Hallo Ciara,
das kann ich sogar nachvollziehen, dass du da unter Druck gekommen bist. Ich hab eine ähnliche Situation auch schon erlebt und mich dabei ziemlich überfordert gefühlt. Bei mir war’s da nicht CT sondern MRT und nicht HNO sondern Neurologiepraxis.
Dass dir spontan die Tränen gekommen sind, kann ich ebenfalls nachvollziehen, auch wenn bei mir bei sowas nicht Tränen gekommen sind, sondern Panikempfindungen.
So schlimm das gestern auch für dich war, so kannst du diese Situation zum Anlass nehmen, etwas für dich dazu zu lernen und entsprechend für dich vorzusorgen.
Ist das bei dir auch so, dass dich mehrere Termine hintereinander total stressen bzw. unter Druck setzen? Bei mir ist das so, deshalb vermeide ich das nach Möglichkeit und verteile solche Termine u.U. auf mehrere Tage. Und ich habe meinen Mann ins Boot geholt, der mir, wenn ich nicht beim Arzt anrufen kann oder etwas abholen kann - das ist mir krankheitsbedingt manchmal einfach nicht möglich -, das abnimmt.
Rückblickend könntest du dir vor Augen führen, ob es tatsächlich sinnvoll und gut für dich gewesen wäre, Alkohol zu trinken und ggf. Rückfall zu erleiden, nur wegen der Nachlässigkeit dieser HNO-Praxis. Hätte das irgendwas für dich besser gemacht? - Das kann hilfreich sein, um den verführerischen Gedanken, dass Trinken als Selbstmedikation in Frage käme, entgegenzuwirken und ihnen das Verführerische zu nehmen. Stell‘s dir wie ein Training vor, dir diese Verbindung „Alkohol = gut/ geeignet zur Selbstmedikation“ abzugewöhnen.
Und schließlich kannst du dich nach Möglichkeiten umschauen, was statt zu trinken tun könntest. Es gibt da zum Beispiel Atemübungen, Körperübungen und sogenannte Skills https://alkoholforum.de/article/1-alkoholiker-glossar-abk%C3%BCrzungen, um mit Situationen starker innerer Anspannung adäquat umgehen zu können. Ich selbst hab mir im Laufe der Zeit dies und das als hilfreich kennengelernt und wende es ggf. an.
Ich find‘s gut, dass du trotzdem zum CT-Termin gegangen bist. Wenn man bedenkt, wie teuer so eine Untersuchung ist (in der Radiologie, wo ich regelmäßig zur Kontrolle hin muss, laufen die Geräte fast rund um die Uhr und einmal, als es in unserer Stadt Stromausfall gab, war das für diese Praxis fast eine Katastrophe, ohne eine entsprechende Versicherung wäre das die Praxis teuer zu stehen gekommen.) und dass ein kurzfristiger Terminausfall nicht durch einen anderen Patienten kompensiert werden kann, war die Wahrscheinlichkeit, dass sie dich abweisen, gar nicht sooooooo hoch. Eine Überweisung hattest du ja grundsätzlich schon, auch wenn die vom letzten Quartal war, und meines Wissens nach hätte eine für dieses Quartal gültige Überweisung ggf. auch nachgereicht werden können. Es war ja auch nicht dein Versäumnis, sondern das Versäumnis der HNO-Praxis.
Wie du mit deiner Trauer umgehst, finde ich sehr gut. Ich habe das Sterbebildchen von meiner Mama und ihren Rosenkranz auf meinem Nachtschränkchen und rede auch oft mit ihr.
Ich habe das auch erst lernen müssen, mit meiner Trauer umzugehen. Am liebsten möchte man ja davor davonlaufen, weil‘s so weh tut, aber hilfreich ist das eher nicht….
Darf ich dich fragen, was ein „Sterbebildchen“ ist? Ist das so ein Bild, wie man es bei Trauerfeiern neben dem Sarg oder der Urne aufstellt, oder ist das ein Bild von einem Sterbenden oder bereits Toten? Ich kenne diesen Begriff nicht.
Ich finde das gut, welchen Weg du für dich gefunden hast. Das Bild kannst du dir ansehen und mit ihm sprechen und den Rosenkranz kannst du anfassen. Beides erzeugt Nähe, wo uns die Nähe doch sonst soooo sehr fehlt. Für mich ist meine Mama nicht ganz weg, sondern irgendwie doch noch anders da, auch wenn sie körperlich nicht mehr da ist. Auf jeden Fall hat sie einen festen Platz in meinem Herzen und in meinen Erinnerungen und ich bin ihr auch dankbar für das, was sie für mich getan hat und wie oft sie für mich da war, wenn ich sie brauchte. Eine solche Dankbarkeit trägt übrigens auch durch die Trauer.
Liebe Grüße
AmSee