Möchte mich gerne vorstellen

  • Hallo,

    ich habe mich heute hier registriert, da ich erkannt habe, dass die Kontrolle über meinen Alkoholkonsum komplett verloren habe.
    Ich habe bereits vor vielen Jahren erkannt, dass ich Alkoholikerin bin, habe eine stationäre Therapie mit anschließender ambulanten Therapie gemacht und war dann sieben Jahre trocken. Als meine Tochter ins Ausland ging und letztlich dort auch blieb, fing ich wieder an zu trinken. Seitdem habe ich immer wieder Anläufe gemacht trocken zu werden, es auch immer mal wieder für längere Zeit geschafft (das längste waren 1 1/2 Jahre), aber es ist nicht von Dauer.
    Vor 2 Jahren bin ich zu einem Mann gezogen, der in einem anderen Bundesland in einem sehr kleinen Dorf auf einem Resthof mit großem Grundstück lebt. Seitdem geht es mehr oder weniger nur noch bergab. Ich war hin und her gerissen, ob ich überhaupt zu ihm ziehen möchte, da ich eigentlich wusste, dass ich erstmal eine eigene Wohnung hätte nehmen sollen. Ich wollte bereits seit einiger Zeit aus der Wohnung, in der ich mit meiner Tochter gelebt hatte, aus ziehen, habe es aber einfach nicht geschafft. Ich hatte große Angst vor der Veränderung. Wahrscheinlich war das der Grund, warum ich zu diesem Mann gezogen bin.
    Er hat dann relativ schnell gemerkt, dass mit meinem Alkoholkonsum etwas ganz und gar nicht stimmte und hat dann zwei Jahre lang immer wieder Druck auf mich ausgeübt. Es gab viele total eskalierende Situationen. Wenn ich dann längere Zeit nicht getrunken habe, stellte ich fest, dass ich in der Beziehung nicht glücklich bin, während er immer meinte, alles sei gut mit uns, hauptsache ich trinke nicht.
    Einerseits wollte ich für ihn aufhören, andererseits auch für mich selbst, aber die Situation mit uns in seinem Haus und teilweise auch seine Persönlichkeit (ich fühlte mich häufig ausgesaugt) erschwerten es für mich abstinent zu leben.
    Ich machte einige Anläufe mir eine Wohnung zu suchen, aber ich schaffte es wieder nicht.
    Im August letzten Jahres habe ich dann eine Arbeit gefunden, die ich sehr liebe. Da ich es aber weiterhin nicht schaffte, trocken zu leben, wurde mir klar, dass ich mir eine eigene Wohnung suchen muss, da ich sonst meine Arbeit verliere.
    Jetzt lebe ich seit 4 Wochen in meiner eigenen Wohnung und fühle mich sehr desorientiert und durcheinander. Ich habe das Gefühl mich selbst verloren zu haben. Ich bin gleichzeitig total froh, diesen Schritt getan zu haben, möchte aber jetzt auf keinen Fall weiter Alkohol trinken und zwar allein um meinetwillen und für niemand anderes. Ich habe große Angst, dass ich es nicht schaffe.
    Ich danke fürs Lesen und freue mich über Rückmeldungen,

    LG RoseG

  • Erst einmal :welcome:

    Schön, dass du da bist. Komm mal in Ruhe an und lies ein bisschen. Vielleicht kannst du ja auch noch ein wenig von dir und deinen Vorstellungen erzählen. Sicher hat hier jeder offene Ohren für dich. Der erste Schritt (zu deiner eigenen Wohnung) ist ja schon getan. Nun geht es darum, weiter zu laufen. Ich bin mir nicht ganz im Klaren darüber, ob du noch trinkst? Und dieses Gefühl, sich verloren zu haben, hatte ich vor langer Zeit auch. Ich hab mich wieder gefunden.

    Auf einen guten Austausch.
    LG von Betty 44.

    Auf dem Weg zu mir lerne ich mich immer besser kennen. <br />Ich habe Freundschaft mit mir geschlossen und freue mich, dass ich mir begegnet bin.<br /><br />Ich bin lieber ein Original als eine herzlose Kopie.

  • Hallo Betty,

    lieben Dank für dein "welcome" ..es tut mir sehr gut hier zu lesen und in einigem, was ich bisher gelesen habe, erkenne ich mich wieder.

    Ich habe gestern zuletzt getrunken und dann alles weggekippt. Heute ist für mich Tag 1 meines Lebens ohne Alkohol.
    Nachdem ich vor 4 Wochen in meine Wohnung gezogen bin, habe ich fast jeden Tag, bzw. Abend getrunken und dachte, das wäre jetzt meine neue Freiheit, endlich kann ich trinken ohne Angst vor meinem Partner haben zu müssen.
    Da ich jetzt Urlaub habe, bin ich am Samstag mit dem Zug in meine alte Heimat gefahren, Freundinnen hatten mich eingeladen. Bei der ersten Freundin habe ich eine Nacht übernachtet, wir haben einiges zusammen unternommen und abends ein paar Biere getrunken und sind dann früh ins Bett gegangen. Ich dachte, na siehste, geht doch..kein Absturz, alles gut.
    Und dann kam das Drama, für das ich mich sehr schäme und wofür ich auch den Grund nicht wirklich weiß. Ab dem 2. Abend war ich bei einer trockenen Alkoholikerin (sie ist seit ca. 30 Jahren trocken) zu Besuch. Wir sind schon seit ca. 20 Jahren befreundet. Dort habe ich dann heimlich getrunken. Sie sprach mich irgendwann darauf an, ich stritt es ab und sie entschuldigte sich auch noch bei mir. Das konnte ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren und habe ihr dann erzählt, dass ich getrunken habe. Darauf hin musste ich sofort ihre Wohnung verlassen und bin dann irgendwie mit dem Zug nach Hause gekommen (300 km).
    Als ich dann hier war, fühlte ich mich wie der schlechteste Mensch auf Erden. Ich habe mich selbst überhaupt nicht verstanden, warum ich das getan habe.
    Jetzt bin ich nüchtern und will auf keinen Fall meine Schuldgefühle wegtrinken.

    Auf jeden Fall stelle ich heute fest, dass ich mich mit dieser Reise total überfordert habe, womit ich jetzt nicht mein Trinken entschuldigen möchte. Ich habe nur gemerkt, dass ich versucht habe zu funktionieren, ich wollte eine gute Freundin sein, aber ich kann das zur Zeit gar nicht.
    In meiner Wohnung fühle ich mich jetzt sicher, weil ich mich nicht unter Druck setze für andere Menschen.
    Irgendwie habe ich gemerkt, dass ich jetzt erstmal dran bin. Ich weiß nicht wirklich, wie das gehen soll, aber der erste Schritt war für mich mich hier an zu melden.

    LG RoseG

  • Hallo RoseG,

    gut. Dann wäre es Zeit, zu überlegen, ob und wie du weiterhin Hilfe bekommen kannst. Hausarzt? Suchtberatung? SHG? Hast du dir schon Gedanken gemacht? Es ist sicher gut, wenn du einen Hilfeplan erstellst, damit du nicht alleine dastehst. Geht es dir einigermaßen? Ich würde mich vielleicht erst einmal dem Hausarzt anvertrauen. Du bist auf dem richtigen Weg, denn du bist es wert, ein glückliches Leben zu führen. Es lohnt sich immer.

    LG Betty

    Auf dem Weg zu mir lerne ich mich immer besser kennen. <br />Ich habe Freundschaft mit mir geschlossen und freue mich, dass ich mir begegnet bin.<br /><br />Ich bin lieber ein Original als eine herzlose Kopie.

  • Hallo RoseG,

    erstmal ein ganz herzliches Willkommen und ich freue mich darüber, dass Du unsere illustre Runde bereicherst.

    Vieles hast Du schon gesagt:

    " ich wollte eine gute Freundin sein, aber ich kann das zur Zeit gar nicht.
    In meiner Wohnung fühle ich mich jetzt sicher, weil ich mich nicht unter Druck setze für andere Menschen.
    Irgendwie habe ich gemerkt, dass ich jetzt erstmal dran bin. Ich weiß nicht wirklich, wie das gehen soll, aber der erste Schritt war für mich mich hier an zu melden."

    Jetzt bist Du erstmal dran. Wir alle haben durch den permanenten Konsum eines Nervengiftes nicht unbegingt bewiesen das wir vor Selbstliebe strotzen, das Gegenteil ist eher der Fall. M. E. ist es notwendig, das Du wieder ein neues, positives Gefühl zu Dir selbst entwickelst. Dazu ist u. a. auch notwendig einen Schlußstrich zu ziehen und sich selbst zu verzeihen.

    Dann ist es sinnvoll sich neu (trocken) zu erleben und die Reaktionen der Mitmenschen zu erfahren. Dazu ist der Umgang mit anderen notwendig und sinnvoll. Das kann eine SHG sein oder auch eine Therapie, es kann auch helfen Sport oder Yoga oder irgendwas mit anderen zu machen. Aber auch dieses Forum kann einiges dazu beitragen.

    Wichtig ist, das Du Dich bewegst in jeglicher Hinsicht und Dich neu erlebst. Das Forum kann und wird Dir helfen, davon bin ich überzeugt.

    Mache möglichst viele Sachen, die Deiner gebeutelten Seele gut tun.

    Ich hoffe noch viel von Dir zu lesen

    alles Liebe

    Pit

  • Hallo Betty,

    lieben Dank, dass du fragst, ja, es geht mir einigermaßen. Ich freue mich echt, dass ich hier freundlich aufgenommen werde, das tut mir gut!!

    Ich habe mich gestern erstmal um mich selbst gekümmert, meine Sachen aus dem Koffer geräumt und mir gesundes Essen und Trinken gekauft. Zunächst dachte ich, ich kann gar nicht essen, aber das änderte sich im Laufe des Tages. Dazu gab es Gemüsesaft und Wasser, wenig Kaffee.

    Als ich mich abends schlafen legte, war ich zufrieden. Ich schreibe das jetzt einfach, weil ich es mitteilen möchte und momentan mit den Menschen aus meinem Umfeld darüber nicht mehr sprechen will. Irgendwer manipuliert mich ansonsten immer auf irgendeine Art und das ertrage ich zur Zeit nicht. Das soll jetzt nicht heißen, dass ich mich sozial isoliere, ich möchte nur zur Zeit nicht mehr mit anderen über mich sprechen.

    Das werde ich in meiner Selbsthilfegruppe tun, die ich am Montag zum ersten Mal seit langer Zeit wieder besuchen will.

    Ich habe bemerkt, dass ich durch mein Trinken abhängig von anderen geworden bin, ohne noch entscheiden zu können, was ich will und was nicht. Das führte zu noch mehr Trinken.
    Also ist das zur Zeit erstmal mein Hilfeplan: ich brauche zur Zeit unbedingt Ruhe, glücklicherweise habe ich Urlaub. Ich habe vor, am Freitag zum Singteam in meiner Gemeinde zu gehen und am Sonntag zum Gottesdienst, am Montag dann zur Selbsthilfegruppe und dann weiter sehen. Mehr Plan habe ich noch nicht. Ansonsten möchte ich heute so weiter machen, wie ich es gestern begonnen habe, kein Alkohol, gesund essen und trinken, ein bischen Fahrrad fahren und mich einfach erholen.

    LG RoseG


    Hallo Pit,

    auch dir ein Dankeschön für dein herzliches Willkommen!! Als ich in deinem Beitrag las " mache möglichst Vieles, was deiner gebeutelten Seele gut tut" , hätte ich so losheulen können. Es tut mir gut, dass ich nicht beschuldigt werde, sondern mal Mitgefühl bekomme. Ich gestatte mir das eigentlich nicht, also Mitgefühl mit mir selbst zu haben, da ich mir für alles selbst die Schuld gebe.

    Du hast schon Recht, ich habe kein positives Gefühl zu mir selbst mehr. Das hatte ich meist nur, wenn ich getrunken habe, dann fühlte ich mich stark und unangreifbar. Aber das hielt nicht lange an. Übrig blieb eine ziemlich geschundene Seele und das schreitet fort, wenn ich weiter trinke.
    Ich möchte mich nicht weiter kaputt trinken, denn es ist noch so viel Gutes da in meinem Leben. Ich habe eine schöne Arbeit, ich habe Interessen, z.B. singe ich im Singteam meiner Gemeinde und ich habe wieder mit Gitarrenunterricht angefangen.
    Ich habe große Angst, denn ich weiß bei mir, dass ich immer wieder gute Ansätze habe und dann z.T. auch länger nicht getrunken habe, aber irgendwann ging es wieder los.
    Wobei ich sagen kann, dass meine jetzige Situation völlig anders ist, als ich es bisher gemacht habe. Ich habe endlich meine eigene Wohnung und höre nicht für irgendeinen anderen Menschen (vor Jahren war es meine Tochter, in der letzten Zeit war es mein Partner) auf zu trinken. Es ist seltsam, anfänglich fühlte ich mich in meiner Wohnung natürlich noch fremd, aber schon jetzt fühle ich mich hier sicher und irgendwie "bei mir " , das habe ich lange nicht gehabt. Wie ich diesen Schritt geschafft habe, ist mir teilweise immer noch ein Rätsel, es war, als wenn Gott mich zieht. Dafür bin ich dankbar.
    Angst habe ich trotzdem, vor mir selbst..vielleicht kennst du das?

    LG RoseG

  • Hallo Rose
    Du hast meiner Meinung nach schon viel in die richtige Richtung verändert - egal wie und warum, aber du hast es getan.
    Und nun machst du weiter auf dem guten Weg - für dich.
    Rom ist ja auch nicht an einem Tag erbaut worden, also erlaube dir auch Geduld mit dir selber..
    Liebe Grüße
    ennasu

  • Liebe RoseG,

    etwas verspätet möchte ich Dich ganz herzlich Willkommen in unserem Forum heißen.

    :welcome:

    Ich freue mich, dass Du Dir Dein eigenes Leben Stück für Stück mit Wertschätzung Dir selbst gegenüber zurückeroberst.

    Du packst das!

    Auf einen guten Austausch.

    Bis bald.
    Herzlich grüßt
    Pinguin

    „Erfolg ist nicht auf Erfolg aufgebaut. Er ist auf Fehlern aufgebaut. Er ist auf Frustration aufgebaut. Manchmal ist er auf Katastrophen aufgebaut.“

  • Hallo Pinguin und ennasu,

    auch euch beiden ein herzliches Dankeschön für euer Willkommen.
    Es ist ein schönes Gefühl für mich, wenn sich jemand mit freut. Ich muss immer an den Satz denken " auch der längste Weg beginnt mit dem ersten Schritt".
    Der Hinweis auf Geduld ist genau richtig für mich. Ich setze mich häufig unter Druck und meine immer etwas vorweisen zu müssen, was ich geleistet habe. Ich überlege gerade, was für MICH eigentlich Leistung ist.
    Für den heutigen Tag ist es : kein Alkohol und in mich hinein fühlen, wie ich den heutigen Tag verbringen möchte. Nicht mehr und nicht weniger. Ich habe soviel Chaos und Dramen hinter mir, ich fühle mich richtig erschöpft.

    LG RoseG

  • Hallo RoseG,

    na, dann ist es jetzt ja die richtige Entscheidung erst einmal runter zu kommen und zu entspannen. Dir etwas Gutes tun. Erhol dich. Ein schönes Bad oder dergleichen. Vielleicht gibt es ein Buch, das du schon immer lesen wolltest. Vielleicht auch einfach mal NICHTS tun. Alles ist gut, wenn es dir Freude macht und Erholung bringt.

    Viel Erfolg. Bei uns ist herrlichstest Frühlingswetter. :blumen3: Schick dir ein paar Blumen.

    LG Betty

    Auf dem Weg zu mir lerne ich mich immer besser kennen. <br />Ich habe Freundschaft mit mir geschlossen und freue mich, dass ich mir begegnet bin.<br /><br />Ich bin lieber ein Original als eine herzlose Kopie.

  • Hallo Betty,

    lieben Dank für die Blumen :)
    Bei euch ist Frühlingswetter? Das ist ja klasse, ich hoffe, du konntest den Tag genießen.
    Hier ist es bewölkt und leicht regnerisch, das stört mich heute jedoch kein bischen, da fällt es mir leicht, drinnen zu bleiben und mich mit meiner Wohnung weiter an zu freunden. Und mit mir selbst ...vorhin hatte ich ein kurzes Telefonat mit meiner Mutter, das war mir schon wieder zuviel. Ich bin sehr nah am Wasser gebaut heute. :(

    LG RoseG

  • Liebe RoseG,

    da ich ein paar Tage nicht "hier" war, von mir heute auch ein verspätetes "Willkommen hier im Forum"! :blumen:


    Als ich in deinem Beitrag las " mache möglichst Vieles, was deiner gebeutelten Seele gut tut" , hätte ich so losheulen können. Es tut mir gut, dass ich nicht beschuldigt werde, sondern mal Mitgefühl bekomme. Ich gestatte mir das eigentlich nicht, also Mitgefühl mit mir selbst zu haben, da ich mir für alles selbst die Schuld gebe.

    Ich denke mal, dass Dich hier niemand "beschuldigen" wird - dafür kennen wir diese Situation, in der Du Dich gerade befindest, nur zu gut. Viele hier haben das - zwar nicht exakt genau so, aber sehr ähnlich - auch durchgemacht.
    Wir sollten uns nicht selbst bemitleiden - aber warum nicht Mitgefühl für uns selbst?
    Horch in Dich rein und finde heraus, wie es Dir geht. Und dann tu Dir selbst etwas Gutes - leg Dich in die Wanne, geh spazieren, setz Dich einfach irgend wohin und lies ein schönes Buch, üb Gitarre, lass Dich bei der Kosmetik verwöhnen ... Dir wird da schon was einfallen.
    Streichle mal Deine Seele - und akzeptiere Dich selbst.

    Und wenn Du dann Kraft getankt hast, dann kannst Du auch viel besser denken und etwas unternehmen, um Dich alkoholtechnisch zu stabilisieren.

    Du fängst ja nicht bei Null an - immerhin warst Du ja schon mal längere Zeit trocken. Vielleicht findest Du ja auch heraus, warum es dann doch wieder anders lief.
    Bei mir war es zunächst zu große Selbstsicherheit ("Bin ja schon anderthalb Jahre trocken, da brauche ich keine SHG mehr - das schaffe ich auch alleine") ...

    Ich wünsche Dir jedenfalls viel Kraft und uns allen einen guten Austausch!

    LG
    Greenfox

    Es rettet uns kein höh’res Wesen,

    kein Gott, kein Kaiser noch Tribun

    Uns aus dem Elend zu erlösen

    können wir nur selber tun!

  • Hallo RoseG, wikende091

    alles gut?

    LG Betty

    Auf dem Weg zu mir lerne ich mich immer besser kennen. <br />Ich habe Freundschaft mit mir geschlossen und freue mich, dass ich mir begegnet bin.<br /><br />Ich bin lieber ein Original als eine herzlose Kopie.

  • Hallo Greenfox,

    dankeschön auch für dein Willkommen, ich freue mich sehr über die Freundlichkeit hier!
    Leider habe ich vorgestern wieder getrunken, ich will einfach ehrlich sein und hier niemandem etwas vormachen, auch mir selbst nicht.
    Ich habe mich hier angemeldet, weil ich, seit niemand mehr da ist, der mich unter Druck setzt, zum ersten Mal seit langer Zeit die Einsicht habe, dass ich Alkoholikerin bin und mir von ganzem Herzen wünsche, dass ich nicht mehr trinken muss.
    Obwohl ich wieder getrunken habe, ist dieser Wunsch immer noch genauso da, ich will nicht aufgeben.
    Ich möchte gern weiter mit euch Kontakt haben, hier kann ich ehrlich sein.

    Hallo Betty,

    danke der Nachfrage und nein, es ist nicht alles gut, leider.


    LG RoseG

  • Hallo Rose
    und guten Morgen. Ich kann mir nicht vorstellen, das dich jemand verteufelt weil Du getrunken hast. Immerhin haben wir alle gesoffen. Die Information dient zur Standortbestimmung und die braucht jeder um den nächsten Scchritt zu planen.

    Rein betriebswirtschaftlich würde ich sagen: 1. Fehleranalyse, 2. Fehler korrigieren. 3. nächster Versuch.

    menschlich vielleicht: 1. Hinfallen. 2. Aufstehn, Krönschen zurechtrücken (Mund abputzen), 3. Weiterlaufen.
    Wenn ich den goldenen Weg wüßte, würde ich ihn Dir gerne zeigen.

    Aber schau mal, Du bist nicht allein und hinter den Bildschirmen sitzen Menschen, die Dich verstehn und Dir ganz fest die Daumen drücken. Hattest Du sowas schon nal im Leben?

    Ist doch schon mal was positives. Oder?

    ganz liebe Grüße

    Pit

  • Liebe RoseG,

    Rom ist auch nicht an einem erbaut. Jetzt geht es doch darum, dass du NICHT aufgibst. Verfolge deine Gedanken weiter. Gestern hast du nicht getrunken. Dann heute auch nicht. Schritt für Schritt kommst du weiter. Ich wünsch dir Kraft für den heutigen Tag. 44.

    Mach was Schönes. Wenn du was auf dem Herzen hast, auch gerne per E-Mail. Ich lese und antworte dir gerne.

    LG Betty

    Auf dem Weg zu mir lerne ich mich immer besser kennen. <br />Ich habe Freundschaft mit mir geschlossen und freue mich, dass ich mir begegnet bin.<br /><br />Ich bin lieber ein Original als eine herzlose Kopie.

  • Hallo Pit,

    oh ja, das stimmt, es ist wirklich schön zu wissen, dass es hier Menschen gibt, die mich verstehen, diese Kämpfe kennen und mit mir hoffen.
    Meine Fehleranalyse ergibt, dass ich wiedermal auf die Lüge hereingefallen bin und ich habe nicht rechtzeitig Schutz gesucht.

    Ich habe, jetzt im Nachhinein betrachtet, die Warnsignale bemerkt, aber nicht darauf reagiert. Ich kenne eigentlich genau die Anfänge bei mir. Ich hätte zum Beispiel hier schreiben können, dass ich Suchtdruck habe. Ich habe es bisher noch nie geschafft, jemandem mit zu teilen, dass ich Suchtdruck habe BEVOR ich losfahre und Alkohol kaufe.
    Das möchte ich ändern. Ich werde es nächstes Mal hier schreiben, wenn meine Gedanken um Alkohol kreisen.


    Liebe Betty,

    du bestätigst genau das, was ich auch dachte: jetzt NICHT aufgeben. Ich will festhalten an der Hoffnung, dass ich auf einem guten Weg bin, jeder Schritt zählt. Heute ist wieder ein Tag ohne Alkohol und ich habe mir für heute Nachmittag noch einen Besuch in meiner Gemeinde vorgenommen. Dort findet eine Veranstaltung anlässlich des Osterfestes statt.
    Danke für dein Angebot per mail, das ist sehr lieb von dir !

    Danke für eure Ermutigungen,

    LG RoseG

  • Ich wünsche dir einen schönen Tag.

    LG Betty

    Auf dem Weg zu mir lerne ich mich immer besser kennen. <br />Ich habe Freundschaft mit mir geschlossen und freue mich, dass ich mir begegnet bin.<br /><br />Ich bin lieber ein Original als eine herzlose Kopie.

  • Hallo RoseG!

    Von mir erstmal willkommen im Forum! Du scheinst an einem Punkt in deinem Leben angelangt zu sein, wo du mehrere Sachen gleichzeitig verändern willst und veränderst (Wohnung, Alkoholkonsum, seit kurzem eine neue Arbeit, Veränderung in der Beziehung). Das kostet vermutlich alles zusammen sehr viel Kraft.

    Ich wünsche dir, dass du dich bald selber wieder findest, deine Prioritäten festlegst und danach handelst. Wenn du bis zur Zielerreichung noch einige Ausrutscher in Sachen Alkohol hast, ist das halt so, Hauptsache, du verlierst das Ziel nicht aus den Augen.

    Liebe Grüße
    Sara

  • Guten Morgen allerseits :)

    danke auch dir Sara für dein Willkommen! Das war sehr hilfreich, dass du mir vor Augen geführt hast, in wie vielen (existentiellen) Bereichen ich zur Zeit Veränderung begonnen habe. Du hast Recht, das kostet sehr viel Kraft und ich fühle mich ja irgendwie "entwurzelt" , kein Wunder, dachte ich, als ich deinen Beitrag las. Einiges habe ich schon klar an Prioritäten. Ich will nicht mehr trinken und ich möchte den Kontakt zu meinen Freunden in der Gemeinde weiter aufbauen, das gibt mir Halt. Das nächste wichtige Ziel ist meine Arbeit tun zu können.

    Mein gestriger Tag verlief gut, ich bin zu der Veranstaltung gefahren und habe dort Freunde getroffen, es war total schön und ich freue mich, dass ich es geschafft habe.
    Abends habe ich dann mit meinem Partner telefoniert und das bringt mich dann immer sehr durcheinander. Ich weiß einfach nicht, wo es lang geht mit dieser Beziehung, ob es richtig oder falsch für mich ist. Er ist zur Zeit in einer Tagesklinik, psychisch am Boden und sieht die alleinige Ursache in meinem Trinken. In der Klinik wird ihm gesagt, er solle den Kontakt zu mir abbrechen. Einerseits fühle ich mich schuldig und andererseits frage ich mich immer, warum er eigentlich nicht auch mal bei sich schaut, denn wir hatten nicht nur Probleme durch mein Trinken. Er hat auch ohne mein Trinken einiges in seiner Persönlichkeit, dass mich in der Beziehung sehr belastet hat. Aber das ist für ihn nicht Thema.

    Heute Nacht habe ich nicht gut geschlafen, ich habe mir viele Gedanken gemacht . Mein Partner hat einen Kollegen, dessen Frau wiederum meine Kollegin ist. Sie sind mit ihm befreundet und wissen viel über mein Trinken durch seine Erzählungen. Für mich ist das sehr schwer. Sie haben wohl vorgestern telefoniert und kümmern sich rührend, laden ihn ein usw. Sie haben großes Mitgefühl mit ihm, was er mit einer trinkenden Freundin alles so aushält und durchmacht. Die Kollegin war selbst jahrelang mit einem trinkenden Mann verheiratet und na klar ist sie jetzt auf der Seite meines Partners.
    Wenn ich also aus dem Urlaub komme, wird sie wieder von meinem Trinken während des Urlaubs erfahren haben (ich hatte meinen Partner leider immer angerufen, wenn ich etwas getrunken hatte).
    Ich schreibe das alles, weil ich so hin und her gerissen bin. Manchmal denke ich, ja er hat Recht, dann wieder denke ich, es hat ihn keiner so erlebt wie ich, auch er ist kein Unschuldslamm. Ich weiß einfach nicht, ob ich mich von ihm manipulieren lasse . Ich sehe nicht klar. Und ich bin traurig wegen meiner Kollegin. Sie weiß Dinge über mich, die ich ihr selbst nicht erzählt hätte.

    Gut ist, dass ich nicht getrunken habe und heute früh aufgestanden bin, weil ich nämlich wieder in meine Gemeinde gehen möchte.

    Ich danke allen fürs Lesen, ich bin froh, das hier schreiben zu können. Und ich wünsche allen einen schönen Sonntag :)

    LG RoseG