• Ich heiße Ilka, bin 45 Jahre und ich bin Alkoholikerin.

    Nach einigen Versuchen trocken zu leben, habe ich heute wieder einen Tag 2 geschafft.
    Und dennoch - obwohl ich das alles schon mehrmals hatte - es fühlt sich anders an. Es IST anders.

    Ich habe meinem Liebsten reinen Wein eingeschenkt.
    Und über mein Vorhaben berichtet genau diesen nicht mehr zu konsumieren.
    Ich geb auf.
    Ich kapituliere.
    Ich bin nicht in der Lage mit dem Zeugs umzugehen.

    Eine Meisterin des Verstecken und Verstuschens bin ich sowieso.
    Von außen läuft es ja ganz wunderbar.
    Kinder, ein Enkelkind , selbstständig, als optimistisch und lebensfroh werde ich beschrieben.
    Und da bin ich auch.

    Daher kein Alkohol mehr.
    Seit 31.12 kurz vor Mitternacht.

    Ich habe Angst. Vorm nüchtern sein.
    Aber auch vorm weiter trinken.

    Ich freue mich über Austausch und sende euch allen liebe Grüße
    Ilka

  • Hi Ilka,

    wie sieht es aus bei dir?

    Auf dem Weg zu mir lerne ich mich immer besser kennen. <br />Ich habe Freundschaft mit mir geschlossen und freue mich, dass ich mir begegnet bin.<br /><br />Ich bin lieber ein Original als eine herzlose Kopie.

  • Erst einmal herzlich willkommen und einen guten Austausch hier bei uns.

    Ich bin Betty, 63 und jetzt seit März 2014 alkoholfrei. Wenn du magst, dann erzähl ein wenig von dir.

    LG Betty

    Auf dem Weg zu mir lerne ich mich immer besser kennen. <br />Ich habe Freundschaft mit mir geschlossen und freue mich, dass ich mir begegnet bin.<br /><br />Ich bin lieber ein Original als eine herzlose Kopie.

  • Guten Morgen Ilka,

    wenn ich das so lese, dann kommen mir sehr starke Erinnerungen hoch. Ich kenne das nur zu gut. Was hast du nun vor? Du trinkst noch oder machst du einen kalten Entzug? Dann nimm dir einen Rat zu Herzen. "Bitte geh zum Arzt". Ein kalter Entzug kann leider sehr gefährlich werden. Rufe eine Suchtberatung an und informiere dich über gute und eben auch anonyme Möglichkeiten. Scheu dich nicht davor. Die Menschen kennen genau dein Problem, denn sie machen das beruflich und sie wissen wie man dir helfen kann.

    Ich habe mir damals ein Buch gekauft. "ALK"

    Sehr gut zu lesen und sehr wahrhaftig für mich. Ich habe einen sehr großen Nutzen daraus gezogen.

    Ich wünsche dir einen guten Anlauf für das neue Jahr. Schreib zurück und erzähl.

    Liebe Grüße von Betty

    Auf dem Weg zu mir lerne ich mich immer besser kennen. <br />Ich habe Freundschaft mit mir geschlossen und freue mich, dass ich mir begegnet bin.<br /><br />Ich bin lieber ein Original als eine herzlose Kopie.

  • Hier ganz viele Tipps

    https://alkoholforum.de//index.php?board=10.0

    Hast du schon überlegt, mit deinem Arzt zu sprechen? Als ich den Schritt zu meiner Ärztin machte, fühlte ich mich sehr schlecht. Ich bin sehr erleichtert und sehr entspannt dort wieder hinaus gegangen, denn endlich hat mir jemand zugehört und mir Hilfe gegeben. Ich kann dir nur dazu raten, dass du dir schnell professionelle Hilfe holst. Das ist der erste Schritt in deine neue Zukunft.

    Auf dem Weg zu mir lerne ich mich immer besser kennen. <br />Ich habe Freundschaft mit mir geschlossen und freue mich, dass ich mir begegnet bin.<br /><br />Ich bin lieber ein Original als eine herzlose Kopie.

  • Ich war bei meiner Ärztin. Allerdings habe ich das Thema beschönigend erzählt.
    Habe im laufe des Dezembers mich aber durch checken lassen.
    Ich hab meinen Ausstieg geplant , also mir das Datum gewählt.
    Ich habe mit meinem Partner gesprochen und sehr offen alles erzählt. Da hab ich nix schön geredet.
    Ich habe im Internet viele Erfahrungsberichte gelesen.
    Ich habe einen Termin ausgesucht wo ich eine SHG aufsuchen werd

    Danke ich schau mir link gleich an :)

  • Hallo Ilka,

    willkommen auch von mir, hier im Forum und in der Gemeinschaft der trockenen Alkoholiker*innen insgesamt. Ich selber bin trocken seit ein paar Jahren und habe in der Zeit tolle Menschen kennengelernt und mich selber auch nochmal viel besser.

    Wie du hatte auch ich Angst am Anfang. Wie soll das nur funktionieren, ganz ohne Alkohol zu leben? Ich hatte Angst zu scheitern, aber vor allem Angst, „es“ (das Leben) nicht auszuhalten. Denn offenbar hatte ich vorher Alkohol „gebraucht“, um klarzukommen. (Bis ich nicht mehr klarkam.) Und wenn ich Wein nicht mehr habe, was habe ich dann noch, um mich zu schützen und zu stützen.

    Mich darüber mit anderen Menschen auszutauschen, virtuell zunächst, und dann irgendwann auch in einer SHG, hat mir sehr geholfen, und inzwischen fühle ich mich tatsächlich, wie oben erwähnt, gut aufgehoben in der großen, vielfältigen Gemeinschaft der „Trockenen“, der „recovering alcoholics“ oder wie immer man uns nennen will.

    Wann ist denn der Termin für deinen SHG Besuch?
    Und willst du auch mal eine Suchtberatung aufsuchen, um vielleicht eine Suchttherapie zu machen? Das ist auch eine große Hilfe beim Start ins trockene Leben.

    Alles Gute!
    Camina

  • Hallo Camina!
    Danke :)
    Ich gehe am Dienstag in die SHG.
    Eine Beratung zusätzlich habe ich noch nicht in Erwägung gezogen.
    Inwiefern hat es dir geholfen ?
    Da bekomm ich auch gleich bissl Stress .... wie soll sich das ausgehen , zeitmässig ? :-0

  • Moin Ilka,

    freu dich doch erst einmal auf Dienstag und schau wie es läuft. Es ist ein Schritt in deine neue Zukunft. Das ist doch eine tolle Sache. Ich hab mich mit jedem Schritt nach vorn riesig gefreut. Jeder Tag ohne Alkohol hat sich gelohnt. Ich habe mich als ganz neuen Menschen kennen gelernt. Es geht mir heute so richtig gut.
    Ich wünsche dir viel Erfolg auf deinem Weg. Berichte weiter.
    LG Betty

    Auf dem Weg zu mir lerne ich mich immer besser kennen. <br />Ich habe Freundschaft mit mir geschlossen und freue mich, dass ich mir begegnet bin.<br /><br />Ich bin lieber ein Original als eine herzlose Kopie.

  • Ja genau ! Danke Betty.
    Ich glaub diese kleinen Schritte sind ganz wichtig für mich. Dass ich sehe und schätze was ich schon geschafft habe.
    Ich bin nämlich sowieso die „Tüchtige“ und habe mir immer abverlangt möglichst keine Hilfe zu brauchen
    Denke das ist ganz wichtig , auf diese Dinge hinzuschauen.
    Die dazu geführt haben

    Ich hab viel zu oft die Stimmen im Kopf die mir sagen was ich NICHT geschafft , erledigt , gut genug gemacht habe.
    Mit zwei Schnaps und Bier geben die Stimmen dann Ruhe.
    Und ich fühl mich groooooooßartig ..
    Und dann falle ich komatös ins Bett. Und nach drei bis 5 Stunden ist alles noch viel schlimmer und die Stimmen viel lauter.
    Zusätzlich schmerzt der Kopf. Oder das Knie oder die Hand falls ich irgendwo gestürzt bin.

  • Hallo Ilka,

    ich kann dir jetzt gerade sehr gut folgen. Mein ganzes Leben lang hatte ich diese Stimmen in mir. Von Kind an wurde von mir gesagt: „Lass sie man, die kann das ganz alleine. Sie schafft das schon“. Ich dachte, das ist so normal. Habe mich allerdings auch so verhalten. Hat immer funktioniert. Ich machte, ich bekam Anerkennung. So wurde ich zu einer funktionierenden Macherin. Wenn ich meine Liste nicht abarbeitete, dann kamen diese Stimmen (Ich hatte ein schlechtes Gewissen). Allerdings hatte ich einen Helfer. Bei Oma gab es gelben Sprudel mit ganz ganz bisschen Eierlikör. Und leider schon viel zu früh auch mal den einen oder anderen Schluck Bier. So merkte ich schon in Kindertagen, dass der Alkohol hilft. Zumindest mal vorrübergehend. Ab Teenager ging es heftiger dann weiter und so verlief es mein ganzes Leben lang weiter so. Während meiner Schwangerschaft waren sämtliche Gifte absolutes „TABU“. Kein Problem. Ich habe auch immer größere Alkoholpausen gemacht, um mich selbst zu beruhigen. Letztlich hatte ich aber meinen Konsum nicht unter Kontrolle. Aber ich habe funktioniert. Ich habe gearbeitet, ich habe unser Kind (damals 9) alleine erzogen als mein Mann tödlich verunfallte. Ich habe Vollzeit gearbeitet und tue es immer noch. Ich habe ein Haus gekauft und alles geregelt. Und immer in Begleitung mit dem Satz: „Sie macht das schon. Sie hat immer alles geschafft“.

    Stimmt. Und nun habe ich etwas ganz tolles geschafft. Ich trinke keinen Alkohol mehr, ich rauche nicht mehr und ich bin zu meiner eigenen Freundin geworden. Die Stimmen sind Vergangenheit. Ich bin glücklich und ich habe gelernt „Nein“ zu sagen. Ich habe festgestellt, dass die Menschen gar nicht böse sind, wenn man nein sagt. Das funktioniert. Ich kann nur jedem raten, sich auf sich zu konzentrieren, die Probleme zu suchen, Lösungen zu finden. Und jede Art von Hilfe ist wunderbar. Es lohnt sich.
    Ich dachte, ihr schreib dir das mal.

    LG Betty :sun: :sun: :sun:

    Auf dem Weg zu mir lerne ich mich immer besser kennen. <br />Ich habe Freundschaft mit mir geschlossen und freue mich, dass ich mir begegnet bin.<br /><br />Ich bin lieber ein Original als eine herzlose Kopie.

  • Hallo Ilka,
    Herzlich Willkommen :welcome: im Forum!i

    Ich bin w, 38 Jahre und auch Alkoholikerin auf dem Weg in ein abstinentes Leben, seit 7 Monaten klappt es rückfalllos...dank einer Menge helfender Menschen um mich, SHG, Lesen und Austausch.

    Ich erkenne so einiges in mir was du schreibst...ich habe dieses Gefühl sehr oft: ich reiche mir selbst nicht, bin mir nicht gut genug. So ziemlich alles was ich unternehme muss zu 120% perfekt ausgeführt werden, ich kann einfach keinen Mittelweg gehen. Stelle immer unglaubliche Ansprüche an mich selbst, die dann selten erfüllt werden können...logischerweise. und dann fühle ich mich als Versagerin. Der Alk half dann immer diesem inneren Druck zu lösen...nur so konnte ich mich fallen lassen und entspannen. ich muss jetzt lernen andere wege der Entspannung zu finden und vor allem mich mich dem Mittelmass zufrieden zu geben. Aber in meiner kindheit war es halt auch schon immer so, meine Eltern waren sehr anspruchsvoll, verlangten mir so einiges ab, irgendwo wird man halt konditioniert. das um-konditionieren ist aber möglich, dauert aber einbisschen.

    wie geht es dir denn heute, an tag 4?

    SHG ist ein sehr gutes Vorhaben, bin glücklich sogar 2 Gruppen gefunden zu haben...umso mehr Menschen ich um mich habe, die mit mir ihre Erfahrungen teilen umso besser geht es mir.

    Achja, mein Weg ist auch lange, ich weiss seit einigen Jahren, dass Trinken für mich nicht möglich ist...bis ich aber stabil abstinent (und glücklich!) bin, wird es wohl noch dauern. ich habe zu viele Jahre hindurch gelernt, dass Alk mein Entspanner, meine Lösung für alles ist, es braucht seine Zeit, bis ich mir ein Umdenken aneignen kann.

    Viel Kraft für diese ersten Tage, freue mich zu lesen, wie es dir geht und wie dein Besuch in der shg war!

    Rina

  • Danke Rina !:-)
    Tag 5 ... es ist Tag 5 ! :) und es geht gut obwohl ich Halsweh und eine Augenentzündung habe.

    Ja ich kenne das was du schreibst.
    Ich brauche auch neue Strategien. Mit Druck umzugehen.

    Auch mit Freude umzugehen. Weil oft habe ich getrunken wenn es mir gut ging.
    Um das Gefühl zu verstärken.

    Haha das klappt ja dann wunderbar

  • Super, schon Tag 5 44.
    Das ist doch ein wunderbarer Start ins neue Jahr!
    Leider mit Krankheit so wie es aussieht...sei vorsichtig mit Medikamenten, die können leider schnell einen unglaublichen Suchtdruck hervor rufen falls Alkohol enthalten ist! Klingt lächerlich, der Ablauf im Körper ist aber leider so programmiert wenn man alkoholkrank ist, wurde mir mal ausführlich von einem Arzt erklärt.

    Ja das mit den Emotionen aushalten ist so eine Sache...Trauer,Wut und vor allem Freude sind solche Gefühle, die immer noch schwierig sind. Vor allem Freude...wurde mir oft zum Verhängnis. Da bleibt eben nur eines: andere Wege gehen als bisher, Strategien finden und in der ersten Zeit "aushalten".

    Und ich verstehe, dass dir das Zurück in die gewohnte Umgebung Angst macht. Hast du noch Alk bei dir zu Hause? Vielleicht hilft es dir Gewohnheiten zu ändern, zum Beispiel, anderer Supermarkt für Einkäufe, Morgenspaziergang um die Lungen frisch zu bekommen, Möbel umstellen...Irgendwie alten Mustern auszuweichen und einen neuen, anderen Start zu finden.

    Falls du dich gerne bewegst ist Sport ein guter Ansatz, falls gar nicht können aber auch kleine Spatziergänge helfen. Ich verbringe so viel Zeit wie möglich in der Natur, das tut unglaublich gut, und ich mache sehr viel Sport, das schon seit immer, sogar als ich trank. Heute erfreue ich mich über meine gute Fitness und einen gesunden Körper, das sind so kleine Ziele, die ich mir täglich setze: gut zu mir selbst zu sein.

    Gute Besserung und gute Heimreise, beschäftige dich vor allem in der Anfangszeit!

  • Glaub ich brauch Antibiotika
    Aber da ist kein Alk drin oder ?

    Ich bewege mich generell viel. Auch beruflich bedingt bin ich ganz viel draußen und in Bewegung. .
    Wobei es mir dann auch gut tut mal faul zu sein.
    Weil ich im täglichen Leben eh viel rum renne :)
    Aber generell ja ! Draußen sein tut voll gut.

    Ja neue Rituale und Abläufe werden mir helfen !

    Alk hab ich nicht daheim.

    Welche Rituale haben dir noch geholfen ?

  • Naja, es waren/sind generell Änderungen in meinem Lebensstil...Bis heute zum Beispiel haben wir nicht so oft Besuch, weil unsere Freunde gerne und viel Alk trinken. Für mich sind das Risiko-Situationen, sie verlangen mir einiges ab daher halte ich sie in Grenzen. Mit meinem Mann machen wir vermehrt Theater-Besuche, Spa- und Sauna, nicht wie früher als wir zu 2. Zeit verbrachten im Restaurant. Ich koche auch sehr viel, habe ich früher nie gemacht...heute essen wir frisch und home made vom Bio-Laden. Und neben dem Sport habe ich auch das Lesen und Zeichnen wieder für mich entdeckt, ich nutze die Zeit positiv für meine Kreativität.

    Das Trinken hat viel Zeit in Anspruch genommen, Energie auch, die ich entweder in Alk steckte oder danach brauchte um mich vom Exzess zu erholen. Diese Zeit will nun genutzt werden, wenn man einfach nur das Trinken weg lässt und nichts and die Stelle setzt ist das bei den meisten zum Scheitern verurteilt...vor allem in der ersten Zeit merkte ich, ich muss um jeden Preis Langeweile vermeiden!

    Es gibt so viele Dinge die einem Freude bereiten können, suche dir ein Hobby, etwas, was du leidenschaftlich gerne tust.

    :) einen sonnigen Tag und nur Mut, bleibe positiv!

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