Die neue...

  • Hallo liebe Forumsmitglieder,
    bzw. Gleichgesinnte...

    Nun bin ich hier und stelle mich vor. In einem Forum in dem es um Alkohol geht.
    Wär hätte das gedacht.
    Zu mir: ich bin 34, Mutter eines 5 Jährigen sehr lebhaften Sohnes, habe einen Hund, Mann Haus mit Haushalt und gehe dazu 30 Std. meinem Beruf nach.
    Und da sind wir in der Routine. Der Kreislauf. Zur Belohnung gibts nen Glas Wein.
    Daraus werden 2, 3... 1/2 Flasche ist fast immer weg, eher mehr.
    Das schlimme ist, es ist so "normal" unter gestressten Müttern.
    Diverse Freundinnen schicken per WhatsApp ihr Belohnungsgläschen schon um 15 Uhr.
    So bin ich in diesem Kreislauf, hm, ich schätze seit mein Sohn so 1 Jahr alt ist.
    Davor war ich nie die grosse Trinkerin.
    War das erste mal angetrunken mit 25. Von 2 Cocktails und nen Bier oder so.
    Ab da trank ich immer mal wieder. Ging häufiger feiern und erlebte auch den ein oder anderen Vollrausch. Aber das ich zuhause unter der Woche allein was trank kam nie vor.
    So, aber nun ist es so. Immer mal wieder dachte ich es ist zu viel
    Aber es ändern.. ne ging nicht. Und andere machen das ja auch dachte ich.
    Plötzlich kamen so paar beschwerden. Erst der Magen. Immer mal wieder.
    Augen zucken über Wochen. Wenn man bei solchen Wehwehchen googelt kommt immer was mit Leber und Alkohol bei raus.
    Ich habe aber Angst zum Arzt zu gehen und es ist dann wirklich der Alkohol dran Schuld.
    Ausserdem will ich keine Alkoholikerin sein.
    Ich will fit und gesund sein... 4 Jahre regelmäßiger Alkoholkonsum. Wahrscheinlich ne 3/4 Flasche Wein/Sekt täglich.
    Scheisse was hab ich mir nur angetan.
    Lange Rede kurzer Sinn. Ich will das nicht.
    Also trinke ich nicht!!!! SEIT GENAU EINER WOCHE.
    Am 22.07. trank ich mein letztes Glas Wein. Im Weinregal stehen noch etliche Flaschen.
    Entzugserscheinungen? Verdammt war mir am Freitag kotzübel und mein Kreislauf...
    Ansonsten?? Es geht mir super.
    Und es wäre schön hier eine Gemeinschaft zu finden wo man sich mal auffängt wenn man einen Durchhänger hat.
    Gleichgesinnte mit dem selben Ziel helfen immer.
    Auf in den Kampf. Schön hier zu sein.
    Sonnenkind

  • HERZLICH WILLKOMMEN hier bei uns im Forum :welcome: und
    Herzlichen Glühstrumpf zur ersten trockenen, sprich: alkoholfreien Woche :blumen:

    Ich bin m, 56, Alkoholiker und nun schon ein paar Jahre trocken.


    Plötzlich kamen so paar beschwerden. Erst der Magen. Immer mal wieder.
    Augen zucken über Wochen. Wenn man bei solchen Wehwehchen googelt kommt immer was mit Leber und Alkohol bei raus.
    Ich habe aber Angst zum Arzt zu gehen und es ist dann wirklich der Alkohol dran Schuld.
    Ausserdem will ich keine Alkoholikerin sein.

    Ja, ist schon "komisch", was man sich und seinem Körper so alles antut - und das auch oft noch wider besseren Wissen :o

    Um so schöner, wenn Du daran etwas ändern möchtest. Und Du wirst sehen - es lohnt sich!
    Lies Dich in Ruhe durch unsere Erfahrungsberichte durch. Wenn Du Fragen hast, stell sie. Wenn Du von Dir erzählen möchtest, tu es.

    Ansonsten empfehle ich auch Dir unsere Literatur-Ecke mit eine Menge Fachliteratur, die dennoch unterhaltsam geschrieben ist (also nicht als Einschlaf-Lektüre geeignet ;) ).
    Oder auch unsere Linksammlung für weitergehende Informationen ...

    Im Übrigen gibt es auch viele leckere alkoholfreie Cocktails und Erfrischungsgetränke - von denen man auch ein Bild posten kann.

    Gruß
    Greenfox

    Es rettet uns kein höh’res Wesen,

    kein Gott, kein Kaiser noch Tribun

    Uns aus dem Elend zu erlösen

    können wir nur selber tun!

  • Hallo Sonnenkind,

    schön das Du hier gelandet bist und Deine Geschichte mit uns teilst!

    Eine Woche ohne, damit hast Du ja schon mal einen Grundstein gelegt! Jetzt will ich Dir mal ein paar Gedanken von mir da lassen:

    Erst mal will ich Dir sagen, dass ich denke, dass Du wirklich schon eine große Leistung vollbracht hast. Du trinkst seit einer Woche keinen Alkohol mehr. Und darauf kannst Du jetzt schon gut aufbauen. Bitte mache aber nicht die gleichen Fehler wie ich sie zahlreich gemacht habe: Nämlich zu glauben, dass es reicht einfach längere Zeit nichts zu trinken und dann wird das schon wieder.

    Mein Gefühl ist, dass Du eventuell in diese Richtung denken könntest. Denn Du willst ja keine Alkoholikerin sein. Naja, ich glaube keiner von uns wollte ein Alkoholiker sein. Was bei mir passierte war folgendes: Ich schaffte es besonders in den ersten 6 - 8 Jahren meiner Sucht immer wieder mal Trinkpausen einzulegen. Anfangs sogar sehr lange, mehrere Monate, später waren es noch Wochen, irgendwann Tage und irgendwann, naja, da ging dann nix mehr.

    Bei einigen Trinkpausen wollte ich einfach "erst mal" nichts mehr trinken, bei anderen war ich entschlossen, nie mehr was zu trinken. Was aber immer fehlte war das Bewusstsein, dass ich wirklich ein echter richtiger Alkoholiker bin und das diese schei...Sucht einfach viel mächtiger ist als ich mir das jemals vorstellen konnte. Und ich war mir nicht darüber im Klaren, dass es eben nicht damit getan ist, einfach nichts mehr zu trinken.

    Erst als ich mir klar darüber wurde, dass ich wirklich ALLES dafür tun will nie mehr trinken zu müssen, konnte ich aus der Spirale aussteigen. Du schreibst, Du suchst eine Gemeinschaft die Dich mal auffängt, wenn es nicht so gut läuft. Bei mir war das eine SHG der AA. Vom ersten trockenen Tag an habe ich diese Gruppe besucht und von da an quasi erst mal täglich. Das gab mir Halt, ich lernte sehr sehr viel über diese Krankheit (ich hatte ja keine Ahnung vorher) und ich konnte alle meine Fragen stellen. Zwar nicht in den Gruppensitzungen (weil AA eine Monologgruppe sind), jedoch davor oder danach, wenn wir noch zusammen saßen. Nach mehreren Monaten verließ ich die Gruppe wieder, aber da hatte ich dann schon zahlreiche andere Hilfe an meiner Seite und war nicht mehr allein unterwegs.

    Dann bin ich natürlich zum Arzt, übrigens mit den gleichen Ängsten wie die, die Du von Dir schilderst. Dann bin ich zum Psychologen, denn ich kapierte schnell: Wenn ich meine Suchtgeschichte nicht aufarbeite, werde ich nicht dauerhauft trocken bleiben können. Alternativ hatte ich noch einige andere Hilfen, die zu schildern habe ich gerade keine Zeit weil ich etwas in Eile bin.

    Diese Aufarbeitung hatte dann zur Konsequenz, dass ich viele tiefgreifende Entscheidungen getroffen habe. Im Nachhinein waren sie alle notwendig und auch richtig. Ich konnte sie nur deshalb treffen, weil ich mich mit mir, meiner Sucht, meinem Leben, meiner (erwünschten) Zukunft beschäftigt habe. Nach etwa einem Jahr war ich mit dem Gröbsten durch aber noch lange nicht fertig.

    Liebes Sonnenkind, es wird Gründe geben, weshalb Du da hinein gerutscht bist. Es wird Mechanismen geben, die Dich zum Alkohol geführt haben und immernoch führen könnten. Es würde mich wundern, wenn Du nicht genau wie ich einiges grundlegendes an Deinem Leben verändern müsstest, um dauerhaft ohne Alkohol leben zu können. Weit mehr also, als nur nicht mehr zu trinken.

    Ich lese, Du bist die Mama eines lebehaften Sohnes, hast Haushalt und arbeitest noch 30 h. RESPEKT aber schaffst Du das alles überhaupt? Ich bin Papa eines lebhaften Sohnes der jetzt aber schon 23 Jahre alt ist. OH was war der lebhaft. Das Wort AHDS schwebte immer im Raum. Eine Herausforderung und damals war ich noch nicht so tief in meiner Sucht verstrickt und meine Frau war längere Zeit auch zuhause....

    Also, ich bin leider in Eile und kann gerade nicht so schreiben wie ich möchte. Aber ein paar Denkanstöße (keiner davon war irgendwie böse gemeint) wollte ich Dir schon mal da lassen. Ich werde Dir wieder schreiben wenn ich mehr Zeit habe bzw. wenn Du das dann auch möchtest.

    In jedem Fall wünsche ich Dir alles alles Gute, dass Du Deinen Weg finden kannst und natürlich einen guten und hilfreichen Austausch hier bei uns im Forum.

    LG
    gerchla

  • Danke für die netten Antworten.
    Alkoholfreie Cocktails klingt super, es ist nämlich auch der Kopf der nach einem schönen Glas suchtet. So mache ich mir bewusst ne schöne Fruchtschorle im Weinglas oder Tonic Water mit Eis und Sirup. Für weiter Ideen bin ich offen.
    Gerchla ja tatsächlich denke ich aktuell das es reicht einfach nichts mehr zu trinken.
    Ich habe mich lange gefragt ab wann man Alkoholiker ist.?? Ich habe ja über einen Zeitraum von ca 4 Jahren regelmäßig Wein getrunken mal mehr mal weniger. Klar gab es auch mal ne Woche ohne, dann wieder täglich. Aber es ist regelmäßig. Ich habe in der Woche so im Schnitt 3-4 Weinflaschen zum altglas gebracht. Kaum jemand würde denken das ich Probleme mit Alkohol habe. Nur ohne


  • Ich habe aber Angst zum Arzt zu gehen und es ist dann wirklich der Alkohol dran Schuld.

    wäre doch gut, wenn der Alkohol dran schuld wäre, denn dann wäre das Problem ja einfach zu lösen. Weglassen und gut ist.
    Oder hast Du eher vor dem Gedanken, dass Du dann nicht mehr trinken könntest, Angst?

    Gruß Susanne

  • Nein Susanne, trinken möchte ich gar nicht mehr. Ich hab eher Angst davor das mir der Arzt sagt das ich mich selbst mit dem Alkohol krank gemacht habe. Das wäre schwer zu ertragen. Und wie du sagst, weg lassen und gut ist. Das mache ich bereits seit einer Woche. Mein Allgemeinbefinden hat sich tatsächlich verbessert

  • Vergangenheit kannst Du eh nicht ungeschehen machen. Bringt nix, sich dafür Vorwürfe zu machen, ist schon rum ums Eck. Ändern kannst Du nur Zukünftiges. Erfahrungen und Fehler müssen manchmal gemacht werden, damit mans beim nächsten Mal besser machen kann.

  • Nicht mehr trinken zu wollen ist übrigens nicht das Gleiche, wie keine Angst davor zu haben, was kommen könnte und das man dann auf sein Absackerchen nicht mehr zurückgreifen könnte.
    Das nur zur Klärung. Denn meistens und bei Dir auch, so wie ich das lese, hat der Alkohol ja eine Funktion, die Du anderweitig ausfüllen musst.
    Und Du kannst nicht unbedingt damit rechnen, dass es wieder so wird, wie es vorher, mit 25 und in einer ganz anderen Lebensphase war. Du betrittst Neuland.

  • Hallo sonnenkind,
    Erstmal finde ich es super dass du seit einer woche keinen alkohol mehr getrunken hast 44. Weiter so. Bin auch heute bei einer woche wo nüchtern bin. Leider wat ich letzte woche leichtsinnig und hab am montag ein paar bier getrunken. Bei mir ist es so dass ich wenn ich anfange zu trinken, nicht aufhören kann. Am letzten Dienstag sagte ich mir: ich will nicht mehr trinken und dass meinte ich ernst!

  • Danke Stevie84, ich werde in 8 Wochen ohnehin 35 und werde einen Termin für einen großen Gesundheitscheck machen.

  • oh wie schade, Sonnenkind hat sich abgemeldet. Gerade habe ich ihr einen ganz langen Text verfasst. Na den lass' ich dann mal stecken.

    Alles Gute wünsche ich Dir Sonnenkind. Pass auf Dich (und Dein Kind) auf!

    LG
    gerchla

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