Klar kann man mit der Einstellung "ihr könnt mich alle" durch das Leben gehen, aber es macht die Sache ja nicht besser, sondern schlimmer. Es sei denn ich lege es an es mir mit vielen Leuten zu vergrätzen.
Selbstbewusstsein hat ja nichts damit zu tun dass man sich beschwert sondern im Endeffekt das man zu einer Entscheidung / Lebensweise steht. Aber, meiner Meinung nach, ohne Radikalität.
Falls du mich inzwischen schon etwas näher kennengelernt hast, ahnst du schon, was jetzt von MIR kommt. (Zwinker)
Ja und nein. Sorry, ich kann (und will) einfach nicht anders. 🤷♀️
Ich selbst gehe das vermutlich ähnlich wie du an. Ich stehe zu MEINER Entscheidung/ Lebensweise, weil’s dabei um MICH geht.
Ich drücke anderen meine Lebensweise nicht auf, mit einer gewissen Ausnahme:
Bei uns zuhause ist kein Alkohol und sind auch keine entsprechenden Gläser vorhanden. Die Gläser haben wir vor einer ganzen Weile entsorgt und verschenkt, das fühlte sich richtig für uns an (mein Mann trinkt aus eigener Entscheidung seit Ende 2021 keinen Alkohol mehr).
Wir stellen unseren Alkohol konsumierenden Gästen keinen Alkohol bereit, weil sich alles in uns sträubt, dieses Nervengift ausschenken zu sollen. Ein Vergleich, der für UNS passt: Es hält ja auch kein Gastgeber Zigaretten für seine rauchenden Gäste vor oder Gras für seine Cannabis konsumierenden Gäste oder Koks oder….
Wer allerdings bei uns Alkohol konsumieren will, darf das, muss sich seinen Alkohol und die dazu passenden Gläser jedoch selbst mitbringen.
Meine Schwiegerfamilie hatte und hat dafür, dass wir sogar die Gläser entsorgt haben, nicht sonderlich viel Verständnis, aber sie haben‘s dann akzeptiert. Bei denen wird, wenn wir sie besuchen, weiterhin Alkohol ausgeschenkt und konsumiert. Wir trinken einfach was anderes ohne Alkohol.
Anlässlich einen größeren Feier, die wir demnächst ausrichten und die auf einem Saal stattfinden wird, wird auch Alkohol ausgeschenkt werden. Damit haben wir beide kein Problem. Wir selbst trinken nicht, aber es triggert uns beide auch nicht, wenn andere das tun. Dass wir auch nüchtern richtig gut abfeiern können, haben wir und auch unsere Freunde schon bemerkt.
Wenn andere Alkohol trinken wollen, soll‘n sie‘s tun, IHRE Entscheidung, IHRE Verantwortung. Und ich sag da auch nichts zu. Wozu auch? Das empfände ich erstens als übergriffig und zweitens wär‘s sehr wahrscheinlich auch gar erwünscht.
Bei dem Lied von den Ärzten, das ich wirklich gerne mag und das auf unserer Feier auch gespielt werden wird, geht’s MIR nicht um „ihr könnt mich alle“, sondern um ein gewisses Selbstbewusstsein, das ICH endlich gefunden habe, um ein gewisses Schmunzeln, um Annehmen, dass die Leute nun einmal reden, und mich gleichzeitig davon nicht tangieren zu lassen.
Ich kenne das in meiner angeheirateten Familie, dass die sich ständig darum Gedanken machen, was andere (die Nachbarschaft, das Dorf) über sie denken oder reden könnten, und beständig versuchen, es allen anderen Recht zu machen. Ein irrer Kraftakt, teilweise ohne Rücksicht auf sich selbst oder auf die eigene Familie. Wir wurden teils hierhin, teils dorthin dirigiert. Wenn andere da sind, wurde und wird sich nur mit denen unterhalten. Wir mussten und müssen einfach nur gute Staffage machen.
Dabei reden sie selbst und alle anderen, die ich dort kenne, über so gut wie nichts anderes als über die Nachbarschaft, Verwandtschaftsbeziehungen und -verhältnisse und nicht selten wird über andere getratscht, gelästert. ECHTE Freunde? - Fehlanzeige.
Und nun zum Nein: So, wie ich den Austausch insbesondere im anderen Forum beobachtet habe - hier kam das während meiner Zeit nicht so zum Tragen - scheint der eine oder andere eine gewisse Radikalität aus purem Selbstschutz zu brauchen. Wenn das so sein sollte, kann ich das als seinen/ ihren Weg so stehen lassen. Letztlich muss das jeder mit sich selbst ausmachen, was gut für ihn/sie ist und was nicht.
Gestern auf einer kleinen Tour hab ich mit meiner Radbuddy darüber gesprochen und wenn man das wirklich einmal runterbricht ist in den letzen paar Monaten, um genau zu sein, 196 Tagen, extrem viel passiert, dass gilt es auch erst einmal zu verarbeiten. Es hat vor Impulsen, Eindrücken, Veränderungen, Umstellung sowas von reingeschallert bei mir, ich glaub, ich brauche erstmal Urlaub 
Irre nicht? Das war es, was ich meinte über das erste abstinente Jahr (und ggf. darüber hinaus). Etwas, was ich auch bei mir so beobachtet habe.
Ich bin ja nicht so der Fan jetzt von Herbst und Winter, aber es wäre wirklich vielleicht Zeit, das mal als Ausszeit zu begreifen, den Ofen anzumachen und ins Feuer zu gucken. Sprichwörtlich.
Hört sich guuut an, will/ werd ich auch machen.
Herbst und Winter können übrigens auch seeehr reizvolle Zeiten sein. Ich bin da mit entsprechender Bekleidung sehr gerne mit meinen Hunden spazierend in Feld, Wald und Wiesen unterwegs. Ein heißer Tee, Kakao oder selbstgemachter Punsch aus Apfelsaft, Traubensaft, o.ä. mit Zimtstangen und weiteren köstlichen Gewürzen ist nach so einem Gang einfach herrlich. Und wenn dann noch ein warmes Kaminfeuer brennt…. Mmmmmhhh. 