Hallo Miteinander,
ich finde das gut, dass Kogge seine Sicht der Dinge eingebracht hat, ich sehe das nämlich ganz ähnlich wie er.
Und es geht gar nicht im eine Grundsatzdiskussion, es geht einzig und alleine darum, und das ist die Botschaft an MissBee , das man leider als Angehöriger sehr oft kaum Gestaltungsspielraum in der Begleitung der "Erkrankung" hat.
Genau das ist nämlich für einen Angehörigen bzw. eine Angehörige wichtig zu wissen bzw. zu begreifen, dass man als Angehöriger kaum bzw. unter Umständen keinerlei Gestaltungsspielraum in der Begleitung der „Erkrankung“ hat.
Die Sucht mag zwar eine Krankheit sein - und so wird es auch aus guten Gründen definiert -, aber der (oder die) daran Erkrankte ist und bleibt stets für sich selbst verantwortlich.
Die Verantwortung für sich selbst kann ihm (oder ihr) nicht abgenommen werden und er (oder sie) lässt sie auch nicht abnehmen. Wer als Angehöriger schon mal versucht hat, einen, der trinken will, davon abzuhalten, wird wissen, was ich meine. Jemand, der trinken will, lässt sich nicht davon abhalten.
Und es ist letztlich so, dass es seine eigene (oder ihre) Entscheidung ist, so unvernünftig und schädlich und rücksichtslos anderen gegenüber das auch sein mag.
Die Schuld, warum er (oder sie) trinkt, mag zwar immer wieder anderen in die Schuhe geschoben werden, aber die Entscheidung fürs Trinken trifft der Trinkende stets selbst, dafür ist er selbst verantwortlich.
Aus dem Teufelskreis der Sucht kann sich letztlich nur der Süchtige selbst befreien. Möglich ist das, aber das muss von ihm oder ihr selbst kommen. DAS kann ihm niemand abnehmen. Eine Reha ist leider kein Garant, denn wer ernsthaft aussteigen will, muss umlernen, alte Muster ablegen und neue aufbauen. Und das muss jeder für sich selbst tun, sonst funktioniert das nicht.
Als Angehöriger möchte man dem „Erkrankten“ gerne helfen, aber wie soll man jemandem helfen, der sich gar nicht helfen lassen will, der trinken will oder aber bei nächster Gelegenheit wieder einen Grund findet, um zu trinken?
Und was nicht vergessen werden sollte: Der (oder die) Angehörige ist auch für sich selbst und seine eigene Gesundheit verantwortlich! Unter Umständen bleibt die völlig auf der Strecke, während man in steter Sorge um den „Erkrankten“ gemeinsam mit ihm untergeht.
Und wenn dann noch Kinder mit im Spiel sind, die ja von sich aus nicht aus der Nummer raus können, keine Möglichkeit zu Fliehen haben, sondern irgendwie aushalten und ausharren müssen, nicht begreifen können, was da geschieht, und die dann, weil sie schutz- und sicherheitsbedürftig sind, überzeugt sind, für ihre Eltern die Verantwortung übernehmen zu müssen, um nicht unterzugehen, dann ist das Drama perfekt.
Und das Drama ist deshalb perfekt, weil nicht nur diese Familie Schaden nimmt, sondern die entstandenen Schäden auch noch Folgen für die nächste Generation (und mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit dann auch weitere Generationen) haben.
In meiner Familie war das so, es zieht sich tatsächlich durch mehrere Generationen. Und wer sich mit der Thematik beschäftigt, wird das für viele, viele andere Familie bestätigt finden.
Es tut mir wirklich leid für dich, MissBee , und deine Kinder, dass ihr in einer solchen Situation steckt. Ich weiß selbst nur allzu gut, wie schwer daran zu tragen ist.
Ich kann dir nur Mut und die erforderliche Kraft wünschen für die schweren Entscheidungen, die bei dir anstehen.
Und wenn du Fragen an uns haben solltest, scheu dich nicht, sie zu stellen. Sofern es uns möglich ist, versuchen wir dir mit unseren Erfahrungen Hilfe zur Selbsthilfe zu geben.
Beste Grüße
AmSee
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Wenn du das möchtest, könntest du nun von einem der drei Moderatoren hier für den Austausch im öffentlichen Bereich freigeschaltet werden. In dem Zuge könnte auch dein Vorstellungsthread in den öffentlich sichtbaren Angehörigenbereich verschoben werden.
Gib einfach kurz Bescheid, wenn du das möchtest.
Beste Grüße
AmSee als Moderatorin
Beste Grüße
AmSee