Beiträge von AmSee13

    Den Spielfilm habe ich, wenn ich mich recht erinnere, auch gesehen, aber da kannte ich das Buch schon.
    Biografische Entdeckergeschichten mag ich auch. Den „Medicus“ habe ich auch vor ein paar Jahren verschlungen.

    Gerne ohne Krieg, Politik und Gewalt, wo das natürlich im historischen Kontext nicht fehlen muss.

    🤔Mal sehen, ob mir im Laufe der Zeit noch das eine oder andere, das ich bereits kenne, wiedereinfällt, oder ob mir vielleicht was Interessantes, was dich interessieren könnte, über den Weg läuft.

    Welchen Hörbuchanbieter verwendest Du?

    Meistens nutze ich Spotify, manchmal greife ich auf Audible zurück.

    Sparkassen_Helga , da du Humboldt erwähnt hast….

    Kennst du schon „Die Entdeckung der Langsamkeit“ von Sten Nadolny, gesprochen vom Autor selbst?
    Darin geht’s zwar nicht um Humboldt, sondern um den englischen Kapitän und Polarforscher Sir John Franklin (1786-1847), aber vielleicht geht das ja in die Richtung, die dich interessiert?

    Ich selbst hab das Buch vor ein paar Jahren gehört.


    Über Humboldt geht’s in „Die Vermessung der Welt“ von Daniel Kehlmann, gelesen von Ulrich Noethen.
    Das Buch hab ich vor einer ganzen Weile gelesen, ist mir gerade erst wieder eingefallen. 💭

    Sparkassen_Helga , vielleicht ist „Einfach Hawking - Geniale Gedanken verständlich erklärt“ von Rüdiger Vaas, gelesen von Daniel Pokladek interessant für dich?

    Hab‘s gerade entdeckt, könnte mich jedenfalls interessieren….. Hab‘s mir in die „Bibliothek“ gepackt. Mal sehen, ob das was für mich ist….



    Auch interessant für dich könnte, „Eine kurze Geschichte von fast allem“, von Bill Bryson sein, gelesen von Oliver Rohrbeck.


    Belletristik ist eher nicht meins - es sei denn es wird so abgefahren wie Per Anhalter durch die Galaxis, Scheibenweltromane oder auch Hobbit.

    Vielleicht kann Andreas Eschbach da mithalten und zwar mit „Eines Menschen Flügel“ oder „Die Haarteppichknüpfer“ oder „Quest“?


    Oder Kai Meyer, „Die Geisterseher“?

    Zwei Hörbücher mit historischem Hintergrund waren bei mir zuletzt die beiden Bücher von Peter Prange, „Eine Familie in Deutschland“.

    Gerade habe ich ein neues interessantes Hörbuch gefunden, dessen erste Kapitel mich schon ansprechen:

    „Das Glück liegt am Ende der Straße“ von Ulrike Herwig, gelesen von Angelika Thomas.

    Der Roman handelt von zwei Frauen, die völlig gegensätzlich leben und einander begegnen: Elli, obdachlos, täglich aufs Neue um ein würdevolles Leben auf der Straße kämpfend, und Lisa, eine Frau, die eigentlich alles hat (gut situiert, verheiratet, Mutter dreier Kinder und eine Arbeit als Teilzeitredakteurin bei einem Lifestyle-Magazin), aber dauergestresst und nicht glücklich ist.

    Schon in den ersten Kapiteln tauche ich ein in die unterschiedlichen Lebenswelten und kann beiden gut folgen.
    Die Sprecherin gefällt mir, ich mag ihr gern zuhören. - Das gelingt mir nicht bei jedem Hörbuch-Sprecher/ jeder Hörbuch-Sprecherin.

    Bin gespannt, ob der Rest des Hörbuches auch so ansprechend bleibt, wie es bereits die ersten Kapitel für mich sind.

    Ich mag Bücher von Aufbruch, d.h. Bücher über Menschen, die sich aufmachen. Sie inspirieren mich, machen mir zuweilen auch Mut.

    Eines dieser Bücher ist zum Beispiel „Der Salzpfad“ von Raynor Winn. Als Hörbuch wird es von Jutta Speidel vorgelesen.

    Das Buch ist eine Reiseerzählung, es erzählt die wahre Geschichte der Autorin und ihres Mannes. Sie verlieren im mittleren Alter durch tragische Umstände ihr gesamtes Hab und Gut, der Mann erkrankt an einer fortschreitenden Muskelerkrankung.
    Sie entschließen sich spontan, den South West Coast Path - Großbritanniens längsten Fernwanderweg - entlang zu wandern, und zwar mit einem ersteigenden, einfachen Zelt und minimaler Grundausstattung.

    Ach entschuldige bitte, total vergessen! Normalerweise achte ich immer sehr darauf.

    Kommt eben vor… Wer ohne Schuld ist, werfe den ersten Stein….

    Kann ich es beschreiben? Falls das auch das Urheberrecht verletzt, nimm es gern auch wieder raus. Danke vorab für deine Mühe

    Ich dreh‘s mal um: Muss es unbedingt hier im öffentlichen Bereich beschrieben werden? 😉

    Deine jetzige kurze Beschreibung an sich kann, denke ich, stehen bleiben.

    Beste Grüße

    AmSee als Mod

    Johannes , kann ich nachvollziehen… ist mir auch so gegangen, dass im Laufe der Abstinenz so einiges hoch kam…

    Es gibt einige Situationen, die sich eingebrannt haben, die ich eigentlich mit meiner Mutter aufarbeiten müsste.....aber das wird nicht funktionieren, das kann ich mir sparen.

    Ich konnt‘s auch nicht mit meiner Mutter aufarbeiten, die hatte mit sich irgendwie schon genug zu tragen….

    Mittlerweile habe ich erkannt und begriffen, wie meine Eltern und auch meine Großeltern selbst geprägt waren von dysfunktionalen Verhältnissen in ihren jeweiligen Elternhäusern.

    Das macht es nicht besser für mich, aber es macht es leichter, Zusammenhänge zu begreifen.

    Doch sag mal: Spricht etwas dagegen, wenn Du deiner Mutter sagst, dass du lieber über die Gegenwart sprechen möchtest?

    Aufgearbeitet hab ich‘s dann für mich, teilweise durch Beschäftigung mit der EKA-Problematik (EKA: Erwachsene Kinder aus alkoholkranken/dysfunktionalen Familien), Austausch mit anderen EKAs sowie, weil ich allein nicht mehr weiterkam, mit professioneller Hilfe.


    Meine Familie war auch kaputt und mit dem Rest meiner Familie gibt’s seit dem Tod meiner Mutter überhaupt keine gemeinsamen Feiern mehr. Vorher war’s auch nicht viel….🤷‍♀️


    Wenn ich hier im Forum inzwischen von meiner Familie erzähle, so ist damit meine angeheiratete Familie gemeint. Mit denen ist zwar nicht so, wie’s insbesondere in Weihnachtsliedern wie’s bspw. „Driving Home for Christmas“ von Chris Rhea beschrieben wird, aber es ist eben Familie.

    Viele Grüße

    AmSee

    Guten Morgen, Laggard ,

    von mir ein Danke, dass du uns ein bisschen auf dein Abenteuer in Thönisstein mitnimmst. 👍

    Wünsche dir eine gute und hilfreiche Zeit dort. 🍀

    Jugendherbergsatmosphäre - Als ich wegen Depressionen für einige Wochen in der Klinik war, einer der schlimmsten Phasen meines Lebens, fühlte sich das teilweise so an. In der Gemeinschaft mit ein paar der Mitpatienten dort, mit denen ich eine gemeinsame Wellenlänge hatte, fühlte ich mich aus dem freien Fall etwas aufgefangen.
    Wünsche dir, dass du dort Menschen auf deiner Wellenlänge findest. 🍀

    Und natürlich wünsche ich dir, dass du dort das findest, was du brauchst.

    Liebe Grüße

    AmSee

    Hallo in die Runde,

    ich hab Gefallen an Hörbüchern und Hörspielen gefunden. Vielleicht wär ein neuer Thread dazu ja interessant?

    Gerade höre ich „Der Weltensammler“ von Ilja Trojanow, gelesen von Frank Arnold.

    Der Roman handelt von dem englischen Abenteurer Sir Richard Burton (1821-1890), der einer der bedeutendsten Forschungsreisenden seiner Zeit war. Der Roman widmet sich der Zeit in Britisch-Indien, der Zeit in Ägypten und auf der arabischen Halbinsel (Burton hat verkleidet als indischer Muslim die Pilgerreise nach Mekka unternommen) sowie der Zeit, als er die Quellen des Nil zu entdecken versuchte.

    Der Sprecher Frank Arnold ist einfach nur beeindruckend, er gibt den unterschiedlichen Figuren des Romans eigene Stimmen. Faszinierend, ihm beim Vorlesen zuzuhören. Sowas kann echt nicht jeder.

    Ein Werkzeug ist die Sachebene. Schwierig bei den vorhandenen Gefühlsverflechtungen, aber durchaus machbar. Danke für die Erinnerung 😊

    Gerne. Freut mich, wenn’s dich weiterbringt.

    Mir helfen bei Gefühlsverfechtungen inzwischen nicht nur gedankliche Analysen auf der Sachebene, sondern durchaus auch Meditationen oder Körperwahrnehmungsübungen, bei denen ich hineinspüre, was sich wo äußert. Wirkt manchmal Wunder.

    Die Gefühle sind nun einmal da und haben in gewisser Weise auch ihre Berechtigung, auch wenn sich mir selbst das nicht immer auf den ersten Blick erschließt, sondern erst auf den zweiten, dritten oder sogar erst vierten Blick. Letztlich sind sie Hinweisgeber.

    - Hab lange üben müssen, bis mich das nicht überfordert hat, aber das Üben war‘s wert. - 😅

    Durch meine therapeutische Arbeit sehe ich auch durchaus die nicht so schönen Seiten meiner Kinder, will sie aber nicht noch mehr verletzen, also "Flucht statt Angriff".

    Dazu noch etwas:

    Du kannst schlecht diejenige sein, die die schlechten Seiten deiner Kinder anspricht. Dafür bist du zu sehr involviert. Zweifelhaft, dass deine Kinder einen Hinweis oder Rat von dir annehmen können.

    Gäbe es für dich zwischen Flucht und Angriff nicht noch einen Mittelweg? - Ich denke da an wahrnehmen, es sein lassen, ohne es zu bewerten?
    Gibt’s in deinem „Werkzeugkoffer“ nicht schon passende Techniken?

    Vielleicht hilft dir der Gedanke, dass dein Kind die gesamte Situation nicht wirklich überschauen kann und insofern auch kaum beurteilen kann, auch wenn es sich zu urteilen erlaubt. Es ist nicht in deinen Schuhen unterwegs gewesen.

    Ja, du hast Fehler gemacht, das weißt du selbst nur allzu gut, aber du kannst inzwischen auch nachvollziehen, warum dir diese Fehler unterlaufen sind.

    Du kannst letztlich bedauern, dass dir diese Fehler unterlaufen sind, aber du kannst gleichzeitig auch darauf blicken, was du unternommen hast, um zu überleben und um es besser zu machen.

    Mit „Schuld“ ist das so eine Sache. Wann ist die Buße für eine begangene Schuld genug? - Das kannst letztlich nur du selbst beurteilen.

    Vielleicht hilft dir, das Ganze mal aus mehr Distanz zu betrachten, von Außen?

    Moin ichso ,

    was den Muttertag betrifft, so hab ich das beim Lesen deines Beiträgs wohl ähnlich wie Paul aufgefasst, nämlich, dass du ihn feiern möchtest, aber dich mit Gedanken trägst, dass dir diese „Ehre“ nicht gebührt und du ihn deswegen nicht feiern dürftest….

    Erst auf deinen Beitrag nach Pauls Antwort bin ich darauf gekommen, dass du mit diesem Feiertag an sich haderst.

    Was spricht denn dagegen, diesen Tag selbst nicht zu feiern, ihn aber andere, da er ihnen etwas bedeutet, feiern zu lassen?

    Ich selbst kann mit diesem Feiertag nicht so viel anfangen, aber meiner Schwiegermutter und auch meiner Schwägerin bedeutet er offensichtlich etwas. Und so wird dieser Tag in meiner Familie gefeiert. Wäre ich allein bzw. mit einer Familie verbunden, die mit diesem Feiertag ähnlich wenig angefangen können wie ich, wär‘s ein ganz normaler Sonntag.

    Ich frag mich, warum da bei dir so Wut hochkommt und warum dich zur Zeit Fluchtgedanken bewegen. Was mag das sein, dass du dich mit Gedanken an einen Umzug in eine andere Wohnung bewegst?
    Die Tage hattest du doch geschrieben, wie gemütlich du es dir in deiner Wohnung gemacht hast und wie erfolgreich du das Problem mit dem Wasserhahn gelöst hast.
    🤔


    Liebe Grüße

    AmSee

    Hallo Laggard ,

    ich bin kein Mediziner, nur belesener Laie mit nicht wenigen eigenen Erfahrungen, für die ich nachvollziehbare Erklärungen gesucht und gefunden habe.

    Ob es am fehlenden Alk liegt ?Keine Ahnung .

    Vielleicht hat dir das der Arzt, zu dem du inzwischen gegangen bist, schon beantworten können…


    Weil du hier aber vorhin gefragt hast, hier eine Erklärung:

    Der Entzug bereitet deinem Körper und deiner Psyche jede Menge Stress.

    Und Stress - entsprechende Erfahrungen sind dir vielleicht bereits vertraut? - kann sich an verschiedenen Stellen des Körpers niederschlagen.
    Spannungskopfschmerz gehört dazu, nicht selten äußert sich Stress auch in Rückenchmerzen, in Magen- und Darmbeschwerden. (Mehr Bereiche fallen mir grad nicht ein)

    Auch Zähne können leiden. Ich selbst zum Beispiel gehöre zu den Zahnknirschern und hab mir, weil ich das nicht abstellen konnte, auf diese Weise schon den einen oder anderen Zahn kaputt gemacht.
    Mein Zahnarzt, ein Freund von uns, hat mir erklärt, dass das mit Stress zu tun hat, und mir immer wieder geraten, etwas dagegen zu unternehmen.

    Ein Zahnabzess kann sich besonders dann bilden, wenn das Immunsystem geschwächt ist. Und deins könnte infolge des Alkoholmissbrauchs (Alkohol ist ein Nervengift) und infolge der körperlichen Anstrengungen durch den Entzug tatsächlich geschwächt sein.

    Kurz und gut: Es gibt dafür eine Erklärung.
    UND: Gesundheitlich wird’s im Laufe der Abstinenz mit Sicherheit bergauf gehen.

    Beste Grüße

    AmSee

    Hallo Johannes ,

    immer wieder schön, ein Lebenszeichen von dir zu lesen. 👍

    Das freut mich für dich, dass es so gut bei dir läuft. Und mit deinem Teilen hier bist du gewiss ein mutmachendes Beispiel für andere, die noch am Anfang stehen.

    Hab ihm angeboten ihm bißchen zu unterstützen.....aber erstmal abwarten ob er das heute überhaupt noch weis UND auch wirklich soweit ist.

    Finde ich gute Überlegungen.
    Du weißt ja selbst, wie lange es u.U. dauert, bis jemand wirklich bereit dazu ist, etwas an seinem Leben ändern zu wollen.

    Ich dachte ich schick ihm zumindest mal den Podcast, der mir beim Ausstieg geholfen hat.

    Was meint ihr?

    Da du direkt fragst:

    Was kann passieren, wenn du’s tust? Was spricht dafür, was dagegen?

    Ich würd’ mich zum Beispiel fragen, ob es Nachteile für mich haben könnte, wenn‘s mir bislang wichtig war, mein „Problem“ nicht jedem auf die Nase zu binden.

    Wenn das kein Problem darstellt, so würde ich mich fragen, ob ich ihn damit erreiche.

    Letztere Frage ließe sich so beantworten: Liegt nicht in meiner Hand, ist letztlich seine Sache. Entweder ist das was für ihn oder nicht. 🤷‍♀️


    Beste Grüße

    AmSee

    Hallo Loner ,

    schön, dass du zu uns zurückgefunden hast und deine eigene Antwort auf die Frage deines ersten Threads hier gefunden hast.

    Allerdings merke ich jetzt erst die Tragweite des Ganzen. Irgendwie gruselig. Vielleicht hab ich auch deshalb mehr Angst davor als bisher. Ich betrete jetzt also Neuland. Es fühlt sich noch jung und verwundbar an.

    Ich kann das nachvollziehen, dass du etwas mehr Angst davor hast als bisher, aber andererseits ist dieses Mal etwas anders bei dir. Du bist aktiver geworden, hast dir aufschlussreiches Wissen angeeignet, hast mehr Erfahrung und es sitzt, so wirkt dein Schreiben, mehr Entschlossenheit dahinter.

    Meines Erachtens sind das wichtige Voraussetzungen, um erfolgreich den neuen, abstinenten Weg zu gehen.

    Diese Selbsthilfegruppe bzw. die Selbstbetroffenen hier begleiten dich gern auf deinem Weg und bei den Abenteuern, die dir dabei begegnen mögen.

    Fühl dich also nochmals herzlich eingeladen, dich so viel du magst am Austausch zu beteiligen.

    Beste Grüße

    AmSee

    Ich mache aber einen Unterschied zwischen der gesellschaftlichen Vorstellung von Alkoholismus als „Krankheit“ und der Erkrankung Alkoholismus an sich, die eben auch darin besteht, dass sie sich nicht vollkommen heilen lässt, sondern etwas bleibt, dass im Fachchinesisch als „neurobiologisch engrammiertes Suchtgedächtnis“ bezeichnet wird.

    Ich hab zu dieser Begrifflichkeit nach weiteren Informationen gesucht….


    Mit dem Begriff „Suchtgedächtnis“ bin ich fast von Anfang an vertraut. Ich hab den selbst auch oft gebraucht, fand den aber immer etwas schwammig.

    Als ich jenen Artikel aus der Trokkenpresse las, fand ich darin eine Konkretisierung, die MIR bislang gefehlt hat. Und deswegen habe ich diesen Begriff, obwohl er reichlich Fachchinesisch enthält, oben übernommen.

    Mich hat das Thema aber nicht ganz losgelassen, ich kann’s nicht lassen, den Dingen immer weiter auf den Grund zu gehen.

    So hab ich den Begriff heute mal googelt. Überraschung: Anders als ich’s erwartet hatte, habe ich keine Suchergebnisse gefunden, in denen sich genau dieser Begriff wiederfindet.

    Das, was Dr. Salloch-Vogel, Facharzt, Psychotherapeut und Selbstbetroffener, als Aussage von Prof. Jobst Böning, Arzt für Psychiatrie und Psychotherapie zitiert, scheint in der Internetdatenbank nicht erfasst zu sein und wird mit dieser speziellen Begrifflichkeit von Fachleuten zumindest nicht öffentlich sichtbar bzw. durch Suchmaschinen auffindbar diskutiert.
    S‘ist ja auch ziemliches Fachchinesisch. 😅


    Ich hab also zu dem o.g. Begriff keine passenden Suchergebnisse gefunden, wohl aber an verschiedenen Stellen andere dazu passende Informationen.

    Um das Ganze etwas runterzubrechen und für uns hier nachvollziehbarer zu machen, fasse ich das, was ich gefunden habe, mal allgemein verständlich in meinen Worten zusammen. Vielleicht kann ja jemand etwas damit anfangen?


    Der Begriff „Suchtgedächtnis“ ist letztlich nur eine Metapher, ein sprachlicher Ausdruck, um ein Phänomen von Abhängigkeitserkrankungen anschaulich zu beschreiben.

    Er wird mehr in der Praxis als tatsächlich in der Suchtforschung verwendet.

    Fachlich stecken hinter der Idee des „Suchtgedächtnisses“ viele verschiedene Erklärungsansätze.

    Bei all diesen Erklärungsansätzen geht es darum, eine Antwort auf das Phänomen zu finden, dass für jemanden, der süchtig geworden ist, offensichtlich erschwert ist, Abstinenz aufrecht zu erhalten und Konsum zu kontrollieren.


    Paul stellt nicht zu Unrecht fest, dass Alkoholismus „im Kopf“ wohnt.
    Bei dem, der süchtig geworden ist, scheint im Gehirn offenbar ein Lernprozess stattgefunden zu haben. Ein Lernprozess, der sich auf das Reiz-Reaktions-Verhalten auswirkt, das sich bei einem Süchtigen anders äußert als bei einem Nicht-Süchtigen.

    Doch liegt er richtig, wenn er sagt,

    Wenn ich die Gedanken an Alkohol aus meinen Kopf bekomme, ist eine "Heilung" möglich! Ich betrachte mich als "geheilt".

    ?


    Völlig richtig ist, dass man umlernen kann, sich erfolgreich umkonditionieren kann.

    Doch, wie ist das mit dem einmal Gelernten?
    Kann so ein „Lernprozess“ im Gehirn rückgängig gemacht werden, lässt er sich löschen?


    Ich hab dazu einen anschaulichen Vergleich gefunden:

    Jemand, der Klavierspielen gelernt hat, verlernt das nicht mehr. Selbst, wenn er jahrzehntelang nicht mehr Klavier spielt, so ist das einmal Gelernte nicht vollkommen weg.

    Jeder, der näher damit vertraut ist, weiß, dass das Gelernte noch immer in seinem Kopf, in seinen Fingern und in seinen Füßen vorhanden ist, etwas eingerostet vielleicht, aber noch immer da.

    Ähnlich verhält sich das in vielen anderen Bereichen, beispielsweise mit erlernten Fremdsprachen.

    Warum kann der ehemalige Klavierspieler das noch? - Die Antwort vermutet man in Veränderungen in neuronalen Netzen des Gehirns.

    Mit dem Begriff „neuronal“ bezieht man sich auf die spezialisierten Nervenzellen, die für die Reizaufnahme sowie die Weitergabe und Verarbeitung von Nervenimpulsen zuständig sind.


    Und was können wir diesbezüglich bei uns, die wir schon eine Weile abstinent sind, beobachten:

    ichso hat von sich erzählt, dass ihr auch nach 18 Jahren Trockenheit noch immer das Wasser im Mund zusammenläuft, wenn sie sieht (oder auch nur daran denkt), wie ein Bier gezapft wird.

    Ich selbst, „erst“ viereinhalb Jahre trocken, beobachte mich - inzwischen amüsiert - immer mal wieder dabei, wie ich unvermittelt entsprechende Kopfbewegungen mache, wenn im Fernsehen Wein getrunken wird.

    Rekonvaleszent , inzwischen seit 10 Jahren abstinent, erzählt, dass er nicht z.B. aus Biergläsern Wasser oder Schorle trinken kann, weil das bei ihm schnell ein mulmiges Gefühl hinterlässt.


    Kurz und gut: Das, was unser Gehirn einmal gelernt hat, lässt sich nicht rückgängig machen - nach derzeitigem Stand von Wissenschaft und Medizin jedenfalls nicht -, wir sind aber in der Lage umzulernen.


    Das größte Problem stellt dabei dar, dass das sogenannte Belohnungssystem mit der Wirkung von Alkohol vertraut ist. Im Artikel Was uns hilft, nicht mehr zu trinken? - Bewusst nüchtern leben: Chance, Freiheit, Fundament, Gewinn sind ein paar Details dazu festgehalten.

    Deswegen muss das Umlernen aktiv und systematisch geschehen sowie schrittweise aufgebaut werden.

    Das Neue muss zur positiv besetzten Routine werden. In den Zusammenhang gehört der Begriff „zufriedene Abstinenz“.

    Zentral ist dabei,

    • für körperliche und mentale Stabilität zu sorgen,
    • mit den eigenen Gefühlen und den Gefühlen anderer umgehen zu lernen,
    • das Selbstwertgefühl zu steigern und
    • seine soziale Integration zu stärken.

    Und das dauert eben seine Zeit, geht Schritt für Schritt und braucht Übung, Übung Übung. 😅


    Zum Schluss möchte ich nochmals einen Blick auf die Statistik werfen. Möglicherweise wird damit noch etwas klarer, warum ich das Thema für so wichtig halte, dass ich nochmals soooooo geschrieben habe.

    In dem Artikel https://trokkenpresse.de/titelthema-01-…tsel-rueckfall/ führt Prof. Lindenmeyer aufschlussreiche Daten auf:

    60% aller Rückfälle haben sich in den folgenden drei Situationen ereignet:

    • unangenehme Gefühle, wenn man alleine ist (z. B. Langeweile, Einsamkeit, Angst, Depression),
    • im Anschluss an Konflikte und Konfliktsituationen (z. B. am Arbeitsplatz oder in der Familie)
    • soziale Verführung (z.B.: Kumpels fordern einem zum Mittrinken auf; ein Arzt empfiehlt ein Beruhigungsmittel).


    Die übrigen 40 Prozent aller Rückfälle haben sich in folgenden Situationen ereignet:

    • angenehme Situationen (z. B. Erfolgserlebnisse, Verliebtsein),
    • Geselligkeit (z.B. Kneipenbesuch, Parties, Familienfeier),
    • körperliche Beschwerden (z.B. Schmerzen, Schlafstörungen),
    • Versuch, kontrolliert zu trinken und
    • plötzliches Verlangen (z. B. beim Anblick eines Biergartens).


    Ich denke, wir können daraus für uns und unser „Training“ lernen, damit uns sowas möglichst nicht passiert.

    Beste Grüße

    AmSee

    Mir ist, klar, dass die Wissenschaft da andere Erkenntnisse hat und ich vertraue der Wissenschaft prinzipiell (hab ja selber eine Naturwissenschaft studiert 😉), aber nach meinem Empfinden ist das noch nicht konsequent zu Ende gedacht.

    Danke, dass du deine Gedanken hier einbringst, Paddy .
    Das, was du schreibst, könnte den Austausch hier sogar um einen weiteren Punkt bereichern, weil wir gemeinsam weiterdenken können.
    Und ich hab zu dem, was du geschrieben hast, sogar ein paar Gedanken.

    Was mich stört: ist jemand von harten Drogen weggekommen, dann ist er ein Ex-Junkie. Hört jemand auf zu Rauchen ist er ein Ex-Raucher. Hört jemand auf zu Saufen ist er ein trockener Alkoholiker. In meinen Augen ist das eine Stigmatisierung, ich bin ja nicht krank, nur weil ich an dem gesellschaftlich akzeptierten Alkoholkonsum nicht mehr teilnehme.

    Paul hat da schon einen Gedanken angesprochen: Wer wertet welche Aussage?

    Das, was dich zu Recht stört, ist die gesellschaftliche Stigmatisierung. Und die hat mit Sicherheit etwas damit zu tun, dass Alkoholkonsum gesellschaftlich anerkannt ist und ein Leben ohne für den größeren Teil der Bevölkerung undenkbar.

    Dir wird auf die Schulter geklopft, wenn du‘s schaffst, den Drogen zu entkommen, auch wenn du‘s schaffst mit dem Rauchen aufzuhören, weil gesellschaftlich anerkannt ist, dass das schädlich und unerwünscht ist.

    Bei Alkohol ist das völlig anders, weil Alkoholkonsum für die Gesellschaft zum Leben dazugehört. Insofern vermag unsere Gesellschaft nicht zu würdigen, wenn jemand nicht trinkt, und erst recht nicht, wenn jemand aus seiner Alkoholsucht aussteigt.

    Die Gesellschaft hat in diesem Zusammenhang eine Vorstellung von „Krankheit“, die ich absolut nicht teile. Ich würde umgekehrt das, wie in unserer Gesellschaft mit Alkohol umgegangen wird, als „krank“ bezeichnen. Gesund ist in meinen Augen jemand, der das, was ich da vorgestern und gestern nebenbei so mitbekommen habe, nicht mitmacht.

    Ich mache aber einen Unterschied zwischen der gesellschaftlichen Vorstellung von Alkoholismus als „Krankheit“ und der Erkrankung Alkoholismus an sich, die eben auch darin besteht, dass sie sich nicht vollkommen heilen lässt, sondern etwas bleibt, dass im Fachchinesisch als „neurobiologisch engrammiertes Suchtgedächtnis“ bezeichnet wird.

    Kurz und gut: Wer wertet?
    Lässt du dich von Außen von einer Gesellschaft bewerten, die‘s nicht besser weiß, oder betrachtest du das Ganze von Innen auf der Basis dessen, was du über Alkoholismus weißt.