Hallo miteinander

  • Ich möchte mich einfach "kurz" vorstellen. Bin 45 und hab wohl leider tatsächlich ein Alkoholproblem, das ich einfach nicht wahrhaben wollte und nicht erkannt habe, verdrängt und schöngeredet.
    Vermutlich genau die gleiche / ähnliche Geschichte, wie bei so vielen Menschen hier im Forum. Ich dachte, ich hab es im Griff, weil außer Drama und Jammerei an liebe Menschen vermeintlich noch nix "Schlimmes" passiert ist.
    Und ich dachte, kannst es ja jederzeit lassen.
    Tja.
    Kann ich aber irgendwie eben doch nicht und ich mag das so nicht mehr.
    Ich dachte nicht, dass es schon so schlimm ist - ich trinke ja "nur" in Gesellschaft und ein Rausch hier und da ist doch normal, macht jeder.
    Und ach, so ab und zu mal abends allein was, macht ja auch jeder.
    Nur, dass eben NICHT jeder das macht.
    Nicht jeder trinkt, wenns Leben wehtut.
    Nicht jeder sofort die Kontrolle verliert, sich ans erste Glas erinnert, aber die Flasche Wein dann leert, oder zwei bis zur Besinnungslosigkeit und nach dem Aufwachen entsetzt sieht, dass es so ist.


    Das war mal anders und deshalb hab ich das ganze auch nicht geschnallt.Ich konnte das mal - "normal" trinken. Und hatte da auch Schwips und Rausch, aber nie blackouts und nie zum Probleme wegtrinken und nie so, dass ich es als Problem empfunden hab.


    Und jetzt... ist es so und ich ahne es schon ne Weile. Dachte nur, da ich auch komplett wochenlang verzichten kann - dass ich nicht süchtig bin und die Blackouts hab ich mir mit dem älter werden erklärt und dass ich es einfach nicht mehr so gut wegstecke.


    Die letzten Wochen allerdings... konnte ich eben NICHT nichts trinken und diese Phasen ohne... werden immer kürzer und ich hab angefangen, nachzulesen.


    Daher auch rausgefunden, dass die Alkoholkrankheit in Stufen verläuft und das, was ich erlebe, sehr Wohl da rein fällt. Und ich hab auch keine Lust, da drum rum zu schachern, ich glaube... das wäre für mich gefährlich. Bisschen schwanger gibt es ja auch nicht.


    Ich möchte unbedingt aufhören und hab auch ziemlich große seelische Baustellen - wenn ich DAS jetzt weiter treibe, dann glaube ich nicht, dass ich das langfristig überstehe. Abgesehen mal von NUR Alkoholiker sein.


    In einem anderen Forum hab ich es - durch mich da ankern und gefühlt festhalten, wenns schlimm wird - geschafft aus einer hochgragig missbräuchlich Beziehung zu lösen (da ist eine geschaffene Abhängigkeit auch ein riesen Thema) und immer, wenn ich dachte... ich werde rückfällig... halt ich mich da fest.
    Und irgendwie hab ich die Hoffnung, dass das hier mir auch helfen wird.


    Im Außen hab ich Therapie - allerdings Traumatherapie und die muss ich weiter machen. Ich möchte mich aber fürs Thema Alkohol irgendwie im Außen ankern - AA pack ich leider nicht.
    Ich kann auf keinen Fall mit Gott und Glauben, weils mich triggert - wäre also eher nicht hilfreich.


    Und jetzt frag ich einfach Euch erfahrenen Mitglieder - wo ist der Weg bzw. was mach ich als Erstes?
    Arzt?
    Was für SHGs? Bin bisschen ratlos grade.


    Für heut Abend hab ich mir vorgenommen,stattdessen erstmal hier her zu kommen und nicht zu trinken.


    Puh. Irgendwie Wortsalat, möcht so viel sagen, aber auch erstmal ankommen...
    Und nochwas... kann ich meinen Nick nochmal ändern? Ich hab in einem Anfall geistiger Umnachtung einen gewählt, unter dem mich dann doch so viele erkennen könnten...
    Wäre toll, wenn das geht. Sonst... meld ich mich einfach nochmal neu an.


    LG in die Runde :)
    Cada

  • Hallo Cada :)


    die Entscheidung hier zu schreiben, statt zu trinken, finde ich ziemlich wichtiger Schritt auf dem Wege zur Veränderung.
    Meiner Meinung nach, dieser "Klick", der oft in Kopf stattfindet, ist sehr entscheidend. Ich hoffe, dass es dieser Klick bei Dir ist.


    Obwohl man oft schon sehr viel früher weisst, dass man ein "Alkoholproblem" hat, oft dauert es noch eine Weile, bis man wirklich im inneren akzeptiert, dass man süchtig ist.
    Danach gibt es noch die Hoffnung, dass man doch noch nicht ein richtiger Alkoholiker wäre, und man kann ja immer noch aufhören und alles ist unter Kontrolle, besonders wenn man noch Pausen schafft, einige Tage, gar Wochen nicht zu trinken.
    Mich erschrak alleine die Gedanke, dass ich "nie wieder mein so leckeren tollen Wein trinken kann!!" Wir schrecklich. Und an dem Tag trank ich noch zusätzlich extra mehr...auf Vorrat, so zu sagen.


    "Die anderen trinken doch alle, auch nicht wenig!" - sagte mein Alko-Demon.
    Und man trinkt dann weiter...um Probleme wegzutrinken..oder beim Feiern wenn man gute Stimmung hat. Um kreativ zu sein bei der Arbeit und um sich zu entspannen nach der Arbeit.....Wenn jemand stirbt oder jemand zur Welt kommt. Wenn schönes Wetter ist und Sonne scheint, oder wenn es schlechtes Wetter ist, wenn kalt und wenn heiss..
    Nur die anderen können aufhören, aber Du nicht ...
    Alkohol kann warten, aber am Ende weisst man es...Alkohol gewinnt immer.
    Er nimmt Dir alles...Freude, Interessen, Lust, Emotionen, eigentlich Dich selbst...
    und lässt Dir nur ein Tunnel-Denken mit einer Flasche-Silhouette am Ende.


    Du bist schon auf dem guten Wege, da Du erkannt hast, dass Du "Alkoholproblem" hast und im Grunde genommen weisst Du es,
    dass Du, als Addict, nicht trinken darfst. Man kann ja nicht "bisschen schwanger sein" :))))


    Welchen Weg Du wählst, ob ärztliche Unterstützung, oder SHG (Selbsthilfegruppen), oder AA oder andere Wege, muss jeder für sich selbst entscheiden.
    Und auch wenn wir sehr viele Ähnlichkeiten in unserer Krankheit haben, jeder muss seinen eigenen Weg finden, der ihm passt.
    Ich bin der Meinung, es ist wichtig, dass dieser Weg in die Abstinenz mit positiven Gedanken begleitet werden soll...
    denn der Weg wird nicht so einfach sein, wenn Alkohol wegfällt, kommen viele Baustellen ins Licht und Lücken die gefüllt werden sollen...
    wichtig ist dabei, ehrlich zu sich selbst zu sein, ist manchmal nicht einfach.
    Alkoholismus ist wie ein Eisberg....


    Aber erst eines nach dem anderen ...
    Ich persönlich hab meinen Sprung nur mit Forum (nicht nur diesen) geschafft. Bin seit mehr als 4 Jahr abstinent.
    Aber ich war damals bereit zum Arzt zu gehen, sollte ich es nicht alleine geschafft haben.
    AA war auch nicht mein Ding, obwohl manchen hilft es wirklich. Und wer weisst, vielleicht wäre ich auch irgendwann soweit, wenn nichts mehr geholfen hätte. tja...ich bin nicht mehr konsequent und "radikal stur" geworden, seit ich nicht mehr trinke......Auch sehr positive "Nebenwirkung" :)))

    Viele Teilnehmer machten und machen Therapien, sie können Dir mehr Info diesbezüglich geben..
    Eventuell würde es Sinn machen, bei Deiner Traumatherapie das Thema mit dem Alkohol anzusprechen...das könnte auch relevant für Deine Behandlung sein, in jedem Hinsicht.


    Wünsche auf jeden Fall Dir alles Gute und viel Glück auch.


    ganz liebe Grüsse


    Dagny

    "All the drugs in the world won't save us from ourselves.”-  Marilyn Manson

  • Liebe Dagny!


    Ganz lieben Dank für Deine Antwort, finde jede Menge darin und sitze hier und nicke so oft bei Deinen Sätzen. Du hast Recht, due ganzen Gründe zum trinken, die sind da. Und ich glaube, mit denen hab ich mir das auch lang schön geredet bzw es tatsächlich nicht gerafft.


    Hast mich grad nachdenklich gemacht!


    Was mir halt aufgefallen ist: die greifen eben einfach nicht mehr. Das ganze "Dazwischen", was ja diese angeblichen Gründe ausmacht irgendwie. .. Das ist mittlerweile weg:
    Es entspannt mich nix, es macht mich nicht geselliger oder kreativer oder lustig oder sonst was, was ich mir da immer so dachte - das ist eben genau das.


    Ich trinke, dann krieg ich noch paar Minuten mit und dann ZACK... alles weg. Da bleibt gar keine Zeit mehr dazwischen für all diese ach so tollen Gründe.
    Das Einzige, was da noch übrig bleibt ist tatsächlich: Hauptsache ich fühl nix mehr.


    Und am nächsten Morgen Aufwachen, völlig gerädert und kaputt und dieses scheiß Gefühl "Du wolltest das doch nicht mehr machen " :(
    Dann Scham... Schuldgefühle... und weiter geht's im Gedankenkreisel.
    Da bleibt gar kein Raum für Selbstwert und Körnchen richten. Als ob die leere Flasche brüllt: " Versagerin!"


    Klar, ich spreche das in der Therapie auf jeden Fall an, aber das Problem wird sein, dass ich echt spezifisch gegen das Trinken was brauche - extra und kundig.
    Grade WEIL ich komplex traumatisiert bin und da einfach so viel Hilfe nötig ist zum Leben. Ich bin da schon 5 Jahre und komm wirklich gut voran, aber es ist langwierig.
    Und ich kann mir einfach nicht leisten, den Fokus dort von der notwendigen Hilfe für die Traumasachen weg zu nehmen.


    Das mit dem Alkohol allerdings empfinde ich als so bedrohlich für mich und krass, dass ich da halt aber auch nicht halbherzig dran kann und "so nebenbei"... Das trau ich mir nicht zu.


    Und wie das eben so ist, der Mist ist GANZ und gar nicht hilfreich für meine seelischen Sachen - ich weiß auch genau, wie es hat passieren können und welche "Löcher" ich da zuschütte mit...
    Und da arbeite ich ja dran. Das Problem wird sein - das sind extrem schlimme Sachen, die ich nicht einfach und schnell werde lösen können.
    Aber das Trinken aufhören - das MUSS ich schaffen. Und zwar jetzt. Das an sich dürfte wohl das geringste Problem sein. Ich brauche nur dringend feste feste Anker, damit ich es auch LASSEN kann. Quasi etwas, wo ich mich fest halten kann, wenn es kippelig wird und schlimm. Eben, damit ich das dann nicht "wegsaufe" sondern aushalte. Und ich bin eben auch ziemlich allein und sehr isoliert im Augenblick. Und darin seh ich einfach die Gefahr so arg. Denke... hier sein hilft vielleicht auch echt schon als erster Schritt.


    Weil ich eben genau weiß, dass ich die Gründe nicht schnell werde lösen können ... möchte ich einfach unbedingt auch was "draußen ". Ich find den Gedanken von AA schön...dass es jemanden gibt, den man zur Not anrufen könnte, der es versteht... in dem Moment dann.


    Aber mir fällt es auch sauschwer, grade WEIL ich so nen Haufen echt schlimme Erlebnisse in der Biographie hab und mich einfach niemandem zumuten mag - immer denke, dass ich too much bin.


    Und AA ist halt wegen dem Bezug zu höherer Macht für mich ganz schwer - da gibt es zuviel in mir dazu.


    Hab jetzt eure Linksammlung angeschaut und auch was gefunden hier bei uns. Da ruf ich gleich mal an.


    Ich danke Dir für all deine Worte, hat mich schonmal echt mutiger gemacht, so lieb empfangen zu werden!


    LG Cada :)

  • Hi Cada ;)



    Was mir halt aufgefallen ist: die greifen eben einfach nicht mehr. Das ganze "Dazwischen", was ja diese angeblichen Gründe ausmacht irgendwie. .. Das ist mittlerweile weg:
    Es entspannt mich nix, es macht mich nicht geselliger oder kreativer oder lustig oder sonst was, was ich mir da immer so dachte - das ist eben genau das.


    Ich trinke, dann krieg ich noch paar Minuten mit und dann ZACK... alles weg. Da bleibt gar keine Zeit mehr dazwischen für all diese ach so tollen Gründe.
    Das Einzige, was da noch übrig bleibt ist tatsächlich: Hauptsache ich fühl nix mehr.


    ja, genau :))) Wir trinken, weil wir abhängig sind, physisch und psychisch. Wir trinken nicht, weil wir uns freuen und traurig sind (ist sowie so ziemlich absurd, wenn man nachdenkt....man empfindet Freude oder Trauer und deshalb trinkt..).
    Alkoholiker braucht keinen Grund um zu trinken. Manchmal nur halt "Tarnung" vielleicht.
    Ich trank in den letzten Jahren vor dem Aufhören, am liebsten alleine, meinst spät am Abend schon, wenn alles zur Ruhe kommt.
    Dann kann ich in Ruhe arbeiten und saufen....



    Und am nächsten Morgen Aufwachen, völlig gerädert und kaputt und dieses scheiß Gefühl "Du wolltest das doch nicht mehr machen " :(
    Dann Scham... Schuldgefühle... und weiter geht's im Gedankenkreisel.
    Da bleibt gar kein Raum für Selbstwert und Körnchen richten. Als ob die leere Flasche brüllt: " Versagerin!"


    Ja, Schamm, Schuldgefühle - das sind die typischen Begleiter...
    Ich versprach mit jeden morgen vorm Spiegel, aufzuhören. Und schon am Mittag führ ich eine Flasche Wein zu kaufen...
    Ich hasste mich dabei und tat es trotzdem.
    an dem Tag, wo mein "klick" passierte, war ich unterwegs und ich kann mich immer noch so gut an dieser Stelle an der Landstrasse erinnern wo ich sagte mir selbst "heute trinke ich nicht. keine grosse Pläne, keine "für immer", nur heute trinke ich nicht.
    Und an morgen denke ich erst mal noch nicht."
    Ich war zu diesem Zeitpunkt physisch und psychisch am Ende, erschöpft und deprimiert.
    Es war wie eine Befreiung.
    Dieser Ansatz "heute trinke ich nicht" hat mir sehr gut geholfen.
    Jedes Mal denke ich immer noch daran, wenn ich an diese Stelle vorbei fahre...:)))))))))))



    Aber das Trinken aufhören - das MUSS ich schaffen. Und zwar jetzt. Das an sich dürfte wohl das geringste Problem sein. Ich brauche nur dringend feste feste Anker, damit ich es auch LASSEN kann. Quasi etwas, wo ich mich fest halten kann, wenn es kippelig wird und schlimm. Eben, damit ich das dann nicht "wegsaufe" sondern aushalte. Und ich bin eben auch ziemlich allein und sehr isoliert im Augenblick. Und darin seh ich einfach die Gefahr so arg. Denke... hier sein hilft vielleicht auch echt schon als erster Schritt.


    Wenn ich paar Tipps geben darf (natürlich projiziert aus meiner eigenen Erfahrungen nur).
    Versuch nicht alles auf ein mal. Ich würde Dir auch sogar empfehlen, Dich jetzt nur auf das wesentliche zu konzentrieren und zwar - aufhören zu trinken. Das könnte relativ einfach sein. Viel wichtiger und schwieriger ist, nicht wieder anzufangen.
    Alles andere nur minimal notwendig und möglichst nur das, was keinen Stress verursacht und Dich weiter instabil macht, denn Du wirst wie offene Wunde.


    Es ist nicht einfach, aber manche Sachen muss man halt "streichen", wenn sie Deinen Zustand bedrohen.
    Nimm Dir Zeit und versuche jetzt nicht, alle Probleme zu lösen, keine "rasche Bewegungen" zu unternehmen, keine wichtige Entscheidungen zu treffen, keine grosse Veränderungen im Leben aktiv zu machen.



    Weil ich eben genau weiß, dass ich die Gründe nicht schnell werde lösen können ... möchte ich einfach unbedingt auch was "draußen ". Ich find den Gedanken von AA schön...dass es jemanden gibt, den man zur Not anrufen könnte, der es versteht... in dem Moment dann.


    Aber mir fällt es auch sauschwer, grade WEIL ich so nen Haufen echt schlimme Erlebnisse in der Biographie hab und mich einfach niemandem zumuten mag - immer denke, dass ich too much bin.


    Ich war nicht bei AA, aber ich weiss, dass es sehr unterschiedliche Gruppen gibt ...
    Man muss ja auch nicht dort gleich aktiv sprechen, auch Bezug zu höherer Macht ist im Grunde genommen, nur Deine Entscheidung.
    AA, so wie auch andere "Methoden" / Therapien haben ihre Instrumenten, die funktionieren und helfen.
    Warum also nicht probieren.
    Ich weiss auch, dass manche eine Art "Tagebuch der Emotionen" schreiben. So ähnlich habe ich nur online in einem Forum gemacht.
    Das hat auch gut geholfen, denke ich. Alleine Deine Gedanken aufzuschreiben bringt schon gewissen therapeutischen Effekt.
    Die Kommunikation und Austausch mit den Menschen, die dieselben Probleme haben, bringt sehr viel.
    Ich würde sagen, versuche es auf verschiedenen Wegen, Du wirst schon sehen und spüren, was Dir gut tut und was hilft.


    Wünsche Dir alles Gute und drück den Daumen!


    Dagny


    P.S. ich habe auch sehr viel Musik in der Zeit gehört. tue immer noch. Tat und tut mir gut.

    "All the drugs in the world won't save us from ourselves.”-  Marilyn Manson

  • Hi!


    Willkommen, von 45 zu 45 Jährigen :)


    Mein Tipp für den Einstieg, erstmal zum hören dieses hier:


    https://psychologie-to-go.podi…e1-ohne-alkohol-interview


    Damit habe ich meinen Einstieg in die Abstinenz gefunden, den ich, obwohl erst "4 Wochen", auf den Tag genau, dabei, extrem feiere. Weiteres dazu später von mir, ich muss erstmal essen machen.


    Übrigens, früher war esse machen immer mit Dusel im Kopf verbunden, heute nicht mehr. Total schön :D


    Bis später!


  • Danke Dir für alle die Tips :)


    Ich lese mich grade bisschen durchs Forum und die Beiträge... daa fühlt sich gut an. Nicht so allein zu sein. Das hilft mir grade sehr.
    Und schreib Dir aber noch im Einzelnen!


    Vlg cada


  • Lieber NieTho!


    Mensch, danke für den link. Der Podcast ist klasse - aber ganz ehrlich auch einige der Anderen podcasts dort. Bin wirklich begeistert, da hab ich ne Menge gefunden. Und sie spricht tatsächlich sehr klar, ich mag die Art.


    Hoffe, Dein Essen war prima, so unbeduselt :)


    LG Cada

  • Hi Cadamaro,


    jetzt mal in Ruhe von mir. Erst einmal, nochmal willkommen!


    Ich habe mir mal eine Passage aus deinem Post rausgesucht, die ich wichtig finde.


    Zitat

    Ich möchte unbedingt aufhören und hab auch ziemlich große seelische Baustellen - wenn ich DAS jetzt weiter treibe, dann glaube ich nicht, dass ich das langfristig überstehe. Abgesehen mal von NUR Alkoholiker sein.


    Ich denke, der Alkohol ist eine weitere Baustelle, der genau mit in deine seelischen Baustellen reinklopt. Alkohol hat leider das zerstörerische Potential vorzugeben zu trösten, aber hintenherum die Probleme zu verstärken. Als auch selber traurig zu machen.


    Alkohol ist kein Medikament und keine Lösung sondern ein Problem. Und das hast Du ja auch selber erkannt. Und ich finde, diese Erkenntnis ist Gold wert.


    Zitat

    Aber mir fällt es auch sauschwer, grade WEIL ich so nen Haufen echt schlimme Erlebnisse in der Biographie hab und mich einfach niemandem zumuten mag - immer denke, dass ich too much bin.


    Quatsch. Kein Mensch ist too much. Du hast tiefe, seelische Belastungen und willst daran arbeiten. Und das ist doch gut. Und wenns dich richtig drückt und prickt: https://www.telefonseelsorge.de
    Anrufen oder chatten.


    Ich bin ja immer ein Freund von niederschwelligen Angeboten und Ansprechpartner, gerade in Momenten, wenn man alleine nicht weiter weiß. Und dazu sind die Jungs und Mädels auf jeden Fall da!


    Zitat

    Eventuell würde es Sinn machen, bei Deiner Traumatherapie das Thema mit dem Alkohol anzusprechen...das könnte auch relevant für Deine Behandlung sein, in jedem Hinsicht.


    Auf jeden Fall. Das ist sogar essentiell wichtig das anzusprechen! Bitte nicht verschweigen.


    Zitat

    Ich brauche nur dringend feste feste Anker, damit ich es auch LASSEN kann. Quasi etwas, wo ich mich fest halten kann, wenn es kippelig wird und schlimm. Eben, damit ich das dann nicht "wegsaufe" sondern aushalte. Und ich bin eben auch ziemlich allein und sehr isoliert im Augenblick. Und darin seh ich einfach die Gefahr so arg. Denke... hier sein hilft vielleicht auch echt schon als erster Schritt.


    Absolut. Deswegen noch einmal mein Rat, oben anrufen. 0800.1110111


    Und der Weg in die Abstinenz, welcher da zu Dir passt, ich würde das auf jeden Fall mit in die Therapie nehmen, mit dem Hausarzt besprechen. Und für mich selber auch gucken, was fühle ich, was passt zu mir, was können Deine Anker sein? Hast Du darüber schon einmal nachgedacht?


    VG!


  • Im Außen hab ich Therapie - allerdings Traumatherapie und die muss ich weiter machen.


    so weit mir bekannt, ist eine Traumatherapie sinnlos und führt grundsätzlich nicht zum Erfolg, so lange jemand trinkt.


    Ich hab mal ne Therapie gemacht, die auch sehr tief ging, und um dazu überhaupt angenommen zu werden, war es Voraussetzung, das ich mindestens schon ein Jahr trocken war und mein Alkoholproblem nicht mehr im Vordergrund stand. Sonst hätte beim Arbeiten in den Tiefen nämlich sehr leicht Suchtdruck entstehen können, wenn ich mit der Situation überfordert gewesen wäre.


    Im übrigen ist es ja hübsch, dass Du aufhören willst, aber das ist nach meiner Erfahrung in erster Linie "machen". Und im Prinzip ist es technisch ganz einfach, nämlich einfach nichts tun. Nichts trinken, Punkt. Unter keinen Umständen. Nicht schon im Voraus die Ausreden bereit legen, wanns schwierig werden kann.


    Es ist genau so schwierig, wie Du es Dir machst. Und auch so leicht, wie Du es Dir machst.

  • Guten Morgen, ihr Lieben!


    Ja, Susanne - Du hast in Teilen sicher recht. Das Thema Trinken kam in der Form und dem Ausmaß erst während der Traumatherapie zum Vorschein, ist auch dort bekannt und es gibt da viele, auch komplexe Zusammenhänge - mit denen ich mich krankheitsbedingt leider auseinander setzen muss und das sehr intensiv auch mache. Ich möchte nur ungern hier aufschlagen und dann sofort meine komplette Lebensgeschichte jemanden ungefragt an den Kopf knallen, um das erklären zu können.


    Aber was Trauma und Therapie angeht steh ich einfach mittlerweile zu fest im Thema und auf meinen Füßen und weiß, wo ich hin schauen muss und was in welchem Zusammenhang ansteht.
    Die Trinkerei ist in meinem Fall mit Sicherheit eine Suchtverlagerung - entstanden ist das Thema Sucht woanders.
    Ich hab eigentlich mein Leben lang früheste Komplextraumata versucht zu "bahandeln" ohne zu wissen, dass ich sie habe bzw ohne erkennen zu können, wie die Zusammenhänge sind.
    Das hat Trauma so an sich, dass es Erinnerung verhindert und so hab ich jahrelang im Trüben gefischt.
    Eine Therapie nach der Nächsten gemacht und an Symptomen gearbeitet, ohne die Gründe überhaupt sehen zu können. Da hat viele Jahre Alkohol keine Rolle gespielt - aber z.B. Rauchen. Essen bzw nicht essen... Extremsport..Selbstverletzung und alles Mögliche und Unmögliche, was man vielleicht nicht auf den ersten Blick als klassisches Suchtverhalten erkennt und als Begleiterscheinung seelischer Erkrankung schnell in andere Symptomkomplexe packen würde und auch oft gepackt hat.



    Rückblickend sage ich für mich aber ziemlich klar, ich konnte mit dem jeweiligen Verhalten dann NICHT aufhören. Und wenn ich das konnte, dann nur deshalb, weil ich es ersetzt habe durch etwas Anderes - meist dann, wenn es gefährlich wurde und ich musste. Wenn irgendein Merkmal doch aber für "Sucht" spricht dann doch sicher auch das, dass man nicht aufhören kann mit etwas.
    Erst nach einem Dienstunfall und daraus folgender PTBS habe ich mit Hilfe damaliger Mediziner überhaupt das Thema Trauma in meinem Leben mal betrachten können. Das war 2010 und auch da noch längst nicht in dem Maß, dass auch nur im Ansatz klar gewesen wäre, was ich heute weiß - damals war das eine "einfache" Traumatisierung, folgend einem lebensbedrohlichen Ereignis. Das habe ich mit "einfacher" Traumatherapie in einigen Jahren bearbeiten können und lebe trotz sämtlicher Folgen daraus heute gut damit. Ich hatte das als Lebensereignis verbuchen können und gut.


    Erst nach dem Tod meines jüngsten Sohnes (2013) bin ich tatsächlich in eine tiefergreifende Betrachtung meines Lebens gezwungenermaßen gefallen. Auch das ist insgesamt eine lange und sehr schmerzhafte Reise gewesen. Existenziell in jeder Hinsicht.
    Daran ist letztlich mein ganzes Leben vollkommen zerbrochen. Meine Ehe, meine Kinder und auch in einem Ausmaß, das ich hier gar nicht ausbreiten kann, so ganz neu angekommen.
    Mag nur bisschen erklären, woher ich meine Aussagen so nehme, einfach fürs Einschätzen.


    Ich hab nach dem Tod meines Sohns und den ersten sehr dunklen Jahren danach dann 2017 beschlossen, ich muss meinen Lebensmüll tief angehen. Nicht mehr dieses "och Kindheit war scheiße " aber hast ja was erreicht. Nicht mehr dieses joah, machst halt noch ne Trauer Therapie, dann hast wieder einen Stein aus dem Weg...
    Nein.


    Erste tiefe Erinnerungen brachen auf und ich wusste, ich komm da nicht raus.Und seither befinde ich mich in Traumatherapie.
    Und siehe da - es geht gar nicht so sehr (aber klar- auch) um die Schicksalsschläge im erwachsenen Alter - ich musste hochgradige Verletzungen aus frühester Kindheit erkennen und auch da nicht nur ein bissel was Schwieriges.
    Ich möchte auch das alles nicht ausbreiten hier- das hat ja was mit Vertrauen zu tun.


    Ohne meine Therapie wäre ich aber an all den Erkenntnissen längst zerbrochen, da hätte ich nichtmal anfangen brauchen zu trinken. Man kann sich auf viele Arten selbst vernichten. Insofern - es hilft und ist lebensnotwendig, dass ich dort bin.


    Was aber DEFINITIV ein Punkt ist - ich habe in den letzten beiden Jahren dieses krankeTrinkverhalten entwickelt, möglicherweise schon vorher angebahnt - das weiß ich nicht. Dass es mir Probleme macht, mich massivst behindert in der Heilung im Innen, Trugbilder der Dunkelheit bringt und vor Allen Dingen Tür und Tor öffnet für ständiges Retraumatisieren - ja DA hast Du sowas von Recht. Auch meine Gedanken der letzten Wochen, vor meinem Entschluss mich hier anzumelden. Du hast absolut Recht - es klebt mich förmlich fest an dem Punkt in der Therapie, an dem ich stehe. Das ist mit einer der Punkte, die ich an oberster Stelle habe.


    Warum ich es überhaupt angefangen habe? Auch tiefere Gründe - ich habe damit eine andere selbstvernichtende Sucht ersetzt und weder DIE erkannt, noch... dass der Alkohol zum Problem wird. Und vielleicht erzähl ich ja irgendwann mal meine ganze Geschichte.


    Letztlich ist es aber doch, wie es ist: Ich muss es lassen und NICHT ersetzen mit irgendwas Neuem. Und Tag eins ist geschafft - war noch nie schwer. Schaffe ich auch sicher noch weiter, hat schon oft geklappt. Ihr kennt das ja.


    Was nicht geklappt hat, nach Tagen...Wochen...war die ENTSCHEIDUNG es nicht mehr wieder zu tun. Schlicht, weil ich nicht kapiert hab, dass ich dieses Problem habe, dass ich nicht mehr "normal" trinken kann und aus dem Grund eine ENTSCHEIDUNG ja überhaupt nicht notwendig war, nicht zur Debatte stand.


    Jetzt ist das aber so und ich werfe hier meinen Anker aus und gebe mein Bestes und hoffe auf wertvollen Austausch und Hilfe. Vielleicht such ich mir am Besten ein neues Monster aus aus, was ICH mag. Was mir GUT tut. Was GESUNDES und ungefährliches. Wogegen ich nocht kämpfen muss. Ich hab da noch nie wirklich hingeschaut - sollte mir vielleicht mal wichtig werden. So ne Art gutes, wertvolles Löcher füllen. Für heut wars die erste Nacht nach der Entscheidung gegen Alkohol und für Leben.


    Ich danke Dir für Deine Antwort :)


    Vlg
    Cada


  • Was nicht geklappt hat, nach Tagen...Wochen...war die ENTSCHEIDUNG es nicht mehr wieder zu tun. Schlicht, weil ich nicht kapiert hab, dass ich dieses Problem habe, dass ich nicht mehr "normal" trinken kann und aus dem Grund eine ENTSCHEIDUNG ja überhaupt nicht notwendig war, nicht zur Debatte stand.


    ich greife mal genau das heraus. Weil exakt das auch mein Problem war und weswegen ich mich in die Suchtberatung bewegt habe.
    Ich konnte immer Trinkpausen machen, also temporär aufhören, und ich habe immer wieder angefangen und dann habe ich gemerkt, wenn ich anfange, dann wirds nach einiger Zeit einfach absolut übel. Weil ich dann den Schnaps literweise getrunken habe etc.
    Und der Klick war, wenn ich gar nicht mehr anfange statt meiner ewigen Kontrollversuche, dann wird es auch nicht mehr übel und ich habe dieses Problem gelöst. Nur wie?


    Anfangs dachte ich, in der Suchtberatung wird irgendwie das Thema bearbeitet, warum ich trinke. Also irgendwelche Lebensprobleme als Trinkgründe, davon haben wir da nicht geredet. Heute weiss ich auch, dass das gar nicht wichtig ist, wenn man trinken will und wenn man es braucht, dann findet man immer Gründe. Zur Not und der beliebteste ist Montag, Dienstag, Mittwoch...


    Aber das interessierte dort keinen. Was interessierte, war, in welchen Situationen ich getrunken habe, was ich mir genau in dem Moment, als ich angefangen habe, davon erwartet habe, wenn ich trinke, und, das war das Wichtigste, was ich statt zu trinken sonst tun kann. Also Handlungsalternativen, die nicht selbstzerstörerisch sind und mich möglichst auch befriedigen.


    Denn Befriedigung, Belohnung, Spaß, war das, was ich mit dem Trinken am stärksten verbunden hatte. Und was regelmässig damit endete, das ich genau das Gegenteil davon erreichte.


    Ausserdem hatte ich mir bereits alle möglichen Selbsterklärungen zurecht gelegt, wie ich bin und warum das bei mir so sein muss, das es ohne Alkohol nicht geht. Da haben sie mir ein paar Zähne gleich gezogen. Manches stimmte einfach nicht, ich war nicht so, es war der Suff. Und der Punkt ist, wenn Du aufhören willst, brauchst Du keine Erklärungen mehr, warum Du bisher getrunken hast. Interessant ist nur, wie Du da rauskommst. Mit dem warum kannst Du Dich irgendwann beschäftigen, wenn Du schon lange nüchtern bist. Da sieht das meist sowieso anders aus als am ersten Tag oder in der ersten Woche.


    Jetzt erst mal Strecke machen und was stattdessen? Was macht Dir nüchtern Spaß z.B.?

  • Liebe Susanne,


    Ja - ganz genau! Das ist es ja, was ich auch weiter oben meinte - als ich geschrieben hab, dass ich die Gründe kenne und halt aber auch ganz genau weiß - die werde ich aud keinen Fall schnell und vermutlich auch nicht komplett lösen können. Ergo - sorum funktioniert es nicht! Im Sinne von Auslöser eliminiert - Alk erledigt. Zumal Du auch recht hast - schnell unterliegt man dann möglicherweise auch der inneren Entschuldigung im Sinne von, ach was hab ichs schwer - ich kann ja gar nicht anders. Logisch wird das schön sein, wenn ich den Rotz irgendwann mal gelöst habe - wünsch ich mir ehrlich zutiefst. Aber his dahin trinken oder andere Süchte leben?
    Nein!
    Ich glaube, jeder hat seine Biographie, die mit hinein geführt hat. Aber das erst lösen?
    Das ist es ja GRADE. Es nutzt mir nix im Sinne von Salbe drauf, dann geht der Ausschlag weg.
    Ich hab schlicht nicht die Zeit dazu und kann ja froh sein, zumindest gerafft zu haben, DASS das Problem da ist.
    Und ich möchte nicht, dass es schlimmer wird.


    Und die Erkenntnis ENDE und AUS - ohne nochmal je versuchen... die war wichtig. Nicht das ohje... eher das: ich KANN nicht trinken. Und gestern hab ich mich hingesetzt und überlegt... wozu überhaupt.
    Ich hab keine Gründe dafür gefunden. Damit auseinander gesetzt hab ich mich noch nie...
    "War halt immer schon so"
    "Gehört dazu"...
    Waren so die Eckpfeiler der Unwissenheit.
    Und das Dach darüber war schlicht - ich hab überhaupt nicht drüber nachgedacht, bis ich gemerkt hab, es gibt Risse im Dachstuhl (die Ahnung, da stimmt was nicht).
    Und jetzt hat es die Entscheidung gebraucht- dass das ganze Haus hässlich ist und Renovierung doof ist.
    Warum?
    Weil ich das ganze blöde Haus gar nicht mag und brauch und es gar keinen Grund gibt, überhaupt dort eingezogen zu sein.
    Nur.. weil andere in dem Haus wohnen möchten?
    Weil man es halt so macht?
    Darum hab ich da gewohnt und das nie hinterfragt.


    Hast Recht... Strecke machen. Tja, für heut... ungewöhnlich früh aufgestanden. Wetter ist schön... werde im Garten was tun, das macht mir Freude.
    Dann, mal sehen. Eins nach dem Anderen.


    LG an Dich
    Cada

  • Jo. Dazu kommt, dass Alkohol eine Droge ist, und wie jede Droge ein Suchtpotential hat, was NICHT von der Persönlichkeit des Konsumenten abhängt. Aber von verschiedenen anderen Faktoren, Genetik, Rezeptoren, Neurotransmitter, individuelle Hirnverschaltung.
    Letztlich kann jeder süchtig werden, wenn er nur lange genug und viel genug trinkt, je nach seinem individuellen Verträgnis. Da gibts Reihenuntersuchungen, Suchtpersönlichkeiten gibt es eigentlich nicht. Und wenn man drin ist, muss man halt wieder raus. Oder auch nicht, wenns einem so gefällt.


    Und die Traumata bzw. die ganze Vergangenheit machst Du ja auch mit nichts ungeschehen, das kannst Du nur verarbeiten und das geht nüchtern definitiv besser oder wird so überhaupt erst möglich. Bei mir waren es weniger die Traumata, aber ich komme aus trinkfreudíger Familie und hatte von daher kaum nüchterne Lösungswege für viele Lebensaufgaben gelernt und musste das dann nachholen. Viel Neuland für mich. Bei uns hiess es halt immer, trink was, dann gehts Dir besser. Andere Möglichkeiten wurden nicht in Betracht gezogen.
    Das war der Ausgangszustand, und das musste ich ändern.


    Und das heisst nichts anderes als, dass Du, selbst wenn Du sämtliche Gründe aufgearbeitet hast, trotzdem einem simplen Jieper (Appetit, Suchtdruck) haben kannst, denn Du dann genau so simpel aushalten musst, bis er wieder vorbei geht.

    Und den Du aber leichter aushalten kannst, wenn Du gewisse Tricks kennst. Rausgehen, Garten arbeiten ist da ganz sicher nicht schlecht (ausser die Gartenarbeit war bislang eine gute Ausrede, dabei eine Flasche Wein zu vernichten).
    Ausserdem Wasser trinken, Sound hören, gut essen, gut schlafen, ausgeglichener Lebensstil.


    Genau so, wie es aber auch gefährlich werden kann, wenn Du Dich nicht damit abfinden kannst und dem immer hinterhertrauerst. Stichwort "zufriedene Trockenheit"..heisst nicht, das nun alles Friede Freude Eierkuchen ist, sondern dass mans akzeptiert hat und damit zu leben lernt, und zwar, wenns gut läuft, auch sehr gerne damit (mit der Nüchternheit, ohne Alkohol) lebt.


    Ich kenn Dich zu wenig, bei mir wars anfangs so, dass ich es kaum gewohnt war, auf mich zu achten. Ich bin immer mit dem Kopf durch die Wand, auch wenns weh tat. Ausserdem war ich ziemlich arrogant, ich bin doch groß und stark, so softe Techniken brauche ich nicht. Umdenken war eine meiner wesentlichen Fähigkeiten. Wenns eng wird, muss ich nicht recht haben. Ich kann dann sogar was tun, was mir jemand rät ;D. Und sogar gucken, ob in der Wand nicht zufällig eine Tür ist, wenn ich mal ein bisschen zurücktrete und mich umgucke.

  • Zitat

    Hast Recht... Strecke machen. Tja, für heut... ungewöhnlich früh aufgestanden. Wetter ist schön... werde im Garten was tun, das macht mir Freude.
    Dann, mal sehen. Eins nach dem Anderen.


    Was für mich wirklich hilft und half, dass ich mich generell in Thematiken, die mich interessieren, tief reinbuddel. Aktuell ist mein Thema halt die Sucht. Und da zu dem Thema, oben schon verlinkten Podcast, dann höre die mal die Podcasts "Ohne Alkohol mit Nathalie" an. Da konnte ich ganz viel für mich herausziehen.


    Und dann, das ist meiner persönliche Sichtweise, setzte ich mir Ziele und suche Motivationen. Ich muss vorausschicken dass ich mich in der Trinkerzeit, besonders letztes Jahr, ganz viel darüber geärgert habe, was ich alles wegen des Alkohols nicht machen konnte. Entweder weil ich voll auf der Couch hing oder morgens einen fetten Kater hatte. Und auch mein Sport hat nicht funktioniert, den ich letztes Jahr angefangen habe. Obwohl ich pro Woche an die 700 Kilometer Rad gefahren bin, hatte ich keinen nennenswerten Effekt. Im Gegenteil, ich hab teilweise auf dem Rad getrunken. Praktisch, begibt man sich nicht mit dem Auto von A nach B.......


    Ich hab mir ein Counter bsp als APP installiert, wo ich meine gesparte Kohle, die trocknen Tage und die eingesparten Kilokalorien tracke. Und ich freu mich aktuell sehr über 349 Euro in knapp über vier Wochen und 49000 gesparte Kilokalorien.
    Mein Körper feiert das aktuell wie blöde. Und ich auch, mein Ego platzt aktuell.


    Aber gleichzeitig weiss ich auch, irgendwann wird dieser Push weniger, er wird normal. Also fange ich jetzt Dinge an mir zurechtzulegen, wenn es "still" wird. Also ich setzte mich persönlich mit mir alleine auseinander. Fahre Rad ohne Podcasts, schwimme und versuche alle Gedanken loszulassen, lege mich auf die Akkupressurmatte <-- übrigens perfekt gegen Suchtdruck!!! Schmerz heilt.


    Und so mache ich Strecke. Bei mir, aktuell, brennt es auch hinter dem Brustkorb. Das ist der kleine Schmacht oder Druck, der da nervt. Aber ich denke mir, das hab ich schon beim Rauchstopp gemacht, wenn der da IN mir brüllt, ist das GUT. Der Suchtdruck, Schmacht, nenne es wie Du willst, hängt nämlich im Fegefeuer.
    Ich beziehe das gar nicht auf mich, das schlechte Gefühl, sondern auf meinen Gegner, den Alkohol. Der Suchtdruck ist mein Gegner. Nicht mein Körper. Mein Körper braucht das nicht, im Gegenteil.


    Ich hab mir auch "angewöhnt", das ist mein Ding, der Suchtdruck ist ja wie Hunger: Eine Handvoll Wallnüsse. Ist gesund, sättigt leicht und damit stehe ich es aus.
    Damals beim Rauchstopp, wenns arg wurde, hab ich Fisherments Friend gefuttert, gerne 2-3 Stück, damit es brennt und ablenkt.


    Und wie gesagt, ich setze mir Ziele, bei mir ist es der Sport: ich möchte in einem Jahr einen Halbmarathon laufen und Pfingsten einen Traum erfüllen, mit dem Rad durch das Brandenburger Tor fahren.
    Das geht aber nur, das weiss ich, ohne Alkohol.
    Ich war vorgestern beim Eishockey, eigentlich ein Trigger, und natürlich wurde ich angesprochen ob ich nicht ein Bier will. Und ich antworte dann: Ich hab 25 Jahre Alkohol getrunken, in letzter Zeit ein bisschen viel, jetzt möchte ich die nächste Zeit ohne Alkohol leben, das andere kenn ich ja schon.


    Damit ist die Diskussion auch beendet. Und ich weiss, meine Kumpels denken innerlich: Würden sie auch gerne....


    In dem Sinne, Strecke machen!

  • Hi Susanne und NieTho!


    Zweiter Tag ist um - immer noch alles gut. Freue mich immer mehr über das Gefühl, mich angemeldet zu haben und das "outen" fühlt sich gut an.
    Möchte Euch gern antworten - hab nur paar Fragen 😅


    Wie zitiere ich Teile eines Texts untereinander, statt alles?
    So, dass ich einzelne Abschnitte aufgreifen kann und darunter antworten ?
    Und... wäre es möglich, einen eigenen Strang abseits meiner Vorstellung aus unserer Unterhaltung zu machen - würde sich für mich besser anfühlen, irgendwie.
    Und die Frage, ob ich meinen Nick ändern kann nachträglich... beschäftigt mich auch 😊


    Vlg
    Cada

  • Der Reihe nach von hinten.


    Der Nick...frag Greenfox oder AmSee, die haben Admin-und Moderatorenrechte, die können das ändern.


    Ein Thema kannst Du überall im Forum eröffnen. Wenn Du noch ein paar Beiträge schreibst, wirst Du wahrscheinlich für den internen Bereich freigeschaltet, da kann es auch nicht jeder lesen. Falls Du das so willst.


    Zitieren:


    Wenn Du auf "Zitat einfügen" gehst oder auf "Zitat" (je nach dem ob Du gleich zitierst oder schon in Deinem Beitrag bist)
    siehst Du, dass das Zitat mit z.B "["quote author=Cadamaro link=topic=2566.msg43748#msg43748 date=1680711439"]" beginnt und mit
    "[/quote]" endet.


    dazwischen steht der Text. Davon kannst Du Teile rauslöschen und Du kannst die Begrenzer kopieren und andere Teile des Textes wieder einfügen.


    Sieht dann so aus



    Wie zitiere ich Teile eines Texts untereinander, statt alles?


    Blablabla...


    So, dass ich einzelne Abschnitte aufgreifen kann und darunter antworten ?


    Wenn unverständlich, fragen.
    Im Übrigen kannst Du vor dem Abschicken des Beitrags auf "Vorschau" gehen und kontrollieren, ob es passt.


    Gruß Susanne

  • Liebe Susanne !


    Vielen Dank fürs Helfen und ja, dann schreibe ich die beiden Mods mal an. Es gibt einen intetnen Teil? Ja, hab zwar gesehen, dass ich nicht für alles freigeschaltet bin, aber dass es verborgene Forenecken gibt, nicht. Das klingt gut - vielleicht kann man dann ja die Sachen hier dahin verpacken. Oder so...
    Jetzt erstmal Essen machen :)

  • Guten Abend, Susanne und NieTho :)


    Wollt kurz hallo sagen und nicht unhöflich daher schweigen. Das mit dem Nick hat schonmal hin gehauen - kann man im Profil selbst ändern. Jetzt fühl ich mich besser.
    Und Tag drei ist gut verlaufen. Hab alles an Osteressen eingekauft und verkündet, dass es bei mir ab sofort keinen Alkohol mehr gibt. Die Rouladen hab ich das erste Mal ohne Vino geschmort und es schmeckt absolut genial auch ohne - also das kann ich mir aich völlig schenken - kein Essen "muss" das haben. Und die Gerichte, die "müssen" koch ich nicht.
    So...
    Für heute schreib ich aber erstmal nicht mehr weiter - ich bin ziemlich groggy.
    Ich wollt Euch nur nen schönen Abend wünschen, meine Krallen ins Forum schlagen gedanklich und jetzt gibt's Sofa- Zeit.
    Vlg an Euch!
    CD


  • Für heute schreib ich aber erstmal nicht mehr weiter - ich bin ziemlich groggy.
    Ich wollt Euch nur nen schönen Abend wünschen, meine Krallen ins Forum schlagen gedanklich und jetzt gibt's Sofa- Zeit.
    Vlg an Euch!
    CD


    Kein Problem.
    Ich bin auch nicht immer in Schreiblaune.
    Jetzt hatte ich grade ein paar Tage Zeit, aber die nächsten 10 Tage kommt nicht viel von mir.


    Bleib dran und machs gut. Sind ja noch Andere hier.


    Schönen Gruß
    Susanne


  • Dankeschön! Wir lesen uns, wenn Du Zeit hast - frohe Ostern und bis bald :)

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