Auch ich war vor kurzem auf einer Weihnachtsfeier, auch auf einem Markt.
Jetzt schon ein paar Jahre trocken, macht mir die ganze Alkoholkosumiererei, um mich herum nichts mehr aus. Wird's zu heftig, also unangenehm, gehe ich oder erst gar nicht hin.
In meiner frisch abstinenten Zeit war das völlig anders! Wie ansprechbar sind wir doch gerade auf optische Reize, kaum sah ich Alkohol, egal ob verschlossen im Supermarkt, trinkende Menschen in Filmen oder live trinkende Menschen (mit der Möglichkeit es auch zu tun), lösten bei mir eine Art Suchtdruck, ein Verlangen aus, es diesen Menschen gleich zu tun.
Wie einfach sind wir doch gestrickt, was für Gewohnheitstiere sind auch wir, nicht anders wie jedes andere Lebewesen, wir sehen Futter (Lebensmittel), welches uns schmeckt und sofort denken wir an Essen, sehen Alkohol und sofort denken wir, das will ich auch, das ist angenehm, das macht Freude, das schmeckt, das haben wir so gelernt, meist schon in der Kindheit, das gehört zu unserer Kultur, das machen alle ... schau wie fröhlich sie dabei sind, das kann nicht schlecht sein.
= darauf wurden wir trainiert, trainierten es uns selbst an! Ähnlich dem Pawlowschen Hund.
Sich dieses Verhalten, diese Gedanken wieder abzugewöhnen, das dauert ... Wochen ... Monate und gelingt wohl nie zur Gänze, zu tief sind die Erinnerungen in unserem Gehirn eingebrannt. Ohne festen Willen/Glauben und einer stoischen Konsequenz, wird das auch selten gelingen ... dieses Vergessen, diese Verknüpfung Alkohol = positiv.
Im ersten Jahr mied ich so ziemlich (fast) alles, was irgendwie mit Alkohol zu tun hatte, incl. jegliche Feiern - ja, ich war schwach, ja, ich war sehr leicht zu beeinflussen.
Die Konfrontation, dem Alkohol mit einer gewissen Gleichgültigkeit zu begegnen, wagte ich erst nach ca. einem Jahr ... Stück für Stück wagte ich mich voran und gaaanz langsam gelang die Entwöhnung, auch die (Sucht-)Gedanken aus dem Kopf zu bekommen.