Beiträge von AmSee13

    Was ich damit meine: Ein Rückfall kommt nicht aus heiterem Himmel, zumindest bei mir nicht. Achtsam sein, Anzeichen ernst nehmen hilft. Noch mal: ich will Rückfälle nicht schönreden. aber die Tatsache und der Glaube, dass man nach einem Rückfall auch wieder aufstehen kann, hat mich vor dem Absturz bewahrt.

    Danke dir Tom , dass du deine eigene Erfahrung hier einbringst. Ich halte das für wichtig und für den Fall der Fälle auch für sehr hilfreich.

    In dem genannten Erklärvideo wird am Ende ein sogenannter „Notfallplan“ für den Fall eines Rückfalls thematisiert. Er wird mit einem „Erste Hilfe Kurs“, wie man ihn zum Beispiel fürs Autofahren benötigt, verglichen.

    Im Prinzip geht’s dabei nur darum, dass man mit dem entsprechenden Wissen eher vorsichtiger unterwegs ist. Also nicht nach dem Motto „Jetzt kann ich ja absichtlich gegen einen Baum fahren, jetzt hab ich ja gelernt, wie ich mich wieder abkratzen kann.“ (Zitat aus dem Erklärvideo)

    Am Ende sagt der Sprecher „Wenn Sie sich also in ihrer Behandlung nur um ein einziges Thema kümmern wollen, dann sollten Sie sich um das Thema „Rückfall“ kümmern.“


    Aber es soll schon Fälle geben, wo ein Schluck wieder zur Abhängigkeit führt. Das sind dann doch aber eher solche, die körperlich abhängig waren oder sehe ich das falsch? Was mir bei mir aufgefallen ist, dass ich nach den Ausrutschern wieder mehr den Fokus darauf gelenkt habe.

    Nein, Ciara, meiner Kenntnis nach sind das nicht eher nur solche, die körperlich abhängig waren, sondern das trifft durchaus auch solche, die „nur“ psychisch abhängig waren.

    Rückfällige sind auch nicht unbedingt gleich wieder voll drauf, aber, wie dir aufgefallen ist, ist nach Ausrutschern oder Rückschlägen oder einem Rückfall wieder mehr der Fokus auf Alkohol.

    Wenn man sich noch einmal bewusst macht, wie Alkohol wirkt, wird vielleicht auch klarer, warum der Fokus nach Ausrutschern oder Rückschlägen oder einem Rückfall wieder mehr auf Alkohol liegt.

    Alkohol sorgt für eine Freisetzung von Dopamin in unserem Belohnungssystem und das auch noch sehr viel schneller und sehr viel höher (50 bis 100 Prozent!) als das auf natürlichem Weg zu erreichen ist. Darüber hinaus wird der Botenstoff Serotonin freigesetzt, der stressmindernd, angstlösend und beruhigend wirkt, sowie der Botenstoff GABA (Gamma-Aminobuttersäure), der die Aktivität der Nervenzellen hemmt und auf diese Weise beruhigend und entspannend wirkt.

    Und da liegt sozusagen das Problem: Weil Alkohol zu dieser positiven Wirkung führt, wird das Verlangen danach stärker. Und deshalb liegt der Fokus wieder mehr auf Alkohol.

    Ich frage mich, muss ich dann den Rest meines Lebens immer vor einem Rückfall Angst haben? Bin ich dann jemals überhaupt frei? Das bleibt doch für immer im Hinterkopf? Oder wie seht ihr dass.

    Hallo Emily,
    also, ich habe keine Angst vor einem Rückfall.

    Das liegt zum einen daran, dass ich mich befreit vom Alkohol fühle und nicht im Mindesten das Gefühl habe, den Alkoholkonsum zu vermissen

    - in einem anderen Zusammenhang habe ich irgendwo hier mal davon geschrieben, mich von einer Art von „Gehirnwäsche“, dass Alkohol zum Leben selbstverständlich dazu gehöre, befreit zu fühlen, geschrieben -,


    Zum anderen liegt das daran, dass ich mich näher damit beschäftigt habe, warum und wie es zu Rückfällen kommt, und entsprechend Selbstfürsorge betreibe.

    Erklärt wird, was die Rückfallforschung in den vergangenen Jahrzehnten an Erkenntnissen gewonnen hat, meines Erachtens ganz gut in dem Erklärvideo von Prof. Lindenmeyer von den Salus-Kliniken, das ich hier schon öfter erwähnt habe: https://www.salus-kliniken.de/lieber-schlau-…au-auf-der-a61/

    Schau dir die Beiträge anderer Nutzer hier, die tatsächlich rückfällig geworden sind und über ihre eigenen Erfahrungen geschrieben haben, mal zusätzlich mit dem Wissen aus dem genannten Erklärvideo an. Rückfälle geschehen nicht wirklich „aus heiterem Himmel“.


    Liebe Grüße

    AmSee

    Moin Ichso,

    dann wünsche ich dir erstmal, dass es deinem Arm bald wieder besser geht und du von weiteren unangenehmen Nebenwirkungen verschont bleibst. 🍀

    Das mit dem „Gefühl von Erntezeit“ und „großes Geschenk im Kopf hört sich schön und hoffnungsvoll an. 👍 Ich wünsche dir Freude und Erfolg bei den Vorbereitungen und dann eine schöne und angenehme Feier.

    Viele Grüße

    AmSee

    Hallo Ichso,

    Ich arbeite dran. Immer und immer wieder. Manches geht einfach nicht weg.

    du teilst, dass du dein religiöses Zuhause in Jesus gefunden hast. Vielleicht findest du dort im Laufe der Zeit das, was du suchst. Vergebung ist im Christentum ein zentrales Thema.

    ————

    Eine Bitte habe ich als Moderatorin: Halte dich hier im Forum bitte mit wertenden und politisierenden Äußerungen zurück.

    Hallo Ichso,

    ich hatte dir geschrieben, dass ich dir irgendwann später etwas zum Inhalt eines Posts schreiben werde.

    Und eben frage ich mich beim schreiben, darf ich als Mutter zeitweise "hassen"? Wobei ich nicht den Mensch hasste, sondern das Verhalten. Und darf ich zuviel Angst haben, um Kontakt zu meinem jüngsten Sohn zu suchen? Weil er seit Jahren (nach Aussagen von Verwandten) konsumiert und dealt?

    Ich hab das bewusst nicht in den letzten Tagen gemacht, nach meinem Empfinden war Abstand zunächst wichtiger und dann kamen noch anderen Themen dazwischen.

    Warum sollte eine Mutter nicht enttäuscht, verletzt, traurig, wütend usw. vom Verhalten ihres (erwachsenen) Kindes sein dürfen? Weil sie Mutter ist und deswegen schon per Definition keine negativen Gefühle haben darf?
    Auch eine Mutter ist „nur“ ein Mensch mit allem, was dazu gehört. Und wenn das Verhalten eines anderen, auch des eigenen Kindes, ihm selbst und/ oder anderen schadet, darf sie auch entsprechend darüber denken und fühlen.

    Gefühle kommen doch einfach auf, sind da. Und Gefühle haben in der Regel durchaus ihre Berechtigung, sind Hinweisgeber.

    Dein Sohn ist inzwischen erwachsen, ist eigene Wege gegangen, trifft eigene Entscheidungen. Das können gute und schlechte Entscheidungen sein, liegt aber in seiner Verantwortung, nicht (mehr) in deiner.

    Und da stehst jetzt du, die Mutter, die enttäuscht, verletzt, traurig, wütend usw. ist vom Verhalten ihres erwachsenen Kindes. Was spricht denn dagegen, das zu fühlen?
    Was spricht dagegen, Angst zu haben, den Kontakt zu suchen? Möglicherweise ist die Angst auch sehr berechtigt und dient sogar deinem Selbstschutz? Und du bist schließlich verantwortlich für dich selbst, oder nicht?

    Danke dir, Paddy , für deinen kritischen Post.
    Ich hab mir den Artikel bereits durchgelesen, als Stilles Wasser den verlinkt hatte.
    Ich sehe das nicht ganz so kritisch wie du, aber vielleicht lese ich sowas auch anders, weil ich grundsätzlich zum Hinterfragen geneigt bin, inzwischen aber auch aus Selbstschutz nicht mehr alles an mich heranlasse.

    Da ich selbst recht wenig mit digitalen Beziehungen und social Media zu tun habe und das größtenteils nur durch Beobachtung oder wenn/weil es in meiner Familie oder bei Freunden eine gewisse Rolle spielt, mitbekomme, hat es für mich verhältnismäßig wenig Relevanz.

    Diese Formulierung, auf die du dich bezogen hast, halte auch ich für zugespitzt, aber mich zum Beispiel hat das nicht sonderlich gestört. Ich selbst hab sie genutzt, um mich zu hinterfragen, ob das auch auf mich zutreffen könnte. Nö, bin nicht betroffen. Ob das für andere tatsächlich relevant ist, kann ich nicht beurteilen, muss ich aber auch nicht.

    Es gibt einen Wikipedia-Artikel zu dieser Doku: https://de.wikipedia.org/wiki/Das_Dilem…sozialen_Medien

    Die Doku setzt sich kritisch mit den Folgen von sozialen Medien für die Gesellschaft auseinander. Dargestellt werden die Folgen anhand einer fiktiven Familie, u.a. mit zwei Teenagern im unterschiedlichen Alter. Unterbrochen wird Handlung durch Interviews mit verschiedenen US-amerikanischen Persönlichkeiten aus dem Umfeld der großen Social-Media-Firmen. Dabei erfährt man, wie manches ursprünglich mal gedacht war und wohin es sich dadurch, dass sich damit richtig , richtig viel Geld verdienen lässt, entwickelt hat.
    Das war für mich ziemlich aufschlussreich, an wie vielen Stellschrauben da so gedreht worden ist und gedreht wird, um Menschen so lange wie nur irgendmöglich am Handy/ Internet zu halten, ohne dass sie das überhaupt merken.
    Die US-amerikanischen Persönlichkeiten aus dem Umfeld der großen Social-Media-Firmen, die interviewt werden, sind solche, die selbst von den Entwicklungen alarmiert und höchst besorgt sind.

    Es gibt zu dem Thema auch eine Doku auf Netflix "Das Dilemma mit den sozialen Medien", die aufzeigt wie das Internet süchtig macht.

    Danke an Helga für den Tipp. Ich bin erst gestern dazu gekommen, mir die anzusehen.
    Manches hatte ich mir schon gedacht oder irgendwo mal was entsprechendes aufgeschnappt, aber in dem Umfang war mir das tatsächlich noch nicht so bewusst.

    Mich betrifft das tatsächlich auch nicht so sehr und ich muss sagen, dass ich, nachdem mir durch diese Doku das gesamte Ausmaß bewusst wurde, dankbar dafür bin, dass ich älter war, als das losging.

    Mir wurde auch noch bewusster, worauf Bighara mit ihrem Rechenbeispiel anspielt…


    Obwohl ich von der ganzen Problematik nicht so sehr betroffen bin, beherzige ich einige der Tipps, die ganz am Ende der Doku im Abspann genannt werden. Die eine oder andere App hab ich gelöscht, mir vorgeschlagene Empfehlungen (bei Googlesuche oder YT) werde ich nicht mehr einfach anklicken, allgemein werde ich meinem Umgang mit Handy/Tablet mehr im Blick behalten und ggf. noch weiter reduzieren.

    Nun denn, ichso bemüht sich, dann will ich auch mal ein bisschen Senf dazugeben.
    Ich gehe nur auf zwei Formulierungen von dir, Paul , ein, an denen ich mich störe.

    Handygefängnis ...🤣, braucht's nichts eher eine (andere) "Gehirnbefreiung"? Einen Kurs in Kommunikation, Aufmerksamkeit/Interesse dem Anderen gegenüber? Je mehr wir verlernen miteinander zu kommunizieren, desto mehr verfallen wir doch diesem Schwachsinn.

    Nicht nur das Smiley macht es deutlich, wie du dich über den Lösungsansatz eines anderen Mitglieds hier erhebst. Statt, dass du dich freundlich und ernsthaft interessiert konkret an das Mitglied wendest, warum es diesen Weg geht und keinen anderen, belehrst du es, dass es eine (andere) „Gehirnbefreiung“ brauche und schlägst sogar einen „Kurs in Kommunikation, Aufmerksamkeit/Interesse dem Anderen gegenüber“ vor.
    Du nennst den Lösungsansatz des anderen Mitglieds sogar explizit „Schwachsinn“.

    DAS, Paul, ist übergriffig, anmaßend und respektlos.


    Zweiter Punkt:

    Dank immer mehr genutzter KI (künstl. Inelligenz), lassen wir demnächst alles machen und müssen gar nicht mehr nachdenken. Na herzlichen Glückwunsch!💐

    Hier verallgemeinerst und pauschalisierst du. Was soll das? Es deutet herzlich wenig darauf hin, dass du dich mal ernsthaft damit auseinandergesetzt hast, wie KI in den verschiedensten Bereichen tatsächlich genutzt wird und vor welchen Herausforderungen man da eigentlich steht.

    Ich selbst bin damit nur am Rande in Berührung, habe aber u.a. durch meinen Mann Kenntnis davon, wie man in seinem Beruf daran arbeitet, mit den Herausforderungen dieser neuen Technik umgehen zu lernen.
    Da geht es absolut nicht darum, gar nicht mehr nachdenken zu müssen und nichts mehr selbst zu machen, im Gegenteil.
    Wer tatsächlich glaubt, dank KI nichts mehr selbst tun zu müssen, befindet sich auf einem Holzweg….

    Insta und Tiktok haben mich tatsächlich nie interessiert, ich hab das nur mal über meinen Mann kennengelernt, weil der aus beruflichen Gründen damit zu tun hatte.
    Bei FB ich überhaupt erst gelandet, um in Kontakt mit alten Schulkameraden kommen, die ich nach dem Schulabschluss aus den Augen verloren hatte. Das hat teilweise auch geklappt.

    Als ich näher vertraut mit FB wurde, entdeckte ich die eine oder andere für mich zum jeweiligen Zeitpunkt interessante Gruppe und hab eine Weile von dem Informationsaustausch dort profitiert. Inzwischen interessiert mich dort tatsächlich nur noch eine Gruppe, ich schaue aber nur noch sporadisch rein. Die anderen Gruppen habe ich inzwischen wieder verlassen und insgesamt auch das Interesse an FB verloren.

    Und jetzt beim Schreiben denke ich gerade, wie bizarr es mir scheint, im Internet gegen das Internet zu argumentieren. Aber tatsächlich finde ich es gerade hier in diesem Forum sinnvoll.

    Das World Wide Web bietet sowohl Chancen als auch Nachteile, ist sowohl Segen als auch Fluch. Wie so viele Erfindungen ist es auch vor Missbrauch nicht sicher, insbesondere wenn man damit viel Geld machen und wenn man damit Menschen beeinflussen kann.

    Entscheidend ist meines Erachtens, auch damit bewusst und reflektiert umgehen zu können. Seine Chancen zu nutzen und seine Nachteile immer wieder im Auge zu behalten und sich davor nach Möglichkeit selbst zu schützen.
    Machen wir uns nichts vor, da arbeiten richtige Profis im Hintergrund. Deren diverse Tricks zu durchschauen und sich möglichst dagegen zu schützen, wird stets eine Herausforderung bleiben. Sich dem gar nicht mehr auszusetzen, ist meines Erachtens auch keine wirkliche Option.

    Paul , wie wär’s, wenn du dein jeweiliges unmittelbares Gegenüber einfach mal freundlich und ernsthaft an seiner Antwort interessiert fragst, warum er/ sie dies oder jenes tut, statt im stillen Kämmerlein (so wirkt dein Schreiben manchmal) irgendwelche eigenen, nicht selten stark verallgemeinernde Theorien zu entwickeln?

    Bighara hat gestern etwas geschrieben:

    Es wurde/wird mit Psych-Labs bei der Ausgestaltung von Handys und Apps zusammengearbeitet. Das Handy ist darauf ausgelegt, möglichst viel Zeit davor zu verbringen und dort Geld zu lassen. Es wurde von Menschen konzipiert, die wissen, wie unser Hirn arbeitet und wird gegen uns eingesetzt, um es mal zugespitzt zu formulieren.

    Hast du dich mal ernsthaft damit beschäftigt?
    „Bewusstsein“ ist in diesem Zusammenhang sicherlich hilfreich, aber du machst es dir zu einfach, alles auf diese „Lösung“ zu reduzieren.
    Und denk bitte mal ernsthaft über die Konsequenzen einer „Abstinenz“ vom Handy und vom Internet nach! Kennst du irgendeinen Beruf, in dem es tatsächlich heutzutage noch ganz ohne Handy und Internet geht?
    Denk mal darüber nach, in welchen Bereichen deines Privatlebens du heute tatsächlich noch ohne Handy und Internet auskommst.
    Kriegst du Bankgeschäfte ohne Internet hin? Hast du in letzter Zeit mal ein neuen Telefonanschluss gebraucht oder Probleme mit deinem Telefonanschluss gehabt?
    Und und und….

    Sehr viele Menschen trinken ständig Alkohol, das wird als normal angesehen. Alkohol zu trinken gilt als normal. Bekennt man sich aber öffentlich dazu eine Alkoholikerin zu sein, ist man unnormal. Wenn man auch noch sagt, dass man keinen Alk mehr trinkt, weil man trockene Alkoholikerin ist, dann ist man noch unnormaler.

    Dabei sind wir Helden 🥹

    Jupp, konkret auf ein Beispiel übertragen, wie sich das mit dem „normal“ so verhält. 😉


    Irre, nicht? In diesem Fall bist offenbar auch du gar nicht mal so „normal“, wie du‘s bislang gedacht hast…. - Dein Problem sind die Normalen. 🤣 Zwinker

    Ein bisschen Humor muss sein, oder?

    Aber jemandem die Ehre erbieten, weil er spießig ist?

    Wie soll man das verstehen? Niemand muss irgendwem die Ehre erbieten.

    Ich schalte mich da mal ein, weil ich den Eindruck habe, dass es im Zusammenhang mit dem ichso verwendeten Begriff „spießig“ und dem von Sparkassen_Helga verwendeten Begriff „despektierlich“ zu Missverständnissen gekommen ist.

    ichso hat als Quelle Wiktionary für den Begriff „despektierlich“ verwendet. Ich vermute mal, um zu klären, was dieser Begriff eigentlich bedeutet.

    Ich hab diesen Begriff selbst letztens verwendet, um zum Ausdruck zu bringen, dass ich eine Formulierung für abschätzig/ gering schätzend/ herablassend anderen gegenüber gehalten habe und das nicht in Ordnung fand.

    Der Begriff „Spießer“ ist, wie die Diskussion hier gezeigt hat, kein einfacher Begriff. Vor einigen Jahrzehnten wurde er ganz sicher abwertend verwendet. Ober er heute noch eine solche abwertende Bedeutung hat und ob ichso ihn tatsächlich abwertend verwendet hat, wie Sparkassen_Helga es wohl aufgefasst hat, ist meines Erachtens offen.


    Ist das so, dass „Normale“ andere ausgrenzen?

    Ich hab nicht ohne Grund u.U. (= unter Umständen) dazu geschrieben. Bezüglich Verallgemeinerungen oder Pauschalisierung bin ich aus gutem Grund immer sehr vorsichtig.

    Doch sagen wir‘s mal so: Ich selbst habe Ausgrenzung durch sogenannte „Normale“ mehrfach an verschiedensten Orten, in verschiedensten Situationen und Lebensaltern erlebt und darunter gelitten. Und ich hab das auch in Bezug auf andere, die nicht einer gewissen ungeschriebenen, aber allgemein in den jeweiligen Gruppen von Menschen anerkannten „Norm“ entsprachen, beobachtet.

    Aber wer oder was ist denn überhaupt Normal?

    Eine gute Frage! Spannend, genau darüber habe ich schon als Fünfzehnjährige nachgedacht und mich mit einer erwachsenen Bekannten ausgetauscht….

    Was „normal“ ist, definieren in gewisser Weise die jeweiligen Gruppen, ohne dass sie sich dessen unbedingt überhaupt bewusst sind. Als „normal“ gilt das, was von einer Mehrheit übereinstimmend als „Norm“ anerkannt wird. „Norm“ ist das, was der Mehrheit vertraut ist, für selbstverständlich und richtig gehalten wird und allgemein erwartet wird.

    Aber wie gesagt, ich habe nicht mal Idee was mir gut tut und was ich eigentlich möchte. Das muss ich erstmal rausfinden.

    Gib dir ruhig Zeit. Ich wusste das bis vor ein paar Jahren auch nicht. Doch nachdem ich mit der Suche angefangen hatte, fand ich ganz allmählich meine Antworten.
    Ich hab dann im Laufe der Zeit dies und das ausprobiert, manches ist geblieben, anderes war nur eine kleine Weile von Interesse.

    Ich umgebe mich gerne mit normalen, seelisch gesunden Leuten. Sie sind einschätzbar und bereichern mein Leben. Ich brauche keine kaputten Menschen, die ihre Probleme zu meinen machen.

    Also, die Menschen, mit denen ich mich gern umgebe, sind Menschen, die sich für mehr als das Oberflächliche interessieren. Ich kann grundsätzlich zwar auch Smalltalk, aber das interessiert mich nicht wirklich.
    Die Menschen, mit denen ich mich gern umgebe, sind in gewisser Weise weder „normal“, noch „kaputt“. Es sind Menschen, mit denen die Chemie einfach stimmt.
    Menschen, ob nun kaputt oder nicht, „die ihre Probleme zu meinen machen“ sind für mich Energiefresser. Denen gehe ich inzwischen nach Möglichkeit aus dem Weg.

    Apropos „Spießer“: Muss dabei immer mal wieder an diese Werbung mit dem Schauspieler Ingo Naujoks denken, in der das Kind sagt, „Wenn ich groß bin, möchte ich auch Spießer werden.“. Ich fand die Werbung köstlich. 🤣

    https://youtu.be/2pcE9nLqE2Y?feature=shared

    Ich unterhielt mich vor vielleicht 15 Jahren mal mit meinem damaligen Chef, der 30 Jahre älter war als ich, über den Begriff „Spießer“. Weiß nicht mehr, wie es dazu kam. Ich äußerte damals meinen Eindruck, dass der Begriff inzwischen eher nicht mehr negativ verwendet würde.

    Angesichts dessen, was hinter mir lag, schien es mir damals nicht unerstrebenswert in gewisser Weise ein Spießer zu sein. Für mich war damit die Vorstellung von Sicherheit und beruhigender Normalität verbunden. Anders zu sein als „die Normalen“ empfand ich den größten Teil meines Lebens als nicht besonders angenehm, das war für mich mit kaum erträglicher Unsicherheit , mit Angst und Verlorenheit verbunden. Ich hab ewig und drei Tage versucht, mich anzupassen und unsichtbar zu sein. Das war ungeheuer anstrengend.


    Was ist eigentlich an einem spießigen Leben schlecht? Vielleicht zu langweilig, zu viele Routinen? Vorhersehbarer Alltag.

    Emily , daran ist meines Erachtens nichts schlecht. Das Problem besteht im Grunde nur für den, der nicht zu den „Normalen“ zählt, weil ihm/ ihr u.U. Ausgrenzung und Schlimmeres durch „die Normalen“ widerfährt.
    Ich gehöre in gewisser Weise zu denen, die‘s nicht sind. Vor einigen Jahren empfahl mir mein Neurologe das Buch von Manfred Lütz, „Irre - Wir behandeln die Falschen: Unser Problem sind die Normalen - Eine heitere Seelenkunde“. Der Perspektivwechsel, zu dem mich das Buch inspirierte, war befreiend für mich.

    Moin ichso,

    ich werde dir irgendwann später etwas zum Inhalt deines letzten Posts antworten.
    Ich finde, dass es von Achtsamkeit und Selbstfürsorge zeugt, dass du zum einen bei dir bemerkst, wie es dich belastet, wenn hier alte Themen von dir doch wieder hochkochen, und dann zum anderen ganz bewusst das Handy aus und dein Hier und Jetzt/ die Welt anmachst.

    Und weil ich diese Achtsamkeit und Selbstfürsorge für sehr, sehr wichtig halte, lasse ich mir auch Zeit mit dem Antworten. Zwinker.

    Ich wünsche dir einen angenehmen, sonnigen Tag.