Beiträge von Nyssa

    Ich habe vorwiegend abends zuhause getrunken. Mit Mann oder auch oft genug ohne. Wir reden genauso wie vorher nur ohne Alkohol. Wenn ich alleine bin lenke ich mit etwas ab.

    Sonst gab es Alkohol nur bei Familienfesten, bei meinen Eltern, im Restaurant, oder so. Bei meinen Eltern ist es schwierig. Das gehe ich momentan nur nachmittags hin. Feste hatte ich noch nicht, aber es gibt dort immer genug die auch nicht trinken. Ins Restaurant gehe ich meistens mit meinem Mann oder meiner besten Freundin- die für mich beide verzichten.

    Aber achtsam muss man sicher bleiben. Ich überlege auch oft vorher schon, was ich trinken könnte. Dann werde ich nicht überrascht.

    Weiter oben hier in Deinem Thread lese ich zum Beispiel, dass das Umfeld und der Partner „wie gewohnt“ weiterhin regelmäßig/täglich konsumiert haben. Solche Dinge machen es nicht unmöglich, aber mitunter eben auch nicht gerade einfacher. Ich hätte mir das für mich selbst z.B. überhaupt nicht vorstellen können.

    Diesmal ist er informiert und er hat auch angeboten, nichts mehr zu trinken und nichts mehr zu kaufen. (wäre für ihn auch besser). Zumindest weiss er, dass mich momentan stresst und nimmt total Rücksicht drauf. Wir haben auch noch alkoholhaltige Getränke zuhause, aber nur Sachen, die ich sowieso nicht gerne trinke und wenn, dann auch schon sehr lange nur in alkoholfreier Variante getrunken habe.

    es braucht da Etwas, das man an innerer Ausrichtung und Motivation entgegen setzen kann.

    Jetzt ist der beste Zeitpunkt dafür. Es ändert sich gerade so viel in meinem Leben zum Positiven- und da gehört der Alkoholverzicht auch dazu.

    Gibt es Dinge die Du durch die nüchterne Lebensweise spürst, die für Dich einen Zugewinn darstellen?

    Ich habe einen klaren Kopf, schlafe sehr gut, bin morgens erholt, kann mich viel besser konzentrieren, meine Medikamente wirken viel besser, ich bin innerlich überzeugt und schon deswegen viel ruhiger.

    Sind die Punkte für Dich greifbar an denen es in den letzten Tagen schwieriger wurde? Kannst Du sie für Dich formulieren?

    Wir waren in einem Kurzurlaub in einem Hotel. Ich hatte da vorher nicht nachgedacht. Aber abends war der Druck sehr gross, weil Abende im Hotel einfach mit Alkohol verbunden waren. Mir wurde dadurch klar, dass ich nicht nur ein Problem mit Alkohol habe, sondern wirklich süchtig bin. Deswegen fühle ich mich ziemlich schlecht. Seitdem reagiere ich ziemlich allergisch auf Alkohol- in Filmen zum Beispiel. Das war die Wochen davor nicht der Fall.

    Willkommen zum Austausch. Jetzt hast du ja Erfahrungswerte wie frau es evtl. nicht machen sollte und die hilfreich sind um jetzt an trockenen Gestaden zu verbleiben. Es gibt facto niemanden der/die nicht mehrere vergebliche Anläufe gebraucht hat. Ich wünsch dir eine gute nüchterne Zeit.

    Vielen Dank :), das ermutigt mich sehr!


    Gestern Abend hatte ich auch wieder einen kurzen Gedanken an das kontrollierte Trinken. Mir ist aufgefallen, dass ich an dem Tag insgesamt wenig getrunken hatte und so hat mein Suchtgedächtnis den normalen Durst gleich mal wieder genutzt um sich zu melden.

    Ich habe auch schon, als ich noch Alkohol getrunken habe, bemerkt, dass das Verlangen umso grösser ist, je weniger ich getrunken habe. Das motiviert mich schon, tagsüber mehr zu trinken. Ich trinke ohnehin zu wenig (also Wasser!). Gratuliere dir zu 3 Monaten! :thumbup:


    Wie hast Du denn die vergangenen 2 Monate so erlebt? Gibt es eventuell etwas wobei wir helfen/unterstützen können?

    Ganz zu Beginn fiel es mir sehr schwer. Ich habe mich dann immer frühabends mit einer Tüte Chips ins Bett verzogen, damit der Alkohol möglichst weit weg ist ^^ Dann ging es einige Wochen recht einfach. Seit ein paar Tagen ist es wieder schwieriger. Darum habe ich mich hier wieder angemeldet.

    Stymo

    Ich sehe hier ganz viele Leute, die dir helfen wollen und die sich deswegen ganz viel Zeit für dich nehmen.

    Ich frage mich aber, ob du Hilfe willst, oder ob du eher nach Ausreden suchst, warum du nicht aufhören kannst oder willst. Und wofür möchtest du Hilfe? Zum Aufhören, oder zum besser fühlen?

    Möchtest du aufhören zu trinken oder weiter trinken?

    Diese Frage solltest du dir einmal stellen und ganz für dich selbst beantworten.

    Und dass du immer wieder schreibst, dass du nach Leuten suchst, denen es wie dir geht, und die nicht schon ewig trocken sind... die gibt es hier auch. Aber die haben für sich vielleicht schon entschieden, dass sie nicht mehr trinken wollen. Und die macht das dann eher wütend, wenn du allen hier vorwirfst, sie wüssten ja nicht, wie schlecht es DIR geht. Auch anderen fällt das nicht leicht, und sie kämpfen. Aber das ist der Unterschied: sie kämpfen!
    Sie haben sich entschieden und kämpfen dafür, das Ziel zu erreichen. Auch wenn es nicht einfach ist.

    LG

    Hallo

    Danke für eure Antworten. Musste erst drüber nachdenken bevor ich wieder antworte.

    Also es gibt da schon einen Tiefpunkt. An dem mir klar wurde, dass es so nicht weitergeht. Hat dann aber noch paar Anläufe gebraucht bzw. da dachte ich noch, es ginge kontrolliert. Ich mag da nur nicht so genau öffentlich drüber schreiben. Jetzt hab ich genug, und mag gar nicht mehr. Ich vertrage das Zeug einfach nicht und wenn ich trinke, dann zu viel.

    Wegen dem Stress muss ich schauen. Ich muss einen anderen Umgang damit finden. Mit Arbeit allgemein.
    Bin schon am Bücher lesen dazu...

    Ich bin richtig wie ich bin... Es gibt mittlerweile Tage an denen ich das so sehen kann. Aber auch ganz viele andere... Mir fällt es dann auch schwer, mir Gutes zu tun. Was noch wichtig wäre denke ich. Zu mir zu stehen.
    Hm...

    Selbsthilfegruppe ist nicht mein Ding. Ich habe Angst, dort auf Unverständnis zu treffen, weil ich das Thema früher angehe als andere und daher nicht ernst genommen zu werden. Ganz davon abgesehen hätte ich dafür momentan auch keine Zeit... Daher hoffe ich im Internet auf Austausch.

    Danke euch!

    Zitat

    Ich bin dieses Leben seit Ewigkeiten leid, nur kann nicht da raus, weil sich in meinem Leben nicht das geringste ändert.
    Ich will einfach nur mit Leuten reden, die in der gleichen Situation sind.

    Du bist der einzige, der in deinem Leben etwas ändern kann.

    Liebe Susanne

    Gerne antworte ich dir auch auf deine Fragen:

    Zitat

    Wenn Du durchgehalten hast..musstest Du kämpfen? Durchhalten hört sich nach Anstrengung oder Kampf an. Ist das so?

    Ja, leider.
    Alkohol gehört seit fast 30 Jahren einfach zu meinem Leben dazu. Wenn etwas zu feiern und anstossen gab, mit dem Mann abends gemütlich sitzen und reden, als Medizin gegen Stress oder Übelkeit oder Grippe oder Aphten, abends zum runterkommen und besser einschlafen, sich was besonderes gönnen, ein gutes Essen aufwerten oder verdauen...
    Teilweise konnte ich das ersetzen (mit alkoholfreiem oder Tee), oder tatsächlichen Medikamenten.
    Teilweise blieb es einfach ein Verzicht.
    Zu Beginn war der Kampf echt gross.
    Jetzt stört es mich einfach, wenn dann mein Mann abends da sitzt und trinkt. Keine Ahnung warum. Vielleicht, weil es mir halt auch geschmeckt hat und weil ER die angenehmen Gefühle dann hat und ich nicht. nixweiss0 (morgens bin ich natürlich nicht neidisch auf den Kater).

    Zitat

    Was erwartest Du? Wie kann man Dir helfen, was glaubst Du?

    Ich denke mir hilft es wenn ich darüber schreiben und mich damit auseinandersetzen kann.
    Nicht alleine damit bin, dass für mich Alkoholverzicht nicht ganz leicht ist.
    Mut, weil ich sehe, dass es andere auch geschafft haben.
    Zuspruch, dran zu bleiben und nicht aufzugeben.
    Input, wie man den Alkohol ersetzen kann und Tipps zur Selbsthilfe.

    Hallo Gerchla

    Vielen Dank für deine ausführliche Antwort und die Zeit, die du dir dafür genommen hast.
    Gerne gehe ich auf einige Punkte ein, weil ich denke, dass mir das hilft.

    Zitat

    Also grundsätzlich kann ich nur sagen: je früher desto besser. Desto weniger besteht auch die Gefahr, dass Du auch z. B. körperliche Schäden nimmst. Ich bin mir aber nicht sicher, ob Du es deshalb leichter hast mit dem aufhören. Es gibt hier ja auch die Theorie, dass ein Alkoholiker erst seinen persönlichen Tiefpunkt erreicht haben muss, bevor es ihm wirklich gelingen kann, dauerhaft mit dem Trinken aufzuhören.

    Das habe ich auch schon gelesen...
    Und ja, ich denke, das fehlt mir ein wenig. Ich habe keinen Tiefpunkt, es geht nichts schief, im Gegenteil.
    Körperlich habe ich noch keine Schäden. Trotzdem habe ich ein Problem und möchte das loswerden. Eben weil ich ja in der Familie sehe, wie das sonst enden kann. Und darauf habe ich echt keine Lust. Deswegen will ich es vorher lassen.

    Zitat

    Aber sag mal, hälst Du Dich selbst denn für eine Alkoholikerin? Also für suchtkrank. Oder bist Du eher der Meinung, Du würdest "nur" Missbrauch betreiben. So wie Du schreibst, scheinst Du ja nicht täglich zu trinken und auch nicht so große Mengen. Magst vielleicht mal ein bisschen was über Dein Konsumverhalten schreiben?

    Also mein Suchtverhalten war... unterschiedlich. Phasenweise habe ich es einfach laufen lassen. Da war es fast täglich abends Rotwein. Zwischen 2 Gläser und einer knappen Flasche. Manchmal mit Kater am nächsten Morgen (Übelkeit, Magenschmerzen, Schwindel, Kopfweh). Zudem hatte ich ziemlich Magenprobleme, und der Alkohol hat sie verschärft (in dem halben Jahr jetzt ohne ging es meinem Magen bestens). Und ich habe schlecht geschlafen. Aber konnte dank Alkohol einschlafen.
    Dann hatte ich wieder Phasen, in denen ich mir dessen bewusst wurde, und mal tage- oder wochenlang nichts getrunken habe, danach weniger, bis ich irgendwann wieder bei der "laufenlassen"-Phase war.
    Getrunken habe ich, um abends den Stress zu vergessen.

    Einschlafen und durchschlafen kann ich mittlerweile gut ohne. Notfalls nehme ich mal ein pflanzliches Mittel (vom Arzt verschrieben). Und ich bin tagsüber viel fitter.

    Zitat

    Darf ich fragen, ob Du das aufgearbeitet hast? Du brauchst übrigens grundsätzlich auf nichts zu antworten wenn Du es nicht möchtest. Ich stelle diese Frage deshalb, weil es schon sein könnte, oder sogar wahrscheinlich ist, dass Dein Trinkverhalten unmittelbar damit in Zusammenhang steht. Hast Du heute immernoch das Gefühl falsch zu sein? Denkst Du immernoch Du wärst nicht normal? Oder gibt Dir irgendjemand in Deinem Umfeld dieses Gefühl?

    Ja, ich denke, ich habe das meiste aufgearbeitet.
    Das Gefühl von früher gibt mir sicherlich eine Person extrem auf Arbeit, weil sie mich sehr an meine Eltern erinnert.
    Ansonsten habe nur ich selbst immer noch das Gefühl...

    Und natürlich trinken alle normalen Menschen um mich herum... Das ist ein Punkt, der es mir schwer macht, weil ich mich als Versager fühle, dass ich nicht normal konsumieren kann.

    Hallo Gerchla

    So genau weiss ich das gar nicht...

    Zuerst aber noch eine wichtige Info. Ich höre sicher früher auf mit trinken als andere. Soll heissen, dass meine Mengen nicht so gross waren, und ich auch immer Pausen hatte. Es sollte also nicht so schwer für mich sein aufzuhören...
    Ich will es einfach nicht so weit kommen lassen.

    Meine Kindheit und Jugend waren schwierig. Vater Alkoholiker, Bruder auch, Mutter coabhängig.
    Es war geprägt von Missbrauch, Mobbing, schläge, und immer das Gefühl falsch und nicht normal zu sein.

    Dann Heirat, Kinder, Studium, inzwischen guter Job. Hart dafür gekämpft.

    Psyche ist nicht immer toll. Aber viel besser als auch schon. Bin eigentlich stabil.

    Unterstützung ist... Naja, nicht besonders. Denn alle andren trinken normal weiter. Es ist zwar okay, wenn ich nichts will, aber ist nicht immer einfach für mich, standhaft zu bleiben.

    Alkohol war gut, um abends nach stressigen Tagenruntee zu kommen. Geht aber auch mit Tee... Sonst einfach Gewohnheit würde ich sagen.

    Hallo

    Ich wäre offen am deiner Stelle. Also beim Gespräch. Würde sagen, du hast ein Problem (ob psychisch oder mit alkohol musst du wissen), aber dass du dir ambulante Hilfe gesucht hast. Und ich würde gleich heute beim Arzt anrufen und einen Termin machen.
    Falls du jetzt vier Tage ohne Krankmeldung gefehlt hast, würde ich heute nachträglich eine beim Arzt holen.

    Du musst dem Arbeitgeber zeigen, dass du den Job willst und dass du deine Probleme in den Griff bekommst, ohne dass es ihm allzu sehr einschränkt. Also ohne dass du mich sehr oft und lange fehlen wirst. Daher ambulant...

    LG

    Hallo Elly

    Nein Hilfe habe ich mir nicht geholt. Es war nicht so viel an Wochenende. Also körperlich merke ich nichts.

    Es ärgert mich trotzdem, dass ich es nicht so im Griff hatte wie ich wollte. Das zweite Mal wäre nicht nötig gewesen.

    Aber ich mache weiter mit der Abstinenz. Diesmal für immer.

    Hoffe ich!

    LG Nyssa

    Hallo

    Ich bin Nyssa.
    Über 40. Verheiratet. Kinder. Guter Job.

    Und ich habe ein Alkoholproblem.

    Hatte mehrere Trinkpausen. Habe im März dann aufgehört, wusste aber nicht für wie lange.
    Habe knapp ein halbes Jahr durchgehalten. Am Wochenende dann zweimal was getrunken. Und bereut.

    Seitdem ist mir klar: Alkohol geht nicht.

    Nun stehe ich quasi wieder am Anfang.

    Und hoffe hier auf Unterstützung.

    LG