Hallo Mausezahn,
auch ich griff schnell zum Bier bei Langeweile, zu schnell, das Bier wiederum "entschuldigte" mein Nichtstun und lud zum nächsten Bier ein.
War ich dagegen froh oder auch angespannt, benutzte ich Bier zur Belohnung oder zur Entspannung ... egal was es war, ich fand immer einen Grund. Das hatte ich mir angewöhnt/antrainiert, über Jahre!
War mein Hirn nicht beschäftigt durch Arbeit, Hobby, Hausarbeit, kam automatisch der Gedanke an Alkohol = Entspannung, abschalten, sich was Gutes tun. Als Bier nicht mehr so recht funktionierte (auf Grund der Gewöhnung), kam Schnaps hinzu.
Litt ich an einer Hyperaktivität, mit der ich beschäftigungslos (mit mir allein) nicht zurechtkam? Oder war ich dieser Betäubungssucht, sich immer 'runterfahren müssen, bereits erlegen, weil ich gar nichts anderes mehr gewohnt war?
Hatte ich etwas vor ... Kfz- oder Radfahren, mich mit Freunden treffen oder anspruchsvolle Tätigkeiten, wo ich klar im Kopf sein musste, verspürte ich diesen Bier-trink-Drang nicht. Erst wenn Ruhe einkehrte oder in Verbindung mit Stress und Ruhe, z.Bsp. Langeweile ... zwar etwas tun wollen, aber nicht wissen was, kam mir der Gedanke an diese "Belohnung"/Betäubung.
Mir drängten sich Vergleiche auf - mit hibbeligen Kindern, die anscheinend ständig unter Strom standen und denen ADHS bescheinigt wurde -> beschäftigt man diese Kinder/Menschen lässt diese Hibbeligkeit, diese Hyperaktivität im Kopf nach oder (!) man betäubt sie (leider).
Ich musste lernen, nicht nur "diesen Zustand" einfach auszuhalten, nun betäubungslos, sondern auch damit umzugehen. Mein Gehirn musste sich umstellen und zwar freiwillig, ohne Druck oder Zwang von außen, ich musste es wollen.
Auch mein Arzt bescheinigte mir erhöhte Leberwerte und wies mich auf einen möglichen zu hohen Alkoholkonsum hin - doch wollte ich das wissen? Alkoholiker waren doch nur die Anderen. Ich doch nicht!
Als ich mit der Abstinenz begann, wurde ich eines Besseren belehrt, ich wurde mega-unruhig. Doch Dank der Erfahrungen anderer, wusste ich, das vergeht ... mit der Zeit.
Sie sollten recht behalten.