Nyssa stellt sich vor

  • Hallo Nyssa,

    danke für Deine Zeilen wieder.

    Diesmal ist er informiert und er hat auch angeboten, nichts mehr zu trinken und nichts mehr zu kaufen. (wäre für ihn auch besser). Zumindest weiss er, dass mich momentan stresst und nimmt total Rücksicht drauf.

    Das ist gut!:thumbup: Man muss es ja nicht gleich jedem auf die Nase binden. Aber Verständnis und Unterstützung von den nahestehenden Menschen zu haben ist wichtig.

    Mir wurde dadurch klar, dass ich nicht nur ein Problem mit Alkohol habe, sondern wirklich süchtig bin. Deswegen fühle ich mich ziemlich schlecht. Seitdem reagiere ich ziemlich allergisch auf Alkohol- in Filmen zum Beispiel. Das war die Wochen davor nicht der Fall.

    Das ist doch okay so und darf auch so sein dass Du so empfindest. Wenn ich mich zurück entsinne so hab ich da natürlich auch so manchen inneren Schatten erst mal überwinden dürfen.

    Aber: Du fühlst Dich...!

    Die Bezeichnung "Schlecht" ist ja kein Gefühl an sich. Worte wie "Gut" oder "Schlecht" sind eher (Be-)Wertungen. Gelingt es Dir vielleicht, für Dich, da offen hin zu schauen und wahrzunehmen was es für ein Gefühl ist?

    Zu lernen ein Gefühl wertungsfrei anzusehen, kann mir mitunter wertvolle Dinge über mich selbst beibringen. Mich anzunehmen wie ich bin. Auch wenn es damit vielleicht um „Defizite“ oder „Schwächen“ von mir geht.

    Wir waren in einem Kurzurlaub in einem Hotel. Ich hatte da vorher nicht nachgedacht. Aber abends war der Druck sehr gross, weil Abende im Hotel einfach mit Alkohol verbunden waren.

    Solche Triggerpunkte werden nach und nach weniger. Bei vielen verschwinden sie irgendwann ganz. Es braucht etwas Geduld. Das nächste Mal wenn Du in ein Hotel gehst zum Beispiel, weißt Du schon dass es auch nüchtern sehr gut funktioniert und Du gehst da vorbereiteter rein. Man kann sogar ein Stück weit das Belohnungssystem überschreiben, indem man in solchen Situationen, oder auch generell, sich ganz bewusst mit schönen, nüchternen und gesunden Dingen verwöhnt und selbst belohnt.

    In diesem Sinne, genieße noch einen feinen Tee, lies vielleicht ein par Zeilen in einem guten Buch und mach Dir noch einen schönen Abend!

    Mojo

    Einmal editiert, zuletzt von Mojo (25. September 2024 um 21:28)

  • Ich kenne das auch sehr gut, dass plötzlich eine Situation auftaucht, wo wie selbstverständlich Alkohol dabei ist. Hatte das mit meiner Mädelsrunde beim Golfen, mit den Nachbarn und ganz unerwartet auch beim Griechen, wo wortlos der Ouzo auf den Tisch gestellt wurde. Im Restaurant, wo man gefragt wurden, ob man eine Weinempfehlung zum Menü wünscht... ich reagiere dann innerlich immer latent panisch - was ja eigentlich völlger Quatsch ist - Nein zu sagen ist nichts wofür man sich rechtfertigen müsste und trotzdem habe ich dann immer eine lange Ausredenliste. Ich bin fest davon überzeugt, dass das mit der Zeit souveräner zu lösen ist.

    In der Vergangenheit habe ich zweimal alleine mit Drogen aufgehört, während mein Partner weiter konsumiert hat. Das erste Mal waren es Partydrogen. Mein langjähriger Jugendfreund ist immer noch dabei und ich habe mich dann einige Monate später trennen müssen, weil mir das Rückfallrisiko zu hoch schien. Außerdem ist der Lifestyle ja doch ein anderer, ob man konsumiert oder nicht.

    Meinen Entzug von Zigaretten habe ich mit 29 gemacht. Mein damaliger Partner hat nicht aufgehört zu rauchen. Die Veränderung der Lebenseinstellung hat am Ende auch zur Trennung geführt.

    Versteh mich nicht falsch - man kann sicherlich auch zusammen sein, wenn der Partner trinkt. Ich stelle für mich aber fest, dass ich andere Freizeitaktivitäten bevorzuge und auch andere Menschen treffe, wenn ich nicht trinke. Ich hatte in der Vergangenheit schon längere Trockenphasen und kann für mich immer feststellen, dass ich dann doch ein anderer Mensch bin. Ich ertrage mit Alkohol andere Menschen besser. Was eigentlich total blöd ist. Besser man umgibt sich mit Menschen für die man keinen Alkohol braucht.

    Dass Dein Partner zu Hause nicht mehr trinken will ist sehr positiv.

    Beste Grüße Helga

  • Ich habe vorwiegend abends zuhause getrunken. Mit Mann oder auch oft genug ohne. Wir reden genauso wie vorher nur ohne Alkohol. Wenn ich alleine bin lenke ich mit etwas ab.

    Sonst gab es Alkohol nur bei Familienfesten, bei meinen Eltern, im Restaurant, oder so. Bei meinen Eltern ist es schwierig. Das gehe ich momentan nur nachmittags hin. Feste hatte ich noch nicht, aber es gibt dort immer genug die auch nicht trinken. Ins Restaurant gehe ich meistens mit meinem Mann oder meiner besten Freundin- die für mich beide verzichten.

    Aber achtsam muss man sicher bleiben. Ich überlege auch oft vorher schon, was ich trinken könnte. Dann werde ich nicht überrascht.

  • Seitdem reagiere ich ziemlich allergisch auf Alkohol- in Filmen zum Beispiel. Das war die Wochen davor nicht der Fall.

    Hallo Nyssa,

    ähnliche Erlebnisse hatte auch ich - plötzlich fiel mir auf, wie omnipräsent der Aklohol in Filmen war/ist und das alles positiv besetzt: Feierabendbier, zur Besiegelung einer Freundschaft, Verzeihen oder bei einer romatischen/amorösen Szene. Das kann man nur ertragen/sich daran gewöhnen oder wegsehen. Ich entschied mich für Wegsehen. Die erste Zeit im Supermarkt ging es mir ähnlich - es dauerte, bei mir (!), Wochen bis mich nichts mehr triggerte, es nahm ganz langsam, jedoch merklich ab.

    Nach ca. einen halben Jahr war diese Triggerei fast gänzlich erloschen und es dauerte noch länger bis "dieser Belohnungs- bzw. Verzichtsgedanke" aus meinem Kopf verschwand.

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