Das finde ich einen seltsamen Ansatz. Wir haben das gemacht, weil wir den Papa geliebt haben, ganz ohne Gewinnabsicht.
Da gibt es keine Gewinn Absicht! Das Geld ist mittlerweile schon für die Pflege draufgegangen, es gibt also nichts zu erben!
So, wie ich das verstehe, liegt hier ein Missverständnis des Begriffs „Gewinn“ vor.
Es geht in diesem Zusammenhang meines Erachtens nicht um einen finanziellen Gewinn, sondern darum, welchen persönlichen Motiven, welchen Wertvorstellungen ich folge und welche Konsequenzen das ggf. für mich hat.
Ciara sollte sich fragen, aus welchen Motiven sie sich das antut und ob sie die Konsequenzen der Entscheidung, die sie bislang getroffen hat, tragen kann. Und es sieht ganz danach aus, dass sie diese Konsequenzen nicht tragen kann, dass sie sich vollkommen überfordert.
Ich hab meine Mutter, nachdem wir vor vielen Jahren wieder zueinandergefunden haben, unendlich geliebt. Nach ihrem Schlaganfall brauchte sie eine 24/7 Pflege. Ich hätte sie, weil ich sie so liebte, gerne bei mir zuhause gepflegt, aber damit hätte ich mich (und auch sie) vollkommen überfordert. Ich wäre daran kaputt gegangen.
Deshalb mussten wir die Wahl treffen, sie in einem Heim unterzubringen, so schwer das auch für alle Beteiligten zu dem Zeitpunkt und den darauffolgenden Jahren auch war.
Obwohl ich das vom Kopf her klar hatte, habe ich in den darauffolgenden Jahren immer wieder mit einander widersprechenden Emotionen zu tun gehabt, weil es unmöglich war, meine Wertvorstellungen und verinnerlichten Glaubensätze unter einen Hut zu bekommen, ich aber diesen Kompromiss eingehen musste. Ich habe daraufhin für mich in mich hineingehorcht und auseinandergedröselt, welche Emotionen das sind, welche Emotion primär ist. Und mich so nacheinander mit den einzelnen Emotionen beschäftigt.
Klar war das alles andere als leicht…..