Beiträge von Paul

    Das Leben kann einem schon hart treffen, da ist eine zumindest zeitweise, Realitätsflucht schon irgendwie legitim(?) - verständlich.

    Genau das muss doch jeder selbst entscheiden!!!

    Wenn er es für "legitim"/ für angemessen hält seinen Körper zu schaden und das tut er, soll er das tun.

    Viele denken doch erst um, wenn sie ernsthaften Schaden nehmen, wenn er droht dauerhaft zu werden oder zu bleiben.

    Jeder darf sich selbst schaden, sogar sein Leben beenden, das ist nun wirklich legitim (de jure, amtlich, erlaubt), doch darf er damit auch andere belästigen? Und damit meine ich nicht nur die Krankenkassen.

    Wenn ich bewusst, wissentlich, mit voller Absicht eine Krankheit hervorrufe, z.Bsp. alkoholbedingte Fettleber, Raucherlunge, meinetwegen auch Übergewicht (durch zuviel/"falsches" Essen) ist es dann mein Recht (legitim), das Andere dafür aufkommen?

    Jede Krankheit, welche ich wieder besseren Wissens, verursache ... soll diese genau so behandelt (im Sinne von Verständnis, Mitgefühl) werden?

    Ist es also verständlich, nur weil das Leben gerade mal hart ist, zumindest zeitweise ... ???

    Da läuft doch in der Argumentation etwas völlig aus dem Ruder!

    Solche Aussagen sind doch höchst gefährlich, nicht nur für die eigene Gesundheit.


    Mittlerweile hab ich schonmal mehr als 200 Stunden ohne Alk. geschafft.

    💐

    Auch bemerkte eine deutlicher Verbesserung, nicht nur meiner psychischen, sondern auch meiner physischen Fähigkeiten - ich war einfach fit'ter!

    Auch im Kopf und das wiederum, ließ mich aktiver, neugieriger, nicht mehr so faul werden, das wiederum ließ mich besser schlafen, mein Körper erholte sich sichtlich/merklich. Darm, Leber und Co. mussten nicht mehr so viel schuften und das merkte ich. Ich wurde nicht schlagartig zum Adonis oder zum Supersportler, doch strahlte ich mehr Lebensfreude aus, weil mein Körper sich eben so wohl fühlte.

    Ich benötigte dazu einige Wochen/Monate, um überhaupt etwas zu bemerken! Erstens war ich schon älter (da braucht der Körper viel länger, um sich zu regenerieren) und ich soff, besonders die letzten zwei Jahre richtig (!) viel.

    Mich wunderts immer wieder, dass ich überhaupt vom Alk. loskam. Schließlich war ich die letzen zwei Jahre meines Trinkerdaseins, täglich (!!!) dauerbesoffen, ich funktionierte, doch nüchtern war ich nie!

    Verzeiht, doch diese Art von "news", regen doch niemanden zum Nachedenken an, erzeugen maximal ein gelangweiltes Gähnen!

    Jeder hat im Freundes-, Bekanntenkeis oder in der Familie, Menschen mit fragwürdigem Alkohlkonsum - das wissen, bemerken doch selbst die nicht so hellen Köpfe.

    Baut man damit wirklich ein Bewusstsein, ein Umdenken auf?

    Erbärmlicher Trinker ... das wahr ich bestimmt!

    Erbarmen ... bedauern, mitfühlen, Anteil nehmen, Verständnis zeigen ... auch das widerfuhr mir recht selten, als ich noch trank.

    Viel zu schnell wurde geurteilt, verurteilt, auch von einigen (wenigen) Ärzten.

    Heute verstehe ich es als Schutzreaktion (vom Gegenüber), meist wohl um sich selbst nicht hinterfragen zu müssen, zu groß ist die eigene Scham. Kaum einer will sich mit dem Thema ernsthaft befassen, zu schnell wird "verniedlicht", heruntergespielt, kleingeredet.

    Auch einige Bekannte, moderate Hobby-Trinker, vermeiden dieses Thema "etwa zu viel Alkohol?" am liebsten gänzlich, man merkt, es ist ihnen unangenehm.

    Die Wenigsten interessiert dieses Thema, denn die trinken ja nie zu viel ... das bisschen Bier oder Wein ist doch normal. Die Realität sieht oft anders aus. Sie verhalten sich oft so, wie ich es tat, als ich noch trank. Abwiegeln, schönreden oder todschweigen.

    So sind die Menschen! Wer andere trifft, kann sich freuen.

    Solange Aklohol noch diesen gesellschaftlichen Stellenwert hat oder ein Alkoholiker, wird sich da wohl kaum etwas ändern. Auch viele Politiker machen es vor, niemand will eventuell stimatisiert oder gar angreifbar werden.

    Jede menschliche Schwäche wird doch von der Umwelt genutzt, um den persönlichen Vorteil abzugreifen.

    Leider ist's so! Oder man möchte möglichen Schaden abwenden, denn man (Entscheidungsträger) meint es ja nur gut.

    Sie waren ein (!) Mal in psycharischer Behandlung, machten vielleicht eine Suchttherapie oder besuchten nur die Suchtberatung.

    Da gebe ich Helga völlig recht, zu schnell bekommt man einen Stempel aufgedrückt, ein Stigma verpasst, was man nie wieder losbekommt.

    Egal ob Sucht, Krankheit oder nur üble Nachrede.

    Paddy erlebt!

    Z.Bsp. Trunkenheitsfahrt -> Führerscheinenzug -> Neuerteilung (d.h. nagelneuer Führenschein mit aktuellem Datum), da hat man gar keine Chance, irgendetwas verheimlichen zu wollen, gerade wenn man auf Arbeitssuche ist und der Führerschein relevant ist. Und wer will schon einen Ex-Trinker einstellen?

    Ja, wenn (!) der Führerschein nicht relevant ist oder wenn der Mensch edel, hilfreich und gut wäre.

    Im "0815-Leben" ist das sicher alles kein Problem, doch bei lebenswichtigen Sachen, wie bspw. der Lebenssicherung (Grunderwerb) kann das schon desaströs werden.

    Bewirb dich mal und beginne mit dem Satz, ich bin seit Zeit X trockener Alkoholiker.🥳

    Ich habe dazu mal eine Frage: Habt ihr bereits schlechte Erfahrungen nach einem "Outing" gehabt?

    Im Privatem nie!

    Liest/hört ein Arbeitgeber oder ein potentieller Kunde (Zuverlässigkeit) etwas von einer ehemaligen Alkoholproblematik, schon.

    Auch beim Arzt, Polizei oder bei Ämtern wird: "oh' sie waren einmal ein Trinker" nicht gerade von Beifall begleitet, egal wieviel Abstinenznachweise, Medizinisch-Psychologische-Untersuchungen du erfolgreich bestanden hast. Ähnlich der Aussage über psychologische Behandlungen, Einnahme von Antidepressiva, Rehamassnahmen u.ä. - der Makel bleibt.


    Binde ich den Leuten auf die Nase, dass ich alkoholabhängig bin und deswegen keinen Alkohol trinke? - Nein, dass ich alkoholabhängig war oder bin, ...

    Das ist doch die eigentliche "Gefahr", deshalb ist es oft besser, betimmte Dinge für sich zu behalten.

    Einmal Säufer immer Säufer, wer ein Mal lügt, dem glaubt man nie, so ist es auch beim Morden, Stehlen oder Fremdgehen u.v.a.m..

    Gleichzeitig wird die Moralkeule hochgehalten: "Du sollst ehrlich sein und darfst nichts verheimlichen".

    Wie gut das alles funktioniert, hat bestimmt schon jeder mitbekommen, egal wie viele "Kalendersprüche" rezitiert werden.

    So sind nun mal die Menschen. misstrauisch und selten vom "Guten" ausgehend, das lernen wird schon als Kinder, bekommen es vorgelebt.

    "Schuld" sind immer nur die Anderen, bis wir selbst zum "Schuldigen" wurden.

    Deshalb verstehen sich ja auch oft die Alkoholiker oder Ex-Alkoholiker ...

    Das er nun direkt drauf eingeht, hätte ich nicht erwartet.

    Ich finde, das ist eine sehr bemerkenswerte Geste. Herzlichen Glückwunsch!

    Hallo Mausezahn,

    nun hast du ja schon zwei Wochen alkoholfrei hinter dir ... und? Fühlst du dich besser, vielleicht auch ein bisschen stolz?

    Mir war bewusst, wer 14 Tage nicht trinken kann, kann es auch länger. Auf meinen ersten Monat freute ich mich, wie Bolle - ich kann es!

    Helga's Vergleich "Du darfst nicht lügen" ist sehr plausibel!

    Du musst aber auch nicht jedem alles erzählen. Warum auch?

    Du bist wie du jetzt bist. Was nützt es, wenn du Anderen "die Wahrheit" (was ist das überhaupt?) erzählst und sie es sowieso nicht verstehen/nachempfinden können?

    Menschen, oft mir bedenklichen Konsum, fangen meist an zu diskutieren, auch um sich ihren Konsum schönzureden, um möglicher Weise den Anderen zu verunglimpfen, damit man selbst besser dasteht.

    Nicht- oder Wenigkonsumenten, interessiert dein alter oder neuer (Nicht-)Konsum nur wenig bis gar nicht. Permanente, fanatische Abstinenzler, leider auch oft in der Ex-Alkoholikerszene zu finden, beginnen viel zu schnell mit div. Predigten. Will man das alles? ... sich in ewige Diskussionen verstricken, sich rechtfertigen vor Menschen, die es gar nichts angeht?

    Wenn auf ich das gleiche Geschecht stehe, viel zu viele Handtaschen kaufe, häufig masturbiere, lieber Fernsehsoaps als Dokumentationen sehe, niemals grüne Gummibärchen essen würde ... oder oder oder - wen geht das etwas an? Nur weil ich es nicht jedem erzähle, lüge ich dann?

    Viele Überpsycholgisieren auch, besonders die Unwissenden vermuten, unterstellen und urteilen viel zu schnell.

    Wenn du mit deinem, nun alkoholfreiem, Leben besser zurechtkommst, ist das gut so.

    Wenn ein Trinker mit seinem Leben zurechtkommt, ist das für mich jedenfalls, völlig in Ordnung.

    👋

    Alkoholikerin zu sein nagt ehrlich gesagt auch am Selbstbewusstsein. ...

    Habt ihr „drüber“ gestanden? Habt ihr es einfach in euch rein gefressen?

    Hallo Emily,

    ich stand bzw. stehe 'drüber!

    Seitdem ich nicht mehr saufe, bin ich auch kein Alkoholiker mehr. Sicher, wenn ..., dann ...

    Ich schäme mich auch in gewisser Weise, wie ich mich für viele Dinge schäme/schämte, die ich versemmelte. Doch das ist vergangen!

    Wie ich mich jetzt verhalte, was ich jetzt tue, das ist entscheidend.

    Früher war ich Alkoholiker, bestimmt auch oft ein Idiot, manchmal auch ein Rücksichtsloser. Bin ich es heut' noch?

    Viele sagen, Alkoholiker (Süchtiger) bleibt man ein Leben lang, nur ein Raucher, der aufhörte bleibt es nicht, ein Kiffer, Kokser, Spieler bleibt es auch nicht. Wo ist da die Logik?

    Wenn ein Abstinenzler wieder trink, kifft, kokst, spielt, wird er wieder zu dem, zur Suchtperson. Das ist logisch!

    Aber immer "den Kelch der Angst" hochhalten, immer sich als "Sünder"/Süchtiger bezeichnen zu sollen ... das kratzt doch am Selbstbewusstsein!!!

    Ich sage gern: 'ja ich hab' gesoffen und nicht zu wenig. Jetzt tu' ich es nicht mehr.' Das gibt mir Selbstbewusstsein, das hilft mir. Ich bin mein lebenlang krank und werde immer süchtig bleiben, ist da eher kontrapoduktiv.

    Denn ich bin jetzt/heute weder krank, noch abhängig. Und das ist die Wahrheit!

    Ich trank in der Anfangsabstinenzzeit Ummengen an Tee und andere alkoholfreie Getränke.

    Biertrinken, sicherlich auch Wein oder Schnaps, verband mein Körper/Hirn immer mit Flüssigkeitsaufnahme + der darauffolgenden langsamen Betäubung. Das war ich gewohnt, das kannte mein Körper, das erwartete (?) er.

    Vielleicht machte ich es meinem Körper leichter, in dem ich ihm nur die erwartete Betäubung vorenthielt, ihm jedoch die Flüssigkeitszufuhr nicht verweigerte, die ja auch eine gewisse Befriedigung beschert, ihn zumindest vortrefflich beschäftigt.

    Viele berichten davon, dass viel Trinken gerade in der Anfangszeit ihnen geholfen hat.

    Hat es bei mir so gut funktioniert, weil da etwas 'dran ist oder weil ich daran glaubte?

    Interessanterweise hatte sich in den 5 Monaten Abstinenz die Toleranzentwicklung scheinbar überhaupt nicht zurückentwickelt, wie man das von anderen Drogen ja kennt. Dachte 2 Bier oder so reichen dann wenigstens die erste Zeit. Aber nö, war bei mir nicht so. Diese Sucht scheint sich direkt unwiederbringlich einzubrennen im Gehirn.
    Tja und dann fing halt die Regelmäßigkeit direkt wieder an.

    Hallo Atreju,

    nach 1 Jahr alkoholfrei, verfiel ich ähnlichem Denken ... zwei, drei Bier, das wird schon.

    Nach ca. einer Woche war ich wieder auf dem gleichen Level. All meine (lieblosen) Reduzierungsveruche funktionierten auch nur zeitweise, zu groß war meine Gier, zu sehr redete ich mir ein, alles in Griff zu haben, alles sei ja nicht soooo schlimm. Die leeren Bierflaschen sagten etwas anderes!

    Nach dieser Trinkpause (1 Jahr) stieg sogar mein Konsum, vorher genügte ein Kasten Bier/Woche, dann kam ich mit zwei Kästen gerade so zu recht. Meine Alkoholtoleranz stieg stetig.

    Ich musste einsehen, alle hatten Recht: ich war nicht mehr in der Lage meinen Kosum wirklich zu regulieren!

    Und werde es wohl auch nicht mehr hinbekommen, dank der jahrelang antrainierten Alkoholtoleranz. Das tat weh. Lange haderte ich mit mir, bis ich einen neuen Versuch startetet.

    Diesmal war es für mich schwerer mit der Sauferei aufzuhören, es dauerte länger wie beim ersten Mal, den Gedanken "jetzt ein, zwei Bier" aus meinem Hirn zu bekommen. Nach ca. 3 ... 4 Wochen "beruhigte" ich mich langsam, ich mied auch alles (Alkregale im Supermarkt, Tankstellen, sah sogar beim TV-Sehen bei Trinkszenen weg), alles was irgendwie mit Alkohol, besonders mit Bier zu tun hatte.

    Gaaanz langsam löste sich dann der Wunsch, trinken zu wollen auf. Ich trank in der Anfangsabstinenzzeit Ummengen an Tee und anderen alkoholfreien Getränken.

    Alkoholfreies Bier (Erinnerung!) wäre da keine gute Idee gewesen.

    Zu "Alkohol News", aktuellen Nachrichten, "Neuigkeiten":

    Die sogenannten "News" sind doch seit Jahrzehnten bekannt: Alkohol ist nicht gerade gesundheitsförderlich, verursacht div. perönliches Leid, immense Kosten im Gesundheitsbereich, begünstgt div. Krankheiten, nicht nur Krebs, hat ebenfalls erhebliche Auswirkungen auf die Wirtschaft (Ausfallzeiten) und (!) man kann jede Menge Profit damit erwirtschaften.

    Wenn mir alle negativen Wirkungen bewusst sind, warum sollte ich dann überhaupt Alkohol trinken, wenn ich keinen Vorteil (Profit) habe?

    Ob es im Bahnbistro nun gezapftes oder nur Flaschenbier gibt, die Regierung ein Werbeverbot verhängt oder nicht ...

    Wenn ich weiß, es lernte (Bewusstsein), dass nicht nur Alkohol, Nikotin, zuviel zuckerhaltige Nahrungsmittel etc.pp. meine Gesundheit, mein Leben erheblich beeinträchtigen können und es auch tun, dann verhalte ich mich doch dementsprechend. Oder?

    Wenn ich der Meinung bin, dass übermässiges Trinken ein Kulturgut sei und endlose Diskussionen über Verbote etc. zum Erfolg führen, dann muss wohl am Bewusstsein noch etwas gebastelt werden.

    Anstatt das zu tun, wird ewig lange diskutiert, obwohl die Fakten alle (!) bekannt sind.

    Liegt da nicht das Problem?

    Viele behaupten, die Prävention an Schulen etc. würde ausreichend sein, andere loben den Rückgang von verkauften Alkoholika im Jahr u.s.w. ... alles Erfolge!:thumbup:

    Doch sind weder die Suchtkliniken leerer, noch die Alkoholkranken nehmen ab. Wer das nicht glaubt, möge bitte Ärzte, Rettungsperonal oder die Polizei befragen, was sich da in den letzten Jahrzehnten veränderte.

    Selbstverständlich benötigt eine Bewusstseinveränderung Zeit, nicht nur Wochen oder Monate, das sehe/sah ich ja an mir.

    Selbstverständlich beeinflusst Propaganda (Werbung) die Massen, je unwissender, leichtgläubiger desto einfacher!

    Cannabis war halt wichtiger ;)

    Manche finden Freude/Erfüllung beim Tortenverzehr, beim "Zocken" div. Videospiele, haben Glücksgefühle beim Erwerb div. Dinge (Kauf- oder ebay-Ersteigerung-Rausch), Crack und Co. erzeugen ähnliche Gefühle.

    All das erlernten wir, trainierten uns an, weil's so schön einfach erscheint! Und auch ist. Und bemerken gar nicht, dass wir immer einsamer, isolierter werden ... auch etwas komisch im Hirn.😉