Beiträge von AmSee13

    Hallo Miteinander,

    das freut mich echt zu lesen, dass meine Signatur auch euch etwas gibt. 😊

    Ich hab sie für mich ja auch nicht ohne Grund ausgewählt. Ich hab lange, lange Zeit mit dem gehadert, was in meinem Leben geschehen war, hab nicht gerade wenig darunter gelitten und das, was geschehen war, als Makel empfunden, den ich irgendwie ausbessern oder wettmachen musste.

    Wenn ich gekonnt hätte, hätte ich in die Vergangenheit zurückreisen und die Dinge, Geschehnisse positiv verändern wollen.

    Und dann wurde mir vor ein paar Jahren, als es mir so richtig, richtig mies ging, bewusst, dass es mich kaputt macht, wenn ich so weitermache. Und mit etwas Hilfe änderte sich meine Perspektive. Ich kann die Vergangenheit nicht ändern, habe keinerlei Einfluss darauf. Einfluss habe ich nur auf das heute, da kann ich etwas ändern, wenn etwas geändert werden muss.

    Und wenn wir mal ehrlich sind, hat mich die Vergangenheit zu der gemacht, die ich heute bin. Und aus den Fehlern, die passiert sind oder auch jetzt noch passieren, kann ich lernen. Ich mag auch die Perspektive, die in Thomas Alva Edisons Spruch steckt: „Ich bin nicht 10.000 Mal gescheitert. Ich habe erfolgreich 10.000 Wege gefunden, die nicht funktionieren.“


    Ja, auch ich bin, obwohl ich’s schon aufgrund des Beispiels, das mein Vater abgegeben hat, besser hätte wissen müssen, abhängig vom Alkohol geworden.

    Schäme ich mich deswegen? - Nein, inzwischen kann ich, nachdem ich mich sehr viel mit dem Thema beschäftigt hab, nachvollziehen, warum und wie das passiert ist. Es kann, so wie unsere Gesellschaft nun mal mit Alkohol umgeht, JEDEN und JEDE treffen.

    Binde ich den Leuten auf die Nase, dass ich alkoholabhängig bin und deswegen keinen Alkohol trinke? - Nein, dass ich alkoholabhängig war oder bin, spielt für mein gegenwärtiges Leben keine Rolle. Ich möchte schon aus völlig gesunden und nachvollziehbaren Gründen (die aber so mancher gar nicht hören will, weil er sich seinen Konsum nicht vermiesen lassen will) gar nicht Alkohol trinken. Ich lüge doch nicht, wenn ich sage, „Nein Danke, ich hätte lieber ein Wasser (o.ä.)“. Ich möchte ja tatsächlich lieber ein Wasser.

    Was geht’s andere an, dass ich alkoholabhängig war/bin? - Niemanden, oder?
    Und einen Schutz, damit mir niemand Alkohol anbietet und mich womöglich triggert, brauche ich nicht. In dem Fall könnte ein Bekenntnis ggf. hilfreich sein.

    Außerdem habe ich auch keine Lust auf solche Gespräche, wie Paul sie schon aufgezählt hat. Das Thema ist für mich in gewisser Weise abgehakt, ich unterhalte mich lieber über anderes, was mich gerade interessiert.

    Liebe Grüße

    AmSee

    Emily , zu diesem Thema kann ich dir zum Beispiel den folgenden Artikel empfehlen:

    https://www.dasgehirn.info/krankheiten/su…logie-der-sucht

    Den haben wir auch in unserer Linksammlung verlinkt. Dort mitten im Artikel (ist bei den anderen Artikeln auch so) wird auf weitere lesenswerte Artikel verwiesen.

    Wenn dir da irgendetwas zu kompliziert vorkommt, frag einfach hier im Forum nach. Über manche medizinischen Fachbegriffe kann man meiner Ansicht nach auch einfach hinweglesen. Worum‘s grundsätzlich geht, kann man meines Erachtens auch so erfassen, ohne genau zu wissen, was sich hinter diesen Fachbegriffen verbirgt.

    Liebe Grüße

    AmSee

    Hallo Atreju,

    wie sorgst du heute bzw. im Moment für dich? Planst du bewusst Aktivitäten ein, die du als angenehm empfindest, die dir Freude oder Spaß machen?

    Ich hab mich viel mit der Neurobiologie von Sucht beschäftigt, um nachvollziehen zu können, was da eigentlich bei mir abgegangen ist und wie ich da etwas ändern könnte. Ich bin diese Änderungen dann auch nach und nach angegangen.

    Alkohol wirkt direkt auf das sogenannte Belohnungssystem, und zwar ohne etwas dafür tun zu müssen. Es heißt zwar Belohnungssystem, aber was damit zusammenhängt, hat nicht nur mit „Belohnung“ zu tun, sondern auch mit dem Bedürfnis nach Trost, Entspannung usw.

    Ich hab besonders am Anfang seeehr viel zu dem Thema gelesen, ich brauchte den gedanklichen Input. Und ich hab hier wirklich sehr viel geschrieben und den Austausch gesucht.

    Liebe Grüße

    AmSee

    Hallo Atreju,

    zunächst mal kann ich dich nur beglückwünschen, dass du den Absprung wagst. Wenn du schon mal fünf Monate geschafft hast, hast du ja immerhin schon eine Ahnung, was sich da alles verbessert.
    Ich selbst bin inzwischen über vier Jahre abstinent und sehr zufrieden, ja sogar glücklich damit.

    Bei den Mengen, die du zuletzt konsumiert hast: Bist du mit der Problematik/ den Risiken eines sogenannten Kalten Entzuges vertraut? Nimm das bitte nicht auf die leichte Schulter und pass gut auf dich auf!

    Wann immer die Fragen hast, nur heraus damit. Manchmal dauert es ein bisschen, aber es wird dir hier bestimmt jemand antworten. Und Gedanken/ Erfahrungen kannst du natürlich auch teilen. Dafür ist diese Online-Selbsthilfegruppe schließlich da. 😄

    Viele Grüße

    AmSee

    Ein buddhistischer Mönch wurde gefragt, warum er trotz seiner vielen Aufgaben immer so gesammelt sein könne: „Wie gestaltest du denn dein Leben, dass du so bist, wie du bist, so gelassen und so in dir ruhend?“

    Der Mönch sprach: „Wenn ich stehe, dann stehe ich; wenn ich gehe, dann gehe ich; wenn ich sitze, dann sitze ich; wenn ich schlafe, dann schlafe ich; wenn ich esse, dann esse ich; wenn ich trinke, dann trinke ich; wenn ich schweige, dann schweige ich; wenn ich schaue, dann schaue ich; wenn ich lese, dann lese ich; wenn ich arbeite, dann arbeite ich…“

    Da fielen ihm die Fragesteller ins Wort: „Das tun wir doch auch. Aber was machst du noch, was ist dein Geheimnis?“

    Der Mönch antwortete wiederum: „Wenn ich stehe, dann stehe ich; wenn ich gehe, dann gehe ich; wenn ich sitze, dann sitze ich; wenn ich schlafe, dann schlafe ich; wenn ich esse, dann esse ich; wenn ich trinke, dann trinke ich; wenn ich spreche, dann spreche ich; wenn ich schweige, dann schweige ich; wenn ich schaue, dann schaue ich; wenn ich höre, dann höre ich; wenn ich lese, dann lese ich; wenn ich arbeite, dann arbeite ich…“

    Da sagten die Neugierigen: „Das wissen wir jetzt. Das tun wir alles auch!“

    Der Mönch aber sprach zu ihnen: „Nein, eben das tut ihr nicht: Wenn ihr steht, dann lauft ihr schon; wenn ihr geht, seid ihr schon angekommen; wenn ihr sitzt, dann strebt ihr schon weiter; wenn ihr schlaft, dann seid ihr schon beim Erwachen; wenn ihr esst, dann seid ihr schon fertig; wenn ihr trinkt, dann kostet ihr nicht genug; wenn ihr sprecht, dann antwortet ihr schon auf Einwände; wenn ihr schweigt, dann seid ihr nicht gesammelt genug; wenn ihr schaut, dann vergleicht ihr alles mit allem; wenn ihr hört, überlegt ihr euch schon wieder Fragen; wenn ihr lest, wollt ihr andauernd wissen; wenn ihr arbeitet, dann sorgt ihr euch ängstlich.“

    Ich hab irgendwann vor vielen Jahren mal einen Spruch gelesen oder gehört, der sinngemäß so lautet: „Du kannst nur die Schlacht von einem Tag schlagen.“

    Ich fand und finde, dass an dem Gedanken, dass ich genug damit zu tun habe, mich nur um das Heute zu kümmern, seeehr viel dran ist. In dieser Richtung gibt’s ja noch sehr viel mehr Lebensweisheiten und Sprüche.

    In Bezug auf das Nicht-mehr-Trinken“ war für mich deshalb am Anfang der Spruch „Heute trinke ich nicht.“ hilfreich. Irgendwann wurde es für mich dann - auch weil‘s mir spürbar im Laufe der ersten Wochen und Monate immer besser ging - zur Normalität, dass ich keinen Alkohol trinke.

    Tatsächlich hatte ich wieder kurz den Moment.. Ach wenn du eben eins trinkst.. Aber ich möchte nicht. Denn das ist ja keine Lösung, es ist eine Qual, die sich dadurch verlängert und besser wird es nicht. Soviel weiß ich mittlerweile.

    Das ist nicht die schlechteste Strategie, sich, wenn solche Gedanken aufkommen, immer wieder zu besinnen, dass und aufgrund welcher Erfahrungen das eben keine Lösung ist. Hab ich nicht viel anders gemacht.

    Ich sitz nun da und trinke eine eiskalte Cola. Hab ja auch gemerkt, daß ich bei normalen Durst mehr Lust habe auf Alkohol.

    Dazu passend hat Mojo letztens in einem Thread etwas geteilt, das ich hier einfach mal zitiere:

    Und sehr oft ist es tatsächlich so, dass ganz banale und einfache Dinge Auslöser für Konsumverlangen sein können. Das geht nicht nur Dir so. So ist mir - nur mal eben als ein Beispiel von vielen - die sogenannte H-A-L-T Regel begegnet. Damit werden vier mögliche, ganz einfache Auslöser benannt.

    H - hungry - bin ich einfach nur hungrig

    A - angry - bin ich verärgert, bin ich frustriert

    L - lazy - ist mir vielleicht einfach nur langweilig

    T - thirsty - bin ich einfach nur durstig (>Mineralwasser, Tee oder selbst gemachte Limonaden mit Minze und anderen Kräutern aus dem eigenen Garten,....)

    Hallo Mausezahn,

    ich hab das Gefühl, beim ersten Mal war es einfacher X/

    ich möchte dir diesbezüglich mal ein bisschen Mut machen:

    Ich persönlich mag die Sichtweise, die hinter folgendem Spruch von Thomas Alva Edison, der u.a. die erste brauchbare Glühbirne erfunden hat, steckt: „Ich bin nicht 10.000 Mal gescheitert. Ich habe erfolgreich 10.000 Wege gefunden, die nicht funktionieren.“

    Bist du durch die Erfahrungen deiner ersten Abstinenz-Zeit und deine jetzige Erfahrungen/ Erkenntnisse aus dem Rückfall nicht wieder einer Schrittchen weitergekommen? Auf jeden Fall dürftest du nun wissen, was bei dir nicht funktioniert. Und du weißt auch, wovon du nun weg willst.

    Und eine Ahnung, wo du hin willst, hast du durch das Mitlesen hier im Forum wohl schon bekommen. :)

    Keine sooooo schlechten Startbedingungen würde ich meinen.

    Du schreibst, dass es bei dir wohl eher die Langeweile war/ ist, die dir Gedanken an Bier eingegeben haben…. Da kann ich dir Mut machen, dass eine wahre Abenteuerreise auf dich wartet bei der Entdeckung, was eigentlich so wirklich so deine eigenen Interessen sind.

    Nimm dir dabei zu Anfang nicht zu viel vor. Man kann sich eine Verhaltensweise erfolgreich antrainieren, wenn man sich ein spezifisches, realistisches, attraktives Ziel setzt.

    Eine Frage: Wenn du heute Abend nach Feierabend laufen gehst, wirst du dann noch Lust haben, was Gutes zu kochen?

    Ich muss gestehen, ich hätte nach so einer sportlichen Einheit keine Lust mehr zu kochen, sondern würde erst ein schönes Bad nehmen und mich dann mit nem schönen Buch oder Hörbuch in den Sessel setzen und die Beine hochlegen. 😄


    Einen schönen Start ins Wochenende

    AmSee

    Hallo und herzlich Willkommen in unserem Forum, Mausezahn,

    Danke dir für deine ausführliche Vorstellung. Ich verschiebe deinen Vorstellungsthread gleich in das entsprechende Unterforum und schalte dich für den Austausch im öffentlichen Bereich frei.

    Ein gutes Ankommen hier wünsche ich dir und einen hilfreichen Austausch.

    Freundliche Grüße

    AmSee (als Moderatorin)

    Was für ein interessanter Thread! Danke euch für den durchaus auch kontrovers diskutierten Austausch.
    Ich finde mich in den unterschiedlichen Positionen durchaus wieder.

    Im Prinzip geht’s mir diesbezüglich so, wie Stilles Wasser das für sich formuliert hat:

    Nun das Thema berührt mich nicht. Ich investiere keine Zeit, keine Gedanken in das Studieren desselben. Um es auf den Punkt zu bringen. Ich bin von Kopf bis Fuss auf Abstinenz eingestellt und das ist meine Welt und sonst gar nichts.


    Die Sorge, die hier u.a.von Tom und Bighara zum Ausdruck gebracht worden ist, halte auch ich nicht für unberechtigt, sehe das persönlich aber eher so wie Mojo .

    Es ist für dieses Forum bzw. für die daran Beteiligten nicht immer einfach gewesen, aber grundsätzlich war’s hier in diesem Forum auch nach meiner Beobachtung stets ein Anliegen, möglichst offen für verschiedene Wege zu bleiben und sich darüber durchaus auch kontrovers auszutauschen.

    Ich selbst hab nicht wenig davon profitiert und muss auch gestehen, dass ich den offenen Austausch brauche und auch will.

    Was das Thema KT betrifft, so wurde es ab und zu durchaus leidenschaftlich diskutiert, mehrheitlich aber recht kritisch betrachtet. Vor diesem Hintergrund hatte ich willibald42 in seinem Vorstellungsthread auch folgendermaßen geantwortet:

    „Das klingt bei dir, als wenn du derzeit mit dem sogenannten „Kontrollierten Trinken“ unterwegs bist. In Bezug auf dieses Thema gibt es in diesem Forum so gut wie niemandem, der damit positive Erfahrungen gemacht hätte, im Gegenteil. Insofern wird dieses Thema von diversen Nutzern nicht ganz unkritisch betrachtet.“


    Was mich persönlich betrifft: Wenn dieses Forum oder vielmehr der eine oder andere aktive Nutzer hier vor über vier Jahren nicht so offen gewesen wäre, wie es das hier nun einmal war und meiner Wahrnehmung nach geblieben ist, stünde ich mit sehr großer Wahrscheinlichkeit nicht da, wo ich heute stehe.

    Ich hab nochmals in meinen ersten Thread hier hineingeschaut und denke heute einmal mehr, wie hilfreich Gerchla s Beitrag an mich für mich gewesen ist. Es ging da zwar nicht direkt ums sogenannte Kontrollierte Trinken, aber es ging um Ergebnisoffenheit.
    Hilfreich war für mich dabei auch - und ich bemühe mich darum, das auch so zu handhaben - was er von seinen eigenen Erfahrungen berichtet hat und was bei ihm zu einem Rückfall geführt hatte.

    Geht es uns hier nicht darum, dass jeder/ jede seinen/ ihren eigenen Weg findet?

    Ich frage mich, ob wir eine Allgemeinheit von Selbstbetroffenen bzw. Forenmitgliedern tatsächlich schützen bzw. ob wir uns damit nicht möglicherweise auch etwas anmaßen, was uns eigentlich nicht zusteht, wenn wir das Thema „KT“ stiefmütterlich behandeln.

    Womit wir ja nun wahrlich nicht hinterm Berg halten, ist, wie überaus zufrieden, ja sogar glücklich wir auf unserem Weg der Abstinenz sind. Womit die Mehrzahl von uns nicht hinterm Berg hält, ist, dass wir unseren Konsum nicht kontrollieren konnten bzw. uns ein weiterer Versuch, es kontrollieren zu wollen, zu anstrengend und herzlich wenig erfolgversprechend gewesen wäre.

    An dem, wie Bassmann-neu es für sich handhabt, habe ich zum Beispiel keinerlei Interesse, mich reizt so ganz und gar nichts daran, ab und zu mal Alkohol trinken zu können, ich bin bestzufrieden ohne Alkohol bzw. von Kopf bis Fuß auf Abstinenz eingestellt.


    Ich frage mich ernsthaft, ob die Gefahr, dass jemand von einem Austausch über KT getriggert wird, nicht in der persönlichen Verantwortung des jeweiligen stillen Lesers oder Forenmitglieds liegt. Wenn sich ein Forenmitglied getriggert fühlt, könnte er oder sie das ja ansprechen und ggf. auch zum eigenen Thema machen, oder nicht?

    Eigentlich hoffte ich nur persönliche Erfahrungen zu erfahren,


    Find ich übrigens gut, dass Paul das explizit nochmals ausgesprochen hat.

    Beste Grüße

    AmSee

    Hi Emmi,

    frag mich ruhig aus, ich will dir gerne antworten. 😄

    Da die letzte Zeit für mich ziiiiieeemlich anstrengend war und ich davon zur Zeit einfach nur platt bin, komme ich voraussichtlich erst in den nächsten Tagen dazu, dir ausgiebig auf alle deine Fragen zu antworten.

    Was ich jetzt erstmal recht allgemein antworten kann, ist, dass das ein länger dauernder Lernprozess war, bis ich dorthin gekommen bin, wo ich inzwischen schon seit einer ganzen Weile bin.

    Allein der Gedanke daran, wenn "bald" :D der Frühling kommt, die Gartenarbeit beginnt, man sich mit einem kalten Bier nach Feierabend in die Sonne setzt.. also versteh mich nicht falsch, für Menschen die gar nicht trinken ist das auch so schon schön genug, ohne das Bier. Für mich ist das Bier aber so die Kirsche auf der Sahne. Und ich schätze genau da liegt das Problem. Die Konditionierung in meinem Gehirn, die es tatsächlich gar nicht wirklich anders kennt (außer in "Zwangspausen" wie Schwangerschaft etc.).

    Das kommt mir sooooooowas von bekannt vor. Und nein, ich verstehe dich da gewiss nicht falsch, weil ich das ja selbst kenne - bzw. aus heutiger Sicht betrachtet kannte. 😅

    Inzwischen aber, man glaubt es kaum, bin ich davon soooo weit weg und muss da tatsächlich schon lange nichts mehr unterdrücken oder kleinreden. Meine „Kirsche auf der Sahne“ ist, so unglaublich das klingt, bei Gartenarbeit und allen anderen meiner vielen Projekte seit einer Weile tatsächlich ein großes Glas leicht sprudelndes Wassers. 😅 Davor war’s noch Apfelsaftschorle oder ein Limonadengetränk, aber irgendwie hat es sich bei mir im Laufe der Zeit dahin entwickelt, dass ich auch auf zuckerhaltige Getränke keine rechte Lust mehr habe. Das hat mir mein Körper von sich aus signalisiert, dass er voll auf Wasser steht. 😅


    Wie gesagt war das ein länger dauernder Lernprozess. Da waren zum einen die überaus positiven Erfahrungen, die ich körperlich und psychisch im Laufe meiner Abstinenz machte, was mich zunehmend hat umdenken lassen. Zum anderen habe ich mich - typisch für mich - wirklich seeehr viel mit dem Thema beschäftigt. Rückblickend betrachtet hätte es manches Mal durchaus etwas weniger sein dürfen. Hab mich da durchaus mitunter überfordert. 🫣

    Und ich schätze genau da liegt das Problem. Die Konditionierung in meinem Gehirn, die es tatsächlich gar nicht wirklich anders kennt (außer in "Zwangspausen" wie Schwangerschaft etc.).

    Da lag auch für mich das Problem. Deshalb hat mich das Thema „Neurobiologie der Sucht“ schließlich so interessiert.
    Die gute Nachricht ist ja, dass man sich von dieser Konditionierung tatsächlich mehr oder minder ganz lösen kann bzw. sich gegen-konditionieren kann.


    Das hat auch bei bei mir seine Zeit gedauert und ist auch nicht von selbst geschehen, inzwischen ist das „Neue“ für mich tatsächlich zum Selbstläufer geworden.


    Ich hab außer dem Austausch hier (und später zwischendurch auch in einem anderen Forum) und dem Lesen vieler Erfahrungsberichte anderer auch noch ein paar Bücher, die ich hier über die Literaturecke gefunden habe, gelesen. Darunter das Buch von Daniel Schreiber, „Nüchtern“ und das Buch von Simon Borowiak, „Alk. Fast ein medizinisches Sachbuch“. Vielleicht sind die ja auch für dich interessant?

    Bis hierhin erstmal.

    Ganz liebe Grüße zurück und einen guten Rutsch ins neue Jahr

    AmSee

    Hallo Miteinander,

    nun, kurz vor Ende dieses Kalenderjahres möchte ich die Gelegenheit nutzen, mich bei allen, die hier regelmäßig schreiben, ganz herzlich zu bedanken:

    Danke, dass ihr dieses Forum durch das Teilen eurer Erfahrungen bereichert, Danke dafür, dass und wie ihr euch als Ansprechpartner für Hilfesuchende einbringt und Danke auch für eure konstruktiven Anregungen und Ideen.

    Ich denke, es sehr gut, dass es dieses Forum noch gibt und für Betroffene weiterhin als hilfreiche Resource, die von „Erster Hilfe“ über konstruktiven Austausch bis hin zu einer umfangreichen Wissens- und Erfahrungsbibliothek reicht, zur Verfügung steht. Dass das so ist, ist auf jeden Fall auch mit eurer Verdienst.

    Mein herzliches Dankeschön an dieser Stelle auch nochmals an unseren Admin Alex07 . Dein Engagement für dieses Forum ist einmalig.

    Ich wünsche euch einen guten Jahreswechsel und einen guten Start ins neue Jahr 2025.

    Freundliche Grüße

    AmSee

    Hallo und herzlich willkommen zurück, Stevie84,

    Danke dir für dein Teilen.
    Mein Glückwünsche, dass du inzwischen schon auf über ein Jahr in deinem neuen Leben zurückblicken kannst. Mögen noch viele, viele weitere Jahre hinzukommen.

    Fühl dich herzlich eingeladen, den Austausch in diesem Forum mit deinem Erfahrungen zu bereichern.

    Beste Grüße, dir ebenfalls einen schönen Abend

    AmSee

    Ich bitte darum, nicht auch noch diesen Thread zu sprengen mit Fragen/ Themen, die in gewisser Weise schon wieder weit über das Thema und Interesse dieses Threads hinausgehen.

    Bitte ggf. ein neues Thema mit passendem Titel eröffnen!


    Freundliche Grüße

    AmSee (als Moderatorin)

    Hi Tom,

    Danke dir für deine beiden letzten Beiträge, da finde ich meine eigenen Gedanken und Erfahrungen zu diesem Thema wieder.

    Für mich ist wichtig zu wissen, dass ich nicht gefeit bin von solchen Situationen und dass es ok ist, sollten sie wieder mal eintreten.

    Diese Einstellung gefällt mir, ich teile sie und halte sie für eine entlastende und gelassene Einstellung. Ich fühle mich dabei ganz und gar nicht unter Druck und ich fühle auch keine Angst.

    Nähren wir dadurch nicht unsere Unsicherheit? Auch das ewige Hochhalten der Angst vor Triggering oder Craving, erinnert mich oft an die Gruselgeschichten, die wir unseren Kindern erzählten, damit sie keinen oder weniger Blödsinn machten, so wie unsere Eltern es mit uns schon taten.

    Ich weiß nicht und kann da auch nicht ganz folgen, warum mancher aus einer Einstellung wie deiner Tom oder meiner ein „Hochhalten von Angst“ sieht.

    Es geht doch überhaupt nicht darum, Angst zu haben, und ich lese aus deinen Zeilen auch kein bisschen Angst heraus, sondern im Gegenteil eher Gelassenheit.

    Ich denke mir sogar: Wenn ich glaubte, ich selbst würde mich durch irgendwelche Annahmen triggern, dann würde ich mir, wenn’s denn irgendwann doch mal aus welchen Gründen auch immer zu einer Trigger- oder Craving-Situation kommen sollte, ich mir selbst auch noch Vorwürfe und zusätzlichen Druck machen würde, weil ich mich selbst getriggert hätte. Das käme, wie du Tom das formulierst, dem Gedanken einer Niederlage gleich.
    Für mich jedenfalls eher weniger hilfreich.


    Nach allem aber, was ich bislang gelesen und beobachtet habe, gehe ich nicht davon aus, dass es da eine Logik gäbe oder sich eine Erklärung finden ließe, mit der sich das Thema ein für allemal für jeden Selbstbetroffenen zutreffend beantworten ließe. Da scheint so vieles hineinzuspielen.

    Insofern, wenn’s denn, warum auch immer, zu einer Trigger- oder Cravingsituation kommen sollte, dann ist das eben so und im Prinzip auch ok so. 🤷‍♀️ Hilfreich ist meines Erachtens dann so ein Leitmotiv, wie Bighara das formuliert hat: „Suchtgedanken schaffen keine Tatsachen"

    Beste Grüße

    AmSee

    Hallo Zusammen,

    Danke euch, Bighara und Tom für euer Teilen und so traue ich mich auch von mir zu teilen.

    Bei mir war und ist das so, dass ich Weihnachten keine wirkliche Wahl habe, ob ich allein oder mit anderen feiere. Ich bin in die üblichen Gebräuche und Festivitäten meiner Familie eingebunden und kann mich nur entziehen, wenn’s wirklich gar nicht mehr geht.
    Das fängt bei uns mit drei Geburtstagfeiern, die nun einmal alle vor Weihnachten liegen - eine am 23. - an, geht weiter über das gemeinsame Feiern am 1. und 2. Festtag und endet mit dem Geburtstag meines Mannes nach Weihnachten.

    Ja, es ist schön, dass ich Familie habe - es handelt sich um meine angeheiratete Familie, meine Herkunftsfamilie ist gibt es nicht mehr - und ich bin durchaus auch dankbar dafür, aber für mich ist die Zeit im Dezember und Weihnachten jedes Jahr ein gefühlter Marathon.

    Ich versuche da stets die für mich dringend nötige Balance zu halten, aber dieses Jahr ist’s für mich einfach zu viel geworden. Schon am 1. Festtag ging’s mir auf der Hinfahrt zur Familie nicht gut und gestern morgen war schließlich keinerlei Energie mehr da, dabei erwarteten wir gestern doch meine Schwiegereltern bei uns zum Essen.

    Mein Mann rief dann seine Eltern an, ziemlich verzweifelt, weil ich nur noch heulend im Bett lag. Sie boten ihre Unterstützung an, kamen und halfen bei den letzten Vorbereitungen fürs Essen. Ich stieß erst zum Essen hinzu, obwohl ich kaum präsentabel war.

    Es wurde dann schließlich doch noch ein guter und sogar sehr entspannter Tag für alle Beteiligten. Am späten Nachmittag konnte ich mich endlich in den Sessel setzen und ein gutes Buch lesen. Ich hatte endlich die Zeit und Ruhe, nach der ich mich die ganzen Tage zuvor so gesehnt hatte.

    Heute stünden eigentlich schon wieder Geburtstagsvorbereitungen an, aber das verschiebe ich auf morgen.

    Hallo Miteinander,
    Ich wünsche euch ein frohes, friedliches, besinnliches Weihnachtsfest.
    🌟

    Ach, was wäre das schön, wenn die Zeile „war is over“ in John Lennons Chrismas Song endlich wahr würde. Ich hoffe und wünsche mir, dass das irgendwann tatsächlich eintrifft.

    Liebe Grüße

    AmSee

    Hallo 4Emmi,

    was du so von dir erzählst, erinnert mich an mein eigenes Ankommen hier im Forum vor über vier Jahren….

    Ich, selbst Tochter eines Alkoholikers, der an seiner Sucht zugrunde gegangen ist, war dem Alkohol ganz und gar nicht abgeneigt, aber besorgt, selbst ein ernsthaftes Alkoholproblem entwickelt zu haben.

    Der Austausch hier sowie das Lesen der Erfahrungsberichte anderer hier haben mir geholfen, zu begreifen, wo ich bereits stand und wohin es mit mir noch kommen könnte, wenn ich nicht die Reißleine zog. Ich hab sie daraufhin gezogen und das ganz und gar nicht bereut, im Gegenteil.

    Daher die Frage.. Seht ihr mein Verhalten als suchtgefährdet an? Ratschläge, Tipps?

    Ich will’s mal so sagen: Wenn bei dir alles im grünen Bereich läge, wärst du gar nicht erst hier aufgeschlagen.
    Dir selbst ist aufgefallen, dass du Schwierigkeiten hast, deinen Konsum zu kontrollieren.
    Mir ging das ganz ähnlich, wie du das von dir beschreibst.

    Ich konnte jederzeit Trinkpausen einlegen, wenn ich das wollte. Und weil ich das konnte, glaubte ich bzw. versicherte ich mir damit, gewiss noch kein Alkoholproblem entwickelt zu haben. Ich glaubte, dass ein Alkoholiker jemand sei, der immer trinken müsse und sich das nicht mehr aussuchen könne. So hatte ich es ja auch immer wieder bei meinem Vater erlebt.

    Zugleich hatte ich Angst davor, möglicherweise doch ein Problem entwickelt zu haben oder gerade zu entwickeln, und Angst davor, deswegen in Zukunft gänzlich auf Alkohol verzichten zu müssen.

    Ich hab immer mal wieder diese Online-Tests gemacht, um mir zu versichern, kein ernsthaftes Problem zu haben und weiterhin Alkohol konsumieren zu dürfen. Es kam stets nur „riskanter Konsum“ heraus.

    Hier schlug ich auf, weil ich hoffte, hier Menschen vorzufinden, die sich mit dem Thema aufgrund eigener Erfahrungen auskennen.

    Erst hier im Austausch wurde mir bewusst, dass ein Alkoholproblem bereits dann vorliegen kann und mit hoher Wahrscheinlichkeit auch vorliegt, wenn man zwar Trinkenpausen einlegen kann, aber die Kontrolle über die Mengen verliert, sobald man einmal angefangen hat, und wenn die Gedanken im Prinzip ständig um den Alkohol kreisen, z.B. „Wann darf ich wieder?“, „Hab ich noch genug Alkohol im Haus?“, „Oh Mann, das war gestern mal wieder zu viel, ich sollte besser mal wieder eine Pause einlegen.“ und so weiter.


    Was mir Mut machte, war, was andere, die abstinent geworden waren, über sich teilten. Das hatte ich mir zuvor nicht vorstellen können.
    Inzwischen lebe ich, wie gesagt, bereits über vier Jahre abstinent, und bin sehr zufrieden damit.

    Im Laufe meiner Abstinenz erfuhr ich am eigenen Leib, wie viel mir der Alkohol, von dem ich mir soooo viel versprochen hatte, tatsächlich - von mir nahezu unbemerkt - genommen hatte. Körperlich und psychisch erlebte ich Verbesserungen, die ich so nicht mehr erwartet hatte. Das bestärkte mich dann erst recht auf meinem neuen abstinenten Weg.

    Viele Grüße

    AmSee (als Vollmitglied)