dazu zählt auch Bevormundung oder das (unbewusste/fahrlässige) Verhindern von Bildung.
Wie meinst du das?
dazu zählt auch Bevormundung oder das (unbewusste/fahrlässige) Verhindern von Bildung.
Wie meinst du das?
Ich seh das nicht ganz so wie du, Paul , aber ich kann durchaus nachvollziehen, wie du das empfindest, weil mir selbst diesbezüglich auch so einiges immer wieder unangenehm aufstößt.
Ich kann nicht sagen, dass ich dem früher durch Alkohol entflohen bin, aber inzwischen, da ich für Vieles (noch?) bewusster geworden bin und lernen musste, meine eigenen Wege zu gehen, habe ich zu all dem möglicherweise noch mehr Abstand entwickelt als früher und finde das noch fragwürdiger als früher.
Dieses Jahr ist wieder so völlig anders als die Jahre zuvor. Ich muss in den letzten Wochen besonders viel an meine Eltern denken. Manchmal bin ich mitten drin in alten Erinnerungen. Ich vermisse sie….
Die Hälfte meiner lieben Familie hat im Dezember Geburtstag und jeder davon wird auch gefeiert.
Das ist einerseits schön, andererseits aber auch immer recht stressig. 😅
Und am 1. Festtag feiern wir auch alle gemeinsam, früher reihum, in den letzten Jahren bei den beiden ältesten Generationen, Mittagessen bei der einen, Tee/Kaffee und Kuchen bei der anderen.
In Bezug auf mein Leben ohne Alkohol bin ich auch stabil, da zwickt mich nix.
Ich wünschte nur, dass diese „Phasen“ würden auf Nimmerwiedersehen verschwinden. Tun sie leider nicht. 🤷♀️
Genau ... warum gönnt man sich die Zeit nicht, das herauszufinden und vorallem den Anderen, egal, ob beim trinken, essen, vögeln oder sporteln.
Hast du den Eindruck, dass diese Zeit nicht gegönnt wird?
Wenn ja, könntest du das bitte näher ausführen?
Wir waren letztens auch bei uns auf dem Weihnachtsmarkt, interessiert haben uns dort aber nur bestimmte Imbissstände, der Reibekuchenstand zum Beispiel, obwohl die Verkäufer dort immer wortkarg und sogar recht muffelig sind, aber Reibekuchen gehört für uns in dieser Zeit irgendwie dazu.
Und dann gibt‘s bei uns diesen schön dekorierten Bratapfel-Stand, der auch einen leckeren alkoholfreien Punsch anbietet, den wir jedes Jahr aufsuchen.
Ansonsten schauen wir uns an, was an den diversen Ständen so zum Verkauf steht. Am liebsten mögen wir die Stände, wo‘s etwas mehr oder minder Handwerkliches gibt, ob nun gestrickt, genäht, geschnitzt oder geschmiedet oder…. Davon hätte ich bei uns gerne noch mehr.
Nächste Woche steht bei uns eine Weihnachtsfeier mit Freunden an. Dort liegt der Fokus aber eher auf einem gemeinsamen Beisammensein bei gutem Essen und mit angeregten Gesprächen über dies und das. Das passt dann schon.
Nun geht’s mir zur Zeit aber nicht so gut und ich habe deswegen ein ganz besonderes Ruhe- und Entschleunigungsbedürfnis. Das beißt sich bei mir mit dem vermehrten Verkehr in unserer Stadt und es beißt sich damit, dass ich mir wie auf Kommando eine Weihnachtsstimmung aufgedrängt fühle, die ich selbst gar nicht empfinde. Ich mag zur Zeit überhaupt nicht Radio hören.
Deswegen kostet es mich persönlich zur Zeit große Überwindung, in die Stadt zu gehen, um meine paar Besorgungen zu erledigen.
Ich freue mich jetzt schon auf den Januar, wenn das Ganze wieder überstanden ist…..
Guten Morgen, Kogge ,
von mir ein Danke, dass du den sprichwörtlichen Ball aufgenommen hast, wobei ich bei deinen Ausführungen den Eindruck habe, dass es, wie das bei schriftlicher Kommunikation leider leicht passiert, zu einem Missverständnis gekommen ist.
Ich habe keine Vorwürfe machen wollen und gewiss auch nicht mit quasi erhobenem Zeigefinger belehren wollen, sondern lediglich etwas erläutern, was hier schon mal ein Thema gewesen ist. Ich hab insofern lediglich sprichwörtlich einen Ball in die Runde geworfen.
Dass du zum Thema „Suchtverlagerung“ von ehemals substanzabhängigen Menschen in die Sportsucht keine validen Daten gefunden hast, wundert mich nicht. Denn, wenn ich bedenke, wo und wie überhaupt Daten erhoben und evaluiert werden, kann ich mir nicht vorstellen, wie es da zu einer validen Statistik kommen könnte.
Falls das von meiner Seite missverständlich rübergekommen sein sollte, möchte ich nochmals versichern, dass ich gewiss nicht gegen einen gesteigerten Aktivitätsbereich bin. War ich in dem, was ich aus dem Artikel zitiert hatte, nicht deutlich genug, was das Verlassen der sogenannten Komfortzone betrifft? 🤔
Mir ging es lediglich darum, das Thema „Suchtverlagerung“ zur Sprache zu bringen, dafür zu sensibilisieren, dass das passieren kann (nicht muss). Ich hab dir, Kogge damit nicht unterstellen oder dir vorwerfen wollen, dass du deine Sucht verlagert hättest.
Ich selbst war früher Perfektionistin, ich konnte gar nicht anders. Bei diesem Streben nach Perfektion kannte ich selbst meine Fehler sehr genau und ich habe meine sämtliche Energien investiert, um mich selbst zu optimieren.
So kritisch, wie ich mit mir selbst war, blieb mir kein Patzer, kein Fehler verborgen. Und meine „Fehler“ wurden nicht weniger, aufgrund meines Perfektionismus sah ich immer mehr. - Alkohol wurde übrigens zu jener Zeit ein Schmiermittel, um noch besser und länger funktionieren zu können. -
Ich hab‘s mit noch mehr Kontrolle versucht und brannte über meinem Perfektionsstreben schließlich völlig aus. Zuletzt blieb mir nichts mehr, als mich aufgrund schwerer Depressionen in eine Klinik zu begeben.
Ich hab mich wieder berappelt, konnte auch wieder in meinen Beruf zurückkehren. Dann verlor ich aufgrund des Ausbruchs einer Autoimmunerkrankung (Multiple Sklerose) die Kontrolle über meinem Körper, das brach meiner Psyche dann sozusagen das Genick, die Depression kam zurück und tritt bei mir in Phasen leider immer wieder auf.
Mein Arzt meinte mal zu mir, ich müsse lernen, meine „Fehler“ zu lieben. Hat mich lange beschäftigt dieser Satz, denn ich wusste nicht, wie ich das bewerkstelligen sollte.
Wirklich „lieben“ kann ich meine Fehler auch heute noch nicht, aber ich schaffe es zumindest, sie zu akzeptieren und ihnen mit einer gewissen Gelassenheit zu begegnen.
Von der Perfektion habe ich mich bemüht Abschied zu nehmen. Das gelingt mir inzwischen ganz gut. Maß und Mitte sind für mich existentiell geworden. Als Mensch, der von seinem Wesen her zum Intensiven neigt - ich liebe Flow, dieses Gefühl, Zeit und Raum zu vergessen und dabei maximale Leistung und Vergnügen zu empfinden -, ist das manchmal gar nicht so leicht.
Danke an Bighara für deinen Beitrag. Der geht in die Richtung, an die ich gedacht habe: Maß und Mitte.
Wünsche allen hier ebenfalls einen angenehmen Tag.
Schnuggi, ich hab Dich doch gar nicht zitiert. Ich hab doch Kogge zitiert, oder verwechsel ich was? Du machst mich fertich.
Verzeih meine Liebe, wenn ich dich fertich mach. Das war und ist doch niemals meine Absicht.
Darauf, worauf du dich bei Kogge bezogen hast, hatte ich mich aber doch vor dir auch schon bezogen und dort das hier geschrieben:
Bin ich völlig bei dir und andere hier mit Gewissheit auch, deswegen ist uns das Thema „Selbstfürsorge“ hier ja so ein besonderes Anliegen.
In dem Zusammenhang steht mein Beitrag an dich. Und da ging‘s bestimmt nicht um richtig oder falsch oder um Bewertung.
Das ist doch durchaus legitim. Jeder fasst das entsprechend seiner persönlichen Lebenserfahrung anders auf. Es geht doch nicht darum, dass etwas richtiger oder falscher ist. Man kann doch Dinge durchaus unterschiedlich betrachten und bewerten, oder?
Logisch.
Hast du aus meinem Beitrag etwas anderes herausgelesen oder hab ich mich da etwa ungeschickt ausgedrückt?
ZitatMein Wunsch wäre, dass mehr Menschen, gerade mit unserer Vergangenheit, wieder mehr strahlen
Das sehe ich in Zeiten von social media, wo jeder ja so besonders und perfekt und optimiert ist, etwas kritischer. Man muss einfach lernen, dass die meisten Menschen eben nicht besonders sind, sondern einfach nur Durchschnitt. Und das ist auch überhaupt nicht schlimm.
Dann hast du Sparkassen_Helga das offenbar etwas anders aufgefasst als ich.
Ich selbst hab dabei nicht diese Selbstoptimierung und ihre Schattenseiten im Blick, sondern diese allgemeine Unzufriedenheit, ja auch Wehmut, die ich bei so vielen Menschen, nicht nur meines Alters, beobachte.
Und diese könnten, so denke auch ich mir manchmal, zufriedener, vielleicht sogar glücklich sein, wenn sie echte Selbstfürsorge betreiben würden. Was immer diese genau für jeden einzelnen bedeutet und kaum im Wettbewerb mit anderen zu finden ist. Muss da an Emily s Frage letztens in ihrem Thread denken…
ZitatStellt sich die Frage ob ich meinen Tag genug mit Leben fülle. Aber muss ich jeden Tag produktiv sein, jeden Tag einen erfüllten Tag haben? Das klingt für mich nach Stress. Mir ist es lieber, wenn nach der Arbeit der Rest des Tages ruhig verläuft. Ist die Frage, vergeude ich meine Zeit? Oder anders gefragt, sind tägliche Highlights das ultimative Leben?
Das mag alles richtig sein, aber nicht jeder Mensch hat Bock soviel Sport zu machen, täglich Yoga, der Fit-Dad zu sein, an Wettkämpfen teilzunehmen, die Ernährung umzustellen und 5mal die Woche zu pumpen. Es gibt auch andere Lebensentwürfe. So wie ich Loner verstanden habe ist er nach 300 Tagen manchmal wieder gedanklich beim Alk. Da bietet die Sport-Bude eine Alternative dazu mit komischen Gedanken und langen Abenden umzugehen.
Alles anzeigenNatürlich gibt es andere Lebensentwürfe. In keiner Weise muss mein Vorgehen für alle 1:1 gleich aussehen. Und um das ganz klar zu bestätigen: Niemand muss zum „Fit-Dad“ mutieren, wenn das nicht sein Ding ist. Aber es ist schön, davon mal ab.
Aber wir sollten vorsichtig mit diesen Klischees sein. Das Bild vom ‚5x die Woche pumpen‘ wird nämlich gerne als Totschlagargument genutzt, um gar nicht erst anfangen zu müssen. Dabei ist das sportphysiologisch totaler Quatsch und oft sogar destruktiv. Kein vernünftiger Mensch verlangt das.
Wenn wir uns die offiziellen Empfehlungen der WHO anschauen, reden wir von ganz anderen, machbaren Zahlen: 150 bis 300 Minuten moderate Aktivität pro Woche (z. B. zügiges Gehen oder Radfahren) ODER 75 bis 150 Minuten intensive Aktivität.
Das sind im Schnitt 20 bis 40 Minuten am Tag. Das ist kein Hexenwerk und erfordert kein Leben im Fitnessstudio – aber es macht den entscheidenden Unterschied für Körper und Psyche.
Aber – und das ist der entscheidende Punkt, warum mir Bewegung so wichtig ist – das Prinzip der körperlichen Aktivität ist nicht zufällig gewählt. Es ist in der Medizin und Psychologie unbestritten, dass Bewegung eines der probatesten und wirksamsten therapeutischen Mittel überhaupt ist, gerade wenn es um psychische Stabilität und Suchtprävention geht.Warum? Weil es nicht nur ablenkt, sondern biochemisch wirkt. Es baut Stress ab, reguliert den Hormonhaushalt und fördert die Heilung des Gehirns.
Das Spannende ist: Mein Zugang war anfangs rein intuitiv. Es wurde einfach umgesetzt, was sich richtig anfühlte. Die nachträgliche Beschäftigung mit der Theorie zeigte dann überraschenderweise, wie deckungsgleich dieses Verhalten mit modernen Therapieansätzen (wie Salutogenese oder Verhaltensaktivierung) ist. Dass die Wissenschaft das bestätigt, untermauert meinen Satz „Nur aufhören reicht nicht“ massiv. Man muss aktiv etwas Neues, Gesundes entgegensetzen.
Es liegt mir fern, jemanden zu überreden, aber hinter diesem System stehe ich fest, weil es mir nicht nur Nüchternheit, sondern echte Lebensqualität geschenkt hat.
Genau diesen Impuls weiterzugeben, ist mir wichtig – gerade WEIL wir in diesem ‚besonderen‘ Alter sind (Stichwort Midlife-Crisis), wo sich viele mental schon selbst aufs Abstellgleis schieben. Stattdessen sehe ich massives Entwicklungspotenzial – sowohl für den Körper als auch für den Geist. Wenn beides zusammenpasst, entsteht eine wunderschöne Zukunftsausrichtung.
Lange genug saß ich im Dunkeln. Deshalb tue ich alles, um da möglichst weit weg zu bleiben, und genieße, wie glücklich dieses „neue“ Leben wirklich macht.
Mein Wunsch wäre, dass mehr Menschen, gerade mit unserer Vergangenheit, wieder mehr strahlen und aktiv sind, anstatt in einer Art Wehmut zu verharren. Gerade weil die Sucht so tückisch ist, darf man ihr keine Angriffsfläche bieten. Durch Aktivität muss eine breite, positive Schutzmauer gebaut werden. Damit man stabil steht, auch wenn schlechte Zeiten kommen, und kein Rückfall droht.
Aber ich weiß selber, wie schwer es ist, den Zug überhaupt ins Rollen zu bringen. Wie anstrengend es ist, aus alten Mustern auszubrechen und ganzheitliche Veränderungen umzusetzen. Das sieht am Anfang aus wie ein gigantisch hoher Berg an Arbeit, der (augenscheinlich) noch on top zur Herausforderung „Nüchternheit“ hinzukommt.
Aber: „How to eat an elephant? Bite by bite.“ Und glaubt mir: Die Mühe lohnt sich.
Ich werde, für die, die es interessiert, in meinem eigenen Faden meinen Ansatz mal detailliert aufdröseln. Das heißt ja in keiner Weise, dass man dem folgen muss – es ist nur ein Impuls und ein Angebot. Ob man sich darin wiederfindet oder es für valide hält, kann dann jeder für sich selbst entscheiden.
Dann gehen wir mit dem Thema auch wieder aus Loner Faden raus, damit er bei sich bleiben kann.
Hallo Kogge und Sparkassen_Helga ,
ich zitiere mal eure beiden Beiträge bzgl. Sport aus Loners Thread RE: Der Winter ist da, um den Austausch hier in Kogges Thread fortzusetzen.
Es spricht überhaupt nichts dagegen Sport zu machen, im Gegenteil spricht - wissenschaftlich belegt - sogar einiges dafür.
Ich selbst lernte im Laufe meiner Beschäftigung mit unserer Suchtproblematik das Thema „Suchtverlagerung“ kennen. Denn gerade bei uns, die wir bereits einmal einer Sucht verfallen sind, besteht durchaus diese Gefahr. Während meiner Beschäftigung mit dem Thema „Die Neurobiologie der Sucht“ begriff ich auch, warum bei uns diese Gefahr besteht.
Als Honk hier seinen Thread RE: Create your best self eröffnet hatte, deutete sich u.a. das Problem einer möglichen Suchtverlagerung an.
Seine Formulierung „Create your best self“ wurde hier kritisch gesehen, weil darin ein leistungsorientierter Weg angelegt ist oder angelegt sein kann.
Ein „Höher, schneller, weiter - Modus“ wiederum wird heutzutage aus sehr berechtigten Gründen durchaus kritisch hinterfragt. Die Gründe dafür liegen auf der Hand, wenn wir uns der Schattenseiten unserer modernen Hochleistungsgesellschaft bewusst werden.
Mein Wunsch wäre, dass mehr Menschen, gerade mit unserer Vergangenheit, wieder mehr strahlen und aktiv sind, anstatt in einer Art Wehmut zu verharren. Gerade weil die Sucht so tückisch ist, darf man ihr keine Angriffsfläche bieten. Durch Aktivität muss eine breite, positive Schutzmauer gebaut werden. Damit man stabil steht, auch wenn schlechte Zeiten kommen, und kein Rückfall droht.
Bin ich völlig bei dir und andere hier mit Gewissheit auch, deswegen ist uns das Thema „Selbstfürsorge“ hier ja so ein besonderes Anliegen.
Wir haben in unserem Artikel Was uns hilft, nicht mehr zu trinken? - Bewusst nüchtern leben: Chance, Freiheit, Fundament, Gewinn aus gutem Grund das hier aufgenommen:
| Um zu genesen, muss eine äußere wie auch innere Entwicklung bewusst angestoßen werden. Dies findet nicht in der Komfortzone statt, es befindet sich im Bereich der Herausforderungen. Das ist gerade am Anfang anstrengend, auch deswegen, weil das Gehirn mit Neuem zu füttern eine Herausforderung ist. Auch offenbaren sich im Laufe der Abstinenz nicht selten Löcher im Leben, die mit Alkoholkonsum gestopft oder verdrängt wurden, sie werden mit zunehmender Dauer der Nüchternheit und der daraus folgenden Klarheit und Bewusstheit immer sichtbarer. |
Es spricht insofern überhaupt nichts dagegen, in Aktion zu kommen. Im Gegenteil ist, aktiv etwas für Körper und Geist zu tun, das, was wir hier nur jedem raten können. Nur kommt es dabei eben auch darauf an, ein gesundes Maß zu finden.
Und das ist für uns, die wir bereits einmal einer Sucht verfallen sind, unter Umständen gerade wegen einer möglichen Suchtverlagerung wiederum eine Herausforderung.
Für mich ist es so, dass ich den inneren Teufel bloß stelle indem ich es thematisiere / mit anderen drüber schreibe. Allein damit nehme ich ihm schon viel Wind aus den Segeln.
Unter anderem dafür ist so eine Selbsthilfegruppe von Selbstbetroffenen wie diese hier ja auch gedacht: Das, was einen beschäftigt, zu thematisieren.
Manchmal hat mir allein schon das Teilen selbst geholfen, mich (wieder) zu sortieren. Manchmal habe ich gerade aus dem Austausch mit anderen weitere Perspektiven gewonnen. Manchmal haben sich für mich durch den Austausch mit anderen auch Lösungen ergeben, an die ich selbst zuvor nicht oder nicht genug gedacht hatte.
Ich hab mich gefreut, als ich die Beiträge der anderen hier gelesen habe.
Aber es gibt eben auch viele Rückfälle, sogar Leute die schon jahrelang trocken waren, sind deshalb nicht automatisch safe.
Deswegen hat mich zum Beispiel das Thema „Rückfallprophylaxe“ so interessiert und das, was die Rückfallforschung bislang so zutage gebracht hat.
Und das, was ich dazu so herausgefunden habe, habe ich in einigen Beiträgen hier im Forum weiterzugeben versucht, ausführlich zum Beispiel im Thread RE: Muss ich den Rest meines Lebens immer vor einem Rückfall Angst haben?
Was mich persönlich andernorts gestört hat, war, wie dort Angst vor allen möglichen Triggersituationen geschürt wurde. Deswegen bemühe ich mich hier bei uns im Forum stets darum, davor eben keine Angst zu machen, sondern lediglich dafür zu sensiblisieren, dass das eben passieren kann und dass man sich dafür möglichst tragfähige Bewältungsstrategien zulegt.
Hallo Loner ,
ich zum Beispiel sehe das nicht so dramatisch wie Emily .
Du magst zur Zeit etwas mehr mit Triggern zu tun haben, aber entscheidend finde ich, wie du damit umgehst. Und du aktivierst alles, was dir zur Verfügung steht, und du nutzt die Möglichkeit dieses Forums.
Und dabei erfährst du, was tatsächlich hilfreich für dich ist.
Kommt es nicht genau darauf an?
Ich habe u.a. durch dieses Forum hier zwei Sichtweisen kennengelernt. Deshalb hat das auch Eingang in den Artikel Bewahrung der eigenen Abstinenz durch „Selbstfürsorge“ gefunden:
Darüber, wie es nun weitergehen kann, bestehen unterschiedliche Sichtweisen: Den einen trockenen Alkoholikern genügt es, sich einfach vor Augen zu halten, wie es war, wenn sie „gesoffen“ haben. Diesen genügt es, in kritischen Situationen zu wissen, was sie wollen, und sie gehen solchen Situationen nicht unbedingt aus dem Weg, sondern betrachten sie eher als Trainingsfeld. (Konfrontation)
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Ich persönlich hab von beiden gelernt und ich selbst bin in meinen ersten beiden Jahren einen Mittelweg zwischen Vermeidung und Konfrontation gegangen.
Gerade bin ich mit einem Hörbuch durch, das in Richtung „Biographische Entdeckergeschichten“ geht. Vielleicht für dich, Sparkassen_Helga interessant?
Eva Tind, „Die Frau, die die Welt zusammenfügte“ gelesen von Elisabeth Günther.
Der Roman erzählt die Lebensgeschichte der dänischen Zoologin und Entomologin Marie Hammer, die über Moosmilben forschte. Aus den Daten ihrer vielen Forschungsreisen in alle Kontinente konnte sie die Theorie der Kontinentalverschiebung von Alfred Wegener stützen.
Hallo Alex75 ,
Ich bin voller Hoffnung und voller Zweifel...
das kann ich nachvollziehen, weil uns das damals mit meinem Vater so ergangen ist. Wir hofften, dass nun endlich alles gut wird, und gleichzeitig trauten wir der Sache nicht so recht. Deswegen beobachteten wir auch immer sehr genau und entwickelten, wie oben schon gesagt, sehr feine Antennen.
Bei uns kreiste, wie gesagt, immer alles um ihn, und während ich deinen letzten Beitrag lese, fällt mir auf, wie sehr der Fokus auf ihm liegt. Ich lese da wenig, wie es DIR eigentlich geht. Was macht das mit dir, ihn nach dem Lager fragen zu müssen und es wegmachen zu müssen. Er redet und schreibt über Sex, aber was macht das mit dir? Er darf am Sonntag für eine Belastungsprobe nach Hause, aber wie geht es dir damit?
Ist es euch auch bekannt, das wenn der Alkohol nicht mehr der beste Freund ist, sich das Sexleben wieder aktiviert ?
Sex stimuliert das sogenannte Belohnungssystem. Alkohol macht das auch. Im Unterschied zu Sex muss man sich bei Alkohol nicht dafür anstrengen. Deshalb und aufgrund von komplexen Anpassungsprozessen in der Neurobiologie des Gehirns schläfert Alkoholmissbrauch nahezu alles ein.
Diese Anpassung bildet sich im Lauf der Abstinenz wieder zurück, es sei denn, die Schäden sind zu groß und irreparabel.
Liebe Grüße
Hallo Stilles Wasser ,
von mir ein ganz großes Dankeschön für dein Engagement hier.
Im Moment fühle ich mich tief berührt vom Leben.
Das klingt wunderschön, insbesondere vor dem Hintergrund, was hinter dir liegt.
Ich hoffe, wir dürfen dich weiterhin ab und zu hier lesen.
Viele liebe Grüße
AmSee
Damit meine ich, dass sich die 1. Woche von der 8. sich nicht Unterscheiden wird. Bezogen auf Aktivitäten oder Beschäftigungen. Es ist einfach sehr sehr wenig vorhanden.
Woher willst du das jetzt schon wissen? Aus der Anschauung von ein paar Tagen oder hast du Therapiepläne von denen, in der 7 und 8 Woche sind, bereits eingesehen?
Ich gehe mal genau darauf ein:
ich war dermaßen unterfordert, unterbeschäftigt, auch gelangweilt, dass ich es nur schwer ertragen konnte ... Ruhe, Alleinsein = beschäftigungslos, musste ich erst lernen, in einer völlig fremden Umgebung mit arg begrenzten Mittel, fiel mir das sehr schwer.
Das mag sein, dass das einem Menschen mit ADHS noch schwerer fällt als einem „normalen“ Menschen, aber denkbar ist, dass genau das zur Therapie dazugehört.
Denke ich an die vielen Gründe, aus denen Selbstbetroffene sich mit Alkohol selbst behandelt haben, oft Überforderung, manchmal auch Unterforderung, sehe ich die Möglichkeit, dass die einen erstmal von ihrer Überforderung runterkommen und bei denen anderen ihr Problem sehr klar zu Tage tritt. Wenn sie in der Einrichtung gute Psychologen haben, dürfte das eine wie das andere im Laufe der Zeit Thema werden.
Was soll sich bis Woche 8 ändern wenn nichts da ist.
Was meinst du damit?
Ich empfinde es nicht als Vergeudung, weil ich dann so richtig schön bei mir selbst bin.
Das hört sich doch gut an, dass du dann so richtig schön bei dir bist. Was sollte daran dann verkehrt sein?
Seine Freude zum Treppensteigen zu entdecken, kann ja nicht gerade das Ziel sein oder doch?
Nee, ich bezweifle sehr, dass das das Ziel ist.
Vielleicht erfährt Nobs ja im Laufe der Zeit, ob es Gründe gibt, warum man das dort so handhabt, und teilt diese Gründe mit uns?