Rekonvaleszent Ich hab schon mehrfach geschrieben, dass ich nicht weiß, wie lange ich nicht trinken werde. Daher gibts es keine „Trinkvorbehalte“. Ich bin völlig unentschlossen was das angeht und das bleibe ich, solange bis ich das für mich klar habe. Ich trinke einfach grade nicht. Oder ist es die Bedingung eine lebenslange Abstinenz anzustreben, um hier im Forum aktiv sein zu können?
Beiträge von Blackisbeautiful
-
-
Stilles Wasser Wäre es möglich, meinen Thread in den geschützten Bereich zu verlagern? Um in den Austausch zu gehen, gibt man ja schon recht viele Details öffentlich preis und ich bin am Ende dessen, was ich dem www zur Verfügung stellen möchte.
-
Wo man hier schon bei Werkzeug ist: Hier was zum Schmunzeln:
Wenn man eine Schere kauft, weil man keine Schere hat und eine Schere braucht, die man nicht hat, um die Scheren zu haben, die man braucht.
Den versteht man nur nüchtern.
Für einen Schmunzler an einem weiteren guten Tag ♥️ -
AmSee13 Absolut. Auch der Alkoholkonsum meines Mannes ist mit dieser Brille zumindest bedenklich. Er trinkt fast so wie ich. Allerdings häufiger auch kleinere Mengen zwischen den krassen Wochenenden. Dafür lässt er auch Sex sausen-ich kann ihn nicht riechen, wenn er Bier getrunken hat. Vor allem, wenn ich selbst nicht trinke, was ich unter der Woche ja nie mache.
Ich möchte aber betonen, dass sein Alkoholkonsum absolut nichts mit meinem zu tun hat. Er versucht zwar, mich zu überreden, auch was zu trinken. So durch die Hintertür, aber was das angeht bin ich Granit.
-
AmSee13 Ja, da sprichst Du mir aus der Seele. Meine Gedanken kreisen grad permanent um Alkohol. Allerdings, weil ich mich für das Thema jetzt interessiere und irre viel hier in dem Forum rumstöbere. Ich lese, was ich in die Finger/unters Auge bekommen kann. In den Momenten, wo ich das nicht tue (also bei der Arbeit ausserhalb der Pause oder beim Sport), denke ich nicht an Alkohol.
Heute wäre für mich übrigens ein typischer Sauftag. Langes Wochenende, Kind auf Klassenfahrt, sehr ätzende und anstrengende Arbeitswoche. Und seit langer Zeit denke ich: Ich mag nicht. Letztes Wochenende hätte ich gern getrunken, es aber nicht getan. Aber tatsächlich mag ich grad nicht.
Ich habe so viele Geschichten hier gelesen, vor allem im EKA Bereich. Das hats mir grad irgendwie verlitten. -
Rekonvaleszent Danke für Deine Zeilen. Du hast recht. Mir fehlt oft die Dankbarkeit für das was da ist und deshalb empfinde ich das als anstrengend. Ich hab nie gelernt, auf etwas stolz zu sein, oder mit etwas zufrieden zu sein. Weil man dann ja aufhört besser zu werden und besser geht immer.
Ich würde nach allem was ich hier gelesen habe sagen, dass ich nicht physisch abhängig bin. Psychisch auch nicht, da es mir (noch) gelingt, nicht zu trinken, wenn ich es mir vornehme, ABER dass es bis dahin echt nur noch n Katzensprung ist. Ob man da das Rad zurückdrehen kann, weiß ich nicht. Ich bin kein Arzt. Eigentlich ist das auch nicht relevant. Ich weiß, dass mir das Zeug nicht gut tut, dass es mir am Tag danach einfach immer furchtbar schlecht geht, dass ich diesen Zustand erstmal nicht möchte und dass ich bereit bin - um diesen Zustand zu vermeiden - auf den Rausch, der vorangeht und den ich so liebe, zu verzichten. Auf unbestimmte Zeit.
-
Paul Naja, mutig. Mutig etwas zu tun, was eigentlich selbstverständlich sein sollte.
Etwas herausfinden is eigentlich nicht so der Fokus. Ich weiß einfach, dass Alkohol mir nicht gut tut und dass ich ihn nicht, bzw. nicht so häufig benutzen sollte wie ich es tue. Und das ich das fürs erste mal sein lassen und andere Strategien entwickeln möchte, mit dem ganzen Sch… fertig zu werden. Letzteres geht halt nur mit ersterem, also ist das die logische Konsequenz für mich.
-
ichso Ich erwarte darauf jetzt keine Antwort, nur so viel: Ich nehme Deine Warnungen, die aufgrund Deiner Erfahrungen entstehen sehr ernst und gucke sehr genau hin, wie kaputt ich eigentlich schon bin. Nur weil ich nicht täglich trinke, heisst das nicht, dass ich kein ernstzunehmendes Problem habe. Abgesehen davon ist Alkohol IMMER schädlich und es ist IMMER besser, ihn nicht zu trinken. Egal ob oder wie abhängig man denn nun war oder nicht.
Du hast Großes erreicht, etwas das Wenige schaffen. Wenn es jemanden gibt, der neidisch sein sollte, sind das Menschen wie ich, die erst ein paar Tage nichts getrunken haben. Also kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Du bist ne Löwin. Kein zerfledderter Vogel Strauss!
-
ichso : Irgendwie klingt das ein wenig…wie soll ich sagen…beleidigt? Weil ich nicht direkt sage: Ja für immer abstinent?
Ich habe ausdrücklich geschrieben, dass ich mir gar nicht sicher bin, sondern dass ich jetzt gerade auf unbestimmte Zeit nicht trinken will, obwohl ich es eigentlich will. Und es deshalb nicht tue.
Dein Weg ist die Abstinenz, was ich wahnsinnig stark finde!
Ob es meiner wird? Keine Ahnung. Aber wenn er es nicht ist, muss das nicht zwangsläufig darin enden, dass ich irgendwann unter der Brücke oder der Grasnarbe liege.
Was ich hier mitgenommen habe (auch von Dir!) ist, dass ich was in meinem Leben ändern muss und dass das Nicht-Trinken (egal wie lang) ein erster Schritt dazu ist.
Das bedeutet nicht, dass ich Warnungen in den Wind schieße oder Erfahrungen entwerte. Im Gegenteil, sie geben mir Futter für meine inneren Aufräumarbeiten.
Und ich möchte keine von denen sein, die hier vollmündig nach ner Woche die ewige Abstinenz verkündet und dann nach 2 Wochen nie wieder schreibt, weils damit dann doch nicht so weit her war. -
AmSee13 Ich glaube, ich bin dann auch eher son Willibald. Ich fänds nicht schlimm, z.B. einmal im Monat besoffen zu sein. Ich meine, ich rauche und allgemein nicht der Typ für die Gesundheitsnummer.
Aber ich finds schlimm, wenn das mehr ist. Und das war es jetzt ein paar Monate mit Zuspitzung im April.
Daher Bremse rein, gucken wie es so läuft, weiterlesen und erstmal sortieren -
Bighara Jap, genau das tue ich. Ich gönn mir ne Pause von mir selbst sozusagen. Und es passiert mir auch nicht einfach so. Also dass ich mich betrinke, obwohl ich mir nur 2 Gläser vorgenommen hab. Ich nehme mir nie „nur 2 Gläser vor“, sondern ich will bewusst einen bestimmten Zustand erreichen. Und das sollte das Ziel sein, diesen Zustand anders zu erreichen, als mit Alkohol.
-
Guten Morgen Allerseits.
Bighara ob ich dauerhafte Abstinenz anstrebe, weiß ich noch gar nicht. Ich trinke nicht. Heute nicht, Morgen nicht, erstmal nicht. Aber unabhängig davon sollte ich an meinem Leben auf der Überholspur was ändern, sonst endet das irgendwann vor nem Betonpfeiler, weil mein Körper den Dienst quittiert.
willibald42 was meinst Du mit „diesem Stadium“?
-
Irgendwie komm ich immer mehr da hin, dass die Sauferei mehr ein Symptom und weniger die Ursache ist. Das deckt sich mit Euren Erfahrungen: Nicht saufen reicht nicht.
-
AmSee13 Um ehrlich zu sein, kenn ich meine Bedürfnisse schon gar nicht mehr😅 Ich muss da mal reinhorchen, ob ich irgendeins wiederfinde.
-
ichso : vielen Dank für das Pflänzchen. Mein letztes ist kümmerlich eingegangen irgendwann. Der Leistungsgedanke hat unter anderem den Vorteil, dass man ziemlich ehrlich und auch kritisch auf sich selbst schaut. Das ist im Falle Alkohol nicht schlecht, sonst hat es aber auch schon mal was selbstzerstörerisches.
Bighara Ja. Gefängnis mit gelegentlichem Freigang trifft es. Aber ich habs mir auch noch selbst gebaut. Ob ich mich da selbst irgendwann rauslassen kann, weiss ich in diesem Moment nicht. Es kommt mir so eingefahren vor. So VERfahren.Der Kahn schwimmt übrigens nicht weiter, wenn ich ausfalle.
Die Aufgaben werden einfach gesammelt bis ich wieder fit bin und dann hab ich halt alles nachzuholen. Anträge bei Behörden, Mann, der Aufmerksamkeit braucht, Wohnung, die versifft, weil auser mir niemand freiwillig putzt. Mein Kind fahre ich auch mit 40 Fieber noch zum Bus, weils bei Regen keinen Kilometer laufen will.
Und ich lass das mit mir machen, denn ich will ja ne super Tochter, ne super Frau und me super Mama sein-wozu gehört, dass ich alle glücklich mache und allen helfe.
Ich geb die Verantwortung für die Situation übrigens mir, nicht meinen Energiesaugern. Ich hab sie nämlich dazu gemacht. So eine Konstellation funktioniert nur, wenns jemanden gibt, der die Selbstaufgabe anbietet.
Jetzt wo ich das mal aufgeschrieben habe, kommt mir das alles völlig bescheuert vor
-
AmSee13 Mir ist meine Toleranz entsetzlich peinlich. Ich bin immer die, die am meisten trinkt und trotzdem noch ganz normal redet. Angeblich. Ich kanns nicht beurteilen. Aber es setzt an anderen höchst peinlichen Stellen aus: Ich erzähle jedem alles. Ob er es wissen will oder nicht. Dazu gehören meine Tiefen ebenso wie meine Höhen. Von gepeinigter Versagerin bis zur erfolgreichen sexy Karriere Frau, die alles kann und alles wuppt ist jede Nuance schräger Selbstbilder vorhanden, die ich meinem Gegenüber auf die Nase binde.
Den krönenden Abschluss setze ich gerne mit einem Streit mit Menschen, die ich eigentlich mag, in dem ich so lange provoziere, bis man mich nur noch scheisse finden kann-um mich dann zu bemitleiden, dass man mich scheisse findet.
Dann renne ich weg und setze mich irgendeiner Gefahr aus, indem ich alleine durch dunkle Strassen tingel, kilometerweit nach Hause laufe, ohne genau zu wissen, wo selbiges ist, per Anhalter zu Wildfremden in die Karre steige und natürlich Handy Schlüssel etc bei den bösen Menschen liegen lasse, um klar zu machen, zu allem entschlossen zu sein.
Mein Umfeld hat sich schon dran gewöhnt und sucht mich nicht mehr.
Irgendwann lande ich dann als heulendes Elend in den Armen meines Mannes-oder auf der Couch, je nachdem, ob er mein Opfer war oder jemand anders. -
Bighara Das hast Du schn gesagt! Ich muss da definitiv was dran ändern und ja, ich fühle mich getrieben. Ich habe on Top pflegebedürftige Angehörige. Wenn Job, Kind und Mann grad nicht fordern, tuns die beiden. Frei nach dem Motto „irgendwas ist immer“. Jeder zieht und zerrt an mir.
Der Mann will ne sexy Frau, die sich um seine Bedürfnisse kümmert, das Kind will Chauffiert, bekocht, beputzt etc werden, die Eltern wollen Anträge gestellt, Sachen geschleppt und Zeit für n Plausch, die Arbeit will, dass ich ständig auf 150% laufe.
Und manchmal sitze ich da und frage mich: Wo bleib eigentlich ich? Interessiert das überhaupt irgendjemanden? Erst, wenn ich zusammenklappe (was bereits 2 Mal vorgekommen ist) interessiert es. Dann steht meine Arbeitskraft nämlich nicht mehr zur Verfügung und dann ist das Genöle an allen Fronten groß. Nicht weils mir schlecht geht, sondern weil meine Leistung fehlt. Weils keinen Sex, kein Essen, keinen Organisator gibt. Alle hoffen, dass ich schnell wieder auf die Beine komme- nicht nur aus Sorge, sondern weil sich mich nicht beanspruchen können.
-
Bighara Das ist ja, das irre daran. Ich weiß ganz genau, warum ich trinke: Weil das der einzige Moment ist, in dem niemand was von mir erwartet. Vor allem ich selbst nicht. Es gibt nur eine einzige Aktivität, bei der ich genau so abschalten kann: Massage. Ansonsten läuft der Leistungsgedanke immer mit. Ich habe eine Kur beantragt. Da hab ich Alkohol als Thema mit angekreuzt. Ich hoffe, dass ich dort Dinge finde, die mir ein Substanzunabhängiges Loslassen ermöglichen
-
Bighara Ich wurde sehr leistungsbezogen erzogen. Gut war oft nicht gut genug. Und ich bin so groß geworden, dass man immer sein absolutes Maximum geben sollte. In jedem Lebensbereich. Kann man das nicht, nimmt der Wert eines Selbst ab.
Von daher: Absolut ja. Ich hab massive Probleme, mich ohne Leistung zu mögen, tue mich insgesamt schwer mit Lob oder Zufriedenheit. Besser geht immer sozusagen. Ich kontrolliere meine Leistung, meine Gefühle, meinen Körper. Nur wenn ich trinke, lasse ich mal los. Ich weiß das alles und kann trotzdem nicht aus meiner Haut. Das ist so tief verwurzelt.
-
ichso Man sieht mir den Lebensstil nicht an. Ich werde mit 43 immer Anfang 30 geschätzt. Denke, der Sport tut da einiges für mich. Auf der Arbeit rauche ich wenig, ziehe das aber als Pause ab. Die 50 Std sind tatsächlich reine Arbeitszeit, nicht die Anwesenheit im Büro.