Beiträge von AmSee13

    Hallo Honk,

    auch dir erstmal ein schönes Wochenende.

    Und wo wir gerade beim Thema sind.....ach so, wenn jetzt die Vermutung im Raum steht, ich hätte was an der Murmel, und gar....was getrunken....Nö. An der Murmel vielleicht, ja da stehe ich auch zu.

    Nö, vermute weder das eine noch das andere, dennoch weiß ich grad nicht so recht, wie ich deinen Beitrag hier einordnen soll bzw. verstehen soll, und deswegen frag ich einfach mal nach.

    Wenn ich das richtig verstehe, liegt dir ein bisschen was dran, dass dieses Forum erhalten bleibt. Du hast ja auch ein paar konkrete Ideen eingebracht.

    Möchtest du mit diesem Beitrag einfach ein Lebenszeichen von dir signalisieren, darstellen, was dich derzeit so beschäftigt bzw., wie dein neues Leben aussieht, und deinen Faden durch anderes als die Themen „Abstinenz“ und „Alkohol“ mit Leben füllen?

    Sollen andere dich und, wie du so tickst, etwas näher kennenlernen, weil du gerne Mitglied dieses Forums sein möchtest?

    Oder möchtest du ein bisschen provozieren?

    Ich muss gestehen, ich weiß noch nicht so recht, woran ich mit dir bin. 🤷‍♀️ Anderen mag es da ähnlich gehen. Bevor es zu vermeidbaren Missverständnissen kommt, wäre es vielleicht hilfreich, wenn du dich dazu äußerst.

    Grüße

    AmSee

    Mittlerweile bin ich oft an dem Punkt, schöne Dinge gar nicht begleiten zu müssen also im Sinne von Konsum von irgendwas. Ich hab zwar auch hochwertigste Limo zu Hause als auch auf der Arbeit, um mir mal was zu "gönnen", aber ich merke dass diese "Gönnung" eigentlich nicht mehr nötig ist.

    Das geht mir mittlerweile auch oft so, dass ich das gar nicht brauche. Es besteht überhaupt keine Notwendigkeit mehr, weil das Schöne für mich inzwischen von sich aus schön ist.

    Seit geraumer Zeit trinke ich in der Regel nur noch Wasser und bin damit bestzufrieden. Mein Körper und Geist scheint das sogar als das beste Getränk von allen zu empfinden.

    Manchmal hab ich Lust auf ne Limo, aber im Grunde geht’s mir ähnlich wie dir, diese „Gönnung“ ist eigentlich nicht mehr nötig.

    Hätte ich mir vor drei Jahren nie vorstellen können….

    So wie ich das sehe, ist der Ausstieg aus einer Sucht ein Akt der Befreiung. Und warum soll ich auf diejenigen neidisch sein, die sich noch nicht befreien konnten?

    Mir hat diese Sichtweise geholfen, meine Süchte nicht nur einfach zu überwinden, sondern den Ausstieg als einen Zuwachs an Freiheit zu erleben.

    Da du dich direkt auf mich bezogen hast, teile ich dir MEINE Gedanken dazu mit. :)

    Inzwischen nehme ich selbst das auch so wahr, das der Ausstieg aus meiner Sucht ein Akt der Befreiung war und mir aus diesem Ausstieg ein Zuwachs an Freiheit zuteil geworden ist.

    Es hat bei MIR allerdings durchaus gedauert, bis ich das vollumfänglich so wahrnehmen konnte.

    Und ich hab in den letzten drei Jahren, in denen ich mich aktiv und engagiert mit dieser Alkoholsucht beschäftigt habe, anhand der Beiträge, die von Neulingen gekommen sind, beobachtet, dass diese ähnlich damit zu kämpfen hatten, aus dem ihnen bekannten und vertrauten sozialen Netz herauszufallen.

    Honk beschreibt hier in seinem Faden, wie er ausbleibende Einladungen und auch das Verhalten seiner Familie als diskriminierend erlebt. Rent berichtet von ähnlichen Erfahrungen und von Unverständnis seiner Abstinenz ihm gegenüber. Ähnliche Erfahrungen lassen sich in vielen Erfahrungsberichten von Neulingen/ Abstinenzlern im ersten Jahr beobachten.

    Und solche Erfahrungen fühlen sich eben nicht als Befreiung an, sondern im Gegenteil als Belastung. Mancher muss überhaupt erst lernen, damit umzugehen.

    Bei mir war das kein Neid auf andere Alkohol Konsumierende, den ich gespürt habe, sondern Selbstmitleid, weil ich mich ausgeschlossen fühlte.

    Ich hab das Buch von Allan Carr ebenfalls gelesen, als ich mit dem Rauchen aufgehört hatte. Es hat mir einen Ausstieg erleichtert, mich aber nicht davor bewahrt rückfällig zu werden.

    Beim Rauchen bzw. im Umgang mit anderen Rauchern erlebe ich das im Übrigen anders als beim Alkohol und im Umgang mit unserer Gesellschaft, in der Alkohol omnipräsent und selbstverständlich ist.

    Ich hab das bei Rauchern noch nie erlebt oder beobachtet, dass da eine Äußerung gekommen wäre: „Es muss doch gehen, dass du ab und zu mal eine mitrauchst". Und ich hab mich unter Rauchern noch nie dafür rechtfertigen müssen, wenn ich nicht geraucht habe. Im Gegenteil kamen dann eher Glückwünsche und mitunter Äußerungen wie „Ja, ich überlege auch schon eine Weile aufzuhören.“

    Alkohol spielt in unserer Gesellschaft eine ganz andere Rolle als Zigaretten und Co.

    Es ist übrigens krass, wie sich die eigene Objektivität unter diesem langen Suchtdruck verändert, wie man sich selber belügt und alles schön redet.

    DIESES MAL wird alles anders, dieses Mal kann ich kontrolliert Trinken, diese Mal gebe ich mir aber wirklich Mühe, dieses Mal...(und ein Teil von mir glaubt das in diesem Moment wirklich)

    Der vernünftige Teil in mir, der im Vorfeld schon weiß, dass dieses Mal NICHTS anders wird, wird überstimmt.

    Ja, das habe ich bei mir in Bezug auf das Rauchen immer wieder so beobachtet. Mancher nennt das Suchtteufel, mancher Suchtgedächtnis. Ich selbst nutze eigentlich keinen Namen dafür, personifiziere es nicht, sondern nehme es lediglich als ein ziemlich schräges Phänomen zur Kenntnis.

    Ich möchte es gar nicht erst dazu kommen lassen, dass dieses Phänomen bei mir auftritt, deshalb richte ich mein Leben auch nach „zufriedener Abstinenz“ aus bzw. nicht viel anders als du das formulierst:

    Für mich geht es viel darum, wie richte ich mein Leben nach der Sucht aus, was habe ich für Pläne.

    Susanne und Gerchla haben mich vor bald drei Jahren drauf gebracht. Susanne formulierte das damals so:

    Und heute kann ich feiern und auch den Sonnenuntergng bei Saft geniessen. Ohne drüber nachzudenken, ob ich ein Problem habe oder mir hinterher irgendwelche Selbstvorwürfe zu machen. Genuss ohne Reue. Ich bin heute gefühlsmäßig da, wo ich mit dem Trinken immer hin wollte. Nur bin ich schon lange nüchtern.

    Das hat mich angesprochen und erreicht. Und inzwischen könnte auch ich das genau so formulieren.

    Mir haben ebenfalls die positiven Stories geholfen. Ich stehe allerdings eher auf das sogenannte Bodenständige (hat auch mit meiner persönlichen Vergangenheit zu tun). Ich selbst hab u.a. einige Bücher von Selbstbetroffenen gelesen, die ich hier in der Literaturecke gefunden hatte. Diese Sober-Bewegung ist mir persönlich in ihren Formulierungen too much, aber das heißt ja nix. Wenn’s anderen hilft, sich davon inspirieren zu lassen kann, dann ist das doch völlig in Ordnung. Oder?

    Was mir vielleicht geholfen hat, dass die Erwartung+Vorfreude ans Trinken viel größer war, als dann der eigentliche tatsächliche "Genuss" (+Schuld&Verzweiflung danach)

    Ganz ehrlich: Ich weiß es nicht.

    Neurobiologisch/ -chemisch ist das sogenannte Belohnungszentrum offenbar nicht an solche Erfahrungen geknüpft.

    Wenn das nämlich so wäre: Würden Alkoholiker, denen es so geht, dass sie diese Schuld und Verzweiflung immer wieder erleben, die noch nicht so weit sind, dass ihnen nichts anderes übrig bleibt, als zu trinken, weil ein Absinken des Pegels die Hölle ist, mit dem Trinken nicht einfach aufhören können? (Sorry für den fürchterlichen Schachtelsatz, krieg‘s nicht besser hin. 🙈)

    Brant und Susanne und du, ihr habt von der Erfahrung erzählt, innerlich zu kapitulieren, und wie das für euch gewissermaßen der zentrale Wendepunkt war und Beginn eurer Abstinenz war.

    Ich zitiere mal dich, Brant, weil du das in deiner Vorstellung so eindrücklich geschildert hast:

    Das spricht doch dafür, dass da im Inneren irgendwas abgehen muss, um wider Erwarten den Absprung zu bewirken. Was auch immer das ist, denn es geschieht ja offensichtlich nicht jedem.

    Das, was du, Rent, da in dem Zitat oben schilderst, ist meiner eigenen Erfahrung und den Erfahrungen von anderen (ich denke da zum Beispiel an Gerchla) nach das, was dann später hilft.

    Wir haben das deswegen in unseren Informationstext Bewahrung der eigenen Abstinenz durch „Selbstfürsorge“ aufgenommen:

    Zitat

    Oder sie kann darin bestehen, regelmäßige (geplante) Rückblicke auf die schlimmen Erlebnisse während der eigenen Trinkerzeit vorzunehmen und die eigene Suchtzeit aufzuarbeiten.

    Wie gesagt, ich weiß es nicht und ich hab noch keine überzeugende Antwort gefunden.

    Gerade deswegen begegne ich der Sache oder vielmehr MEINER Alkoholsucht mit einem gewissen Respekt und mit entsprechender Vorsorge/ Selbstfürsorge. Angst hab ich keine mehr.

    Ich hatte mich dann am Freitag dafür entschieden, am Samstag wieder etwas zu trinken (weil ich es nicht mehr ausgehalten habe) und in dem Moment war das starke Craving weg (obwohl ich ja noch nichts getrunken hatte).

    Mir ist damals bewusst geworden, dass ich den Alkohol nicht als echte Chemie in meinem Körper brauche, sondern dass sich alles in meinem Kopf abspielt.


    Der Teil in mir, der nie genug bekommen konnte, war sozusagen bis Samstag ruhig gestellt.

    Was mich dabei interessiert, da ich mich ja für die neurochemischen Prozesse im Gehirn interessiere, mir da so einiges nachvollziehbar ist und ich das, was da eigentlich passiert, gerne nachvollziehen möchte, ist:

    Was wäre gewesen, WENN du nach dieser Entscheidung im Kopf am Samstag nichts getrunken hättest.

    Soweit mir bekannt ist, reicht schon die Aussicht auf Belohnung für die Ausschüttung von Dopamin und Co im Gehirn. Auf diese Ausschüttung MUSS aber, soweit mir das bekannt ist und wie ich’s bei mir selbst auch erfahren habe, die tatsächliche Belohnung folgen.

    Daher mein Interesse: Was wäre - du wirst es nicht beantworten können, weil’s nicht so gekommen ist - gewesen, wenn du Samstag nicht getrunken hättest.

    Was du da beschreibst, kenne ich vom Rauchen. Stets heißt es, so ein Suchtdruck/ Craving halte nicht soooooo lange an, aber ich hab das auch über mehrere Tage gehabt. Ich hab keine Ahnung, warum das so war. In solchen Situationen wollte ich irgendwie auch nicht literweise Wasser in mich hineinschütten.

    Da ploppte bei mir gerade noch sei ein Gedanke auf, da du von „vollem Bewusstsein“ gesprochen hattest:

    Unterschätz nicht, was in deinem Unterbewusstsein abgeht. Irgendwann hatte ich irgendwo hier im Forum mal eine Diskussion mit Susanne über das Bewusstsein und das Unterbewusstsein.

    Bildlich gesprochen ist das Bewusstsein, von dem wir alle so viel halten, nur die Spitze des Eisberges. Das nicht sichtbare Unterbewusstsein wirkt auf uns jedoch viel stärker ein, als wir das normalerweise vermuten.

    Ich würde mich aktuell so einschätzen, ein Rückfall bei mir wäre eine aktive Handlung mit vollem Bewusstsein. Zu Deutsch: Eigene Doofheit. Oder ist das zu einfach gedacht?

    Ich kann’s nachvollziehen, dass dir das in deiner derzeitigen Lebenssituation so vorkommt bzw. du so denkst.

    Nun will ich dir mit einer Diskussion darüber keine Angst machen, dass das Damoklesschwert eines möglichen Rückfalls beständig bedrohlich über dir hängt, aber sensibilisieren möchte ich dich für die Problematik.

    Sind die, die rückfällig geworden sind, tatsächlich einfach nur zu doof gewesen? Ich selbst habe in Bezug auf Alkohol keinerlei Rückfallerfahrungen, wohl aber in Bezug auf meine Nikotinsucht. Rückfallerfahrungen habe ich persönlich in Bezug auf meinen Vater erlebt. Nun konnte ich nicht in seinen Kopf hineinsehen und ich kann ihn auch nicht mehr fragen, aber ich bezweifle, dass seine zahlreichen Rückfälle nur auf eigene Doofheit zurückzuführen sind. Und ich bezweifle auch, dass seine Rückfälle daran gelegen hätten, dass er den nüchternen Lyfestyle strikt abgelehnt hätte und eine Beteiligung an all den auftauchenden Wellen des "better life" ihn nicht interessiert hötten. (Zwinker)

    Mit anderen in diesem Forum und in dem anderen habe ich mich über deren Rückfälle und das, was dem voraus ging, nicht ausgetauscht.

    Ich weiß auch nicht, ob der erste Schritt zum Rückfall schon gemacht wird, wenn ich nachlasse, mich regelmäßig mit meinem Problem zu beschäftigen. Erfahrungen anderer scheinen immerhin dafür zu sprechen. Was ich selbst weiß, ist, wie leicht sich nach einer gewissen Zeit so ein Gedanke einschleichen kann, man sei doch so selbstverständlich und so lange clean, dass nix passieren könne, wenn man mal ne Ausnahme macht.

    Zu einem solchen Gedanken möchte ICH es gar nicht erst kommen lassen, deshalb bleib ich am Thema dran.

    Was ich aber am eigenen Leib erlebt habe, war diese eine überaus heftige Suchtdruckerfahrung in Bezug auf Alkohol. Und die hat mir echt einen riesigen Schrecken eingejagt. Natürlich hätte ich aktiv losziehen müssen, um mir Alk zu besorgen, aber meine Not war in dem Moment so groß, dass ich losgezogen wäre, voll bewusst und gleichzeitig mit einem Scheiß-egal-was-darauf-folgt-Gefühl, wenn ich in dem Moment nicht die Unterstützung gefunden hätte, die ich gebraucht dringend habe.

    Was ich interessant finde, ist das, was die Rückfallforschung herausgefunden hat. Ein Rückfall geschieht offenbar nicht aus heiterem Himmel, sondern hängt immer mit einer unausgewogenen Lebenssituation, scheinbar harmlosen Entscheidungen und einer Risikosituation zusammen.

    Bei meinem Vater dürfte es meiner Beobachtung und externen Analyse nach immer wieder die unausgewogene Lebenssituation gewesen sein, die zu seinen Rückfällen geführt hat. Zu doof wird der meiner Beobachtung nach nicht gewesen sein.

    Und wenn’s so weit kommt, dann dürfte wirklich eines aufs andere und manchmal so schnell hintereinander kommen, dass man gar nicht gucken kann. Und DANN mag dir das, was du da tust, zwar bewusst sein und doch handelst du gleichzeitig wie ferngesteuert, weil dir die Neurobiologie und -chemie deines Gehirns kaum mehr eine Wahl lässt. Und dann folgt offenbar der sogenannte Rückfallschock, der zu dem Gedanken führt, dass jetzt eh alles egal ist.

    Grüße

    AmSee

    Hallo Honk,

    ich hab das Thema, das du angesprochen hast, einfach mal in deinen Faden hier reinkopiert. Hoffe, das ist ok für dich.

    Weil mich das Thema so sehr interessiert hat, habe ich mich auf die Suche nach Informationen über Rückfallforschung gemacht und bin zum Beispiel auf diesen Prof. Lindenmeyer gestoßen, auf dessen Erklärvideos ich immer mal wieder verweise. Demnach löst nicht ein Trigger allein einen Rückfall aus.

    Ich befürchte, das ist zu einfach gedacht. Können wir aber gerne in einem anderen Thread diskutieren, weil’s zu diesem Thema hier eigentlich nicht mehr passt. Gewiss ist es aber Thema für einen Austausch.

    Gründe für einen Rückfall gibt's etliche.


    Mir gab ein erfahrener Mediziner zum Abschluss meiner Therapie mit auf den Weg: "Der ersten Schritt in Richtung Rückfall wird gemacht, wenn man sich nicht mehr regelmäßig mit seinem Problem befasst". Da ist viel dran.


    Erst lässt man das eigene Training schleifen, dann schleicht sich irgendwann der Gedanke aus dem Suchtgedächtnis heran, man sei so lange clean, jetzt könne man doch wieder wie ein Normaler was trinken, ja und dann wird's ausprobiert.


    Das ist mir schon mehrfach genau so begegnet. Daher bleibe ich am Ball und trainiere weiter.

    Was ich mich immer wieder frage was muss noch alles passieren damit sie endlich begreift das es so nicht mehr weitergeht?

    Das kann dir leider niemand beantworten.

    Wenn sie Glück hat, begreift sie‘s irgendwann. So mancher muss erst seinen absoluten Tiefpunkt erreichen, um zu kapitulieren und den Ausstieg anzugehen. Das kommt dann allein von ihm/ ihr.

    Leider gibt es aber auch sehr viele, die‘s nicht begreifen, und früher oder später daran zugrunde gehen.

    Und die Angehörigen, die das Spiel sozusagen mitspielen, in eine Co-Abhängigkeit geraten und nicht von sich die Reißleine ziehen, gehen ebenfalls kaputt. Meine Mutter ist so ein Beispiel.

    Was haben wir nicht alles versucht, um meinen Vater zu retten. Immer und immer wieder….

    Am Abend vor seinem Tod haben wir extra das Auto mitgenommen, damit er nicht fahren kann. Er ist morgens in der Frühe die knapp 20 Kilometer mit dem Taxi gekommen, hat das Auto abgeholt und auf dem Heimweg unter Alkohol- und Tabletteneinfluss schuldhaft einen für ihn tödlichen Autounfall verursacht. Es war nicht sein erster Autounfall, zuvor hatte er schon zwei weitere Autos zu Schrott gefahren.

    Ich war damals 15 Jahre alt. Was ich mit ihm erlebt habe, hat mich für mein Leben geprägt und tiefe seelische Verletzungen hinterlassen. Ich arbeite schon seit geraumer Zeit an meiner inneren Heilung.

    Meine Mutter hat sich von dem Drama unserer Familie nicht mehr erholt. Sie dürfte zwar früher schon Depressionen gehabt haben, aber die letzten 30 Jahre ihres Lebens litt sie an schweren chronischen Depressionen und regelmäßig an Alpträumen.

    Hallo und herzlich Willkommen, Dinto,

    ich hoffe für dich, dass es dir schon einmal geholfen hat, dir hier alles mal von der Seele geschrieben zu haben.

    Was du schilderst, ist schon recht heftig, leider aber auch etwas, was an der Seite einer Alkoholikerin oder eines Alkoholikers passieren KANN. Wie fürsorglich und umsichtig von jenem Polizisten, dass er dich auf das Thema Co-Abhängigkeit angesprochen hat und dir empfohlen hat, dir Hilfe zur Selbsthilfe zu suchen.

    Empfehlen kann ich dir in diesem Zusammenhang auch, mal eine Suchtberatungstelle bei dir vor Ort aufzusuchen. Die sind auch für Angehörige da und dürften dir weitere Hilfestellung bieten können.

    Kurz zu mir: Ich bin 50, w, hab vor bald drei Jahren die Reißleine gezogen und bin abstinent geworden und ich bin auch noch erwachsenes Kind aus alkoholkranker Familie (EKA)

    Ich bin langsam an Ende meiner Kräfte weiß nicht mehr wie ihr noch helfen kann.

    Das kann ich durchaus nachvollziehen, es ist aber auch ein sehr deutliches Zeichen, dass du dich nun um DICH sorgen musst.

    So schlimm sich das für dich anfühlt: IHR kannst du leider nicht helfen.

    Das ist leider eine traurige Wahrheit, die für alle Süchtigen gilt, die nicht von sich aus die Reißleine ziehen und sich selbst helfen wollen.

    Du hast deiner Freundin jede Menge Hilfe geleistet, immer wieder. Doch, wie deutlich von außen zu erkennen, zieht sie die Reißleine nicht und sorgt nicht für sich. Stattdessen kommt es immer wieder zu Situationen, wie du sie geschildert hast.

    Im Grunde trifft deine Freundin immer wieder eine Wahl, IHRE Wahl, so unverständlich diese Wahl für einen Außenstehenden auch ist, so unendlich traurig das auch ist, ihr dabei zuzusehen.


    Der erste Schritt, den du für DICH tun kannst, ist zu akzeptieren, dass du ihr nicht helfen kannst.

    Ich empfehle dir, dich zu diesem Thema etwas einzulesen. Die Threads im Angehörigenbereich können hilfreich sein und auch in unserer Literaturecke und in unserer Linksammlung kannst du fündig werden.

    Natürlich kannst du dich hier auch gerne austauschen und deine Fragen stellen oder Gedanken teilen.

    Viele Grüße

    AmSee

    Also MICH triggert Essig auch kein Bisschen und ich nutze den auch weiterhin. Ich kenne aber die Diskussion darum.

    Bäähhh...Wein im Gulasch...ein gutes Gulasch braucht 50% Fleisch und 50% Zwiebeln und diese gold gelb. Nix Wein, wird sind doch nicht beim Boef Bourgindingsbums. ;)

    Hierzu sollten wir vielleicht einen neuen Faden anfangen, aber es ist hier bislang nicht unüblich gewesen, innerhalb eines Threads vom Thema abzuweichen, wenn sich das irgendwie so ergab.

    Falls du in diese Richtung einen Faden eröffnen willst, nur zu.

    Oh, in MEINEM Gulasch war Wein drin und nicht nur im Gulasch. 🤣 Jetzt natürlich nicht mehr. 😇

    Ich tue da sogar manchmal Möhren und Back-/ Trockenpflaumen rein. Macht das Ganze irgendwie rund und ergibt einen harmonischen Geschmack.

    Variatio delectat (Abwechslung macht Freude), wie ein lateinisches Sprichwort sagt.

    Backpflaumen und ggf. auch Traubensaft gebe ich auch zu meinen Braten hinzu, wenn ich die denn mal mache. 😋

    Boef Bourgindingsbums ist doch sooooo was von lecker. 😄

    Ich gebe zum Gulasch nicht so viele Zwiebeln hinzu, soll doch ein Gulasch sein und kein Zwiebeldingsbums. 😉

    Was die Süße des Traubensaftes betrifft: Es kommt wahrscheinlich auch darauf an, wie du’s gewohnt bist und wie du’s magst. Die Süße - sei es durch Honig oder Ahornsirup oder karamellisierten Zucker sei es durch Apfel oder Backpflaumen - rundet ein Gericht unter Umständen richtig schön ab. Die Süße des Traubensaftes stört übrigens gar nicht und fällt auch nicht unbedingt auf. - Es sei denn, du hast zu viel genommen. 🙈


    Ich würde mich aktuell so einschätzen, ein Rückfall bei mir wäre eine aktive Handlung mit vollem Bewusstsein. Zu Deutsch: Eigene Doofheit. Oder ist das zu einfach gedacht?


    Wie gesagt, ggf. falscher Thread, sonst kopier ich das zu mir rüber?

    Ich befürchte, das ist zu einfach gedacht. Können wir aber gerne in einem anderen Thread diskutieren, weil’s zu diesem Thema hier eigentlich nicht mehr passt. Gewiss ist es aber Thema für einen Austausch.

    Ich habe so festgestellt, dass so gewisse "Mythen", woher sie auch immer kommen mögen, mich über die Jahre ziemlich geprägt haben und sich jetzt in der Reflektion heraustellt, vieles ist gar nicht so, wie immer gedacht wurde, oder es am Lagerfeuer transportiert worden ist.

    Das kommt mir sehr bekannt vor, was du da schreibst. Beim Lesen deines Beitrags musste ich sofort an die „Mythen“ denken, mit denen ich in meinem Beruf konfrontiert war, die mich tatsächlich lange Zeit auch geprägt haben und die ich, weil ich mangels Zeit und Möglichkeiten eine ganze Weile nicht dazu in der Lage wahr, nicht auf Stichhaltigkeit und Wahrheitsgehalt überprüfen konnte.

    Ich selbst weiß auch nicht, ob geringste Mengen an Alkohol zum Rückfall führen könnten, und so einen Schrecken, wie du das schilderst, hab ich auch schon mal erlebt.

    Grundsätzlich ist es wohl so, dass alles Mögliche triggern KANN. Diese Tatsache an sich tangiert aber den einen mehr, den anderen weniger bis gar nicht.

    Wie sich das bei dir auswirkt, kann dir niemand voraussagen. Zur Vorsicht wird Neulingen deshalb geraten, weil‘s in der Regel seine Zeit braucht, um die eigene Abstinenz zu stabilisieren und die durch den Alkoholkonsum erlernten und verinnerlichten Muster zu überschreiben bzw. zu ändern.

    Weil mich das Thema so sehr interessiert hat, habe ich mich auf die Suche nach Informationen über Rückfallforschung gemacht und bin zum Beispiel auf diesen Prof. Lindenmeyer gestoßen, auf dessen Erklärvideos ich immer mal wieder verweise. Demnach löst nicht ein Trigger allein einen Rückfall aus.

    Was mir viel mehr zu schaffen gemacht hat, Brüssels Altstadt ist ja traumhaft schön, dort ein paar Lokalitäten "aus Vorsicht" nicht aufzusuchen bzw. in der Stadt zu feiern, das war wirklich hart :/ Da abends dann noch mehr oder weniger alleine im Hotel zu sitzen.... na ja.

    Das glaub ich dir sofort, dass du das als hart empfunden hast. Das hat ja irgendwie auch was von Verzicht. Und Verzicht macht ja nun wirklich nicht sonderlich viel Freude.

    Deswegen ist MIR ja auch so wichtig, nicht in dem Bewusstsein zu leben, auf etwas, was ich als schön empfunden habe oder empfinde, verzichten zu müssen, sondern im Gegenteil, mich frei zu fühlen und das, was ich tue, wirklich zu WOLLEN.

    Je besser du dich im Laufe deiner Abstinenz kennenlernst, je stabiler und ausbalancierter du dich fühlst, umso mehr dürftest du wissen, was du dir zumuten kannst und zumuten willst.

    Die Vermeidungsstrategie hat mir zumindest am Anfang geholfen, im Laufe der Zeit bin ich dann in die bewusste Konfrontation gegangen (wissend, wie ich im Notfall für mich sorgen könnte) - Damit meine ich nicht alkoholhaltige Bratensauce oder Speisen mit Alkohol drin :D - Jetzt, fast drei Jahre später brauche ich die Vermeidungsstrategie nicht mehr.

    Eine solche „alkoholfreie“ Erdbeerbowle werde ich nicht mehr trinken. Das würde ich jetzt aber nicht Vermeidungsstrategie nennen. Ich hab auf dieses unangenehme Gefühl, das ich beim Konsum eines solchen Getränks im Kopf und ggf. im restlichen Körper spüre, keine Lust, ich mag das nicht.

    Die originalen Mozartkugeln esse ich auch nicht, weil die einfach nur sprittig schmecken. Mag ich nicht. :P

    ————

    Edit: Ich will aber auch nicht wieder auf den Geschmack kommen. Insofern ist das dann auch MEINE Strategie, nicht mal ein Fünkchen meines ehemaligen Gefallens an Alkohol wiederaufkommen zu lassen.

    ————

    Wein kommt mir nicht mehr ins Gulasch oder in die Bratensauce oder in die eingemachten Pflaumen. Ich hab’s aber schon mit Traubensaft probiert und fand das Ergebnis gar nicht so übel. Apfelsaft könnte sich auch eignen.

    Klar kann man mit der Einstellung "ihr könnt mich alle" durch das Leben gehen, aber es macht die Sache ja nicht besser, sondern schlimmer. Es sei denn ich lege es an es mir mit vielen Leuten zu vergrätzen.

    Selbstbewusstsein hat ja nichts damit zu tun dass man sich beschwert sondern im Endeffekt das man zu einer Entscheidung / Lebensweise steht. Aber, meiner Meinung nach, ohne Radikalität.

    Falls du mich inzwischen schon etwas näher kennengelernt hast, ahnst du schon, was jetzt von MIR kommt. (Zwinker)

    Ja und nein. Sorry, ich kann (und will) einfach nicht anders. 🤷‍♀️

    Ich selbst gehe das vermutlich ähnlich wie du an. Ich stehe zu MEINER Entscheidung/ Lebensweise, weil’s dabei um MICH geht.

    Ich drücke anderen meine Lebensweise nicht auf, mit einer gewissen Ausnahme:

    Bei uns zuhause ist kein Alkohol und sind auch keine entsprechenden Gläser vorhanden. Die Gläser haben wir vor einer ganzen Weile entsorgt und verschenkt, das fühlte sich richtig für uns an (mein Mann trinkt aus eigener Entscheidung seit Ende 2021 keinen Alkohol mehr).

    Wir stellen unseren Alkohol konsumierenden Gästen keinen Alkohol bereit, weil sich alles in uns sträubt, dieses Nervengift ausschenken zu sollen. Ein Vergleich, der für UNS passt: Es hält ja auch kein Gastgeber Zigaretten für seine rauchenden Gäste vor oder Gras für seine Cannabis konsumierenden Gäste oder Koks oder….

    Wer allerdings bei uns Alkohol konsumieren will, darf das, muss sich seinen Alkohol und die dazu passenden Gläser jedoch selbst mitbringen.

    Meine Schwiegerfamilie hatte und hat dafür, dass wir sogar die Gläser entsorgt haben, nicht sonderlich viel Verständnis, aber sie haben‘s dann akzeptiert. Bei denen wird, wenn wir sie besuchen, weiterhin Alkohol ausgeschenkt und konsumiert. Wir trinken einfach was anderes ohne Alkohol.

    Anlässlich einen größeren Feier, die wir demnächst ausrichten und die auf einem Saal stattfinden wird, wird auch Alkohol ausgeschenkt werden. Damit haben wir beide kein Problem. Wir selbst trinken nicht, aber es triggert uns beide auch nicht, wenn andere das tun. Dass wir auch nüchtern richtig gut abfeiern können, haben wir und auch unsere Freunde schon bemerkt.

    Wenn andere Alkohol trinken wollen, soll‘n sie‘s tun, IHRE Entscheidung, IHRE Verantwortung. Und ich sag da auch nichts zu. Wozu auch? Das empfände ich erstens als übergriffig und zweitens wär‘s sehr wahrscheinlich auch gar erwünscht.

    Bei dem Lied von den Ärzten, das ich wirklich gerne mag und das auf unserer Feier auch gespielt werden wird, geht’s MIR nicht um „ihr könnt mich alle“, sondern um ein gewisses Selbstbewusstsein, das ICH endlich gefunden habe, um ein gewisses Schmunzeln, um Annehmen, dass die Leute nun einmal reden, und mich gleichzeitig davon nicht tangieren zu lassen.

    Ich kenne das in meiner angeheirateten Familie, dass die sich ständig darum Gedanken machen, was andere (die Nachbarschaft, das Dorf) über sie denken oder reden könnten, und beständig versuchen, es allen anderen Recht zu machen. Ein irrer Kraftakt, teilweise ohne Rücksicht auf sich selbst oder auf die eigene Familie. Wir wurden teils hierhin, teils dorthin dirigiert. Wenn andere da sind, wurde und wird sich nur mit denen unterhalten. Wir mussten und müssen einfach nur gute Staffage machen.

    Dabei reden sie selbst und alle anderen, die ich dort kenne, über so gut wie nichts anderes als über die Nachbarschaft, Verwandtschaftsbeziehungen und -verhältnisse und nicht selten wird über andere getratscht, gelästert. ECHTE Freunde? - Fehlanzeige.

    Und nun zum Nein: So, wie ich den Austausch insbesondere im anderen Forum beobachtet habe - hier kam das während meiner Zeit nicht so zum Tragen - scheint der eine oder andere eine gewisse Radikalität aus purem Selbstschutz zu brauchen. Wenn das so sein sollte, kann ich das als seinen/ ihren Weg so stehen lassen. Letztlich muss das jeder mit sich selbst ausmachen, was gut für ihn/sie ist und was nicht.

    Gestern auf einer kleinen Tour hab ich mit meiner Radbuddy darüber gesprochen und wenn man das wirklich einmal runterbricht ist in den letzen paar Monaten, um genau zu sein, 196 Tagen, extrem viel passiert, dass gilt es auch erst einmal zu verarbeiten. Es hat vor Impulsen, Eindrücken, Veränderungen, Umstellung sowas von reingeschallert bei mir, ich glaub, ich brauche erstmal Urlaub ;)

    Irre nicht? Das war es, was ich meinte über das erste abstinente Jahr (und ggf. darüber hinaus). Etwas, was ich auch bei mir so beobachtet habe.

    Ich bin ja nicht so der Fan jetzt von Herbst und Winter, aber es wäre wirklich vielleicht Zeit, das mal als Ausszeit zu begreifen, den Ofen anzumachen und ins Feuer zu gucken. Sprichwörtlich.

    Hört sich guuut an, will/ werd ich auch machen.

    Herbst und Winter können übrigens auch seeehr reizvolle Zeiten sein. Ich bin da mit entsprechender Bekleidung sehr gerne mit meinen Hunden spazierend in Feld, Wald und Wiesen unterwegs. Ein heißer Tee, Kakao oder selbstgemachter Punsch aus Apfelsaft, Traubensaft, o.ä. mit Zimtstangen und weiteren köstlichen Gewürzen ist nach so einem Gang einfach herrlich. Und wenn dann noch ein warmes Kaminfeuer brennt…. Mmmmmhhh. ^^

    Und ich habe ein riesen Problem damit mich als Alkoholiker zu bezeichnen und als Krank zu definieren, das Thema hatten wir ja schon. Dieses Akzeptanz war in meinem Kopf kilometerweit weg. Jetzt mittlerweile gebe ich der Definition mehr Raum aber eine Identifikation ist noch weit weg.

    Das kann ich sogar nachvollziehen. Ich hatte mit diesem Begriff zunächst ja auch meine Schwierigkeiten und hab mich dagegen gewehrt. Mein Vater war wirklich ein Alkoholiker, ein zweifellos nicht funktionierender, dessen Rückfälle für meine Familie und mich die absolute Katastrophe waren. Von daher hatte ich eine Vorstellung im Kopf, was ein Alkoholiker ist, und es hat mir einerseits eine Schxxxxangst gemacht, ein solches Schicksal erleiden zu können. Und gleichzeitig habe ich mir, weil ich ja gar nicht so war wie er UND vom Alkohol nicht lassen wollte, immer wieder durch Online-Selbsttests versichert, es noch nicht zu sein und weitermachen zu dürfen.

    Und weil ich selbst so eine Vorstellung hatte, was ein „Alkoholiker“ sei und mir nicht unbekannt ist, welche Vorstellung meine Familie - insbesondere die angeheiratete - hat, nutze ich diesen Begriff anderen gegenüber nicht so oft. Muss auch nicht sein, es reicht mir, dass ich’s mir eingestanden habe. Und DAS war irgendwann, nachdem ich mich näher mit diesem Thema und MEINEM Problem und MEINER Lösung des Problems beschäftigt hatte, nicht mehr schwer.

    Rekonvaleszent hat das, was auch ich denke, ziemlich gut auf den Punkt gebracht. Ich fühl mich nicht krank. Ich WILL ja inzwischen gar keinen Alkohol mehr trinken, wo ist da also bitteschön das Problem oder die Krankheit. ;)

    Ist doch mega, was du erreicht hast, seit du die „Ausfahrt“ genommen hast. Und DAS soll krank sein? Wo das denn? ;)

    Beste Grüße

    AmSee

    Bei einer Familie weiß ich es mittlerweile, dass dort eine Meidungsstrategie mir bzw uns, da bezieht die ganze Familie ein, gegenüber vorliegt.

    Zum Thema „Familie“.

    Das ist auch so ein Thema, das mich seeeeehr viel beschäftigt hat.

    Es existieren da ja so ein paar angebliche Wahrheiten über „Familie“, die auch immer wieder mal beschworen werden.

    Schauen wir mal ernsthaft hin, betrachten wir unsere eigenen Erfahrungen mit unseren eigenen Familien: Wie viele von diesen „Wahrheiten“ sind dann wirklich wahr?

    Wie oft ist „Familie“ nur das, in das jemand zufällig geboren worden ist oder die sozusagen mit geheiratet werden musste, wo‘s aber herzlich wenig den Halt gibt, den Familie eigentlich geben sollte?

    Ich halte mich inzwischen an diesen Spruch: Freunde sind die Familie, die man sich aussuchen kann.

    Das ist leider nicht so einfach. Bzw. höchstwahrscheinlich noch nicht so einfach. Da hängt ein soziales Netz dran, mit Kindern und das sind Menschen mit denen ich viel Zeit verbracht habe die letzten 10 Jahre. Und nein, es sind keine Saufkumpane sondern Menschen die ich auch außerhalb der Geschichte sehr mag.

    Vielleicht ist es das nicht, vielleicht braucht es auch einfach nur seine Zeit.

    Du kannst nicht wirklich wissen, warum die eine oder andere Einladung nicht stattgefunden hat, wenn man‘s dir nicht explizit gesagt hat.

    Die Motivation, dich nicht einzuladen, kann durchaus unterschiedlich sein. Soweit ich das beobachtet habe - bei mir selbst, als ich noch selbstverständlich trank und später als ich abstinent war - mögen die einen nicht gern Beobachter, d.h. Menschen, die nicht mitmachen, oder Menschen, die dich dein Tun hinterfragen lassen. Und dann gab‘s, nachdem ich abstinent geworden war, Menschen, die sich Gedanken um mich gemacht haben und mich von sich heraus schützen wollten. Und dann gab’s Runden, da passte ich, wenn ich ehrlich bin, einfach nicht mehr hinein.

    Wenn diese Menschen, die da kennst und magst, dich ebenfalls ernsthaft mögen, dann ergibt sich daraus wieder etwas. Wenn sich da nichts mehr ergibt, nun, dann haben sie möglicherweise gar nicht DICH gemocht. Das ist zwar traurig und tut unter Umständen nicht wenig weh, das zu erkennen, aber meines Erachtens sind sie einer Freundschaft dann auch nicht wert.

    Immer dieses "Gejaule", dass man sich dafür rechtfertigen muss, keinen Alkohol zu trinken.

    Das sehe ich anders, Bassmann, weil das für den, der am Anfang steht, durchaus ein Thema ist, was erstmal bewältigt werden muss, und zwar WEIL Alkohol (und leider vielleicht demnächst wirklich auch Gras) in unserer Gesellschaft so eine Omnipräsenz und Selbstverständlichkeit hat.

    Ich selbst hab dieses Selbstbewusstsein inzwischen, musste ICH mir aber auch erst erarbeiten.

    Selbst in meiner Familie wird über das Thema teilweise geschwiegen bzw. es kommt kein positives Feedback. Es fehlt teilweise die Akzeptanz bzw. das Verständnis.

    Das ist in meiner Familie nicht viel anders.

    Ich mache das auch so wie Rekonvaleszent .

    Ich kenn das durchaus, wie’s auf dem Dorf läuft. Ist doch auf dem Dorf, aus dem meine Familie kommt, nicht anders. Mittlerweile ist mir das wirklich egal und zudem haben sie sich inzwischen dran gewöhnt.