Beiträge von AmSee13

    Hallo Mia,
    auch ich verfolge mit Interesse und mit Freude für dich deinen Weg. Das liest sich positiv, was du berichtest.

    Wenn du magst, schreibe ich dir irgendwann mal was zu den Ängsten, unter denen du schon dein ganzes Leben lang leidest, weil ich selbst mit so etwas leider auch vertraut bin bzw. mit so etwas zu kämpfen hatte und mitunter auch noch habe.

    So manches, was du von dir erzählt hast, kommt mir soooo bekannt vor.

    Aus meinen eigenen Erfahrungen mit diesem Thema kann und möchte ich dir Mut machen, dass es im Laufe der Abstinenz ganz sicher nur besser werden kann. Bei mir selbst sind die Ängste zwar nicht völlig verschwunden, aber sie sind viiiiiiieeeeel weniger geworden, viiiiiieeeel erträglicher und seeeehr viel seltener.

    Was ich mir selbst vor drei Jahren nicht so vorstellen konnte, wenn andere schrieben, dass man seine Probleme erst lösen kann, wenn man vom Alkohol weg ist, kann ich seit einer ganzen Weile nur bestätigen. Ich hab mir zwar viel angelesen, auch über die Neurochemie und -biologie des Gehirns, um nachvollziehen zu können, was in meinem Gehirn so abgeht, aber erst meine eigenen Erfahrungen haben mich begreifen lassen, was da passiert und wie anders sich das anfühlt.

    Ich war früher davon überzeugt, dass ich unter Alkoholeinfluss klarer im Kopf sei, weil die vielen Reize, denen ich mich beständig ausgeliefert sah, und das Kopfkino unter Alkohol gedämpft wurden. Ich habe u.a. sehr viel am Schreibtisch gearbeitet und mitunter fiel mir das Forumulieren sooooo schwer. Unter Alkoholeinfluss schien es mir leichter zu fallen. Bei vielen anderen Projekten hatte ich das Gefühl, erst unter Alkoholeinfluss meine Kreativität ausleben zu können.

    Heute - inzwischen über drei Jahre nüchtern - nehme ich beständig war, wie sehr ich mich getäuscht hatte. Nehmen wir allein das Denken und das Formulieren: Ich bin darin so klar und schnell und mit mir zufrieden wie niemals zuvor. Eine irre Erfahrung!

    Meine Kreativität ist so lebendig wie niemals zuvor.

    Zu den Ängsten schreibe ich dir, wenn du das möchtest, wie gesagt ein anderes Mal.

    Liebe Grüße

    AmSee
    (als Vollmitglied)

    Hallo miteinander,

    inzwischen darf ich auf über drei Jahre Abstinenz zurückblicken und das fühlt sich einfach nur gut an.

    Vor ein paar Tagen habe ich mit drei guten Freunden und natürlich meinem Mann meinen Geburtstag gefeiert. Wir haben sogar drei Tage feiert, in den Geburtstag hinein, den Geburtstag selbst, aus dem Geburtstag heraus und noch den dritten Tag. So einen schönen Geburtstag hatte ich noch nie! :)

    Meine drei Freunde durften in meiner Gegenwart Alkohol konsumieren, da mich sowas inzwischen überhaupt nicht mehr triggert. Mancher trockene Alkoholiker mag sich das nicht vorstellen können, aber da regt sich in mir kein bisschen Sehnsucht oder Verlangen, Alkohol ist MIR schon eine ganze Weile schlichtweg egal.
    Nun sind die drei auch keine „Schluckspechte“, die im alkoholisierten Zustand kaum mehr zu ertragen sind. Solche Freunde oder Bekannte hab ich nicht mehr, auf die hab ich keinen Bock und die nicht auf mich.
    Diese drei konsumierten so nebenbei ihren Sekt oder ihr Bier, das sie sich selbst mitbringen dürfen (ich kaufe sowas nicht ein), und nix weiter. Das war weder für mich noch für die irgendein Thema.
    Die drei wissen, dass ich Alkoholikerin bin und sogar Moderatorin in einem Alkoholforum.

    Ich selbst führe diese innere Haltung darauf zurück, dass ich mich so intensiv mit dem Thema beschäftigt habe und auch nicht aufhöre, mich damit zu beschäftigen.
    Ich hab, wie andere das hier auch tun, nicht einfach nur „das erste Glas“ stehen gelassen, sondern nach und nach so manches in meinem Leben verändert.

    Es fühlt sich innerlich so an, als ob meine eigenen Erfahrungen und das Wissen, das ich mir im Laufe der Zeit angeeignet habe, in meinem Inneren eine tatsächlich für mich gesunde und selbstbewusste Lebenseinstellung geschaffen haben.

    Jemandem, der am Anfang steht und wacklig ist, würde ich von einer solchen Situation wie dieser Geburtstagsfeier mit Alkohol konsumierenden Gästen eher abraten.
    Soweit mir bekannt ist, gibt es Alkoholiker, die gleich den Weg der Konfrontation gehen können, ohne dabei in Gefahr zu geraten rückfällig zu werden oder Suchtdruck erfahren zu müssen.
    Ich selbst aber war am Anfang tatsächlich wackelig und da war es richtig für mich, erstmal den Weg der „Vermeidung“ zu gehen und im geschützten Rahmen entsprechende positive Erfahrungen mit meiner Abstinenz zu sammeln.

    Honk hat das heute treffend zusammengefasst:

    Zitat von Honk

    Abstinenz bringt Demut und (positive) Lebensveränderung. :)

    Könnte mir jemand sagen, wie ich mich auf einzelne Antworten beziehen kann? Geht das nur, indem ich zitieren auswähle, oder gibt es noch eine andere Möglichkeit?

    Das kann ich dir beantworten. :)

    Entweder sprichst du den Betreffenden oder die Betreffende in der Anrede mit „Hallo xy“ an.

    Oder du fügst vor dem Namen ein @-Zeichen an. Wenn du @ eingibst und mit den ersten Buchstaben des Namens beginnst, taucht ein Vorschlag auf, den du anklicken kannst. Das sieht dann zum Beispiel so aus Miaflorentine .


    Oder aber du wählst das aus, was du zitieren möchtest, markierst das, dann erscheint ein Fenster „Zitat einfügen“.
    Es gibt, was das Zitieren betrifft, noch andere Möglichkeiten. Die findest du bestimmt mit der Zeit heraus oder aber du bittest um weitere Erklärungen, dann liefere ich oder jemand anderes nach. 😉

    Hallo Mia, ich nehme unsere beiden Beiträge nun aus dem Thread „Warum Vorstellung?“ raus.
    Das Problem lag ja offensichtlich daran, dass jene Einrichtung ganz neu ist und ich selbst mit dem neuen Verfahren noch nicht vertraut war. 😉

    Das ist ja nun anders. ^^

    Nochmals gutes Ankommen hier!
    AmSee

    Hallo und herzlich Willkommen auch von mir, Miaflorentine! 🙋‍♀️

    Ich hab deine Vorstellung zunächst in ein eigenes Thema verschoben und dein Thema nun auch das entsprechende Unterforum im „Treffpunkt“ verschoben.

    Ich wünsche dir gutes Ankommen hier und hilfreichen Austausch. Du kannst nun auch im öffentlichen Bereich schreiben.

    Viele Grüße

    AmSee
    (Moderatorin)

    Ich würd das gar nicht Schande nennen. Denn ich sehe das auch so, dass alles seine Zeit hat.
    Als Kind und Jugendliche habe ich viel gelesen, das war zeitweise auch eine Flucht aus meiner zuweilen unerträglichen Gegenwart.

    In den ersten Jahren waren es noch massenweise Märchen und Sagen aus aller Welt. In unserer Stadtbücherei war ich bekannt als Märchen- und Sagenleserin.


    Gerade in meinen Teenager-Jahren waren es nicht selten Romane über Jugendliche, deren persönliche Gegenwart auch nicht so dolle war und die dann irgendwie in ein Fantasy-Abenteuer stürzten.

    Im Studium kam ich dann über die Stadtbibliothek an meinem Studienort an Hörbücher. Da mochte ich u.a. Theodor Fontane gerne und andere „große Literatur“.

    Während meiner Berufstätigkeit bin ich kaum ans Lesen von Romanen gekommen, einfach keine Zeit und keine Muße dafür. Ich hatte zu viel anderen Kram zu lesen, zu managen, zu bewältigen.

    Als ich dann vor ein paar Jahren tief in die Depressionen reinrutschte, konnte ich so gut wie überhaupt nicht mehr lesen, weil ich mich auf die einzelnen Zeilen gar nicht mehr konzentrieren konnte. Das hat sich erst mit der Zeit wieder gebessert.

    Auch jetzt noch im Ruhestand gibt es Phasen, in denen ich nicht lesen kann oder nicht lesen will. Mitunter höre ich dann Hörbücher.

    Wenn ich aber wieder so eine Lesephase habe, dann kann ich das so richtig genießen. Das ist ja auch eine Mordsleistung, die das Gehirn beim Lesen vollbringt. Es erfasst einzelne Buchstaben, Wörter, ganze Sätze, ganze Abschnitte und formt sich zu einer ganzen Inneren Welt mit allem Drumherum, d.h. mit Bildern und ganzen Filmen im Kopf und zahlreichen Emotionen. Und gleichzeitig trainiert Lesen wiederum unser Gehirn und wirkt dem vorzeitigen Verfall entgegen.

    Ich bewundere, wie manche Autoren Menschen, Tiere, Umgebung, Natur, ganze Welten beschreiben können und mich dabei mitnehmen. Wer so etwas selbst schon mal versucht hat, weiß, wie schwer das sein kann und was für eine Kunstfertigkeit dahinter steckt.

    Nein, ich möchte aufs Lesen nicht verzichten müssen. Ich lese, weil Lesen mitunter einfach nur schön ist und mein Leben auf die eine oder andere Weise sehr bereichert.

    Gelesen habe ich neben den beiden bereits genannten Büchern zuletzt zum Beispiel „Der Buchspazierer“ von Carsten Henn und „Das Meer in Gold und Grau“ von Veronika Peters.

    Wenn ich heute Abend wieder zuhause bin, kann ich mal einen Ausschnitt heraussuchen, der genau zu diesem Thread passen könnte und mich ganz besonders angesprochen hat.

    Hier nun drei Ausschnitte aus Nina George, „Das Bücherschiff des Monsieur Perdu“, die meines Erachtens gut zum Thema dieses Threads passen.


    „Der Lesende Mensch hat den Mächtigen stets am meisten Sorge bereitet. Er ist ihnen zu frei. Seine gefährliche Verbündete ist die Literatur, denn vor einem Buch sind alle Menschen gleich.

    Der Lesende Mensch beherrscht ein Reich, das nur ihm gehört, und erschafft unantastbare Welten - romantische, politische, ungehorsame. Er ist ein Zeitenspringer, er geht in den Schuhen der Heldinnen, der Hilflosen, der Liebende, der Verlassenen, er stellt sich Angst und Triumph, er lebt in Dörfern, Schlössern, Höhlen, Wäldern, Kellern, auf treibenden Booten, er ist Wundern gegenüber so aufgeschlossen wie der Wissenschaft.
    Er geht in den Krieg und lernt ihn zu hassen, er geht in den Kummer der verlorenen Liebe und lernt, den Preis dafür zu ahnen. Und er stellt sich sich selbst - an Orten mit Seelenspiegeln, zu denen nur ein Buch den Stein der Selbstfremdheit vor dem Eingang fortrollen kann.

    Der Lesende Mensch kennt sich nach all den Jahren, nach Tausenden Seiten Gespräch mit sich selbst gut genug, auf eine intime, ruhige Weise. Er braucht niemanden, der ihm sagt, wer er ist und wer die anderen- denn all die anderen leben längst in ihm.
    Bücher: Das ist die Menschheit, und sie versammelt sich im Lesenden.“ S. 30f.



    „Mein erster fester Bücherfreund hieß Jules Verne. Ein auf einer Parkbank im Jardin du Luxembourg liegen gelassenes Exemplar von „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“. Ich las ihn als Junge, und er gab meiner Sehnsucht, das Verborgene der Welt kennenzulernen, erstmals Bilder und eine Sprache. Er nahm mich ernst und gab mir zu verstehen: Natürlich ist das Unmögliche möglich! Damit verriet Verne mir ein Geheimnis, das Erwachsene boshaft vor mir verbargen… das war echter Freundschaftsdienst! Lange stellte ich mir vor, dass dieses Buch nur für mich auf der Parkbank hinterlegt worden war, und als ob nur ich verstand, wie bedeutungsvoll es sei.“ S. 47



    „Lesen lernen ist lieben lernen. Sich von sich selbst befreien und in den Emotionslabyrinthen der Figuren umherzustreifen; bisweilen ein Echo seiner selbst zu hören und gleichzeitig in dem Körper, mit dem Puls, mit der Haut, mit der Kraft, mit der Ohnmacht, mir den idiotischen Macken eines anderen Menschen zu leben, in dem anderen zu sein; lesen, fühlend nachzuvoll-ziehen, wie das ist - Sklave zu sein - oder Hofnarr - oder die jüngste Tochter einer viktorianischen Familie - eine verfolgte Elfjährige - ein Süchtiger - ein Mensch mit anderer Hautfarbe oder Akzent oder Geruch, die bestimmte Menschen als bedrohlich wahrnehmen.
    Erst wer außerhalb seines eigenen Radius aus selbst gemachten Erfahrungen und Gefühlen heraus das Menschliche in jedem Menschen sehen kann und das „andere“ nicht mehr als anders bezeichnet, sondern als weiteren Teil eines Wir, der wird (wieder) lieben können.“ S. 81f.

    Da ist mir einmal mehr klar geworden das es manchmal mit den Büchern

    gar nicht so einfach ist wie die Notiz, vor ein paar Jahren geschrieben, zeigt

    Da stimme ich dir vollkommen zu. Manchmal ist es wirklich nicht ganz einfach mit Büchern. Das gilt aber auch nicht nur für Bücher, sondern auch noch für eine ganze Reihe von anderem Kram.

    Ich hab inzwischen schon mehrere Gedichte von Eugen Roth gelesen und das eine oder andere spricht mich besonders an, so gestern auch das über „Bücher“. Seine Gedichte laden nicht selten zum Schmunzeln, aber auch zum Nachdenken ein.

    Die Frage ist für mich persönlich, ob etwas zu Ballast wird, von dem eine Befreiung auch wirklich mal richtig gut gut tut. Oder ob ich, solange ich lebe, das eine oder andere Buch, denen einen oder anderen Kram brauche, um mich verwurzelt, geborgen, beheimatet, zuhause zu fühlen.

    Ich bin in meinem Leben sehr, sehr oft umgezogen, als Kind/ Jugendliche durch meine Eltern definitiv viel zu viel. Bei diesen vielen Umzügen ist vieles „entrümpelt“ worden.

    Erst viel später als Erwachsene bemerkte ich, wie sehr mir das eine oder andere doch fehlte. Etwas, was eine Verbindung zu meiner Vergangenheit darstellte, mir eine Art Gefühl von zuhause usw. gab. Wahrscheinlich habe ich deswegen eine besondere Affinität zu alten Dingen. Über die Kleinanzeigen habe ich mir das eine oder andere Schätzchen wiederbesorgt.

    Sollte ich mich irgendwann wieder häuslich verkleinern, darf einiges wieder weg, es dürfte dann seine Aufgabe für mich erfüllt haben.

    Bezüglich Ballast hat mich vor vielen, vielen Jahren eine Szene in dem Film „Die Reise ins Labyrinth“ (1986) beeindruckt. Dort trifft Sarah auf die Junk-Lady und bekommt von dieser nach und nach einen Rucksack mit allem, was Sarah doch mal geliebt hat, aufgepackt. Sarah schüttelt den Ballast schließlich ab. Diese Szene lässt sich unter „Sarah and the Junk Lady“ in englischer Fassung leicht bei YouTube finden.
    Ich denke immer wieder über den sogenannten Rucksack nach, den ich mir selbst aufpacke, und wovon ich mich doch mal „entrümpeln“ sollte.

    Ich bin grundsätzlich dran am Thema „Entrümpeln“, gerade weil ich mich nicht unnötig belasten will, doch leicht tue ich mich damit nicht und das, was in dem Gedicht „Bücher“ thematisiert wird, kommt mir irgendwie bekannt vor. ;)

    Schönes Thema! :)

    Dazu passen zwei Romane von Nina George, die ich letztens gelesen habe:

    „Das Lavendelzimmer“ und die Fortsetzung „Das Bücherschiff des Monsieur Perdu“.
    In beiden Büchern geht’s u.a. um die literarische Apotheke des Monsieur Perdu und darum, was Lesen bedeutet und bewirken kann.

    Wenn ich heute Abend wieder zuhause bin, kann ich mal einen Ausschnitt heraussuchen, der genau zu diesem Thread passen könnte und mich ganz besonders angesprochen hat.

    Aufgefallen sind mir:


    Durch die Übertragung sind einige Formatierungen verschwunden. Im Thread „Sprüche“ die eingefärbten Zeilen. Lässt sich meines Erachtens aber verschmerzen.


    Der Button, um ans Ende eines Threads zu springen, ist verschwunden.


    Ich konnte sonst immer in den Subtext (oder wie das heißt) springen, da wo die Formatierungsbefehle stehen usw.). Das finde ich in der Symbolzeile nicht mehr. Stand ganz vorne.

    Bücher

    Ein Mensch, von Büchern hart bedrängt,
    An die er lang sein Herz gehängt,
    Beschließt voll Tatkraft, sich zu wehren,
    Eh sie kaninchenhaft sich mehren.
    Sogleich, aufs äußerste ergrimmt,
    Er ganze Reihn von Schmökern nimmt
    Und wirft sie wüst auf einen Haufen,
    Sie unbarmherzig zu verkaufen.
    Der Haufen liegt, so wie er lag,
    Am ersten, zweiten, dritten Tag.
    Der Mensch beäugt ihn ungerührt
    Und ist dann plötzlich doch verführt,
    Noch einmal hinzusehn genauer -
    Sieh da, der schöne Schopenhauer . . .
    Und schlägt ihn auf und liest und liest,
    Und merkt nicht, wie die Zeit verfließt. . .
    Beschämt hat er nach Mitternacht
    Ihn auf den alten Platz gebracht.
    Dorthin stellt er auch eigenhändig
    Den Herder, achtundzwanzigbändig.
    E. T. A. Hoffmanns Neu-Entdeckung
    Schützt diesen auch vor Zwangs- Vollstreckung.
    Kurzum, ein Schmöker nach dem andern
    Darf wieder auf die Bretter wandern.
    Der Mensch, der so mit halben Taten
    Beinah schon hätt den Geist verraten,
    Ist nun getröstet und erheitert,
    Daß die Entrümpelung gescheitert.


    Eugen Roth (1896-1975)

    Hallo Honk,

    sei bitte vorsichtig mit politischen Themen hier im Forum und halte solche Äußerungen zurück. Da bekommen wir hier womöglich noch Diskussionen, die wir HIER nicht gar führen wollen.

    Ne Sprossenwand wäre darüber hinaus auch nicht übel.

    Ich selbst habe mir vor einer ganzen Weile eine gute Sprossenwand für‘n Appel und n‘ Ei erworben. Theraband dazu und los geht’s. Kann’s du jede Menge Übungen mit machen und jede Menge Muskeln trainieren. Und auch die Faszienmuskeln möchten trainiert werden. 😉

    Nun ja, so scheint die Herausforderung über die dunkle Jahreszeit zu sein, sich quasi ein neues, soziales Umfeld aufzubauen. Ich hab wirklich so das Gefühl, ich kann mit den anderen nichts mehr anfangen und die nichts mehr mit mir. So ist es einfach, wenn ich das im wahrsten Sinne mal nüchtern. betrachte.

    Ich lese aus deinen Zeilen heraus, dass du das mit einer gewissen Abgeklärtheit zur Kenntnis nimmst.

    Ja, das ist schon eine befremdliche Erfahrung, mit Menschen, die mit denen man sich sonst doch so gut verstanden hatte, mit denen man eine Wellenlänge hatte und gefühlt jede Menge Spaß hatte, nicht mehr richtig etwas anfangen zu können, nur weil man selbst keinen Alkohol mehr trinkt.

    Es riecht alles irgendwie nach Neuanfang. Ein bisschen Schiss habe ich auch davor ungewohntes Terrain zu verlassen aber mal gucken wo das hinführt.

    Was übrigens ein positiver Nebeneffekt des neu Entdeckens ist, dass die Zeit sich erstmal wieder verlangsamt. Je älter wir werden, umso mehr haben wir das Gefühl, dass die Zeit rast. Wie? Iss schon wieder Weihnachten? - Das war doch gerade erst. 😉

    Hintergrund ist die Gewohnheit, die uns Vieles nur noch im Autopilot-Modus erleben lässt.

    Gute Reise und jede Menge interessante, bereichernde Entdeckungen wünsche ich dir!

    Vielleicht magst du ja die eine oder andere Entdeckung teilen. 😉

    Diese Dip-Station bei einer Hantelbank… Ist das inzwischen üblich beim Sport, nebenbei Nachos mit verschiedenen Dips zu naschen? 🤣😉

    Nachtrag:

    Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Es geht mir in meinem letzten Beitrag nicht darum, dich fertig zu machen. Das ist meine Sache nicht und das steht mir meines Erachtens auch gar nicht zu. Wenn du aber ehrlich zu dir selbst bist, bist du schon fertig.

    Bei dem, was du von dir erzählst, zeigst du ganz deutliche Züge von „Co-Abhängigkeit“, aber letztlich ist das nur ein Begriff. Was das eigentlich bedeutet und welche Konsequenzen das für dich hat, wirst du selbst inhaltlich für dich füllen müssen, um ggf. die Konsequenzen ziehen zu können.

    Meine direkten Fragen an dich stelle ich dir nicht ohne Grund. Du musst sie übrigens nicht hier beantworten, es reicht vollkommen, wenn du sie für dich selbst beantwortest.

    Co-Abhängigkeit ist im Grunde genauso mies, wie alle anderen Abhängigkeiten. Und prinzipiell ist es genauso schwer, sich daraus zu lösen, wenn man erstmal da hineingeraten ist.

    Rent hat dir soeben geschildert, wie seine Innensicht als Alkoholiker war. Wenn du hier andere Beiträge im Angehörigen-Bereich liest, dürftest du auf ähnliche Beiträge stoßen.

    Auch ich habe meinen Partner als eine Art „Feind“ wahrgenommen, als ich noch getrunken habe und er mir seine Besorgnis mitgeteilt hat.

    Gleichzeitig erhoffe das die Ärztin durch die Blutwerte auf das Alkoholproblem aufmerksam wird, und vielleicht helfen kann, ist das naiv? Ich spiele mit dem Gedanken selbst zu der Hausärztin hinzugehen, um ein Gespräch zu suchen, keine Ahnung ob das was bringt.

    Setzen wir das Gedankenspiel doch mal fort.

    Stell dir vor, was passiert, wenn du zur Ärztin gehst und ihr sagst, dass deine Freundin Alkoholikerin ist.

    (Wenn sie schon länger bei jener Ärztin ist und diese nicht ganz auf den Kopf gefallen ist, dürfte nicht unwahrscheinlich sein, dass diese etwas ahnt. Auch die Blutwerte könnten auf Alkoholabusus hindeuten. Was würde es aber helfen, dass anzusprechen, wenn keine Krankheitseinsicht da ist? - Wenn’s ihr unbequem wird, wird deine Freundin u.U. einfach den Arzt wechseln. Hätte ich übrigens so gemacht, s‘ ist bei mir nur nicht mehr so gekommen, weil mein Arzt in den Ruhestand gegangen ist, und der nächste mich systembedingt gar nicht richtig kennenlernte.)

    Glaubst du, dass das für deine Freundin der entscheidende Hinweis ist, der zur Krankheitseinsicht und zum Umsetzen entsprechender Konsequenzen führt?

    Deine Freundin weiß im Grunde doch schon längst, dass da bei ihr was nicht stimmt, aber sie unternimmt nicht ernsthaft was dagegen. Sie schützt vor ihrer Ärztin „mal wieder starke Magenprobleme (Durchfall, erbrechen)“ vor, verschweigt den Alkoholkonsum.

    Ganz ehrlich, deine Freundin will doch gar nichts ändern.

    Selbst wenn deine Freundin ärztlicherseits auf Entzug gesetzt würde, wird sich langfristig nichts bei ihr ändern, solange sie nicht von sich aus eine Entscheidung trifft und die entsprechenden Konsequenzen zieht.

    Wenn du mit der Ärztin sprechen solltest, nimmst du deine Freundin ein wenig aus ihrer Komfortzone. Das wird ihr nicht gefallen, aber es ist derzeit äußerst fraglich, ob sich dadurch irgendetwas ändert.

    Ich kann das nachvollziehen, dass du Angst um deine Freundin hast. Deine Ängste sind ja auch nicht unberechtigt. Nur kannst DU sie auf Dauer nicht vor sich selbst bewahren.

    Du darfst sie lieben, aber dann liebe sie so, wie sie ist, und lass sie IHREN Weg gehen. Dazu gehört u.U. auch, sie loszulassen.

    Niemand sagt, dass das leicht ist. Leicht ist das nicht. Doch es wird dir auf Dauer nicht gut tun, wenn du so weitermachst wie bisher.

    Wenn’s dir hilft, darfst du hier durchaus alle deine Fragen stellen. Vielleicht findest du für DICH ein paar hilfreiche Antworten.