Beiträge von Paul

    Paddy erlebt!

    Z.Bsp. Trunkenheitsfahrt -> Führerscheinenzug -> Neuerteilung (d.h. nagelneuer Führenschein mit aktuellem Datum), da hat man gar keine Chance, irgendetwas verheimlichen zu wollen, gerade wenn man auf Arbeitssuche ist und der Führerschein relevant ist. Und wer will schon einen Ex-Trinker einstellen?

    Ja, wenn (!) der Führerschein nicht relevant ist oder wenn der Mensch edel, hilfreich und gut wäre.

    Im "0815-Leben" ist das sicher alles kein Problem, doch bei lebenswichtigen Sachen, wie bspw. der Lebenssicherung (Grunderwerb) kann das schon desaströs werden.

    Bewirb dich mal und beginne mit dem Satz, ich bin seit Zeit X trockener Alkoholiker.🥳

    Ich habe dazu mal eine Frage: Habt ihr bereits schlechte Erfahrungen nach einem "Outing" gehabt?

    Im Privatem nie!

    Liest/hört ein Arbeitgeber oder ein potentieller Kunde (Zuverlässigkeit) etwas von einer ehemaligen Alkoholproblematik, schon.

    Auch beim Arzt, Polizei oder bei Ämtern wird: "oh' sie waren einmal ein Trinker" nicht gerade von Beifall begleitet, egal wieviel Abstinenznachweise, Medizinisch-Psychologische-Untersuchungen du erfolgreich bestanden hast. Ähnlich der Aussage über psychologische Behandlungen, Einnahme von Antidepressiva, Rehamassnahmen u.ä. - der Makel bleibt.


    Binde ich den Leuten auf die Nase, dass ich alkoholabhängig bin und deswegen keinen Alkohol trinke? - Nein, dass ich alkoholabhängig war oder bin, ...

    Das ist doch die eigentliche "Gefahr", deshalb ist es oft besser, betimmte Dinge für sich zu behalten.

    Einmal Säufer immer Säufer, wer ein Mal lügt, dem glaubt man nie, so ist es auch beim Morden, Stehlen oder Fremdgehen u.v.a.m..

    Gleichzeitig wird die Moralkeule hochgehalten: "Du sollst ehrlich sein und darfst nichts verheimlichen".

    Wie gut das alles funktioniert, hat bestimmt schon jeder mitbekommen, egal wie viele "Kalendersprüche" rezitiert werden.

    So sind nun mal die Menschen. misstrauisch und selten vom "Guten" ausgehend, das lernen wird schon als Kinder, bekommen es vorgelebt.

    "Schuld" sind immer nur die Anderen, bis wir selbst zum "Schuldigen" wurden.

    Deshalb verstehen sich ja auch oft die Alkoholiker oder Ex-Alkoholiker ...

    Das er nun direkt drauf eingeht, hätte ich nicht erwartet.

    Ich finde, das ist eine sehr bemerkenswerte Geste. Herzlichen Glückwunsch!

    Hallo Mausezahn,

    nun hast du ja schon zwei Wochen alkoholfrei hinter dir ... und? Fühlst du dich besser, vielleicht auch ein bisschen stolz?

    Mir war bewusst, wer 14 Tage nicht trinken kann, kann es auch länger. Auf meinen ersten Monat freute ich mich, wie Bolle - ich kann es!

    Helga's Vergleich "Du darfst nicht lügen" ist sehr plausibel!

    Du musst aber auch nicht jedem alles erzählen. Warum auch?

    Du bist wie du jetzt bist. Was nützt es, wenn du Anderen "die Wahrheit" (was ist das überhaupt?) erzählst und sie es sowieso nicht verstehen/nachempfinden können?

    Menschen, oft mir bedenklichen Konsum, fangen meist an zu diskutieren, auch um sich ihren Konsum schönzureden, um möglicher Weise den Anderen zu verunglimpfen, damit man selbst besser dasteht.

    Nicht- oder Wenigkonsumenten, interessiert dein alter oder neuer (Nicht-)Konsum nur wenig bis gar nicht. Permanente, fanatische Abstinenzler, leider auch oft in der Ex-Alkoholikerszene zu finden, beginnen viel zu schnell mit div. Predigten. Will man das alles? ... sich in ewige Diskussionen verstricken, sich rechtfertigen vor Menschen, die es gar nichts angeht?

    Wenn auf ich das gleiche Geschecht stehe, viel zu viele Handtaschen kaufe, häufig masturbiere, lieber Fernsehsoaps als Dokumentationen sehe, niemals grüne Gummibärchen essen würde ... oder oder oder - wen geht das etwas an? Nur weil ich es nicht jedem erzähle, lüge ich dann?

    Viele Überpsycholgisieren auch, besonders die Unwissenden vermuten, unterstellen und urteilen viel zu schnell.

    Wenn du mit deinem, nun alkoholfreiem, Leben besser zurechtkommst, ist das gut so.

    Wenn ein Trinker mit seinem Leben zurechtkommt, ist das für mich jedenfalls, völlig in Ordnung.

    👋

    Alkoholikerin zu sein nagt ehrlich gesagt auch am Selbstbewusstsein. ...

    Habt ihr „drüber“ gestanden? Habt ihr es einfach in euch rein gefressen?

    Hallo Emily,

    ich stand bzw. stehe 'drüber!

    Seitdem ich nicht mehr saufe, bin ich auch kein Alkoholiker mehr. Sicher, wenn ..., dann ...

    Ich schäme mich auch in gewisser Weise, wie ich mich für viele Dinge schäme/schämte, die ich versemmelte. Doch das ist vergangen!

    Wie ich mich jetzt verhalte, was ich jetzt tue, das ist entscheidend.

    Früher war ich Alkoholiker, bestimmt auch oft ein Idiot, manchmal auch ein Rücksichtsloser. Bin ich es heut' noch?

    Viele sagen, Alkoholiker (Süchtiger) bleibt man ein Leben lang, nur ein Raucher, der aufhörte bleibt es nicht, ein Kiffer, Kokser, Spieler bleibt es auch nicht. Wo ist da die Logik?

    Wenn ein Abstinenzler wieder trink, kifft, kokst, spielt, wird er wieder zu dem, zur Suchtperson. Das ist logisch!

    Aber immer "den Kelch der Angst" hochhalten, immer sich als "Sünder"/Süchtiger bezeichnen zu sollen ... das kratzt doch am Selbstbewusstsein!!!

    Ich sage gern: 'ja ich hab' gesoffen und nicht zu wenig. Jetzt tu' ich es nicht mehr.' Das gibt mir Selbstbewusstsein, das hilft mir. Ich bin mein lebenlang krank und werde immer süchtig bleiben, ist da eher kontrapoduktiv.

    Denn ich bin jetzt/heute weder krank, noch abhängig. Und das ist die Wahrheit!

    Ich trank in der Anfangsabstinenzzeit Ummengen an Tee und andere alkoholfreie Getränke.

    Biertrinken, sicherlich auch Wein oder Schnaps, verband mein Körper/Hirn immer mit Flüssigkeitsaufnahme + der darauffolgenden langsamen Betäubung. Das war ich gewohnt, das kannte mein Körper, das erwartete (?) er.

    Vielleicht machte ich es meinem Körper leichter, in dem ich ihm nur die erwartete Betäubung vorenthielt, ihm jedoch die Flüssigkeitszufuhr nicht verweigerte, die ja auch eine gewisse Befriedigung beschert, ihn zumindest vortrefflich beschäftigt.

    Viele berichten davon, dass viel Trinken gerade in der Anfangszeit ihnen geholfen hat.

    Hat es bei mir so gut funktioniert, weil da etwas 'dran ist oder weil ich daran glaubte?

    Interessanterweise hatte sich in den 5 Monaten Abstinenz die Toleranzentwicklung scheinbar überhaupt nicht zurückentwickelt, wie man das von anderen Drogen ja kennt. Dachte 2 Bier oder so reichen dann wenigstens die erste Zeit. Aber nö, war bei mir nicht so. Diese Sucht scheint sich direkt unwiederbringlich einzubrennen im Gehirn.
    Tja und dann fing halt die Regelmäßigkeit direkt wieder an.

    Hallo Atreju,

    nach 1 Jahr alkoholfrei, verfiel ich ähnlichem Denken ... zwei, drei Bier, das wird schon.

    Nach ca. einer Woche war ich wieder auf dem gleichen Level. All meine (lieblosen) Reduzierungsveruche funktionierten auch nur zeitweise, zu groß war meine Gier, zu sehr redete ich mir ein, alles in Griff zu haben, alles sei ja nicht soooo schlimm. Die leeren Bierflaschen sagten etwas anderes!

    Nach dieser Trinkpause (1 Jahr) stieg sogar mein Konsum, vorher genügte ein Kasten Bier/Woche, dann kam ich mit zwei Kästen gerade so zu recht. Meine Alkoholtoleranz stieg stetig.

    Ich musste einsehen, alle hatten Recht: ich war nicht mehr in der Lage meinen Kosum wirklich zu regulieren!

    Und werde es wohl auch nicht mehr hinbekommen, dank der jahrelang antrainierten Alkoholtoleranz. Das tat weh. Lange haderte ich mit mir, bis ich einen neuen Versuch startetet.

    Diesmal war es für mich schwerer mit der Sauferei aufzuhören, es dauerte länger wie beim ersten Mal, den Gedanken "jetzt ein, zwei Bier" aus meinem Hirn zu bekommen. Nach ca. 3 ... 4 Wochen "beruhigte" ich mich langsam, ich mied auch alles (Alkregale im Supermarkt, Tankstellen, sah sogar beim TV-Sehen bei Trinkszenen weg), alles was irgendwie mit Alkohol, besonders mit Bier zu tun hatte.

    Gaaanz langsam löste sich dann der Wunsch, trinken zu wollen auf. Ich trank in der Anfangsabstinenzzeit Ummengen an Tee und anderen alkoholfreien Getränken.

    Alkoholfreies Bier (Erinnerung!) wäre da keine gute Idee gewesen.

    Zu "Alkohol News", aktuellen Nachrichten, "Neuigkeiten":

    Die sogenannten "News" sind doch seit Jahrzehnten bekannt: Alkohol ist nicht gerade gesundheitsförderlich, verursacht div. perönliches Leid, immense Kosten im Gesundheitsbereich, begünstgt div. Krankheiten, nicht nur Krebs, hat ebenfalls erhebliche Auswirkungen auf die Wirtschaft (Ausfallzeiten) und (!) man kann jede Menge Profit damit erwirtschaften.

    Wenn mir alle negativen Wirkungen bewusst sind, warum sollte ich dann überhaupt Alkohol trinken, wenn ich keinen Vorteil (Profit) habe?

    Ob es im Bahnbistro nun gezapftes oder nur Flaschenbier gibt, die Regierung ein Werbeverbot verhängt oder nicht ...

    Wenn ich weiß, es lernte (Bewusstsein), dass nicht nur Alkohol, Nikotin, zuviel zuckerhaltige Nahrungsmittel etc.pp. meine Gesundheit, mein Leben erheblich beeinträchtigen können und es auch tun, dann verhalte ich mich doch dementsprechend. Oder?

    Wenn ich der Meinung bin, dass übermässiges Trinken ein Kulturgut sei und endlose Diskussionen über Verbote etc. zum Erfolg führen, dann muss wohl am Bewusstsein noch etwas gebastelt werden.

    Anstatt das zu tun, wird ewig lange diskutiert, obwohl die Fakten alle (!) bekannt sind.

    Liegt da nicht das Problem?

    Viele behaupten, die Prävention an Schulen etc. würde ausreichend sein, andere loben den Rückgang von verkauften Alkoholika im Jahr u.s.w. ... alles Erfolge!:thumbup:

    Doch sind weder die Suchtkliniken leerer, noch die Alkoholkranken nehmen ab. Wer das nicht glaubt, möge bitte Ärzte, Rettungsperonal oder die Polizei befragen, was sich da in den letzten Jahrzehnten veränderte.

    Selbstverständlich benötigt eine Bewusstseinveränderung Zeit, nicht nur Wochen oder Monate, das sehe/sah ich ja an mir.

    Selbstverständlich beeinflusst Propaganda (Werbung) die Massen, je unwissender, leichtgläubiger desto einfacher!

    Cannabis war halt wichtiger ;)

    Manche finden Freude/Erfüllung beim Tortenverzehr, beim "Zocken" div. Videospiele, haben Glücksgefühle beim Erwerb div. Dinge (Kauf- oder ebay-Ersteigerung-Rausch), Crack und Co. erzeugen ähnliche Gefühle.

    All das erlernten wir, trainierten uns an, weil's so schön einfach erscheint! Und auch ist. Und bemerken gar nicht, dass wir immer einsamer, isolierter werden ... auch etwas komisch im Hirn.😉

    Rotweinsoße, akloholfreies Bier, selbst bestimmte Geschmäcker oder auch nur Gedanken triggern den einen oder anderen, erzeugen vielleicht sogar Suchtdruck oder ein Verlangen.

    Da liegt doch der Verdacht nahe, das es nicht der Stoff Alkohol ist, die 0,1 Volumenprozente (!), wenn überhaupt vohanden, sondern unsere Gedanken.


    Nach meinen eigenen Erfahrungen mit dem Thema „Achtsamkeit“ denke ich, dass Achtsamkeit noch weiter geht als das, was wir in unserem Zusammenhang als „Selbstfürsorge“ oder „Trockenarbeit“ bezeichnen. Teilweise mag das Hand in Hand gehen, aber „Achtsamkeit“ bedeutet für mich noch etwas anderes. ...

    Diese mittlerweile, fast schon inflationär, propagierte Achtsamkeit oder Selbstfürsorge wabert mittlerweile durch fast alle Bereiche, sei es in der Psychologie oder in der Politik, Coaches, sogenannte Mentaltrainer benutzen es besonders gern ... kaum einer weiß so recht, was damit gemeint ist bzw. jeder versteht etwas anderes darunter.

    Früher, zumindest in den nicht bildungsfernen Schichten, dominierte das Wort Bewusstsein.

    Also Wissen und wenn möglich, daraus resultierendes Handeln. Wissen muss ich mir aneignen und ich muss dazu auch in der Lage sein.

    In unserer mittlerweile "Wischi-waschi-alle-haben-sich-lieb-Welt", bloß jegliche Konfrontation vermeiden wollend - weil wir sind ja alle so tolerant, basisdemokratisch und offen für Minderheiten, fällt es oft schwer nicht anzuecken, mit diesem Bewusstsein, eine Meinung vertreten, die auf Wissen und Fakten basiert.

    Aus "gib acht, sei achtsam", bemerke, denke, verstehe und handle dann, wurde Achtsamkeit und Selbstfürsorge, Selbsterkenntis, Selbstachtsamkeit, Selbst...

    Wenn mir das Wissen fehlt, die Grundlage jeglichen "vernunftbegabten" Handelns, wenn ich weder Zusammenhänge erkenne, noch dazu in der Lage bin, solche (überhaupt!) zu bemerken, kann ich mich noch so sehr in Achtsamkeit üben oder in Selbstfürsorge verweilen ... - verstehe ich es dann besser?

    Wirklich?

    Jedenfalls hat sich die Gesundheit in der Zeit verbessert, ...

    Vereinfacht gesagt, du fühltest/fühlst dich wohler.

    Wehmut oder auch Traurigkeit ... wer kennt das nìcht, erinnert man sich an all die angenehemen Momente der Vergangenheit?

    Oft, aber nicht immer, war vielleicht auch Alkohol im Spiel. Man fühlte sich einfach wohl und entspannter!

    Weil man eben mit angenehmen Menschen zusammen war (z.Bsp. mit einer neuen Liebe oder einer vertrauten, angenehmen Person) oder Neues, Begeisterndes erlebte.

    Wie viele Momente davon waren alkoholfrei oder nur unbedeutend, kaum merklich ganz leicht, wirkungsfrei (!) alkoholisiert?.

    Bei mir waren es über 90%, alle im Rausch erlebten Situationen, waren im Moment vielleicht schön, doch im Nachhinein eher sehr fragwürdig bis peinlich.

    Bei mir hat es lange gedauert, bis ich begriff, ich "liebte" die Betäubung, erst die ganz leichte, euphorische, dann, als es immer mehr wurde, blieb die Euphorie aus, was blieb, war das sanfte Entschwinden aus der Realität.

    Sind Alkoholiker oder alle Süchtigen Wirklichkeitsverdränger? Anstatt sich einer Situation zu stellen, entschwinden sie viel lieber?

    Die Frage nach dem Warum ist wirklich eine wichtige und erhebliche Frage. Ich habe da ehrlich gesagt noch gar nicht genauer drüber nachgedacht. Jetzt wo es hier Thema ist, und Pauls Gedankenanstöße, tja. Ist Alkoholsucht ne Krankheit auf die man keinen willentlichen Einfluss hat? Ist es Leichtsinn? Dummheit oder Willensschwäche. Oder einfach die Sucht mit ihren Tücken? Ich denke, dass ist ein wichtiges Thema hier im Forum.

    Hallo Emily,

    warum hörtest du auf mit der Trinkerei?

    Doch erst als du dich unwohl fühltest. (Annahme!) ... als die Nachteile derart offensichtlich wurden, dass man sie nicht mehr verheimlichen konnte, besonders vor sich selbst.

    Fühlst du dich nun wohler, fit'ter, attraktiver (Weinbauch), gesünder, agiler?

    Hattest du da einen willentlichen Einfluss? Hatte es etwas mit Willen (aufzuhören) zu tun? Mit Bewusstsein?

    Hallo Bassmann-neu ,

    ein Narrativ (eine Erzählung), dass ich unheilbar krank bin?

    Diese "unheilbare Krankheit" bleibt doch nur so lange bestehen, so lange ich mir diesen Stoff zuführe. Vereinfacht gesagt sind es Vergiftungserscheinungen, die nicht nur Organe (incl. Gehirn) schädigen, sondern auch mein Denken, meine Wahrnehmung, meine Gefühlswelt verändern.