Beiträge von AmSee13

    Das mag alles richtig sein, aber nicht jeder Mensch hat Bock soviel Sport zu machen, täglich Yoga, der Fit-Dad zu sein, an Wettkämpfen teilzunehmen, die Ernährung umzustellen und 5mal die Woche zu pumpen. Es gibt auch andere Lebensentwürfe. So wie ich Loner verstanden habe ist er nach 300 Tagen manchmal wieder gedanklich beim Alk. Da bietet die Sport-Bude eine Alternative dazu mit komischen Gedanken und langen Abenden umzugehen.


    Hallo Kogge und Sparkassen_Helga ,

    ich zitiere mal eure beiden Beiträge bzgl. Sport aus Loners Thread RE: Der Winter ist da, um den Austausch hier in Kogges Thread fortzusetzen.

    Es spricht überhaupt nichts dagegen Sport zu machen, im Gegenteil spricht - wissenschaftlich belegt - sogar einiges dafür.

    Ich selbst lernte im Laufe meiner Beschäftigung mit unserer Suchtproblematik das Thema „Suchtverlagerung“ kennen. Denn gerade bei uns, die wir bereits einmal einer Sucht verfallen sind, besteht durchaus diese Gefahr. Während meiner Beschäftigung mit dem Thema „Die Neurobiologie der Sucht“ begriff ich auch, warum bei uns diese Gefahr besteht.


    Als Honk hier seinen Thread RE: Create your best self eröffnet hatte, deutete sich u.a. das Problem einer möglichen Suchtverlagerung an.

    Seine Formulierung „Create your best self“ wurde hier kritisch gesehen, weil darin ein leistungsorientierter Weg angelegt ist oder angelegt sein kann.

    Ein „Höher, schneller, weiter - Modus“ wiederum wird heutzutage aus sehr berechtigten Gründen durchaus kritisch hinterfragt. Die Gründe dafür liegen auf der Hand, wenn wir uns der Schattenseiten unserer modernen Hochleistungsgesellschaft bewusst werden.


    Mein Wunsch wäre, dass mehr Menschen, gerade mit unserer Vergangenheit, wieder mehr strahlen und aktiv sind, anstatt in einer Art Wehmut zu verharren. Gerade weil die Sucht so tückisch ist, darf man ihr keine Angriffsfläche bieten. Durch Aktivität muss eine breite, positive Schutzmauer gebaut werden. Damit man stabil steht, auch wenn schlechte Zeiten kommen, und kein Rückfall droht.

    Bin ich völlig bei dir und andere hier mit Gewissheit auch, deswegen ist uns das Thema „Selbstfürsorge“ hier ja so ein besonderes Anliegen.

    Wir haben in unserem Artikel Was uns hilft, nicht mehr zu trinken? - Bewusst nüchtern leben: Chance, Freiheit, Fundament, Gewinn aus gutem Grund das hier aufgenommen:

    Um zu genesen, muss eine äußere wie auch innere Entwicklung bewusst angestoßen werden. Dies findet nicht in der Komfortzone statt, es befindet sich im Bereich der Herausforderungen. Das ist gerade am Anfang anstrengend, auch deswegen, weil das Gehirn mit Neuem zu füttern eine Herausforderung ist. Auch offenbaren sich im Laufe der Abstinenz nicht selten Löcher im Leben, die mit Alkoholkonsum gestopft oder verdrängt wurden, sie werden mit zunehmender Dauer der Nüchternheit und der daraus folgenden Klarheit und Bewusstheit immer sichtbarer.


    Es spricht insofern überhaupt nichts dagegen, in Aktion zu kommen. Im Gegenteil ist, aktiv etwas für Körper und Geist zu tun, das, was wir hier nur jedem raten können. Nur kommt es dabei eben auch darauf an, ein gesundes Maß zu finden.

    Und das ist für uns, die wir bereits einmal einer Sucht verfallen sind, unter Umständen gerade wegen einer möglichen Suchtverlagerung wiederum eine Herausforderung.

    Für mich ist es so, dass ich den inneren Teufel bloß stelle indem ich es thematisiere / mit anderen drüber schreibe. Allein damit nehme ich ihm schon viel Wind aus den Segeln.

    Unter anderem dafür ist so eine Selbsthilfegruppe von Selbstbetroffenen wie diese hier ja auch gedacht: Das, was einen beschäftigt, zu thematisieren.

    Manchmal hat mir allein schon das Teilen selbst geholfen, mich (wieder) zu sortieren. Manchmal habe ich gerade aus dem Austausch mit anderen weitere Perspektiven gewonnen. Manchmal haben sich für mich durch den Austausch mit anderen auch Lösungen ergeben, an die ich selbst zuvor nicht oder nicht genug gedacht hatte.

    Ich hab mich gefreut, als ich die Beiträge der anderen hier gelesen habe.

    Aber es gibt eben auch viele Rückfälle, sogar Leute die schon jahrelang trocken waren, sind deshalb nicht automatisch safe.

    Deswegen hat mich zum Beispiel das Thema „Rückfallprophylaxe“ so interessiert und das, was die Rückfallforschung bislang so zutage gebracht hat.

    Und das, was ich dazu so herausgefunden habe, habe ich in einigen Beiträgen hier im Forum weiterzugeben versucht, ausführlich zum Beispiel im Thread RE: Muss ich den Rest meines Lebens immer vor einem Rückfall Angst haben?

    Was mich persönlich andernorts gestört hat, war, wie dort Angst vor allen möglichen Triggersituationen geschürt wurde. Deswegen bemühe ich mich hier bei uns im Forum stets darum, davor eben keine Angst zu machen, sondern lediglich dafür zu sensiblisieren, dass das eben passieren kann und dass man sich dafür möglichst tragfähige Bewältungsstrategien zulegt.

    Hallo Loner ,

    ich zum Beispiel sehe das nicht so dramatisch wie Emily .

    Du magst zur Zeit etwas mehr mit Triggern zu tun haben, aber entscheidend finde ich, wie du damit umgehst. Und du aktivierst alles, was dir zur Verfügung steht, und du nutzt die Möglichkeit dieses Forums.

    Und dabei erfährst du, was tatsächlich hilfreich für dich ist.

    Kommt es nicht genau darauf an?


    Ich habe u.a. durch dieses Forum hier zwei Sichtweisen kennengelernt. Deshalb hat das auch Eingang in den Artikel Bewahrung der eigenen Abstinenz durch „Selbstfürsorge“ gefunden:

    Darüber, wie es nun weitergehen kann, bestehen unterschiedliche Sichtweisen:

    Den einen trockenen Alkoholikern genügt es, sich einfach vor Augen zu halten, wie es war, wenn sie „gesoffen“ haben. Diesen genügt es, in kritischen Situationen zu wissen, was sie wollen, und sie gehen solchen Situationen nicht unbedingt aus dem Weg, sondern betrachten sie eher als Trainingsfeld. (Konfrontation)


    Den anderen trockenen Alkoholikern genügt das nicht. Zugrunde liegen hier meist Erfahrungen, öfter mit dem sogenannten „Suchtdruck“ (= überaus starkes Verlangen, Alkohol zu konsumieren) konfrontiert gewesen zu sein, oder Erfahrungen mit Rückfällen.


    Ich persönlich hab von beiden gelernt und ich selbst bin in meinen ersten beiden Jahren einen Mittelweg zwischen Vermeidung und Konfrontation gegangen.

    Gerade bin ich mit einem Hörbuch durch, das in Richtung „Biographische Entdeckergeschichten“ geht. Vielleicht für dich, Sparkassen_Helga interessant?

    Eva Tind, „Die Frau, die die Welt zusammenfügte“ gelesen von Elisabeth Günther.


    Der Roman erzählt die Lebensgeschichte der dänischen Zoologin und Entomologin Marie Hammer, die über Moosmilben forschte. Aus den Daten ihrer vielen Forschungsreisen in alle Kontinente konnte sie die Theorie der Kontinentalverschiebung von Alfred Wegener stützen.

    Hallo Alex75 ,

    Ich bin voller Hoffnung und voller Zweifel...

    das kann ich nachvollziehen, weil uns das damals mit meinem Vater so ergangen ist. Wir hofften, dass nun endlich alles gut wird, und gleichzeitig trauten wir der Sache nicht so recht. Deswegen beobachteten wir auch immer sehr genau und entwickelten, wie oben schon gesagt, sehr feine Antennen.

    Bei uns kreiste, wie gesagt, immer alles um ihn, und während ich deinen letzten Beitrag lese, fällt mir auf, wie sehr der Fokus auf ihm liegt. Ich lese da wenig, wie es DIR eigentlich geht. Was macht das mit dir, ihn nach dem Lager fragen zu müssen und es wegmachen zu müssen. Er redet und schreibt über Sex, aber was macht das mit dir? Er darf am Sonntag für eine Belastungsprobe nach Hause, aber wie geht es dir damit?

    Ist es euch auch bekannt, das wenn der Alkohol nicht mehr der beste Freund ist, sich das Sexleben wieder aktiviert ?

    Sex stimuliert das sogenannte Belohnungssystem. Alkohol macht das auch. Im Unterschied zu Sex muss man sich bei Alkohol nicht dafür anstrengen. Deshalb und aufgrund von komplexen Anpassungsprozessen in der Neurobiologie des Gehirns schläfert Alkoholmissbrauch nahezu alles ein.

    Diese Anpassung bildet sich im Lauf der Abstinenz wieder zurück, es sei denn, die Schäden sind zu groß und irreparabel.


    Liebe Grüße

    Damit meine ich, dass sich die 1. Woche von der 8. sich nicht Unterscheiden wird. Bezogen auf Aktivitäten oder Beschäftigungen. Es ist einfach sehr sehr wenig vorhanden.

    Woher willst du das jetzt schon wissen? Aus der Anschauung von ein paar Tagen oder hast du Therapiepläne von denen, in der 7 und 8 Woche sind, bereits eingesehen?

    Ich gehe mal genau darauf ein:

    ich war dermaßen unterfordert, unterbeschäftigt, auch gelangweilt, dass ich es nur schwer ertragen konnte ... Ruhe, Alleinsein = beschäftigungslos, musste ich erst lernen, in einer völlig fremden Umgebung mit arg begrenzten Mittel, fiel mir das sehr schwer.

    Das mag sein, dass das einem Menschen mit ADHS noch schwerer fällt als einem „normalen“ Menschen, aber denkbar ist, dass genau das zur Therapie dazugehört.

    Denke ich an die vielen Gründe, aus denen Selbstbetroffene sich mit Alkohol selbst behandelt haben, oft Überforderung, manchmal auch Unterforderung, sehe ich die Möglichkeit, dass die einen erstmal von ihrer Überforderung runterkommen und bei denen anderen ihr Problem sehr klar zu Tage tritt. Wenn sie in der Einrichtung gute Psychologen haben, dürfte das eine wie das andere im Laufe der Zeit Thema werden.

    Was soll sich bis Woche 8 ändern wenn nichts da ist.

    Was meinst du damit?

    Ist die Frage, vergeude ich meine Zeit? Oder anders gefragt, sind tägliche Highlights das ultimative Leben?

    Wenn du MICH fragst: Nein. Ich persönlich habe überhaupt nicht das Bedürfnis jeden Tag mit Action zu füllen, ich brauche auch nicht tägliche Highlights, sondern im Gegenteil ist gerade für mich die Ruhe zwischendurch und sogar über mehrere Tage wichtig.

    Ich kann da aber auch nur für mich und meine Bedürfnisse sprechen, andere mögen andere Bedürfnisse haben. Das ist für mich dann aber nicht von Belang.

    Ob du deine Zeit vergeudest oder nicht, wirst letztlich nur du selbst beurteilen können. Lebst du das Leben, das DU leben möchtest, oder wirst du gelebt, indem du dein Leben so lebst, wie du meinst, das andere das von dir erwarten?

    Ich bin, abgesehen von Erkrankungen, die mich einschränken und überhaupt erst dafür gesorgt haben, dass ich berufs- und arbeitsunfähig bin, in der komfortablen Situation, innerhalb der besagten Einschränkungen das Leben führen zu können, das ICH leben möchte. Ich habe nicht das Gefühl, meine Zeit zu vergeuden, wenn möglichst wenig bei mir los ist. Ich brauche das sogar so.

    Abgesehen davon lebe ich, weil ich nun einmal so bin, wie ich bin, sowieso schon recht intensiv. :S

    Das mit dem Vergleichen ist ein wichtiger Punkt. Ich tat das auch und habe damit aufgehört weil ich der Regisseur meines eigenen Lebens bin. Andere gehen andere Wege, haben anderer Ziele eine andere Vergangenheit. Ich habe auch gelernt Grenzen zu setzen und "Nein" zu sagen. Das war besonders schwer. Ich habe das vor dem Spiegel geübt. Zuerst kam ich mir albern vor aber mit der Zeit wird die Stimme fester und entschlossener.

    Das, was du da mit wenigen Worten beschreibst, ist, wenn man das geschafft hat, so einfach, jedenfalls empfinde ich das jetzt so, doch ich weiß noch zu gut, wie schwer vorstellbar und umsetzbar das für mich war, als ich noch davor stand, das zu begreifen.

    Klasse, dass du das offenbar mehr oder minder auf dem rationalen Weg und mit viel Übung geschafft hast. Ich, selbst ein sehr rationaler Mensch, hab das auf dem rein rationalen Weg nicht geschafft. Das hat bei mir möglicherweise auch an dem gelegen, was das Aufwachsen in meinem Elternhaus so mit sich gebracht hatte. Wer weiß? 🤷‍♀️

    Schön, dass und wenn du deine Erfahrungen mit uns teilst. Damit bereicherst du unsere SHG ganz gewiss.

    Freundliche Grüße

    AmSee

    Hallo Nobs ,

    von meiner Seite ein Danke, dass du deine Erfahrungen und Gedanken mit der stationären Therapie mit uns teilst. Für den einen oder anderen, der sich vor einer vergleichbaren Situation befindet, könnte das möglicherweise interessant sein.

    Ich kann bezüglich eines solchen Aufenthaltes nicht mitreden, denn ich war, als ich aus meiner Alkoholabhängigkeit ausstieg, nicht in stationärer Therapie und von den diversen Aufenthalten meines Vaters in vergleichbaren Kliniken wie deine, weiß ich zu wenig. Und selbst wenn ich mehr darüber wüsste, wäre das längst nicht mehr aktuell, weil das in den 70er und 80er Jahren war. Was ich ansonsten darüber weiß, habe ich mir angelesen, das ist aber mit persönlichen Erfahrungen in einer entsprechenden Klinik nicht vergleichbar.

    Ich war aber wegen schwerer Depressionen vor ein paar Jahren in einer Klinik und das, was du bislang geteilt hast, erinnert mich an meine Anfänge dort. Ich war auch in einem Doppelzimmer untergebracht, wir hatten aber immerhin ein eigenes kleines Bad für uns zwei. Im Nachbarzimmer waren drei Patienten untergebracht.

    Bei mir war der Therapieplan in der ersten Woche so gut wie leer, außer Wassertreten vor dem Frühstück, Morgenrunde mit allen Patienten, bei der wir einer nach dem anderen kurz unser jeweiliges Befinden beschreiben sollten und einem Arztgespräch war da nichts. Erste Therapie-Angebote setzen meiner Erinnerung nach erst ab der zweiten Woche ein und auch in der zweiten war das noch sehr wenig.

    Man erklärte mir damals, dass das absichtlich sei. Ich sollte erstmal ankommen. Das ist bei Depressionen vielleicht auch wichtig und richtig.

    Ich kann aufgrund dessen, was ich über Suchterkrankungen weiß, nur vermuten, dass sich das auch bei Suchterkrankungen ähnlich verhält.

    Ich durfte immerhin auf dem Klinikgelände spazieren gehen, musste mich dafür nur jedesmal im Büro des Stationspersonals ab- und wieder anmelden. Nur einmal, als es mir psychisch überhaupt nicht gut ging, verbot man mir, die Station zu verlassen. Ich hatte dafür herzlich wenig Verständnis und war stinksauer. Ich wusste zwar, warum sie das taten, denn sie trugen in gewisser Weise Verantwortung für mich, aber ich fühlte mich entmündigt.

    Nachdem sich der schwer depressive Zustand, in dem ich mich zum Zeitpunkt der Aufnahme befand, allmählich besserte, konnte ich die viele freie Zeit nach und nach für mich nutzen. Ich war im Grunde ja schon immer ein kreativer Mensch gewesen.

    Rauchen durften die Patienten dort nur draußen auf einer Dachterrasse. Es war ihnen gestattet, weil man eben nicht alle Baustellen auf einmal angehen kann. So stank es auf der Station nicht nach Zigarettenrauch.


    Ich wünsche dir, dass du dort das mitnehmen kannst, was du für dich brauchst. Dass die Einzelsitzungen mit gleich zwei Psychologen richtig gut waren, hört sich vielversprechend an.


    Viele Grüße

    AmSee

    Hallo Alex75 ,

    ich kann ansatzweise nachvollziehen, wie es dir geht, und gerade deshalb empfehle ich dir, dich nun dringend ganz um dich selbst zu kümmern.

    Ich hab solche Geschichten, wie du das erzählst, aus der Perspektive des Kindes/ Jugendliche bei meinen Eltern erlebt und als Erwachsene im Laufe der vergangen fünf Jahre so einige Erfahrungsberichte von Angehörigen gelesen und teilweise auch mit im Austausch gestanden.

    Das Leben an der Seite eines „nassen“ Alkoholikers bindet unendlich viel Energie. Nahezu ALLES dreht sich ihn.

    Das war in meiner Familie nicht anders. Immer ging es letztlich um meinen Vater, ob‘s ihm gut ging oder schlecht. Wir hatten alle sehr, sehr feine Antennen dafür entwickelt. Letztlich sind wir anderen, meine Mutter, meine jüngere Schwester und ich dabei auf der Strecke geblieben.

    Mein Vater war schon in jungen Jahren in die Alkoholsucht abgerutscht. Ich kann gar nicht mehr sagen, wie oft er auf Entzug und anschließend zur Therapie in Kliniken gewesen ist. Er ist jedenfalls immer wieder rückfällig geworden. Während dieser Rückfall-Phasen war er immer mal wieder gewalttätig gegenüber meiner Mutter. Ich, selbst ein Kind, hab sie zu beschützen versucht und sie hat sich des Nachts öfter zu mir ins Bett geflüchtet, wo sie sich offenbar sicher vor ihm fühlte.

    Was haben wir immer wieder gehofft, dass er endlich dauerhaft die Kurve kriegt. Hat er nicht. Während seines letzten Rückfalls verursachte er einen Autounfall, der ihn sein Leben kostete. An keinem von uns ist das Leben an seiner Seite spurlos vorübergegangen, wir alle drei haben psychische Schäden davon getragen.


    Warum erzähle ich dir das? - Es ist nicht sicher, dass dein Partner nun die Kurve kriegt. Umgekehrt aber benötigst auch du sehr wahrscheinlich Hilfe. Deshalb empfehle ich dir, dich mal näher mit dem zu beschäftigen, was wir bei uns so an Informationen für Angehörige zusammengetragen haben. Hast du Fach- u.a. Literatur (Lesevorschläge) und Linksammlung schon bei uns entdeckt?

    Wann immer du Fragen hast oder Gedanken teilen möchtest, nur heraus damit.

    Freundliche Grüße

    AmSee

    Hallo Alex,

    ich schließe mich dem an, was dein Umfeld und Paul dir bereits empfohlen hat.

    Es ist wichtig, dass du für dich sorgst.

    Es wird sich erst noch erweisen müssen, ob dein Partner wirklich aussteigen will. Es könnte, nach dem, was du erzählt hast, gut sein, dass er sich jetzt nur darauf eingelassen hat, weil du Druck gemacht hast.

    Wenn er aber von sich aus (noch) nicht wirklich vom Alkohol weg will, werden sich irgendwann wieder Gründe ergeben, aus denen er meint, ohne Alkohol nicht auskommen zu können oder zu wollen.

    Viele Grüße

    AmSee

    Hallo Alex75 ,

    herzlich Willkommen in unserer Selbsthilfegruppe und Danke für deine Vorstellung.

    Ich verschiebe deinen Thread gleich in das entsprechende Unterforum im öffentlichen Bereich.

    Viele Grüße

    AmSee als Mod

    Ich mochte mir den Film, als er erstmals im Fernsehen lief, nicht ansehen. Ich hatte den Anfang gesehen und mich persönlich triggerte zu dem Zeitpunkt, wie das Trinken in dem Film zelebriert wurde. Mir war das in gewisser Weise zu nah an meiner eigenen Realität als Weintrinker.

    Wer damit ähnliche Probleme hat, sollte sich vielleicht überlegen, ob der Film etwas für sie oder ihn ist.

    Hallo Nobs ,

    Auch da habe ich das Gefühl, hängen gelassen zu werden, das kostet einfach verdammt viel Kraft.

    auch das kann ich durchaus nachvollziehen. In anderen Zusammenhängen kenne ich diese Enttäuschung im Zusammenhang mit Krankenkassen. Mir selbst ist das schon so ergangen und meinem besten Freund ergeht das derzeit so mit seiner Krankenkasse, die eine wichtige Untersuchung nicht bezahlen will.

    Was ich dir empfehlen möchte, ist, bezieh das nicht auf dich und deine Erkrankung, sondern versuche es als das, was es ist, zu sehen: Ein System, das gelinde gesagt suboptimal funktioniert und sehr viel Verbesserungsbedarf hätte.

    Ich habe für mich die Weisheit und Kraft des sogenannten Gelassenheitsspruchs begriffen. Mit der Gelassenheit hatte ich früher mein größtes Problem, die konnte ich nämlich nicht finden. Das hat sich in den vergangenen Jahren aber geändert, auch meine Selbstfürsorge war dabei sehr hilfreich.

    (Gott) Gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

    (Wer nicht an Gott glaubt oder das so nicht sagen kann, lässt Gott einfach weg.)


    Es gibt soooo vieles, was im Leben gelinde gesagt suboptimal läuft. Da es Auswirkungen auf meine Stimmung und die mir zur Verfügung stehende Energie hat, richte ich meine Aufmerksamkeit möglichst wenig auf das, was schlecht läuft, sondern sehr viel mehr auf das, WAS (gut) läuft und auf die kleinen Schritte. Aus der Richtung fließt mir dann mitunter wie durch ein Wunder wieder Energie zu.


    Da habe ich auch viele, ich lese gerne, schaue gerne TV, koche gerne, Gartenarbeit jetzt gerade nicht😉, töpfern tu ich auch, da währe noch einiges.

    Nächste Frage, die du übrigens hier nicht beantworten musst, sondern die du auch nur dir selbst beantworten darfst: Was davon setzt du im Moment konkret um?


    Ich frage das deshalb, weil das Geheimnis in gewisser Weise im Tun liegt.

    Hast du schon einmal von dem Botenstoff Dopamin gehört oder gelesen? Das ist ein Botenstoff, der im Gehirn eine sehr wichtige Rolle für Motivation, Bewegung, Belohnung und Stimmung spielt.

    Auf natürliche Weise wird der nur ausgeschüttet, wenn wir uns anstrengen, lernen, arbeiten.

    Viele Grüße

    AmSee


    P.S.: Für die kommende Woche wünsche ich dir viel Erfolg, hoffentlich klappt das mit der Aufnahme zu der stationären Therapie. 🍀