Beiträge von AmSee13

    Insta und Tiktok haben mich tatsächlich nie interessiert, ich hab das nur mal über meinen Mann kennengelernt, weil der aus beruflichen Gründen damit zu tun hatte.
    Bei FB ich überhaupt erst gelandet, um in Kontakt mit alten Schulkameraden kommen, die ich nach dem Schulabschluss aus den Augen verloren hatte. Das hat teilweise auch geklappt.

    Als ich näher vertraut mit FB wurde, entdeckte ich die eine oder andere für mich zum jeweiligen Zeitpunkt interessante Gruppe und hab eine Weile von dem Informationsaustausch dort profitiert. Inzwischen interessiert mich dort tatsächlich nur noch eine Gruppe, ich schaue aber nur noch sporadisch rein. Die anderen Gruppen habe ich inzwischen wieder verlassen und insgesamt auch das Interesse an FB verloren.

    Und jetzt beim Schreiben denke ich gerade, wie bizarr es mir scheint, im Internet gegen das Internet zu argumentieren. Aber tatsächlich finde ich es gerade hier in diesem Forum sinnvoll.

    Das World Wide Web bietet sowohl Chancen als auch Nachteile, ist sowohl Segen als auch Fluch. Wie so viele Erfindungen ist es auch vor Missbrauch nicht sicher, insbesondere wenn man damit viel Geld machen und wenn man damit Menschen beeinflussen kann.

    Entscheidend ist meines Erachtens, auch damit bewusst und reflektiert umgehen zu können. Seine Chancen zu nutzen und seine Nachteile immer wieder im Auge zu behalten und sich davor nach Möglichkeit selbst zu schützen.
    Machen wir uns nichts vor, da arbeiten richtige Profis im Hintergrund. Deren diverse Tricks zu durchschauen und sich möglichst dagegen zu schützen, wird stets eine Herausforderung bleiben. Sich dem gar nicht mehr auszusetzen, ist meines Erachtens auch keine wirkliche Option.

    Paul , wie wär’s, wenn du dein jeweiliges unmittelbares Gegenüber einfach mal freundlich und ernsthaft an seiner Antwort interessiert fragst, warum er/ sie dies oder jenes tut, statt im stillen Kämmerlein (so wirkt dein Schreiben manchmal) irgendwelche eigenen, nicht selten stark verallgemeinernde Theorien zu entwickeln?

    Bighara hat gestern etwas geschrieben:

    Es wurde/wird mit Psych-Labs bei der Ausgestaltung von Handys und Apps zusammengearbeitet. Das Handy ist darauf ausgelegt, möglichst viel Zeit davor zu verbringen und dort Geld zu lassen. Es wurde von Menschen konzipiert, die wissen, wie unser Hirn arbeitet und wird gegen uns eingesetzt, um es mal zugespitzt zu formulieren.

    Hast du dich mal ernsthaft damit beschäftigt?
    „Bewusstsein“ ist in diesem Zusammenhang sicherlich hilfreich, aber du machst es dir zu einfach, alles auf diese „Lösung“ zu reduzieren.
    Und denk bitte mal ernsthaft über die Konsequenzen einer „Abstinenz“ vom Handy und vom Internet nach! Kennst du irgendeinen Beruf, in dem es tatsächlich heutzutage noch ganz ohne Handy und Internet geht?
    Denk mal darüber nach, in welchen Bereichen deines Privatlebens du heute tatsächlich noch ohne Handy und Internet auskommst.
    Kriegst du Bankgeschäfte ohne Internet hin? Hast du in letzter Zeit mal ein neuen Telefonanschluss gebraucht oder Probleme mit deinem Telefonanschluss gehabt?
    Und und und….

    Sehr viele Menschen trinken ständig Alkohol, das wird als normal angesehen. Alkohol zu trinken gilt als normal. Bekennt man sich aber öffentlich dazu eine Alkoholikerin zu sein, ist man unnormal. Wenn man auch noch sagt, dass man keinen Alk mehr trinkt, weil man trockene Alkoholikerin ist, dann ist man noch unnormaler.

    Dabei sind wir Helden 🥹

    Jupp, konkret auf ein Beispiel übertragen, wie sich das mit dem „normal“ so verhält. 😉


    Irre, nicht? In diesem Fall bist offenbar auch du gar nicht mal so „normal“, wie du‘s bislang gedacht hast…. - Dein Problem sind die Normalen. 🤣 Zwinker

    Ein bisschen Humor muss sein, oder?

    Aber jemandem die Ehre erbieten, weil er spießig ist?

    Wie soll man das verstehen? Niemand muss irgendwem die Ehre erbieten.

    Ich schalte mich da mal ein, weil ich den Eindruck habe, dass es im Zusammenhang mit dem ichso verwendeten Begriff „spießig“ und dem von Sparkassen_Helga verwendeten Begriff „despektierlich“ zu Missverständnissen gekommen ist.

    ichso hat als Quelle Wiktionary für den Begriff „despektierlich“ verwendet. Ich vermute mal, um zu klären, was dieser Begriff eigentlich bedeutet.

    Ich hab diesen Begriff selbst letztens verwendet, um zum Ausdruck zu bringen, dass ich eine Formulierung für abschätzig/ gering schätzend/ herablassend anderen gegenüber gehalten habe und das nicht in Ordnung fand.

    Der Begriff „Spießer“ ist, wie die Diskussion hier gezeigt hat, kein einfacher Begriff. Vor einigen Jahrzehnten wurde er ganz sicher abwertend verwendet. Ober er heute noch eine solche abwertende Bedeutung hat und ob ichso ihn tatsächlich abwertend verwendet hat, wie Sparkassen_Helga es wohl aufgefasst hat, ist meines Erachtens offen.


    Ist das so, dass „Normale“ andere ausgrenzen?

    Ich hab nicht ohne Grund u.U. (= unter Umständen) dazu geschrieben. Bezüglich Verallgemeinerungen oder Pauschalisierung bin ich aus gutem Grund immer sehr vorsichtig.

    Doch sagen wir‘s mal so: Ich selbst habe Ausgrenzung durch sogenannte „Normale“ mehrfach an verschiedensten Orten, in verschiedensten Situationen und Lebensaltern erlebt und darunter gelitten. Und ich hab das auch in Bezug auf andere, die nicht einer gewissen ungeschriebenen, aber allgemein in den jeweiligen Gruppen von Menschen anerkannten „Norm“ entsprachen, beobachtet.

    Aber wer oder was ist denn überhaupt Normal?

    Eine gute Frage! Spannend, genau darüber habe ich schon als Fünfzehnjährige nachgedacht und mich mit einer erwachsenen Bekannten ausgetauscht….

    Was „normal“ ist, definieren in gewisser Weise die jeweiligen Gruppen, ohne dass sie sich dessen unbedingt überhaupt bewusst sind. Als „normal“ gilt das, was von einer Mehrheit übereinstimmend als „Norm“ anerkannt wird. „Norm“ ist das, was der Mehrheit vertraut ist, für selbstverständlich und richtig gehalten wird und allgemein erwartet wird.

    Aber wie gesagt, ich habe nicht mal Idee was mir gut tut und was ich eigentlich möchte. Das muss ich erstmal rausfinden.

    Gib dir ruhig Zeit. Ich wusste das bis vor ein paar Jahren auch nicht. Doch nachdem ich mit der Suche angefangen hatte, fand ich ganz allmählich meine Antworten.
    Ich hab dann im Laufe der Zeit dies und das ausprobiert, manches ist geblieben, anderes war nur eine kleine Weile von Interesse.

    Ich umgebe mich gerne mit normalen, seelisch gesunden Leuten. Sie sind einschätzbar und bereichern mein Leben. Ich brauche keine kaputten Menschen, die ihre Probleme zu meinen machen.

    Also, die Menschen, mit denen ich mich gern umgebe, sind Menschen, die sich für mehr als das Oberflächliche interessieren. Ich kann grundsätzlich zwar auch Smalltalk, aber das interessiert mich nicht wirklich.
    Die Menschen, mit denen ich mich gern umgebe, sind in gewisser Weise weder „normal“, noch „kaputt“. Es sind Menschen, mit denen die Chemie einfach stimmt.
    Menschen, ob nun kaputt oder nicht, „die ihre Probleme zu meinen machen“ sind für mich Energiefresser. Denen gehe ich inzwischen nach Möglichkeit aus dem Weg.

    Apropos „Spießer“: Muss dabei immer mal wieder an diese Werbung mit dem Schauspieler Ingo Naujoks denken, in der das Kind sagt, „Wenn ich groß bin, möchte ich auch Spießer werden.“. Ich fand die Werbung köstlich. 🤣

    https://youtu.be/2pcE9nLqE2Y?feature=shared

    Ich unterhielt mich vor vielleicht 15 Jahren mal mit meinem damaligen Chef, der 30 Jahre älter war als ich, über den Begriff „Spießer“. Weiß nicht mehr, wie es dazu kam. Ich äußerte damals meinen Eindruck, dass der Begriff inzwischen eher nicht mehr negativ verwendet würde.

    Angesichts dessen, was hinter mir lag, schien es mir damals nicht unerstrebenswert in gewisser Weise ein Spießer zu sein. Für mich war damit die Vorstellung von Sicherheit und beruhigender Normalität verbunden. Anders zu sein als „die Normalen“ empfand ich den größten Teil meines Lebens als nicht besonders angenehm, das war für mich mit kaum erträglicher Unsicherheit , mit Angst und Verlorenheit verbunden. Ich hab ewig und drei Tage versucht, mich anzupassen und unsichtbar zu sein. Das war ungeheuer anstrengend.


    Was ist eigentlich an einem spießigen Leben schlecht? Vielleicht zu langweilig, zu viele Routinen? Vorhersehbarer Alltag.

    Emily , daran ist meines Erachtens nichts schlecht. Das Problem besteht im Grunde nur für den, der nicht zu den „Normalen“ zählt, weil ihm/ ihr u.U. Ausgrenzung und Schlimmeres durch „die Normalen“ widerfährt.
    Ich gehöre in gewisser Weise zu denen, die‘s nicht sind. Vor einigen Jahren empfahl mir mein Neurologe das Buch von Manfred Lütz, „Irre - Wir behandeln die Falschen: Unser Problem sind die Normalen - Eine heitere Seelenkunde“. Der Perspektivwechsel, zu dem mich das Buch inspirierte, war befreiend für mich.

    Moin ichso,

    ich werde dir irgendwann später etwas zum Inhalt deines letzten Posts antworten.
    Ich finde, dass es von Achtsamkeit und Selbstfürsorge zeugt, dass du zum einen bei dir bemerkst, wie es dich belastet, wenn hier alte Themen von dir doch wieder hochkochen, und dann zum anderen ganz bewusst das Handy aus und dein Hier und Jetzt/ die Welt anmachst.

    Und weil ich diese Achtsamkeit und Selbstfürsorge für sehr, sehr wichtig halte, lasse ich mir auch Zeit mit dem Antworten. Zwinker.

    Ich wünsche dir einen angenehmen, sonnigen Tag.

    Hallo Emily,

    Danke dir für dein Teilen. Das freut mich für dich, das zu lesen. Es klingt auch, als wenn du in Bezug auf deine Erkältung übern Berg bist. 🍀👍

    Ich denke, das, was du da gerade für dich entdeckst, ist der besonders schöne Teil jenes Genesungsprozesses, der sich im günstigen Fall einstellt, wenn der Blick im Laufe der Abstinenz immer freier und weiter wird für weitere Möglichkeiten, Chancen und Perspektiven der Selbstfürsorge.

    Das was du über deine persönlichen bisherigen Antreiber schreibst, kommt mir sehr bekannt vor. Ich war das auch gewohnt, bis eben der Punkt kam, an dem das nicht mehr ging, weil ich viel zu lange und zu weit über meine Energiereserven gegangen war.

    Bei mir hatte, dass ich nicht anders konnte, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mit meiner persönlichen Prägung als EKA zu tun, aber man muss nicht zwangsläufig Erwachsenes Kind aus dysfunktionaler Familie sein, um sich solche Antreiber zu eigen zu machen. In meiner Schwiegerfamilie ist alles „normal“ gelaufen, aber die sind mit Sicherheit durch das protestantische Arbeitsethos (Pflicht zur Arbeit, Treue und Fleiß in der Arbeit und Ergebung in die vorgefundenen Arbeitsbedingungen) geprägt und haben herzlich wenig gelernt, sich genug um sich selbst zu kümmern, zu entspannen, zu genießen und auszuruhen.

    Ich wünsche dir viele schöne neue Entdeckungen auf deinem Weg, dich um dich selbst zu kümmern. 🍀


    Liebe Grüße

    AmSee

    Moin ichso ,

    ich bin ja nun ein solches EKA, aber ich lese deine Beiträge nicht aus der Perspektive eines EKA auf seine Eltern, sondern aus der Perspektive einer Selbstbetroffenen, die in den vergangenen Jahren einen Genesungsprozess erfahren durfte.

    Ich kann so manches, was du von dir teilst, aufgrund eigener Erfahrungen und/oder Beobachtungen recht gut nachvollziehen. Auch hab ich im Laufe der Jahre begriffen, inwiefern das, was in meiner Familie war (und bei denen, die noch leben, noch immer fortwährt) systemisch war.

    Aus den verschiedensten Puzzleteilen an Informationen, in deren Kenntnis ich im Laufe meines Lebens geriet, ergab sich irgendwann ein umfangreicheres Bild über mehrere Generationen meiner Familie. Darin konnte ich mich dann einordnen und so manches im Nachhinein nachvollziehen, vielleicht sogar verstehen und als „Ist (bzw. war) halt so.“ akzeptieren.

    Das war aber nun meine Art damit umzugehen. Meine Schwester (soweit ich weiß auch meine Cousins und Cousinen) ist nicht diesen Weg gegangen, sondern hat einen Deckel draufgemacht (und auf ihre Weise so manchen „Fehler“ in meiner Familie wiederholt). - So, wie ich das sehe, konnte sie aus Selbstschutz nicht anders und sah sich später als Mutter zweier Kinder aus Verantwortungsgefühl gegenüber ihren Kindern nicht in der Lage, sich diese Schwäche leisten zu können, die zeitweise eintritt, wenn der Deckel mit professioneller Hilfe gelüftet wird…. -

    Soweit ich weiß, leiden alle in meiner Verwandtschaft auf ihre Weise an den Verletzungen und Fehlern unserer Familiengeschichte. „Ist halt so.“ 🤷‍♀️ Es liegt bei ihnen, jetzt neu anzufangen und das Ende zu ändern.

    Moin ichso,

    die Formulierung „Ich kann nicht mit "netten Normalen". Das ist so ein Lebensmuster. Geboren und aufgewachsen im Drama, später viele Ortswechsel und selbst Regisseurin meines eigenen Suchtdramas“ wirkt, als wenn du da negativ über dich sprichst….
    Ist das so? Sprichst du da negativ über dich?


    Und was das andere angeht…. Siehe das Motto unter meinem Beiträgen…

    Alles hat seine Zeit, meine Liebe. Auch Trauern…


    Hier im Netz ist es so supereinfach. Ich quengel bissi rum, irgendjemand liest es, selten Antwort, aber ich bins gut los. Also ohne echte Konsequenz.

    Hier habe ich insbesondere durch wolfsfrau erkannt, dass es mitunter nur ums Teilen geht und nur ums Teilen und nicht mehr…

    Liebe Grüße

    AmSee

    Ach das tut mir leid 🤒 Wahrscheinlich ist meine Wahrnehmung gerade so in die andere Richtung, weil ich trotz Geschufte in der Wohnung seit Tagen erfreulich wenig Knochenschmerzen habe 🙃 Wünsche allen Schnupfennasen nur das Beste 🍀🍀🍀🌞😊

    Nevermind, liebe ichso , das freut mich für dich, dass du trotz Geschufte in der Wohnung erfreulich wenig Knochenschmerzen hast. 👍

    Danke dir für die guten Wünsche. ☺️

    Was ich noch wichtig finde bei Erkältung oder Unwohlsein wegen irgend was anderem: Die Erkenntnis, dass es mir auch mal schlecht gehen darf. Sonst wäre der Genuss der Gesundung nicht spürbar. Und das ich das aushalten will ohne Suchtmittel. Weil ich es kann.

    Ich kann das durchaus nachvollziehen und mache mir diese Perspektive nach Möglichkeit auch zu eigen, aber mir zum Beispiel ging’s heute aufgrund der Erkältung, die mich ebenfalls erwischt hat, zwischendurch so elend, dass diese Perspektive für mich völlig abwegig war. Klar kann ich auch das aushalten, aber ich hätte doch liebend gern darauf verzichtet. 😜