fran53 - hallo


  • Dann definiere das doch so, wie Du meinst, dass es für Dich richtig ist.

    Ansonsten ist es doch einfacher, z.Bsp. "trocken" statt "abstinent lebend", "staubtrocken" statt "verbissener Dogmatiker" oder "nass" statt "saufend" zu schreiben. Zumindest sehe ich kein Problem darin, dass es jeder nach seiner Fasson beschreibt ...

    Ja, es ist vlt. Wortklauberei.
    Trotzdem, für mich ist trocken = staubtrocken. nicht ganz trocken ist nicht trocken. Denn wo fängt (nicht ganz) trocken (bzw != staubtrocken) an und wo hört es auf.
    Schwieriger wirds bei Bassmann zb, da könnte man sagen: trocken, aber nicht staubtrocken und kontrolliert innerhalb der Harmlosigkeitsgrenze? Nein, die Definition ist eh nicht so leicht, das festzumachen. Wo finge dann der Begriff von "nass" an? Beim Übertreten des Tageschnitts der "Gefährdungsgrenze" von 60g Alkohol am Tag, was etwa drei Halbe entspricht?
    Oder ist das dann der Level, wo ich dann einfach nicht mehr die Menge, die ich an dem Tag trinken will oder zugestehe, einhalten kann. Oder ist mehr Alkoholkonsum als die Harmlosigkeitsgrenze vorsieht schon, Grund dazu, den Begriff "nass" zu verwenden? Oder wenn ich nicht mehr locker mehrere Tage hintereinander auf Alkohol verzichten kann?

    Es kann sich eh jede/r bezeichnen (sich selbst und andere) wie er/sie will.
    Nur mir behagt dieses Vokabular nicht, mich selbst als trocken, nass, Alkoholiker, ... sonstwas zu bezeichnen. Das hat nichts mit Verneinung oder nicht wahrhaben
    der (also hier meiner) Situation zu tun, aber warum soll das oft erwähnt oder in mir auch gedacht werden.
    In der Tat, ich "lebe gerade alkoholfrei" hört sich besser, positiver und motivierender an für mich.

    Franz

  • Hi Franz

    also ich persönlich kann mit den bestimmten Vokabeln auch nichts anfangen. Wobei ich aber absolut verstehen kann wenn andere sie verwenden, nur mir persönlich geben sie halt nichts. Sie berühren und bewirken irgendwie nichts in mir.

    Und das hat auch nichts damit zu tun dass ich irgendwas wegschieben, verharmlosen oder nicht ernst genug nehmen würde. Ich habe in meinem Suchtausstieg über ein Jahr lang nahezu täglich und ausführlich hier geschrieben und reflektiert, mich eingehend und intensiv mit der Thematik befasst, im Innen so wie im Außen, habe LZT und Nachsorge gemacht, Beratungen in anderen Lebensbereichen, kultiviere nach und nach wieder neue (alte) Lebensinhalte und mehr...

    Das Buch "NÜCHTERN" von Daniel Schreiber habe ich nicht gelesen, aber einige der tollen Kolumnen von ihm (siehe Linksammlung). Der Buchtitel war für mich Anregung bevorzugt diesen für mich positv behafteten Begriff zu verwenden. Ich lebe nun einen gesunden und nüchternen Lebensweg. So bezeichne ich es für mich.

    Und was das mit dem Gusto angeht:

    Zitat

    ..ist so gut wie weg. Aber das wird auch noch besser/leichter werden, denke/hoffe ich!

    Sicher wird das auch für Dich noch besser, noch leichter werden. Es ist wie ein Fluss in den man sich begibt. Seit einigen Monaten geht es mir derart, dass ich wenn ich daran denke, einfach nur noch denke: "Nö." Nicht mehr und nicht weniger. Und mit einer inneren Freude widme ich mich sogleich wieder einem der Dinge die mir oder Anderen Gutes tun. Die Regale in den Supermärkten lassen mich kalt oder ich nehme sie schon garnicht mehr wahr. Wenn ich mal länger unterwegs bin, dann genieße ich das sehr auch nachts um zwei oder drei Uhr nüchtern und klar im Kopf zu sein, allenfalls körpereigene Drogen vom Tanzen was früher garnicht so unbedingt meine Stärke war, und vielleicht hier und da ein wenig zu schäkern ..

    Ich betrachte den Suchtausstieg für mich als einen Prozess.
    Als die Möglichkeit und Chance zu einer weiteren bedeutenden inneren Entwicklung,
    die in der eben Ihr eigens gegebenen Zeit vonstatten geht.

    Beste Grüße und Gute innere Kraft immer an Dich!

    Einen guten Wind immer in den Segeln :)
    und AHOI

    Land-in-Sicht

  • Mir ist gerade nur mal so eingefallen, dass ich mit vielen Begriffen auch nichts anfangen kann, sie aber trotzdem benutze - eben weil sie allgemein benutzt werden. Ein Abteilungsleiter kann ja auch nicht unbedingt eine Abteilung leiten. Oder der Zitronenfalter ...

    Für meine eigene Definition kann ich ja andere Begriffe, die m.E. besser zutreffen - nehmen: Knalltüte, Zitronenflatter ...
    Nur: mit diesen Begriffen können eben die Anderen nicht unbedingt etwas anfangen.

    Es rettet uns kein höh’res Wesen,

    kein Gott, kein Kaiser noch Tribun

    Uns aus dem Elend zu erlösen

    können wir nur selber tun!


  • Mir ist gerade nur mal so eingefallen, dass ich mit vielen Begriffen auch nichts anfangen kann, sie aber trotzdem benutze - eben weil sie allgemein benutzt werden.

    Seis wies sei, ich bin jetzt (lieber) "alkoholfrei", "alkohol frei" oder "klar" statt "trocken" oder "nüchtern" und nicht "alkoholkonsumierend",
    "trinkend" ("saufen" mag ich auch nicht, das klingt zu derb) statt "nass". :)

  • Die Regale in den Supermärkten lassen mich kalt oder ich nehme sie schon garnicht mehr wahr. Wenn ich mal länger unterwegs bin, dann genieße ich das sehr auch nachts um zwei oder drei Uhr nüchtern und klar im Kopf zu sein, ...

    Hi Land-in-Sicht,

    danke für die wieder-motivierende Antwort. Die alkoholischen Getränke im Supermarkt fallen mir gar nicht mehr auf. Und wenn fünf Leute
    um mich herum trinken, lässt mich das auch relativ kalt. Schwieriger ists (manchmal), wenn ich alleine bin, ... aber wie gesagt, ich habe
    schon die Abwehrstrategien, mal sehen wie sie sich bewähren, wenns einmal richtig kritisch wird...

    Es ist zwar Alkohol im Haus (im Haushalt meiner Mutter), aber das finde ich auch nicht besonders bedrohlich.
    Ist ja nicht mein Bier. ;)
    Meinen Restbestand an Bier habe ich vor Wochen verschenkt.

  • ;) Das ist sicherlich eine ganz persönliche Sache. Ich benutze von Anfang an: "Ich lebe alkoholfrei"

    Versteht jeder. Komischer Weise kommen auch keine Fragen.

    Wenn man sagt: "Ich rauche nicht." - Dann kommt auch nicht die Frage: "Warum?"

    Also: Ich will sagen, dass mir persönlich "alkoholfrei" am besten gefällt.

    LG Betty

    Auf dem Weg zu mir lerne ich mich immer besser kennen. <br />Ich habe Freundschaft mit mir geschlossen und freue mich, dass ich mir begegnet bin.<br /><br />Ich bin lieber ein Original als eine herzlose Kopie.

  • Also: Ich will sagen, dass mir persönlich "alkoholfrei" am besten gefällt.

    LG Betty

    Sehr gut, mir auch, da sind wir schon zwei, es steckt zwar "alkohol" in dem Wort,
    aber alkoholfrei hört sich gut und positiv an, auch weil *frei*
    (Freiheit ist ein für mich sehr kraftvolles, zentrales, wichtiges und stark positives Wort), drinnensteckt.
    Oder noch besser: "ich lebe (momentan) frei".

    Besser hört es sich auch an "ich lebe alkoholfrei" statt "ich bin alkoholfrei", das letztere impliziert ja,
    dass man es früher wahrscheinlich nicht war und mit ersterem Satz hat man glaube ich eher eine
    Ruhe vor lästigen Rückfragen und Rechtfertigungen.

    Einmal editiert, zuletzt von fran53 (14. September 2015 um 07:33)

  • Hi fran

    Ich sag "nein danke" und keiner hat Probleme damit.
    Irgendwie haben die, die ein Alkoholproblem haben oder hatten oft das Gefühl, dass sie da immer was erklären müssen.
    Ist aber doch meist gar nicht so, weil der Fokus bei anderen Menschen nicht auf diesem Thema liegt.
    Es sei denn, sie haben selber ein Problem, das sie nicht wahrhaben wollen oder verdrängen und daher suchen sie immer Trinkfreunde, damit das irgendwie gerechtfertigt ist.

    Meine eine Freundin ist Veganerin und die sagt: Ich trinke keinen Alkohol. Punkt.
    Eine andere nimmt Tabletten und da ist Alkohol in Kombi kontraindiziert. Also: ich trinke keinen Alkohol.
    Und meine Freundin Aishe ist Muslima - da fragt eh keiner:)
    Oder die im Fitness-Rausch: Nein danke, Alkohol hemmt das Muskelwachstum, ist kontraproduktiv usw...
    Schmeckt mir nicht geht auch immer...

  • Ich hatte von Anfang an kein Problem damit. Vielleicht liegt es daran, wie man es ausdrückt? Ich gehe normal damit um, dass ich alkoholfrei lebe und andere eben auch. Bei mir wurde noch nie hinterfragt. Ich esse auch kein Brot. Nimmt auch jeder hin.

    LG Betty

    Auf dem Weg zu mir lerne ich mich immer besser kennen. <br />Ich habe Freundschaft mit mir geschlossen und freue mich, dass ich mir begegnet bin.<br /><br />Ich bin lieber ein Original als eine herzlose Kopie.

  • Hallo Betty, ich glaube, bei einer Frau wird so etwas etwas leichter akzeptiert. ;)

    Nachtrag: das mit dem Brot finde ich interessant. Nachdem ich heuer im Frühjahr
    auch einiges gelesen hatte, probierte ich das mehrere Wochen lang aus.
    Stichwort Davies, Perlmutter und deren Bücher "Dumm wie Brot" oder "Die Weizenwampe".
    Obwohl ich die Bücher dann schließlich doch nicht bestellte (das Netz gabe schon genügend
    Infos her), war ich beeindruckt von den Fakten.
    Kein Brot und Rohkost. Ich nahm mehr oder weniger mühelos mehr als 5kg ab.

    Ich esse wieder Brot, grossteils weils bequem ist und schnell satt macht.
    Aber das Gewicht habe ich gehalten (vielleicht weil ich jetzt mehr oder regelmässig Sport mach.

    Ich habe das schon wieder fast vergessen, danke Betty, dass du das erwähnt hast,
    vielleicht probiere ich es wieder einmal eine Zeitlang, abgesehen von der Gewichtsnormalisierung
    fühlt man sich vielleicht auch besser. So genau weiss ich das nicht, weil ich im Frühjahr bei
    meinem "Test" noch relativ viel Bier trank.

    Einmal editiert, zuletzt von fran53 (16. September 2015 um 20:08)

  • ;) Hallo Franz,

    na, dann schmunzel ich mal mit. Da hast du aber auf einen Knopf bei mir gedrückt :D

    Ich bin der Meinung, dass heute nicht mehr so gravierende Unterschiede gemacht werden. Und was mich betrifft :lach:

    Ich


      - habe keine beste Freundin, sondern einen besten Freund
      - führe lieber Gespräche mit Männern (Funktioniert besser)
      - musste mein Kind alleine groß machen, weil mein Mann tödlich verunglückte
      - habe mein Haus alleine gekauft
      - renoviere alleine und kleine Reparaturen gelingen auch
      - fahre Motorrad
      - kenne mich gut mit PCs und sämtlichen Gedöns aus
      - komme als "Zugezogene" gut mit meinen dörflichen Nachbarn aus und werde respektiert

      - und und und


    Das mit einem Lächeln auf den Lippen. Nichts für Ungut. Ich denke, es liegt in und an einem selbst.

    :blumen2:

    LG Betty

    Auf dem Weg zu mir lerne ich mich immer besser kennen. <br />Ich habe Freundschaft mit mir geschlossen und freue mich, dass ich mir begegnet bin.<br /><br />Ich bin lieber ein Original als eine herzlose Kopie.

  • Hi Betty, wir haben fast gleichzeitig geschrieben. Ich habe mein Vorposting in der Zwischenzeit noch erweitert.

    Ja, ahmm, klingt vielleicht eigenartig, aber ich denke/dachte, bei einer Frau wird nicht so lange nachgefragt, ob
    sie Alkohol trinkt. "Nein, ich trinke keinen Alkohol", und ich denke, es wird meist einfach so akzeptiert.
    Kann auch ein Vorurteil sein. Gut, in den letzten 20 Jahren oder so haben Frauen schon "aufgeholt" punkto
    Alkoholkonsum.

    Ein Mann im mittleren Lebensalter ohne Alkohol kommt glaube ich trotzdem schon etwas schräger herüber.
    (ist er krank, darf er nicht mehr, oder was ist sonst los mit ihm, ein richtiger Mann verträgt locker
    fünf, sechs Bier, ... ich dachte eigentlich ähnlich, wenn ich ehrlich bin :D ).
    Zumindest bei uns in OÖ ist das so ("wir" sind ja den Bayern ziemlich ähnlich, ausser dass bei uns weniger
    Weizenbier getrunken wird und Weisswurst so gut wie kein Thema ist).

    PS: Interessante Zusammenfassung seitens von dir 44.

  • Hi Franz,

    wenn man sich in den Kneipen und so umschaut, dann sitzen dort heute leider genauso viele betrunkene Frauen wie Männer herum.

    Ich mag halt nicht so gerne Geschlechter spezifisch denken. Mehr nicht.

    P.S. Zu mir: Nicht das du jetzt denkst, ich sei eins von diesen Mannweibern laugh2 Ich bin eine kleine und zierliche Person, die sich auch in der Küche und im Haushalt sehr gut auskennt. Mein Freund mag mich auch leiden. ;)

    Gruß von Betty

    Auf dem Weg zu mir lerne ich mich immer besser kennen. <br />Ich habe Freundschaft mit mir geschlossen und freue mich, dass ich mir begegnet bin.<br /><br />Ich bin lieber ein Original als eine herzlose Kopie.

  • Hallo Betty,

    keine Angst, ich halte/hielt dich schon nicht für ein "Mannweib" (obwohls auch keine Rolle spielen würde,
    wenn alle gleich wären, wärs ja auch fad). Ich finds toll, wenn frau Sachen im Haus instandhalten bzw.
    renovieren kann, Motorradefahren, hat für mich eher mit Interesse und Geschicklichkeit (und auch Mut für neues) zu tun.

    Dafür kann ich zur Not auch ein wenig kochen, Socken stopfen, wenns sein muss oder Wäsche waschen. ;)

  • Hi, falls sich jmd. wundert, ich habe meinen angezeigten Namen geändert.
    Ich weiss nicht mehr warum ich vorher fran53 genommen habe, aber der passte gar nicht. ;)

  • :lach:

    na, dann "Hallo franz68" :clap:

    LG Betty

    Auf dem Weg zu mir lerne ich mich immer besser kennen. <br />Ich habe Freundschaft mit mir geschlossen und freue mich, dass ich mir begegnet bin.<br /><br />Ich bin lieber ein Original als eine herzlose Kopie.


  • :lach:

    na, dann "Hallo franz68" :clap:

    LG Betty

    Danke; na ja, sonst glaubens ich bin ein 1953er Baujahr, so alt bin ich doch noch nicht. ;)

    Wollte den Thread-Betreff ändern, geht aber nur bei meinen selbst erstellten Postings.
    Da lass ich lieber den Originaltitel, ich hoffe, es schafft nicht für zuviel Verwirrung.

  • Zitat

    Danke; na ja, sonst glaubens ich bin ein 1953er Baujahr, so alt bin ich doch noch nicht. ;)

    Das ist ne Frage des Gefühls. ??? Glaub mir als 56er Baujahr. Ich fühl mich noch jung. :heartBalloon:

    Old Betty

    Auf dem Weg zu mir lerne ich mich immer besser kennen. <br />Ich habe Freundschaft mit mir geschlossen und freue mich, dass ich mir begegnet bin.<br /><br />Ich bin lieber ein Original als eine herzlose Kopie.

  • :) Alles gut. Das ist mein machmal trockener norddeutscher Humor.

    LG Betty

    Auf dem Weg zu mir lerne ich mich immer besser kennen. <br />Ich habe Freundschaft mit mir geschlossen und freue mich, dass ich mir begegnet bin.<br /><br />Ich bin lieber ein Original als eine herzlose Kopie.

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