Beiträge von Paul

    Genau wie Sparkassen_Helga beschreibt ... jeder soll sein Ding machen, seinen Weg finden.

    Einer mag Medaillen, einer mag seine Gesundheit verbessern, sein Aussehen, nur für sich allein, ein Anderer benötigt Publikum, Sozialmedia ... Anerkennung.

    Schlagwörter wie Selbstoptimierung, Achstsamkeit etc. machen die Runde, auch Suchtverlagerung, woran man sich halten solle oder lieber nicht, ohne es jemals richtig zu erklären, ohne dass sich jeder Einzelne damit identifizieren kann.

    Wenn der Mensch den Vergleich (mit anderen Menschen) liebt, weil es Glückshormone ausschüttet, sei es ihm gegönnt. Einer hat Gefallen am Marathon, ein Anderer am gemütlichen Wandern, Schach spielen ... egal was ihn befriedigt, Hauptsache es macht ihm Freude, Hauptsache er ist glücklich oder zumindest ein bisschen.

    Vielleicht sollte ich mir das Studio doch mal anschauen.

    Unbedingt! Vielleicht auch zwei, drei Probetrainigs durchführen.

    Bewegung hat noch niemanden geschadet ^^ und wenn es auch noch Spaß macht = doppelt schön. Ich entdeckte mein Fahrrad wieder und tastete mich immer weiter an größere Strecken, auch vernachlässigte ich nicht div. Dehn-, Streck- und Lockerungsübungen. Nie wollte ich wie George Clooney aussehen, eher wie Julia Roberts ^^ ^^

    Man kann soooo viel machen, auch zu Haus, Gymnastik, Calanetics, Thai Chi, auch "Pumpen", wenn's Freude bereitet, Tanzen, sich mal ins Schwimmbad bequemen u.v.a.m.

    Manchmal ... aber nur manchmal triggern mich bestimmte Reize. In meiner ersten Abstinenzzeit war ich ein regelrechter Triggerphobiker, nicht dass mich nicht nur vieles tiggerte, mich tiggerte schon die Furcht, dass mich etwas triggern könnte.

    Erst mit der Zeit wurde ich gelassener, nachsichtiger, vor allem mit mir, die Angst (vor'm Rückfall) wich, dem sich langsam bildenden Bewusstsein, dass ich es kann ... ähnlich einem gerade laufenlernenden Kind, welches durch stetiges Üben Sicherheit erlang.

    Auch ich, sagte mir anfangs, mantraartig "nie wieder", sich bloß von allem fernhalten, nicht hinsehen, nicht daran denken - das half!

    Langsam wich die Angst, keine Stresshormone wurden mehr ausgeschüttet, beim Anblick von Alkoholika in Flaschen oder Gläsern, keine Unruhe befiel mich, sah ich, fröhlich sich zupostende Menschen in Filmen, Gasstätten oder Grillpartys. Auch der Geruch, wenn ich mich denn mal so nahe an Bier, Wein & Co. heranwagte, löste in mir eher Befremdlichkeit, auch Wider (widerliche Gefühle) aus.

    Ähnlich dem laufenlernenden Kind, lernte damit umzugehen und verlor meine Angst ... mit der Zeit. Manch einer benötigt dazu nur ein paar Wochen, ein anderer Monate, Jahre oder ein Leben lang.

    Immer wieder, auch heute noch, rufe ich mir die Vor- und Nachteile von Alkoholgenuss vor Augen. Bei den Nachteilen fällt mit verdammt viel ein, bei den Vorteilen, ehrlich gesagt, gar nichts.

    ... Statt dessen winselt man nur wieder rum, dass es doch nicht hätte sein müssen und das übliche Programm Schuldgefühle und Selbstentwertung.

    Mit genau diesem Bewusstsein/Wissen tastete ich mich immer weiter voran, gedanklich =:es spielt keine Rolle, ob ich trinke oder nicht, die Welt bleibt wie sie ist, nur mir geht's immer besch...eidener und ganz nebenbei, stresse ich meinen Organismus, schade ihm sogar und das wissentlich = wie blöd muss ich eigentlich sein, dass ich das immer wieder tue (tat)?

    Ich wusste, die Erinnerungen verblassen mit der Zeit und Ungeduld ist eher ein schlechter Ratgeber.

    300 Tage habe ich letzte Woche geknackt.

    Hallo Loner,

    dann bist doch schon "über'n Berg", dein Körper kommt wunderbar zurecht, bestimmt merklich besser, nun alkohol-/giftfrei. Nur der Kopf, die Erinnerungen ... schwelgen an vermeindlich angenehmen Erinnerungen.

    War das denn immer wirklich so toll, mit 'nem Rotwein Abends am Rechner oder einem, eher minderwertigen, Glühwein auf'm Weihnachtsmarkt? Oder war es nur der Glaube, der Wunsch, dass es so sei? Warst du nach einem Schluck Alkohol zufriedener oder nach drei ... vier Schlucken nur betäubter/benebelter/gleichgültiger und ging es dir deshalb besser?

    Was ändert sich beim "Genuss" von Alkohol? Ändert sich überhaupt etwas ... gänzlich? Ausser, dass man Anfangs etwas euphorischer ist und dann zunehmender müde wird?

    Hallo Nobs,

    ich glaube auch, du meinst Bighara.

    Als ich bei einer Reha-Massnahme war, auch kein Entzug, hatte ich natürlich eine Erwartungshaltung, ich wusste zwar nicht was ich erwartete, doch ich war dermaßen unterfordert, unterbeschäftigt, auch gelangweilt, dass ich es nur schwer ertragen konnte ... Ruhe, Alleinsein = beschäftigungslos, musste ich erst lernen, in einer völlig fremden Umgebung mit arg begrenzten Mittel, fiel mir das sehr schwer. Zum Glück gab es Bücher, also las ich, fast den gesamten Tag, die "Beschäftigungsprogramme" forderten mich eher wenig, zumal man fast alles allein zu absolvieren hatte, auch das Klientel war für mich sehr gewöhnungsbedürftig. Vielleicht lag es auch daran, dass ich schon immer ein "ADHS-Kind" war und Beschäftigung brauche und sei es nur geistige (???). Mich auch mal auspowern muss.

    Was soll sich bis Woche 8 ändern wenn nichts da ist.

    Das fragte ich mich auch, als ich in einer ähnlichen Einrichtung war, zugegeben ich war schon immer ungeduldig.

    Du kannst doch nur aus dem etwas machen, was möglich ist ... vielleicht wirst du ja auch ein begnadeter Seidentuchmaler oder Tassentöpferer, endeckst die Fachbibliothek und bildest dich weiter, Meister im Treppensteigen oder begeisterte Gymnastik-Queen, nutzt permanent Sauna, Schwimmbad, Tischtennisplatte - falls vorhanden oder baust doch einen Helikopter zusammen.

    Hallo Nobs,

    das klingt ja alles sehr überschaubar ... wie kann man sich da beschäftigen, den ganzen Tag? Seine Freude zum Treppensteigen zu entdecken, kann ja nicht gerade das Ziel sein oder doch?

    Gibt es da wenigstens Bücher?

    ein Ort brauche um sicher zu sein.

    Verzeih' meine Offenheit, doch wenn ich (!) nur in Betracht ziehe, einen sicheren Ort (wo ich sicher bin, vor meinem Liebsten) zu benötigen ... allein die Vorstellung, wäre für mich ein Trennungsgrund, auf jedenfall ein Grund für eine eigene Wohnung, wo nur ich allein die Schlüsselgewalt habe!!!

    Der Film "Der Rausch" (Druk) ist stellenweise ganz schön heftig und für noch trinkende oder frisch abstinente wohl der eine oder andere Trigger zu viel, zeigt er jedoch sehr anschaulich, vor allem unverblümt, wie schnell man in die Sucht gerät und sich jeglicher (eigenen) Kritikfähigkeit beraubt, vor allem in der saufenden Gruppe.

    Hallo Alex,

    ich empfehle dir das Gleiche, wie dein Umfeld: eigene Wohnung suchen.

    Wenn dein Alkoholiker wirklich weg vom Alkohol kommen will, wird er das tun! Egal, wo du wohnst, denn er tut es für sich.

    Oje, was hat mich bis hierher geritten.

    Mehr wie "Oje" ... fällt mir da auch nicht ein, wenn ich deine Erzählung lese. Da kann man nur hoffen, dass es besser wird.

    Bin gespannt, wie und ob du dich einlebst. Wie sind deine Mitstreiter so drauf? Was tut man so mit dir, bzw. was darfst du/ihr dort tun? 👋

    Auch ich war vor kurzem auf einer Weihnachtsfeier, auch auf einem Markt.

    Jetzt schon ein paar Jahre trocken, macht mir die ganze Alkoholkosumiererei, um mich herum nichts mehr aus. Wird's zu heftig, also unangenehm, gehe ich oder erst gar nicht hin.

    In meiner frisch abstinenten Zeit war das völlig anders! Wie ansprechbar sind wir doch gerade auf optische Reize, kaum sah ich Alkohol, egal ob verschlossen im Supermarkt, trinkende Menschen in Filmen oder live trinkende Menschen (mit der Möglichkeit es auch zu tun), lösten bei mir eine Art Suchtdruck, ein Verlangen aus, es diesen Menschen gleich zu tun.

    Wie einfach sind wir doch gestrickt, was für Gewohnheitstiere sind auch wir, nicht anders wie jedes andere Lebewesen, wir sehen Futter (Lebensmittel), welches uns schmeckt und sofort denken wir an Essen, sehen Alkohol und sofort denken wir, das will ich auch, das ist angenehm, das macht Freude, das schmeckt, das haben wir so gelernt, meist schon in der Kindheit, das gehört zu unserer Kultur, das machen alle ... schau wie fröhlich sie dabei sind, das kann nicht schlecht sein.

    = darauf wurden wir trainiert, trainierten es uns selbst an! Ähnlich dem Pawlowschen Hund.

    Sich dieses Verhalten, diese Gedanken wieder abzugewöhnen, das dauert ... Wochen ... Monate und gelingt wohl nie zur Gänze, zu tief sind die Erinnerungen in unserem Gehirn eingebrannt. Ohne festen Willen/Glauben und einer stoischen Konsequenz, wird das auch selten gelingen ... dieses Vergessen, diese Verknüpfung Alkohol = positiv.

    Im ersten Jahr mied ich so ziemlich (fast) alles, was irgendwie mit Alkohol zu tun hatte, incl. jegliche Feiern - ja, ich war schwach, ja, ich war sehr leicht zu beeinflussen.

    Die Konfrontation, dem Alkohol mit einer gewissen Gleichgültigkeit zu begegnen, wagte ich erst nach ca. einem Jahr ... Stück für Stück wagte ich mich voran und gaaanz langsam gelang die Entwöhnung, auch die (Sucht-)Gedanken aus dem Kopf zu bekommen.

    "Geschmeckt" hatten mir alkohlische Getränke eh nur wegen der Wirkung, über die Jahre hatte ich mir dann einfach eingeredet, dass ich den Geschmack auch mag.

    Besser hätte ich es auch nicht schreiben können!

    Nach zwei ... drei Einheiten seiner Lieblingsalkoholika ist der Geschmack sowieso weitestgehend lahmgelegt. Auch ich kann diesen sogenannten Alternativen nichts abgewinnen, eher das Gegenteil ist der Fall, sie schmecken mir einfach nicht, vielleicht bin ich auch nicht in der Lage, mir einzureden, dass sie schmecken könnten - warum auch?

    Ich habe mich damals nicht an einem „Nie wieder“ orientiert, sondern an „Heute trinke ich nicht“. Mir hat das tatsächlich geholfen.

    Genau so ging's mir auch! Die SHG, welche ich besuchte, propagierte auch ständig dieses "nie wieder" ... mantraartig, das war definitiv nichts für mich.

    Ich appellierte an meine Vernunft, an mein Wissen, meine Erfahrung ... wenn ich 2...3 Tage ohne Alk auskommen kann, schaffe ich auch eine Woche, sogar zwei - ich brauchte den Aha-Effekt, dass ich es kann.

    Sogar ganz alleine !
    Was habt ihr anstelle des Alkohols ( in dem Moment ja das Bier, Wein 🍷 etc. ) anders gemacht ?

    Hallo ,

    auch ich trank in den ersten Tagen ... Wochen recht viel Tee, Wasser, besonders am beginnenden Abend, genau zu dem Zeitpunkt wo ich immer mit dem Bier anfing = langsam gewöhnte sich mein Körper, besonders mein Gehirn daran, dass kein Alkohol mehr kam.

    Zugegeben, das passiert nicht von heute auf morgen ... immer wieder ploppte der Gedanke an Bier oder etwas Alkoholisches auf - da half nur stur weiter Tee oder Wasser in sich hineinzuschütten, so hart wie's klingt, das muss man aushalten und sich daran gewöhnen und das braucht Zeit!!!

    Beschäftige dich! Fernsehgucken, Aufräumen, Socken stopfen, Sport/Bewegung, einem Hobby nachgehen ... egal was, Hauptsache du bist beschäftigt, dein Gehirn hat etwas zu tun und kommt nicht auf die Idee, jetzt ein Bier oder 🍷zu trinken.

    Auch entzog ich ohne jegliche Hilfe, ich glaubte an mich, nach zwei ... drei Tagen hatte ich mir bewiesen, dass es geht. Auch ich schleppte mich am Anfang von Tag zu Tag, dann von Woche zu Woche, doch dann wurde es immer leichter.

    An "nie wieder" verschwendete ich keinen Gedanken, heute nicht und maximal morgen nicht trinken, genügte mir völlig. Warum sollte ich mich zusätzlich unter Druck setzen?

    Keinen Alkohol mehr trinken, das war mein Ziel und da ist Stress, vor allem ihn sich selbst machen, kein guter Begleiter.

    Pause machen ist eine Sache für sich. Ich bin berufstätig und habe nur begrenzte Urlaubstage. Oft Krankheitstage haben wird in der Firma beobachtet. Also wie mache ich da denn die nötigen Pausen?

    Verzeih' meine Offenheit, doch du kannst nicht immer mehr oder Zusätzliches leisten ohne irgendwo Abstriche zu machen, zu machen müssen, außer du bist Mrs. Universum oder Superwoman oder gar ein Zauberer.

    Das klingt jetzt wie Klugscheisserei, bleibt aber doch wahr. Auch der Körper, die Biologie hat seine/ihre Grenzen und vernächlässigst du sie, ist es doch nur logisch, dass irgendwann, irgendetwas nicht mehr funktioniert oder kaputt geht.

    Grenzenloses Wachstum, grenzenlose Leistung, Wohlstand, Profit, Freude wird doch immer eine Illusion, eine Verdrängung der Wirklichkeit bleiben ... irgendwas, irgendwer leidet immer - egal wo!

    Wenn du immer bis zum Anschlag arbeitest, ob in der Firma oder privat, kann dich das zwar befriedigen, doch den Verschleiß bemerkt man doch! Auch was einem gut tut.