Beiträge von Mausezahn

    Paul ja, das hab ich auch deutlich gespürt. Nach der ersten Flasche hätte ich Bäume ausreißen können, was ich nicht getan habe, weil die zweite schon gelockt hat.

    Und irgendwann bin ich in meiner Suchtblase hängen geblieben und habe gar nichts gemacht, weil ich einfach nur dasitzen wollte.


    Heute ist wieder mal mein Neuanfang. Die Gewohnheit macht mir zu schaffen. Aber mein Partner hat mich in die Stiefel gezwungen und wir waren lange spazieren. Ohne einen Gedanken an ein Bier.

    Später haben wir lange drüber gesprochen, ich bin froh, daß er mich versteht und das soll nicht bedeuten, ich tue es für ihn. Ich tue es für mich. Nur soll er wissen, wo ich stehe. Warum ich plötzlich nicht mehr trinken möchte. Ich möchte ihm gegenüber ehrlich sein, weil es mir hilft, darüber zu reden.

    Ich hab mal alle Bücher raus gekramt und möchte sie gerne lesen. In den Trinkerzeiten hab ich oft angefangen, aber dann lieber geschlafen, oder die Hälfte vergessen, weil ich einen sitzen hatte

    Danke für eure lieben und aufmunternden Worte.

    Bei mir ist aktuell die Frage im Kopf, was ich dann eigentlich noch für mich habe.

    Auf der einen Seite weiß ich genau, das ich immer so stolz bin, wenn ich einen Tag geschafft habe. Es fühlt sich an, als wenn ich bald wieder zu den "Besseren" gehöre. Was bewußt überspitzt ausgedrückt ist grad. Ich beneide die Menschen so, die normal und ohne Scham ihr eines Bier trinken können und danach wieder aufhören. Ich frage mich, warum ich so schwach bin und es nicht schaffe.

    Ich hab Angst, das mein Leben ohne Alkohol so langweilig ist, so trostlos. Und doch merke ich, daß genau diese Gedanken wichtig sind, um mich selber zu reflektieren.

    Warum sehe ich es dann als langweilig? Ich war bis vor fünf Jahren oder so absoluter Alkoholgegner. Hab die Trinkenden nicht verstanden. Und jetzt sowas..

    Ich habe nächste Woche Urlaub und geh nochmal hin. Mich wundert es, daß er da gesagt hat, die Werte sind zwar leicht erhöht aber nicht handlungsbedürftig?!

    Im Krankenhaus hab ich offen gesagt, daß ich jeden Tag Bier trinke. Das stand auch im Bericht, dem ich den Arzt übergeben habe.

    Ich hab auch oft nachgedacht, warum ich eigentlich trinke. Einfach um einen guten Tag zu belohnen oder einen schlechten Tag zu betrauern.

    Es gibt keine benennbaren Gründe. Und das macht es wohl so schwer.

    Ich hab keine Ahnung, wie ich die Zeit ausfüllen soll, wenn ich Zeit habe.

    Lange habe ich mich nicht mehr gemeldet.

    Vor kurzem ist mein Blutdruck entgleist. Ich, die normal immer niedrigen Blutdruck hat.. Hatte plötzlich Werte von 180 zu 140..inkl Sehstörung.

    Beim Arzt wurde nichts weiter festgestellt, außer erhöhte Leberwerte. Nicht kritisch. Aber erhöht.

    Ich hinterfrage gerade mein ganzes Leben. Ich habe nach meinem Post nicht geschafft, aufzuhören. Das Bier war wieder ein Teil von mir. Und ich hasse mich so dafür. Ich schäme mich so.


    Heute war das finale Gespräch mit meinem Partner. Ich hab ihm gesagt, ich hab Angst wegen dem Bier trinken, möchte in keine Spirale rutschen und sein Vorschlag? Lass uns doch einfach nichts mehr trinken.

    Ja.. Er meint das ernst. Er erkennt, daß es mich belastet, er hat gefragt, warum ich den ernst meiner Lage nicht deutlicher vertreten konnte. Warum? Weil ich mich schäme.

    Ich bin grad sehr fertig mit den Nerven :(

    Danke, das ihr mitfühlend seid, das tut mir gut.

    Nein, ich möchte das alles nicht mehr. Und frag mich aktuell immer und immer wieder, warum ein sturer Mensch wie ich nicht einfach mal bei diesem Thema stur bleiben kann.

    Die Frage nach meiner Sehnsucht? Ich bin so gar nicht sicher. Eigentlich habe ich alles, was ich will. Ich hab einen Partner (ja, wir streiten manchmal, aber nicht schlimm und nicht lang), ich habe einen Job, einigermaßen viel erspart und ein Dach über dem Kopf.

    Und doch.. Es scheint mir, als wenn ich Gründe suche, um dieses dämliche Bier zu rechtfertigen. Streit.. Ja, Streit gibt es immer mal. Für mich gleich ein Grund, wieder zur Flasche zu eilen. Ich versteh das nicht. Und das Gefühl beim Trinken fühlt sich auch jedes mal mieser an.

    Ich baller mich nicht komplett weg, eine bestimmte Grenze habe ich (noch). Aber auch nach dem Bier ist der Streit nicht weniger schlimm.


    Und was ich auch bemerkt habe.. Immer nach dem Alkohol bin ich am nächsten Tag in einer Art Depression. Als wenn ich in mir gefangen bin, ich hab dann Angst, etwas schlimmes getan oder gesagt zu haben. Hab das Gefühl, ich bin der Endlosversager.

    In einem anderen Forum, wo ich auch war, wurde ich damals direkt mit verachtenenden Worten rausgeschmissen.

    Ich hab es aktuell nicht geschafft. Ich hatte sehr schlimmen Streit mit meinem Freund und daraufhin wieder Bier getrunken 😞

    Nicht so krass wie vorher sondern einfach nur, um mich zu "belohnen" wenn ich schon kein tolles Wochenende hatte..

    Ja, ich fühle mich wie ein Versager. Aber hab gelernt, das ich vielleicht ein anderes Ventil brauche, wenn mal etwas nicht nach Plan läuft.

    Ich stehe vor der Frage für mich, ob ich einfach so weiter mache (ist doch egal, andere trinken ja auch..) oder ob ich diesmal sage, ich zieh das jetzt durch und fange wieder von vorne an, weil es keine Probleme gelöst hat.


    Zweiteres möchte ich

    Die eigentlich Aufgabe eines Menschen besteht doch darin für sich selbst zu sorgen

    Ja, das sehe ich definitiv genauso. Ich hab das auch so formuliert, aber auch gesagt, daß es MEINE Entscheidung ist. Das er nun direkt drauf eingeht, hätte ich nicht erwartet. Und er meinte gestern auch beim Spaziergang, ihm ist aufgefallen, daß er sich anders fühlt ohne Alkohol.

    Ich will nicht komissionieren. Jeder entscheidet für sich

    Heute habe ich den Tag mit meinem Partner verbracht, der solidarisch mit mir mit einer Flasche Wasser angestoßen hat.

    Wir wohnen nicht zusammen, aber haben die Wochenenden immer gern zusammen Bier geteilt. Er selber unterlässt das Trinken in meiner Gegenwart, ohne das ich ihn bitten mußte.

    Manchmal drängt sich mir die Frage auf, ob man mit der eigenen Abstinenz andere mental rütteln kann, um selber über ihren Konsum nachzudenken.

    Ich fand seine Reaktion nicht notwendig, aber unheimlich lieb und auch irgendwie fürsorglich. Ich weiß, das er jetzt sein Bier trinkt daheim. Aber diese Rücksicht finde ich allerliebst.

    Ja, ich lese hier ganz viele gute Tipps. Es ist oft erschreckend, wie plötzlich man überrannt wird davon und wie gleichgültig man in anderen Situationen wieder ist.

    Es gibt Momente, wo der Alkohol schreit und d es gibt Momente, wo er schläft und man sich fragt, warum man überhaupt getrunken hat. Dann vergisst man oft diesen Druck. Bis er dann eben plötzlich wiederkehrt.

    Beim letzten Mal hat mich Alkohol im Supermarkt gar nicht getriggert, auch zu Beginn nicht.

    Da ist es gut sich darauf vorzubereiten und zu informieren was man dann auf die Schnelle und sofort tun kann um einen Rückfall zu verhindern. Hast du da schon einen Plan?

    Ich hab beobachtet, das dieser extreme Druck nach einer Weile weg geht. Ich trinke in dem Moment viel Wasser. Und solche Situationen hab ich aktuell oft.

    Immer in klassischen Situationen. Am Schlimmsten wenn Emotionen wie Wut oder Freude anklingeln

    Danke für eure Antworten. Ich hab mir Gerolsteiner Sprudel besorgt, der prickelt stark im Hals und auch im Bauch, das macht irgendwie auch ziemlich satt.

    Einen Entzug in der Klinik habe ich nicht gemacht, ich weiß.. Das ist unvernünftig. Aber meine Mutter lebt mit im Haus, die weiß Bescheid (und ist sehr stolz auf mich)

    Eine Selbsthilfegruppe besuche ich nicht, ich komm vom Lande und hier sind solche Gruppen nicht Gang und Gebe, leider. Aber besuchen würde ich definitiv eine, ich hab durch das Gespräch gestern schon gemerkt, daß es sehr befreiend ist

    So der Abend ist fast geschafft. Es war kalt draußen, tat aber gut. Danach hab ich mir meinen Salat zubereitet und war vorher noch bei einem guten Freund, mit einer Tasse Tee in der Hand.

    Ich bin froh, daß keine dummen Kommentare kommen. Er hat mir anstandslos Wasser aufgekocht, obwohl er mich auch eher trinkfreudig kennt. Es tat schon gut. Auch das darüber reden.

    Ich finde, wenn man selber ausspricht, was grad passiert in einem, was man verändern möchte und warum, dann gibt es dem Ziel noch mal eine dicke Markierung

    Vielen Dank für all eure lieben Zusprüche. Ich bin jetzt daheim, Feierabend. Tatsächlich hatte ich wieder kurz den Moment.. Ach wenn du eben eins trinkst.. Aber ich möchte nicht. Denn das ist ja keine Lösung, es ist eine Qual, die sich dadurch verlängert und besser wird es nicht. Soviel weiß ich mittlerweile.

    Ich sitz nun da und trinke eine eiskalte Cola. Hab ja auch gemerkt, daß ich bei normalen Durst mehr Lust habe auf Alkohol.

    Kochen kann ich immer und jederzeit, ich liebe es, neue Sachen zu probieren und zu experimentieren 😌

    Hinsetzen und lesen wäre für mich eher nur ein hinsetzen und grübeln.

    Hallo Mausezahn gratuliere zu deinem Entschluss kein Bier mehr zu trinken.

    Du kennst es ja schon, dass ein nüchternes Leben schön ist. Ein klarer Kopf und diese wunderbare Freiheit.

    Wünsche dir jedenfalls viel Erfolg 👍

    Lieben Dank. Aktuell bin ich grad auf Arbeit und hatte zwischendurch wieder so Momente, wo ich dachte.. "hurra, bald Wochenende" und dann kam dieses Zwicken.. "Wochenende ohne Alkohol.."

    Ich hab mir heute vorgenommen, ein Stück zu laufen nach Feierabend und danach zu kochen.

    Es ist schlimm, wenn man sämtliche Dinge mit dem verdammten Gift assoziiert, ich hab das Gefühl, beim ersten Mal war es einfacher X/

    Guten Morgen ihr Lieben.. Ich bin weiblich, 42 und trinke regelmäßig wieder seit September 2023.. Davor hatte ich eine Pause von einem dreiviertel Jahr und hab dann eher aus Langeweile wieder angefangen.

    Zu meinem Konsum: ich hab zum Schluß in der Woche Abends zwei Bier getrunken, manchmal drei. Und an den Wochenenden wurden es täglich schon mal bis zu 6.

    Ich trinke jetzt den zweiten Tag schon nicht mehr, körperliche Beschwerden habe ich keine, auch wenn ich natürlich weiß, das ein kalter Entzug nicht harmlos ist.

    Meine Beweggründe sind eigentlich einfach.. Ich hasse diese Scham, betrunken was blödes gesagt zu haben, werde oft sehr emotional und oft auch ungerecht.

    Am Tag danach natürlich Ängste, Scham und vor allem jede Nacht dieses Wachliegen und wissen, daß etwas gerade aus dem Ruder läuft.

    Bei mir war es nur Bier, nie was anderes. Und ich hasse es langsam. Ich bewundere euch. Ihr wirkt alle so zufrieden und ich möchte gerne auch wieder diese Zustand erreichen und bin tatsächlich auch an dem Punkt, wo ich weiß, Trinkpausen machen die Situation schlimmer. Man glaubt, ach eins geht doch.. Aber meiner eigenen Erfahrung nach wird es nach jeder Pause schlimmer. Ich möchte es nicht mehr.

    Das Einzige, was mir Angst macht ist, daß ich aktuell das Gefühl habe, ohne das Bier zum Kochen, zum Putzen etc macht nichts mehr Spaß. Ich hab ein dreiviertel Jahr ausgehalten und fand es gut. Und nun steh ich erneut da und kann kaum glauben, daß es wirklich so war.

    Ich trinke eigentlich weder aus Streß noch aus Druck. Es ist bei mir tatsächlich eher so ein "Mir ist langweilig, ach wieso kein Bier jetzt.."

    Alles sehr verwirrend grad für mich. Ich hoffe, ich hab nichts vergessen zu erwähnen.

    Ach so, ich hab einen Job und ansonsten ein recht angenehmes Leben.