Doch, du darfst dir sicher sein!
Ich bin immer wieder erstaunt, wie sehr unsere Gedanken unsere Gefühle und somit unser Handeln und auch körperliche Reaktionen beeinflussen können.
Glaube ich an etwas, also erachte ich es als die Wahrheit, beeinflusst das mich oft enorm. Zweifle ich dagegen, ist die Reaktion (oft) eine völlig andere. Ähnlich einem Hypochonder, der keinerlei organische Probleme hat, aber trotzdem krank wird, weil er fest daran glaubt und somit sein Verhalten ändert.
Oder ... glaube ich einem Arzt, vertraue ihm, ist eine Behandlung oft erfolgreicher, selbst wenn das Medikament ein Placebo sein sollte.
Unsere Psyche spielt also eine entscheidene Rolle ... das woran ich glaube, von dem ich überzeugt bin.
Bei manchen hilft der Glaube (Vertrauen) an einen Gott, bei Kindern hilft, das was die Mutti sagt, manche nehmen bspw. homöopathische Mittel, gehen zum Schamanen, meditieren oder vertrauen fest auf Autosuggestion = alles macht etwas bei uns im Gehirn, erzeugt Zufriedenheit oder Zorn/Angst.
Wer kennt das nicht, eben war die Stimmung noch eine gute, dann kommt ein harsches Wort oder eine herbe Kritik und schon ist der Tag im Eimer oder man sieht Nachrichten ... Alkohol oder auch andere psychosomatische Substanzen linderten zwar die Symtome, doch die Realität blieb wie sie ist.
Ist man dagegen gelassen, hat sozusagen die Arschruhe weg, hebt einen das Alles nicht an!
Ähnlich ist es, wenn man sich verstanden fühlt (!) = die Realität bleibt jedoch unverändert, incl. aller Ungerechtigkeiten dieser Welt, doch man fühlt sich besser, sei es in der Psychatrie, bei der Suchtberatung oder auf dem heimischen Sofa.
Bei der Angst, auch nur ein Gefühl, ist es ähnlich. Ob Höhenangst, Angst vorm Rückfall oder Angst vorm schwarzen Mann (
) ... alles findet in unserem Kopf, unseren Gedanken statt. Oder ist alles nur eine Trainingssache? Oder eine Glaubenssache (nicht Religion)?
Früher hatte ich Höhenangst, wohl antainiert, erworben durch div. Erzählungen ... was alles passieren könnte, wenn ...
Durch langsames Herantasten an die Höhe, Üben, verlor ich diese Furcht, dieses Gefühl. Wenn ich bestimmte Sachen beachtete, war ein Balancieren auf dem kleinen Schwebebalken genau so ungefährlich wie in 10 m Höhe, wenn alle Parameter, wie Wind, eventuelles Sicherungsseil oder Geländer zum Festhalten, stimmten. Alles konnte ich selbst entscheiden, ich ganz allein - gab es zu viele unwägbare Parameter/Unsicherheiten, mied ich die Höhe, bis heute. Ein zu wirres Beispiel - vielleicht?
Autofahren, eigentlich (!) 'ne sichere Sache, wären da nicht all die anderen Verkehrsteilnehmer, die meine Entscheidungsfreiheit arg beeinflussen (können). Was da nicht alles passieren kann/könnte ... seit Jahren fahre ich nun Auto, das übte ich, mir sind die Gefahren bekannt, dementsprechend handle ich.
Ist's beim Alkohol bzw. der "Rückfallgefahr" nicht ähnlich? Wenn ich nicht trinke, kann mir auch nichts mehr passieren - doch dazu muss ich erst wieder die "Allheilkraft", die ich mir irrsinnigerweise antrainierte, aus meinen Gedanken verbannen, das benötigt Zeit und jede Menge Übung.
Doch das Schöne beim Alkohol ist doch, ich entscheide es allein.
Ich allein habe es in der Hand! Egal ob mit Wind, mit oder ohne Sicherungsseil oder auch die anderen "Verkehrs-"Teilnehmer spielen keine Rolle!
Gut, ich könnte mich verführen lassen, doch warum sollte bei starken Windböen mich in die Höhe wagen oder mit 200 km/h durch den Verkehr jagen? Ich kenne doch mittlerweile die Gefahren! Ist's beim Alkohol anders?
Stress, Trauer, Schmerz ... vielleicht ein Argument (???), doch zu welchen Preis?