Manchmal ... aber nur manchmal triggern mich bestimmte Reize. In meiner ersten Abstinenzzeit war ich ein regelrechter Triggerphobiker, nicht dass mich nicht nur vieles tiggerte, mich tiggerte schon die Furcht, dass mich etwas triggern könnte.
Erst mit der Zeit wurde ich gelassener, nachsichtiger, vor allem mit mir, die Angst (vor'm Rückfall) wich, dem sich langsam bildenden Bewusstsein, dass ich es kann ... ähnlich einem gerade laufenlernenden Kind, welches durch stetiges Üben Sicherheit erlang.
Auch ich, sagte mir anfangs, mantraartig "nie wieder", sich bloß von allem fernhalten, nicht hinsehen, nicht daran denken - das half!
Langsam wich die Angst, keine Stresshormone wurden mehr ausgeschüttet, beim Anblick von Alkoholika in Flaschen oder Gläsern, keine Unruhe befiel mich, sah ich, fröhlich sich zupostende Menschen in Filmen, Gasstätten oder Grillpartys. Auch der Geruch, wenn ich mich denn mal so nahe an Bier, Wein & Co. heranwagte, löste in mir eher Befremdlichkeit, auch Wider (widerliche Gefühle) aus.
Ähnlich dem laufenlernenden Kind, lernte damit umzugehen und verlor meine Angst ... mit der Zeit. Manch einer benötigt dazu nur ein paar Wochen, ein anderer Monate, Jahre oder ein Leben lang.
Immer wieder, auch heute noch, rufe ich mir die Vor- und Nachteile von Alkoholgenuss vor Augen. Bei den Nachteilen fällt mit verdammt viel ein, bei den Vorteilen, ehrlich gesagt, gar nichts.