Beiträge von AmSee13

    Hallo Andrew,

    Danke dir für deine offene und ehrliche Antwort.

    Glaubst du mir, wenn ich dir sage, dass du selbst dir den Halt geben kannst?

    So manchen, der der Wahrheit ins Auge sieht, mit Alkohol nicht umgehen zu können, treibt am Anfang die Scham um. Mir zum Beispiel ging das vor fünf Jahren nicht anders.

    Doch sei doch mal ehrlich mit dir: Bist du absichtlich abhängig geworden, weshalb du dich jetzt schämen müsstest?

    Oder hat es sich auch bei dir so verhalten, dass du nichts anderes getan hast, als das, was in unserer Gesellschaft üblich ist?


    Beglückwünsch dich lieber, dass du erkannt hast, dass es so nicht weitergehen kann.


    Es gibt keinen Grund dich zu schämen, dass auch du der Wirkung des Alkohols verfallen bist. Der Kontrollverlust geschieht schleichend.

    Ich male sehr gerne und lese auch !
    In der Natur spazieren 🚶‍♀️ bereitet mir Freude !

    Na, dann hast du ja schon mal Ansätze, die du weiterverfolgen kannst.

    Ich selbst habe die Erfahrung gemacht, dass sich nach und nach weitere Interessen ergeben haben, nachdem ich mir überhaupt erst einmal bewusst geworden war, was mir gut tut bzw. was ICH gerne mache.

    In der Natur spazieren zu gehen war, ohne dass mir das tatsächlich bewusst war, das erste, wohin es mich getrieben hat.

    Hallo Andrew,

    Ich habe mir schon Gedanken 💭 gemacht , wen ich in meinem Umfeld davon erzählen werde . Und mir dann zusammen mit dieser Person Hilfe beim Arzt hole . Alleine traue ich mich nicht !

    gut, dass du dir darüber Gedanken gemacht hast. Wenn das für dich keine zusätzliche Hürde ist, jemand anderen darauf anzusprechen, was sollte dann dagegen sprechen?

    Darf ich dich fragen, warum du dich alleine nicht zum Arzt traust?

    Hallo Andrew,

    ich sehe da ehrlich gesagt ein Problem, wenn du hier während eines sogenannten Kalten Entzuges von deinen Erfahrungen schreibst. Dass wir das aus Gründen der Verantwortung nicht begleiten können, hatte ich ja schon geschrieben.

    Ich kann dir nur raten, diesbezüglich sehr achtsam mit dir zu sein und ggf. nicht zu zögern, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

    Was habt ihr anstelle des Alkohols ( in dem Moment ja das Bier, Wein 🍷 etc. ) anders gemacht ?
    Habt ihr einfach zum Wasser gegriffen ?
    Wie habt ihr euch abgelenkt ?

    Interessant ist da eigentlich weniger, was wir gemacht haben, sondern es stellt sich eher die Frage, was dich persönlich interessieren könnte. Was für Interessen hast du grundsätzlich? Gibt es irgendetwas, was du gern tust, was dir vielleicht Freude verschafft?

    Im Grunde funktioniert das nicht, sich einen gleichwertigen Ersatz zum Alkohol zu suchen. Das liegt daran, dass es in der Wirkung von Alkohol liegt, der für die unmittelbare Ausschüttung verschiedenster Botenstoffe sorgt, dass es in dem Sinne keinen gleichwertigen Ersatz gibt.

    Tatsächlich besteht die Herausforderung darin, völlig neue Wege zu finden und eben keinen „Ersatz“.


    Du schreibst, dass du Gefühle nicht fühlen willst, doch um zu genesen führt der Weg genau dahin, angemessen mit seinen verschiedensten Gefühlen umgehen zu können. Gefühle haben nämlich eigentlich ihre Berechtigung, dienen im Grunde genommen unserem Schutz.


    Freundliche Grüße

    AmSee

    Alles hat seine Zeit

    1 Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde: 2 Geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit; pflanzen hat seine Zeit, ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit; 3 töten hat seine Zeit, heilen hat seine Zeit; abbrechen hat seine Zeit, bauen hat seine Zeit; 4 weinen hat seine Zeit, lachen hat seine Zeit; klagen hat seine Zeit, tanzen hat seine Zeit; 5 Steine wegwerfen hat seine Zeit, Steine sammeln hat seine Zeit; herzen hat seine Zeit, aufhören zu herzen hat seine Zeit; 6 suchen hat seine Zeit, verlieren hat seine Zeit; behalten hat seine Zeit, wegwerfen hat seine Zeit; 7 zerreißen hat seine Zeit, zunähen hat seine Zeit; schweigen hat seine Zeit, reden hat seine Zeit; 8 lieben hat seine Zeit, hassen hat seine Zeit; Streit hat seine Zeit, Friede hat seine Zeit.

    Bibel, Prediger 3

    Wer Trauer empfindet über Alter, Krankheit und Tod ... sollte sich klarmachen: Ich bin nicht der Einzige, der das erfährt. Im Gegenteil, alle erfahren das."

    Das ist sicherlich eine Möglichkeit, sich bewusst zu machen, dass man mit seiner Trauer nicht allein ist.

    Doch Trauer gehört zum Leben oder vielmehr zum eben dazu, hat durchaus ihre Berechtigung.

    Abgesehen davon, dass alle das erfahren, stellt sich dann noch die Frage, welche Möglichkeiten zur Verfügung stehen, mit dieser Trauer im Sinne der Selbsthilfe umzugehen.

    Und Möglichkeiten gibt es da viele, man muss sie letztlich nur finden…..

    Hallo Andrew,

    ich frage deswegen danach, weil ein sogenannter kalter Entzug nicht ungefährlich ist. Diese SHG kann das aus Gründen der Verantwortung nicht begleiten.

    Ich bitte dich deshalb darum, dich unbedingt über dieses Thema zu informieren. Im Thread Kalter Entzug findest du ein paar Informationen dazu.

    Möglicherweise sind auch die Informationen, die in diesem Thread Ich will mit dem Trinken aufhören. Was tun? Wer hilft mir? eingestellt wurden, interessant bzw. hilfreich für dich.


    Viele Grüße

    AmSee

    Hallo und herzlich Willkommen Andrew07 ,

    schön, dass du zu uns gefunden hast und nun den Mut gefunden hast, dich vorzustellen.

    Nun weißt du immerhin, wo du hin möchtest, und ich kann dir nur Mut machen, dass es sich tatsächlich lohnt, mit dem Trinken aufzuhören, und sich stattdessen auf die Suche nach dem zu machen, was du wirklich brauchst.


    Magst du erzählen, wie du nun weiter vorgehen möchtest? Wenn ich das richtig verstehe, steht der sogenannte Entzug noch bei dir aus, oder?


    Freundliche Grüße

    AmSee

    Hallo Patrizius ,

    auch von mir ein herzliches Willkommen.

    Das finde ich spannend und interessant, dass du den Stoizismus für dich entdeckt hast. Ich selbst habe mich u.a. viel mit den Briefen Senecas beschäftigt und für mich so manches daraus mitgenommen. Manche seiner Sentenzen begleiten seither mein Leben.

    Ein gutes Ankommen hier wünsche ich dir.

    Freundliche Grüße

    AmSee

    Hallo Kogge,

    Bighara hat schon geantwortet, dass du nicht der erste Nutzer hier bist, der sich so auf diese Art und Weise autobiografisch mitteilt und dass auch das hier seine Berechtigung hat.

    Ich persönlich find‘s schön, wenn sich im Laufe der Abstinenz Kreativität Bahn bricht. Das ist manchmal wie ein Wunder, was da bei dem einen oder anderen ans Licht kommt.

    Kreativität ist hier durchaus sogar erwünscht. Der Thread https://alkoholforum.de/forum/thread/2…unseren-themen/ zum Beispiel geht auf eine Idee zurück, sich hier kreativ einzubringen.

    aber ich weiss nicht ob das hier der richtige Ort ist, die Stück für Stück hier zu veröffentlichen und ggf. in die Situation zu kommen, darüber diskutieren zu müssen.
    Denn, was ich schreibe, ist pure Biografie. Es ist halt wie es ist, bzw. war und ich steckte als junger Mensch mitten drinnen. Und es hat nachhaltigst mein Leben geprägt.
    Und es würde mich wundern, wenn jemand die Geschichte "gut" finde würde, also gut im Sinne von Unterhaltung. Eigentlich haben wir pures, verstörendes Drama aus der Realität. Nichts, worauf man stolz sein kann, aber etwas, was einfach so passiert ist. Und ich war damals einfach wehrlos.

    Ob das hier der richtige Ort ist, kannst nur du selbst entscheiden. Was ich dazu sagen kann, ist Folgendes:

    1.) Es gibt hier durchaus die Möglichkeit, seine Gedanken einfach nur zu teilen, sozusagen einfach nur da zu lassen. Das haben andere Nutzer hier in ihren Threads auch schon gemacht. Nicht immer passt nämlich, wie du gerade selbst wahrnimmst, eine Diskussion. Manchmal lenken Beiträge/ Antworten anderer einen sogar von sich selbst ab, was eben nicht das ist, was man möchte bzw. braucht.

    Und ich sehe das auch so wie du, dass deine Geschichte, deine Erfahrungen nichts ist, was im Nachhinein zu Diskutieren oder zu Bekritteln wäre. Was passiert ist, ist passiert und es hatte letztlich bei jedem von uns seine Gründe, warum es so und eben nicht anders passiert ist. Ich habe den Spruch, der unter allen meinen Beiträgen erscheint, nicht ohne Grund gewählt. Das, was war, lässt sich nicht ändern, insofern bringt es auch nichts im Nachhinein zu diskutieren, was man da anders hätte machen sollen.

    Ich vermute mal, dass du selbst eine Vorstellung davon hast, warum du deine Geschichte erzählst. In erster Linie tust du das mit Sicherheit erst einmal für dich und arbeitest unter Umständen etwas sehr Schmerzhaftes für dich auf.

    Andere haben durch dein Teilen hier oder anderswo die Möglichkeit, dich darin ein wenig wiederzuerkennen. Auch das kann unter Umständen schon heilsam sein, weil man sich mit sich und seinem Erleben nicht mehr so allein fühlt.

    Auch ich wäre interessiert, wie deine Geschichte weiter geht. Wenn du magst und es sich so ergibt, dass du dich über dieses oder jenes näher hier austauschen möchtest, könntest du einen neuen anderen Thread eröffnen, der dafür Raum gibt.

    2.) Ich finde es spannend, dass auch du gerade durch das Ausprobieren herausfindest, was das Veröffentlichen deiner Geschichte hier mit dir macht. Ich denke, das gehört dazu und es ist auch völlig ok so.


    3.) Meine Empfehlung: Falls jemand aufgrund dessen, was er oder sie hier bei dir liest, etwas von sich teilen möchte, könnte das in seinem eigenen Thread teilen, weil es ja seine bzw. ihre eigene Geschichte ist. So haben wir das hier anderswo auch schon gehandhabt.


    Freundliche Grüße

    AmSee (als Mod UND Mitglied)

    Ich mach erstmal ein paar Tage Pause im Forum, es gibt ja immer wieder mal Differenzen. Das hab ich schon in mehreren Threads gelesen. Im Moment möchte ich mir das nicht antun.

    Manchmal werden Dinge unterschiedlich gesehen, manchmal kommt es auch zu Differenzen. Das ist normal.

    Ich hab für mich gelernt, wie sehr man daran auch wachsen kann.

    Ich find‘s überhaupt nicht verkehrt, wenn du dir ein paar Tage Pause im Forum nimmst, manchmal ist das genau richtig, um wieder etwas Abstand zu gewinnen.

    Ich hab das auch immer mal wieder gemacht und auch gebraucht.

    Hallo und herzlich willkommen, Kogge,

    Danke dir für deine kurze Vorstellung und Danke, dass du deine Erfahrungen mit uns hier teilen möchtest.

    Meine Gratulation zu deinen 1000 Tagen in Freiheit.


    Ich schalte dich gleich für den Austausch im öffentlichen Bereich frei und verschiebe deinen Thread in das entsprechende Unterforum.

    Ein gutes Ankommen hier wünscht

    AmSee als Moderatorin

    Auch ein versehentlicher Schluck Alkohol sollte nicht leichtfertig abgetan werden. Für viele trockene Alkoholiker ist Nüchternheit ein bewusst gewählter Lebensweg, der mit großer innerer Arbeit verbunden ist. Ein unbeabsichtigter Konsum (selbst ohne Vorsatz) kann emotionale Verunsicherung auslösen, alte Muster aktivieren oder das Vertrauen in die eigene Stabilität erschüttern.

    Ich betrachte das, was Sparkassen_Helga geantwortet hat, aus dem Kontext heraus. Und der Kontext ist ein Austausch zwischen zwei Mitgliedern, die hier schon seit über einem Jahr nahezu täglich dabei sind und über entsprechende Erfahrung auf ihrem abstinenten Weg verfügen. In diesem Kontext ist die Empfehlung kein leichtfertiges Abtun.

    Eine solche Aussagen, wie die von Beritt , „Ein unbeabsichtigter Konsum (selbst ohne Vorsatz) kann emotionale Verunsicherung auslösen, alte Muster aktivieren oder das Vertrauen in die eigene Stabilität erschüttern.“, war eine von diesen „Geschichten“, die hier und dort kursieren und mich damals verunsichert hatten.

    Nach meinen eigenen Erfahrungen und aufgrund dessen, was mir in den vergangen fünf Jahren an Informationen und Erfahrungsberichten begegnet ist, kann ich das so pauschal nicht bestätigen.