatorin)

    Hallo und Willkommen, Scrat,

    Danke dir für deine Vorstellung, ich schalte dich gleich für den öffentlichen Bereich frei und verschiebe deinen Thread in das entsprechende Unterforum.

    Ich wünsche dir ein gutes Ankommen hier und einen hilfreichen Austausch.

    Viele Grüße

    AmSee (als Moderatorin)

    Hallo Haserich,

    Eure Nachrichten haben mich ehrlich gesagt nicht verwundert. Man wird ganz schnell in eine Schublade gesteckt. Das ist besonders bei Cannabis der Fall.

    es geht hier gar nicht um irgendwelche Schubladen, sondern um Sensibilisierung für eine Problematik, die den Selbstbetroffenen hier nicht unbekannt ist.

    Wenn ich anstelle von Cannabis irgendwelche andere "normale" Medizin nehmem würde (ich meine solche die den Alkausstieg erleichtern) würde kein Hahn krähen. Das ist ja normal, macht man halt so.

    „Normale“ Medizin, die den Alkaustieg erleichtert, wird unter bestimmten Voraussetzungen unter ärztlicher Aufsicht und Verantwortung eingesetzt.
    Diskussionen über das eine oder andere Medikament hat‘s hier unter den Selbstbetroffenen auch schon ergeben.

    Nun hast du selbst in deinem ersten Beitrag geschrieben, dass du Mischkonsum betrieben hast, um vom Cannabis nicht so viel zu brauchen.

    Nachdem, was du so geschrieben hast, klingt das, was du tust, eher weniger nach konkreter ärztlicher Begleitung durch einen (Sucht-) Mediziner, sondern mehr nach Eigeninitiative. Ist es da verwunderlich, wenn Selbstbetroffene da hellhörig werden?

    Zum Thema Suchverlagerung: Ich konsumiere lieber mein Leben lang Cannabis als irgendwann richtig abzusegeln oder tablettensüchtig zu werden. Das ist gesünder. Und sehr viele Ex-Alkis haben irgenwo eine andere Sucht entwickelt. Das fängt bei Caffe trinken an. Was ist damit? Ist das keine Suchtverlagerung? Man sollte sich halt eine gesunde "Sucht aussuchen" aber ist dies eigentlich möglich?

    Beim Thema Suchtverlagerung geht’s eher nicht darum, sich eine andere „gesunde“ Sucht zu suchen, sondern ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, gefährdet zu sein und sich bewusst von Sucht und entsprechender Suchtverlagerung zu befreien.


    Freundliche Grüße

    Hallo Haserich,

    ich denke, ich sollte mich an dieser Stelle mal als Moderatorin einschalten.

    Der schnelle Sanitäter! Ja, den hab ich - und das darf nie mehr ausgehen! Und der ist med. CANNABIS.

    hast du dich schon mal näher mit dem Thema „Suchtverlagerung“ beschäftigt?
    Auch medizinisches Cannabis ist eine psychoaktive Substanz mit Abhängigkeitspotential. Es geht aus deinem Beitrag nicht ganz hervor, ob bzw. inwiefern du bewusst und kontrolliert damit umzugehen vermagst und nicht Gefahr läufst, in eine polytoxe Abhängigkeit zu geraten oder dein Alkoholproblem auf ein Cannabisproblem zu verlagern.


    Ich denke, diese öffentliche SHG trägt auch eine gewisse Verantwortung, mit dieser Problematik umsichtig umzugehen, daher bitte ich in diesem Zusammenhang darum, auch an andere Hilfesuchende zu denken und diese Problematik im Blick zu behalten.



    Wenn ich dich richtig verstehe, ist dein derzeitiges Ziel sogenannter „Kontrollierter Konsum“.

    Nun ist dieses Forum grundsätzlich für viele Wege offen und es wird immer wieder betont, dass es „den einen Weg, der für alle gleichermaßen gilt, nicht gibt.

    Wenn du’s mit „Kontrolliertem Konsum“ versuchen willst, wirst du bestimme Regeln beachten müssen. Es gibt bestimmte Programme dafür, nur ist das hier bislang nicht näher diskutiert worden, weil es in Bezug auf das Thema „Kontrolliertes Trinken“ in diesem Forum so gut wie niemandem gibt, der damit positive Erfahrungen gemacht hätte, eher im Gegenteil.
    Insofern wird dieses Thema von diversen Nutzern nicht ganz unkritisch betrachtet.

    Aufgrund deines letzten Beitrages bitte ich dich folgende Regel, die wir hier aufgestellt haben, zu beachten:

    Eine Beteiligung an Diskussionen sollte möglichst im nüchternen Zustand stattfinden und nicht angetrunken.


    Diese Regel wurde nicht ohne Grund aufgestellt, sondern beruht durchaus auf entsprechenden unangenehmen Erfahrungen, und dient dem Schutz aller Beteiligten hier sowie auch stillen Mitlesern.

    Nun dürftest du bei dem Konsum der letzten Tage eher nicht angetrunken sein, aber dein letzter Beitrag deutet darauf hin, dass du aufgrund deines derzeitigen Cannabiskonsums nicht ganz nüchtern gewesen bist. Auch das ist in diesem Kontext hier nicht ganz unproblematisch, weshalb ich dich hiermit darum bitte, die oben genannte Regel auch diesbezüglich zu beachten.


    Freundliche Grüße

    AmSee (als Moderatorin)

    Hallo Haserich,

    Diese Frage kann ich Dir leider noch nicht beantworten. Wie es so schön heißt:"der Wille ist da , der Körper schwach" oder noch nicht kaputt... Ich kenne leider zu viele, die 2 oder 3 Jahre trocken waren (hab sogar mit einen davon in einer WG gelebt) und wurden rückfällig. Das ging auch rasend schnell, was ich erst jetzt so drammatisch sehe.

    nur so zum Verständnis: Ist das für dich ein Argument, es jetzt gar nicht erst (wieder) zu versuchen?

    Wenn du selbst gar nicht aufhören willst, wirst du immer wieder passende Begründungen finden.

    Als ich selbst hier vor bald vier Jahren aufschlug, war auch ich noch nicht so weit, tatsächlich aufhören zu wollen. Ich wollte eigentlich auf meine „Medizin“ nicht verzichten. Nun war mir aber bewusst geworden, dass ich ein ernsthaftes Problem habe, und suchte hier Antworten und Hilfe.

    Zum einen begriff ich hier schreibend und viel lesend, wo ich bereits stand und wohin es mit mir kommen würde, wenn ich nicht die Reißleine zog.
    Zum anderen konnte ich meinen Gesprächspartnern abnehmen, dass diese tatsächlich ohne Alkohol ein zufriedenes, ja sogar glückliches Leben führten. Das war zuvor etwas gewesen, was ich mir nicht vorstellen konnte (und auch nicht wollte). Das fand ich eine Mut machende Perspektive.

    Ich hab daraufhin die Reißleine gezogen und ich hab’s wahrlich nicht bereut.

    Hallo und Willkommen, Haserich,

    vielen Dank für deine Vorstellung, ich schalte dich gleich für den öffentlichen Bereich frei und verschiebe deinen Thread in das entsprechende Unterforum.

    Ein gutes Ankommen hier und einen hilfreichen Austausch wünsche ich dir.

    Viele Grüße

    AmSee (als Moderatorin)