Danke, Frau Emily, für das Lob. Ich versuche mich klar und verständlich auszudrücken. Manche benutzen div. Formulierungen, welche allerlei Interpretationspielraum (Annahmen, Vermutungen) lassen, genau das verunsichert viele, gerade am Anfang der Abstinenz.
Allein, die Aussage Alkoholismus sei eine Krankheit und habe nichts mit Willen (es wollen) zu tun, schürt zusätzlich die Unsicherheit und stärkt nicht gerade das Selbstbewusstsein. Auch Aussagen, wie es habe psychologische Gründe, sind zwar richtig, doch motivieren eher weniger, implizieren vielen oft, ohne Medikamente oder ärztliche Beträuung gehe absolut nichts.
Nicht, dass das alles verkehrt sei, doch motivierend ist das eher weniger. Ich benötigte, klare Aussagen, die möglichst eineindeutig sind, die es ermöglichen, an mich (!) zu glauben, dass ich es auch kann.
Wenn ich immer wieder höre/lese, über 50% werden rückfallig und/oder es wird ein harter, steiniger Weg oder der Rückfall lauert überall, du kannst dir nie sicher sein ...
wie soll sich da jemals ein Bewusstsein aufbauen. Wenn Person A nach 35 Jahren rückfällig wurde, ist das zwar traurig, aber ein Einzelfall, das untergräbt doch meine Motivation ... Tausende werden, immer wieder, rückfällig, aber auch Tausende bleiben trocken oder knicken nur ein, zwei Mal ein und rappel sich dann wieder hoch.
Es ist doch wie bei der Kindererziehung oder beim Sporttraining, da motiviere ich doch auch mit positiven Erlebnissen, mit Erfolgen, dass jeder es schaffen kann, wenn er es wirklich will.
Wenn ich dagegen ständig mit Negativgesichten komme oder hätte, würde, könnte, vielleicht, unter Vorbehalt ... reisst mich das nicht gerade vom Hocker. Selbst in der Politik oder in den täglichen Nachrichten erlebt man es = die Motivation, der Glaube, dass sich etwas verändern kann bzw. wird, wird nicht gerade gestärkt - im Gegenteil, man verliert nicht nur seinen Glauben, sondern auch die Lust und wird zusehens unsicher!
Genau diese Unsicherheit lässt immer wieder zögern, zweifeln, nichts Neues, Anderes wagen.
Doch wir, die nun Suchtfreien, sind doch der beste Beweis, dass es funktioniert! Es geht.