Blackisbeautiful , der liebe Stilles Wasser kann das nicht, das kann nur einer der drei Moderatoren.
Guck gleich mal bitte in deine PNs.
Beste Grüße
AmSee
Blackisbeautiful , der liebe Stilles Wasser kann das nicht, das kann nur einer der drei Moderatoren.
Guck gleich mal bitte in deine PNs.
Beste Grüße
AmSee
Meine Gedanken kreisen grad permanent um Alkohol. Allerdings, weil ich mich für das Thema jetzt interessiere und irre viel hier in dem Forum rumstöbere.
das ist nicht direkt das, was ich meinte, wobei ich auch das ziemlich gut kenne, wie es dir gerade mit dem Thema geht.
Ich habe am Anfang auch alles gelesen, was ich in die Finger/ vors Auge bekam. Das Thema hatte mich gepackt und typisch für mich bin ich da sehr intensiv herangegangen. Mein Arzt meinte mal zu mir, ich würde aus allem, was mich interessiert, eine Doktorarbeit machen. 😅
Warum ich das erzähle: Sowas hat seine Vorteile, aber auch seine Nachteile. Ein Nachteil liegt in der Überforderung. Und ich selbst hab mich, wie ich dann feststellen musste, tatsächlich überfordert.
In den Momenten, wo ich das nicht tue (also bei der Arbeit ausserhalb der Pause oder beim Sport), denke ich nicht an Alkohol.
Vielleicht ist das bei dir tatsächlich so, vielleicht täuschst du dich aber auch darin.
Ich selbst hab mich lange getäuscht und war mir sicher, kein Alkoholproblem zu haben. Erst im Nachhinein hab ich erkannt, dass ich schon lange, bevor‘s mir bewusst wurde, ein Alkoholproblem hatte.
Warte mal das halbe Jahr ab, wie‘s sich mit Gedanken an Alkohol verhält, beobachte das.
Ich habe so viele Geschichten hier gelesen, vor allem im EKA Bereich. Das hats mir grad irgendwie verlitten.
Kann ich gut nachvollziehen.
Ich bin ja selbst ein EKA, hat mich trotzdem nicht davon abgehalten, dem Alkoholmissbrauch zu verfallen. Was ich hier dann so gelesen habe, hat mich zum einen erinnert, wie‘s bei mir zuhause war, es hat mich aber auch erschüttert, weil ich nicht nur meinem Vater, sondern teilweise auch mich in den von Angehörigen geschilderten süchtigen Partnern wiedererkannt habe.
Wenn du dich mit den Schattenseiten des Alkoholmissbrauchs beschäftigst, wird dir ganz anders. Und du siehst das, was um dich herum so geschieht, mit anderen Augen.
Hallo Blackisbeautiful ,
ich freue mich für dich, wenn du hier in dieser SHG das für dich mitnehmen kannst, was DU brauchst.
Damit erfüllt sie das, wofür sie gedacht ist.
Auf mich wirkst du jedenfalls sehr reflektiert und ich kann mich gerade bei dem Austausch mit dir hier noch recht gut erinnern, wie das bei mir war, als ich hier aufgeschlagen bin.
Zu meinem Glück habe ich damals hier die für mich passenden Gesprächspartner gefunden und konnte von dem Austausch mit ihnen sowie durch Selbstbeobachtung und Selbstreflektion sehr viel für mich lernen.
Ich würde nach allem was ich hier gelesen habe sagen, dass ich nicht physisch abhängig bin. Psychisch auch nicht, da es mir (noch) gelingt, nicht zu trinken, wenn ich es mir vornehme, ABER dass es bis dahin echt nur noch n Katzensprung ist. Ob man da das Rad zurückdrehen kann, weiß ich nicht. Ich bin kein Arzt. Eigentlich ist das auch nicht relevant.
Das sehe ich genauso, dass es eigentlich nicht relevant ist.
Entscheidend ist eigentlich nur, ob du Leidensdruck hast, wenn du Alkohol konsumierst. Und diesbezüglich weißt du, dass es dir so, wie es bislang gelaufen ist, nicht gut tut.
Ich selbst finde auch, dass selbst die Unterscheidung, ob jemand „nur“ psychisch oder doch bereits schon physisch abhängig ist, nicht relevant ist. Abhängig ist abhängig und bedeutet letztlich nichts anderes, als nicht mehr frei zu sein.
Noch etwas zur sogenannten psychischen Abhängigkeit:
In dem, was Gerchla da geschrieben hat, steckt eine ganze Menge drin und, wenn du dich auf das Experiment einlassen solltest, wirst du einige Erfahrungen und Beobachtungen machen können.
Psychische Abhängigkeit bedeutet nicht, dass man bereits trinken muss, aber noch nicht physisch abhängig ist. Wer „nur“ psychisch abhängig ist, kann Trinkpausen einlegen, wenn er/ sie sich das vornimmt.
Die psychische Abhängigkeit äußert sich schon darin, wenn immer wieder Gedanken an Alkoholkonsum im Kopf sind. Jemand, der überhaupt kein Problem mit Alkohol hat, denkt im normalen Alltag gar nicht nicht an Alkohol.
Meine tatsächlich schon längst vorhandene psychische Abhängigkeit äußerte sich, wie mir nach und nach bewusst wurde, u.a. darin, dass meine Gedanken immer wieder um den Alkohol kreisten.
Psychische Abhängigkeit beginnt im Prinzip schon dann, wenn Alkohol gezielt um seiner Wirkung Willen konsumiert wird. Nicht ohne Grund heißt es, dass Alkohol Abhängigkeitspotential hat.
Du schreibst, dass du den Rausch liebst und ihn ganz gezielt wegen seiner Wirkung einsetzt. Und da liegt bei dir tatsächlich ein Knackpunkt.
Doch, wie du selbst schon festgestellt hast, ist es irrelevant, ob du schon eine psychische Abhängigkeit entwickelt hast oder noch nicht.
Relevant ist, wie es dir mit deinem Konsum derzeit geht. Und da hast du ein Problem festgestellt, an dem du etwas ändern kannst und willst.
Alles Weitere wird sich im Laufe der Zeit ergeben.
Vielleicht trinkst du irgendwann wieder und stellst dann fest, wie’s dir damit geht und ob du Kontrollverluste erleidest, wie das anderen hier ergangen ist, oder zu einem verhältnismäßig harmlosen oder risikoarmem Konsum zurückfinden kannst.
Time will tell.
So oder so kannst du dich dabei durch diese SHG begleiten lassen.
Liebe Grüße
AmSee
Hallo Blackisbeautiful ,
es entspricht ja nun den Erfahrungen dieser SHG und der Selbstbetroffenen hier, dass es nicht den „einen“ Weg gibt, der für alle und jeden gilt, sondern dass jeder für sich selbst seinen Weg finden muss.
Und es entspricht den Erfahrungen hier und auch anderswo, dass, wer vom Alkohol (noch?) nicht lassen will, von nichts und niemanden überredet oder überzeugt werden kann, es trotzdem zu tun.
Und so wirst auch du deine eigenen Erfahrungen machen dürfen und daraus Konsequenzen ziehen oder nicht.
Ich kann das nicht beurteilen, ob du auch eher so‘n Willibald bist oder nicht.
Nach dem, was du eingangs geschildert hast, unterscheidest du dich in einer Sache nicht wenig von Willibald.
Er trinkt laut eigener Aussage ab und zu und dann gemäßigt.
Es gibt noch ein Mitglied hier, ein Mitglied, das schon seit sehr langer Zeit hier dabei ist, das einen anderen Weg gegangen ist, das ist Bassmann-neu . Vielleicht schreibt er bei Gelegenheit etwas dazu. 🤷♀️
Anders als bei Willibald sprach bei dir aber ein nicht geringer Leidensdruck aus dem, was du von dir erzählt hast.
Es könnte also sein, dass du kein Willibald bist. So reizvoll das für dich vielleicht gerade klingt, in etwa so weitermachen zu können, wie bisher.
Daher Bremse rein, gucken wie es so läuft, weiterlesen und erstmal sortieren
Mach das und beobachte selbst, wie‘s läuft.
Ich meine, ich rauche und allgemein nicht der Typ für die Gesundheitsnummer.
Sorry, wenn ich dabei wissend schmunzeln muss….
Möchte dazu eine kleine Geschichte erzählen: So ähnlich hat ein guter Freund von mir bis vor einer Weile auch argumentiert. Und dann wurde er mit der Diagnose, möglicherweise Lungenkrebs, konfrontiert.
Hat ihn, obwohl ihm klar war, dass das bei seiner Raucherei nicht unwahrscheinlich ist, irgendwie doch eiskalt erwischt.
Nun hat er seine ursprüngliche Argumentation über Bord geworfen und hört mit dem Rauchen auf.
Ich selbst hab als Kind meinen Opa an Lungenkrebs sterben sehen und als Erwachsene vor wenigen Jahren erst meine Oma, die in jungen Jahren nur gepafft hatte, und kurz darauf von meiner anderen Familienseite meinen Onkel, der ebenfalls nur ab und zu bei Feiern mal mitgepafft hatte.
Ich sag dir, wenn du unmittelbar davor stehst und vor der Frage, wie du stirbst, ob du grausam zugrunde gehst oder im Bestfall mehr oder minder ohne Leiden, siehst du deine derzeitige Argumentation vielleicht etwas anders.
Beste Grüße
AmSee
Guten Morgen, Blackisbeautiful ,
Bighara ob ich dauerhafte Abstinenz anstrebe, weiß ich noch gar nicht. Ich trinke nicht. Heute nicht, Morgen nicht, erstmal nicht. Aber unabhängig davon sollte ich an meinem Leben auf der Überholspur was ändern, sonst endet das irgendwann vor nem Betonpfeiler, weil mein Körper den Dienst quittiert.
zu dem hier und zu dem, was Bighara geschrieben hat, möchte ich gerne noch etwas schreiben:
Bighara hat mit dem, was sie dir geantwortet hat, nicht Unrecht, das entspricht auch meinen eigenen Erfahrungen, aber ich möchte doch nochmals betonen, dass es zum jetzigen Zeitpunkt erstmal keine Rolle spielt, ob du dauerhafte Abstinenz anstrebst oder nicht.
Ich weiß von mir selbst noch zu gut, dass ich mich damals nicht mit dem Gedanken einer dauerhaften Abstinenz anfreunden konnte. Und ich weiß, dass ich damit nicht allein bin, sondern es anderen, die dann doch dauerhaft abstinent geworden sind, auch so ergangen ist.
Deshalb hat mir damals der Gedanke, „Heute trinke ich nicht.“ geholfen und ich hab mich nur auf das heute konzentriert. Und im Hinterkopf hatte ich dabei auch das Experiment, das Gerchla mir vorgeschlagen hatte.
Im Laufe der Zeit erschloss sich mir dann durch eigene Erfahrungen und sehr viel Auseinandersetzung mit dem Thema, warum es heißt, „Nicht saufen reicht nicht.“.
Deshalb möchte ich dazu raten, einen Schritt nach dem anderen zu gehen, erste Erfahrungen zu sammeln und bei der Beschäftigung mit dem Thema am Ball zu bleiben.
Liebe Grüße
AmSee
Hi allerseits,
willibald42 was meinst Du mit „diesem Stadium“?
da bezieht willibald42 sich auf etwas, wie er das bei sich selbst wahrnimmt: Ihm ist bewusst Alkoholiker zu sein, aber ihn stört seine Suchterkrankung im Alltag wohl nicht. Er hat hier mehrfach betont, dass er vom Alkohol nicht lassen möchte und er trinkt ab und zu Alkohol.
Wie er bislang geteilt hat, trinkt er aber nicht exzessiv, sondern mäßig und kontrolliert. Er zieht dabei nicht dieses sogenannte „Kontrollierte Trinken“ nach Prof. Körkel durch, das zu einer Konsumreduktion führen soll und mit Hilfe von Programmen in meist kostenpflichtigen Kursen erlernt wird.
Kannst mir gerne widersprechen, willibald42 , wenn ich das falsch wiedergegeben habe.
willibald42 , die Formulierung „unrealistisch“ finde ich unglücklich gewählt. Muss da an diese Kurzgeschichte denken, die Stilles Wasser hier mal eingestellt hat:
Alles anzeigenEine Kurzgeschichte. Vllt könnte man sie auch >Der Turm der Abstinenz< nennen.
Der Wettlauf der Frösche
Es war einmal ein Wettlauf der Frösche. Das Ziel war es, auf den höchsten Punkt
eines großen Turmes zu gelangen. Es versammelten sich viele andere Frösche,
um zuzusehen und ihre Artgenossen anzufeuern.Der Wettlauf bagann. In Wirklichkeit glaubte keiner von den Zuschauern daran,
dass auch nur ein Frosch auf die Spitze des Turmes gelangen könnte, und alles
was man hörte, waren Sätze wie:
„Die Armen, sie werden es nie schaffen!““Die Frösche begannen einer nach dem anderen aufzugeben, ausser einem, der
weiterhin versuchte, auf die Spitze des Turmes zu klettern.Die Zuschauer fuhren fort und riefen: „Die Armen! Sie werden es nie schaffen!““
Die Frösche gaben sich geschlagen, außer dem einen, der nicht aufgab.Endlich hatten alle Frösche ihr Vorhaben abgebrochen – nur jener Frosch hatte
alleine und unter großer Anstrengung die Spitze des Turmes erreicht. Die
anderen wollten von ihm wissen, wie er das geschafft hatte.Sie näherten sich ihm, um zu fragen, wie er es geschafft hätte, den Wettlauf zu
gewinnen.Da merkten sie, dass er taub war.
Verfasser Unbekannt
*Soviel zu dem wie Fremdbestimmung die eigene Verwirklichung doch ausbremsen kann.
Und an diesen Spruch hier:
“Alle sagten, dass es so nicht geht, und dann kam einer, der nicht wusste, dass es so nicht geht, und der hat es dann einfach gemacht.“.
Viele Grüße
AmSee
Hallo Blackisbeautiful ,
manches, was du von dir erzählst, kommt mir sehr vertraut vor, weil ich, auch wenn mein Leben etwas anders verlaufen ist als deins, Ähnliches erlebt, gefühlt und getan habe.
Ich selbst bin zum Beispiel nicht selten ohne Handy, ohne Schlüssel, ohne Portemonnaie von zuhause weggelaufen. Ich konnte nicht mehr, wollte nicht mehr….
Du wirkst auf mich übrigens ähnlich reflektiert, wie ich das bin, und ebenfalls sehr, sehr selbstkritisch.
Da ich in der Lage bin, das von außen zu betrachten, wirkt deine Selbstkritik auf mich zu kritisch. Von dir und deinen eigenen Bedürfnissen bleibt bei aller Selbstkritik so herzlich wenig übrig, deine eigenen Bedürfnisse bekommen wenig Würdigung, sondern werden wiederum kritisiert.
Nach dem, was du so über dich erzählst, liegt bei mir die Vermutung nahe, dass du oder zumindest ein (vernachlässigter) Teil von dir schon länger aus deinem (selbst errichteten) Gefängnis ausbrechen möchtest, dass du endlich „gesehen“ werden möchtest. Kann es sein, dass du deswegen jedem alles erzählst, ob er es nun hören will oder nicht?
Gefängnis mit gelegentlichem Freigang trifft es. Aber ich habs mir auch noch selbst gebaut. Ob ich mich da selbst irgendwann rauslassen kann, weiss ich in diesem Moment nicht. Es kommt mir so eingefahren vor. So VERfahren.
Wie Bighara das schon geschrieben hat, ist eine Kur, um Abstand von Allem zu bekommen, eine gute Idee.
Ich selbst steckte auch in einer Art von Gefängnis fest bis ich völlig zusammenbrach und nix mehr ging.
Da musste nicht nur ich lernen, mich aus meinem Gefängnis rauszulassen, auch mein Umfeld und insbesondere mein Mann musste umlernen.
Das war für uns beide nicht immer einfach. Alte, gewohnte Muster und Prägungen legt wohl niemand so leicht ab, aber Schritt für Schritt haben wir‘s geschafft und sind noch heute dabei, weitere Schritte zu schaffen.
Dieser Leistungsgedanke war auch bei mir tief eingeprägt. Ich hab mir, als ich schon eine Weile trocken war, nochmals therapeutische Hilfe gesucht und konnte dies und anderes erfolgreich aufarbeiten und mich von gewissen Prägungen und negativen Glaubenssätzen, die ich verinnerlicht hatte und zu meinen eigenen gemacht hatte, distanzieren.
Viele Grüße
AmSee
Hallo Blackisbeautiful ,
das kann ich mir durchaus vorstellen, dass man dir den Lebensstil noch nicht so ansieht.
Doch lass dich davon nicht täuschen, ein ernsthafter Blick auf Biografien wie deine zeigt, dass das nur eine Frage der Zeit ist, bis man‘s auch dir ansieht. Es sei denn, du ziehst die Reißleine.
Was du von dir so erzählst, klingt nach einem Leben am Limit…
So ein Binge-Typ bin ich auch gewesen…
Bis dann nix mehr ging…
N‘ bisschen binge bin ich noch immer, aber das gehört offenbar zu meiner Natur.
Wenn ich wollte, gäbe es Möglichkeiten, etwas daran zu ändern. Versucht hab ich das auch, aber hab für mich festgestellt, dass ich das Intensive auch brauche und gar nicht anders sein möchte.
Dazu, das zu erkennen und zu akzeptieren, gehörte für mich dann auch, die Auszeiten, die Körper und Psyche brauchen und sich bei mir auch holen, selbst wenn ich andere Pläne habe, zu akzeptieren.
Übrigens hatte ich, als ich getrunken habe, auch eine gefährlich hohe Toleranz. Ich war damals sogar stolz darauf, so trinkfest zu sein. - Heute denke ich anders darüber, hab im Nachhinein gelesen und für mich als relevant begriffen, dass sich Trinkfestigkeit auch begünstigend darauf auswirkt, eine Alkoholsucht zu entwickeln.
Viele Grüße
AmSee
Hi 4Emmi ,
hab gesehen, dass du die Tage mal wieder online warst.
Wie mag‘s dir inzwischen wohl gehen?
Ich hab dir dann nicht mehr geantwortet, da du nach dem 31. Dezember nichts mehr von dir hast hören lassen.
Wenn du das möchtest, können wir gern wieder in einen Austausch eintreten.
Viele Grüße
AmSee
Ich kann nicht sagen, dass ich mich dafür bedauere aktuell nicht zu trinken. Also ich entscheide das ja. Nichts und niemand zwingt mich dazu. Außerdem hab ich mir die Suppe selbst eingebrockt, da hab ich wenig Mitleid mit mir selbst.
Ich hab das auch so gesehen und sehe das auch so, dass ICH das entscheide.
Niemand kann mir verbieten, Alkohol zu trinken, und niemand, dass ich abstinent lebe. Das ist ganz allein meine Entscheidung.
Als ich vor über vier Jahren mit dem Trinken aufgehört habe, habe ich zunächst ja nur die Reißleine gezogen. Aufgeschlagen war ich hier, weil ich mir wegen meines Konsums Sorgen machte und glaubte, hier Menschen vorzufinden, die sich damit auskennen.
Durch die Erfahrungsberichte anderer hier und durch den Austausch begriff ich erstmal nur, wo ich bereits stand und wohin es mit mir kommen würde, wenn ich zu jenem Zeitpunkt nicht die Reißleine zog.
Was ich über das nüchterne Leben anderer Nutzer hier erfuhr, machte mir Mut, denn ich hatte mir nicht vorstellen können, dass ein Leben ohne Alkohol ein schönes Leben sein könnte.
Im Laufe meiner Abstinenz bemerkte ich dann zunehmende Verbesserungen, sowohl körperlicher als auch psychischer Art. Dadurch erst wurde mir am eigenen Leibe bewusst, dass ich mir mit meinem Alkoholkonsum offenbar mehr geschadet hatte, als ich gedacht oder erwartet hatte.
Das bestärkte mich dann auf meinem neuen Weg. Ich hab zu jener Zeit auch sehr viel zu dem Thema gelesen. Emotional ging’s da mitunter auch richtig rund. - Etwas, was im ersten Jahr übrigens recht normal ist, ich hab das von vielen anderen auch gehört/ gelesen.
Womit ich nicht gerechnet hatte, war, was die Konfrontation mit dem „normalen“ Leben, nachdem die Einschränkungen wegen Corona aufgehoben wurden, mit mir machte. Das hab ich nicht kommen sehen und es hat mich zu jenem Zeitpunkt offensichtlich vollkommen überfordert.
Aber n Freudensprung mach ich halt auch nicht. Dafür ist es auch viiiiiel zu früh.
Kann ich nachvollziehen. Hab ich zu jenem Zeitpunkt auch nicht gemacht.
Das Bewusstsein, was ich mir für ein Geschenk gemacht hab mit der Abstinenz, die Freude, die Dankbarkeit, der Mehrwert stellte sich erst im Laufe der Zeit ein.
Viele Grüße
AmSee
Hallo Blackisbeautiful ,
Jedenfalls brauch ich wohl noch ne Weile, bis sich da bei mir irgendeine Form des Genusses einstellt
das entspricht auch den Erfahrungen einiger anderer hier.
Wie du beim Lesen durch die verschiedenen Threads feststellen wirst, haben wir hier Mitglieder mit ganz unterschiedlichen Wegen und unterschiedlichen Erfahrungen.
Es kommt wahrscheinlich auch darauf an, wie stark die „Liebesbeziehung“ zum Alkohol noch ist.
Wenn du dich dafür bedauerst, nicht mehr Alkohol konsumieren zu können oder zu dürfen, ist es schwieriger mit der Abstinenz.
Bei mir selbst war rückblickend genau das, obwohl ich da bereits ein halbes Jahr erfolgreich abstinent war und glaubte, zufrieden abstinent zu sein, ursächlich für eine Suchtdruck-Attacke.
Ich hab während der Corona-Pandemie mit dem Trinken aufgehört und wurde, als die Maßnahmen gelockert wurden, mit dem „normalen“ Leben konfrontiert, d.h. mit einem Umfeld, das selbstverständlich Alkohol konsumiert. Und ich hatte da früher kräftig mitgemacht und hatte meinen Spaß daran.
Ich hatte nicht damit gerechnet, dass bei mir da Bedauern und Selbstmitleid aufkommen könnte, dass ich nicht mehr Alkohol konsumiere.
Nach diesem überaus heftigen Suchtdruck-Erlebnis, das ich mit Hilfe nüchtern überstanden habe, wurde mir das klar. Daraufhin hab ich damit aufgeräumt.
Ich hab inzwischen schon lange kein Interesse mehr an Alkohol und keinerlei Bedürfnis, welchen konsumieren zu wollen.
Ich kann, wenn ich darauf Lust habe, feiern, lustig sein, ausgelassen tanzen und jeden Schxxxx mitmachen. Und das alles nüchtern. 🤣
Viele Grüße
AmSee
Hallo Blackisbeautiful ,
nun antworte ich dir als normales Mitglied.
Was du über dich teilst, erinnert mich an meine Anfänge hier im Forum und welche Gedanken mich damals so bewegt haben.
Aufgrund meiner eigenen Erfahrungen möchte ich dir antworten, dass es zunächst mal kaum eine Rolle spielt, ob du lebenslange Abstinenz anstrebst oder nicht.
Das, was jetzt erstmal zählt, ist, dass du dir eines Problems bewusst geworden ist und dass irgendetwas in dir die Reißleine ziehen möchte.
Mir hat ein Nutzer hier damals vor viereinhalb Jahren, Ende Oktober ˋ20, ein Experiment vorgeschlagen. Ich zitiere seinen Beitrag an mich mal hier, weil er mich damals nachdenklich gemacht hat. Vielleicht kannst auch du mit seinen Worten etwas anfangen:
Warum ich das schreibe? Nun, vielleicht willst Du ja mal eine Art Experiment wagen. Vielleicht nimmst Du Dir mal vor wirklich komplett auf Alkohol zu verzichten. Nicht mit dem Vorsatz nie mehr Alkohol zu trinken, was Du Dir ja offenbar gar nicht vortstellen kannst, sondern zeitlich begrenzt. Aber eben nicht nur auf ein paar Tage oder wenige Wochen begrenzt sondern vielleicht mal auf ein halbes Jahr. Ab sofort ein halbes Jahr keinen Alkohol mehr. Das wäre dann so bis Ende April nächsten Jahres, runden wir mal auf und sagen: bis 1. Mai 2021 keinen Tropfen Alkohol, danach alles wieder offen - wie fühlst Du Dich bei diesem Gedanken? Bist Du dabei? Achtung, auch an Weihnachten und Silvester.... kein Sektchen, nichts.....
Wenn Du nicht süchtig bist, wird Dir das, vielleicht nach einer gewissen Anfangssehnsucht die auch von einer gewissen Gewohnheit kommen kann, relativ leicht fallen. Es gibt viele Menschen die gar keinen Alkohol trinken oder nur in allergeringsten Mengen. Oder nur alle paar Monate mal nur ganz wenig. Wenn Du jedoch schon ein ernsthaftes Problem entwickelt haben solltest, dann wirst Du das auch ganz schnell merken. Selbst wenn Du vielleicht verzichten kannst, wird Dir Dein Kopf, werden Dir Deine Gedanken die Signale geben. Wenn Du ständig an Alkohol denken musst, wenn Du wirklich kämpfen musst um nicht zu trinken, dann wird die Sache ziemlich ernst sein. Und wenn Du es erst gar nicht schafftst, also zur Flasche greifst, egal mit welchem Vorwand Du Dir das dann rechtfertigst, dann weißt Du was die Stunde geschlagen hat.
Zu Deiner Idee:
Ich hab schon überlegt, mein Belohnungssystem zu ändern und statt 100€ zu versaufen einen Wellnesstag Samstags zu machen. Mit Massage und allem Zipp und Zapp. Was meint ihr? Gute Idee?
Probier‘s aus. Die Idee finde ich persönlich gar nicht so schlecht. Ob das allein ausreichen wird oder der Wunsch bzw. das Bedürfnis, dich mit Alkohol noch mehr zu belohnen und da noch eins draufzusetzen, aufkommt, wird sich zeigen.
Bis dahin erstmal.
Viele Grüße
AmSee
Hallo und herzlich Willkommen, Blackisbeautiful ,
schön, dass du zu uns gefunden hast und dich uns vorgestellt hast.
Ich schalte dich gleich für den Austausch im öffentlichen Bereich frei und verschiebe deinen Vorstellungsthread in das entsprechende Unterforum.
Wünsche dir ein gutes Ankommen hier und einen hilfreichen Austausch.
Freundliche Grüße
AmSee (als Moderatorin)
Benutzten wir nicht alle Alkohohl als "Beruhigungspille", als Herrunterfahr-Mittel, Sedativum, als Retter in der Not ... wenn gar nichts mehr ging? Wir am Ende unserer Kräfte, Nerven waren, wir der Verzweiflung, der Ausweglosigkeit machtlos (?) ausgeliefert waren? Anfänglich sicher auch als Stimula/Stimulierung, um bestimmte Reize zu verstärken - wenn denn die Dosierung stimmte!
Warum ist dir das wir so wichtig, Paul , dass du das wir hier so betonst und auch an anderen Stellen über andere Menschen sprichst?
Ich bin u.a. durch dieses Forum hier sehr nachdenklich geworden bzgl. Aussagen über andere. Ich mache das zwar noch immer ab und zu, aber ich bemühe mich zumindest, umsichtiger damit umzugehen.
Ich weiß nicht, was in den Köpfen anderer vor sich geht, kann das nicht wissen. Ich bin niemals in deren Schuhen unterwegs gewesen und andere wiederum nicht in meinen.
Was ich kann, ist, aufgrund meiner eigenen Lebenserfahrungen Ähnlichkeiten zu den Lebenserfahrungen anderer auszumachen. Und darüber kann ich reden.
Emily hat über sich geschrieben. Und obwohl ich ein anderes Leben geführt habe als sie, finde ich etwas, was ich selbst erlebt habe, in ihrer Erzählung wieder.
Sie schreibt, sie fühlte sich dem Alkohol gegenüber machtlos. Ich selbst hätte das für mich nicht so formuliert und doch finde ich in diesen Worten etwas wieder, wie‘s mir zuletzt mit meinem Alkoholkonsum ging.
Ich hab mich, als ich noch trank, nicht abschießen wollen, aber zuletzt entglitt mir immer wieder die Kontrolle, wenn ich trank. Ich wollte eigentlich genießen, Lebensfreude leben, mich wohlfühlen, mich belohnen.
Nur ließ sich dieser Zustand nicht halten, ich konnte (wollte?🤷♀️) nicht aufhören, nachzukippen, um den schönen Zustand zu erhalten. Und dann kippte es in den letzten Monaten ständig mehr oder minder von jetzt auf gleich, ich fühlte mich nicht mehr wohl, sondern unendlich müde, erschöpft, zerschlagen, depressiv, todessehnsüchtig.
Ich nahm mir vor, am nächsten Tag oder in den nächsten Tagen nicht zu trinken, doch der Entschluss fiel in der Regel am späten Nachmittag. Die Flasche wurde geöffnet und es blieb nie bei einer. Sie waren immer so schnell leer.
Ich hab Wein auch wie Wasser getrunken. Kaum gefüllt war das Glas auch schon wieder leer.
Diesen Wunsch, mich richtig abzuschließen, hatte ich selbst tatsächlich nur das eine Mal, als ich bereits ein halbes Jahr trocken war, und in Folge mehrerer triggernder Situationen heftigsten Suchtdruck bekam. Völlig untypisch für mich, aber im Nachhinein für mich erklärlich.
Was hat sich heute, nüchtern, geändert? Sind wir gelassener geworden, weil wir eh' nix ändern können? Fügen wir uns, akzeptieren, worauf wir sowieso keinen Einfluss haben? Sind uns bestimmte Sachen schei**egal geworden? Oder ist's gar die "Altersmilde", uns bestimme Sachen jetzt/heute nicht mehr soooo wichtig erscheinen?
Ich hätte, weil‘s so einfach und selbstverständlich schien, nichts an meinem Leben und meinem Alkoholkonsum geändert, wenn mir nicht bewusst geworden wäre, dass ich so nicht weitermachen kann.
Da ich so aber nicht weitermachen konnte, wenn ich nicht zugrundegehen wollte, musste und wollte ich lernen, wie es anders und zwar nüchtern geht.
Ich hab gelernt, was echte Selbstfürsorge ist und wie wichtig sie für mich ist. Ich hab mich besser kennen- und sogar lieben gelernt. Und im Laufe meiner Abstinenz wurde mir die tiefere Bedeutung und der Sinn des sogenannten Gelassenheitsgebets immer bewusster.
Viele Grüße
AmSee
Unser größter Ruhm ist nicht, niemals zu fallen, sondern jedes Mal wieder aufzustehen.
Nelson Mandela (1918 - 2013)
Hallo Laggard ,
nach der Beschreibung kann ich mir denken, was du meinst.
Das hat ichso eingestellt in Emily s Thread Heimlichtuerei oder Ehrlichkeit #Beitrag 137.
Das ist aus Ralf Schneider, „Die Suchtfibel“.
Viele Grüße
AmSee
Scheitern gehört auch zum Erfolg, ebenso wie Zweifeln, Hinterfragen.
Womit wir bei einer Sichtweise wären, die mir persönlich gefällt:
„Ich bin nicht 10.000 Mal gescheitert. Ich habe erfolgreich 10.000 Wege gefunden, die nicht funktionieren.“
Thomas Alva Edison, Erfinder der ersten brauchbaren Glühbirne
Suchtdruck ist das nicht auch ein Sich-abschiessen-wollen?
🤔
Da hast du nicht ganz Unrecht. An die habe ich in diesem Zusammenhang hier gar nicht gedacht…
Ob die deine Ausführungen allerdings zum Nachdenken bringen, ob sie das lesen, wenn sie Suchtdruck haben ? - Ich weiß es nicht, kann‘s überhaupt nicht beurteilen. Die Zeit wird’s wohl zeigen.
Ok, gut, dass das geklärt werden konnte.
Ich weiß nicht, ob von diesen Adressaten (Menschen, die sich abschließen wollen) überhaupt jemand in diese Online-SHG hineinschaut. Ich wage das zu bezweifeln.
Wer hier tatsächlich reinschaut, sind doch solche, die sich ihres Problems bereits bewusst sind und nun nach Wegen suchen, daraus aussteigen zu können.
Deswegen habe ich dich auch gefragt, inwiefern deine Ausführungen der Selbsthilfe dienen.
Paul , unsere Beiträge haben sich überschnitten…. Hast du meine Nachfrage gesehen?