Beiträge von AmSee13

    Ich wage sogar zu behaupten, dass die Rezeptorenbildung oder Rückbildung, wir auch beeinflussen können, durch das was wir denken, nicht sofort, aber auf Dauer schon.

    Nach allem, was ich darüber in Erfahrung gebracht habe, hat die Bildung dieser Rezeptoren bzw.. ihre Rückbildung wenig mit dem, was wir denken, zu tun.

    Zwar können wir unser Wohlbefinden bzw. Unwohlbefinden wohl in gewisser Weise selbst beeinflussen durch das, worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten, und auch durch unsere Lebensweise (Ernährung, Bewegung usw).

    Doch auf die Rückbildung jener Rezeptoren, die infolge von Alkoholmissbrauch aus der Not des Gehirns, das mit dieser unnatürlichen Überschemmung überfordert ist, gebildet wurden, haben wir keinen Einfluss. Nur den, keinen weiteren Alkohol oder ein vergleichbares Suchtmittel zu konsumieren. Das Gehirn macht das von sich aus, wenn diese Überschemmung endlich aufhört.

    Im Gehirn passieren, nicht nur offenbar :S , so viele Dinge die wir uns nicht erkären können.

    Oh ja. Ich find‘s immer wieder spannend, mich damit zu beschäftigen, und ich stehe immer wieder staunend und voller Bewunderung davor.

    Mit entsprechendem bewusstem Training kannst du dir eine neue Verknüpfung antrainieren, aber täusch dich nicht, die alte Verknüpfung bleibt dir im Unterbewusstsein erhalten und kann unter Umständen in dieser oder jener Situation wieder aktiviert werden.

    Dazu noch etwas:

    Das bedeutet nicht, dass das Training nicht genug bringt, im Gegenteil brauchen einmal süchtig Gewordene offenbar immer wieder entsprechendes Training, damit die neuen Verknüpfungen stärker und automatisiert sind. Dann stehen die Chancen ziemlich gut, dass die auch im Unterbewusstsein landen und dir auch im Zweifelsfalle zur Verfügung stehen.

    Es ist wohl wahr, ichso , dieses Laberrhabarber führt zu nichts, auch nicht über die böse Gesellschaft schimpfen oder dass ein dummes bzw. süchtiges Volk besser zu regieren sei.

    Ich denke, es führt zu nichts, wenn man sich selbst durch das ganze „Laberrhabarber“ nur aufregt, sich am besten noch in die Opferrolle begibt und sich selbst in ganz üble Laune katapultiert.

    Entscheidend ist doch, was ein jeder mit seinem Möglichkeiten verändern kann, worauf er/ sie tatsächlich Einfluss hat, und was Dinge sind, die er/ sie beim besten Willen nicht ändern kann.

    Hallo Paul,

    nach dem, was ich dazu gelesen habe, ist das wohl noch etwas komplizierter. Es geht nicht nur um die Toleranz, die im Gehirn dadurch entsteht, dass vermehrt entsprechende Rezeptoren für die Botenstoffe, mit denen das Gehirn infolge von Alkoholkonsum regelrecht überschwemmt wird, gebildet werden.
    Das bildet sich nämlich im Laufe der Abstinenz zurück. Dauert halt nur eine gute Weile.

    Da passieren im Gehirn aber offenbar noch weitere Veränderungen. In dem von mir immer mal wieder empfohlenen Artikel wird darüber informiert.
    Und diese Veränderungen sind offenbar unumkehrbar.

    Meine "Verknüpfung" Alkohol= gut, entspannend etc., bekam ich dagegen nach einiger Zeit aus meinem Kopf (Pawlowscher Hund).

    Mit entsprechendem bewusstem Training kannst du dir eine neue Verknüpfung antrainieren, aber täusch dich nicht, die alte Verknüpfung bleibt dir im Unterbewusstsein erhalten und kann unter Umständen in dieser oder jener Situation wieder aktiviert werden.

    Das Thema „Unterbewusstsein“ ist schon ein echtes spannendes Thema. An so manches kommst du bewusst so gar nicht ran. Manches kommt irgendwann von sich aus einfach hoch, wenn’s durch irgendwas getriggert wird.
    Ich habe das im Laufe der letzten Jahre mehrfach erlebt…..

    Bin verwirrt.

    Hallo ichso,

    kann ich nachvollziehen. Das Thema ist auch hochkomplex und ich begreife da, obwohl ich mich schon geraume Zeit immer mal wieder damit beschäftige, auch nicht alles.

    Das, was in dem Artikel beschrieben ist, trifft auf „normale“, auf „gesunde“ Menschen zu, bei Menschen, sie einer Suchterkrankung erlegen sind, haben in verschiedenen Bereichen des Gehirns offenbar Veränderungen stattgefunden. Aufgrund der Wirkung von Alkohol auf das sogenannte Belohnungssystem haben im Laufe des Missbrauchs komplexe neuronale Anpassungsprozesse stattgefunden, die nicht rückgängig zu machen sind.

    Einmal süchtig geworden ist Abstinenz etwas, für das du dich immer wieder bewusst entscheiden musst, denn das alte, einmal erlernte Suchtverhalten sitzt in deinem Unterbewusstsein fest und es kann immer wieder zu Situationen kommen, in denen es reaktiviert wird.

    Empfehlen kann ich dazu den folgenden Artikel:

    https://www.dasgehirn.info/krankheiten/su…logie-der-sucht

    sowie die anderen Artikel, die mitten in diesem Artikel als „empfohlen“ verlinkt sind. Es sind eine ganze Reihe von medizinischen Fachbegriffen darin. Lass dich davon nicht stören, sondern ließ ggf. darüber hinweg. Worum‘s grundsätzlich geht, kann man meines Erachtens auch so verstehen.


    Wenn man keine Ziele mehr hat, nichts mehr erreichen kann oder will ... dann kann man doch auch saufen, sich das (sein) Elend schön oder weg saufen.

    Das denkt man sich vielleicht im Kopf, wenn man die Wirkung des Alkohols bereits kennt.

    Beschäftigst du dich aber mal ganz bewusst mit dem alptraumhafte Ende und dem missbrauchsbedingten Leiden davor, was du dir mit dieser Sauferei bereitest, dann wirst du unter Umständen feststellen, was für einen Preis du für einen winzig kleinen, nur kurz währenden Moment von „schön“ oder „weg“ bezahlen wirst.

    Wer aber wirklich schon drin hängt, wird kaum mehr in der Lage sein, sich dem zu entziehen.

    Bin ich erstmal süchtig ... keine Frage!

    Ok, dann sind wir uns diesbezüglich ja einig. Das war nach dem, was ich sonst vorher so von dir gelesen hatte, nicht klar.

    Doch ich, Mensch, rufe doch diesen Zustand doch erst hervor.

    In gewisser Weise schon, aber „selbst schuld….“ ist zu einfach gedacht, berücksichtigt die diversen Faktoren nicht, warum Menschen in die Sucht hineinschlittern.

    Das mit dem „Wissen“, dem „Bewusstsein“ ist ja so eine Sache… Du magst im Prinzip wissen, dass Alkohol nicht gesund ist und welche Auswirkungen Alkoholmissbrauch haben kann, aber zugleich lebst du in einer Gesellschaft, in der dir Alkoholkonsum alles normal vorgelebt wird. Und es „erwischt“ ja offenbar nicht jeden.
    Warum sollte es also ausgerechnet dich treffen, zumal Alkoholikern noch immer das allgemeine Stigma anhaftet, sie seien einfach nur willensschwach gewesen?
    Nein, du bist doch nicht willensschwach! Du hast das „im Griff“, wie so viele andere „normale“ Menschen auch.

    Nehmen wir als Beispiel mal „Glücksspiel“: Da hört man in den verschiedensten Werbungen für irgendein Glücksspiel immer „Glücksspiel kann süchtig machen.“ Hält das Menschen ernsthaft ab, es trotzdem versuchen, sie wissen ja nun Bescheid? - Kaum.

    Vorsicht Paddy , deine Argumentation geht in die Richtung, dass alle Alkoholiker wären.

    Unsinn! Paddy bezieht sich eindeutig auf Alkoholiker, also Menschen mit einer Suchterkrankung. Inzwischen ist man wissenschaftlich so weit, diesbezüglich Veränderungen im Vergleich zu Menschen ohne Suchterkrankung ermitteln zu können.

    Was den sogenannten „freien Willen“ betrifft, so ist unser Wille vermutlich weniger frei, als wir meinen. Hier ein interessanter Artikel dazu: https://www.spektrum.de/news/wie-frei-ist-der-mensch/1361221

    Hallo und herzlich Willkommen zurück, Ichso.

    Ich schalte dich gleich für den öffentlichen Bereich frei und verschiebe deinen Vorstellungsthread in das entsprechende Unterforum.

    Gutes Wiederankommen wünsche ich dir

    AmSee (als Moderatorin)

    Hallo Miteinander,

    das freut mich echt zu lesen, dass meine Signatur auch euch etwas gibt. 😊

    Ich hab sie für mich ja auch nicht ohne Grund ausgewählt. Ich hab lange, lange Zeit mit dem gehadert, was in meinem Leben geschehen war, hab nicht gerade wenig darunter gelitten und das, was geschehen war, als Makel empfunden, den ich irgendwie ausbessern oder wettmachen musste.

    Wenn ich gekonnt hätte, hätte ich in die Vergangenheit zurückreisen und die Dinge, Geschehnisse positiv verändern wollen.

    Und dann wurde mir vor ein paar Jahren, als es mir so richtig, richtig mies ging, bewusst, dass es mich kaputt macht, wenn ich so weitermache. Und mit etwas Hilfe änderte sich meine Perspektive. Ich kann die Vergangenheit nicht ändern, habe keinerlei Einfluss darauf. Einfluss habe ich nur auf das heute, da kann ich etwas ändern, wenn etwas geändert werden muss.

    Und wenn wir mal ehrlich sind, hat mich die Vergangenheit zu der gemacht, die ich heute bin. Und aus den Fehlern, die passiert sind oder auch jetzt noch passieren, kann ich lernen. Ich mag auch die Perspektive, die in Thomas Alva Edisons Spruch steckt: „Ich bin nicht 10.000 Mal gescheitert. Ich habe erfolgreich 10.000 Wege gefunden, die nicht funktionieren.“


    Ja, auch ich bin, obwohl ich’s schon aufgrund des Beispiels, das mein Vater abgegeben hat, besser hätte wissen müssen, abhängig vom Alkohol geworden.

    Schäme ich mich deswegen? - Nein, inzwischen kann ich, nachdem ich mich sehr viel mit dem Thema beschäftigt hab, nachvollziehen, warum und wie das passiert ist. Es kann, so wie unsere Gesellschaft nun mal mit Alkohol umgeht, JEDEN und JEDE treffen.

    Binde ich den Leuten auf die Nase, dass ich alkoholabhängig bin und deswegen keinen Alkohol trinke? - Nein, dass ich alkoholabhängig war oder bin, spielt für mein gegenwärtiges Leben keine Rolle. Ich möchte schon aus völlig gesunden und nachvollziehbaren Gründen (die aber so mancher gar nicht hören will, weil er sich seinen Konsum nicht vermiesen lassen will) gar nicht Alkohol trinken. Ich lüge doch nicht, wenn ich sage, „Nein Danke, ich hätte lieber ein Wasser (o.ä.)“. Ich möchte ja tatsächlich lieber ein Wasser.

    Was geht’s andere an, dass ich alkoholabhängig war/bin? - Niemanden, oder?
    Und einen Schutz, damit mir niemand Alkohol anbietet und mich womöglich triggert, brauche ich nicht. In dem Fall könnte ein Bekenntnis ggf. hilfreich sein.

    Außerdem habe ich auch keine Lust auf solche Gespräche, wie Paul sie schon aufgezählt hat. Das Thema ist für mich in gewisser Weise abgehakt, ich unterhalte mich lieber über anderes, was mich gerade interessiert.

    Liebe Grüße

    AmSee

    Emily , zu diesem Thema kann ich dir zum Beispiel den folgenden Artikel empfehlen:

    https://www.dasgehirn.info/krankheiten/su…logie-der-sucht

    Den haben wir auch in unserer Linksammlung verlinkt. Dort mitten im Artikel (ist bei den anderen Artikeln auch so) wird auf weitere lesenswerte Artikel verwiesen.

    Wenn dir da irgendetwas zu kompliziert vorkommt, frag einfach hier im Forum nach. Über manche medizinischen Fachbegriffe kann man meiner Ansicht nach auch einfach hinweglesen. Worum‘s grundsätzlich geht, kann man meines Erachtens auch so erfassen, ohne genau zu wissen, was sich hinter diesen Fachbegriffen verbirgt.

    Liebe Grüße

    AmSee

    Hallo Atreju,

    wie sorgst du heute bzw. im Moment für dich? Planst du bewusst Aktivitäten ein, die du als angenehm empfindest, die dir Freude oder Spaß machen?

    Ich hab mich viel mit der Neurobiologie von Sucht beschäftigt, um nachvollziehen zu können, was da eigentlich bei mir abgegangen ist und wie ich da etwas ändern könnte. Ich bin diese Änderungen dann auch nach und nach angegangen.

    Alkohol wirkt direkt auf das sogenannte Belohnungssystem, und zwar ohne etwas dafür tun zu müssen. Es heißt zwar Belohnungssystem, aber was damit zusammenhängt, hat nicht nur mit „Belohnung“ zu tun, sondern auch mit dem Bedürfnis nach Trost, Entspannung usw.

    Ich hab besonders am Anfang seeehr viel zu dem Thema gelesen, ich brauchte den gedanklichen Input. Und ich hab hier wirklich sehr viel geschrieben und den Austausch gesucht.

    Liebe Grüße

    AmSee

    Hallo Atreju,

    zunächst mal kann ich dich nur beglückwünschen, dass du den Absprung wagst. Wenn du schon mal fünf Monate geschafft hast, hast du ja immerhin schon eine Ahnung, was sich da alles verbessert.
    Ich selbst bin inzwischen über vier Jahre abstinent und sehr zufrieden, ja sogar glücklich damit.

    Bei den Mengen, die du zuletzt konsumiert hast: Bist du mit der Problematik/ den Risiken eines sogenannten Kalten Entzuges vertraut? Nimm das bitte nicht auf die leichte Schulter und pass gut auf dich auf!

    Wann immer die Fragen hast, nur heraus damit. Manchmal dauert es ein bisschen, aber es wird dir hier bestimmt jemand antworten. Und Gedanken/ Erfahrungen kannst du natürlich auch teilen. Dafür ist diese Online-Selbsthilfegruppe schließlich da. 😄

    Viele Grüße

    AmSee

    Ein buddhistischer Mönch wurde gefragt, warum er trotz seiner vielen Aufgaben immer so gesammelt sein könne: „Wie gestaltest du denn dein Leben, dass du so bist, wie du bist, so gelassen und so in dir ruhend?“

    Der Mönch sprach: „Wenn ich stehe, dann stehe ich; wenn ich gehe, dann gehe ich; wenn ich sitze, dann sitze ich; wenn ich schlafe, dann schlafe ich; wenn ich esse, dann esse ich; wenn ich trinke, dann trinke ich; wenn ich schweige, dann schweige ich; wenn ich schaue, dann schaue ich; wenn ich lese, dann lese ich; wenn ich arbeite, dann arbeite ich…“

    Da fielen ihm die Fragesteller ins Wort: „Das tun wir doch auch. Aber was machst du noch, was ist dein Geheimnis?“

    Der Mönch antwortete wiederum: „Wenn ich stehe, dann stehe ich; wenn ich gehe, dann gehe ich; wenn ich sitze, dann sitze ich; wenn ich schlafe, dann schlafe ich; wenn ich esse, dann esse ich; wenn ich trinke, dann trinke ich; wenn ich spreche, dann spreche ich; wenn ich schweige, dann schweige ich; wenn ich schaue, dann schaue ich; wenn ich höre, dann höre ich; wenn ich lese, dann lese ich; wenn ich arbeite, dann arbeite ich…“

    Da sagten die Neugierigen: „Das wissen wir jetzt. Das tun wir alles auch!“

    Der Mönch aber sprach zu ihnen: „Nein, eben das tut ihr nicht: Wenn ihr steht, dann lauft ihr schon; wenn ihr geht, seid ihr schon angekommen; wenn ihr sitzt, dann strebt ihr schon weiter; wenn ihr schlaft, dann seid ihr schon beim Erwachen; wenn ihr esst, dann seid ihr schon fertig; wenn ihr trinkt, dann kostet ihr nicht genug; wenn ihr sprecht, dann antwortet ihr schon auf Einwände; wenn ihr schweigt, dann seid ihr nicht gesammelt genug; wenn ihr schaut, dann vergleicht ihr alles mit allem; wenn ihr hört, überlegt ihr euch schon wieder Fragen; wenn ihr lest, wollt ihr andauernd wissen; wenn ihr arbeitet, dann sorgt ihr euch ängstlich.“

    Ich hab irgendwann vor vielen Jahren mal einen Spruch gelesen oder gehört, der sinngemäß so lautet: „Du kannst nur die Schlacht von einem Tag schlagen.“

    Ich fand und finde, dass an dem Gedanken, dass ich genug damit zu tun habe, mich nur um das Heute zu kümmern, seeehr viel dran ist. In dieser Richtung gibt’s ja noch sehr viel mehr Lebensweisheiten und Sprüche.

    In Bezug auf das Nicht-mehr-Trinken“ war für mich deshalb am Anfang der Spruch „Heute trinke ich nicht.“ hilfreich. Irgendwann wurde es für mich dann - auch weil‘s mir spürbar im Laufe der ersten Wochen und Monate immer besser ging - zur Normalität, dass ich keinen Alkohol trinke.

    Tatsächlich hatte ich wieder kurz den Moment.. Ach wenn du eben eins trinkst.. Aber ich möchte nicht. Denn das ist ja keine Lösung, es ist eine Qual, die sich dadurch verlängert und besser wird es nicht. Soviel weiß ich mittlerweile.

    Das ist nicht die schlechteste Strategie, sich, wenn solche Gedanken aufkommen, immer wieder zu besinnen, dass und aufgrund welcher Erfahrungen das eben keine Lösung ist. Hab ich nicht viel anders gemacht.

    Ich sitz nun da und trinke eine eiskalte Cola. Hab ja auch gemerkt, daß ich bei normalen Durst mehr Lust habe auf Alkohol.

    Dazu passend hat Mojo letztens in einem Thread etwas geteilt, das ich hier einfach mal zitiere:

    Und sehr oft ist es tatsächlich so, dass ganz banale und einfache Dinge Auslöser für Konsumverlangen sein können. Das geht nicht nur Dir so. So ist mir - nur mal eben als ein Beispiel von vielen - die sogenannte H-A-L-T Regel begegnet. Damit werden vier mögliche, ganz einfache Auslöser benannt.

    H - hungry - bin ich einfach nur hungrig

    A - angry - bin ich verärgert, bin ich frustriert

    L - lazy - ist mir vielleicht einfach nur langweilig

    T - thirsty - bin ich einfach nur durstig (>Mineralwasser, Tee oder selbst gemachte Limonaden mit Minze und anderen Kräutern aus dem eigenen Garten,....)

    Hallo Mausezahn,

    ich hab das Gefühl, beim ersten Mal war es einfacher X/

    ich möchte dir diesbezüglich mal ein bisschen Mut machen:

    Ich persönlich mag die Sichtweise, die hinter folgendem Spruch von Thomas Alva Edison, der u.a. die erste brauchbare Glühbirne erfunden hat, steckt: „Ich bin nicht 10.000 Mal gescheitert. Ich habe erfolgreich 10.000 Wege gefunden, die nicht funktionieren.“

    Bist du durch die Erfahrungen deiner ersten Abstinenz-Zeit und deine jetzige Erfahrungen/ Erkenntnisse aus dem Rückfall nicht wieder einer Schrittchen weitergekommen? Auf jeden Fall dürftest du nun wissen, was bei dir nicht funktioniert. Und du weißt auch, wovon du nun weg willst.

    Und eine Ahnung, wo du hin willst, hast du durch das Mitlesen hier im Forum wohl schon bekommen. :)

    Keine sooooo schlechten Startbedingungen würde ich meinen.

    Du schreibst, dass es bei dir wohl eher die Langeweile war/ ist, die dir Gedanken an Bier eingegeben haben…. Da kann ich dir Mut machen, dass eine wahre Abenteuerreise auf dich wartet bei der Entdeckung, was eigentlich so wirklich so deine eigenen Interessen sind.

    Nimm dir dabei zu Anfang nicht zu viel vor. Man kann sich eine Verhaltensweise erfolgreich antrainieren, wenn man sich ein spezifisches, realistisches, attraktives Ziel setzt.

    Eine Frage: Wenn du heute Abend nach Feierabend laufen gehst, wirst du dann noch Lust haben, was Gutes zu kochen?

    Ich muss gestehen, ich hätte nach so einer sportlichen Einheit keine Lust mehr zu kochen, sondern würde erst ein schönes Bad nehmen und mich dann mit nem schönen Buch oder Hörbuch in den Sessel setzen und die Beine hochlegen. 😄


    Einen schönen Start ins Wochenende

    AmSee

    Hallo und herzlich Willkommen in unserem Forum, Mausezahn,

    Danke dir für deine ausführliche Vorstellung. Ich verschiebe deinen Vorstellungsthread gleich in das entsprechende Unterforum und schalte dich für den Austausch im öffentlichen Bereich frei.

    Ein gutes Ankommen hier wünsche ich dir und einen hilfreichen Austausch.

    Freundliche Grüße

    AmSee (als Moderatorin)

    Was für ein interessanter Thread! Danke euch für den durchaus auch kontrovers diskutierten Austausch.
    Ich finde mich in den unterschiedlichen Positionen durchaus wieder.

    Im Prinzip geht’s mir diesbezüglich so, wie Stilles Wasser das für sich formuliert hat:

    Nun das Thema berührt mich nicht. Ich investiere keine Zeit, keine Gedanken in das Studieren desselben. Um es auf den Punkt zu bringen. Ich bin von Kopf bis Fuss auf Abstinenz eingestellt und das ist meine Welt und sonst gar nichts.


    Die Sorge, die hier u.a.von Tom und Bighara zum Ausdruck gebracht worden ist, halte auch ich nicht für unberechtigt, sehe das persönlich aber eher so wie Mojo .

    Es ist für dieses Forum bzw. für die daran Beteiligten nicht immer einfach gewesen, aber grundsätzlich war’s hier in diesem Forum auch nach meiner Beobachtung stets ein Anliegen, möglichst offen für verschiedene Wege zu bleiben und sich darüber durchaus auch kontrovers auszutauschen.

    Ich selbst hab nicht wenig davon profitiert und muss auch gestehen, dass ich den offenen Austausch brauche und auch will.

    Was das Thema KT betrifft, so wurde es ab und zu durchaus leidenschaftlich diskutiert, mehrheitlich aber recht kritisch betrachtet. Vor diesem Hintergrund hatte ich willibald42 in seinem Vorstellungsthread auch folgendermaßen geantwortet:

    „Das klingt bei dir, als wenn du derzeit mit dem sogenannten „Kontrollierten Trinken“ unterwegs bist. In Bezug auf dieses Thema gibt es in diesem Forum so gut wie niemandem, der damit positive Erfahrungen gemacht hätte, im Gegenteil. Insofern wird dieses Thema von diversen Nutzern nicht ganz unkritisch betrachtet.“


    Was mich persönlich betrifft: Wenn dieses Forum oder vielmehr der eine oder andere aktive Nutzer hier vor über vier Jahren nicht so offen gewesen wäre, wie es das hier nun einmal war und meiner Wahrnehmung nach geblieben ist, stünde ich mit sehr großer Wahrscheinlichkeit nicht da, wo ich heute stehe.

    Ich hab nochmals in meinen ersten Thread hier hineingeschaut und denke heute einmal mehr, wie hilfreich Gerchla s Beitrag an mich für mich gewesen ist. Es ging da zwar nicht direkt ums sogenannte Kontrollierte Trinken, aber es ging um Ergebnisoffenheit.
    Hilfreich war für mich dabei auch - und ich bemühe mich darum, das auch so zu handhaben - was er von seinen eigenen Erfahrungen berichtet hat und was bei ihm zu einem Rückfall geführt hatte.

    Geht es uns hier nicht darum, dass jeder/ jede seinen/ ihren eigenen Weg findet?

    Ich frage mich, ob wir eine Allgemeinheit von Selbstbetroffenen bzw. Forenmitgliedern tatsächlich schützen bzw. ob wir uns damit nicht möglicherweise auch etwas anmaßen, was uns eigentlich nicht zusteht, wenn wir das Thema „KT“ stiefmütterlich behandeln.

    Womit wir ja nun wahrlich nicht hinterm Berg halten, ist, wie überaus zufrieden, ja sogar glücklich wir auf unserem Weg der Abstinenz sind. Womit die Mehrzahl von uns nicht hinterm Berg hält, ist, dass wir unseren Konsum nicht kontrollieren konnten bzw. uns ein weiterer Versuch, es kontrollieren zu wollen, zu anstrengend und herzlich wenig erfolgversprechend gewesen wäre.

    An dem, wie Bassmann-neu es für sich handhabt, habe ich zum Beispiel keinerlei Interesse, mich reizt so ganz und gar nichts daran, ab und zu mal Alkohol trinken zu können, ich bin bestzufrieden ohne Alkohol bzw. von Kopf bis Fuß auf Abstinenz eingestellt.


    Ich frage mich ernsthaft, ob die Gefahr, dass jemand von einem Austausch über KT getriggert wird, nicht in der persönlichen Verantwortung des jeweiligen stillen Lesers oder Forenmitglieds liegt. Wenn sich ein Forenmitglied getriggert fühlt, könnte er oder sie das ja ansprechen und ggf. auch zum eigenen Thema machen, oder nicht?

    Eigentlich hoffte ich nur persönliche Erfahrungen zu erfahren,


    Find ich übrigens gut, dass Paul das explizit nochmals ausgesprochen hat.

    Beste Grüße

    AmSee